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Full text of "Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon"

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s. 

Saackhen, Wailckhl v. Saackhen. Erbländ.-Östcrr. Adelsstand. 
Diplom von 1710 für die adoptirten Söhne der Schwester-Tochter des 
k. k. Obersten Johann Christoph v. Saackhen: PVanz Anton, Ferdinand 
Anton und Adrian Engelbert Wailckhl : mit : Wailckhl v. Saackhen. 

MegfrU v. Mühlfeld, Krg.-Bd. S. 431. 

Saal, 8ahl, Saal vom Heppenheim. Altes, rheinlündisches Adels- 
geschlecht, welches sich früher nur lleiipenheim schrieb. Die Stamm- 
reihe beginnt um 1019 mit Werner S. und schliesst mit Georg Anton 
V. S., Obersten Amtmann und Commandanten zu Königshofen, welcher 
als der Letzte des Geschlechts 1684 starb. 

ßlttmbrachf. Tab. «1». — (Sauhr , 1. 8. l{«9i» iiihI «M. — Z^dUr, 33. 8. 14 uud 15. 

Saale, Sala, v. der Sahla (in Schwarz ein aus einer gestürz- 
ten Krone hervorkommendes^ golden bekleidetes und gekröntes, 
weibliches Brustbild). Altes, meissensches und thüringisches Adels- 
geschlecht , welches sich später aucli in der Oberlausitz ausbreitete, wo 
es zu Ober- und Nieder-Sohland , Quolsdorf u. s. w. sass. Im Meissen- 
schen war die Familie zu Schünfeld und Liega bei Grossenhain, zn 
Lötzschen unweit Königsbrück u. s. w. begütert. Der Stamm soll nach 
Münster, Cosmograph., schon im 10. und 12. Jahrb. geblüht haben. 
Ernst V. S. war um 13G5 Abt zu Corvcy. — Margarethe v. der Sahla, 
Hoffräulein ^jim landgräfl. hess. Hofe, wurde 1540 von Philipp dem 
Grossmütbigen , Landgrafen zu Hessen , mit Bewilligung seiner Gemah- 
lin , Christine , Herzogin zu Sachsen , und nach vorhergegangener Be- 
rathung mit Luther und Melanchthon , als zweite Gemahlin angenom- 
men. Dieselbe, insgemein ,, linke Lnndgrätin^' genannt, lieferte das 
seltene Beispiel einer Doppelehe durch Antrnuung. Margarethe wurde 
Matter von sieben Söhnen , welche den Namen : Grafen v. Dietz erhiel- 
ten , sämmtlich aber unvermählt starben. — August Abraham v. d. S., 
erst kursfichs. Generaladjutant, später Amtshauptmann zu Eilenburg, 
starb , mit dem Kurfürsten Johann Georg III. auf Reisen, ohne Erben 
1685 , und Christian Abraham v. d. S. aujf Sohland und Schönfeld, kur- 
sächsischer Oberst, Kriegsrath und Commandant zu Leipzig, 1707, 
mit Hinterlassung männlicher Erben. Von seinen Brüdern war der 
Eine kursächs. Oberst und Commandant zu Wittenberg, der Andere 
blieb als kursächs. Oberstlieutenant bei der Belagerung von Mainz. 
Von den Söhnen des Christoph Abl*aham war Christoph Gottfried 

Kn€9Ckk; Deutsch. AdeU»-Lox. Vlll. 1 



«r 



— 3 — 

1208 Marschall des K. Philipp, und ITlrich v. S. streckte 1278 dem 
K. Rudolph V. Habshurg eine grosse Suininc Silber vor. — Vom 
16. Jahrh. an erhält die Geschichte beider Linien des Stammes, der 
meissenschen und der böhmischen, festeren Gnind. Aus Ersterer stand 
um diese Zeit der obengenannte Johannes VI., Bischof zu Meissen, im 
grössten Ansehen, und gegen die Mitte des 16. Jahrh. war Caspar v. S., 
Domherr und Senior des Hochstift.s Meissen, sehr berühmt. Später, 
1659, erlosch die meissensche Linie mit Georg Caspar v. S. , Herrn 
auf Schweta. — Aus der böhmischen Linie, welche sich später auch in 
Mähren ausbreitete und in welche schon vom K. Friedrich IL 1237 
der Freiherrnstand gekommen sein soll, erlangten Georg v. S. und die 
Söhne desselben, Johann P^iedrich und Wolfgang v. S. , s. oben, eine 
B«6tütigung des der Familie zustehenden Freiherrnstandes und von 
den Nachkommen derselben, welche die Herrschaften Tetschen, Scharf- 
fenstein , Schwaden u. s. w. erworben hatten , erhielt Gottfi-ied Con- 
stantin v. S., s. oben, eine neue Bestätigung des seiner Familie zu- 
kommenden Freiherrnstandes des Kgr. Böhmen und der demselben 
einverleibten Länder. In dem betreffenden Diplome ist gleich im An- 
fange die Erhebung des Geschlechts in den alten Herrenstand des heil, 
röm. «Reichs vom K. Friedrich IL und Maximilian I. erwähnt. — Die 
böhmische Linie hat dauernd fortgeblüht. Haupt derselben ist: Freih. 
Leopold, geb. 1830 — Sohn des 1851 verstorbenen Freih. Leopold, 
k. k. Majors in der Armee , aus der Ehe mit Anna Grf. Czaky , gest. 
1838 — . Der Bruder desselben ist Freih. Moritz, geb. 1832, und die 
Schwester, Freiin Franzisca, geb. 1838, hat sich mit Geyza Ritter 
V. Schwaitzer vermählt. 




— Zedier, \V.\. S. S«M)-{)r., — Freih. r. Lc<ifftur, IJ. S. 92'J. - Geiieal. THf>«h«'nb. d. freih. 
IlÄUMcr, 1858, S. f>li> und 20 und 1804, S. fi88. — In St«'in k«'«»'""»«" Wappt-n am KiirMen- 
hauee der L'niverwitut Leipzig. — Siehmacii^r, I. l.*"»»: v. SaÜ.ausen, Mci«isrii«ch und 111. IHT. 

— V. Meding , 111. S. n.V2. — Tyroff^ 1. 2.57: llfm-u v. SAhlh.mson. — Dornt, AUg;. W.-H. 
II. 170 und 71 und Tab. '268: Kfrt'ih. v. S. — W.-B. d. Uostvrr. Mi.uarrh. XII. — Kn*i$chk', 
in. 8. 39(>— U5. 

Saamen, frViher Sabme, Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in 
Blau ein vorwärts gekehrter Ritter in stählerner Röstung, mit der 
Rechten goldenen Weizen säend , und 2 und 3 in Gold der abgerissene 
Kopf und Hals eines schwarzen, gekrönten Greifen: österreichische 
Linie , oder Schild geviert : 1 und 4 in Blau ein schwarz gekleideter 
Sämann , der auf einem Acker Saamen ausstreut, und 2 und 3 in Silber 
der Kopf und Hals eines gekrönten, schwarzen Adlers: preussische 
Linie). Im Kaiserthum Oesterreich bestätigter Freiherrnstand. Be- 
stätigungsdiplom des von langer Zeit her geführten freiherrlichen Titels 
vom 6. Decbr. 1845 für alle damals lebenden Glieder des Geschlechts. 
— Altes Adelsgeschlecht, welches um die Zeit der Gründung von Kö- 
nigsberg (1271) mit Rudolph v. Habsburg, bei dessen Zuge gegen die 
heidnischen Preussen , muthnmsslich aus der Schweiz , in die Ostsee- 
provinzen kam und seit dieser Zeit dem deutschen Ritterorden in jenen 
Landen angehörte. I^m die Mitte des 15. Jahrh. befand sich die Fa- 

1* 



— 4 — 

milie in grösster ßlQthe nnd hatte in der Gegend von Marienbarg und 
Rastenburg ansf-hnliche Güter, die aber, durch Einbrüche der Polen 
verwüstet, später in fremde Hände gelangten, wodurch der Glanz der 
Familie getrübt wurde, doch gehörte dieselbe noch immer zu den an- 
sehnlicheren des Landes, denn um die Mitte des 16. Jahrb. tritt Jacob 
V. Sahme als Schöppe des Gerichts zu Rastenburg, und der Enkel des- 
selben . Heinrich, geb. lf)36. um 1670 als Schöppe des Gerichts der 
Altstadt Künigsbertr auf. Die Söhne des Letzteren. Arnold Heinrich, 
gest. 1734. nnd Reiiihold Friedrich, gest. 1752. waren Beide k. 
preussische Consistorialräthe zu Königsberg. Letzterer aber, welcher 
11. Aug. 1739 als k. preuss. Tribunalrath den Adelsstand des Kgr. 
Preussen erhalten hatte, auch i>octor und Professor an der Hoch- 
schule zu Königsberg. Beide waren Gründer zweier Linien, der 
österreichischen und der preussischen. welche 4etztere mit Friedrich 
Dietrich Freih. v. Sahme. geb. 1764, 18u3 wieder ausstarb. Die von 
Arnold Heinrich Freih. v. Sahme, s. oben, gestiftete, österr. Linie hat 
dauernd fortgeblüht. Der Sohn desselben , Freih. Friedrich . gest. 
lf*03 als k. k Generalmajor, war mit seinem Brudii* in kaiserliche 
Militairdienste getreten und änderte darauf nach der österr. Schreib- 
art seinen Namen ,,Sahme** in .,Saamen*\ Die Knkel desselben — 
Söhne de« 1^44 verstorbenen Freih. Joseph, k. k. Majors in Pension, 
aus der Ehe mit Anna Urtica, gest. 1839 — die Freiherren Franz, An- 
ton. Friedrich. Adalbert, Joseph, Sigmund und Johann gehören jetzt 
zu den Häuptern des freiherrl Stammes, und von densi'lben haben der 
Zweite und Dritte ihre Linien foilgesetzt. Senior der Familie ist Freih. 
Franz. j^eb. 1807, k. k. Kreiskanzelist I. (.'lasse in Stry, vermählt mit 
Bab^tte Moczarska. Freih. Anton, geb. 1809, k. k. pens. Major, ver- 
mählte sich 1851 mit Franzisca Grf. Del-Mestri, Freiin v. Schönberg, 
geb. 1822, aus welcher Ehe, neben einer Tochter: ein Sohn, Roman, 
geb. 1854, entsprosste, Freih. Friedrich aber. geb. 1811, k. k. Mjyor 
in d. A. , 1854 uiif Marie Miechura, verwittw. Edlen v. Straudl, gest. 
1859, aus welcher Ehe ein Sohn, Johann, geb. 1857, stammt. Wei- 
teres findet sich in den genealog. Taschenbüchern der freiherrl. 
Häuser. 

Freih. v. Leiffbitr, II. S. 3.'ß. - Ü«iifal. T«i.cli*jiili. «i«T freih. UäiiMor. IH-ST, S. 635—38 
uml 1801, S. r.Sf, 88. — W.-B. .1. Prou-«. Muimrrh., IV. il: v. Sahme, umh «Um Dii>loine 

Saar. Erbländ. -österr. Adelsstand. Diplom von 1793 für Johann 
Adam Saar, k. k. Postwagens-Controleur , und für den Bruder dessel- 
ben , Johann Adalbert Saar. 

hfegtrle V. Mühlfelii, Krg.-IJ.l. S. 4:JI. 

Sabatha v. Thonmbre. Reichsadelsstand. Diplom von 1730 für 
Franz Joseph Sabotha, mit: v. Thoumbre. 

Meyerlr r. Mühl/Hd, S. 254. 

Sabathin , Sabathin v. Sabona. Ritter. Böhmischer Ritteretand. 
Diplom von 1705 für Georg Sabathin, Advocaten in Mähren, mit: 
V. Sabona. 

Meyeile t. Müldfcld, Krg.-Bil. S. 2W. 



I 



— 5 - 

Sabbensen. Altes, hannoversches Adelsgeschlecht, aus welchem 
Johannes de Sabbensen um 1351 lebte. 

Orupen, S. 130. — ». Meding, III. S. 550. 

Sabiz V. Tanbensperg. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1725 für Matthias Sabiz aus Fiume, mit: v. Taubensperg. 

Megerle v. Müldfeld, Erg. -Bd. S. 431. 

Saboretti v. Mannsburg, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. 
Diplom ven 1813 für Franz Ignaz Saboretti, Buchhalter der k. k. mon- 
tanistischen Hofbuchhaltung , mit : Edler v. Mannsburg. 

Megerle r. ilühlfeld , 8. 254. 

Sacetot. Altes, französisches, früher Depnis de Sacetot und San- 
donville , Depuis de Sacetot , geschriebenes , nach Preussen nach An- 
fange des 18. Jahrh. gekommenes Adelsgeschlecht. — Carl August 
V. Sacetot starb 1756 als k. preuss. Kammerherr und Oberhofmeister 
der Königin Sophia Dorothea. Derselbe hatte 1708 vom Könige Fried- 
rich I. das Gut Wusterwitz unweit Soldin in der Altmark geschenkt er- 
balten. Sein Sohn, Theodor August v. Sacetot, war markgräfl. anspach- 
scher Kammerherr und Geh.-Rath, und besass 1757 im Voigtlande die 
Güter Dürnthal und Schlegel bei Hof. 

Frtih. 9. Ledrhur, Tl. 8. .^•W). 

Sacher, Ritter. Erbländ.-öterr. Ritterstand. Diplom von 1818 
fttr Johann Nepomuk Sacher: k. k. Staatsgüter- und Salinen-Administra- 
tor in Galizien. — Der Stamm blühte fort. In neuer Zeit war Hugo 
Ritter v. S. k. k. Rittmeister und Carl v. S. k. k. Jäger-Oberlicutenant. 

M^gerln 9. Mühlf^ld^ 8. 141. — Milit.-Schomati«m. <i. Ocstorr. Kaiserth. 

Sachers v. Cronfeldt. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1724 für Franz Joseph Sachers, mit: v. Cronfeldt. 

Magerte r. Mühlfeld, Krg.-Bd. S. 431. 

Sachs V. Löwenheimb. Breslauer Stadtgeschlecht, welches schon 
um die Mitte des 17. Jahrh. in Schlesien begütert war. Dasselbe hatte 
von den Kaisem Maximilian 11. und Rudolph IT. im 16. Jahrhundert 
WBppenbriefe erhalten. Erasmus S., gest. 1573, stand in kaiserlichen 
Diensten; Ferdinand Christian S. v. L. starb 1770 als Oberamtsrath 
zu Glogau, und Ernst Samuel Sachs v. Löwenheimb auf Badune, 
Peltsschütz und Poppelwitz, 8. Jan. 1799 als der Letzte seines Ge- 
schlechts. 

Sinapiu», II. 8. 948. — Seifert, adel. Stammtaf. IV. Nr. 19. — Zedier, .33. 8. 20. — 
Freih. v. Ledehur, II. 8. 330. 

Sachsa, Sachsen, v. der Sachsen (in Roth der Kopf und Hals 
eines weissen Ziegenbocks). FAn, schon im 14. Jahrh. begütertes, an- 
gesehenes, adeliges Patriciergeschlecht' der Stadt Erfurt, welches in 
der ersten Hälfte des 17. Jahrh. erlosch. Die Glieder der Familip 
waren Lehnsleute und HoQunker der Grafen v. Gleichen. Der Stamm 
blühte noch in das 17. Jahrh. hinein, ist aber mit Johann und Bern- 
hard V. der Sachsa, welche 1621 noch lebten, später erloschen, Das 
Geschlecht war wohl gleichen Stammes mit den ehemaligen adeligen 
Patriciem dieses Namens zu Nürnberg , deren Stammort das Pfarrdorf 



_ 6 — 

Sachsa oder Sachsen in dem Gebiete der ebemaligen Reichsstadt Nürn- 
berg lag. 

Sagittar, Glelchonurhe Hi«tor. a. v. 0. — Brückner, I. Th. 4. Stck. 63, II. 3. Stck., 
S. 10. 20 uud 27. — Heinrich, Niw'liricliteu von Erfurt, 1713, S. 220 und 221. - Zedier, 33. 
S. 2r)4. — N. Pr. A.-L. V. S. 880 nn«l 87. — Freih. v. Ledehur, II. H. .^'10. — Siebmacher, 
I. 145 : V. der Sachsf^n, Thüringis^ch un<l V. 299. 

Sachse v. Rothenburg. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1772 für Jobann Sachse, Hauptmann im k. k. Infanterieregimente 
Fürst Kinsky. — Der Stamm wurde fortgesetzt. In neuer Zeit war 
Franz Sachse v. Rothenberg k. k. Oberst ; Friedrich S. v. R. k. k. Mi- 
nisterialrath und Mitglied der Central-Evidenthaltungscommission, und 
Anton S. v. R. k. k. Oberlieutenant. 

Uegerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 431. — Milit.-Sclu'nint, d. Oi'st.'rr. Kalj*ürtli. 

Sachsen (Schild quer geth eilt: oben in Roth ein gehender oder 
leopardirter , doppelt geschweifter, silbemer Tiöwe, und unten in Gold 
ein erhöhter, wellenweise gezogener, blauer Balken). Altes hessisches 
Adelsgeschlecht , ganz verschieden , wie schon das Wappen ergiebt, von 
der im vorstehenden Artikel aufgefübrten , thüringischen Familie dieses 
Namens, welches zu dem fuldaiscben Lebnshofe gehörte. — Gozo 
V. Sachsen war um 1379 fuldaischcr Vasall. 

Schannat, S. 152. — Siehmarher, I. S. 134: v. SachfUMi , IIobhIhcIi. - r. Meding, 11. 
8. 495. 

Sachsenhausen, Sassenhausen. Altes, reichsfreies Adelsgeschlecht, 
eines Stammes mit der rheinländischen Familie v. Praunheim , dessen 
ordentliche Stammreihe Humbracht mit einem Anonymus v. Sachsen- 
hausen, zu Anfange des 12. Jahrhundert« , beginnt und bis zu der 
Mitte des 15. Jahrb. fortführt. — Sprossen des Stammes waren Schult- 
heissen zu Frankfurt a. M. , und Heinrich v. 8. 1277 kurpfälz. Viczdum 
am Rheine. 

Humbracht, Tab. 201. — Gauhe , I. N. :U20 und 21 und 11. S. 17.'.«) und .'»1. - Zedier, 
33. S. 257. 

Sachsenheim (in Roth zwei silberne Büffelshörner ohne Mündung, 
durch ein grosses Stück des Ilirnschüdels mit den Ohren miteinander 
verbunden). Altes, schwäbisches Adclsgeschlecht, welches schon im 
10. Jahrb. geblüht haben soll. Conrad v. S. lebte um 1270; Wolff 
und Rudolph v. S. waren 1379 Mitglieder der wetterauischen Löwen- 
gesellscliaft; Johann v. S. kommt 1428 als herzogl. Württemberg. Ober- 
hofmarschall vor; Hermann v. S. war um 1490 Landliofmeister und 
Bernhard v. S. 1500 des deutschen Ordens Comtlinr zu Wiirzburg und 
Reinhard v. S. zu Anfange des IG. Jahrb. Hauptmann zu Vaihingen, 
setzte den Stamm durch vier Söhne fort. —■ Der Stamm hat weiter 
fortgeblüht. Noch in neuer Zeit war Adalbert Sotorius v. Sachsenheim 
k. k. Rittmeister I. Classe. 

Hue^lini Stcnnnat. P. 3. — Bürgermeister, C»)d. dijd. oquestr., I. S. 864. — Gnuhe^ II. 
S. 1761. — Zfdler, .33. S. 25«. — Siehmacher, II, 10«»: v. Such^sonhoini , Schwäbisch. — 
r. Meding, III. 8. .550 und 51: Nach dem W.-B. des Costnltzer Comils: Schild HanncoH 
T. Sachstfuheim. 

Sachsenkirche, Sachsenkirchen, Zachenkirche. Altes, schle- 
sisches, schon im 14. Jahrb. und später begütertes Adelsgeschlecht, 
aus welchem noch 1590 Hans Sachsenkirche zu Striegau lebie. 

Sinapita, I. S. 788. — Gauhe, II. S. '.»99. — Freih. r. Ledebur, II. S. 330. — Sieb- 
maehtr, II. 53. ~ v. Meding, I. ä. 499 tmd 500. 



— 7 — 

Saek, Sack y. Bohnniowitz , auch Freiherren nnd Grafen 

(Stammwappen : in Roth vier silberne Säcke , welche in der Mitte des 
Schildes mit den Spitzen so zusammengestellt sind, dass sie die Form 
eines Andreaskreuzes haben). Alter, böhmischer Herren- und böh- 
mischer Freiherrn- und Grafenstand. Diplom des alten , böhmischen 
Herrenstandes 29. Juni 1648 für Siegismund Leopold v. Sack, unter 
dem Zusätze: v. Bohnniowitz; böhmisches Grafendipjpm vom 14. Oct. 
1721 fttr I^eopold Anton Freih. v. Sack, Kreishauptmann zu Olmütz, 
und böhmisches Freihorrndiplom von 1724 für die Gebrüder Johann, 
Oswald, Georg Ileinrich und Christoph Siegmund v. Sack. — Altes, 
früher in Schlesien , in der Mark Brandenburg, in Sachsen , Ostpreussen, 
Corland u. s. w. blühendes und begütertes Geschlecht, nicht zu ver- 
wechseln, wie früher wiederholt geschehen, mit der ebenfalls mark- 
brandenburgischen im Nachstehenden abgehandelten Familie dieses Na- 
mens, die ein ganz anderes Wappen, s. unten, fülirt. — Der Grund- 
besitz der hier in Rede stellenden Familie v. Sack wurde im Laufe der 
Zeit, namentlich in Schlesien, sehr bedeutend. Der Stamm schied sich 
in Schlesien in die Uäuser Raschütz im Steinau'schen und Graben im 
Gnhrau'schen , mit den Linien zu Rehel , Bartsch , Colin , Irrsingen, Ibs- 
dorf, Strehlitz, Pirschen, Drogelwitz, Kattschütz und Dromsdorf. 
Nächst diesen Stamnigütern besass die Familie noch mehrere alte Be- 
sitzungen , und zwar namentlich in Schlesien : Reinberg , Gollgowitz, 
Biegnitz, Klein-Schwein , Weidisch, Willschau, Röversdorf, Saltschütz, 
Norrigawe. Lübrlien und Korangclwitz. In der Mark Brandenburg 
erwarb die Familie die Güter Muschten, Ileinersdorf, Radewitsch u. s. w. ; 
in Sachsen : BeuchliU , Delitz und Schlettau im Merseburgischen, und 
Dohnau und Gross-Janowitz unweit Leipzig, und in Ostpreussen Hich- 
holtz , Gottswalde , Schwansfeld u. s. w. — Das unweit Hain gelegene 
Gut Sack oder Sacka wurde wohl von dem Geschlecht erbaut. — Was 
ältere Sprossen des Stammes anlangt, so war Arnold Sack nach An- 
fange des 13. Jahrh. Kriegsoberst des Markgrafen Albrecht zu Bran- 
denburg; Ulrich Sack, Ritter, zählte 1442 zu den Vögten zu Coburg, 
und Caspar Sack begleitete 1 474 den Herzog Albrecht zu Sachsen , so 
wie Hans Sack, ein Voigtländischer von Adel, 1493 den Kurfürsten 
Friedrich den Weisen zu Sachsen auf der Reise in das gelobte Land. 
1528 beschwor die Familie auf Veranlassung des Clemens v. Sack zu 
Raschütz , des Gregor v. S. zu Pirschen und des Ernst v. S. zu Krei- 
delwitz vor der zu Liegnitz gehaltenen Ritterbank, bei welcher der 
Herzog zu Liegnitz in Person zugegen war , das altangeborene Wappen 
des Geschlechts. Später, 1598, wohnte Siegmund S. der Leichenr 
procession des. Kurfürsten Johann Georg zu Brandenburg bei. Hein- 
rich y. S. kommt als des Herzogs Johann Christian zu Liegnitz und 
Brieg Regierun gsrath vor, und Ernst Heinrich v. S. war zu Anfange 
des 18, Jahrh. Landhofrichter der Standesherrschaft Militsch. Von 
den scblesisehen Linien hat übrigens Sinapius mehrere Sprossen des 
Stammes vom 14. bis zu dem 18. Jahrh. angegeben. Im Letzteren 
wurde der früher so gliederreiche Stamm an Sprossen ärmer, von den 
Gütern kamen mehrere in fremde Hand, und 1784 sass die Familie in 



— 8 — 

Ostprenssen nur noch zu Eichholtz und Schwansfeld, 1790 zu Frie- 
dersdorf unweit Sorau in der Niederiausitz , und noch 1814 zu Podle- 
sie im Ratiborschen und zu Zawada im Plesseschen. 

Hartknocfi, Alt- und Neu-Proiwsen, 8. 450. — Sinapiui, I. S. 788-94 und 11. 8. 943. ^ 
Gauk^, I. S. 1991-93 und II. S. 999-1001. — Zedier, 33. S. 272-74. - Megerle v. Mükl- 
feld, Erg.-Bd. 8. 28 und 95. — N. Pr. A.-L. IV. 8. 140 und 41. — Freih. v. Ledebur, IT. 
S. 330—32. — Siebmacfier, I. 166: Di« Saeoke, Meissuisrh und II. 50: v. 8»ck, Schlosiich. — 
W.-B. der Prcuss. Monarch., I. 84: Gr. v. Sack. 

Sack (in Ifeth eine aus einem Sacke hervorgehende, gekrönte 
Jungfrau , welche nach vorn gekehrt in jeder Hand einen ßpeer hält). 
Altes , markbrandenburgisches Adelsgeschlecht , nicht zu verwechseln, 
wie angegeben und wie deutlich das Wappen zeigt, mit der ebenfalls 
im Brandenburgischen vorgekommenen Familie dieses Namens, welches 
in neuerer Zeit auch im Posenschen ansässig wurde. Der Stamm war 
in der Mark Brandenburg schon 1284 zu Pinnow unweit Soldin, 1337 
zu Rohrbeck, 1354 zu Schönfeld, 1375 zu Güntersberg und Sandow 
und 1399 zu Blessin, Butterfelde, Freiberg, Alt- und Neu-Reetz und 
Stoltzenberg begütert, erwarb später mehrere andere Besitzungen, blühte 
fort und hatte noch 1803 die Güter Dolgen und Trebus inne. Im Po- 
senschen sass derselbe 1728 zu Bcntschen unweit Meseritz. — Aus 
diesem Geschlechte kamen in Prcussen in neuerer Zeit mehrere Spros- 
sen zu hohen Ehrenstellen: Siegmund v. Sack starb 1740 als k. preuss. 
Generalmajor und Commandant zu Stolberg, Gustav Wilhelm v. S. 
1844 als Generallieutenant a. D, und 17. Decbr 1849 der Präsident 
und General-Commissarius v. Sack zu Soldin. 

N. Pr. A.-L. IV. 8. 141 (hat die beiden Faniilion v. Sack nicht gehörig von einander ge- 
Bcbieden). — Freih. 9. Ledebur» II. 8. 331. 

Sacken, Freiherren. Erbländ.-österr. Freiherrnstand, Diplom 
von 1805 für Benedict v. Sacken, k. k. Hauptmann a. D. — Der 
Stamm wurde fortgesetzt. Noch in neuer Zeit stand Adolph Freiherr 
V. Sacken als Hauptmann im k. k. General-Quartiermeisterstabe. 

Megerle v. Mühlfeld, 8. 81. 

Sacken, Ritter. Erbländ.-österr. Ritterstand. Diplom von 1782 
für Franz Benedict v. Sacken , k k. Hauptmann. 

Megerle p. Mühl/etd, Erg.-Bd. 8. 200. 

Sacken , Sacken-Osten , s. Osten, v. derOsten, v. d. Osten- 
Sa cken, Freiherren, Grafen und Fürsten, Bd YII. S. 5 bis 8. 

Sackesel, oder Garten. Längst ausgestorbenes, lüneburgisches 
Adelsgeschlecht, von welchem nur das redende Wappen auf einem Fen- 
ster des Kreuzganges des nahe bei Lüneburg gelegenen adeligen Klo- 
sters Lüne von 1412 bekannt ist. 

V. ileding, Tl. 8. 495. 

Sackich v. Blnmenfeld. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1772 für Lazarus Sackich, Rittmeister bei den k. k. Banal-Husa- 
ren, mit: v. Blumenfeld. 

Megerle t. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 431. 

Sadlo V. Wrazny. Altes, böhmisches Adelsgeschlecht, aus wel- 
chem nach dem Calend. St. Adalberti 1737 zwei Brüder lebten. 

Zedier, 33 8. 320. 

Saebisch, Sebisch, Seebisch, Altes, noch im 16. Jahrh. Mehl- 



— 9 — 

mans genanntes, schlcsisches Adolsgeschlecht, welches von den bres- 
lauischen Patriciern dieses Namens stammte, doch schon in der ersten 
Hälfte des 17. Jahrh. im Ritterstande vorkam. Die Umänderung des 
ursprünglichen Namens in den Namen Saebisch, soll durch Johann M., 
dessen Ururenkel Georg v. S. 1623 als herzogl. teschenscher Rath starb, 
erfolgt sein. — Adam v. Sebisch , Herr auf Marschwitz und Wesslg, 
kaiserl. Rath und des Fürsten thuftis Breslau Hauptmann, geb. 1571, 
starb 1638. Um dieselbe Zeit lebte auch Valentin v. Seebisch und 
Radoschkowitz, welcher 1657 als herzogl. liegn. Rath starb. Die Nach« 
kommen desselben sassen später im Rathe zu Breslau. Yalentin's Enkel, 
Albrecht, ein gelehrter Herr, starb 1688 un vermählt als Herr und In- 
spector über die Zeughäuser zu Breslau. Johann Gottfried v. Seebisch 
a. d. H. Radoschkowitz, Herr auf Hohne, k. k. General- Feldmarschall- 
lieuteuant, Conimandant zu Breslau, starb 1720, und Albrecht v. See- 
bisch kam 1712 in den Rath zu Breslau und war noch 1736 Kriegs- 
commissar und Rathsältester daselbst. 

Sinapiut , I. S. 864 uinl II. S. 089: anrh narh TiUca(> nchleffiflch. MerkwfirJigkeiten. — 
Gauhf, 1. 8. \W.\ nnd 94. — Zedier, 33. 8. 832. — Siebmacher, IV. 174. 

Saechers v. Crontha], Ritter. Erbländ.-österr. Ritterstand. 
Diplom von 1729 für Johann Georg Saechers und für die Brüder des- , 
selben, Franz Joseph und Ignaz Fortunat S., mit: v. Oonthal.. 

Megerle v. Mühlfeld, Kr^-B«'- S. 200. 

Saemmer. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1729 fßr 
Maximilian Saemmer, Pfleger und LandVichter zu Doblach. 

MegerU p. Mühljfld, Krg.-Bd. S. 432. 

Saeniftel, SanfPtel. In Kurbayern erneuerter Adelsstand. Adels- 
erneuerungsbricf vom 26. Februar 1772 für Joseph Johann de Deo 
Saenfftel, Leibmedicus des Kurftlrsten Max Joseph von Bayern. Ein 
Enkel, Franz Xaver V. S., geb. 1761, wurde,iiach Anlegung der Adels- 
matrikel , als k. bayer. Registrator der Generalzoll- und Mauthdirection 
in dieselbe eingetragen. 

V. Lang, 8. 514: v. Sanmel. — W.-B. dea Kgr. Bayern, VUI. 28. 

Saenger (in Blau eine goldene Lyra). Adelsstand des Kgr. 
Preussen. Diplom vom 10. Septbr. 1840 für den Amtsrath Ernst 
Friedrich David Saonger auf Grabionue und Grabowo im Poscngchen. 
Das Gut Grabionne besass 1857 Carl v. Säuger mit Gemahlin, gebor. 
Eben. Ein Bruder des Carl v. S. : Otto v. S., hatte früher das Gut 
Pojalewo bei Obornick erworben. 

N. Pr. A.-L. VI. 8. l.'U). - Frrih. v. Ledebiir, II. 8. 339 und H). 

Saentzen, Santz, Sanz, s. Sanitz. 

Safen, Saftaer. Altes, steiermärkisches , von 1129 bis 1437 vor- 
gekommenes Adelsgeschleclyt. 

Sehntut» ^ ni. 8. 4'2.'t. 

Safflg, Freiherren. Freiherrliches, im Trierschen vorgekomme- 
nes Geschlecht aus dem gleichnamigen Stammhause, dem Schlosse und 
Städtchen Saffig unweit Trier. Das Stammhaus kam sclion vor langer 
Zeit an die rheinländische Familie v. d. Lcyen. 

Zedier, 83. 8. 516 und 1«. — N. Pr. A.-L. IV. 8. 141. 



• 



— 10 — 

Saffran, Safk*an, Edle Herren , Ritter und Freiherren. Diplom 
als Edle Herren von 1739 für Franz Anton Edlen y. SafTran, k. k. Hof- 
kanimerrath; Reichsritterdiplom von 1711 für Lorenz Ignaz Saffran, 
nlederösterr. Hof-Kamnierprocurat6r , mit Edler v.; ßestätigungsdiplom 
des Reichsritterstandes von 1739 für den obongenannten Franz Anton 
Kdlor v. S., und erbländisch-österr. Freiherrendiplom von 1739, eben- 
falls für Letzteren. — Die Familie trurde in Böhmen und Steiermark 
begtitert und brachte die Herrschaft der ausgestorbenen Grafen v. Span- 
berg an sich. — Die freihorrliche Linie hat fortgeblüht. Emanuel 
Freih. v. Saifran war 1857 Oberstlieutenant im k. k. Adjutantencorps 
und Vorstand bei der 1 . Abtheilung bei dem Tiandes-Generalcommando 
in Wie;i. 

Gauhe . II. 8. 1751 um! .'i2. - M^^erU 9. Mühiffhl , 8. 81 uihI S 141 uuil Erg.-BU. 
S. AM. — SrhiHHt», III. S. Vl\\. - Mnit.'-8th«mat. d. Orstrrr. Kais. rth. — Supi»!. zw Siebm. 
W.-B. III. ^: K«lli* Herren v. S«nrjiu 7.11 Pfaiiiieiil»cTjc. 

Safft. Adelsstand des Kgr. Prcussen. Diplom für Carl Wilhelm 
Theodor Saflft , Major in der k. iM*euss. Gardeartillcrie. Derselbe wurde 
1840 Generalmajor und nahm dann als Generallieutenant den Abschied. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 141. - Frrih. 9. Lcdfbur , H. S. ;;31 und :i2. - W.-B. a«?r PreuM. 
Monarch., IV. 41. 

Sagar, Edle. Erbländ.-österr. Adelstand. Diplom vo 1776 für 
Michael Sagar, Kreisphysicus zu Iglau, mit: Edler v. Derselbe, gest. 
1778, war zu seiner Zeit als mediciiiischer Schriftsteller bekannt. 

Meyerlf v. Mühlfrld, Erg.-B.l. S. 432. 

Sager. Altes, pommemsches, nach Micrael stiftisches Adelsge- 
schlecht, aus welchem Einige After-Lehnleute der v. Wedel waren. 
Die Familie war noch 1630 zu Schözow unweit Cainmin begütert. 

Miciael, S. 523. - Gnuhe, II. S. 1752. — 7.*idlfi , 3:J. S. 570. - t',>ih e. Udebur, U. 
8. »32. — Sifhmachfr, V. 16. - r. iil^diny . II. S. 4'.»6. 

Sagl V. Ehrenreich, Edler. Erblftnd. -österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1785 für Johann Caspar Sagl, Pfarrer zu Praunstorf, wegen 
33jähngcr Seelsorge, Verbreitung.' des Armeninstituts und der Normal- 
schulen . so wie wegen Aufmunterung des Volkes zur Befoh.xung der Ge- 
setze, mit: Edler v. Ehrenreich. 

Mri^rl^ P. Mühlfrld, S. 25* und 55. 

Saher (in Schwarz über einem dreihügeligen, blauen Berge ein 
rothgekleideter Mann, der zwei in's Andreaskreuz gelegte, goldene 
Balken vor sich hält). Altes, adeliges Patriciergeschlecht der Stadt 
Erfurt, aus welchem mehrere Sprossen in der k. preuss. Armee stan- 
den. Christian Friedrich August v. Saher starb 1783 als k. preuss. 
Generalmajor, und der Major a. D. Saher v. Weissenstein 8. Febr. 
1851. Der Besitzer v. Strausdorf unweit Spremberg a. d. Spree schrieb 
sich 1853 ebenfalls Saher v. Weissenstein. 

Freih v. L^dfbur, 11. S. 332. — Si^hmachfr, V. 299: Viv Sahfr, Krfnrt. adel. Patrlrier. 

Sahla, Sala, s. Saale, S. 1 und 2. 

Sahlfeld, Sahlf^lt (in Roth ein silbernes Einhorn, welches aus 
einem silbernen Strome hervorwächst). Schwedischer Adelsstand. Di- 
plom vom 20. Octbr. 1651 für Hindrich Sahlfeld. Die Familie, nicht 
zu verwechseln mit den Familien v. Saalfeld und Salfeldt, Saalfeld u. s. w . 



^ 11 - . 

War in Pommern 1649 und noch 1079 zu Steinwehr unweit Greifen- 
hagen gesessen. 

yrtih. V. Led^hui, III. J», aar» um] 33« ^ SworiR. Ulk. Whim'IjN., Rldd. 69 und 019. 

Sabr (Schild (juergetheilt: rechts Roth ohne ßihi und links in 
Silber zwei blaue Querbalken). Adelsstand d(»s Kgr. Sachsen. Diplom 
vom 21. April 1830 für Johann Gottlieb Sahr, k. sächs. Justizamts- 
Actuar und Besitzer der Rittergüter Zscheckwitz mit Guehren und 
Kautsch , Nöthnitz und Rosenbitz , so wie für den Bruder desselben, 
Gottlieb Beiyaniin Sahr, Tuchhändler. Gustav Gottlieb Benjamin v. Sahr 
stand 1854 in der k. sächs. Cavalerie als Oborlieutenant und Adjutant, 
und der obengenannte Johann Gottlieb v. Sahr starb 21. Juli 1857 im 
78. Lebensjahre. 

HAndflchriftl. NoUä. - hWih. t. Ifilfhtn, 11. S. 330. - W.-fi. tl. SiitliH. «timton, V. 7l; 

Sahrer v. Sahp (in Blau ein von Silber und Roth in der T.flnge 
getheilter Adler mit zwei, in Gestalt eines halben Mondes Busamnien- 
gefflgten, goldenen Kleeblätteni belegt). Altes, meissensches Adels- 
geschlecht, welches sich später, namentlich aus dem Stammhause 
Kötteritzsch bei Colditz, ausbreitete. Valcnt. König leitet den Stamm 
aus Böhmen her und nimmt den Ursprung desselben von den alten Gra- 
fen y. Saher, Sahr, an. Der Stamm dieser Grafen kam mit Tzecb, 
erstem Fürsten in Böhmen , in dieses Land. Der Ahnherr hiess Zdiech. 
erbaute das Schloss /diechwitz und liinterlicss zwei Söluic : Botak und 
Sahr, welche zur Zeit des Herzogs Crocus das erste Eisen in Böhmen 
fanden. Von den Nachkonnnon des Letzteren erbaute Stanislnus Sahr 
das Schloss Sahr, aus welchem Florian Dietrich Graf v. Snhr stammte, 
welcher kaiserlicher Rath und des grösseren Landrechts Beisitzer in 
Böhmen war und 1674 den Stamm geendet haben soll. — Di Stainm- 
reibe der hier in Rede stehemlon Sahrer v. Sahr beginnt mit Sahrer 
V. Sahr um 1430. Sebastian S. v. S. auf Roth-Augezd und Pelig ver- 
liess 1621, in Folge der Religionsstreitigkeiten, Böhmen, kam in das 
Meissensche , blieb der nenangenommencu Lehre treu und verlor also 
seine Güter. Von seiner Gemahlin , einer Vitzthum v. Apolda , hatte 
er mehrere Söhne. Von diesen Söhnen starb 1680 zn Brandis Leo 
S. v. S. auf Ragwitz, Zzstortau, Laue u. s. w. als herzogl. holstein- 
sonderburg. Kammerjunker und Hofmeister. Derselbe hinterliess aus 
seiner Ehe mit einer v. Schleinitz zwölf Kinder, von denen Adolph 
Nicol S. V. S. auf Kötteritzsch 1715 als Pachterinhaber der Schönberg- 
Purscbensteinschen Güter starb, nachdem derselbe mit seiner Gemah- 
lin , einer v. Berbisdorff a. d. IL Rückerswalde, den Stamm durch zwei 
Sohne fortgesetzt hatte. Letzterer blühte dauernd fort und erwarb 
mehrere Güter. Die Familie sass noch 1779 zu Kötteritzsch und zu 
Niederstein unweit Leisnig, erwarb in neuerer Zeit Alt-Choren bei 
Rosswein und Wetterwitz bei Mutschen , und von den Sprossen des Ge- 
schlechts traten Mehrere in diekur- und k. sächs. Armee. Der k. sächs. 
Generallieutenant der lnfantei:ie Sahrer v. Sahr war von 1815 bis 1823 
Commandant der Festung Königstein ; Heinrich Adolph S. v. S. , k. 
sftchs. Major in d. A., war seit 1836 Mitglied der 2. Kammer der 
sftchs. Stftndeversammlung ; Johann Georg S. v. S. starb später als 



— 12 — 

k. Sachs. Rittmeister, und C. H. A. S. v. S.. Rittergutsbesitzer, lebte 
1862 zu Dresden. 

t'aL KCnig. I. 8. »14-66. - tiauhe, I. S. I«9ß — »8. - Z^Ur, 33. 8. 00«. — Ettor, 
Abt«*':ipr. .•*. yi'; — »■. V^chtritz, dipb^m. NjM-hr. II. S. ia> 38: aa« Tenchiedenen Kircb«n- 
tf«#b*'ni von I<7I-17'J<». — N*. I»r. .\.-L. IV. 8. 141 und 42: t. Saher. — Fr^ik. ». Udebir, 
IL *?. S.i2. — r. M^i^tng. III. S. 551 - Suppl. xii Slebm. W.-B. V. 24. — W.-B. der Sich». 
0CMt#^, V. 72. 

Hain^eDois, Saingenois v. Aimeconrt, Freiberren. Reichs- 
freihemistand. Diplom von 1476 för Simon Saingenois d' Annecourt. 
— Die Familie war aus den österr. Niederlanden in's Teschenscbe ge- 
kommen und sass 1700 zu Domaslowitz, Koniackau, Kotow und Ober- 
Silckau. — Maximilian S. v. A. war noch 1754 Landrichter im Fftr- 
stenthnni Teschen. 

s.n"pi,tt. II. S. 421 uikI i-j - fiuuht, I. 8. IlHW und 99. — Zedier, 33. 8. 615. — F^eih. 
9. UH^t.ur. II. .•<. 3:{2. 

SaiDson. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 26. Juni 
1726 fnr Friedrich Sainson , Capitain im k. preuss. Regimente v. Ar- 
nim und Amtshauptmnnn zu Gramzow und Löckenitz. Derselbe starb 
im September 1730. 

Fr^ih. 9. Uilehur, II. 8. 3-32. — W.-B. d. PreoM. Monarch. IV. 42. 

Saint-Andree. Altes, französisches Adelssgeschlecht, welches 
nach Deutschland auswanderte und sich 1552 im Reichsritter-Canton 
Ottenwald niederliess. Der Stamm blühte noch in der zweiten Hälfte des 
18. Jahrb. 

Jodler, 3.1. 8. 1785. - Biedermann , CaiitoD Ottenwald, Tab. 384. - N. geneal. Uand- 
bacb, 1778. Nachtrag, L 8. 2-4, 

Saint-Aubin, Ein aus Frankreich nach Preussen gekommenes, 
altes Adelsgeschlecht. Paul de Saint- Aubin starb 1739 als Secretair 
bei der Admiralität und Licentkamraer zu Königsberg in Preussen. 
Der Sohn desselben, B.enjamin de S.-A., war zu Stuttgart der verwittw. 
Erbprinzessin zu Württemberg Hofprediger, und erhielt 1738 denCha- 
racter als herzogl. wOrttemb. Oberhofprediger. 

Freih. p. Ledehur, II, 8. XVl. 

Saint-Ennoy, Freiherren. Erbländ.-österr. Freiherrnstand. Di- 
plom von 1818 für Desire Saint-Ennoy, k. k. Major und Commandan- 
ten des 7. Jägerbataillons. 

MeynrU v. Mühtf^ld, 8. 81. 

Saint-Genois, Freiherren und Grafen ( Stamm wappen [jetzt im 
Schildeshaupte des grjlfl. Wappens in einem unten abgerundeten, klei- 
nen Schilde]: im silbern eingefassten Schilde drei Roggenbrote und 
sechs, 3. und 3. Weizenbrote, die Roggenbrote stehen in der Mitte in 
Gold, die Weizenbrote über und unter denselben in Blau). Feichs- 
freiherrn und Grafen und erbländ.-österr. Grafenstand. Freilierrndiplom 
von 1464 für Simon (I.)St.-G., k. französ. Oberhofmeister u. s. w., 
wegen seiner dem Hause Oesterreich, in Bezug auf die Nachfolge in 
den burgundischen Staaten, geleisteten, besonderen Dienste, mit allen 
seinen Nachkommen; Reichsgrafendiplom vom 9. Octbr. 1655, unter 
Erklärung der Herrschaften Grand-Breucq und Ecanaffe zu Grafschaf- 
ten, für Carl Franz Freih. v. S.-G. , und Grafendiplom von 1676 für 
Nicolaus Franz VII. Freih. v. S.-G. als Neffe und Erbe des Gr, Carl 



— 13 — 

Franz, auf Grnnd des Letzterem 1655 ertheilten Grafendiploms, so 
wie erbländ.-österr. Grafendiplom vom 25. Jan. 1827 für Philipp Lud- 
wig X. Reichsfreiherrn v. Saint-Genois. — Altes , belgisches Ädelsge^ 
schlecht, welches den Namen von einer Burg angenommen hat, die 
sich in der Grafschaft Hennigau, unweit der Scheide, zwischen Courtray 
und Toumay, mitten in einem kleinen See erhob. Nach den in der 
k. k, Staatskanzlei zu Wien 1786 geprüften Urkunden der Familie 
wurde das Geschlecht seit 700 Jahren mit Auszeichnung unter dem 
alten Adel genannt. Die Stammreihe beginnt mit Johann Saintgenois, 
Ritter, dessen Ahnenprobe im Capitel zu Denain abgelegt ist. Johann IIL 
S. begleitete den Herzog v. Burgund auf einem Kreuzzuge und erhielt 
das Wappen mit einem blauen Andreaskreuze, belegt mit fünf, 2, 1 und 2, 
goldenen Rosen , vermehrt. Durch die Söhne des Freiherrn Simon L, 
s. oben, Arnold IV. und Johann, bildeten sich zwei .noch jetzt blühende 
Linien des Geschlechts: die niederländische und die schlesische oder 
Österreichische Linie. Aus der v. Arnold lY., gest. 1586, gegründeten, 
niederländischen Linie stammte als Enkel des Stifters Graf Carl Franz, 
8. oben. Die von Johann gestiftete, zweite oder jüngere Linie hat 
durch des Stifters Enkel, Philipp, den Namen der schlesisciicii, jetzt 
österreichischen Linie erhalten. — Der in den erbländ.-östeir. Grafen- 
stand erhobene Philipp Ludwig X. war ein Enkel des obengenannten 
Philipp. — Haupt der niederländ. Linie war in neuester Zeit Graf Ru- 
dolph XII. — Sohn des Grafen Joseph , Herrn der Herrschaften Grand 
Breucq, Ecanafle, Trasncs, Dergneaux und zehn andere Herrschaften 
im belgischen Heniiegau, k. k. Kämmerers, aus der Ehe mit Maria 
Anna Grf. v.Morzin — , geb. 1790, k. k. Oberst in d. A. , verm. mit 
Charlotte v. Lackonau , aus welcher Ehe zwei Töchter , Grf. Ernestine 
und Grf. Caroline, stammen. Haupt der österreichischen Linie ist: 
Gr. ^loritz. XI. Reichsfreiherr v. Anneaucourt, geb. 1816 — Sohn des 
1857 verstorbenen Gr. Philipp, Herrn der Herrschaften Paskau, Klo- 
ster Hradisch , Dollein , Ptin und Czellechowitz . nebst vier Gütern in 
Mähren, drei Herrschaften in Oesterr.-Schlesien und der Herrschaft 
Makow in Galizien , k. k. Kämm, und Geh.-Rath , aus der Ehe mit Jo- 
hanna Freiin v. Trach, verm. 1810 — , k. k. Kämm, und Gubernial- 
secretair, verm. in erster Ehe 1842 mit Luise Grf. v'. Wallis, gest. 
1843, und in zweiter 1846 mit Gabriele Grf v. Stolberg-Stolbcrg . geb. 
1827. Aus der ersten Ehe stammt, neben einer Tochter, ein Sohn, 
Gr. Philipp, geb. 1843, k. k. Uhlanenlieutenant , aus der zweiten aber 
entsprossten zwei Söhne und zwei Töchter. 

Deutdche Grafeiih. der Gef^eiiwart, III. H. :VI4— 46. — (tciieul. Tatickeiiimc-It d. gräfl. 
HAUHer, 1864, i^. 71U— 21 und Listor. Haudb. /.u l)oiiiH<;lbeii, S. 8ik). 

Saint- Julien , Freiherren und Grafen (Schild geviert, mit Mittel- 
schild^. Im goldenen Mittelschilde der gekrönte, schwarze Reichsadler. 
1 und 4 der Länge nach getheilt: rechts quer getheilt, oben in Gold 
eine schwai'ze Rose und unten in Schwarz eine goldene Rose, und links 
in Silber ein einwärts gekehrter, gekrönter und doppelt geschweifter, 
rother Löwe, und 2 und 3 in Schwarz ein silberner Querbalken: wegen 
Walseo). Reichsfreiherrn- und Grafcustand. Freiherrndiplom vom 



— 14 — 

20. März 1628, und Grafendiplom vom 29. Septbr. 1638. — Altes, 
französisches Adeljgeschlecht, welches in der erste Hälfte des 17. Jahr- 
hunderts nach Oesterreich kam , zu grossem Ansehen und ansehnlichen 
Herrschaften gelangte und 1712 das Obersterbland-Falkenmeist^rarat 
in Oesterreich unter der Ens erhielt. Dasselbe brachte die Herrschaf- 
ten Wartenburg und Perkhaim, Schwietlau in Mähren, das Lehn Wa- 
silsko u. s. w. an sich. — Der Stamm blüht jetzt in einer älteren uui 
jüngeren Linie. Haupt der älteren Linie ist: Clemens Gundacker de 
Guyard, Herr v. Saint-Julien , R.-Gr: v. u. zu Waldsee, geb. 1801 — 
Sohn des 1836 verstorbenen Grafen Franz aus der Ehe mit Josephe 
Grf. V. Lodron, gest. ebenfalls 1836 — , Oberst-Erblandfalkenmeister 
in Oesterreich unler der Ens, k. k. Kämm, und Geh.-Rath, Oberst- 
lieutenant in d. A. und Obersthofmeister I. M. der K. Carolina Augusta, 
verm. 1836 mit Maria Grf. v. Khevenhüller-Metsch , geb. 1815. Der 
Bruder des Gr. Clemens, geb. 1806, Erblandfalkenmeister in Oester- 
reich unter der Ens , ist k. k. Kämmerer und Oberstlieutenant in d. A., 
und die Schwester, Grf. Leopoldine, geb. 1807, vermählte sich 1843 
mit Carl v. Petzold, k. k. Hauptmann in d. A., und ist seit 1849 
.Wittwe. — Haupt der jüngeren Linie ist: Graf Franz, geb. 1805 — 
Sohn des 1817 verstorbenen Grafen Johann, k. k. Kämmerers und 
Oberstlieutenants , aus der Ehe mit Franzisca de Paula Grf. v. Fünf- 
kirchen — , verm. 1839 mit Leocadie Grf. Springenstein, geb. 1820, 
aus welcher Ehe , neben zwei Töchtern , drei Söhne stammen , die Gra- 
fen Albert, geb. 1841 , in k. k. Militairdieusten , Clemens, geb. 1845, 
und Arthur: geb. 1850. 

Jacobi, 18(H), II. 8. 316. — Geii<>al. Tanclipub. der gräfl. Häuser, 1848, S. 655 und 56, 
1864, S. 721 und hii4tor. llaudb. zu Deinselbeu, S. 802. — Suppl.' zu Siebiu. W.-B. L 4. 

Saint-Jnlien , Chevalier de ^t.-Jnlien (Schild zweimal der Länge 
nachgetheilt: drei Pfähle: der vordere Pfahl quer getheilt, oben in Blau 
eine goldene Lilie, und unten von Roth und Silber siebenmal quer gestreift; 
der mittlere Pfalil ist ebenfalls quer getheilt : oben in Roth ein silber- 
ner Löwe und unten in Silber ein grüner Zweig , und der hintere Pfahl 
blau, mit einem Kreuze in der Mitte, darüber ein Stern und darunter ein 
kleiner Mond). Französisches, später nachPreussen gekommenes Adels- 
gesclilecht, welches, schon dem Wappen nach, in keiner Verbindung 
mit der im vorstehenden Artikel erwähnten Familie stand. — Johann 
Franz v. St. Julien, k. preuss. Oberst und Commandant des Regiments 
Prinz Leopold von Braunschweig, starb 1784 und sein Sohn, der k. 
preuss. Kamraerherr und Besitzer der Güter Dubbertech und Wöjen- 
thin im Caminschen v. St.-J. 2. Mai 1803. 

Freih. v. Ledebw, II. 8. 3.'^3 utid III. H. 336. - .Suppl. r.u Siobiu. W.-B. VI. 26. 

Sainte-Marie-Eglise, Freiherren (in Blau sechs, 3, 2 und 1, rechts- 
sehende, goldene Adler). Baronats-Bestätignngsdiplom vom Könige 
Maximilian 1. von Bayern vom G. Juni 1816 für die gesammte Familie. 
Altes, französisches Adelsgeschlecht, der Sage nach aus dem Stamme 
des in der ersten Hälfte des 10. Jahrb. lebenden Richard, ersten Her- 
zogs der Normandie, entsprossen. — Von Robert de Sainte-Marie- 
Eglise, Seigneur et Patron du dit lieu, stammte in der 15. Generation 



— 16 — 

Louis Anne Baron de Saint-Marie-Eglise, geb. 1676 zu Thoulaville 
bei Cherbourg. Derselbe kaufte das Rittergut KrummenaT), wo er sich 
1725 niederliess. — Auf Grund der, bis 1490 aufgefundenen Urkun- 
den wurde das Geschlecht von der 1666 zu St. Gerniain en Laye zu 
Prüfung aller Adelstitel und Wappen der französischen Familien nie- 
dergesetzten Staatsfathscommission als altadelig anerkannt und dem- 
selben ein urkundliches Attest vom 1. Septbr. 1670 ausgestellt. — 
Nach dem k. bayer. Baronats-Erneuerungsdiplorae von 1816 wurden 
in die Freihermclasse der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen 
die drei Brüder : Leopold v. S.-M.-E., geb. 1773, k. bayer. Kämm, 
und Director des Appellationsgerichts für den Oberdonaukreis zu Neu- 
burg a. d. Donau; Christian Ferdinand Anton, geb. 1775, k. k. Käöi- 
merer und erster Appellationsgerichtsrath in Memmingen, und Carl, 
geb. 1785, k. bayer. Forstgehülfe zu Egelharting. — Haupt der Fa- 
milie ist: Freih. Carl, geb. 1803 — Sohn des Freih. Leopold, k. bayer. 
Kämmerers und Appellationsgerichtsdirectore zu Straubing — . k. bayef. 
quiesc. Landrichter — aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Freiin Elise, 
geb. 1834, ein Sohn stammt, Freih. Carl, geb. 1835, k. bayer. Oberlieute- 
nant. Die drei Brüder des Freih. Carl sind, neben vier Schwestern, 
die Freiherren: Ludwig, geb. 1821, k. bayer. Pfarrer zu Ottmars- 
hausen, Richard, geb. 1825, und Hugo, geb. 1831, k. bayer. Ober- 
lieutenant. — In neuester Zeit ist die Familie auch nach Sachsen ge- 
kommen. Ludwig Freiherr v. S.-M.-E. wurde 1865 Director der 
Biener'schen Blindenanstalt zu Leipzig. 

V. Lanff^ Supplem. S. 63 und 64. — Geneal. Ta«chenb. d. freih. Hänsor, 1858, ^. 621 bte 
28 und 1864, 8. 688 untl 89. - W.-B. d. Kgr. Bayorn, IIL »8 und v. Wolckern, Abth. 3. 

Saint Qnentin, s. Bigotv. Saint Quentin, Grafen, Bd, I, 
S. 426. 

Saitz V. Ruhberg, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1819 für Vincenz Saitz, Hauptmann im k. k. Artillerie-Feldzeug- 
amte , mit : Edler v. Ruhberg. 

Mtfffrlf V. Mühl/eld, Krg.-Bd. 8. 432. 

Sakellario, Freiherren. Erbländ.-österr. Freihermstand. Di- 
plom von 1819 ftlr Georg Sakellario, Grosshändler in Bukarest, und 
för die Brüder desselben , Christoph und Constantin Sakellario. 

Megerlt v. Mühl/eld, 8. 81 nnd 82. 

Sala, auch Freiherren und Grafen. Italienisches Adelsgeschlecht, 
aus welchem Angelus de Sala seinen Adel erneuern Hess und als Iteih- 
arzt des Herzogs Gustav Adolph nach Meklenburg kam. Gen Carl 
Freih. v. ^ala erhielt 23 Juni 1751 mit folgendem Wappen: in Roth 
eine freistehende, rothe Zinnenburg, und über derselben ein rechts 
sehender schwarzer .\dler, den Reichsgrafenstand. Mit Hans Chri- 
stoph Reichsgrafen v. Sala starb 30. Mai 1806 der gräfliche Stamm 
wieder aus. — Die Familie sass 1 684 zu Beilin im Amte Goldberg, zu 
Lüsewitz im A. Ribnitz und zu Zhena im A. Güstrow. Beilin stand 
noch 1751 derselben zu. 

Freih. 9. Ledebur, II. S. »33. - Siipi»!. au Siohm. W.-B. X 3: (3r. v. Sal». 

Sala, y. Sala auf Stolberg und Jeidendorf, Freiherren. Erbländ.- 



^ 16 — 

Osten*. Freiherrnstand. Diplom von 1753 fftr Franz v. SaUauf Jei- 
dendorf , niederösterr. Landrechtsbeisitzer. 

Megtrl« r. Jliühlf^ld, Krg.-Bd. 8. 95. 

Salbarg, Salaborg, Freiherren und Goafen (Stanimwappen : 
Schild von Schwarz und Gold der Länge nach getheilt, mit einer Lilie 
von gewechselten Fai-ben: Feld 1. und 4. des gräfl. Wappens). Erb- 
ländisch-östen*. Freiherrn- und Grafenstand. Freihermdiplom von 
1608 für Heinrich v. Salburg, Herrn der Herrschaft Falkenstein, mit 
den Gütern Hochhaus und Altenhof in Oberösterreich , und Grafendi- 
plom vom 3. Novbr. 1665 für den Enkel desselben, Georg Siegmund 
Freih. v. Salburg, Herrn der Herrschaften Salaberg, Puchheim, Mit- 
tenberg, Leonstein, Klaus, Ort am Traunsee u. s. w. , und zwar mit 
seinem Neffen, Hermann Freih. v. S. , und mit seinen Vettern, den 
Söhnen des Freiherrn Siegmund Friedrich. — Altes, ursprünglich 
voigtländisches Adelsgeschlecht, welches Einige, unter Berufung auf 
Imhof, von der seit 1441 reussischen Stadt Saalburg a. d. Saale her- 
leiten , doch sagt Imhof (Mantissa de proc. aul. caesar. Leopold. XL.) 
nur: stii*ps in Voitiandia enata. Der erste bekannte Sprosse der Familie, 
Siegmund S. , besass um 1400 unweit Voigtsberg im Voigtlande einen 
Bittersitz mit einem Bleibergwerke, und die Hausfrau desselben stammte 
aus der fränkischen Familie Resch v. Gerolzau. Der Urenkel, ßartho- 
lomaeusS., begab sich 1518 nach Falkenstein in Oberösterreich, welche 
Herrschaft damals der Bruder seiner Mutter, Jobst v. Oberweimar, als 
landesfürstliches Lehn inne hatte, kaufte später die Herrschaft Aich- 
berg in Oberösterreich , wurde in Folge dieses Kaufes oberösterreichi- 
sches Landesmitglied und starb 1569. Aus seiner Ehe mit Anna Zoll- 
ner V. Matting stammten drei Söhne , Gk)ttfried , Oswald und Heinrich 
V. Salburg. Gottfried starb 1581 ohne männliche Nachkommen; Os- 
wald, gest 1572, Herr der Hen-schaft Artstetten in Niederösterreich, 
hatte Nachkommenschaft, doch erlosch dieselbe, da Keiner der von 
seinem 1712 verstorbenen Urenkel, Hermann Seyfried, hinterlassenen 
fünf Söhnen sich vermahlte, mit dem Grafen Ernst nach 1730. Hein- 
rich, gest. 1629 , trat zur katholischen Religion über, kaufte von dem 
K. Rudolph IL 1605 die Herrschaft Falkenstein mit den Gütern Hoch- 
haus und Altenhof , erhielt, wie angegeben , den Freiherrnstand, er*- 
warb dann die Herrschaften Rannaridl und Riedau mit dem Amte St. 
Sixt in Ober- und 1618 die früher hochstifts-bambergische, später die 
k. k. Lehnsherrschaft Salaberg in Niederösterreich , und hinterliess aus 
erster Ehe zwei Söhne , Johann Heinrich und Gottfried, und aus der 
zweiten ebenfalls zwei Söhne, Georg Siegmund und Gottlieb. Johann 
Heinrich, k. k. Kämmerer, starb 1633 ohne Kinder. Gottfried, gest. 
ebenfalls 1633, erbte die Güter von dem älteren Bruder und gründete 
durch seinen Sohn, Siegmund Friedrich, eine Linie, die aber, obgleich 
Letzterer sechs Söhne hinterliess. doch mit einem derselben. Hans 
Reichhard, 1713 ausging, worauf die Güter an die beiden Söhne ans 
Heinrichs zweiter Ehe, Georg Siegmund und Gottlieb, kamen" Georg 
Siegmnnd, gest. 1669, brachte, s. oben, den Grafenstand in die Fa- 
milie. Die von Georg Siegmund selbst gepflanzte Linie erlosch 1806 



•^ 17 — 

mit dem Urenkel, Rudolph, geb. 1732, k. k. General-Feldwachtmei- 
ster. Freih. Gottlieb war schon 1649 als k. k. Kämmerer und Oberstr 
Wachtmeister gestorben. Der Sohn desselben, Hermann, geb. 1640 
und gest. 1679, erhielt, s. oben, mit seinem Oheime, Georg Siegmund, 
1665 den Grafenstand, und hat den Stamm dauernd fortgesetzt. — 
Haupt des gräflichen Hauses ist: Johann Nepomuk, Graf und Herr v. Sal- 
burg, Freih. auf Falkenstein undBanaridl, geb. 1809 — Sohn des 1833 
verstorbenen k. k. Kämmerers und Majors Reichard Gr. v. S. aus der Ehe 
mit JulianaMaria Grf. v. Draskovich, gest. 1810 — , Besitzer der Majo- 
ratsherrschaft^n Altenhof, Falkenstein, Hochhaus und Leonstein, und 
des Rittergutes Achleiten in Oberösterreich, k. k. Kämm., verm. 1832 
mit Aloysia Gyömösey v. Giöri-Gyömöre und Töllwar, geb. 1817. aus 
welcher Ehe, neben drei Töchtern, vier Söhne entsprossten , die Gra- 
fen: Otto, geb. 1845, k. k. Kämmerer und Rittmeisterind. A., Oscar, 
geb. 1840, Richard, geb. 1850, und Julius, geb. 1854. 

Buctlini Stommat. IIT. S. 200. — Imhof, V. 40. — Freih. r. Hoheneck, 11. 8. 200-204. 

— Gauhe.I. 8. 2<:o7-2000: Sallalmrg, 8alburg. — Zedier, 33. S. 637 niid 849-62. — r. Lang, 
8. 67. — Dentscho Grafcnh. d. Oegenw. IT. 8. 321-23. — Geneal. Taachenhuch d. grafl. 
Hiiii«r, 1864, 8. 722 nnd histor. Handbuch zu Demselben, 8. 803. — Siebmacher, III. 64: 
T. Salburg, OoMterreichitch und V. 18: Frh. v. S. — Suppl. zu Siebni. W.-B. I. 4: Gr. v. 8. 

— W.-B. d. Kgn Bayern, II. 6 und v. Wölckern, Abth. 2. — Dorat, AUgoni. W.-B. I. 8. 153 
bia M nnd 8. 203 nnd Tab. 122. 

Saldem (in Gold eine rothe, oder auch blaue Rose). Altes, 
braunschweig-hannoversches, in der Stammheimath bereits im 13., 14. 
und 15, Jahrh. sehr ansehnlich begütertes Adclsgeschlecht aus dem 
schon 870 erworbenen, gleichnamigen Stammsitze an der Fuse, west- 
lich von Wolfenbüttel, welches später in der Mark Brandenburg, be- 
sonders in der Priegnitz und Uckermark, so wie in Meklenburg und im 
Lippeschen ansässig wurde. — Nach Angabo Einiger soll die Familie 
von dem römischen Geschlechte der Rossincr stammen, lange sich de 
Rosis geschrieben und später von der erwähnten Besitzung im Braun- 
schweigischen sich Saldern geschrieben haben. Als Stammvater wird 
dann Sieghardt de Rosis genannt, welcher mit dem heiligen Bonifacips 
in der ersäen Hälfte des 8. Jahrh. nach Deutschland kam. Den Ritter- 
sitzSaldem erwarb im obenangegebenen Jahre Cuno de Rosis. — Später 
verliess unter Burchhardt v. Saldern , einem Freunde der Reformation, 
um 1519, nach der Schlacht auf der Soltauer Heide, die Familie die 
Länder jenseits der Elbe und nahm diesseits kurbrandenburgische 
Lehne an. Matthias v. S. , gest. 1675, kurbrandenb. Hauptmann zu 
Lehnin , Rath und Oberstkämmerer , brachte die Plattenburg an das 
Geschlecht, und nach der Mitte des 15. Jahrh. stifteten die Enkel des 
Siegfried Christoph v. S. , gest. 1715 als k. preuss. Geh.-Rath und 
Yicepräsidentdes Ftirstenthums Halberstadt: Henning Siegfried — Sohn 
des k. preuss. Oberstlieutenants Otto Ludolph — und Hans George 
Siegfried — Sohn Melchior August's {Bruder des Otto Ludolph), k. 
grossbrit. Oberstlieutenants — die noch blühenden Linien zu Wilsnach 
und Plattenburg. — Von den Sprossen des Stammes gelangten Mehrere 
in der k. preuss. Armee zu hohen Ehrenstellen. Heinrich v. S. starb 
1748 als Generalmajor und Commandant von Cosel, Wilhelm v. S., 
des Vorigen Bruder, blieb 1758 als Generalmsgor bei Königsgrätz, 

M$U9ehk4 Doutoch. Adela-Lex. VIU. 2 



— 18 — 

nnd Friedrich Christoph v. S. 1 785 als Generallieutenant. — Eine 
gräfliche Linie, aus welcher ein Sprosse k. russ. und k. dänischer Ge- 
sandter am k. poln. Hofe war, führte den Namen: v. Saldem-Günter- 
rod. — lieber die aus dem Saldernschen Stamme durch Adoption her- 
vorgegangenen Grafen v. Saldern-Ahlirab giebt der nachstehende Arti- 
kel nähere Auskunft. — Nach Rauer waren im Kgr. Preussen 18Ö7 
folgende Familienglieder begütert: Adolph Friedrich v. Saldern, Ritt- 
meister a. D. , Herr auf Plattenburg mit Zernickow , Carl Friedrich 
V. S., Kreisgerichtsrath in Charlottenburg, Herr auf Damerow, und 
Friedrich Ludwig Siegmund v. S. , Herr auf Wilsnack , sämmtlich in 
der West-Priegnitz, Max V. Saldem-Wilsnack, Kreisdeputirter , Herr 
auf Aderstedt im Kr. Oschersleben , Julius v. S., k. Kammerherr, Herr 
auf Klein-Leppin in der West-Priegnitz , und N. v. S. , Herr auf Brie- 
sen im Kr. Schiefelbein. 

Spangtnherg , P. 11. — Pfeffinger, T. S. 194 und 95, 255 n. «. w. nnd II. 8. 68 nnd 96«. 
— Spener, L 8. 267 und Tab. 17. — Behr, Anhang der v. Steinbergscheu Genealogie, Nr. 14, 
96 und 96. — Qauhe, I. 8. 1999 und 2(MH). — Zedier, 33. 8. 860 und 61. — Moser, Braun- 
Bchw.-Lünc'b. Staatsrecht, Frankfurt, 1755, 8. 499 und 687. — Lexicon ovor adel. Famil. i 
Danmark, II. 8. 153, Tab. 24. Nr. 3 und Tab. 33. Nr. 278. — Fault, Leben groster Heklea, 
III. S. 45—49. — C. D. Künfer t Leben des Oencrallieutenantä v. Saldern. — Kleituekmidi, 
Samml. Cairnberg. Landtags-Abschledo , I. 8. 327 und II. S. 340. — N. Pr. A.-L. IV. 8. 431 
bis Xi. - Freih. r. d. Kneseheck , 8. 244. — Freih. p. Ledebur, II. 8. 333 und 34. — 8U^ 
macher, I. 182: v. Salder, Braunschweigisch. — Mekleub. W.-B. Tab. 43. Nr. 161 nnd 8. 3S. 
HauDOV. W.-B. 0. 61 und 8. 12. — ». üe/ner, Hannov. Adel, Tab. 27. 

) Saldern-Ahlimb , Ahlimb-Saldern , Grafen (Schild geriert, mit 

Mittelschilde. Im goldenen Mittelschilde eine rothe Rose : Saldem. 
1 und 4 in Schwarz drei goldene, übereinander mit dem Mundstücke nach 
rechts gelegte Hifthörner: wegen des Erbhegemeisteramts in der Kur- 
mark , 2 in Blau ein einwärts laufendes , braunes Einhorn , und 3 in 
Silber zwei aus den Seitenrändern des Feldes gegeneinander halbher- 
vorspringende , braune Einhörner: Feld 2 und 3: Ahlimb, und Wap- 
pen der V. Saldem- Ahlimb: Schild mit Mittelschilde. Im Mittelschilde 
in Gold die Saldem'sche rothe Rose. Schild quer getheilt : oben in 
Blau ein einwärts laufendes , braunes Einhorn und unten in Silber zwei 
aus den Seitenrändern des Schildes gegeneinander halbhervorspria- 
gende, braune Einhörner). Grafenstand des Kgr. Preussen, nach dem 
Rechte der Erstgeburt, der männliche Stamm zuerst, der weibliche 
nachher. Diplom vom 15. Octbr. 1840 für Hermann Freiherrn v. SaK 
dem a. d. H. Plattenburg in der Priegnitz, genannt v. Ahlimb. — Die 
Grafen v. Saldern-Ahlimb stammen aus dem alten Stamme der v. Sal- 
dern , 8. den vorstehenden Artikel , und der Beiname v. Ahlimb ist durch 
Vermählung entstanden, s. den Artikel: Ahlimb, Bd. I. S. 27. — 
Hermann Freih, v. Saldern, geb. 1801 und gest. 1854 — Sohn des 
herzogl. anhalt-dessauischen Oberforstmeisters Albrecht Georg Heinrich 
V. S. aus der Ehe mit einer v. Glaffey — , k. preuss. Kammerherr und 
Kreisdeputirter, Herr auf Dargersdorif, Petersdorf und Sibbeske, ver- 
mählte sich 1827 mit Luise V. Ahlimb, geb. 1808 —Erbtochter des 1880 
verstorbenen Gustav v. Ahlimb, k. preuss. Hauptmanns a. D., Msjorats* 
herrn der Güter Ringenwalde, Poratz, Ahlimbswalde, Julianenhoffu.8.w., 
aus der Ehe mit Sophie Caroline v. Loos. — . Derselbe hatte nach 
dem Tode seines Schwiegervaters mit k. Erlaubniss mit seinem ange* 



— 19 — 

borenen Namen und Wappen Namen und Wappen der Familie v. Ah- 
limb vereinigt und erhielt später, s. oben, den Grafenstand, und zwar 
mit: Graf v. Ahlimb-Saldem. Diesen Namen führt nur der jedesmalige 
Majoratsherr, während die übrigen Familienglieder sieb v. Saldem- 
AhÜmb schreiben. Aus der Ehe des Grafen Hermann (I.) mit Luise 
Y. Ablimb-Ringenwalde , yerm. 1827, entsprossten sechs Söbne und 
sechs Töchter. Haupt des gräflichen Hauses ist der älteste Sohn: Her- 
mann (H.) Graf v. Ahlimb-Saldern , geb. 1828, M^oratsherr u. s. w. 
Die fOnf Brüder desselben sind: Hugo y. Saldern-Ahlimb, geb. 1829, 
Maximilian, geb. 1838, Carl, geb. 1841, Otto, geb. 1843, und Hein- 
rich, geb. 1845, sämmtlich in k. preuss. Militairdiensten. Die sechs 
Schwestern sind: Emma v. Saldern-Ahlimb , geb. 1830, Mathilde, geb. 
1832, Maria, vermählte Freifrau v. Nauendorf, geb. 1834 und verm. 
1857, Elisabeth, vermählte Frau v. Barfus-Falkenburg, geb. 1835 
und verm. 1856 , Anna, geb. 183^ , und Caroline, geb. 1849. 

Deatacho Qrafenh. d. Oegenwart , U. 8. 324 and 25. — N. Pr. A.-L. IV. S. 432 und 33. 
— Fireih. 9. Ledebur, IL S. 333. — Geneal. TMchonb. der grafl. H&aaer, 1857, S. 7, 1864, 
8. 8—10 und histor. Handb. S. 806. - W.-B. d. PreuM. Monarch. FV. 42: ▼. Saldern-Ahlimb. 

Salgari v. Ehrenkron. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1777 für Johann Salgari , Oberstwachtmeister im k. k. Ingenieur-Corps, 
mit: V. Ehrenkron. 

MegtrU «. Mühlf^ld, Brg.-Bd. 8. 432. — W.-B. d. Kgr. Bayern, VIII. 29. 

Salhansen, s. Saalhausen, S. 2 und 3. 

Salins , Lamezan-Salins , s. Lamezan, Fi'eiherren und Grafen, 
Bd. V. S. 361 bis 363. 

Salis, Freiherren und Grafen (Stammwappen: Schild quer ge- 
theilt, oben in Gold ein grüner, entwurzelter Weiden- oder Sahlen- 
bäum und unten von Roth und Silber sechsmal der Länge nach gestreift. 
— Linie Salis-Zizers: Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein entwurzelter, 
grikner Weiden- oder Sahlenbaum und 2 und 3 sechsmal von Roth und 
Silber der Länge nach gestreift. — Linie Salis-Soglio : Schild geviert, 
mit Mitt^lschilde. Im Mittelschilde in Roth zwei silberne Pfähle oder 
auch quer getheilt, oben Gold, ohne Bild und unten in Roth die 
zwei sübemen Pfähle. 1 und 4 in Gold ein rechtssehender , schwar- 
zer Adler, und 2 und 3 in Blau drei silberne wellenförmig gezo- 
gene, linke Schrägbalken und vor denselben ein goldener Löwe mit 
gezücktem Schwerte in der rechten Yorderpranke, oder nur ein ge- 
krönter, doppelt geschweifter, goldener Löwe. — Linie Salis-Seewes : 
das oben beschriebene einfache Stammwappen. — Linie Salis -Sa- 
maden in Oesterreich : das Stammwappen der Familie. — Linie Salis- 
Marschlins: ebenfalls das einfache Stammwappen. — Linie Salis- 
Haldenstein : Schild dreimal der Länge nach und einmal quer getheilt, 
-achtfeldrig , mit silbernem, ein schwarzes Steinbockhom zeigendem 
Mittelschilde : Haldensteiu. 1 und 8 das Salissche Stammwappen ^ 2 
«nd 5 in Blau zwei silberne Homer: Lichtenstein, 3 und 6 in Gold ein 
jrother Querbalken , oben von drei , unten von zwei silbernen Kugeln 
heimeltet: Ehrenfelss und 4 und 7 in Gold zwei schwarze Querbalken: 
Hohentrins. — Linie Salis -Soglio-Mayenfeld: das einfache Stamm- 
mippeo der Familie Salis. — Linie Salis-Grüsch : der gevierte Schild 

8* 



— 20 — 

der Linie Salis-Marschlins). — Reichsfreiherrn- und erbländ.-5ste 
Freiheimstand und Reichsgrafen- und französischer Grafenstand. Reicl 
grafendiplom vom 26. Aug. 1694 für Johann v. Salis - Ziezers , drit 
oder rudolphischer Seitenlinie, Landeshauptmann von Valentina u 
vom 12. Mai 1748 für Peter und Hieronymus, Vater und Sohn, vier 
oder baptistischer Seitenlinie und französisches Grafendiplom v< 
1. Febr. 1776 fftr Johann Gaudenz, Sccwiser Linie, nach dem Red 
der Erstgeburt. Reichsfreihcrrndiplome vom 12. Mai 1532 für I 
dolph und Abundi v. Salis a. d. TL Marschlins; vom 20. Jan. 1588 i 
Dietegen (II.) v. S. a. d. 11. Günsch; von 1639 für Johann v. S. a.d. 
Zizers und vom 14. Aug. 1748 für Thomas v. Salis, Hen*n zu Haldi 
stein, Lichtenstein und Grottenstein und BestMigungsdiplom von 17C 
erbländ.-österr. Freiherrndiplom von 1779 für Paul v. Salis, k. k.Mi^ 
im Modenesischen Regimente; preu^sische Anerkennung des Freihen 
Standes durch Rescript vom 4. Mai 1827 zu Gunsten des Barons J 
hann Anton v. Salis-Soglio und seiner Familie und zwar auf Grund c 
schon von Oesterreich früher crtheiltcn Anerkennung als Freihen 
und niederländisches Freiherrndiplom vom 14. Juni 1822 för Carl v.l 
Mayenfeld. niederländischen Oberstlieutenant a. D., nach dem Recl 
der Erstgeburt und mit der Bewilligung im Königreich derNiederlan 
und in Graubtindten dem Familiennamen: Salis-Mayenfeld den Nam 
Soglio zuzusetzen. — Altes, rhätischcs, weit verzweigtes, an verdien 
vollen Sprossen stets reiches , durch grossen Grundbesitz, namentli 
vor der 1798 erfolgten Umgestaltung der Schweiz, mächtiges Geschlei 
in Granbündten, aus welchem jetzt drei j?räfliche Linien: Salis-Zize 
S.-Soglio und S.-Seewis und die sieben freiherrlichen Linien Salis-f 
maden in Oesterreich, S.-Mai'schlins , S.-Ualdenstein, S.-Soglio-Mayc 
feld in Holland, S.-Soglio (mit den Ilnusorn Casa ßaptista in (Äi 
Casa Baptista, rothes Haus in Chur , Casa di Mezzo ab Soglio in Chi 
mittleres Haus von Soglio in Chur, Casa Antonia, Casa Tagstei: 
S.-Seewis und S.-Grüsch blühen. — Als Stammhaus wird das seh 
lange in Trümmern liegende Castell von Soglio im bündtischen Gott 
hausbunde genannt. Rudolph und Andreas waren 913 Herren zuSogli 
eine andere Linie war damals in Brescia angesehen und später, lOS 
kaufte Andreas S. die julischen Alpen und Thäler. Ein anderer A 
dreas war um 1190 Hauptmann des K. Friedrichs I. in Syrien und i 
den Urenkeln desselben, Johann und Gubert — den Söhnen Rudolpl 
um 1259 Podesta vom Bergelthaie — , entstanden zwei Hauptstümmc i 
Geschlechts, der gub^rt'sche und der marschlins'sche Stamm. Aus di 
GubÄitschen Stamme gingen durch drei Söhne des Ritters Hubert (Q 
hört) des Grossen, welcher 1487 sich auf der Maiser Heide als Hc 
auszeichnete, aus der Ehe mit Ursula v. Norta, drei Söhne hervo 
Rudolph der Lange , Andreas und Diethger der Grosse , welche di 
gleichnamige Hauptstämme des Geschlechts stifteten, aus welchen spfll 
noch mehrere Aeste und Zweige entstanden. Rudolph der Lauf 
Stifter der älteren, später erloschenen Grüscher- und der noch blühe 
<f^ den freiherrlichen Linie zu Marschlins, herz, mailänd. Rath und Go 

vemeur von Pavia, fiel, die Graubündtner commandirend, 1516 if 



— 21 — 

Marignano. Der £nkel desselben, Rudolph der Starke, welchen König 
Heinrich II. von Frankreich zum Ritter geschlagen, erhielt später vom 
K. Maximilian II. als Reichsfcldzeugmeister die Bestätigung des 1487 
io der Persop des Gobert Magnus v. S. in die Familie gekommenen 
Reichsritterstandes und wurde nachher, s. oben, 1585, in den Frei- 
, herrnstand erhoben und zwar mit dem Rechte, letzteren, bei Br- 
mangelung von Nachkommen , auf die übrigen Geschlechtsverwandten 
ausdehnen zu dürfen. Derselbe starb 1 600 und hinterliess die Fidei- 
Gommissgüter und den Freiherrnstand dem Enkel seines Bruders Aband, 
Rudolph, von dessen Sohne, Hercules, Güter und Freiherrnwürde 1674 
an einen liefen desselben gelangten. Mit der Nachkommenschaft des 
Letzteren ging 1732 die ältere Grüscher Linie aus, während die Linie 
zu Marschlins fortblühte. — Andreas S. — zweiter Bruder Rudolph 
des Langen — wurde der Stammvater der Salis'schen Linien zu Jenins, 
Mayenfeld, Zizers und Sbglio. Derselbe, gest. 1534, hatte aus der Ehe 
mit Dorothea Rinck v. Baldenstein vier Söhne, Anton, Hubert, Rudolph 
und Baptist, welche vier neue Seitenlinien, oder Aeste bildeten. In die 
dritte und vierte dieser Seitenlinien kam , wie oben angegeben , der 
Reichsgrafenstand. — Diethger oder Dietegen der Grosse — jüngerer Bru- 
der Rudolphs des Langen — gefallen 1531 bei Morbegno, tritt als Stamm- 
vater der Seewiser Linie und der jüngeren Grüscher Linie auf. Der Sohn 
desselben, Dietegen (II.), gest. 1590, wurde 1588, s. oben, Reichsfrei- 
herr. Aus seiner ersten Ehe mit Regina Roth v. Schreckenstein ent- 
spross Hieronymus Dietegen, gest. 1628, verm. mit Anna Enderlin 
von Monzwik, welcher von Soglio in Bergeil nach Seewis im Vorder- 
Praettigau zog. Der Sohn desselben, Dietegen, mit dem Beinamen: 
der fromme Junker , gest. 1670, vermählte sich mit Anna Sprecher 
V. Bemegg von Luzein, aus welcher Ehe Hieronymus Dietegen (IL), 
gest. 1705, stammte, welcher das Schloss Seewis erbaute und mit Eva 
Gansner v. Seewis vermählt war. Von den Söhnen des Letzteren 
setzte Anton Dietegen, gest. 1718 , in der Ehe mit Dorothea v, Salis, 
das Haus Seewis fort, Albert Dietigen aber, gest. 1740, vermählt mit 
Anna Catharina Enderlin v. Monzwik, gründete die Jüngere Grüscher 
Linie. — Der Sohn des Anton Dietigen, Hercules Dietegen, gest. 
1751 , vermählte sich mit Maria v. Capol, und Flins und der Sohn des- 
selben, Johann Gaudenz, gest. 1777, wurde, s. oben, französischer 
Graf. Aus der Ehe des Letzteren mit Catharina v. Cleric entspross 
Graf Johann Ulrich , gest. 1815, welcher sich mit Jocobea v. Salis- 
Bothmar in Malans, einer reichen Erbtochter, vermählte. Aus dieser 
Ehe stammte als ältester Sohn Graf Johann Gaudenz Gubert, gest. 
1834, früher k. französ. Gardehauptmann, später Oberst der Eidge- 
nossenschaft , als einer der besten lyrischen Dichter Deutschlands in 
weiten Kreisen anerkannt. Aus seiner Ehe mit Ursula v. Pestalozzi, 
gest. 1835, entspross Graf Johann Ulrich Dietegen, gest. 1844, Bun- 
des-Landammann als Mitglied des kleinen Raths des Standes Grau- 
bflndten und Richter zu Malans, später seit 1835 herzogl. mondenesi- 
seher Oberst, verm. mit Barbara v. Cleric. geb. 1801 und verm. 1822. 
Derselbe ging mit seiner Familie zu der katholischen Religion über. 



— 22 — 

und Dach seinem Tode wurde der älteste Sohn. Graf Johann Gandenz 
Gabört , Haupt der Linie Salis-Seewis. — Ueber die graflichen Linien 
des Stammes sind, neben dem Werke: Deutsche Grafenhäuser der Ge- 
genwart, die genealog. TaschenbQcher der gräfl. Häuser, nachzusehen, 
Die genealogischen Verhältnisse der freiherrl. Linien und der zahl- 
reiche Personalbestand derselben findet sich sehr genau in den geneal. 
Taschenbüchern der freiherrl. Häuser angegeben. Von besonderem In- 
teresse ist Jahrg. 1862. — Zu erwähnen ist noch, dass das Geschlecht 
sehr ansehnlich in der Schweiz, namentlich im Canton Graubündten, 
begütert ist,. und auch in Holland, England, Ii*land, Preusscn, Oester- 
reich u. s. w. ansässig wurde, dass die Linie Salis-Haidenstein im 
Mannsstamme 18. April 1832 mit Thomas Franz Schauenstein, Freih. 
Y. Balis zu Haldenstein, Lichtenstein und Grottenstein erloschen ist 
und dass Johann Anton Freih. v. Salis Soglio, laut Eingabe d.d. Coblenz, 
17. Juni 1829, in die Freihermclasse der Adelsmatrikel des Kgr. 
Bayern eingetragen wurde. 

Oauket I. S. 20O4— 6. — Grosser Salischer Stammbaum, Chur, 1782. Bedaction beaorgt 
Ton Bndolpb Freih. t. Sali» zu Haldenstein. — M^yert« 9. Mühlfeld ^ Eig.-Bd. S. 96. — 
Deutsche Qrafenh. d. Gegenw., II. S. 326-30. — Freih. r. Ledfbur, II. S. 834 und 36. — 
Geneal. Taachenb. d. grafl. Hänspr, 1837, S. 396 und 97, 1846, S. 624 und 1864, S. 723—28 
und histor. Bandb. zu Demselben, 8. 8()9. — Geneal. Taschenbuch d. freih. Uäuoer, 1866, 
8. 619, 1862, S. 657 — 689 und 1864, 8. 68'J — 7()3. - Sammlung Bhätischer Geschlechter: 
Xrster Jahrg., Chur, 1847, S. 143 and S. 149 und ff. — Siebmaeher, I 2U4: t. Sali«, Schwei- 
Eerisch. — Suppl. xu Siebm. W.-B. IX. 26: v. S. — W.-B. der Preuss. Monarchie, IV. 12: 
nach dem Anerkennnngsdiplome vom 28. Octob. 1786 für Ignaz v. Salis a. d. H. Samaden. 
— W.-B. d. Preuss. Bheinprovin«, I. Tab. Ili9, Nr. 217 und S. lül. — W.-B. d. Oesterr. 
Monarchie, XIV. 92: Frh. v. 8. und XIX. 41: Freih. v. SaUs-Soglio. 

SaÜMsh und Grossgraben, Freiherren und Grafen (Stammwap- 
pen: Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein die Sachsen 
links kehrender, schwarzer Adlersflttgel und links in Roth die linke 
Stange eines silbernen Hirschgeweihes). Böhmischer Freihermstand 
und Grafenstand des Kgr. Preussen. Bohmisciies Freiherrndiplom vom 
24. März 1728 för Ernst Heinrich v. Salisch und Gross-Graben (Schild 
geviert : 1 und 4 in Roth eine Stange eines silbernen Hirschgeweihes und 
2 und 3 in Silber ein schwarzer Adlerflttgel, Alles gegen einander gekehrt), 
and Grafendiplöm vom 6. Novbr. 1741 für den k. preuss. Kammerherrn 
y. Salisch a. d. H. Grosgraben (Schild geviert und damascirt , mit Mit- 
telschilde. Im gekrönten silbernen Mittelschilde ein rechts sehender, 
schwarzer Adler. 1 und 4 in Silber ein die Sachsen einwärts kehren- 
der, schwarzer Adlersilügel , und 2 und 3 in Roth die sechsendige 
Stange eines silbernen Hirschgeweihes), und Diplom nom 15. Octbr. 
1786 för Carl Ernst v. Salisch und Nassengriff, k. preuss. Geh. Jnstiz- 
rath, herzogl. curländ. Regierungspräsident und Landeshauptmann zu 
Wartenberg, Herrn auf Dalbersdorf und Neugut (das beschriebene 
Stamm wappen mit einem silbernen Mittel Schilde und in demselben ein 
gekrönter, schwarzer preussischer Adler, belegt mit goldenen Klee- 
stengeln und königl. Namenszuge). — Altes , schlesisches , ansehnlich 
begütertes Adelsgeschlecht aus dem gleichnamigen Stammhause im 
Glogauischen. Nach alten, schlesiscben Chronisten stammt dasselbe 
ursprüngüh aus Polen von dem alten Stamme der Dzaloszier, als dessen 
Stammvater ein tapferer, polnischer Krieger, Dzialosza, genannt wird, 



- 28 — 

welcher vom Könige Boleslas IV. in Polen um 1150 ein Wappen er- 
hielt. Die ersten Glieder aus diesem polnischen Hause kamen in Schle- 
sien unter den Namen Zdalusch , Dzalusch , Dzialusch , auch Dzialosch, 
Zalosch, Salosch , Salusch u. s. w. vor, und erst* nach und nach ist die 
harte Aussprache des Namens in: Salisch verwandelt worden. Die 
gleiche Abstammung nimmt man auch für die alte , erloschene ,* schle- 
sische Familie v. Nassen grifT, früher Nassengniev und Nassadel, an, und 
Zweige der v. Salisch schrieben sich auch ; v. Salisch und Nassengriff, 
oder Nassengrief. — Peter Dzalusch war 1407 Rath des Herzogs Con- 
rad m. zu Oels , und Nicolaus Dzialosch , Rath des Herzogs Johann zu 
Mflnsterberg und Oels, Landeshauptmann u. s. w. Philipp Rudolph 
Y. 8. wird 1696 als förstl. württemb.-öls.-julisb. Landrath und Landes- 
ältester genannt. Die weit verzweigte Familie kam im 16. Jahrh. 
in den Häusern Mersine, Schreibersdorf, Nieder-Ellguth , Stiebendorf 
und Lippe vor. Später wurde der Grundbesitz immer grösser und die 
Familie erwarb die GtUer Werndorf , Jaschütz, Zessel, Buselwitz, Poln. 
WOrbitz , Laserwitz , Jamischau , Bruschewitz und Rux im Oelsischen, 
Ober-Polgsen, Arnsdorf, Pawlau, Wanglewe und Belkawe im Wohl anz- 
iehen, Dalbersdorf und Neuguth im Wartenbergischen, Peterwitz im 
Troppauischen u. s. w. — Im 18. Jahrh erlangte die Familie mehrfach 
hohe Ehrenstellen. Ernst Wilhelm v. Salisch und Stiebendorf starb 
1711 als k. k. Gcneralfeldzeugmeister, und der Bruder desselben, 
Maximilian Ernst v. S., war des Herzogs Christian Ulrich zu Württem- 
berg-Oels Kammerdirector. Ernst Heinrich, nach einer anderen An- 
gabe: Ernst Wilhelm (IL) v. Salisch und Grossgraben wurde 1728, 
8. oben , böhmischer Freiherr. — Die später erfolgten beiden Eruen- 
nungen in den preussischen Grafenstand sind oben erwähnt worden. 
Die Nachkommenschaft des k. preuss. Kammerherrn Grafen v. Salisch 
hat dauernd fortgebltlht , Graf Carl Ernst aber hinterliess männliche 
Nachkommen nicht: seine Besitzungen standen vor vielen Jahren der 
Tochter, verwittw. Frau v. Sichart, zu. Aus dem Mannsstamme der 
1741 in den Grkfenstand erhobenen Linie wurde in neuester Zeit 
aur aufgeführt: Fridebald Gr. v. Salisch und Grossgarben, geb. 1810 
— Sohn des 1838 verstorbenen Grafen Carl Heinrich Julius herzogl. 
sachsen-goth. Ober-Hofmarschalls, aus der Ehe mit Charlotte v- Stud- 
nitz und Jeroltschütz , gest. 1832 — , k. preuss. Obergerichts- Assessor 
a. D. Die beiden Schwestern desselben sind: Grf. Mathilde, geb. 
179Ö, und Grf. Amadea, geb. 1801. — - Von den Sprossen der adeligen 
Linien traten Mehrere in k. preussischeMilitair- und Civildienste. Fer- 
dinand V. S. , Generalmajor und Commandeur der 6. Infanteriebrigade, 
starb 1846. — Begütert im Kgr. Preussen waren nach Rauer noch 
1867: Georg Rudolph Gustav v. S., Landesältester, Herr auf Kratz- 
kau, Gohlitsch und Penkendorf im Kr. Schweidnitz, Postel im Kr. Mi- 
litsch-Trachenberg , Kadlau im Kr. Neumarkt , und Jeschütz (alter Be- 
sitz) im Kr. Trebnitz ; Rudolph Sylvias v. S. , Landesältester , Herr auf 
Peruschen im Kr. Wohlau ; Paul v. S. , k. Landrath , Herr auf Ober- 
Kehle und Nieder-Kehlc im Kr. Trebnitz ; Heinrich v. S. , Herr auf 
Koflchnöwe und Karoschke im Kr. Trebnitz, und Frau Johanna v. S., 



— 24 — 

gebor. V. Rehdiger, auf Jeschütz, Boßiteerin von Klein-Komerowo und 
Lohe , ebenfalls im Kr. Trebnitz. 

Sinapiu*^ I. S. 794-97. — iJithmar, 8. 66 i Nr. 11. — Oauh^ , I. 8. 2006 und 7. — 
Zedier, 33. 8. 935—38. — Mtf/erl» v. Mühlfeld, EiK-Bd. 8. 96 — N. Pr. A.-L. IV. 8. 142 
und 43. — Dentschtf Orafenh. d. Gegenwart, II. 8. 3Ho— 32. — Frnh. p. ledxbur^ II. S. 334 
und 35 und III. 8. 336. — Geueal. Taachenb. der gräfl. Häuser, 1864, 8. 728 und histor. 
Handb. gu Domselben, 8. 830. — Siebmacher, I. 68: v. Saliüch, Schlesfsch. — v. Medingtll. 
8. 496 und 97: Frh. v. Saliuch. — Snppl. su Slebni. W.-B. lY. 23: Frh. v. 8. — W.-B. der 
Preusa. Monarch., I. 85: Or. v. 8. nach dem Diplonui von 1741 und I. 85: Gr. v. 8. nach 
dem Diplome von 1786. 

Sallaba, Edle, Ritter und Freiherren. Erbländ.-österr. Adels*, 
Ritter- und Freiherrnstand. Adelsdiplom von 1780 für Johann Cas- 
par Sallaba, k. k. liath und ständischen Buchhalter, wegen 29jähriger 
Dienstleistung, mit; Edler v; liitterdiplom vom 16. Novbr. 1846 für 
Wenzel Edlen von Sallaba, und Freiherrndiplora für Johann Ritter 
V. S., später k. k. Feldmarschalllieutenant. 

Haudschriftl. NotiB. - Uegerle r. i/ühl/eld, 8. 256. 

% Saliern. Ein früher zu dem holsteinischen Adel gehörendes Ge- 

schlecht. 

Ranfts goneal. Archiv von 173G und 38. — Zedhr, 33. 8. 963 und 64. 

^ Sallet, Salleit, Saleiden (in Roth zwei gekreuzte, mit den Spitzen 

nach unten gekehrte Schwerter). Ostpreussisches, später auch in Schle- 
sien , und zwar in Frankenstein und Nimptsch vorgekommenes Adels- 
geschlecht , welches in Ostpreussen , wo auch unweit Königsberg das 
früher Saleiden genannte Gut Saleckcn liegt , ansehnliche Besitzungen 
erwarb : Schorellen bei Pilkallen , Stettonbnich bei Rastenburg u. s. w., 
und aus welchem mehrere Sprossen in die k. prouss. Armee traten. — 
Carl V Sallet, k. preuss. Oberst, starb 1747, Carl Julius v. S. , als 
Oberstlieutenant 1782, Albrecht Ludwig v. S. als Stabscapitain 1811 
und ein v. S. 1814 als Capitain und Chef einer Pionniercompagnie. 
Eine Schwester des Letzteren und des um 1837 in Freistadt wohnenden 
Majors a. D. v. Sallet lebte um diese Zeit zu Hirschberg als Wittwe 
des früheren Chefs des einst sehr angesehenen Handelshauses Daniel 
V. Buchs. 

N. Pr. A.-L. IV. 8. 143. — Freih. v. Ledebur, II. 8. 336. 

* Sallgast, Salgast, Salegast (in Silber ein schwarzer, ungeflügel- 

ter Drache, mit feuerspeiendem Greifenkopfe). Altes, nicdcrlausitzi- 
Bches Adelsgeschlecht aus dem schon 1350 genannten Stammhause 
Salgast unweit Luckau , welches schon in früher Zeit in andere Hände 
gelangte. Später kam die Familie in das Brandenburgische und sass 
1644, und noch 1692 zu Flau, und 1555, und noch 1697 zu Thie- 
mendorf, beide Güter in der Nähe von Crossen. — Johann v. Sallgast 
und Thiemendorf lebte um 1640 mit Sabina v. Glaubitz in der Ehe. 
Letztere starb bald nachher zu Polnisch-Lissa. 

Sinapiust II. 8. 949. — Gauhe, II. S. 1001. — Freih. v. Ledebur, II. 8. 334. — Sieb- 
macher, 1. 166: V. 8aloga«t, Sächsisch. 

Sallwiirck v. Wenzelstein, Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1758 für Franz Joseph Sallwürck, Syndicus der schwäbisch-öster- 
reichischen Stände, mit: v. Wenzelstein. 

Heger le r. Mühlfeld, 8. 255. 



— 25 — 

Salm , Salm-Salm , Salm Kyrbnrg und Salm Horstmar , Fttrsten, 
nud Salm-Reiiferscheidt nnd Salm-Hoogstraeten , Grafen (Stamm- 
Wappen : in Hotb zwei silberne , auswärts gekrümrote Salme neben ein- 
ander , begleitet von vier. 1 , 2 und 1 , silbernen Kreuzen: Ober-Salm, 
und in Rotb zwei silberne , auswärts gekrümmte Salme neben einander : 
Nieder-Salm). — Den Namen Salm führten in sehr früher Zeit zwei 
Grafschaften : die gefürstete obere Grafschaft Salm im Westerreiche, 
welche zu dem oberrheinischen Kreise gehörte, und die niedere Graf- 
schaft Salm im Luxemburgischen , welche zum burgundisctaen Kreise 
gezählt wurde. Beide Grafschaften standen vormals einer Familie, 
der der alten Grafen zu Salm, zu. Die beiden Söhne des 1040 ge- 
storbenen Thcodoricus Grafen zu Salm : Heinrich, gest. 1049, und Carl, 
gest. 1050, theilten die Familie in zwei Stämme: Salm in Ober-Salm 
(Lothringen) und Salm in Nieder-Salm (Luxemburg). — Das so weit 
ausgebreitete jetzige Haus Salm stammt in männlicher Linie von den 
Wild- und Rheingrafen , eigentlich Radgrafen , ab , welche an der Nahe 
und auf dem Hundsrück angesessen waren und ihren Stammbaum bis 
auf den Grafen Otto v. Witteisbach zurtickleiteten, In alter Zeit mach- 
ten die Wild- und Rheingrafen zwei besondere Häuser aus , die sich 
aber im 15. Jahrb. durch Vermählung vereinigten. Johann V., Wild- 
und Rheingraf, erhielt durch seine Gemahlin, Johannette, eine Erb- 
tochter, die in Lotbringen gelegene Grafschaft Ober-Salm. Die Söhne 
desselben, Philipp und Johann VII. , theilten die Erbschaft: Ersterer 
stiftete die Dhaunische, Letzterer die Kyrburgische , 1788 erloschene 
Linie, Die Dhaunische Ilauptlinie schied sich später in drei Zweige, 
in den Zweig zu Nenfville, welcher die obere Grafschaft Salm besaä, 
und in den beiden Aesten Salm-Salm und Salm-Kyrburg fortbiübte, in 
den Grumbachschen Zwng , welclicr sich in Salm-Horstmar erhielt, und 
den Dhaunschen Zweig, welcher 1750 erlosch und in dessen Güter sich 
die beiden älteren Linien theilten. Somit sind aus dem Stamme der 
Wild- und Rheingrafen noch jetzt sämratliche drei fürstliche Häuser : 
Salm-Salm, Salm-Kyrburg, Salm-Horstmar, übrig. Der Zweig Salm- 
Salm wurde von Wilhelm Florentin aus der Neufviller Hauptlinie ge- 
stiftet. Derselbe erbte 1738 die reichsfürstliche Würde, die einer sei- 
ner Vorfahren aus dem Aste Neufville 1654 mit Sitz und Stimme im 
Reichsfürstenrathe erlangt hatte , und erhielt durch Vermählung auch 
das Herzogthum Hoogstraaten in den Niederlanden. Für den Verlust 
seines Antheils au dem Fürstenthume Salm , an der Wild- und Rhein- 
grafschaft und für die lothringenschen Güter entschädigte ihn derReichs- 
deputatiousrecess durch zwei Drittel der münsterschen Aemter Bocholt 
und Ahaus, den Rest dieser Aemter erhielt die Linie Salm-Kyrburg, 
welche jedoch denselben 1825 an das Haus Salm-Salm gegen eine be- 
stimmte Rente abtrat. Das jetzige Fürstenthum Bocholt-Ahaus bringt 
dem Hause , das ausserdem das Herzogthum Hoogstraaten, die After- 
grafschaft Alost in Flandern und die Herrschaft Loon op Zand in Bia- 
bant besitzt, sehr bedeutende Einkünfte ein. 'Die Grafschaft Bocholt 
und die Herrschaft Anholt machten sonst ein unmittelbares Fürsten- 
thum aus, welches unter den Souverainen des Rheinbundes Platz 



— 26 — 

erhiolt, wurde aber durch die wiener Coofressacte unter Oberhoheit der 
Krone Preussen gesetzt. — Den Zweig Salm-Kyrburg stiftete Heinrich 
Gabriel, und der Sohn desselben, Philipp Joseph, erlangte durch Ver- 
mählung die Güter der Prinzen von Hernes in den Niederlanden. Für 
den Verlust der unmittelbaren transrhenanischeu Güter ertheilte der 
Reichsdeputationsrecess 1803 dem Hause, wie angegeben, ein Drittel 
der Aemter Bocholt und Ahaus im Münsterschen , welches später an 
Salm-Salm abgetreten wurde. Das Haus Salm-Kyrburg besass später 
noch das Fürstenthum Hernes und die Herrschaften Leutze, Pech und 
Bortel, die, mit der, von Salm-Salm stipulirten Rente, beträchtliche 
Einkünfte ergaben. Auch diese Linie war zu einem Souverain des 
Rheinbundes erheben worden. — Der Qrumbachsche Zweig des Hauses 
Ober-Salm schied sich wieder in zwei Aeste : Rheingrafen und Grum- 
bach, wovon der erstere 1793 erlosch, der letztere aber fortblühte 
und für Verlust der transrhenanischen Besitzungen durch die Graf- 
schaft Hostmar im vormaligen Münsterlande entschädigt wurde. Diese 
Linie führte bis 1816, wo dieselbe unter dem Namen: Salm-Horstmar 
in den preussischen Fürstenstand erhoben wurde, den Titel: Wild- 
und Rheingrafen fort. — Was das Haus Salm-Reiferscheid anlangt, 
so wurde Johann , Herr zu Reiferscheid , aus dem Hause der Altgrafen 
V. Salm 1455 Erbe der Grafschaft Niedersalm, und nahm Titel und 
Wappen dieser Grafen an , wie sich denn sein Stamm, zum Unterschiede 
des Wild- und Rheingrafenhauses Salm, noch Altgrafen v. Salm 
schreibt. Mit Ernst Friedrichs, gest. 1530, beiden Söhnen theilte sich 
das Haus in zwei Hauptlinien : Reiferscheid und Dyk. Die Hauptlinie 
Reiferscheid schied sich wieder in drei Aeste : Salm-Krautheim , wel- 
cher allein standesherrliche Gebiete besitzt, Salm-Hainspach , welcher 
in Böhmen ansässig ist, und Salm-Reiferscheid, welcher 1790 die fürst- 
liche Würde erlangte. Die reichsunmittelbare Grafschaft Salm in den 
Ardennen war vormals Eigenthum der Familie Salm-Reiferscheid. Für 
den Verlust der Hoheits- und Feudalrechte erhielt das Haus eine Ent- 
schädigungsrente von zwölftausend Gulden auf das Kloster Schönthal 
in Württemberg und blieb dabei fortdauernd im Besitze der Domainen 
von Salm und allem Zubehör. 1803 trat Fürst Carl die Grafschaft 
Salm seinem Sohne, dem Altgrafen Hugo Franz, ab, aber schon 1804 
belegte K. Napoleon I. die Grafschaft mit Sequester, und da Altgraf Hugo 
Franz sich weigerte, Napoleon's Antrag, Kämmerer bei ihm, mit Zurück- 
erhalten seines Eigenthums, unter Aufgebung der österr. Kämmererwürde, 
zu werden, anzunehmen, so wurde die Grafischaft Nieder-Salm sofort 
eingezogen und zu deh kaiserlichen Domainen geschlagen. Später kam 
die Hoheit über die Grafschaft Nieder-Salm an die Niederlande. Die 
Rente von Schönthal wurde 1813 gegen eine Aversionalsumme an 
Württemberg verkauft. Die Linie Dyk besass früher die Grafschaft 
Dyk, später aber standen derselben mediatisirte Güter nicht mehr zu. 
Der Ast Salm-Krautheim führte bis 1803 den Namen: Salm-Reifer- 
scheid-Bedbur. Für den Verlust der Grafschaft Reiferscheid entschä- 
digte der Reichsdeputationsrecess mit einer Rente auf die Besitzungen 
des Fürsten von Leiningen- Amorbach-Miltenberg, welcher dafür das 



— 2T — 

später theils unter württembergisoher, thdls unter badischer Ober- 
hoheit stehende Fürstenthum Krautheim abtrat. Ausserdem besitzt 
Sabn-Krautheim die Herrschaft Erb und einige andere Güter. Der 
Reichsftrstenstand kam 1 804 an das Haus. — Der Ast Salm-Reifer- 
Bcheid brachte die Herrschaften Raitz, Jedownitz «nd Blansko in den 
österreichischen Erblanden an sich, und residirt zu Raitz bei Brflnnund 
zu Wien. Den Reichsfürstenstand erlangte das Haus 1790. — Der 
Ast Salm-Reiferscheid-Dyk besass früher die freie Herrschaft Dyk, für 
deren Verlust als Entschädigung eine Rente von 28,000 Gulden auf die 
Stadt Frankfurt angewiesen wurde, die diese jedoch bald abkaufte. 
Das Haus wurde 1816 in den preussischen Fürstenstand erhoben, be- 
sitzt ansehnliche Güter im Jülichschen und Cleveschen , unq erhielt auch 
das Schloss Dyk im Kreise Grevenbroich zurück. — Die Grafen v. Salm- 
Hoogstraeten (Hoogstraaten , Hochstraten, die richtige Schreibart ist 
aber „Hoogstraeten^S gesprochen: Hoogstraaten) stammen aus dem 
fürstlichen Hause Salm-Salm der Familie Ober-Salm, und zwar aus der 
Hoogstraetenschen Linie von dem Fürsten Oonstantin Alexander Jo- 
seph. Derselbe, seit 1806 souverainer Fürst und Mitglied des Rhein- 
bundes, verlor 1810 die Souveralnität, trat 1826 zur evangelischen 
Kirche A. Conf. über und starb 1828. Aus seiner dritten Ehe mit 
Catharina Bender, geb. 1791 , verm. 1810 und gest. 1831, stammten 
fünf Brüder: Otto, Eduard, Rudolph, Albrecht und Hermann, Grafen 
V. Salm-Hoogstraeten, die nach dem Tode des Vaters Namen , Stand und 
Diplom als Grafen v. Hoogstraeten erhielten, und zwar laut k. preuss. 
GabSnetsordre vom 30. Juli 1847, unter Genehmigung der Häupter der 
Salmischen Häuser, mit der Befügniss, das Wappen des ^almischen 
Hauses mit der Grafenkrone zu führen. Der golden eingefasste Schild 
ist geviert: 1 und 4 in Roth zwei silberne , auswärts gekrümmte Salme 
nebeneinander, begleitet von vier, 1, 2 und 1, silbernen Kreuzen: 
Ober-Salm , und 2 und 3 in damascirtem Roth in vier Reihen zehn, 
3,3,3 und 1 , oder, wie Freih. v. Ledebur angiebt, in drei Reiben, 
3 , 4 und 3 , pfahlweise aneinander gereihte, silberne Rauten. Auf der, 
den Schild bedeckenden Grafenkrone steht ein mit einer neunperligen 
Krone besetzter Helm, auf welchem zwei silberne, niederwärts gekehrte 
Salme stehen : Obcr-Salmischer Helmschmuck. — Geschichtliche und 
genealogische Nachweise über das gesamnite Haus Sahn finden sich in 
den Gothaischen Hofkalendem, in dem Werke: Deutsche Grafenhäu- 
ser der Gegenwart und in den unten angeführten Schriften. In Bezug 
auf den neueren und neuesten Personalbestand des an Sprossen sehr 
reichen Stammes, ist namentlich auf die Gothaischen genealogischen 
Taschenbücher zu verweisen. 

Niool. Benmeri Anathetnata, b. arae »«pulchrales familiae Salmensia, Strasburg. 1686. — 
Buetlini Stexumat. I. S. 236. — Durchlancttt. Welt, Ausgabe von 1710, U. S. 742-65: Gr. eu 
Salm und Beifferscbeld. — Hübner, I. Tab. 261 und n. Tab 460-64. — Jodler, 33. 8. 076 
bfi 986. — Jaeobi, 1800, I. 8. 3M-308 und 606—608 und II. S. 118—20. — MegerU 9. Mühl- 
ftlds 8. 8 und Erg.-Bd. 8. 5. — Mcuch, 8. 145-49. — 9. Schönfeld, I. 8. 32-34. — AUgem. 
gMieal. und Statist. Handbuch, 1824, I. 8. 763—56. — GeneaL-histor.-atatiHt. Almanacb, Wei- 
mar, 1832, 8. 376—84. - N. Pr. A.-L. V. 8. 388-96. — Deutsche Grafenh. d. Gegenw. II. 
8. 332—40: Gr. v. Salm-Iioogstraeten und Gr. v. Salm-ReifTerscheidt. — Freih. 9. Ledebur t 
n. 8. 336. — Goth. Ilofcalender, 1836, 8. 202, 1848, S. 198, 1862, 8. 197-203 und 1866. — 
Siihmmehtr^ I. 16: Salm. Gr. und 17: Salm, Gr. - Tyroff, II. 49: B.-Gr. v. Salm-Neuborg. 
•<-^|hip|iL tu Siabm. W.-B. Tl. 20: Gr. sa Salm. 



— 28 — 

Salnen, Freiherren (Schild der Länge nach getheilt: rechts in 
Blaa über einem aus dem Fussrande hervorgehenden, dreifachen Felsen, 
auf dessen mittlerer Erhöhung eine goldene Blätterkrone ruht, schwebt 
ein roth bekleideter Arm, der in der blossen, geballten Hand eine links 
geneigte und von einem goldenen Stern (iberhöhte Schreibfeder hält, 
und links quergetheilt : oben in Gold ein schwarzer, gekrönter Adler, 
und unten in Roth drei schräglinke, silberne Balken). Siebenbttrgisch- 
ungarischer Adels- und erbländ.-österr. Freiherrnstand. Adelsdiplom 
vom 11. Novbr. 1814 für Samuel Stephan Salmen, und Freiherrn- 
diplom vom 6. April 1854 für Franz Joseph v. Salmen, letzten Grafen 
der sächsischen Nation , Hofrath im k. k. Obersten Gerichts- und Cassa- 
tionshofe u. s. w. — Altes Patriciergeschlecht der deutsch-siebenbür- 
gisch-sächsischen Nation. Schon 1514 wurde Valentin Salmen Stuhl- 
richter des siebenbürg.-sächsischen Stuhls Grossschenk, und von 1690 
bis 1786 standen vier andere Vorfahren dem genannten Stuhle als ge- 
wählte Königsrichter vor. Der Sohn des vierten , Martin Friedrich, 
war Samuel Stephan , s. oben , welcher wegen seiner Verdienste um 
den Staat das Adelsdiplom erhielt. Von ihm stammte als zweiter Sohn 
Freih. Franz Joseph , s. oben , welcher wegen seiner standhaften Treue 
und aufopfernden Hingebung an den angestammten Fürsten, welche 
derselbe als letzter Nationsgraf, so wie die seiner Leitung anvertraute 
siebenbürgisch-sächsische Nation , unter den schwierigsten Verhältnis- 
sen der Revolution von 1848 und 1849, bewährten, in den erbländ.- 
- österr. Freih eiTnstand erhoben wurde. Freih. Franz Joseph , geb. 
1801, k. k. Hofrath und Referent bei der k. siebenbürgischen Hof- 
kanzlei, vermählte sich 1807 mit Carolina, geb. 1807, Tochter des 
mit dem Prädicate: v. Kriegsheim geadelten k. k. Majors Gottfried 
Salmen , eines Bruders des oben genannten Samuel Stephan v. Salmen, 
aus* welcher Ehe, neben einer Tochter, Freiin Hermine, geb. 1842, 
verm. 1859 mit Adolph v. Rosenfeld, k. k. Major, ein Sohn lebt: Freih. 
Eugen, geb. 1828, k. k. Ministerial-Concipist im Finanzministerium. 

Oeneal. Tascbcub. d. freih. Hänscr, 1858. 6. C28 und 29 und 1863, S. 831. 

% Salmonr, Marquis (auf dem doppelköpfigen Reichsadler ein run- 

der Schild mit Schildeshaupte. Im silbernen Schildeshaupte ein Hahn, 
begleitet von zwei Kugeln , und im blauen Schilde ein gekrönter Löwe), 
Altes , savoyensches Marquis-Geschlecht , aus welchem ein Sprosse, 
Hauptmann Marquis v. Salmour , mit Catharina Maria Marquise de Bal- 
biani sich vermählt hatte. Letztere, gest. 1719, vermählte sich in 
zweiter Ehe mit dem 1695 verstorbenen Markgrafen Carl Philipp von 
Brandenburg . und in dritter mit dem k. polnischen und kui-sächs. Staats- 
minister und Generalfeldmarschall August Christoph Grafen v. Wacker- 
barth, welcher seiner Gemahlin Sohn erster Ehe, Joseph Anton Ga- 
baleon Marquis v. Salmour, an Kindesstatt annahm, der demnächst 
unter Annahme des Namens: Graf v. Wackerbarth, ebenfalls kursächs. 
Minister wurde und Herr auf Kittlitz , Ober- und Nieder-Gebeltzig und 
Unwürde in der Oberlausitz war. 

Freih. p. Ledebur^ II. 8. 336. 

« Salmuth, Salmuth, genannt Behrlnger, Sallninth, Freiherren 



— 29 — 

(in Blaa ein, aus der linken Schildesseite aus einer Wolke hervor- 
brechender, im Ellbogen gekrümmter, geharnischter Arm, welcher in 
der Faust aufrecht drei goldene Gartenlilien an einem grünen Stengel 
hält). Erbländ.-österr. Freiherrnstand. Diplom vom 23. April 1818 
für den herzogl. anhalt-bernburgischen Geh.-Rath »und Regierungsprä- 
sidenten Johann Volrath Ludwig v. Salmuth, wegen seiner Verdienste 
um die deutschen Staaten , namentlich um Anhalt. — Ein ursprüng- 
lich aus der Pfalz stammendes Adelsgeschlecht , welches in das Au- 
halt'sche und nach Preussen und später in das Naumburgische kam 
und aus welchem der Sohn des 1576 verstorbenen Bürgermeisters 
zu Naumburg, Johann Beringer's: Heinrich B. , Doctor der Theo- 
logie zu Leipzig, mit dem Namen: Salmuth, sonst Beringer, zuerst 
vorkommt. Die sieben Söhne desselben zeichneten sich sämmtlich als 
Gelehrte unter dem Namen: Salmuth aus. Später standen mit dem 
adeligen Prädicate Sprossen des anhaltinischen Stammes in der k. preuss. 
Armee, zu welchen namentlich Friedrich Wilhelm v. Salmuth, ge- 
nannt Behringer, gest. 1763, als k. preuss. Generalmajor, gehörte. — 
Freiherr Johann Volrath Ludwig starb 1827 und hinterliess drei Söhne, 
die Freiherren: Ludwig, geb. 1791, herzogl. anhalt.-bernburg. Ge- 
heimen Cabinetsrath , verm. in erster Ehe mit Emilie v. Seelhorst, und 
in zweiter mit Eugenie v. Villiers, geb. 1806; Eduard, gest. 1853, 
k. preuss. Kegierungsrath , verm. mit Natalie Freiin v. Puttkammer, 
geb. 1805, und Gustav, gest. 1845, herzogl. anhalt-bernburg. Ke- 
gierungsrath, verm. mit Luise Madelung. Freiherr Ludwig hat aus 
beiden Ehen eine zahlreiche Nachkommenschaft, und vom Freih. Gu- 
stav leben auch drei Söhne. 

Jöch^r, Compeud. Oelebrteu-Lcxicon, Aufgabe von 1726, II. S. 891. — Biograph. Lexicon 
aller Helden u. s. w. S. 351. — Megerle 9. Mühl/eld, S. 83. - N. Pr. A.-L. IV. S. 143 und 
44. — Freih. v L^ffebur, II. S. 336. — Geiioal. Tasohcnb. d. freih. Hauser, 1859, S. 699 und 
700 und 1863, S. 831 und 32. 

Saiocher v. Sallenstein. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1735 fi\T Franz Saiocher, Arzt und Physicus in Krain, mit: v. Sal- 
lenstein 

MegerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 432. 

Salom^ V. Rambeviller. Adelsstand des Fürstenthums Hohen- 
zoUem-Hechingen. Diplom vom 20. Decbr. 1827 für Anton Salom6, 
mit dem Prädicate : v. Rambeviller. 

Fireih. t. Ledebur, III. 8. 336. 

Salomon, Salonmon (Schild rund, mit Schildeshaupte. Im blauen 
Schildeshaupte drei fünfstrahlige , silberne Sterne nebeneinander und 
im silbernen Schilde ein auf einem Sandberge schreitender, rother 
Bär). Ein in der Person des Ludwig Friedrich Cassian v. Salomon, 
laut Eingabe d. d. Geldern, 24. Juni 1829, in die Adelsmatrikel der 
Preussischen Rheinprovinz , unter Nr. 47. der Classe der Edellcute 
eingetragenes Geschlecht. Der Genannte wurde später üniversituts- 
richter zu Bonn. — Constantin Nathanacl v. Salonmon starb 1797 als 
k. preuss. Generallieutenant und Commandant von Wesel. 

». Pr. A.-L. rV. 8. 144. — Freih. o. Ledebur, U. S. 336. — W.-B. der Preuss. Bhein- 
prüTfnt, L Tftb. GIX. Nr. 218 und S. 101. 



*• 



^. 



— 80 — 

SalpiuB, Salpins, genannt v. Oldenburg (Aber grftnen Meeres- 
wellen in blauer Luft ein silberner Stern : Salpios). Adelsstand des 
Kgr. Prenssen. Diplom vom 20. März 1835 fttr Jobann Lndwig Wil- 
helm Salpius, k. preuss. Major im grossen Generalstabe. Derselbe 
lebte später als Generalmajor a. D. Seine Söhne erhielten 1855 die 
königliche Erlaubniss, sich v. Salpius, genannt v. Oldenbnrg, zu nennen 
und zu schreiben , und mit ihrem Wfi^pcn das Wappen der Familie 
V. Oldenburg (in Silber der Kopf und Hals eines rothen Hirsches, oder 
auch in Blau ein abgekürzter, weisser Hirsch ,) zu vereinigen. - Nach 
Rauer war 1857 Frau v. Salpius, verwittw. Generalin, Besitzerin des 
Gutes MoUwitten im Kr. Preuss.-Eylau. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 396. — Frnh, v. Ledebury ü. 8. 330. — W.-B. d. Preans. Mon- 
arch., IV. 42. 

Saltswedel, Salzwedel y. Wienskowski, genannt y. Saltzwe- 
del. Adelsstand des Kgr. Prenssen. Diplom vom 4. Juli 1766 für 
Anton Ludwig Saltzwedel, Rittmeister im k. preuss. Husarenregimente 
V. Lossow. Die Familie wurde in Ostpreussen angesessen. — Später 
ist durch Adoption der Name und das Wappen (Schild quer getheilt: 
oben in Blau eine goldene Sonne, begleitet von zwei goldenen Sternen, 
und unten in Roth ein quergezogener, silberner Strom) an eine Linie 
der Familie v. Wienskowski übergegangen. 1806 stand im Regimente 
y. Gourbi^re ein Lieutenant v. Wienskowski, genannt v. Saltzwedel. 
Derselbe schied 1813 als Major und Gommandeur des 2. ostprenss. 
Landwehrregiments aus dem activen Dienste, und war später Land- 
schaftsdirector und Herr auf Drosdowen unweit Oletzko. — Nach Rauer 
war 1857 der k. preuss. Regierungspräsident a. D. v, Salzwedell Herr 
auf Pötschendorf im Kr. Rastenburg. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 146. — Freih. r. Ledebur, H. 8 336. - W.-B. der Preuss. Mon- 
archle, IV. 43. 

Salyadori y. Wiesenhoff. Reichsadelsstand. Diplom von 1766 
für Feix Salvadori, Director der Kammergüter im Herzogthum Mantua, 
und für Isidor Saltadori aus Tirol, mit: v. Wiesenhoff. 

Magerte 9. Mühtft>ld, Erg. -Bd. 8. 432. 

Salyadory , Freiherren. Reichsfreiherrnstand. Diplom von 1766 
für Valentin v. Salvadory aus Botzen. 

Magerte v. ifühl/fld , Erg. -Bd. 8. 96. 

Salyart y. Falkenber^ (in Roth ein schrägrechter, silberner Bal- 
ken, mit drei rothen Rosen belegt und von zwei silbernen Lilien 
begleitet). Ein früher zu dem in Schlesien begütert gewesenen Adel 
gehörendes Geschlecht. 

Freih. v. Ledebur, II. 8. 336 und 37. — Siebmaeher, V. 72. 

Salvay, y. Salvay nnd Castro-Forti, Freiherren Erbländ.- 
österr. Freiherrustand. Diplom von 1720 für die Gebrüder Joseph, 
Andreas und Jacob Salvay, mit: v. Salvay und Castro-Forti. 

Megerle 9. Mühlfeld, Brg.-Bd. 8. 96. 

Salyiatl (Schild geviert : 1 und 4 in Roth ein silbernes Henkel- 
gefilss , und 2 und 3 in Silber ein grüner Salveyzweig und unter dem- 
selben drei rothe EngeUi). Eins der ältesten italienischen Adels- 



— 81 — 

4 

geschlechter, aas welchem Angelo Maria v. Salviati ans Rom 1741 
nach Preussen kam nnd in die französische Colonie in Berlin aufge- 
nommen wurde. Von den Nachkommen traten Mehrere in k. preuss. 
Civil- nnd Militairdienste. Heinrich v. Salviati wurde k. preuss. I^ega- 
tionsrath und Geschäftsträger in Stuttgart, und Wilhelm v. S. war Ca- 
pitain in Berlin — Nach Bauer war 1857 Carl v. Salviati k. preuss. 
Major, Herr auf Trebus im Kr. Lebus, und K. E. H. W. v. Salviati, 
k. preuss. Gerichtsassessor a. D., Herr auf Gossendorf im Kr. Neumarkt. 

N. Pr. A.-L. IV. 8. 144. — Freih. r. Ledebur, II. S. 336. — W.-B. dor ProuM. Mon- 
archie, IV. 43. 

Salvini v. Sonnenthal. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1774 fllr Joseph Lorenz Salvini, Handelsmann, mit: v. Sonnenthal. 

Megerle 9. Mühlfeld, £rg.-Bd. S. 432. 

Salza, Saltza, Salze, Dynasten, Herren v. und Freiherren 
(Schild geviert: 1 und 4 in Roth eine silberne Lilie und 2 und 3 in 
Silber zwei goldene, gekrümmte und von einander gestellte Angelhaken). 
Alter, böhmischer Freiherrpstand und schwedischer Freiherrnstand. 
Diplom des alten, böhmischen Freiherrnstandes von 1732 für Wenzel 
Clemens v. Sahsa, Kammer- und Hotlehen- so wie Landrechts-Beisitzer 
in Böhmen, und ftlr den Bruder desselben, Rudolph Maximilian v. Salza, 
k. k. Oberstlieutenant, und schwedisches Freihermdiplom vom M&rz 
1755 fCür Jacob Ludwig v. Salza, k. schwed. Generalmajor und Inhaber 
einer Landshauptmannschaft. — Nach neueren Forschungen ist das 
alte thüringische Dynastengeschlecht Salza , dessen Stammsitz Langen- 
salza waroind aus welchem Hermann Salza, gest. 1246, 1210 vierter 
Hochmeister des deutschen Ritterorc^ens in Preussen Wurde, von der 
jetzt noch blühenden Seitenlinie des Stammes Salza zu scheiden. Be- 
kannt ist hinreichend, dass Hermann v. S. als Hochmeister des deut- 
schen Ordens der Begründer des Christenthums in der Landschaft 
Preussen wurde, durch grosse Thätigkeit und tapferen, ritterlichen Sinn 
in seiner hohen Würde sich rühmlichst auszeichnete und zum Glänze 
und Macht des Ordens vielfach beigetragen hat. Der alte Stamm der 
Dynasten v. Salza erlosch um 1409 mit Hermann (IL) v. S. , die Herr- 
schaft kam an die Landgrafen in Thüringen und später an die Grafen 
V. Gleichen, lieber das Wappen des Hochmeisters Hermann v. S. fin- 
den sich verschiedene Angaben. Nach Albinus, meissensche Chronik, 
Cap. 20, S. 672, und Historie der Grafen und Herren v. Werthern, 
S. .69, führte der Hochmeister Hermann v. Salza ein breites, auf der 
'Oberen Seite gekerbtes Bockshorn , oder , wie am letzteren Orte steht, 
in Roth ein weisses Widderhorn , doch sagt Sinapius ausdrücklich : ^ 
sei ausser allem Zweifel , dass Hermann*s Stammwappen eine weisse 
Lilie gewesen, wie solches das ihm, von seinen Anverwandten , dem 
Bischöfe zu Breslau, Jacob, und dem Domherrn Wiegand, Gebrüdern 
V. Salza, im Kloster zu Leubus 1519 an einer Wand errichtete Monu- 
ment zeige, auf welchem der Teutschmeister so abgebildet ist, dass er 
in der Linken einen Schild hält, in welchem in Gold tin schwarzer Ad- 
ler (Wappen des Teutschmeisterthums) und auf des Adlers Brust ein 
kleiner, rother Schild mit einer weissen Lilie, dem Wappen seines 



«^ 






— 32 — 

*^ Geschlechts, zu sehen ist. Was übrigens noch das erwähnte Widder- 
horn im 2. und 3. Felde des gevierten Schildes des Teutschmeisters 
anlangt, so nimmt Siebmacher, V. 25. Nr. 4., dasselbe ausgekerbt und 
golden an, und Dresser, de urb. German., S. 53, sagt, dass das Wid_- 
derhorn schwarz gewesen sei. — Eine andere Hauptlinie des Geschlechts 
V. Salza aus dem Stammhause dieses Namens unweit Nordhausen , ging 
im Laufe der Zeit ebenfalls wieder aus, doch hatte sich zugleich mit 
der thüringischen Linie ein Ast des alten Stammes Salza schon zur Zeit 
des Hochmeisters v. S. in der Oberlausitz niedergelassen , welcher spä- 
ter, um 1348, auch nach Schlesien kam und sich von da in mehrere 
andere Länker ausbreitete. Aus dem in die Lausitz gekommenen Aste 
treten zuerst Friedrich und Heinrich v. S. auf, von welchen Letzterer 
den Stamm fortsetzte und den noch jetzt blühenden Ast gründete. Seit 
dem 15. Jahrh. gehörte demselben der Rittersitz Linda bei Görlitz, 
welchen zuerst Matthias v. S. inne hatte. In den Administrationslisten 
der Stadt Görlitz finden sich die Namen mehrerer Ritter aus diesem 
Hause, namentlich auch Heilmann v. S. der Jüngere, der mehrfach 
auch als ältester Ahnherr der Familie in der Lausitz angenommen wor- 
den ist. Heinze v. S. war 1422 Erbrichter zu Görlitz, und zwei andere 
Sprossen des Stammes bald nachher Bürgermeister zu Lauben. Ausser 
Linda waren die Güter Lichtenau und Schreibersdorf, Kunzenau, Haus- 
dorf, Heidersdorf, Ebersbach, Ober- und Nieder-Rengersdorf, Gross- 
Krausche u. s. w. in der Oberlausitz alte Besitzungen der Familie. — 
Aus dem lausitzer Aste breitete sich auch ein Zweig in Schlesien aus, 
wo um 1348 Härtung v. S. am Hofe des Herzogs Wenzel von Liegnitz 
lebte. Die Nathkommen desselben erwarben die Güter Grüttenberg 
im Oelsischen und Giessmannsdorf unweit Bolkenhain, und meh- 
rere andere Besitzungen. Zu diesem Zweige gehörte Jacob v. Salza 
a. d. H. Schreibersdorf, welcher 1521, als Bischof zu Breslau, in Bres- 
lau einzog und 1539 starb, nachdem er dem Lande auch als Ober- 
landeshauptmann viele Dienste geleistet und für die Familie durch einen 
auf Ebersbach haftenden Fideicommissstamm gesorgt hatte. Derselbe 
brachte es auch mit denllebrigen seines Geschlechts dahin, dass, nachdem 
sich die Familie in mehreren Ländern ausgebreitet und nicht immer 
ein und dasselbe Wappen , sondern bald in Roth eine silberne Lilie, 
bald in Silber zwei goldene Anker, oder Angeln, geführt hatte, beide 
zu dem jetzigen , oben beschriebenen Wappen vereinigt wurden , welche 
Vereinigung K. Carl V. 15. März 1540 bestätigte. Ein Bruder des 
breslauer Bischofs, Jacob v. S. , Günther v. S., pflanzte seine Linie fort 
und wurde der nähere Stammvater der späteren v. S. — Aus Schlesien 
kam die Familie nach Böhmen, Preussen, Livland, Schweden u. s. w. Aus 
der böhmischen Linie stammten die beiden obengenannten Brüder , Wen- 
zel Clemens und Rudolph Maximilian v. S., welche in den alten böhmi- 
schen Freiherrnstand versetzt wurden. — Die schwedische, später wieder 
erloschene Linie ging aus der Oberlausitz hervor. Naturalisirt wurden 
in Schweden l.^Tuni 1731 Eberhard Friedrich und Jacob Ludwig 
V. S. Letzterer, s. oben, erhielt den schwedischen Freiherrnstand und 
Starb 29. Mai 1763. — Von den Sprossen des Stammes traten Mehrere 



— 83 

früher in die knrsäcbs. und k. sächs. Armee. Hermann v. Salza und 
Lichtenau trat 1832 als Major aus dem activen Dienste und starb 1856, 
auch gelangten Glieder der Familie in k. süchs. Staatsdiensten zu hohen 
Ehrenstellen. C. v. Salza und Lichtenau starb 1 865 als Ober-Appellations- 
gericbtsrath , und Hermann v. S. und L. war i862 Supernumerarrath 
und wurde neuerlich Amtshauptmann zu BudissinT 

Gaspari DornaTÜ EquM Chriätiaiiu.'t, h. e. du vita et morte Hiobia a Salza panop^. pareut. 
Iftl9 und in Desaelben Oration., Gocrlicii, Ifir»?. — (.'a»par SoyHfat , Hirit(»rie der H«rr- 
•chaft Salt«, aus deiMon tbüritig. (foscbiclito wioder abgedruckt in Klutscb und Grundigs 
Sammlang vonuischt. Nachr. zur SächB. Gesch. VI. S. 321-42. - Abdruck von den Oiij^rfna- 
lien der Documeute iu der Salzaii»chen MajoratsäMcbe (das Majurat hatte Hiob v. S. auf 
Bengersdorf g«itt{ftet), nebst der Sal«Hidchen Genealogie, 1721. — Sinapiui, I. S. 798 und 90 
und II. S. 950. - Scfiannat , ä. 152. — r Falkenstfin, Thüring. Clironik, II. 8. 1158-67. — 
Oauh«, I. S. 2009-13. — Zedier, 33. S. 142«i. - Anulecta iSuxon. 1765. Nr. 19. S. 147 und 
Lansitzer >fagaziü, 1769, S. 213. — r. C^rc/7/ 17«. Geschlechf^erzähl. Tab, 10 und diplomatische 
Nachr. 111. 8. 186—192. — X. Pr. A.-L. IV. 8. 144—4«. — Kegt>ten deh uvi^ dem alten 
deutachen Herrenstande hervorgegangenen Geschlechts Salza n. s. w. Leipzig, 1S53. — 
Freih. o. L^dehur, II. S. 337 — Sinhmacfier, l. 180: v. Siiltza , Braunaclnveigisch. — 
Sp^nfr, Theor. lusign. S 124. - r M^,!iny, I. S 5(iu und 5{il. i^iUfr, S. 241 und 247. 

- Schwed. W.-B. Rid.l. 1849. - W.-B. der Sachs. Staaten, V. 73. 

Salzborn. Ein vor 1700 in Schlesien vorgekommenes Adels- 
gescblecbt. 

Sinapius, I. S. 805. 

Salzburg, Salzborg. Schwedischer Adelsstand. Diplom von 1524 
für D. Heinrieb Salzburg , Bürgermeister zu Hamburg. 

ZtdUr, 83. S. 1212. 

Salzdalem, Salzdahlem. Altes, in der zweiten Hälfte des 14. Jahr- 
hunderts ausgestorbenes, brannschweigisches Adelsgeschlecht , welches 
hauptsächlich in dem unweit Braunschweig gele^-enen Dorfe Salzdahlem 
seine Besitzungen hatte und in Urkunden nur mit dem Namen Dalem 
vorkommt, daher aber oft mit dor Familie v. Voigts-Dalem und Kö- 
nigsdalem , die sich immer nur v. Dalem schriet) , verwechselt worden 
ist. Nach dem Aussterben des ganzen Geschlechts wurden die v. Ve- 
cbelde mit einem grossen Theile der Güter der Familie belehnt. 

Braanschweig. Anzeiger, 1745, Stck. 31 und 1756, Stck . 77 und 79. — •. H^llbaeh, II. 
S. 366. 

Sal^geber, Freiherren. Erbländ.-Österr. Freihen^nstand. Diplom 
vom 18. Juli 1853 für Petor Ritter v. Salzgeber, jubilirten Sections- 
chef im k. k. Finanzministerium. Derselbe stammte aus einer Familie, 
in welche der erbländ.-österr. Ritterstand — ein BestiltiguiiRsdiplom 
desselben wurde 15. Febr. 1848 ausgefertigt — 28. Aug. 1762 ge- 
kommen war und hinterliess bei seinem, 1858 erfolgten Tode, neben 
einem Sohne: Freih. Albano, k. k. Statthalterei-Concipisten , drei ver- 
mählte Töchter: Freiin Pauline, verm. Frau v. Ottenfdd, Freiin Wil- 
helmine, verm. Frau v. Russegger, und Freiin Camilla, verm. Frau 
ßlflhdem. — Angeführt sei noch, dass aus derselben Familie Franz Salz- 
geber, Pension, k. k. Hauptmann, mit seinen drei Neffen, Vincenz, 
Johann Nepomuk, k. k. Directorial-Hofconcipisten, und Johann Georg 
Salzgeber 1793 mit: Edle v. , den erbländ.-österr. Adelsstand erhielten. 

MegtrH v. Mühlfeld, B. 255. — Oeneal. Taachenb. d. freih. Häuser, 1860, S. 717 and 
1S64, S. 703. 

Salzmann. Reichsadelsstand. Diplom von 1753 für Johann 
Friedrich Salzmann, beider Rechte Doctor und reichsritterscbaftlich 

Mn«$ekh; Deutsch. Ad«l*-L«x. Vm. ^ 3 



»■A- 



— 34 — 

craichgauischer Syndicus. Der StAmm wurde fortgesetzt. Carl Hein- 
rich y. Salzmann starb 26. März 1843 za Lauenburg als k. preas^i. 
Hauptmann a. D. 

Freih. v. Ledehur, II. S. 337 und III. S. 336. — Tyrof, I. 88. — Suppl. in Siebm. W.-B. X. 27. 

Sammern zu Frankeneg, Franckeneck. Reichsadelsstand. Di- 
plom vom 27. Septbr» 1729 für Maximilian Sammern zu Frankeneg, 
Pfleger und Landrichter zu Döblach in Tirol. — Zwei Urenkel des Di- 
plomsem pfängera, die Brüder Johann Michael v. Sammern zu Frankeneg, 
geb. 1773, gräfl. Küenburgischer Verwalter zu Neukirchen, und Franz 
Anton V. S. zu F., geb. 1774, k. bayer. Actuar zu München, wurden 
mit den Söhnen ihres verstorbenen Bruders, Franz Xaver v. S. zu 
Frankeneg, Rentbeamtens in Reutti: Candid, geb. 1774, k. bayer. 
Landrichter in Mühlbach, Joseph Baptist, geb. 1790, und Joseph An- 
ton , geb. 1794, nach Anlegung 'der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern in 
dieselbe eingetragen. 

V. Lang, S. 513. — W.-B. dei- Kgr. Bayern, VIII. 2». 

\ Samptleben, Sampleben, Sambtleben (im Silber eine aus blauem 

Boden hervorwachsende, rothe Staude). Altes, braunschweigisches, 
mit Daniel v. Samptleben 1587 erloschenes Adelsgeschlecht. Nach 
Erlöschen des Stammes wurden mit dem Stammsitze desselben , dem 
Dorfe Samptleben unweit Schöppenstädt im Braunschweigischen, die 
V. Gramm beliehen. — Das Wappen kam an eine Linie der v. Veitheim 
und findet sich jetzt im 2. und 3. Felde des Wappens der Grafen 
V. Veitheim. 

Merian , Topographie von Braunxcbweig, S. 181. — Gauht, I. S. 367 im Artikel: 
V. (Jramin. — Braunschwelger Anzeiger, 1760. Stck. 87. — r. rf. IJagen, Beschreib, des Ge- 
■chlechta der v. Borstadt, 8. 13. — Hassel und Bege y Beschreib, dos Fürstenth. Wolfenbikttcl 
und Blankenburg, II. Bd. 1803. S. 134. — v. Uellbach, II. S. 365. — N. Pr. A.-L. V. 8. 396. 

— Siebmacher, I. 183: v. Sambeleben, Braunschweigisch. — r. UeJing, I. S. 503. 

^ Sandbeck, y. dem Sandbeck, v. der Sanderbecke (in Blau ein 

schrägrechter, wellenweise gezogener, silberner Balken). Altes, bre- 
mensches Adelsgeschlecht, welches sich zuerst v. Westerbecke schrieb, 
später aber nach einem von der Familie bei dem alten Kloster Oster- 
holz an einem klaren Sandbache erbauten , v. dem Sandbecke genann- 
ten Schlosse diesen Namen annahm. — Hermann, Berthold und Drocht- 
lev V. Westerbecke huldigten 1227 dem Erzbischofe zu Bremen. — 
Johann v. Sandbecke lebte um 1440. Jürge Franz v. S. , gest. 170Ö, 
schwedischer Landrath , hinterliess zwei Söhne , Christian Heinrich und 
Carl Ferdinand. Der Stamm blühte dauernd fort und gehörte in neue- 
ster Zeit durch Besitz der Güter Sandbeck und Stuckenborstel im Bre- 
menschen zu dem ritterschaftlichen, hannoverschen Adel. 

Mushard, 9. 453. — Praitge , Alte« und Neues a. d. H. Bremen, VlI. 8. 163. — Zedier, 
83. S. 1950. - r. Hellbach, II. 8. 366. — Freih. t. d. Knesebeck , 8. 244 und 45. — c. Me. 
ding, I. 8. 503 und 504. — Suppl. zu 8lebm. W.-B. V. 19. — Hannov. W.-B. C. 51 und 8. 12. 

— V. Befner, hannov. Adel, Tab. 27. 

» Sande. Altes Adelsgeschlecht der Mark-Brandenburg , aus wel- 

chem Kurfürst Conrad zu Brandenburg, gest. 1304, seine vierte Ge- 
mahlin erwählte. Der Stamm blühte noch in der ersten Hälfte des 
18. Jahrhunderts. Johann v. Sande warum 1713 herzogl. meklenburg. 
Gesandter am k. niederländ. Hofe zu Haag, 

Bübntr, I. Tab. 174. — Q<mk4, I. 9. 2014. • 



— 38 — 

Sande, v. den Sande. Altes, längst erloschenes lünebnrgisches 
Patriciergeschlecht. 

r. BeUbaehf H. 8. 366: mtch Bftttners Stammregister der lünebiirg. Patricier. 

Sande, Zum Sande v. Sandberg, Ritter. Böhmischer Ritter- 
stand. Diplom von 1718 für Anton zum Sande, gewesenen Wacht- 
meister , mit : V. Sandberg. 

M49€rU 9, Mühlfeld, £rg.-Bd. S. 229. 

Sanden (Schild geviert : 1 und 4 in Blau ein goldener Reichsapfel, 
nnd 2 und 3 in Roth rechts ein silbernes Jagdhorn und links ein gol- 
denes Hirschhorn ). Adelsstand^ des Kgr. Preussen. Diplom vom 
12. Septbr. 1703 für Christoph Wilhelm Sanden , herzogl. meklenburg, 
Residenten bei den Generalstaaten. 

Freik. v. Ledebur, II. S. 337. — W.-B. der PreuM. Monarchie, IV. 43. 

% Sanden, auch Freiherren (in Roth zwei schwarze, durch eine 

blaue Kugel zusammengehaltene Flügel). Adels- iffid Freiherrnstand 
des Kgr. Preussen. Adelsdiplom vom 23. März 1796 für das alte, 
königsberger Patriciergeschlecht Sanden, und Freiherrndiplom vom 
10. Septbr. 1840 für Ludwig Wilhelm Eduard v. Sanden, Herrn auf 
Tossainen im Kr. Ragnit im Regierungsbez. Gumbinnen, k. preuss. 
M^jor a. D. nnd l^iitglied des Herrenhauses auf Lebensz. — Die ade- 
ligen Linien der Familie brachten mehrere Güter an sich. Nach Rauer 
waren 1857 begütert: v. Sanden, k. Landrath und Rittmeister a. D., 
auf Tracken im Kr. Ragnit ; Alfred v. S. , auf Launinken im Kr. Dar- 
kehmen; Carl Leopold Ferdinand v. S. , Lieutenant, Landesältester 
nnd Kreisdeputirter, auf Schoosdorf im Kr. Löwenberg und Kaltwasser 
im Kr. Rothenburg, und Freiin v. S., auf Hausdorf im Kr. Eisberg. 
Die Güter Wiese im Kr. Holland, Plackheim im Kr. Friedland, Leissi- 
nen im Kr. Wehlau, Jurgutschen im Kr. Angerburg, und Tartaren im 
Kr. Darkehmen, gehörten im genannten Jahre je einem Herrn v. San- 
den. — In Pommern stand früher dem Landschaftsrathe v. S. das Rit- 
tergut Neuendorf im Kr. Lauenburg zu. 

N. Fr. A.-L. IV. 8. 146 und VI. S. 139. — Frfifi. v. L^dfhur, II. S. 337 und 38 und 
in. 8. 338. — Geneal. Taachenb. d. freih. Hiiuuer, 1864, S. 703 und 704. ~ W.-B. d. Preus«. 
Monarch., lY. 43: ▼. 8. 

I Sander, Sander v. Sandershansen (Schild schrägrechts getheilt: 

oben, links, in Blau ein Pfau und unten, rechts, in Gold ein geasteter 
Stamm mit drei Blättern). Oberlausitzisches und schlesisches Adels- 
geschlecht, welches bereits 1651 zu Gerlachsheim und 1698, beide 
bei Görlitz, 1700 zu Machen im Saganschen und 1704 zu Mittelstein- 
bach bei Lauban sass. Um 1657 lebte Christoph v. Sander, k. sflchs. 
Oberstlieutenant, und um 1670 Gottfried Ernst v. S. , kursächs. Kam- 
meijunker und Stückhauptmann. Dass der hier in Rede stehende 
Stamm fortgeblüht habe, ist nicht bekannt, und so mag denn dahinge- 
stellt bleiben, da es der gleichnamigen Familie mehrere giebt, ob der 
auch vom Freih. v. Ledebur genannte Otto v. Sander , Premierlieute- 
nant a. D., welcher nach Rauer 1857 im Posenschen Herr auf Charcice 
im Kr. Birnbaum war, zu dieser Familie gehörte. — Früher blühte auch 
ein ans der Veste Recklingen stammendes cOlniscbes Stadtgeschlecht, 

3* 



— 36 — 

welches (Fahne, I. S. 274) im Schilde drei, 1 und 2, Rosen und darunter 
ein Jagdhorn , führte. Auch führten den Namen Sander zwei hallesche 
Pfännergeschlechter , von denen das eine, welches im von Schwarz und 
Gold quergetheilten Schilde eine Eule führte (v. Dreyhaupt , Tab. 29), 
im 17. Jahrhunderte ausstarb. 

Sinapim, II. S. 950. — (frostfir, LauHitz. Merkw. III. S. 89. — Oauhe, I. 8. 2014 and 
16: im Artikel: v. Sande. — Fr^ih. 9. Leilchur, II. S. 338. 

Sander (Schild der Länge nach und in der linken Hälfte mehr- 
mals der Länge nach getheilt, dreifei drig: 1 von Grün und Roth durch 
einen goldenen Querbalken getheilt und belegt mit einem goldenen 
Adler; 2 in Silber zwei rothe Rosen übereinander, und 3 in Silber 
ein schrägrechter rother Balken). Reichsadelsstand. Diplom vom 
11. Septbr. 1790 im kursächs. Reich svicariate für Arnold Christian 
Sander, früher in kurbayerischen und zuletzt Major in lübeckschen 
Diensten. 

Haudschriftl. Notiz. — Tyroff, I. 206. — Kneschk^, III. S. 393. 

Sander (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Blau zwei ge- 
kreuzte Lanzen und links in Silber ein aus Wolken hervortretender Arm, 
in der Faust ein Schwert haltend). Ein, schon dem Wappen nach, von 
den vorstehenden Familien v. Sander ganz verschiedenes Adelsgeschlecht, 
über dessen Ursprung aber derRedaction genaue Angaben fehlen. Eine 
verwittw. Majorin v. Sander, geb. v. Wclchhausen ( : in Gold ein doppelt 
geschweifter Löwe), lebte um 1849 mit ihrer Tochter in Leipzig und 
führte, als Wappen ihres Gemahls, das oben beschriebene Wappen. 

Handschriftl. Notiz. 

Sandersber^. Reichsadelsstand. Diplom von 1678 für Joachim 
Sixt Sandersberg , in k. dänischen Militairdiensten , und für die Schwe- 
ster desselben, Sophie Dorothea S. Letztere kam durch Vermählung 
in die Familie der Grafen v. Sales, Ersterer starb als k. dänischer Ritt- 
meister 26. Mai 1703 auf seinem Rittergute Tiemendorff unweit Crossen. 

Frei/i. F. Ud^biir, II. S. 338. 

Sandersleben (in Blau, oder auch in Roth eine spitzige, aufrecht 
stehende, silberfarbene Sichel mit einem hohlen Stiele, in welchem 
das Heft oder der Schaft befestigt wird. Durch die Klinge geht in der 
Mitte ein rundes Loch. Eine für die Geschichte der Familie sehr wich- 
tige Zugabe zu den „Hannoverischen gelehrten Anzeigen" nennt das 
Wappenbild eine Seche und tadelt, dass Einige das Wappenbild für 
eine Pflugschar gehalten, da in alter Zeit die Pflugscharen nicht spitzig, 
sondern unten herum rund gewesen wären. Die Siebmacher 'sehe De- 
claration nennt Wappenbilder, wie das Sanderleben'sche : Scharren. 
Der blaue Schild wird nach einer, im königl. Prov.-Archive zu Mag- 
deburg befindlichen Urkunde von 1409 angenommen, auf dem aber 
bei dem k. Hofmarschallsamte zu Dresden eingereichten Stammbaume 
von 1780 ist der Schild roth, wie denn auch jetzt auf den Petschaften 
der sächsischen Linie der Schild angegeben ist). — Eins der ältesten, 
niedersächsischen Adelsgeschlechter aus dem schon 1291 vorkommen- 
den, gleichnamigen Stammhause unweit Neu-Haldensleben , welches 
bereits 1321 auch zu Saatzke bei Gardelegen und 1450 zu Neuhaldens- 



— 37 — 

leben sass, dann andere Güter an sich brachte, den Stammsitz noch 
1729 innc hatte und um 1620 auch zu Liebenthal und Liebenwälde in 
der Mark Brandenburg und 1709 in Schlesien zu Alt-Waltersdorf, 
Glasegrund und Kislingswalde , sämmtlich unweit Habeischwert, geses- 
sen war. — Der Sanderslebensche Stamm wird von Scyrich u. A. aus 
dem Stamme der alten niedersächsischen Grafen v. Walbeck hergeleitet, 
und man nimmt gewöhnlich an, dass ein jüngerer Graf v. Walbeck aus 
dem väterlichen Erbe mit dem Schlosse und Rittergute Sandersleben 
abgefunden worden sei , sich , da damals die gräfliche Würde noch 
nicht erblich gewesen , nach diesem Sitze genannt und seine Linie fort- 
gesetzt habe. — Bis um 1440 hat man über die Siegfried'sche San- 
derslebensche Linie nur wenige genauere Nachrichten. Dieselbe war 
zurückgekommen und hätte bald den Adelsstand aufgegeben , wovon in 
den Lehnsregistern des 15. Jahrh. nicht undeutliche Spuren anzutreffen 
sind. Als ein rechtmässiger Nachkomme der Siegfried'schen Linie tritt 
Fricke oder Friedrich v. S. auf, welcher durch Urkunden und Lehns- 
regist^r für den Ahnherrn aller späteren Sprossen des Stammes anzu- 
nehmen ist. Derselbe war um 1447 in der Stadt Neu-Haldensleben mit 
einem Hofe und anderen Lehnsstücken angesessen , und hinterliess bei 
seinem 1454 erfolgten Tode zwei Söhne : Fricke (IL) und Hans, 
welche zwei besondere Linien des Geschlechts stifteten und 1455 von 
dem Erzbischofe Friedrich zu Magdeburg mit den Sanderslebenschen 
Lebngütern beliehen worden waren. Hans starb um 1486 und die 
Linie desselben erlosch mit dem jüngsten seiner vier Söhne, Thomas, 
Canonicus zu ü. L. F.-Kirche zu Halberstadt um 1535. — Der Stifter 
der älteren Linie, Fricke (IL), bekleidete schon 14B7 und noch 1514 
die Bürgermeisterwürde zu Haldensleben. Derselbe, gest. um 1521, 
hatte zwei Söhne, Hans und Heideke, welche 1522 über die väter- 
lichen Güter die Lehn mit ihrem Vetter, Thomas, zur gesammten 
Hand empfingen. Die beiden Brüder Hans und Heideke starben um 
1635 ohne Nachkommen, und so fielen denn die Güter an ihren Vet- 
ter, Canonicus Thomas. — Fricke (IL), ältester Bruder des Hans, 
setzte seine Linie glücklicher fort. Derselbe hatte seinen Lehnsitz zu 
Neuhaldensleben inne , seine beiden Söhne aber liessen sich nachmals 
in Magdeburg nieder, weil seines Bruders. Hans, Kinder, wie erwähnt, 
die väterlichen Lehngüter hauptsächlich im Besitz behielten. Als aber 
die Linie des Hans ausging, nahmen Frickes Enkel die Lehngüter zu 
Haldensleben wieder ein. Fricke (IL) starb um 1463 und hinterliess 
zwei Söhne, Fricke (HL) und Bartold, welche, die Santersleve genannt, 
sich nach Magdeburg wendeten und nach dem Tode ihres Vaters und 
Vetters, Hans zu Haldesleve, vom Erzbischofe Friedrich 1464 zur ge- 
sammten Hand mit den väterlichen Gütern belehnt wurden. Der älteste 
dieser Brüder, Fricke (HL), hinterliess bei seinem Tode, um 1487, 
einen Sohn, Fricke (IV.), welcher noch 1487 unter den Mitbelehnten, 
später aber nicht mehr genannt wird, also wohl unvermählt, oder ohne 
Nachkommen gestorben ist. Barthold, jüngster Bruder des Fricke (IH.), 
wurde ein allgemeiner Stammvater aller späteren Herren v. Sanders- 
lebeta. Die beiden Söhne desselben, Fricke V. und Hans, gründeten 



— 88 — " 

zwei verschiedene Aeste, den Fricke^scben und den Hansischen Ast, 
welche beide fortblübten. Bartbold wohnte noch 1479 zu Magdeburg 
und war nach den bei dem Sanderslebenschen Geschlechte vorhande- 
nen, gemahlten Ahnenwappen mit einer v. d. Knesebeck a. d. H. Tyl- 
sen in der Mark Brandenburg vermählt. Von seinen beiden Söhnen 
stiftete Fricke V. ^ auch der Jüngere genannt , weil er mit seinem älte- 
ren Vetter , dem Bürgermeister zu Haldensleben , Fricke S. , zur glei- 
chen Zeit lebte, den Frickeschen Geschlechtsast und wurde, was im 
Voraus bemerkt werden mag, der eigentliche Urheber der Grafen 
V. Saudersleben-Coligny. Fricke V. wurde mit seinem Bruder Hans 
1 487 vom Erzbischof Ernst an den Sanderslebenschen Gütern mit be- 
liehen , Beide aber bekamen nach dem Tode der anderen Geschlechts- 
vettern , ohne männliche Lehnserben , alle Sanderslebenschen Güter zu 
Neühaldensleben wieder in Besitz. — Barthold, Sohn des Fricke (H.), 
kommt in Lchnssachen schon 1539 und später vor, war auch 1547 
Bürgermeister zu Neühaldensleben , starb , vermählt mit einer v. Klötzen 
a. d. H. Sanna in der Altmark, um 1548 , und aus dieser Ehe stamm- 
ten vier Söhne, Christoph, Fricke (VI.), Heinrich und Bartel. Fricke VI. 
starb um 1554 ohne Erben, und auch die Nachkommenschaft der jün- 
geren Brüder, Heinrich und Bartel, ging bald wieder aus. Christoph, 
ältester Sohn des Bürgermeisters Bartold , bewohnte zu Haldensleben 
den freien, väterlichen Lehnhof, lebte noch 1589 und starb um 1593, 
nachdem er in erster Ehe mit Elisabeth v. Münchhausen und in zweiter 
mit Lucretia V. dem Werder vermählt war. Aus der ersten Ehe entspross- 
ten Christoph , Samuel und Dorothea v. S. , aus der zweiten aber Hans 
Heinrich und Lucretia Maria v. S. Die Söhne erster Ehe starben spä- 
ter ohne männliche Leibeserben, und so kam denn der Sohn zweiter 
Ehe, Hans Heinrich v. S., welcher 1649 im 30jährigen Kriege ausser- 
halb des Landes in Kriegsdiensten gestanden, 1650 endlich in den Be- 
sitz der väterlichen Lehengüter. Doch mag bei seiner langen Abwesen- 
heit mit denselben nicht gut gewirthschaftet worden sein, denn er ver- 
kaufte als Herr auf Glumbach in Böhmen 1650, und später nach und 
nach die magdeburgischen Lehngüter an den Stadtrath zu Neühaldens- 
leben, und um 1660 oder 1670 hörte aller I^hnyerband zwischen dem 
Erzstifte Magdeburg und den Herren v. Sandersleben auf. Hans Hein- 
rich V. S. blieb in Böhmen zu Glumbach gesessen , vermählte sich mit 
Anna Elisabeth v. Deichsel und Schampf a. d. H. Kieslingswalde im 
Glatzischen und setzte den Stamm fort. Von ihm entspross Johann 
Ludwig V. S. auf Glumbach in Böhmen Derselbe, Stammvater der 
späteren Grafen v. Sandersleben-Coligny (in Roth ein gekrönter , rechts 
sehender, silberner Adler, welcher in einem Herz- oder Mittelschilde 
das Sanderslebensche Geschlechtswappen zeigt) , k. k. Hauptmann, ver- 
mählte sich 1697 mit Henriette Hedwig Freiin v. Esperance, mit wel- 
cher er drei Kinder erzeugte. Letztere, geschieden 1701 und gest. 
1707, lebte mehrere Jahre an dem fürstl. Hofe des Herzogs Leopold 
Eberhard von Württeraberg-Mümpelgard. Letzterer vermachte den 
drei Geschwisteni v. Sandersleben , nachdem er dieselben adoptirt und 
an Kindesstatt angenommen, nicht nur die ihm von seiner Mutter Anna 



— 89 — 

V. Coligny . gest 1 680 , — des bekannten Marschalls in Frankreich, 
Caspar v. Öoligny, Tochter und Erbin — zugefallene Grafschaft Coligny 
in der Franche-Comte in Frankreich , sondern vermählte anch zwei 
derselben mit seinen eigenen Kindern, s. den Artikel: Sponeck, Gra- 
fen. — Was den Hansischen Ast anlangt, so war Hans v. S. jüngster 
Sohn des Barthold v. S., s. oben, der Stifter desselben. Derselbe, 
gest. um 1535, hinterliess drei Söhne, Frickc VU., Hans und Jordan. 
Die beiden Letzteren starben noch vor 1578 ohne Erben, Fricke (VII.) 
aber begab sich von Haldensleben nach der Stadt Stassfurt , wo seine 
Nachkommen ihr Glück fanden, und starb um 1579. Seine beiden 
Söhne, Hans und Christian , kommen in verschiedenen Belehnungen, 
namentlich 1580 und 1594, vor. Dieselben waren die Ersten ihres 
Geschlechts, welche, da sie in anderer Gegend ihr Glück gefunden, 
den halben Theil ihrer L^hngüter nach 1580 dem Rathe zu Haldens- 
leben käuflich überliessen. Von dem jüngeren Bruder, Christian v. S., 
finden sich weitere Nachrichten nicht, der ältere aber, Hans v. S. zu 
Stassfurt, gest. vor 1608, wurde Hauptmann der Herrschaft Tauten- 
borg im Sachsen- Weimarischen. Letzterer hatte zwei Söhne , Heinrich 
und Hans. Heinrich v. S. auf Schwarze (Schwarzau) , einem Lehngute 
in Thtlringen, lebte 1609 in fOrstl. sächs. Hofdiensten zu Weimar, und 
Wurde 1610 mit dem Beinamen: der „Erfreuende** in die deutsche 
irachtbringende Gesellschaft aufgenommen. Derselbe starb 1650 und 
hinterliess einen einzigen Sohn, Erdmann Heinrich, Erbsassen auf 
Schwarzau, geb 1616 und gest. 1653 ohne Erben, kaiserl. Capitain. — 
Hans v. S. , Heinrich's jüngster Bruder , s. oben , wohnte zu Stassfurt, 
war Erbherr zu Schwarzau und Serba , einem Rittergnte im Osterlande, 
unweit Eisenberg , und kommt 1634 als fürstl. sächs. Oberaufseher des 
Eichsfelds vor. Derselbe, gest. 1658, hinterliess drei Söhne: Hein- 
rich Christian , Hans Wilhelm und Georg Abraham , und vier Töchter : 
Agnes Magdalena, Elisabeth Margaretha (wurde 1659 die zweite Ge- 
mahlin des vormaligen k. schwedischen Rittmeisters Erhard v. Legat 
auf Stassfurt und Eisberg) , Anna Sophia und Martha Sibylla. Der 
älteste Sohn, Heinrich Christian v. S. auf Seim oder Selben, einem 
Rittergute unweit Merseburg, war wegen seiner Gelehrsamkeit und 
Liebe zur deutschen Sprache und Alterthümern 1659 in die frucht- 
bringende Gesellschaft aufgenommen worden. Von den beiden anderen 
genannten Stammhaltern der Hansischen Linie, Hans Wilhelm und 
Georg Abraham, war Weiteres dem Verfasser (Gottfried Behrendt) 
des, die Familie betreffenden Artikels in den „hannov. gelehrten An- 
zeigen** nicht bekannt. Diesem, im Auszuge gegebenen Artikel sei 
noch die Stanmitafel beigefügt, die sich aus den Personalien zusammen- 
stellen lässt , welche sich in der von dem Pfarrherrn Caspar Svevus bei 
dem Begräbniss des Capitains Erdmanu Heinrich v. S. gehaltenen Lei- 
ehenpredigt findet, Jena, 1653. Diese Stammtafel steigt, wie folgt, 
herab: Christian v. Santersleben auf Nenenhaltensleben und Liebenwalde 
in der Mark Brandenburg : Margaretha v. Landau ; — Friedrich v. S., 
geb. 1628 , auf Neuenhaltensleben im Erzstifte Magdeburg : Gertraude 
V. Wartensleben a. d. H. Brnmln ; —Hans v. S., geb. 1559 , fürstl sächs. 



— 40 — 

Hofmarschall und Kammerrath zu Weimar : Martha Härtlein a. d. H. 
Klitzeu; — Heinricli v. S., zu Schwarzau, fürstl. süchs. gew. Hofoiei- 
ster zu Weimar: Elisabeth Esther v. Wobersnau; — Erdraann Heinrich 
V. S. . s. oben. — Die Linie dos obengenannten Hans v. S., Hauptmanns 
der Herrschaft Tautenburg, später Hofmarschalls und Kammerraths zu 
Weimar, hat dauernd fortgeblüht und die Sprossen desselben standen 
in kur- und herzogl. sächs. Militair- und Civildiensten. Der jüngere 
Sohn des Hofmarschalls v. S., Hans v. 8., gest. 1658, früher Herr auf 
Quiela, kaufte 1621 das Rittergut Serba im Altenburgischen. Der En- 
kel desselben verkaufte 1701 Serba, und kaufte 1713 das Rittergut 
Weidenthal bei Querfurt, welches in der Familie verblieben ist und jetzt 
den drei Enkeln des kursächs. Oberforst- und Wildmeisters v. S. zu 
Dahme und Jtiterbogk , den Gebrüdern Carl , Friedrich und Rudolph 
V. S. zusteht. Carl v. S. , k. k. Oberlieutenan't in d. A., lebt in Dresden, 
Friedrich v. S. wurde k. sächs. Oberstlieutenant und Commandant des 
3 Infanterieregiments (102), und Rudolph v. S., früher k. sächs. Amts- 
hauptmann in Döbeln, ist jetzt Geh. Finanzrath in Dresden. 

Uarulschriftl. Notiz. — Scyrich, Disquifl. de uoinin. gcntilic, 8. 36. — Müller. AnnftL 
Saxon., S. 2M, S75, 48<t und 5i:>. — (iimh". I. S. 20ir) und II. 8. 1002. — Zedier, 33. 8. 1968 
und 59. — Zngsibo zu den hnnnov. CJelehrteu Anzeigen von 1752, 8. 169—242: für die G»- 
Bchichte der Familie von grosser Wiclitigkfit. — r. UechtriU, diplom. Nachrichten, VII. 8. 29 
bis 32: aus d.-m Querfnrtor Kirrhonbuclio vun 1732—71. — Ftcih. v. Leäehnr, II. 8. 338. — 
W.-B. d. Sächs. Staaten, V. 74.- 

Sandes v. Hoffmann (im Schilde ein schrägrechter , goldener Bal- 
ken; über demselben in Silber ein auf dem Balken schreitender, ge- 
krönter, rother Löwe und unter demselben in Roth auf grüner Erde 
ein weisses Schaf). Adelsstand des Kgr. Preussen. Ein in Ostpreussen 
ansehnlich begütertes Adelsgeschlecht, welches 1780 zu Abschruten, 
Dwarischken, Jestwethen, Krumnetschen , Neusasz, Pangerwitz, Piera- 
gienen, Povvelischkeu. Prinowen u. s. w. , und 1805 zu Rnttkirschken, 
so wie noch 1853 zu Pieragienen sass. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 338. 

Sandhagen. Ein früher zu dem holsteinischen Adel gehörendes 
Geschlecht. 

Ranft, Archiv. 1738. 8. 670. — Zedlet , 33. S. 1965. 

Sandizell, Grafen (in Gold ein schräglinks liegender , schwarzer 
Büffelskopf ohne Hals mit ausgeschlagener, rother Zunge und silbernen 
Hörnern). Reichsgrafenstand. Diplom im kurpfälzischen Reiclßvica- 
riate vom 26. April 1790 für Anton Joseph Maria Freih. v. Sandizell, 
kurpfälzischen Geh. Hofrath und Pfleger zu Rain. — Eins der ältesten, 
noch übriggebliebenen Ministerialgeschlechter in Bayern, aus der Zeit 
der scheyerischen Pfalzgrafen , dessen Stammhaus drei Stunden von 
Neuburg an dem Donaumoos liegt. Dasselbe blühte , wie Wigul Hund 
angiebt, schon im 11. Jahrh. in den Häusern Lintach und Sattelperg. 
— Moritz S. kommt 1494 als Jägermeister und Landrichter zu Pfaf- 
fenhofen vor, und ein anderer Moritz starb 1545 als herzogl. Rath zu 
München. Moritz (III.) war von 1559 bis 1565 Bischof zu Freysingen, 
und dieselbe Würde bekleidete Martin S. von 1590 bis 1630. Um das 
letztere Jahr war die Familie im Canton Neckarschwarzwald und Or- 
tenau begütert, und der reichsfreien Ritterschaft dieser Gantone ein- 



— 41 — 

verleibt. — Mit dem freiberrlichen Titel kommt zueret um 1640 Wolf 
Dieterich v. Sandizell vor. Die Tochter desselben , Freiin Maria The- 
resia, starb 1719 , nachdem sie den geforsteten Aebtissinstuhl im Ober- 
mtlnster zu Regensburg 36 Jahre innegehabt hatte. Um dieselbe Zeit 
lebte Johann Franz Freih. v. Sandizell, wohl der Bruder der Letzteren, 
Senior zu Malzhausen , Herr zu Schemeg^ , Rohlingen u. s. w. , des 
deutschen Ordens Ritter u. s. w., und Freih. Maidmilian Emanuel, 
kurbayer. Hof- und Kamnierrath . Hauptpfleger zu Rain. Graf Joseph 
Anton Maria, s. oben, später kurpfälz. Hofraths-Prasident , wurde 
1795 als Mitglied unter die Reichsritterschaft in Schwaben, Franken 
und am Rhein aufgenommen , wobei er die Ahnenprobe bis anf seinen 
Urgrossvater, Johann Dominicus Freih. v. S. , zurflckerstreckte , und 
zwar in aufsteigender Linie , wie folgt : Johann Dominicus Freih. y. u. 
zu S. : Maria Magdalena v. Sandizell auf Edelzhausen ; — Freih. Georg 
Peter Franz auf Malzhausen : Eva Clara Benigna v. Puchleiteh , Freiin 
V. Sinzing; — Freih. Maximilian EmanueL auf Malzhausen: Maximi- 
liana Maria Catharina Grf. v. Topor-Morawit^kj ; — Joseph Anton 
Maria, Graf. — Von Letzterem entspross Cajetan Graf v. und zu San- 
dizell auf Malz-. Yinkel- und Edolzhauson, Linden, Langenmosen, 
Münster, Riedheim, Stadt und Stallwang, geb. 1782 und gest. 1863, 
erbl. Reichsrath der Krone Bayern, Obersthofmeister Sr. M. des Königs, 
▼erm. 1804 mit Elisabeth Grf. v. Törring-Gutenzell , geb. 1781, aus 
welcher Ehe ein Sohn entspross: Graf Max, geh, 1816, Herr der ge- 
nannten väterlichen Güter, erbl. Reichsrath der Krone Bayern, k.bayer. 
Kämm, und Rittmeister ii la suite. Die beiden Schwestern des Grafen 
Max sind: Grf. Marie, geb. 1805, verm. 1824 mit Sir Th. Cartwright, 
gest. 1850 als k. grossbrit. Gesandter am k. schwed. Hofe, und Grf. 
Caroline, geb. 1814. vorm. Hofdame der verstorb. Herzogin Auguste 
von Leuchtenberg. 

Wigul Hund, n. S. 274 - 8(». - Durchl. Welt, I. Abth. 3. 8. 169. - Oauhe , I. 8. 2016 
und 16. — Z4kU^, 33. 8. 1984. — p. ffatMein. 1.8. 171 und 72. — Bitdermann, Ott«nwaId. 
62 und 164 Taf.; Gebürg, 261; Rhun-Werr», 108, 168, 430; 8teigerwald, 26, 96, 173; Altmühl, 
9 und VoigtUnd, 178 Taf. - Mad^, relchsgerichtl KrkenntnlMP, DI 8. 232. — •. Lang, 
8. 67 uiMl 68. — Dentache Orafenli. d. Gegenw. II. 8. 341 und 42. — Geneal. Tasohenb. d. 
gräfl. Häuser, 1864, 8. 729 und 30 und hiator. Taschenbucli zo DoniBelbfn, 8. 843. — Äi>6- 
maehttr» L 78; t. 8andici>II. - v Ueding , III. 8. /»52 und M. ~ Suppl. au Siebm. W.-B. 
VII. 6: F. H. V. SandljiHl. - Tyroff, I. 3. 214 und Siebenkee-u I. 8. 226 und 227. - W.-B. 
d. Kgr. Bayern, II. 6 und v. Wölckem, 2. Abth. 

Sandol-Roy. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 23. No- 
vember 1754 für die schweizerische Familie Sandol, wegen dem Ver- 
dienste des Borgermeisters Isaac Sandol , mit dem Namen Sandol-Roy. 
Der Enkel des Isaac S. , Abraham S. , hatte sich mit Lucretia de Roy, 
der Letzten ihres Stammes , vermählt. 

9. Hellbach, U. 8. 367. — N. Pr. A.-L. I. 8. 43: r. Sandel, le Boy (Schweteer). 

Sändor, Sändor v. Szlawnicza, Grafen. Erbländ.-österr. Gra- 
fenstand. Diplom vom 27. Aug. 1787 für Anton Freiherrn Sandor 
V. Szlawnicza, k. k. Kämm, und Hofrath. — Altes, schon gegen Ende 
des 14. und 15. Jahrh. in Ungarn reichbegütertes und in der Landes- 
geschichte oft genanntes Adelsgeschlecht , welches in der ersten Hälfte 
des 18. Jahrh. den Freiherm-, und in der zweiten Hälfte desselben, 
wie angegebea, den Grafenstand erlangte. Nach Lehotzky schied sich 



— 42 — 

die Familie in mehrere Linien nud kam mit verschiedenen, von ihm 
augeführten Prädicaten vor. Aus der Linie Sdndor de Szlawnitza im 
Neitraer Comitate siedelte 1422 Caspar, ein Sohn Johannes S. , nach 
Selye im Presshnrger Comitate über , und Johann , Protonotar des Pa- 
latins, war 1621 Deputirter bei dem Nikolsburger Friedensschlüsse. 
Ein anderer Caspar S. wurde 1706 Freiherr und die absteigende 
Stammreihe desselben hat Lehotzky angeführt. Die anderen , in der 
genealogischen Literatur bekannten Stammreihen des Geschlechts sind 
in defn Werke: Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart zusammenge- 
stellt Eine , den jetzigen gräflichen Stamm Sdndor betreffende Stamm- 
reihe ist folgende: Michael v. Sändor de Szlownicza: Eva v. Eerekes; 
-— Melchior Freih. v. Sändor de S.; — Michael: Theresia v. Bathay 
de eadem; — Anton Graf v. Sdndor de S.: Esther Grf. v. Vicsay 
de Loos et Hedervara; — Yincenz, Herr in Both und Raina, k. k. 
K&mmerer: Maria Anna Grf. v. Szapary , geb. 1757*und verm. 1771. 
Zum Anschluss des jetzigen Stammes an diese Ahnentafel fehlt nach 
Allem ein Glied. — Haupt der Familie ist jetzt: Graf Moritz, geb. 
1805, Herr der Herrschaften Raina, Bia und Both in Ungarn, k. k. 
Kämm., vermählt 1835 mit Leontine Fürstin v. Metternich-Winne- 
burg, geb. 1811 und gest. 1861, Besitzerin der Allodialberrschaft 
Kojetein mit dem Gute Witzomierzitz im Kr. Olmütz, aus welcher Ehe 
eine Tochter stammt: Grf. Pauline, geb. 1836, venn. 1856 mit Ri- 
chard Fürsten v. Metternich-Winneburg , k. k. Kämm, und a. o. Bot- 
schafter am k. französ. Hofe. Die Schwester des Grafen Moritz, Grf. 
Wilhelmine, geb. 1800, vermählte sich mit Albert Grafen Festetics 
V. Tolna, k. k. Kämm., Geh.-Rath u. s. w. 

Lehotikp , Stemmatogr. IT. S. 'M9 und 50. — MegtrU t. yühljeld, 8. 28. — Deatsch« 
.Gr»feah. d. Qegeuwart, U. 8. 34d— 51. ~ Geneal. Taschenbuch d. grifl. Häuser, 1864, 8. 370 
und hlstor. Handb. xu Peniselben, S. 844. 

Sandove. Altes, märkisches und magdeburgisches Adelsgeschlecht, 
dessen Stammsitz Sandau unweit Jericho w schon 1251 genannt wird 
und welches bereits 1284 zu Holzhausen unweit Stendal, 1376 zu Klebs, 
Mahlenzien und Yicssen sass , dann noch andere Güter erwarb und das 
Gut Sandau noch 1580 inne hatte. Um letztere Zeit, vielleicht vor 
Ausgang des 16. Jahrb., ist der Stamm erloschen. 

Freih. 9. Ledebur, II. 8. 338. 

Sandoz (Schild, von Varianten abgesehen, geviert, mit einem 
von Gold und Roth geschachten, schrägrechten Balken). Reichs- 
adelsstand. Diplom von 1 537 für Johann Jacob Sandoz. — Altes, an- 
gesehenes Adelsgeschlecht im Fürstenthume und der Stadt Neufchätel. 
Ulrich V. Sandoz war zu Anfange des 18. Jahrb. Bürgermeister der 
Stadt Neufchätel und später wurden, unter dem k. preuss. Hause, meh- 
rere Glieder der Familie Staatsräthe, Mayer, Castellane, General- 
Procuratoren u. s. w. Franz August v. Sandoz starb 1 790 als hollän- 
discher Generallieutenant; F. H. A. v. S. war 1845 Zolldirector und 
Verwalter der Salzregie in Neufch&tel, und ein von Sandoz-Rollin wurde 
Staatsrath daselbst und Canonicum zu St. Maria in Bielefeld. 

Lwt Sehweiier-Lexicoii, XVI. S. «8 mitl 69. — iAa»» Kekrolog dtnkwardifer Selmeiser, 



— 43 — 

8. 468 und 69. - May, Htotor. mUit. de la Suisse, VUI. S. 166 und 07. - N. Pr. A.-L. IT. 
8. 146. — Frfih. t. Ltidebur, IL S. 338 und 39. 

f Sandrart (in Blau ein rother Sparren , begleitet von drei Wein- 

trauben mit Blättern). Altes, in der Kunstgesehichte sehr bekanntes, 
nflrnbergisches Adelsgeschlccht , in welches durch Joachim Sandrart 
vom Papste Alexander VII. (1655 bis 1668) der Adelsstand mit der 
Belehnung der Herrschaft della Seal und Fay kam. Derselbe , geb. 
1606 zu Frankfurt a. M., und aus einer niederländischen Familie stam- 
mend, starb zu Nürnberg 1688 und wurde, wie als Maler, so auch 
als Kunstschriftsteller zu seiner Zeit sehr bekannt. Der Stamm blühte 
. fort und später traten mehrere Sprossen desselben in die k. preuss. 
Armee. In neuerer Zeit standen zwei Brüder in derselben. Der Eine 
derselben war* 1838 Oberst der Gensdarmerie und Brigadier derselben 
zu Coblenz , und der Andere , Carl Wilhelm Emanuel v. S. , wurde 
1835 Qenerallieutenant und Commandant zu Glatz, und nahm später 
als General der Cavalerie den Abschied. 

Zßdltr, 33. 8. 1981 ond 82. - N. Pr. A.-L. V. S. 396. - Freih, 9. Ledtbur, 11. S. 830. 

* Sandretzky und Sandraschütz , Sandraskij Freiherren und 

Grafen (Stammwappen : in Gold auf grünem Hügel ein rechts sehender, 
schwarzer Rabe, welcher einen goldenen Ring im Schnabel hält: Stamm 
Korwin). — Alter, böhmischer Herrenstand und Grafenstand des Kgr. 
Preussen. Diplom des alten böhmisch. Herrenstandes vom 1 1 . Febr. 1 697 
Dir Johann Friedrich v. Sandretzky und Sandraschütz, Landesältesten 
der Fürstenthümer Schweidnitz und Jauer, Herrn auf Langen-Seifersdorf 
im Reichenbaeh 'sehen, so wie auf Schwentnig, Prschiedrowitz , Klein- 
Eniegnitz und Panthenau im Nimptschen , so wie fär Gottlieb Ferdi- 
nand y. 8. und 8. , Herrn auf liangen-Bielau mit Zubehör , und Gra- 
fendiplom vom 6. Novbr. 1741 für Johann Ferdinand Freih. v. 8. und 
8. , mit der Erbland-Marschallswürde des Herzogthums Schlesien. — 
Altes, ursprünglich polnisches, dem berflhmten Hause Korwin und Soko- 
lowski einverleibtes Adelsgeschlecht, welches aus Polen nach Böhmen 
kam, nach dem dortigen Stammsitze Sandraschütz sich Sandreczky 
V. Sandraechütz nannte und aus Böhmen in den Unruhen des 30jähri- 
gen Krieges sich nach Schlesien begab. Der Erste, welcher in Schle- 
sien begütert wurde, war Boguslav v. Sandreczky (Sandretzky, später 
auch Sandratzky und Sandrasky). Der Sohn desselben , Adam Bogus- • 
lav V. V. 8. und 8., gest. 1695, ei*warb die Güter Langenbielau und 
Weigelsdorf im Reichenbach-Schweidnitzischen, und hinterliess aus der 
Ehe mit Barbara v. Gellhom und Peterswalde zwei Söhne, die oben- 
genannten Empfänger des alten böhmischen Herrn stands-Diploms von 
1697, s. oben. Beide erwarben auch die Herrschaft Manze, welche 
neben dem 1778 gestifteten Msgorate Langenbielau ein zweites Majorat: 
Bohrau , bildete. Von dem Freiherm Johann Friedrich entspross Graf 
Johann Ferdinand, s. oben. Später, 2. Juni 1827, wurde fQr den 
jedesmaligen Majoratsherrn eine Collectivstinime unter der Ritterschaft 
auf dem schlesischen Provinzial-Landtage und 12. Octbr. 1854 die 
erbliche Mitgliedschaft im k. preuss. Herrenhause bestimmt. — Die 
Stammreibe des gräflichen Hauses stieg , wie folgt, herab: Boguslav 



— 44 — 

V. S. : N. V. Abschatz-Koiske ; — Adam Bogislav v. S. und S. : Bar- 
bara V. GellhoiTi-Peterswalde ; — Freih. Johann Friedrich: Juliane 
Elisabeth v. Haugwitz-Brauchitsdorff ; — Graf Johann Ferdinand , gest, 
1775: Eleonore Charlotte v. Heugel-Gottwohne ; — Graf Friedrich 
Wilhelm Ferdinand Gottlieb. Von I^etzterem stammte Graf Erdmann, 
geb. 1774 und gest. 1841 , Erblandmarschall von Schlesien, Herr der 
beiden Sandreczkischen Familienmajorate Langenbielau und Bohrau, 
verm. 1807 mit Philippine Grf. v. Pückler- Tannhausen, geb. 1789. 
Ans dieser Ehe entspross der gleichnamige Sohn : Graf Erdmann (IL), 
gest. 1863, verm. 1834 mit Agnes Grf. v. Kalkreulh, geb. 1809, und 
von ihm stammt das jetzige Haupt des gräflichen Hauses, Graf Hans, 
geb. 1843, Majoratsherr der Herrschaft Langenbielau .und der Ritter- 
güter Nieder-Langenseiffersdorf, Lauterbach u. s. w. , Erbmaröchall 
des Herzogthums Schlesien und erbländ. Mitglied des k. prcuss. Herren- 
hauses. Die Schwester des Grafen Hans, Grf. Agnes, geb. 1835, Erb- 
herrin der Allodial-Rlttergtiter Bohrau, Petrikau, Schönfeld und Deutsch- 
Lauden in Preussisch-Schlesien , vermählte sich 1861 mit Friedrich 
V. Seydlitz-Ludwigsdorf a. d. H. Habendorf, k. preuss. Premierlieute- 
nant im 1 . Garde-Landwehrregimente. Die Schwester des Grafen Erd- 
mann (H.) , Grf. Luise , vermählte sich 1854 mit dem 1859 verstorbe- 
nen Sylvius Grafen v. Pückler-Branitz. 

Paprociun, Speciil. Morav. 8. 364 und 371. — Sirtaptuf, II. S. 422. ~ Gauhe , I. 8. 2016 
uod 17. — Zedier, .33. S. 1985-87. — Diffn^mann, S. 339. \r. 53. — N. Pr. A.-L. FV. 8. 147. 
— Deutsche Grafenh. d. Gegenwart, II. S. 342—44. — Geneal. Taschenbuch d. gräfl. Häuser, 
1864, 8. 730 und 31 und histor. Handb. su I)eni»olbon, 8. 846. — ». M^ding, UI. 8. 653. — 
Suppl. «u Siebm. W.tB. VI. 12. — Tyrof, II. 118. — W.-B. d. Preuss. Monarch., 1. 86. 

Sandt (in Gold sechs ,1,3 und 3 , schwebende , rothe Kugeln). 
Im Kgr. Preussen anerkannter Adelsstand. Anerkennung durch Cabi- 
netsordre vom 19. Juli 1852 für Anton v. S. , k. preuss. Geh.-Rath, 
vom 25 Jan. 1853 für Leo v. S., k. preuss. Lieutenant, und vom 
7. Novbr. 1855 für den Bruder des Letzteren, Eduard v. S., k. prenss. 
Oberlandgerichts-Auscultator. 

Frtih. 9. Ledebur, II. 8. 339 und III. 8. 336. 

Sangerhansen, Sangershansen, Sanger, fHiher Grafen (in Roth, 
2 und 1 . goldene Löwen). Altes, längst im Hauptstamme erloschenes 
Herren- und Grafengeschlecht, welches die Grafschaft und Stadt San- 
gerhansen bis 1034 besass, in welchem Jahre dieselbe an Ludwig den 
Bärtigen in Thüringen gelangte. Von Letzterem erhielt die Grafschaft 
Magnus Torquatus Herzog von Brannschweig zur Morgengabe. Hanno 
V. Sangerhausen war von 1260 bis 1272 Hochmeister des deutschen 
Ordens. — Später blühte ein , gleich dem alten Grafenhanse nach der 
im Mansfeldischen gelegenen Stadt Sangerhausen genanntes Adelsge- 
schlecht , welches auch in Ostprcussen begütert wurde. Aus demselben 
stammte Jobst v. Sangershausen , welcher in der Mitte des 17. Jahrh. 
Herr auf Ober - Rohlingen unweit Sangerhausen und kurbrandenb. 
Amtshauptmann zu Himmels tädt und Kartzig war. — Der Mannsstamm 
erlosch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. mit Wilhelm v. S. auf 
Rohlingen, Matena und Stockum, ans dessen Ehe mit Antonie v. Schwar- 
zen a. d. H. Engelsdorf nur eine Tochter , Elisabeth , entspross, welche 



-^ 46 — 

sich mit Erich v. Wrede, Herrn auf Würgessen und herzogl. braun- 
schweigischen Oberforstmeister vermählte und die Stammmutter der 
beiden v. Wredeschen Zweige zu Würgessen und Klein-Linnes wurde. 

AlbinuMf Histor. d. Gr. und Herren v. Wertheru, 6. 6S. — Matthäi "Watuel^ Preiiu. Chro- 
nik, Königiberg, 1599, S. 84 b. - Z»'dUr, 33. S. 2tX)6. - Frei/i. v. L^debur. IL 8. 34<i. - 
fiiehmaeh^r, V. 25: Wappen de« Hochmeinters Hanno t. äHugerhausen. — «. Mtding ^ U. 
8. 497 and 98. — Tyroff^ L S. 249 und SiebenJtees, 1. S. 208 und 209. 

Sanitz (in Silber drei Weinstöcke, jeder mit einer blauen Traube). 
Altes Adelsgeschlecht der Neumark, welches zu Anfange des 19. Jahr- 
hunderts auch im Posenschen begütert wai\ Basselbe sass in der Neu- 
mark bereits 1337 zu Ilitzdorf unweit Arnewalde und 1369 zu Wil- 
denow bei Friedeberg, und brachte dann noch andere Güter an sich, 
namentlich Braunsfelde, Falkenstein u. s. w. — Der Stamm blühte fort 
und von den Sprossen desselben traten Mehrere in die k. preuss. Armee. 
Carl Wilhelm t. Sanitz a. d. U. Brauusfclde starb 1821 als General- 
major a. D. und der Sohn desselben , Ludwig Friedrich Bogislav v. S., 
wurde 1831 als Generalmajor pensionirt. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 147 und 48: wirft beide Familien v. Sanitz unter einander. — F)r9ik, 
». Ledfbur, IT. 8. 340. 

Sanitz, Sanz, Säntzen (Schild von Blau und Gold geschachtund 
über dem Schache in Schwarz ein von zwei goldenen Sternen begleite- 
ter, silberner Mond). Altes, pommemsches, nach Micrael Wolgasti- 
sches Adelsgeschlecht, welches bereits 1395 zn Murchin unweit Greifs- 
wald, und noch 1665 zu Stemnitz bei Schlawe sass. Ein den Namen 
des Geschlechts führender Sitz Sanitz liegt unweit Anclam. Bernd 
V. Sanitz , k. schwed. Oberst und Commandant zu Anclam , Herr auf 
Stemnitz, lebte 1665 als der Letzte seines Geschlechts. 

Micrael, S 523. — Gauhe, I: S. 1905. — Z^dUr, 33. S. 2041. - Freih. ». Ledfbur. 11. 
8. 840. — 8iefnttaeh§r, V. 161 : 8äntx«;u. — 9. Meding, II. 8. ,495. — Pomm. W.-B. V. 41. 

Sänne. Altes, in der Altmark und in Pommern begütert gewe- 
senes Adelsgeschlecht, aus dem schon 1272 genannten, gleichnamigen 
Stammhanse unweit Stendal , welches 1 30 1 in Pommern zu Luckow bei 
Ueckermünde, und in der Altmark zn Jarchau bei Stendal 1485, und 
noch 1 607 begütert war. Der Mannsstamm ist zu Anfange des 1 7. Jahr- 
hunderts mit Christoph v. Sänne, gest. 1604 als kurbrandenburg. Ober- 
ster, erloschen. 

Frfih. V. Ledfbur, II. S. 34« i. 

Sanni^ (Schild von Gold und Schwarz der Länge nach getheilt 
und in jeder Hälfte auf grünem Rasen ein Löwe, welche Beide, einander 
zugekehrt, einen Lorbeerkranz halten). Ein früher zu dem schlesischen 
Adel zählendes , im Breslauischen begütert gewesenes Adclsgeschlecht, 
welches um 1686 zu Rückerts-, später Ritterswalde unweit Neissc sass. 

SinapiiM, L S. 806. - Zedier, 3.3. 8. 2046. - Fteih. o. Ledehur, II. 8. .^40. 

Santen (im Schilde ein Wolfshaken). Altes, clevisches Adels- 
geschlecht, dessen Name wohl von der Stadt Xanten herzuleiten ist. — 
Johann v. Santen gehörte 1399 zu der münsterschen Ritterschaft, und 
Alexander v. S. lebte um 1650. In Ostfriesland war 1778 Hieronymns 
Ibeling v. Santen Auscultator zu Emden. In neuer Zeit, um 1856, sass 
die Familie zu Jarnitz auf Rügen. . 

rtHh. 9, L9de^ur, OL 8. 340 and lU. 8. SM. 



- 46 — 

Sapieha, Grafen and Fürsten. Reichsgrafenstand, im Kgr. Polen 
anerkannt, and Reichsfürstenstand. Grafendiplom vom 6. Jan. 1572 
für Nicolaas Sapieha, Woiwoden von Witepsk, and polnisches Ancr- 
kennangsdiplom des , in die Familie gekommenen Reichsgrafenstandea 
vom 4. Mai 1572 und Reichsflirstendiplom vom 17. Mai 1699 itir 
Michael Grafen Sapieha, Grossfeldherrn von Litthanen. — Altes, lit- 
thanisches Adelsgeschlecht , aas welchem König Sigismand I. in Polen 
in einer Urkunde von 1512 dem Woiwoden von Bodlakien, Johann 
Sapieha, Herrn auf Koden und seinen Vettern, unter Bezugnahme auf 
ein älteres Anerkennnngsdiplom vom Könige Wladislans Jagello , ein 
wiederholtes Anerkenntniss darüher ertheilte, dass die Familie Sapieha 
von Narimund, zweitem Sohne des Grossherzogs Gedemin von Litthanen, 
abstamme. — Das Haus Sapieha schied sich später in zwei Linien. Die 
eine, Sapieha-Rozinski, blüht noch jetzt in Litthauen, die zweite, Sa- 
pieha-Kodenski , Hess sich nach den polnischen Unruhen in Gesterreicb 
nieder und kaufte sich , nachdem alle ihre Güter von Russland einge- 
zogen waren, in Galizien an. — Was noch die Führung des fürstlichen 
Titels anlangt, so erhielt 22. Mai 1768 Catharina Grf. Sapieha auf 
Rawitsch vom Könige von Preussen Friedrich IT. die Erlaub niss, sich 
der fürstlichen , dem Geschlcchte Sapieha vom Könige Sigismund von 
Polen ertheilten und auf dem letzten Reichstage erneuerten Würde 
auch in Schlesien bedienen zu dürfen. Die Anerkennung des fürst- 
lichen Ranges und Titels für den österr. Kaiserstaat erfolgte 25. Febr. 
. 1840. — Haupt des fürstlichen Hauses ist Leo Fürst Sapieha^Kodenski, 
geb. 1802 — Sohn des Fürsten Alexander Sapieha-Kodenski aus der 
Ehe mit Anna Grf. Zamoyska — , k. k. österr. Reichsrath und Land- 
marschall für Galizien, verm. 1825 mit Hedwig Grf. Zamoyska, geb. 
1806, aus welcher Ehe ein Sohn, Prinz Adam, eutspross. Letzterer, 
geb. 1828, vermählte sich 1852 mit Hedwig Prinzessin Sanguszko- 
Lubartowicz, geb. 1830, und aus dieser Ehe leben, neben zwei Prin- 
zessinnen, zwei Söhne^ die Prinzen: Wladi^lav, geb. 1853, und Leo, 
geb. 1856. — Die Schwester des Fürsten Leo, Prinzessin Anna, ver- 
mählte sich 1817 mit Adam Fürsten Gzartoryski-Zukow. 

Gothaisch. geneal. Taschenb. d. frcih. Häuüer, 1859, S. 196 und 196, 186», S. aol und 1860. 
— Fteili. V. Leriebur, II. S. 340 und 41. - Suppl. zu Siebm. W.-B. L 33: Gr. v. Sapieha. 

Saporta, Grafen. In Kurpfalz anerkannter Grafenstand. An- 
erkennungsdiplom von 1768 für Antoine Augustin de Saporta. — 
Altes, aus Saragoza in Aragonien stammendes Adelsgeschlecht, welches 
sich früher Zapoxta schrieb. Ein Glied der Familie stiftete in Sara- 
goza ein grosses Karthäuserkloster, auch wurde nach dem Palaste des 
Geschlechts Zapoxta eine Strasse benannt. — Don Louis II de Zapoxta 
begab sich im 15. Jahrh. mit seiner Familie nach Nieder-Navarra in 
Frankreich , und bald darauf wurde der Name Zapoxta mit dem Na- 
men Saporta vertauscht. Antoine de Saporta stand bei Antoine de 
Bourbon und Henry le Grand, Königen von Navarra, in grossem An- 
sehen. Der Sohn desselben , Jean de Saporta , war Oberst unter den 
Truppen des Admirals Coligny, warf sich nach der blutigen Nacht des 
24. August 1572 in die Festung Rochelle, und zeichnete sich auf das 



— 47 — 

Olänzendste bei der Vertheidigung derselben gegen den Herzog von 
Anjou aus. Seit dieser Zeit führt das Haus Saporta das Wappen mit 
der Devise : Forti Custodia. Die Familie ist noch jetzt in Frankreich 
an Sprossen reich. Die grossen Besitzungen in der Provence und be- 
deutende Pflanzungen auf St. Domingo vvurden während der französi- 
schen Revolution eingezogen und die schönen Güter Montsalier und 
Beanrepos gingen in Flammen auf. — Jean Stephan de Saporta führte, 
wie V. Lang angiebt, den Titel: Marquis de Montsalier. Derselbe 
hatte zwei Söhne: Joseph Antoine Marquis de Montsalier und Antoine 
Augustin de Saporta. Letzterer erhielt, s. oben, 1768 in Kurpfalz die 
Anerkennung des ihm zustehenden Grafenstandes, und wurde Kam- 
merherr und Rittmeister in kurplUlzischen Diensten , später aber pfalz- 
zweibrückenscher Garde-Oberst. Er vermählte sich in erster Ehe mit 
Carolina Freiin v. Ambotten und wurde Herr der Güter Gutenbrunnen, 
Schwarzenacker und Glashütte bei Zweibrücken , und in zweiter Ehe 
mit Henriette Freiin v. Geispitzheim. Aus letzterer Ehe stammte : 
Graf Friedrich, geb. 1794, k. bayer. Kämm. , pensionirter Hofmar- 
schall und Generalmajor, verm. in erster Ehe 1824 mit Clara Elisa- 
beth V. Stetten, geb. 1804 und gest. 1835, und in 'zweiter 1838 mit 
Johanna Freiin v. Fechenbach-Laudenbach , gest. 1839. Nur aus der 
ersten Ehe entspross eine Tochter, Grf. Caroline Stephanie, geb. 1824, 
welche sich 1847 mit Franz Freih. v. Roishausen vermählte. — Adolph 
Marquis v. Saporta — Enkel des Marquis Joseph Antoine v. Saporta- 
Montsalier, des Oheims des Grafen Friedrich, s. oben — , geb. 1797, 
k. bayer. Kämm. , Herr der Güter Föns Colombe bei Aix und Mont- 
vert unweit Marseille , Solliers bei Toulin und Buon zu Apt in der Pro- 
vence, vermählte sich 1821 mit Irene Grf. v. Boyer -v. Föns Colombe 
zu Aix. Die beiden Söhne waren, nach neueren, doch nicht fortge- 
setzten Nachrichten: Marquis Gaston und Marquis Carl. — Marquis 
Gaston, geb. 1823, vermählte sich 1846 mit Valentine Grf. v. Forbin 
zu Aix, gest. 1850, aus welcher Ehe ein Sohn entspross: Graf Lud- 
wig, geb. 1847. Vom Marquis Carl, geb. 1824, verm. 1849 mit 
Amalie geb. v. Gassand zu Marseille , stammt , neben einer Tochter, 
ein Sohn : Gaston (II.) 

9. Lang, S. 68. — Deutsche Grafenh. d. Gegenwart, II. 8. 344 und 45. — Genealog. 
Taschenbuch d. grafl. Häuser, 1859, S. 700 (auf welchoni Jahrgang die neaeren zurückweisen) 
und histor. Handbuch zu Demselben, 8. 846. — W.-B. d. Kgr. Bayern, II. 7 und v. Wölckern, 
Abtheil. 2. 

Sarbski (in Blau auf silbernen Wellen ein halb aus denselben her- 
vorragender, ein grünes Blatt im Munde haltender Seehund, Ober wel- 
chem drei goldene Sterne schweben). Altes, früher auch Sarbske, 
Zarbski , Szarbski und Zerbtiken geschriebenes , pommernsches Adels- 
geschlecht, welches nach Lehubriefen von 1423, 1493, 1605 und 
1608 schon im Besitze des Gutes Sarbske unweit Lauenburg war. Die 
Familie kommt noch 1724 zu Gaulin, 1784 zu Puggerschow und 1803 
zu Sarbske begütert vor. 

Brüggemann, I.- Hptst. 11. — N. Pr. A.-L. IV. S. 148. — Freih. ». LtdebuTy II. S. S41 
und III. S. 336. — SUbmacher, V. 167. 

Skurokstedt Altes, halberstädtischea Adelsgeschlecht, dessen 



^ 48 — 

Name ein unweit Halberstadt liegende s Gut trägt. Urkundlich tritt 
zuerst Hugo Sarckstedt. Ritter, 1291 auf. 

Meibom, Chronik doa Kloüterf) Manenberg, S. 43 und 44. — Zedier, 34. S. 74. 

Sardagna v. Meanberg und Hohenstein, Freiherren (Stamm- 
wappen: Schild quer getheilt: oben in Gold ein gekrönter, schwarzer 
Adler und unten in Roth ein aus dem P'ussraude sich erhebender, 
schroffer, natürlicher Fels, von dessen Gipfel ein Bach herabstflrzt). 
Erbländ.-österr. Freiherrnstand. Diplom vom 3. Septbr. 1826 für 
Johann ßaptista Sardagna v. Meanberg und Hohenstein, Herrn und 
Landmann in Tirol, und zwar in Anerkennung seiner eigenen, wie der 
. Verdienste seines früher verstorbenen Bruders, Simon S. v. M. und H., 
k. k. Obersten. — Ein aus Italien stammendes Adelsgeschlecht, welches 
urkundlich schon im 15. Jahrh. zu Sardagna nächst Trient in Tirol 
ansässig und im Besitze des Patriciats von Trient war. Durch Diplom 
vom 1. Octbr. 1579 erhielt die Familie vom Hause Oesterreich, neben 
Bestätigung ihres alten Wappens , den Reichsadel. Jacob und Franz 8. 
theilten den Stamm in zwei Aeste. Der Jacobische Ast schied sich in 
zwei Linien, in die der in Tirol ansässigen Grafen v. Sardagna mit der 
ihr nahe verwandten Seitenlinie des Carl Emanuel v. Sardagna , und in 
die von Benedict v. S. und Meanberg gegründete, welche letztere 1605 
der tiroler Landesmatrikel einverleibt und mit dem erblichen Ober^ 
Jägermeisteramte im Ftirstenthume Trient belehnt wurde. Diese Linie 
war immer ini/ österreichischen Gebiete begütert und diente im Kriege, ' 
wie im Frieden , dem Erzhause mit Auszeichnung. Freiherr Johann 
Baptist, s. oben, starb 1841 als k. k. pens. Oberstlieutenant zu Kla- 
genfurt und hatte in der Ehe mit Anna Freiin Todeschi v. Eschfeld, 
geb. 1763, verra. 1792 und gest. 1834, den Stamm, s. unten, fortge- 
setzt. Der Bruder des Freih. Johann Baptist, Simon S. v. M. und H., 
s. oben, starb 1823 unvermähit als k. k. Oberst und Platzcomroandant 
zu Lemberg. — Freih. Johann Baptist hinterliess, neben einer Toch- 
ter, Freiin Elisabeth, geb. 1803, Stiftsdame zu Hall, zwei Söhne, die 
Freiherren Peter und Johann Baptist (II.). Freih. Peter, geb. 1792, 
Herr und Laudmann in Tirol, k. k. Major in d. A., lebt unvermählt zn 
Klagenfurt; Freih. Johann Baptist (II.), geb 1796, Herr und Land- 
mann in Tirol, erhielt am ungarischen Reichstage 1836 durch die da- 
selbst anwesenden Stände das ungarische Indigenat, und ist k. k. Major 
in d. A. Aus seiner Ehe mit Franzisca Wirkner v. Jorda, geb. 1804 
und gest. 1844, entsproesten , neben zwei Töchtern, zwei Söhne: Freih. 
Franz, geb. 1804, Herr und Landmann in Tirol, k. k. Hauptmann, 
verm. 1862 mit Alexandrine Merey de Kapas-Mere, und Freih. Jo- 
hann Baptist (III.) : geb. 1837, Herr und Landmann in Tirol , k. k. Ritt- 
meister, verm. mit Irma v. Dorner, aus welcher Ehe ein Sohn stammt. 
Albert, geb. 1861. 

Geneal. Ta«chenbuch d. freih. Häuner, 1857, 8. 645-47, 1863, S. 833 und 1865. 

Sari. Altes Rittergesch^echt, welches in Steiermark die Herr- 
schaft Frondsberg besass. 

Schmutz, JH. 8. 444. 

\ Sarnthein, Sarenthein, Freiherren und Grafen (Stammwappen: 



— 4» — 

Schild geviert : 1 und 4 in Roth ein silberner Querbalken , in welchem 
ein gekrönter, doppelt geschweifter, rother Löwe nach rechts schrei- 
tet : Nordheim , und 2 und 3 in Blau ein rechts sehender , mit dem 
Halse abgehauener, goldener Hirschkopf mit zwölf Enden: Hopfao. 
Bei Erhebung in den Grafenstand kam ein gekrönter Mittelschild hinzu, 
in welchem in Blau ein silberner Windhund [nach dem Diplome ein 
„Himmelshnnd'^] unter sieben, über ihm einen Halbzirkel bildenden, 
goldenen Sternen nach der rechten Seite springt). Erbländ.-österr. 
Freiherrn- und Grafenstand. Freihermdiplom vom 11. Novbr. 1681 
vom Erzherzoge Ferdinand Carl in Tirol für David Wagner, erzherz. 
Rath zu Innsbruck, mit dem Prüdicate: v. Sarnthein, und kaiserliches 
Grafendiplom vom 12. Decbr. 1681 für denselben mit seinem Bruder, 
Ludwig , und seinen Vettern Carl , Franz , Dominic und Joseph , mit 
dem Titel : Herren zu Rottenbuch , Kellerburg und Kränzelstein. — 
Das freiherrliche und gräfliche Haus v. Sarnthein führt den Namen 
von der Herrschaft Sarnthein in Tirol, welche sich, dem Talser entlang, 
bis gegen Botzen hinzieht und früher schon dem alten ; bekannten Ge- 
schlechte der Sarntheiner v. Nordheim, welches 1646 mit Maximilian 
Samtbein v. Nordheim, k. k. Regierungsrath zu Innsbmck, ausstarb, 
den Namen gegeben hatte. Die Herrschaft Sarnthein mit den Gutem 
Kellerburg und Kräuzelstein kam 1635 pfandweise, 1648 aber erb- 
eigenthümlich als landesfürstliches Lehn durch Kauf an David Wagner, 
geb. 1603, einen reichen Grosshandlungsherro in Botzen, dessen Vor- 
fahren: Georg Wagner, 20. Septbr. 1530 den Reichsadel und David 
Wagner 20. März 1541 eine Bestätigung desselben, mit Erlaubniss zur 
Vereinigung des mütterlich angeerbten Hopfau'schen mit dem angebo- 
renen Wappen erhalten hatten. David Wagner, des Letzteren Enkel, 
wurde in die tiroler Landesmatrikel eingetragen und brachte später, 
s. oben , den Freiherm- und Grafenstand, in die Familie, mit dem Prft- 
dicate: v. Sarnthein. — Graf David vermählte sich 1630 mitCatharina 
y. Breysach und Katzenzungen , und der Sohn desselben war Graf Franz 
Ludwig, gest. 1731 , k. k. Kämm., verm. mit Adelheid Grf. v. Tae(- 
tenbach und Rheinstein. Aus dieser Ehe stammte Johann Gottfried, 
geb. 1692 und gest. 1758, k. k. Kämmerer und oberösterr. Hofkam- 
merrath , verm. mit Veronica Grf. v. Thun und Hohenstein , und der 
Sohn desselben, Alois, geb. 1733 und gest. 1809, k. k. Geh.-Rath, 
Kämmerer und Ober-Appellationsgerichtspräsident zu Innsbruck , war 
zweimal vermählt, zuerst 1755 mit Carolina Gr. v. Trapp, gest. 
1788, und später, 1790, mit Maria Anna Grf. v. Welsperg. Aus der 
ersten Ehe entspross : Graf Ludwig, geb. 1792, Herr zu Rottenbuch, 
Kellerbarg und Kräntzlstain in Tirol, k. k. Kämmerer, vermählt 1819 
mit Anna v. Menz, und von ihm stammt und lebt, neben drei Töchtern, 
ein Sohn; Graf Ludwig (II.), geb. 1820. Von den Geschwistern des 
Grafen Ludwig haben Graf Joseph , geb. 1794 und gest. 1851 , in der 
Ehe mit Therese Aigner v. Aigcnhofen, gest. 1853, und Graf Mark- 
quard, geb. 1804, Gutsbesitzer zu Fonzaso im Venetianischen , verm. 
1841 mit Paoline Grf. v. Coreth, geb. 1821 , deB Mannastamm durch 
je zwei Söhne fortgesetzt. 

JbutcAU, D^mtach. Ä^UU-h^x. VUL 4 



— 80 — 

Zedier, 34. S. 122. ~ Deutsch« Orafenh. d. Gegenwart, U. S. 346 nnd 47. — Oeneal. 
Taachenbach d. gräfl> Häuser, 1864, S. 731 und 32 und histor. Uandb. zn Demselbeo, S. 848. 
— 8i«bmacher, m. 102 : Stamm wappftn, v. 8., TiroUsch. 

Samy, Freiherren. Kurbayerischer Freihermstand. Diplom vom 
2. Octbr. 1751 ftr Johann Alois Max Joseph Tassin, kurbayer. Trach- 
sess und Residenten in Madrid, mit dem, einem Gute in den Nieder- 
landen entnommenen Namen: Sarny. Der Stamm blühte fort und, 
nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, wurde der Sohn 
des Emp^gers des Freihermdiploms: Maximilian Joseph Freiherr 
V. Samy , k. bayer. Oberst und Commandant zu Wilzburg , in die Frei- 
hermelasse derselben eingetragen. 

•. Lang^ 8. 224. — W.-B. d. Kgr. Bayern, Hl. 99 nnd t. Wölckem, Abth. 3. — ». Befner, 
bayer. Adel, Tab. 67 nnd 8. 55. 

Sarrazin, Sarazin (in Roth ein fliegendes Segel und über dem- 
selben drei Sterne). Schweizerisches , später im Lippeschen begütert 
gewesenes Adelsgeschlecht. — Johann v. Sarrazin war Präsident im ade- 
ligen Rathe der Stadt Genf, und der Sohn desselben, Ludwig v. S., 
k. schwed. Oberst und Commandant zu Bremen, Nienburg und Olmütz. 
Leterer brachte zu Anfange des 17. Jahrb., nachdem er sich mit Ca- 
tbarina v. Post zu Postholz vermählt hatte , das Gut Lüdenhausen im 
Lippeschen an sich. Mit seinem Enkel, Philipp Adolph Casimir y. S., 
lippeschen Oberhof- und Stallmeister, eriosch 1714 der Mannsstamm 
des Geschlechts. 

F)r«ih. 9. Led4b^r, IL 8. 341 und III. 8^336. — Tyrof, I. 88. 

Sartor, Sartor anf Gansheim , Freiherren (Schild geviert mit 
Mittelschilde. Im gekrönten , goldenen Mittelschilde auf einem grünen 
Dreiberge ein nach der rechten Seite aufspringender, schwarzer Wid- 
der mit goldenen Hörnern. 1 und 4 in Blau ein rechts gekehrter, sil- 
bemer Löwe, und 2 und 3 in Silber ein schrägrechter, rother Balken, 
belegt mit drei untereinander stehenden, sechsstrahligen , goldenen Ster- 
nen). Adels- und Freiherrastand des Kgr. Baiern. Adelsdiplom vom 
1. April 1822 für Joseph Sartor, Besitzer des Ritterguts Gtmsheim, 
und Freiherrndiplom vom 31. Jan. 1824 für denselben. 

HandBchriltl. Notic. — W.-B. d. Kgr. Bayern, X. 6. - «. He/ner, bayor. Adel, Tab. 67 
und 8. 54 und 55. 

Sartori, Ritter Erbländ.-österr. Rittei'stand. Bestätigungsdiplom 
des der Familie zustehenden Ritterstandes von 1735 für Wilhelm An- 
dreas V. Sartori, Oberamtsrath und Inspector zu Neuenbürg, mit seines 
verstorbenen Vetters , Martin Schneider, gewesenen Waldmeisters zu 
Bludenz und Sounenberg , hinterlassenen Erben. 

Megerle v. Mühl/eld, Erg. -Bd. 8. 201. 

Sartori. Erbländ.-österr. Adelsgeschlecht. Diplom von 1759 
für Franz Anton Sartori, Stadtraths-Primator und Wirthschaftsin- 
spector zu Olmütz, wegen seiner bei der Belagerung von Olmütz 1741 
erworbenen Verdienste. 

MegtrU v. Mühtfeld, 8. 255. 

Sartori v. Sanct Fidel. Reichsadelsstand. Diplom von 1764 
für Johann Georg Sartori, Oberamtsrath und Rentmeister zu Burgau, 
mit : V. Sanct Fidel. 

Meff€rl4 «. Mühl/eld, Erg.-Bd. 8. 433. 



— 61 — 

Sartoris, Sartori (in Roth ein auf grünem Boden springendes 
weisses Ross). Ein aus Piemont stammendes Adelsgeschlecht, welches 
seit 1610 das Erbhürgerrecht der Stadt Genf besitzt. Der Stamm 
blühte fort and zu demselben gehörte ein v. Sartoris, welcher 1796 
k. preuss. Kammerherr wurde und um 1804 Miuisterresident in Han- 
nover war. Der einzige Sohn desselben , Carl v. S. , früher in k. k. 
Militairdiensten, starb 1837 auf seinem Landgute in Oesterreich. 

Leu, Schweiz. Lexlc. XVI. S. 102 und 103. — Handb. d, Preufu. Hofei und Staates (ur 
1804. 8. 468. — N. Pr. A.-L. V. 8. 396 und 97. — hWifi. v. Ledebur, II. 8. 341. — Suppl. 
xn Siebm. W.-B. XI. 15. 

Sartorins, Edle (in Silber zwei schrägrechte, rothe Balken, und zwi- 
schen denselben unter einander drei sechseckige, rothe Sterne). Erbländ.- 
österr. Adelsstand. Diplom vom 19. Septbr. 1796 für Joseph Sartorius, 
Doctor der Medicin, wegen versehener Professur der Arzneikunde und des 
Ordinariats im allgem. Krankenhause, mit: Edler v. — Der Stamm blühte 
fort und ein Sohn des Diplomscmpföngers , Georg v. Sartorius , Doctor 
der Medicin und Arzt zu Aachen, wurde, laut Eingabe d. d. Aachen, 
14. Aug. 1829, in die Adelsmatrikel der preuss. Rheinprovinz, unter 
Nr. 47 der Glasse der Edelleute, eingetragen. 

Frelh. w. Ledebur, U. 8. 341. — W.-B. d. Preusa. Bhelnprorins , L Tab. CX. Nr. 816 
and 8. 101. 

Sartorius, Sartorius v. Schwanenfeld (Schild geviert: 1 und 4 
in Gold ein Mohrenkopf mit weisser Binde, und 2«und 3 in Roth auf 
grünem Rasen ein Schwan). Reichsadelsstand, Diplom vom 26. März 
1780 für Ernst Franz Johann Sartorius. Derselbe stammte aus einem 
Geschlechte, welches vom K. Matthias zwischen 1616 und 1618 den 
Adel erhalten und von den Kaisern Ferdinand III: und Leopold I. 1641 
und 1660 Anerkennungsdiplome des, der Familie zustehenden Adels 
mit: V. Schwanenfeld, erhalten hatte. Auch dem Bruder des Ernst 
Franz Johann v. S. , Anton Andreas S., k. preuss. Ober-Postcommissar, 
wurde der Adel neu bestätigt und preuss. Seit« 26. April 1787 an- 
erkannt. 

Freih. t. Led§bur, U. 8. 331 und 42. — Supplem. r.u Siebm. W.-B. I. 35 und XI. 26. 

Sartorius v. Waltershausen, Freiherren (in Gold ein silbernes 
Einhorn). Freihermstand des Kgr. Bayern. Diplom von 1827 für 
Georg Sartorius, hannov. Hofrath und Professor zu Göttingen. Der- 
selbe hatte das Gut Waltershausen in Bayern gekauft und erlangte hier- 
auf, wie angegeben, den bayerischen Adelsstand mit dem Freiherm- 
titel. Die Erhebung wurde in Hannover 8. Jan. 1828 amtlich bekannt 
gemacht. 

lUnnoT. Oo«. Sammlung von 1828, Abth. II. 8. 1 und 2. — Neues vaterl. Archiv, 1831. 
I. 8. 185 und 186. — Freih. v. d. Knesebeek , Ö. 245. — Freih. t. Ledebur, 11. 8. 342 und 
III. 8. 336. - Hannov. W.-B. B. 9 und S. 12. — Kneschke, U. 372 und 73. 

Sartorius, Sartorius v. Wiesenthal. Böhmischer Adelsstand. 
Diplom vom 11. Juni 1670 für Heinrich Michael Sartorius, mit: v. Wie- 
senthal. 

9. HeUback, II. 8. 368. 

Sass , auch Freiherren (Stammwappen : Schild quer getheilt : oben 
in Gold ein halber, rother Löwe und unten in Blau drei, 1 und 2, 
goldene Sterne). Im Kgr. Prenssen erneuerter Freibermstand. £r- 

4* 



— 62 — 

neaerangsdiplom vom 1. Septbr. 1779 für Gerhard Alexander y. Sass, 
k. prenss. Generallieutenant, Chef eines Garnisonregiments, Comman- 
danten von Cosel u. s. w., Herrn auf Klein-EUgnth, Giraltowitz, Stnben- 
dorf, Borislawitz u. s. w. — Altes, ursprünglich aus Westphalen stam- 
mendes Adelsgeschlecht, aus welchem Machorius Sasse , Domherr zn 
Mtüister, 1313 mit dem halben Löwen siegelte. Die Familie kam zei- 
tig nach Cur- und Liefland, und wurde im 18. Jahrb. in Schlesien, 
und später in Ost- und Westpreussen begütert. In Kurland , wo die 
Familie die Güter Wessen, Buschhoff. Dübenau, Ellern und Jaschen, 
Brfiggen , Kümmeln , Altautzen , Scheben u. s. w. an sich brachte, blühte 
der Stamm in mehreren Linien fort. — Freih. Gerhard Alexander, 
s. oben , — Sohn des Gerhard v. Sass auf Brüggen und Kümmeln in 
Gurland aus der Ehe mit Sibylla v. Plater a. d. H. Istiz — trat 1736 
in k. prenss. Dienste , stieg von Ehrenstufe zu Ehrenstufe und erwarb 
die obengenannten Güter Gross-Ellguth , Giraltowitz u. s. w. in Ober- 
schlesien. Derselbe hinterliess 1790 aus seiner Ehe mit Helena v. La- 
risch zwei Söhne und eine Tochter. Der eine Sohn , Wilhelm Hein- 
rich Friedrich v. S. , k. prenss. Kammerherr und Domherr zu St Peter 
und Paul in Magdeburg und zu Havelberg, lebte von 1770 bis 1779 
auf den oberschlesischen Gütern, und der Andere, ebenfalls königl. 
Kammerherr, war Her? auf Talissow und bis 1806 Landrath des sie- 
wirschen Kreises. • Johann Gustav v. S. starb 1807 als k. preuss. 
Oberst. In neuer Zeit, 1857, war nach Bauer ein Freiherr v. Sass 
Herr auf Komalmen unweit Heilsberg, und ein v. Sass-Jaworski, Land- 
schaftsdeputirter, Herr auf Lippienken im Kr. Schwetz. 

N. Pr. A.-L. I. 8. 48 nnd IV. S. 148 un<l 49. — Freih. v. led^bur, U. 8. 342. — NHmhf, 
Onrläud. W.-B. Tab. 34: v. 8. — W.-B. d. Prenss. Monarch., II. 60: Freih. t. 8. 

Sassen. Ein im 16. Jahrb. mit mehreren Gütern in Ostpreussen 
ansässig gewesenes Adelsgeschlecht, eines Stammes wohl mit der alten, 
später erloschenen hessischen Familie dieses Namens. 

Freih. r. Ledebur, II. 8. 342. — Chr. Fr. Ayrmann, ConBilinni de genealoKÜs antiqote 
familiarum Hasaiae nobiliuni nnieudis, exemplo fauiiliae de Sassen declaratam. Giesae, 1729. 

Sastrisel, Zastrissel. Altes, mährisches und polnisches Adels- 
geschlecbt, welches nach 1449 nicht mehr vorkommt. — Johann v. Sast- 
risel war 1225 Bischof zu Plotzko. 

Pfeifer, Schauplatz des alten Adela in Mähren, S. 172. — Zedier, 34. 8. 178. 

Satlbogen. Altes, bayerisches Adelsgeschlecht aus dem Stamm- 
schlosse und der Hofmark Satlbogen, Satlpogen, zwischen Straubing 
nnd Cham, welches schon im 10. Jahrh. vorgekommen sein soll und 
noch in der letzten Hälfte des 16. Jahrh. blühte. 

Wigul Hund, I. 8. 318-23. 

Sattinstedt, Setinstedt, Setinstete. Altes , thüringisches, in Ur- 
kunden zwischen 1209 bis 1375 genanntes Adelsgeschlecht, welches 
das gothaische Dorf Sattelstädt (früher Satans-Stedte genannt) besass. 

Thuringia sacra, 8. 101. — Brückner, Kirch.- und Scbulon-Staat des H. Gotha. H. St. 2. 
8. 64 und 8t. 12. 8. 21. 

Sattler , auch Freiherren. Altes, schwäbisches Adelsgeschlecht, 
welches nach Cmsius sich vormals zu Waiblingen aufhielt and daselbst 



— 53 — 

eine Erbbegräbniss-Capelle hatte, in welcher noch 1500 Johann Satt- 
ler, Amtshauptmann zu Aurach, beigesetzt wurde. Friedrich y. S. 
zeichnete sich als k. schwedischer Oberst im 30jährigen Kriege aus, 
und Johannes v. S. , kaiserl. Rath und Abgesandter an der ottomanni- 
sehen Pforte, starb 1678, nachdem er kurz vorher den Reichsfreiherm- 
stand erhalten hatte. Später wurde ein kaiserl. Hauptmann S. bei Be- 
lagerung der Stadt Gran in Ungarn gefährlich verwundet. 

Crutii, Aiinal. Sueric. Part. m. 8. 433. - GauAt^ I- S. 2017 and 18. — ZeMtr, 84. 
S. 201. 

Satz. Altes, im 12. bis 14. Jahrh. in Steiermark vorgekomme- 
nes Adelsgeschlecht. 

Sehmut», ni. S. 449. 

Satasenhofen, Sazenhofen, Sassenhofen, Sassenhoyen, Frei- 
herren und Grafen (Stammwappen : in Silber drei rothe Querbalken. 
Gräfliches Wappen: Schild ge viert mit gekröntem, das Stammwappen 
zeigenden Mittelschilde. 1 und 4 in Silber drei blaue Pfähle, und 
2 und 3 von Silber und roth quer getheilt, mit einer auf der Thei- 
lungslinie liegenden, rothen, mit Hermelin ausgeschlagenen, be- 
krenzten Mütze (Barrethut). Reichsgrafenstand. Diplom von 1782 
f&r Franz Sigismund Freih. v. Satzenhofen auf Bertholdshofen und 
Kettendorf, kurtrierschen und hochteutschmeisterischen , wie auch 
kaiserl. und kurmainz. Geh. -Rath und Oberkämmerer, und fär die bei- 
den Brüder desselben , von denen Freih. Adam Friedrich im Diplome 
als kurbayer. Kämmerer und Oberst aufgeführt ist. — Eins der älte- 
sten und vornehmsten , altbayerischen Adelsgeschlechter , eines Stam- 
mes und Wappens mit den Leublfingen, welches schon im 10. Jahrb. 
blühte und die Freihermwürde , die von Bayern immer anerkannt wor- 
den ist, seit den ältesten Zeiten besitzt. ^Die Burgen und Güter des 
Stammes lagen meist in der Oberpfalz und vor dem Wald, und die Fa- 
milie bekleidete zu Regensbnrg das Kämmereramt und machte sich um 
diese Stadt vielfach durch Stiftungen verdient. — Wolfhart v. S. , Hof- 
meister des Markgrafen Ludwig von Brandenburg, wurde von demsel- 
ben mit den Yesten Fa}kenstein und Schneeberg belehnt, und, mit den 
zwei Söhnen des Hans v. Satzenhofen zum Fuxberg aus der Ehe mit 
Anna Maria v. Reitzenstein , Christoph Philipp und Jobst Sigmund v. S., 
Beide zum Fuxberg, schied sich das Geschlecht in zwei Hauptlinien, 
von welchen die ältere, von Christoph Philipp gestiftete Linie in der 
Mitte des 18. Jahrhunderts wieder erlosch. Aus dieser Linie hatte des 
Stifters Urenkel, Johann Friedrich v. S. auf Alfalter, Wielenhofen und 
Bettendorf, bayer. Rath, Pfleger und Landeshauptmann in Nabburg, 
durch Vermählung mit Johanna Rosina Sibylla, der Letzten des alten 
Geschlechts v. Bertolzhofen (Bertholdshofen), die gleichnamige Herr- 
schaft in der Oberpfalz und die bruchschen Güter am Niederrhein 
erlangt, worauf die drei Söhne desselben Namen und Wappen der 
V. Bertolzhofen , eines Zweiges des alten Scinsheim*schen Geschlechts, 
annahmen und, s. oben, vom K. Carl VI. in den Gfrafenstand versetzt 
worden, doch hat die gräfliche Linie nicht lange geblüht. — Die von 
Jobst Sigmund v. S. gegründete, jünger^ Hanptlinie schied sich iiao|i 



— 54 — 

ihren Besitzungen: Faxberg, Gattenfürst, Miessbach, Oedt, PlOssberg, 
Rottenstadt a. s. w. in mehrere Linien und Zweige, welche aber 
sämmüich wieder, bis auf die Stainmlinie : zum Fuxberg, ausgestor- 
ben sind. Von letzterer Linie war Johann Georg Albrecht, s. unten, 
durch Stammmütter aus den Familien v. Russwarm , Pelkhofen , Brandt 
und Preusing , der zweite Urenkel des Stifters der Linie , Jobst Sigis- 
mund. — Wie im deutschen Ritterorden, so hat sich auch das Geschlecht 
im bayerischen St. Georgsorden , so wie in mehreren Hochstiften als 
altadelig aufgeschworen und später kam, wie angegeben, der Freiherm- 
stand in die Familie. — Freiherr Johann Georg Albrecht, s. oben, 
geb. 1706 und gest. 1785, Herr auf Fuxberg, Hammer-Teuntz und 
Rottenstadt, war zweimal vermählt: in ei*ster Ehe mit Johannetta 
Freün v. Satzenhofen a. d. H. Rottenstadt-Drippacb , gest 1754, und 
in zweiter mit Maria Anna Magdalena Franzisca Weissmann t. Weissmi- 
Btein, gest. 1810. Aus der ersten Ehe entspross Freih. Franz Sig- 
mund auf Fuxberg und Rottenstadt, geb. 1744 und gest. 1808, k. bayer. 
Kftmm. und Major ä la suite, verm. 1791 mit Elisabeth v. Arnold. 
Aus dieser Ehe stammten drei Söhne , die Freiherren Johann Clemens, 
Franz und Friedrich Maximilian, und zwei Töchter, die tYeiinnen 
Anna und Amalie. Freiherr Johann Clemens, geb. 1797, Herr auf 
Rottenstadt, k. bayer. Oberstlieutenant der Caval. , verm. 1822 mit 
Caroline Freiin Lasalle v. Luisenthal, ist 1853 gestorben und hat, 
neben zwei Töchtern, da zwei Söhne schon vor ihm gestorben, noch zwei 
Söhne, die Freiherren: Maximilian; geb. 1829, und Eduard, geb. 
1831, welche Beide in die k. bayer. Cavalerie traten, hinterlassen. 
Aus der Ehe des 1857 verstorbenen Freih. Franz, s. oben, Bruders 
des Freih. Johann Clemens, Mitbesitzers des wildenauer Praevegeld- 
lehens, fürstl. Esterhäzyschen Bibliothekars und Galleriedirectors , mit 
Adelheid Grf. v. Törring-äeefeld, verm. 1817 und gest. 1826, lebt 
eine Tochter, Grf. Caroline , geb. 1819. Der jüngere Bruder der Frei- 
herren Johann Clemens und Franz: Freih. Friedrich Maximilian, geb. 
1801, bayer. Rittmeister a. D. , vermählte sich 1825 mit IsabeUa 
▼. Herfeld , aus welcher Ehe , neben drei TöQlitem , zwei Söhnö ent- 
sprossten, die Freiherren: Carl, geb. 1831, und Clemens, gefo. 1838. 

Wigul Hund, IL 8. 281 und 82. — Sinapius, II. 8. 425. - Oauhe, I. S. 2018. — Z§dUr, 
34. 8. 175 und 76. — e. Lang, 8. 22ö. — Fahne, I. 8. 275. — Freih. v. Ledebmr, U. 8.' MS. 
Oeneal. Tascbenb. d. freih. Häuser, 1856, 8. 577—80 uDd 1864, 8. 705. — Sieömachert I. 78: 
▼. Satsenhofen, Bayerifoh. - W.-B. der durchlaucht. Welt, III. 346: Gr. t. 8. — Robem^ 
Elem. Werk, II. 28: Gr. v. 8. — W.-B. d. Kgr. Bayern, III. lüO und v. Wölckem, Abth. 3: 
Freih. v. 8. — W.-B. der Preuss. Bheinprovlnx, II. Tab. 13. Nr. 86: Gr. v. 8. — 9. Hefner, 
bayer. Adel, Tab. 57 und 8. 55: Freih. v. 8. 

Saueken , Sanken , Sawken (in Blau drei quer übereinander strö- 
mende, weisse Flüsse, mit einem aus denselben hervorkriechenden 
Krebse). Altes, von Micrael zu den pommemschen Freien gezähltes 
Adelsgeschlecht, eines Stammes und Wappens mit den v. Stücke, wel- 
ches im Lauenburgischen 1639, und noch 1671 begütert war. 

Micrael, Lib. VI. 8. 372. — Gauhe, II. 8. 1753 und 54. - N. Pr. A.-L. IV. 8. 150. — 
Freih. t. Ledehur, U. 8. 343. — Siebmacher, V. 161. 

Saueken, Sanken (in Silber ein schwarzes Jägerhom mit golde- 
nem Beschläge und Bändern, und auf demselben ein schwarzer Adler). 



_ 86 — 

£in seit dem 17. Jahrhunderte in Ostprenssen mit mehreren Gütern an- 
gesessenes Adelsgeschlecht, dem Wappen nach ganz verschieden von 
dem im vorstehenden Artikel erwähnten, pommernschen Geschlechte 
dieses Namens. Dasselbe sass bereits 1625 zu Podangen unweit Preuss.- 
Holland, 1727 zu Gudnick bei Bastenburg, 1732 zu Wickerau unweit 
Mehrungen , erwarb dann bis in die neuere Zeit mehrere andere Güter 
und blühte dauernd fort. Nach Bauer waren von den Sprossen des 
Geschlechts im Kgr. t^reussen 1857 begütert: v. Saucken, Mitglied 
des Abgeordnetenhauses, Herr auf Julienfelde im Kr. Darkehmen; 
V. Saucken , k. Bittmeister a. D.' und Oscar v. S. , Herren auf Loschen 
im Kr. Preuss.-E3'lau ; Ernst v. S. , Herr auf Tarputschen und Karls- 
hof im Kr. Darkehmen; Carl v. S.-Tarputschen, Herr auf Georgenfeld 
im Kr. .Gerdauen; v. S., Herr auf Jourlauken Kölmergut, und Gon- 
stanz; v. S., Herr auf Elkinehlen, beide Güter im Kr. Darkehmen, und 
V. S., Herr auf Oslepschen im Kr. Insterburg. 

Abeü Rittersaal, 8. 12. ~ Oauht , IL S. 1753 ond 54. — 17. Pr. A.-L. IV. 8. 160. — 
Frtih. V. Ledtbur, U. 8. 3i2 und 43. 

Sauer, Sauer v. Kosiakh oder Kosiach, Freiheraen und Gn^ea 

(Freiherrliches Wappen : Schild geviert. 1 und 4 in Both drei goldene 
Buder,,so nebeneinander aufgerichtet, dass der Griff derselben, an wel- 
chem das Buder gehandhabt wird, unt^n ist: Stammwappen: 2 und 8 
ebenfalls in Both ein goldener Löwe, der zwei Schwänze, oder doch 
eine doppelte Quaste am Schwänze hat und in jeder Vorderpranke einen 
goldenen Bing hält , und 3 von Gold und Both der Länge nach getheilt 
mit drei, 2 und 1, Bingen belegt, von denen die oberen die gegen- 
seitige Tinctur des Feldes haben, der unten liegende Bing aber halb 
roth , halb golden ist : Feld 2 und 3 : Kosiakh , Kosiach. Das gräf- 
liche Wappen , vermehrt mit dem Greysneck'schen Wappen , hat acht 
Felder). Erbländ.-österr. Freiherrn- und Grafenstand. Freihermdi- 
plom von 1630 für Johann Carl Sauer v. Kosiach, kaiserl. Begiemngs- 
rath (gest. 1646 zu Gratz), und Grrafendiplom vom 27. Aug. 1668 für 
Georg Friedrich Freih. Sauer v. Kosiach, k. k. Kämm., Landschafts- 
verordneten in Steyer und Ober-Proviantmeister der Windischen und 
Petrinianischen Grenzen , mit dem Titel : Graf Sauer , v. und zu An- 
kerstein, Freiherr v. Khosiak, Herr auf Wöllaw, Schönstein, Lilgen- 
berg und Dorn au. — Altes, krainer, kärntner und steiermärkisches 
Adelsgeschlecht , welches den Namen Sauer von seinen an der Sau ge- 
legenen Gütern angenommen, oder, wie Andere wollen, dem genann- 
ten Flusse den Namen Sau mitgetheilt haben soll. Caspar Sauer kommt 
urkundlich zuerst, und zwar als Dieteri Galleri Anverwandter, 1313 
vor. Die ordentliche Stararareihe beginnt Bucelinus mit Jodocus deSava 
oder Sauer um 1400. Von den Söhnen dessellfen vermählte sichPancra- 
tius mit Maria , Erbtochter des Hauses Kosiach , und brachte so die in 
Unterkrain, zwei Meilen von Budolphswerth gelegene Herrschaft Kosiach 
an sich , nach der sich die Nachkommen nannten und diesen Beinamen, 
wenn auch später die Herrschaft in andere Hände gelangte, beibehiel- 
ten. Georg Sauer v. Kosiach war 1556 General der croatischen Gren- 
zen und Commandant zu Carlstadt , und der Bruder desselb^ , gest. 



— 66 — 

1580, Oberst in Algier; Freih. Andreas, kaiserl. General und Com- 
mandant zn Carlstadt, starb 1648, und sein Sohn, Friedrich, diente 
der Erone Spanien und war Coadjutor des Erzbisthums zu Mailand. 
Georg Friedrich, s. oben, kaiserl. Kämm., brachte 9. Decbr. 1672 das 
Erbland.-Vorschneideramt in Krain und der Windischen Mark in die 
Familie und lebte noch 1670. Von seinen Söhnen war Gr. Erasmus 
Friedrich, 1717 kaiserl. Geh.-Rath, nachdem er vorher innerösterr. 
Geh.-Rath gewesen war. Nach Einigen war derselbe, und nicht $chon 
sein Vater, der erste Erbland- Vorschneider im Herzogth. Krain, — 
Franz Anton Graf Sauer v. und zu Ankerstein, Erbland- Vorschneider 
des Herzogthums , wurde 1736, mit einer Pistole durch den Kopf ge- 
schossen, zu MantUa im Bette todt gefunden. — Der Stamm blühte 
fort und Ignaz Joseph Maria Gr. Sauer zu Ankerstein (Ankerstadt), 
geb. 1765, Domcapitular zu Regensburg, Capellanus Regius, geistl. 
Rath und ehemaliger Schulcommissions-Präsident in Regensburg, wurde 
noch , nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern , in die Gra- 
fenclasse derselben eingetragen. Mit ihm ist später wohl der alte 
Stamm erloschen. 

Buetiini Stemm. TIT. 8. 2f)1. — Valvasor, Ehre des Herr.. Crain, 8. 314. — Spimsr, 
S. 620 and Tab. 21. — Gr. v. Wurmbrand, S. 147. — Oauhe, 1. S. 2019 un<l 20. — Zedier, 
34. 8, 310. — V. Lang, 8. 68. — Schmutz, III. S. 450. — Siebmacher, I. 4«: v. Greysneck, 
BteyerlBch, xum Saaerschen Wappen hinsui^kommeD , III. 89: Sanrer, Kärnthiscb, m. 48 
und lY. 16: vermehrtes Sanerschet) Wappen. — 9. Meding, IIL S. 553—67: auch nach Bwei 
Btammbuchzeichntingen mit der rntcrHchrift : Argentinae, 28. Mai 1619 Andrea« Saa«r ad 
Kodakh in Wöllar nnd Schönsteiu und daneben : Pancratia« Sauer. — W.-B. d. Kgr. Bajem, 
U. 8 und V. Wölckern, Abth. 2. « 

Sauer, Edle. Reichsadelsstand. Diplom im kurpfälzischen Reichs- 
vicariate vom 8. Juni 1790 für Conrad Joseph Sauer, Kanzler von 
St. Emeran in Regensburg. Der Vater desselben, Georg Conrad 
Sauer , gebürtig aus Karlstadt in Franken , Handelsmann , würzburgi- 
scher Finanzrath und Stadtrath zu München , hatte vom Grafen Zeil 
1. Febr. 1751 ein pfalzgräfl. Edelndiplom erhalten, welches 6. Juli 
1790 für die Söhne in den kurfttrstl. Landen ausgeschrieben wurde. — 
Nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern wurden in dieselbe 
eingetragen die drei Brüder: Alois Edler v. S. , geb. 1755, gräfl. Pe- 
rusaischer Güterverwalter in Bisen, Ignaz Augustin, geb. 1764,. Han- 
delsmann in München, und Joseph Caspar, geb. 1765 , Registrator bei 
dem Archiv-Conservatorium im Altenhof zu München , mit dem Sohne 
ihres verstorbenen Bruders Georg Conrad Joseph , Conrad Joseph, geb. 
1782, Auditor. 

p. Lang, S. 614. — W.-B. d. Kgr. Bayern, VUI. 30. 

Sanerbrey v. Sauerburg. Reichsadelsstand. Diplom vom 13. Aug. 
1672 für Hans Peter Sauerbrey , Oberstwachtmeister der Stadt Ham- 
burg, mit: V. Sauerburg. Der Sohn desselben, Andreas S. v. S., 
k. schwed. Oberst, besass 1682 und noch 1709 in Neu- Vorpommern 
die Güter Falkenhagen und Henneckenhagen unweit Grimme. 

Fr^'h. r. Ledebur, 11. 8. 343. 

Sanerhof. Ein früher in der Altmark begütertes Adelsgeschlecht. 
Johann Valentin v. Sauerhof kommt zuerst 1693 und noch 1738 als 
Besitzer des Gutes Gohre unweit Stendal vor. Der Sohn desselben, 
Gabriel Friedrich v. Sauerhof, war noch 1748 Capitain im k. preuss. 



— 57 — 

I 

Infanterieregimente v. Kleist, 1749 aber Landeinnehmer des arend- 
seeschen und seehausenschen Kreises, und seit 1743 Besitzer eines 
Gutes zu Scliönberg unweit Osterburg, welches der Familie noch 1794 
gehörte. 

Freih. p. Ifdebur, II. S. MZ. 

Sanerma, s. Saurma, Freiherren und Grafen. 

Sauerwein, Edle. Erblftnd.-Österr. Adelsstand. Diplom von 1798 
für Joseph Anton Sauerwein, Oberfactor der Fraueuthaler Messingfabrik- 
Oberfactorei zu Grätz, wegen 53jäliriger Dienstleistung, mit: Edler v. 

SanerzapfT, Sanrzapff, SaarzapfT auf Berggmb, anch Frei- 
herren (in Blau zwei gestürzte , schräg auswärts so gestellte, silberne 
Lanzen, dass die Spitzen im Schildesfusse aneinander stehen). Im 
Kgr. Bayern 1823 anerkannter Freiherrnstand, in Folge der über 150 
Jahre, laut Urkunden, von der Familie geführten freiherrl. Würde. 
Alt^s, oberpfälzisches Adelsgeschlecht, welches früher, reich begütert, 
in zahlreichen , theils katholischen , theils lutherischen Linien blühte. 
Die Sprossen des Stammes dienten , je nach ihrem Olaubensbekennt- 
nisse , theils den Kurfürsten von Bayern und der Pfalz, theils den 
Markgrafen von Sulzbach, Bayreuth und Ansbach. Die fortlaufende 
Stammreihe der Familie beginnt mit Conrad Saurzapff, Herrn auf Höf- 
larn. am Eiide des 13. Jahrhunderts und in 16 Generationen gelangte 
dieselbe durch Vermählungen mit mehreren der angesehensten Adels- 
geschlechtern Bayerns in nahe Verwandtschaft. Die zuletzt noch blü- 
hende freiherrliche Linie besass Schloss und Herrschaft Burggrub seit 
1629, in welchem Jahre die Gebrüder Veit Friedrich, Veit Hans und 
Hans Ludwig v. Saurzapff diese Besitzung durch Kauf von den Herren 
V. der Grün an sich brachten. Zu den Letzten des Stammes gehörte 
Freih. Carl Hellmuth, geb. 1729, Herr zu und auf Burggrub, herzogl. 
Württemberg. Oberstwachtmeister , verm. mit Franzisca Freiin v. Pode- 
wils a d. H. Wildenreuth. Aus dieser Ehe entspross: Freiherr Hans 
Christoph, geb. 1766 und gest. 1810, Herr zu und auf Bergginib, k. 
preass. Oberst , verm. mit Charlotte Freiin Schilling v. Canstadt, geb. 
1766 und gest. 1838 als Pröbstin des fftrstl. Alexanderschen Damen- 
stifts in Ansbach. Aus der Ehe der Letzteren stammte Freih. Alexan- 
der, geb. 1795, Herr zu und auf Burggrub, k. bayer. Kämmerer und 
Major a la suite, welcher 13. Jan. 1861 den alten Stamm schloss. 
Seine zwei Schwestern waren ihm 1847 und 1859 im Tode vorange- 
gangen. 

Hucelini Stemmat. P. IV. — tiavhf, I. 8. 2022. — Z^fiUr, 34. 8. 331 und 32. — r. f^ang, 
8. 615. - Geoeal. Taicheiib. der freih. Häuser, 1854, Ö. 444 und 45, 1855, 8. 620 und 1857, 

8. 647. — Carl FrHh. p. Leopr^chting ^ des Freiherm Alexander SaursapfT und «efnes alten 
Geachlechtes Heimgang. München, 1861. — Siebtnacher, 1. 88: Die Saursapfen, Bajoriach 
(die Declaration nennt die Wapi»enbilder „Stecher"). — "W.-B. d. Kgr. Bayern, X. 6. — 

9. Ht/n^r, bayer. Adel, Tab. 67 und 8. 66. — Knttehke, I. 8. 378 und 74. 

Saul. Reichsadelsstand. Diplom im kursächs. Reichsvicariate vom 
12. Aug. 1741 für Friedrich Ludwig Saul, kursächs. Legationsrath. — 
lieber die spätere Erhebung in den Freihemistand fehlen genaue An- 
gaben. Die Familie ist , wenn nicht mit dem Erhobenen , doch wohl 
aehon im nächsten Gliede wieder ausgegangen. 



— 58 -^ 

Ilaiidschrifll. NotiK. - Tyro/, I. 24«: v. Saul. - Suppl. zu 8iebm. W.-B. XI. 4: Freih. 
V. Saul. - Knfschke, IV. S. 373 iiiul 374. 

^ Saulheim. Altes, rheinländisches Adelsgeschlecht, welches früher 

sehr ;j;li cd erreich war und sicli nach seinen Besitzungen in sechs Linien 
s. den Artikel: Hund v. Saulheim, Bd. IV. S. 529, theilte. Die Wap- 
pen dieser sechs Linien hat v. Meding möglichst genau beschi*ieben. 

(iudfnus, ('udex di)iluni. II. S. 472. — Humhracht , 8 220 und 21. — Oauk«, 1. S. 91'J 
und 20: Hund v. Saulh. im. — Zedier, 34. 8. 361. — Estor, Ahnen-Pr. S. 396: Hand v. Saul- 
beim. — Siehtffacfier, J. 124 < Hund ▼. Salheim, Kheinländisch, II. 104: mit den veruostalte- 
teii Namen: Hirten v. Sulhcim, Bhcinläudi«ch und V. 302: Hund v. Saulheim, Cölntache Pa- 
tririer. - Fuldaisrhor StiHHCalender: Hundt v. Saulheim. — r. AIeJing, II. 8. 499—603: be- 
sclircilit die Wappen säninitliclier bekannten Linien defl Stammes Saniheim. 

I Sanr, Saar zum Schreyerhof, Freiherren (Schild geviert, mit 

Mittelschilde. Im gekrönten, goldenen Mittelschilde ein rechts sehen- 
der, gekrönter, sch\>arzer Adler. 1 und 4 in Roth ein, bis an die 
Knie aufwachsender, alter Mann in einem goldenen Leibrocke a. s. w., 
welcher in der Rechten einen Zweig mit drei weissen Rosen und zwei 
grünen Blättern in die Höhe hält und die Linke in die Seite stemmt, 
und 2 und 3 in Gold ein rother , mit einem sechsstrahligen , goldenen 
Sterne belegter Querbalken). Reichsfreiherrnstand. Diplom vom 14. Jan. 
1696 für Johann Adam v. Säur, bambergischen Gesandten zu Regens- 
burg, und fttr den Bruder desselben, Franz Lorenz v. Säur, fürst- 
bischöflich passauischen Gesandten ebendaselbst Beide waren Söhne 
des Franz Melchior v. Säur, Kanzlers der österr. Prinzen*: Leopold 
"Wilhelm, Bischöfe zu Passau, und Ferdinand Carl zu Innsbruck. — 
Der Stamm, nicht zu verwechseln mit den Familien Sauer u. s. w., 
blühte fort und zwei Enkel des Freih. Johann Adam, die Brüder: Franz 
Ignaz Freih. v. Säur, geb. 1756, k. bayer. Mauthdirectionsrath in 
München, und Ignaz Anton Freih. v. S., geh. 1766, Landsasse zu 
Zangenstein , wurden nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern 
in die Freiherrnclasse derselben eingetragen. 

I». Larif/, 8. 224 : Säur lum Srhreycrboff. — W.-B. d. Kgr. Bayern, III. 99 tind v. Wölckem, 
Abtbeil. 3. — ». I/e/ner, buyor. Adei, Tab. 57 und 8. 55. — Knesehke^ IL 8. STJ und 74. 

^ Sanran, Sauraw, Freiherren und Grafen (freiherrliches Wap- 

pen : Schild geviert: 1 und 4 in Roth eine aufsteigende , silberne , etwas 
eingebogene Spitze, und 2 und 3 in Gold eine gekrönte, vorwärtsge- 
kehrte, schwarze Eule, mit ausgebreiteten-, doch spitzigen, fledermaus- 
artigen Flügeln und an den Füssen so gestümmelt, dass dieselben fast 
ganz fehlen. Im gräflichen Wappen ist der Schild zweimal der Länge 
nach und einmal quer geth eilt , sechsfeldrig mit geviertem, das freiherr- 
liche Wappen zeigenden Mittelschilde). Erbläud.-österr. Freiherrn- und 
Grafenstand. Freiherrndiplora vom 13. Novbr. 1553 für Franz dem 
Aelteren v. Saurau für sich und für das ganze Geschlecht , und Grafen- 
diplom vom 12. Jan. 1628 für Carl Freih. v. Saurau, Oberst-Erbland- 
marschall des Herzogth. Steiermark und Herrn der mit dieser Würde 
vereinigten Güter Frauenheim, Klein-Sölk und Friedstein. — Eins der 
ältesten und angesehensten st eiermärkischen Adelsgeschlechter aus der 
Stammburg Saurau an der Muhr im judenburger Kreise. Arnold und 
Siegfried S. , Ritter, treten urkundlich schon 1176 auf, und Wilh^m 
S., gest. 1327, war Landeshauptmann in Steiermark. Durch mal 



— 69 — 

Brüder, Wilhelm und Johann , hatte sich die Familie zuerst in zwei 
Linien geschieden. Die ältere, von Wilhelm, Herrn zu Lohming, ge- 
stiftete Linie erlosch 1761 , die jttngere, welche Johann gestiftet, kam 
ft-üher als Linie zu Ligist und Wolkenstein vor. Aus derselben erhielt 
der Enkel des Stifters: Franz der Aeltere, wie angegeben, den Frei- 
herrnstand, und Freiherr Oarf, gest. 1643. hatte vor seiner Erhebung 
in den Grafenstand, s. oben, 22 März 1625 das Oberst-Erblandmar- 
schallamt des iforzogthums Steiermark erhalten. Die beiden Söhne des 
ersten Grafen , Carl : Wolf Rudolph und Sigmund Friedrich , schieden 
die jüngere Linie des Stammes in zwei Zweige. Wolf Rudolph stiftete 
den älteren oder steiermärkischen Zweig . aus welchem Graf Raimund 
Maria 5. April 1785 das ungarische Indigenat erhielt, und Sigmund 
Friedrich den jüngeren oder österr. Zweig , aus welchem Graf Franz 
10. Febr. 1797 das ungarische Indigenat und 12. Mai 1797 die könig- 
liche Donation der Güter Merczidorf und Zsadany Im temesser Comitate 
erlangte. Beide Zweige sind im Mannsstamme und der jüngere , oder 
österreichische, auch im weiblichen Stamme ausgegangen. Zuerst er- 
losch der jüngere Zweig, und zwar im Mannsstamm 9. Juni 1832 mit 
dem Grafen Franz Joseph — vom Stifter des Zweiges , Sigmund Fried- 
rich , durch die Grafen Johann Georg , Maria Carl und Maria Carl Ca- 
jetan im vierten Gliede stammend — , geb. 1760, k. k. Kämm., Geh.- 
Rathe, Oberstem Hofkanzler, Minister des Innern, Staats- und Con- 
ferenzminister u. s. w. , im weiblichen Stamme aber, 19. Octbr. 1839, 
mit der Gemahlin des ebengenannten Grafen Franz Joseph , Maria An- 
toniaGrf. v. Lodron, geb. 1767 und verm. 1794. — Der ältere oder 
steiermärkische Zweig ist im Mannsstamme mit Zeno Grafen Saurau, 
Freih. auf Ligist und Wolkenstein, — vom Stifter des Zweiges, Wolf 
Rudolph , durch Johann Rudolph , Maria Ludwig und Maria Raimund 
im vierten Gliede stammend — k. k. Kämm., steier-ständigen Aus- 
schussrath und Oberst-Erblandmarschall in Steiermark , Landstand in 
Oest erreich und Steiermark , 28. Aug 1846 erloschen. Derselbe war 
zweimal vermählt, zuerst 1815 mit Gabriele Grf. Huniady v. Köthcly, 
gest. 1821 , und in zweiter Ehe mit Maria Anna Grf. Goäss, geb. 1806 
und verm. 1829. 

Bucelini Stemuiat. P. 111. — Or. «. Brandt», Nr. 47. — Hübner, III. Tab. 843-46. — 
SinapitM. II. 8. 1&9. - Gauhe . I. 8. 2023. - Zedier, 34. 8. 422 und 23. — Jacohi, 1800, 
n. 8. 317 und 18. — Schmut», III. 8. 453 and 54. — r. Hormayr's Archiv, IX. Jahrg. 
8. 84. - r, Schonfeld, Adels-Schemat. 1. 8 99—103. — AUgcni. geneal. Handbuch, 1824, 
I. 8. 756—61. — Deutsche Grafenh. d Oegenw. III. 8. 351—53. — Geneal. Taschenbuch d. 
gräfl. Häuser, 1864, 8. 733 und Hiotor. Handbuch zu Demselben, 8. 849. — Siehmacher, I 30: 
Freih. v. Sauraw und IV 5: Gr. v. 8. — Spener, 8. 214. — W.-B. d. Durch!. Welt, HI. 347. 
— 9. Meding, III. 8. 658 und 59: Freih. und Grafen v. 8. — Tyroff, II. 37: RGr. v. 8. 

\ Sanrma, Sanerma, früher auch Sauermann, Ritter, Frei- 

herren nnd Grafen (Wappen der Linie zu Jeltsch : Schild oval nnd 
der Länge nach getheilt: rechts in Schwarz ein rechts gekehrter, ge- 
krönter und doppelt geschweifter, goldener Löwe, und links inn Gold 
ein einwärts sehender, gekrönter und golden bewehrter schwarzer Ad- 
ler, und Wappen der Linie zu Lorzendorf und Zillendorf: Schild der 

'Länge nach getheilt: rechts in Blau ein an die Theilungslinie ange- 
schlossener, halber, goldener Adler nnd Hnks in Roth ein schrftgrecb- 



— 60 — 

ter, goldener Querbalken, belegt mit einem Fachs von natürlicher 
Farbe). Reichs - Ritter- und Freiherrnstand und Grafenstand des Kgr. 
Preusscn. Ritterstandsdiplom von 1519 für Georg v. Saurma, Dom- 
propst zu St. Johannis und Domherrn zum heiligen Kreaze zu Breslau, 
und für den Bruder desselben, Albrecht v. 8. , Rathsherm zu Breslau; 
Freiherrndiplom von 1638 für Johann Dietrich (Johann Theodor) v. S., 
Herrn auf Jeltsch und Ginchwitz, Landesältesten des Fürstenthums 
Breslau, und Grafendiplom vom 6. Juli 1798 für einend weig der Linie 
zu Jeltsch und vom 15. Octbr. 1840 nach dem Rechte der Erstgeburt 
fär die Linie zu Lorzendorf . und zwar in der Person des Freih. 
Alexander, so wie für die Linie zu Zülzendorf, in der Person desFreÜL 
Friedrich Carl Bernhard, — Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, wel- 
ches zu ansehnlichem Grundbesitz und zu grossem Ansehen gelangte. 
Der bekannte Stammvater der Familie, so weit die genealogischen 
Nachrichten reichen, ist Nicolaus Sauerma , geb. 1420, und als die 
ältesten Stammhäuser kommen Jeltsch und Schlanz im Breslauiscben 
und Jackschenau im Briegischen vor. Jeltsch ist noch jetzt im Besitze 
der Familie, die später die Güter Lnskowitz, Zindel, Beckem, Neu- 
Vorwerk, Lorzendorf, Ober-Struse u. s. w, im Breslauischen, Rom- 
berg bei Breslau, Sterzendorf bei Namslau, Zülzendorf und Schrebs- 
dorf bei Frankenstein u. s. w. an sich brachte, die meist noch jetzt 
dem Geschlechte zustehen, oder auf weibliche Nachkommen a. d. H. 
Schrebsdorf u. s. w. tibergegangen sind. — Johann Sauerma , als Ge- 
lehrter bekannt durch Uebersctzung des Aeschylus ins Lateinische , so 
wie durch andere Schriften , starb 1520 als Domherr zu Breslau; Georg 
S. — Enkel des obengenannten Nicolaus S. — , als Gelehrter ebenfalls 
bekannt, starb 1527 zu Rom als Gesandter an dem päpstlichen Hofe; 
Albert S., welcher, s. oben, 1519 den Reichsritterstand erhalten hatte, 
wurde 1542 Landeshauptmann zu Breslau und starb 1542 als Herr zu 
Jackschenau und Seschwitz, und der gleichnamige Sohn desselben 
kommt 1571 als Landeshauptmann zu Breslau vor. Im letzgenannten 
Jahre starb Valentin , Rath des K. Ferdinand I. und des K. Maximi- 
lian IL, welcher 1562 als Abgesandter an den k. poln. Hof geschickt 
wurde. Der Enkel desselben, Freih. Johann Dietrich, s. oben, Herr 
auf Jeltsch und Ginchwitz, Landesältester des Fürstenthums Breslau, 
wurde 1641 auf seinem Schlosse Jeltsch ermordet. Johann Christian 
Freih. v. S. und J. , Herr auf Lorzendorf , war um 1665 Kreishaupt- 
mann des canthischen Weichbildes, und Freih. Joroslaus Ferdinand 
um dieselbe Zeit kaiserl. Ober-Silberkömmerer. Von den Nachkom- 
men desselben sagt Gauhe , dass sie den Grafenstand erhalten hätten, 
doch konnte Gauhe über diesen Grafenstand noch nichts wissen. Der 
Grafenstand ist durch die drei oben erwähnten preussischen Erhebun- 
gen in die Familie gekommen. Zu Gunsten der Linie zu Sülzendorf 
hatte für dieselbe , und zunächst für den Grafen Friedrich Carl Bern- 
hard, der Oheim desselben, Freih. Johann Maximilian, directer Nach- 
kom me des obengenannten Albert — Sohn des Nico laus , im 8. Gliede 
— , 1791 zwei Familienfideicommisse aus den Gütern Zülzendorf mit 
Ogas and aas dem Bittergute Ruppersdorf gestiftet. — Das gräfliche 



f 



— 61 — 

Haus Sanerma wird neuerlich in folgenden Rubriken aufgeführt; Ael- 
teres, gräfl. Haus, zu Jeltsch: 1. Linie zu Jeltsch; 2. Linie zu Lor- 
zendorf und neueres grätliches Haus, zu Ruppersdorf, vonnals zu Zül- 
zendorf : Aeltere Speciallinie und jüngere Speciallinie. Was die erste 
Linie des älteren gräflichen Hauses zu Jeltsch anlangt, so wurde das 
derselben zustehende, 1. Mai 1569 errichtete Familienfideicommiss 
18. März 1570 vom K. Maximilian II. bestätigt. Der Linie steht, 
neben Allodialrittergütern und der Herrschaft Tworkau in Oberschle- 
sien , die Fideicommissherrschaft Jeltsch und das Fideicommiss-Ritter- 
gut Zindel u. s. w. zu. Der gräfliche Titel wird in Folge des Diploms 
von 1798 geführt. In die zweite Linie, zu Lorzendorf, kam der Gra- 
fenstand'1840. Das Neuere gräfliche Haus, zu Ruppersdorf ,- vormals 
zu Zülzendorf , schreibt sich Sauerma und besitzt zwei Msgorate, Rup- 
persdorf bei Strehlen in Schlesien und Zülzendorf bei Nimptsch, und 
Ogas und Hnneru bei Liegnitz , welche nach dem Willen des Stifters 
von demjenigen, welcher sie vereinigt besessen hat, getheilt werden 
können. Der 1853 verstorbene Graf Friedrich war alleiniger Besitzer 
beider Majorate. Er theilte dieselben bei seinem Tode unter seine bei- 
den Söhne , Eugen und Xaver, wodurch diese Linie in zwei Speciallinien 
zerfallen ist. Die ältere Speciallinie führt den Grafentitel nach dem 
Diplome von 1840 , und ans der jüngeren Speciallinie erhielt, in Folge 
der Uebemahme des zweiten Majorats , Xaver Freih. v. Sauerma die 
königliche Erlaubniss, gleichfalls den Grafentitel zu führen. — Das 
freiherrliche Haus Sauerma-Jeltsch führt den Freiherrnstand und das 
Wappen nach dem erwähnten Diplome von 1638. Alle jetzt lebenden 
gräflichen nnd freiherrlichen Glieder der Jeltscher Hauptlinie schrei- 
ben sich : V. der Jeltsch , stehen in fideicommissarischer Erbverbrüde- 
rung und verehren ihren gemeinschaftlichen , näheren Ahnherrn in dem 
Reichsfreiherm Johann Leuthold. Das Haus Sterzendorf besitzt, neben 
anderen Gütern in Oberschlesien, die Fideicommissherrschaft Sterzen- 
dorf bei Namslau in Niederschlesien und das Haus Schrebsdorf , neben 
mehreren Allodialgütern , die Fideicommissherrachaft Gnichwitz. — 
lieber die älteren genealogischen Verhältnisse und den neuesten Per- 
sonalbestand der freiherrl. Häuser geben die Taschenbücher der frei- 
herrlichen Häuser sehr genaue Nachweise , die gräflichen Linien sind 
in dem Werke : Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart näher bespro- 
chen und die sehr zahlreichen jetzigen Sprossen dieser Linien sind in 
den neueren Jahrgängen der genealog. Taschenbücher der gräfl. Häuser 
möglichst vollständig angegeben. 

Sinapius, I. 8. 807 und IT. 8. 423..— Oaufif, I. 8. 2()2(> nnd 21. — Zedier, 34. S. 320 
—22. — N. Pr. A.-L. IV. 8. 149 und 60. — Deutsche Grafonh. d. Gogcnw»rt, 11. 8. 348 
—60. — Freih. e. Ledfbur^ II. 8. 343 und 44. — Geueal. Taachenb. d. gräfl. Uau»er, 186i, 
S. 733—38; 1866 und Hbitor. naudhuch 7.u Demselben, 8. 851. — <jfeneal. Taschenbuch d. 
freih. Häuser, 1859, 8. 701 — 7(»5 und 1864, 8. 704 und 705: 8nuerma-JeIt«ch. — Si^bmaeher^ 
I. 63: Die Saurmänner, Schlesisch (Linie zu Lorzendorf nnd zu Zülzendorf) und IV. 161 : v. 8., 
(Linie sn Jeltsch). — r. Meding, 11. 8. 408 und 09: Freih. v. S. auf Schlantz. — W.-B. der 
Preun. Monarchie, I. 86: Gr. v. S.-J. — ryroJT, II. 160: Gr. Saurma v. der Jeltsch. 

Sausin. Adeliges Geschlecht Savoyens und der Schweiz , welches 
sich in mehrere Linien schied. Sprossen aus den Linien Sausin-Mon- 
U^res und Sausin de la Gardie traten in die k. preuss. Armee. Ein 



— 62 — 

ObersÜieutenant v. Sansin starb 1833, und ein Anderer war 1854 
Hauptmann im 26. Infanterieregimente. 

N. Pr. A.-L. IV. 8. 150. — Freih. r. Ledebur, U. 8. 344. 

Sautter v. Degenschild. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
Ton 1716 für Johann Balthasar Sautter ^ Oberstwachtmeister im k. k. 
Dragonerregimente Graf Brenner, mit: v. Degenschild. 

JJegerle v. Mihi/eld, Erg.-B4. 8. 433. 

Sauvaigne, Edle. Erbländ.-österr. Adelstand. Diplom von 1778 
für Joseph Sauvaigne , Director der privilegirten Banatischen Commerz- 
Compagnie: mit: Edler v. 

Megerle 9. Mihlfeld, 8. 255 und 56. 

Sava. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1796 für Ignaz 
Sava, Postmeister zu Burkersdorff , mit: Edler v. 

Mtgerlt w. Mühlftld, Erg.-Bd. 8. 433. 

äavageri, Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1752 für 
Johann Geoi^g Savageri, k. k. Hofkriegsagenten, und für die Schwester 
desselben , Maria Er^iestina Savageri. 

M^gerl« v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 433. 

Sayigny [spr. Sawinjij (Schild schräg gevicrt durch ein Andreas- 
kreuz, begleitet von drei, 1 und 2, Sternen und unten von einem klei- 
nen , die Homer aufwärts kehrenden Halbmonde. Der obere Stern steht 
in Roth, die anderen zwei in Blau, rechts und links je einer, und der 
Mond in Roth). Ein ursprünglich französisches, im vorigen Jahrhun- 
dert nach Frankfurt a. M. gekommenes Adelsgeschlecht , welches auch 
zu den Vasallen des Fürstenthums Hanau gehörte. Die Familie kam 
durch Friedrich Carl v. Savigny, geb. 1779 zu Frankfurt a. M., einem 
der berühmtesten deutschen Rechtsgelehrten, zu grossem Ansehen. 
Derselbe stieg in k. preuss. Staatsdiensten zum Geh. Oberrevisionsrath, 
Prof. der Rechte an der Universität Berlin ,< Mitgliede des Staats- 
raths u. s. w. , und lebte später als Staatsminister a. D. Ein Sohn des- 
selben , der k. preuss. Kammerherr und wirkl. Legationsrath v. Savigny, 
war von 1859 bis 1866 k. preuss. a. o. Gesandter und bevoUm. Mi- 
nister am k. Sachs. Hofe, und ist jetzt Bundescommissar auf dem 
Reichstage des Norddeutschen Bundes. 

N. gcneaL Handbuch Jahrg. 1770. — N. Pr. A.-L. V. S. 3l»7. — Freih. ». Ltdebur, IL 
8. 344. 

Sawken, s. Saucken, S. 54. 

Sax, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1814 für 
Joseph Sax , k. k. Stabsarzt, mit : Edler v. 

Megerle v. Mühlfeld, Krg.-Bd. S. 433. 

Saylern. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1728 für 
Johann Anton Saylern , Rath und Leibmedicus des Abtes zu St Gallen. 

Megerle p. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 433. 

Sayn- Wittgenstein , Grafen und Fürsten (Stamm wappen : in 
Roth ein vorwärts sehender, rechts gekehrter , aufgerichteter, goldener 
Leopard: Sayn, und in Silber zwei schwarze Pfähle: Wittgenstein). 
Grafen und Fürsten. Reichs-Prcussischer und grossherzogl. hessischer 
Fürstenstand. Reichsfürstendiplom vom October 1792 für Christian 



— 68 — 

Heinrich , regierenden Herrn zu Berlcnburg , Neumagen , Homburg und 
Neuhainsbach, und von 1804 für die Brüder und Grafen Friedrich 
Carl, Wilhelm Ludwig Georg und Franz Carl Ludwig, Sayn- Wittgen- 
stein-Hohen st einscher Linie; preussisches Fürstendiplom vom Juni 1834 
für Ludwig Gr. v. Sayn-Wittgenstein-Berleburg , Ludwigsburgischer 
Speciallinie, k. russischen Feldmarschall und grossherzogl. hessisches 
Fürstendiplom vom 11. Mai 1813 für Graf Adolph Sayn-Wittgenstein, 
Hohensteinscher Linie. — Altes Grafenhaus der ehemaligen Wetteraui- 
scfaeu Bank, in welches später die eben angegebenen Diplome des 
Fürstenstandes kamen. — Das gesammte Haus Sayn und Wittgenstein 
ist eine Fortsetzung des Mannsstammes der alten Grafen v. Spanheim 
(Sponheim). Die Grafschaft Sayn gehörte anfangs den alten Grafen 
V. Sayn, einem Zweige des Hauses Nassau. Diese Grafen starben 1246 
im Mannsstamme mit Heinrich 11. aus, dessen Schwester, Adelheid, 
zuerst mit Gottfried Grafen v. Spanheim , später mit Eberhard H. Gra- 
fen V. Eberstein vermählt war. Aus der ersten Ehe entsprossten drei 
Söhne : Johann I. , Simon und Heinrich , und aus der zweiten Eberhard, 
welche vier Brüder der Oheim , Heinrich H. Graf v. Sayn , zu Erben 
seiner Besitzungen einsetzte. Dieselben theilten sich in die saynischen 
gräflich Spanheimischen und dynastisch-Heinsbergischen Güter. Eber- 
hard erhielt die saynischen Besitzungen, starb aber 1253 ohne männ- 
liche Nachkommen, und sein Erbe kam, nach Annahme Einiger, durch 
Vermählung mit der Erbtochter an den ältesten Stiefbruder , Johann I. 
Grafen v. Spanheim , Starkenburger Linie. Von den Söhnen des Letz- 
teren, Heinrich und Gottfried, folgte Ersterer in dem starkenburgw 
oder hinterem Theile der Grafschaft Spanheim , Letzterer aber in den 
Saynischen Besitzungen. Seitdem nannte sich Gottfried : Graf v. Sayn, 
und derselbe wurde der Stammvater der neuen Grafen v. Sayn , von 
welchem ein Zweig, s. unten, um die Mitte des 14. Jahrb. die Graf- 
schaft Witti^enstein durch Vermählung an sich brachte. Gottfried selbst 
hatte mit seiner Hausfrau Jutta, Erbtochter von Homburg, die allo- 
diale Herrschaft Homburg an der Mark erhalten. Die beiden Söhne 
desselben, Johann und Engelbrecht, verglichen sich 1294 dahin, dass 
Ersterer die Grafschaft Sayn und die Hälfte von Homburg, Engel- 
bert aber, erblehnbar von jenem, das Schloss Vallender, die halbe 
Herrschaft Homburg und die Hälfte der Jurisdiction in Gummersbrecht 
in Besitz nahm. Beide stifteten zwei Linien , die ältere oder Johannes- 
linie und die jüngere , oder Engelbert'sche Linie. Die ältere , Johan- 
neslinie, erlosch im Mannsstamme 1606 mit dem Grafen Heinrich IV. 
V. Sayn. Die Engelber'tsche Linie verschaffte sich damals die Nach- 
folge in der Grafschaft Sayn, doch mit Erfolge nur bis 1636. Seit 
dieser Zeit war diese Grafschaft, bald ganz , bald thcilweise , 150 Jahre 
lang ein Gegenstand gerichtlicher und aussergerichtlicher Verhandlun- 
gen. Das Haus Wittgenstein gelangte nicht wieder zum Besitze der 
Grafschaft , wenn auch Namen und Wappen von Sayn beibehalten und 
die Ansprüche fortgesetzt wurden. Endhch aber wurden 1803 im 
Reichsdeputationsabschlusse diese Ansprüche als rechtmässig anerkannt 
and die Befriedigung derselben bekriegt , wie letztere in einem von 



^ 64 — 

Baden und Nassau-Usingen 25. Octbr. 1802 mit den Fürsten und Gra- 
fen V. Wittgenstein zn Stande gekommeneu Vergleiche bestimmt w«lP- 
den war. — Die Engelbert'sche Linie blüht noch jetzt , und zwar unter 
dem Namen: Sayn-Wittgenstein. Engelbert, s. oben, schrieb sich um 
1294 Graf v. Sayn, Herr zu Homburg und der Enkel, Salatin Graf 
V. Sayn, erhielt um 1345 die Grafschaft Wittgenstein durch Yermäb- 
lung mit Elisabeth, Erbtochter Friedrichs oder Siegfried's, des Letz- 
ten des Mannsstammes der alten Grafen v. Wittgenstein, als deren 
Stammvater Boppo Graf v. Hohenlinde (1144 bis 1170) genannt wird 
and von welchen ein Ahnherr. Wittekind, 1277 vorkommt. Saladin 
binterliess die Herrschaft Yallendar, die Hälfte von Homburg und die 
ganze Grafschaft Wittgenstein seinen Nachkommen , die sich nun : Gra- 
fen zu Sayn und Wittgenstein , Herren zu Homburg , nannten. Als die 
Johanneslinie dem Erlöschen nahe kam, wurde durch vier Verträge 
von 1588 bis 1594 die Nachfolge in den Besitzungen dieser Linie 
der Engelbert'dchen gesichert, doch was Sayn betrifft, nur, wie er- 
wähnt, bis 1636. Engelberts Sohn, Ludwig der Acltere, gest. 1607, 
binterliess drei Söhne, Georg, Wilhelm und Ludwig den Jüngeren, 
welche drei Hauptlinien nach den durch das Testament vermachten Be- 
sitzungen gründeten. Georg stiftete die Hauptlinie zu Berleburg, Hom- 
burg-Neumagen u. s. w., Wilhelm, gest. 1623, die Hanptlinie zu Sayn 
und Ludwig der Jüngere, gest. 1634, die zu Wittgenstein. Aus der 
Hauptlinie zu Berleburg entstanden durch die drei Enkel Georgs — 
Söhne des Grafen Ludwig Franz, gest. 1694 — drei Speciallinien: 
Casimir, gest. 1741 , gründete die fürstliche Speciallinie zu Berleburg, 
Carl Wilhelm, gest. 1749, die carlsburgische gräfliche Linie, und 
Ludwig, gest. 1750, die jetzt meist fürstliche, ludwigsburgische Linie. — 
Aus der Hauptlinie Sayn hatte der Stifter derselben, Wilhelm, zwei 
Söhne aus zwei Ehen: Ernst, geb. 1632, und Ludwig Albrecht. Ernst 
folgte in Sayn und binterliess einen Sohn, Ludwig, welcher sehr jung, 
1636 , starb und zwei Töchter, Emestine und Johaunette, durch welche 
Sayn später an Nassau kam, Ludwig Albrecht aber setzte die Linie 
Sayn-Wittgenstein fort, doch gelangte die Nachkommenschaft nie in 
den Besitz der Grafschaft Sayn. Aus der Hauptlinie Wittgenstein 
wurde des Stifters, Johann des Jüngeren, Sohn: Johann, gest. 1657, 
kurbrandenburgischer Gesandter auf dem westphälischen Friedens- 
congresse und Statthalter zu Minden, 1649 von Kurbrandenburg mit 
den Gütern der 1593 ausgestorbenen Grafen v. Hohenstein (Hohnstein), 
den Herrschaften Lohra und Klettenberg, die dem Bisthume Halber- 
stadt als Lehne anheimgefallen und mit diesem im westphälischen Frie- 
den an Kurbrandenburg gekommen waren , belehnt. Beide Herrschaf- 
ten nahm Kurfürst Friedrich 111. gegen Bezahlung von Johanu's Enkel, 
dem Grafen August, zurück, doch führt diese Hauptlinie noch jetzt 
Namen und Wappen von Hohenstein , Lohra und Klettenberg und wird 
nach Hohenstein benannt , tritt aber auch unter dem Namen : Sayn- 
Wittgenstein-Wittgenstein auf. — Unter der Georgischen Hauptlinie 
Sayn-Wittgenstein-Berleburg war früher auch die panagirte Nebenlinie 
zu Homburg an der Mark, gestiftet von dem mit Homburg abgefund^ 



% 



— 65 — 

nen jüngeren Sohne Georg's , Ernst, geb. 1599, gest. 1649 nnd er- 

S^chen 1743 mit des Letzteren Urenkel, Friedrich Carl, begriffen, 
ombnrg kam an die Spcciallinie Berleburg, aus welcher im October 
1792 Graf Christian Heinrich, s. oben, Reichsfürst wurde. Die Be- 
sitzungen dieser Linie sind das Amt Berleburg, oder zwei Fünftel der 
Grafschaft Wittgenstein, die Herrschaft Homburg, das Haus Bruth 
und Zehnten und Gefälle im Amte Medebach , sämmtlich unter preussi- 
scher Staatshoheit. Die besonderen standeslierrlichen Rechts- und Fi- 
nanzverhältnisse des Amtes Berleburg sind durch Uebereinkunft mit der 
Krone Preussen vom 16. Juli 1821 geordnet. Für die durch den lüne- 
viller Frieden weggekommenen Herrschaften Neumagen und Hemsbach 
bestimmte der Reichsdeputations-Hauptschluss 1803 eine, jetzt von 
Preussen zu entrichtende Jahresrente. Der Fürst fühlt als prenssischer 
Standesherr eine Virilstimme auf dem Provinziallandtage der Provins 
Westphalen und schreibt sich : Fürst zu Wittgenstein , Graf zu Sayn 
und Herr zu Homburg und Vallendar. —- Die Carlsburgische, gräfliche 
Speciallinie besitzt die, einen Theil der Grafschaft Wittgenstein aus- 
machende Herrschaft Carlsburg. Der Ludwigsburgischen, 1834, s. oben, 
in den Fürstentand erhobenen Speciallinie steht von der Grafschaft Witt- 
genstein die Herrschaft Ludwigsburg zu und dieselbe hat dabei ansehnliche 
Fideicommissgüter in Podolien. — Die Wilhelmische Hauptlinie Sayn- 
Wittgenstein-Sayn ist gräflich und blüht, nachdem der Mannsstamm mit 
dem Grafen Gustav 24. Juni 1846 ausgegangen ist, nur noch im weib- 
lichen Stamme. Für die Ansprüche an der Grafschaft Sayn wurde die- 
ser Linie 1802 ein Geldcapital und eine Jahresrente ausgesetzt. — Die 
Ludwig'sche Hauptlinie Sayn-Wittgenstein und Hohenstein schied sich 
durch zwei Söhne des 1657 verstorbenen Grafen Johann , durch ßustav, 
gest. 1701, und Friedrich Wilhelm, gest. 1685, in zwei SpeciaUinien, 
von welchen die jüngere, oder die Nebenlinie zu Vallendar, 1775 aus- 
ging. In Vallendar folgte Johann Ludwig Gr. v. Sayn-Wittgenstein 
und Hohenstein — Sohn des Grafen Friedrich* und Enkel des Grafen 
August — , welcher die Herrschaft Vallendar an Kurtrier verkauft;e. 
Die drei älteren Söhne des Grafen Johann Ludwig erhielten 1804, 
s. oben, den Reichsfürstenstand, der jüngste Sohn aber, Adolph Ernst, 
wie angegeben, den grossherzogl. hessischen Fürstenstand. Diese Haupt- 
linie war mit ihrem, aus drei Fünfteln bestehenden Antheile an der 
Grafschaft Wittgenstein seit 1 806 dem Grossherzoge von Hessen stan- 
desherrlich untergeordnet, 1816 aber wurde dieses Verhältniss auf die 
Krone Preussen übergetragen. Der Fürst bekonunt, durch Ueberein- 
kunft mit Preussen vom 6. Mai 1828, ftlr die aufgegebenen, standes- 
herrlichen Finanzgerechtsame, eine Jahresrente und führt als prenssi- 
scher Standesherr auf dem Provinziallandtage der Provinz Westphalen 
eine Virilstimme. — Ueber die genealogischen Verhältnisse des gesamm- 
ten Hauses Sayn geben die unten angeführten älteren und neueren ge- 
nealogischen Schriftsteller Auskunft, und der neuere und neueste Per- 
sonalbestand des so gliederreichen Stammes ist aus dem gothaischen 
Hofkalcndor und aus dem gothaischen genealog. Taschenb. zu ersehen. 

Aeemann^ Kirchberg. Beachr. S. 251, 862, 266 u. a. m. a. O. — hnho/, I. 6. <iap. 10. — 
Änesekke, Doutoch. Adels-Lez. ym. 5 



* 



~ M — 

iHircblAQCht. Welt, Ausgabe von 1710, II. S. 161 — 17«». - Lucu^ GrAfeuaaal, 8. 472-89. — 
ffühnert II. T»6. S82 und 83 und im Anhange zum II. Bde. a«f den zwei vorlehsten Selten, 

— itdttr, 84. 8. 461—474. — Jaeobi, 1800. I. 8. &08-lt» und 11. 8. 16-l(i. - r. Lanff, S.m 

— Masek, 8. 151-53. — Geneal.-hiBtor.-8tatüit. Alnianarh für 1832, S. 429-32. - Deutdp^ 
i&rafonfi. d. Oegenw. II. 8. 361 — 55. — Goth. Hf>fcalender, 1836, 8. 215 und 1848, 8. 2«»5 um) 
Goth. geoeal. Taachenb. 1862, 8. 2ü5-2(j9 und 1866. — Siehmach^r, I. 16: Witgeiistein, Gra- 
fen und 17 : Sayn, Grafen. — Tri^r, 8. 494 — 96 und Tab. 61 : Gr. »u S. und W. — Suppl. 
■n Siebm. W.-l». XI. 19: Fret. 8.-W.-B. - Tyrof. II. 106: Kör. %\i 8. und W. und 266: 
Frut. XU 8.-W.-H. - W.-B. d. Kgr. Bayern, II. 9 und v. Wölckern, .\bth 2. 

Scagnetti v. Sternbarg. Erbläiid.-österr. Adelstand. Diplom 
von 1775 für Joseph Scagnetti, Lieutenant der Stadt- und Landmiliz 
za Triest, mit: v. Sternburg. 

Heger U f. Mühifrld , 8. 256. 

Scalvinoni, Freiherren. Reichsfreihemistand. Diplom vom 26. Fe- 
bmar ] 697 för Hieronymus S. , kaiserl. Staatsminister. Altes, floren- 
tinisches Adelsgeächlecht , ans welchem der Empfänger des Freiherm- 
diploms mit dem Fürsten von Portia 1648 nacli Wien kam und später 
im Bchlesischen Fürstenthume Brieg das Gut Wilkan an sich brachte, 
welches der Familie noch 1705 zustand. Das Geschlecht wurde auch 
10. Decbr. 1689 in die steierische Landmannschaft aufgenommen. 

Sinapiwi, II. 8. 426. — Oauhf, I. S. 2023 - Z^riUr, 34. 8. ril6. - Schmutz, III. 8. 45«. 

— Frßiä, •. Ledeöur, II. 8. 344 und III. 8. 33G. 

Scari v. Cronhof. Erblftnd.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1761 für Hieronymus und Matthäus Scari. Brüder und Doctoren. mit: 
n Cronhof. 

Mifftrie «. JUühlfetd, 8. 256. 

Sohaabner ▼. Schönbaar, Schaarbar, Edle. Erbländ.-Osterr. 
Adelsstand. Diplom von 1764 für Johann Anton Schaabner, Arzt zu 
Prag, mit: Edler v. Schönbaar. — Der Stamm hat fortgebloht In 
neuer Zeit war D. Moritz Schaabner Edler v. Schönbaar k. k. Ober- 
feldarzt, und Adolph S. Edler v. S. k. k. Lieutenant. 

Uegerle p. Mühlfeld, Erg. -Bd. 8. 433. - Milit.-Scbomat. d. Oedterr. Kaiserth. — 

Schab, Schab anf Nebel und Uolzkirchen. Kurpfälzischer Adels- 
stand. Diplom vom 21. April 1785 für Franz Joseph Schab, kurpf&l* 
zischen Hofkammerrath. — Der Sohn desselben , Franz Seraph Anton 
Joseph V. Schab, geb. 9. Septbr. 1775, wurde als k. bayer. Ober- 
Appellation^erichtsrath , nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. 
Bäjyern, in dieselbe eingetragen. 

9. Laitgt 8. 516. — W.-B. de« Kgr. Bayern, VIU. 31. 

Schabe (in Blau eine silberne Schabe , oder Schabe-Eisen [wie 
dasselbe die Fleischerhaben] , mit unterwärts gekehrten, runden, rothen 
Griffen). Altes, hessisches, noch 1570 zum Fuldaischeu Lehnhofe 
gehörendes Geschlecht. 

8chtinMai, 8. 152. — Siebmaeher, I. 139: v. Schaben, HesgUch. — r. Meding . I. 8. 50*. 

Schabitz v. Loewinfeld, Freiherren. Erbländ.-österr. Freiherrn- 
sfand. Diplom von 1880 für Heinrich v. Schlabitz, Obersten bei der 
k. k. Artillerie , mit : v. Loewinfeld. 

Vegerle r. Mühl/^ld, 8. 82. 

Schach , Schach Edle v. Königsfeld. Erbländ.-österr. Adhels- 



— er- 
stand. Diplom von 1783 für Johann Thaddäus Schach, Kammerprö- 
corator in Vorderösterreioh , mit: Edler v. Königsfeld. 

M^gtrke r. MUhlfHiU Erg. -Bd. S. 433. 

Scha^, Schach v. Wittenan und Schack v. Wittenau, aooh 
Grafen (Stammwappen: Schild der Länge nach getheilt: rechts in Blau 
und wohl auch in Roth ein aus der Theilungslinie halh hervorspringen- 
der, weisser Wolf und links ein Schach von drei silbernen und drei 
rothen Feldern , und gräfliches Wappen : Schild geviert mit das Stamm- 
wappen zeigendem Mittelschilde. 1 und 4 in Gold ein schwarzer Adler 
und 2 und 3 in Roth ein goldener Reichsapfel). Reichsgrafenstand. 
Diplom vom 15. März 1759 für Magnus Ludwig Schack v. Wittenati, 
schlesischer Linie (die sich gewöhnlich Schack schreibt), Herr der Herr- 
schaft Schurgast bei Brieg. — Altes, nach dem 13. Jahrhunderte mit 
dem deutschen Orden nach Preussen gekommenes Adelsgeschlecht, 
welches in Ostpreussen ansehnliche Güter an sich brachte, wie denn 
die Güter Frieden berg, Rosenberg, Gross-Jauth, Gross- und Klein- 
Rohdau, Kloschenen, Nipkau u. s. w. alte Besitzungen der Familie waren. 
Ein Zusammenhang mit der alten niedersächsischen Familie v. Schack, dte 
sich später in Pommern , Meklenburg, den Marken, der Lausitz und na- 
mentlich in Dänemark ausbreitete , ist nicht nachzuweisen, auch lässt das 
Wappen der pommernschen u. s. w. Familie v. Schack (in Roth eine sil- 
berne, stehende Lilie) an einen solchen nicht denken. Die dänischen 
Grafen v. Schack heissen: Grafen v. Schack zu Schackenburg und See- 
kamp. — Carl Albrecht Schack v. Wittenau, geb. 1711, Herr auf 
Stangenberg, Gross- und Klein-Teschendorf u. s. w., war k. poln. Gto- 
nerallieutenant und Rogimentsinhaber , und starb mit Hinterlassang 
einer Tochter, Anna Elisabeth, welche sich mit Georg Albrecht Gm- 
fen V. Rittberg vermählte und ihre GütöV den Grafen v. Rittberg preussi- 
scher liinie zubrachte. — Graf Magnus Ludwig, s. oben, stammte aus 
dem Hause Rosenberg in Schlesien und setzte den Stamm fort. Von 
den Nachkommen wurde Graf Eugen Magnus 1800 zu Sonnenburg znm 
Johanniterritter geschlagen und starb bald darauf, drei Kinder hinter- 
lassend, als Herr auf Klein-Klücken in der Neumark, und Graf Al- 
brecht Magnus, k. preuss. Geh. Finanzrath a. D. und Herr der uschfitzer 
Güter im Kr. Rosenberg, starb 1826 und hinterliess die Güter seiner 
Gemahlin, Luise Grf. v. Danckelman, geb. 1775 und gest. 1850, 
Schwester des k. preuss. Staats- und Justizministers Heinrich Grafen 
V. Danckelman , welche ihren Neffen adoptirte. Derselbe , Alexander 
R. Graf Schack V. Wittenau, genannt Graf Danckelman, geb. 1805, 
Herr auf Uschütz im Kr. Rosenberg, Regierungsbez. Oppeln, und Lan- 
dosältester des Kr. Rosenberg, vermählte sich 1838 mit Elisabeth Grf. 
V. Königsdorff, geb. 1811 , aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, fünf 
Söhne stammen, die Grafen: Arthur, geb. 1839, Magnus, geb. 1840, 
Ulrich, geb. 1842, Alexander, geb. 1843 und Richard, geb. 1848. 
Die beiden Schwestern des Grafen Alexander sind : Grf. Eugenie , verw. 
Grf. V. Garnier- Turawa, geb. 1797, und Grf. Adelheid , geb. 1807 
und verm. 1850 mit dem k. preuss. Po lizei-Districtscommissarius Hein- 
rich. Ein V. Schach- Wittenau war 1806 Herr auf Gross- nnd KleliH 

5* 




-# 



I 



— 68 — 

Nipkaa im Kr. Rosenberg, und die verw. Frau Schack v. W. war 1857 
in Westpreussen Besitzerin des Gutes Gross- Jauth im Kr. Rosenberg. 

Gauh*, I. S. 2r»28. — ZedUr, 34. S. 7(H. - N. l>r. A.-L. IV. S. 152. — Ptutrtcho C.ra- 
fenh. «I. Gegonw. II. S. 356 und 67. — Frt^ih. r. Lfd^'hur, II. S. 344. — GriK-aJ. Tnndiml). 
(kr grün. Uäotfr, IHM, S. 738 und 39, 1860 und Hl«tur. Iliindinirli xii I>4>nHult»eii, a S.'>3 — 
Sii|»pl. Bu Siebiii. W.-B. \. 3. 

i Schachmann (Schild quer getheilt; oben in Gold ein breites, brau- 

nes, ausgekerbtes Woinbeerblatt [nach Anderen ein grünes Seeblumcn- 
blatt] an einem einmal geschlungenen , braunen , zur Linken ein wenig 
aufwärts gekrümmten Stengel , und unten von Schwarz und Gold in 
fünf oder sechs Reihen gescliacht). Altes, früher in Westpreussen und 
Schlesien, in der Oberlausitz und Pommeni iH^gütertes und auch nach 
Polen gekommenes Adelsgeschlecht, welches zu den Patriciem der 
Städte Danzig und Breslau gehörte. In Danzig war die Familie bereits 
1522 gesessen, und kam aus Danzig nach Breslau. Aus Schlesien brei- 
tete sich dieselbe im 16. Jahrhundert nach Polen aus, wo die Glieder 
des Stammes die Szachmänner hiessen, und im 17. und 18. Jahrb. besass 
das Geschlecht ansehnliche Güter in der Oberlausitz , sass auch noch 
zu Gauhe*s Zeit und später zu Königshain , Hermsdorf und Cunnersdorf 
bei Görlitz, zu Ober- und Nieder-Linda bei Lauban u. s. w. -r- Joachim 
y. Schachmann und Hermannsdorf auf Koselitz und Gebirgsdorf lebte 
im Anfange des 17. Jahrb. in der Oberlausitz. Von den Söhnen des- 
selben starb Johann v S., Herr auf Koselitz, 1626 auf der Universi- 
tät Leipzig, und hatte in der Paulinerkirche ein Epitaphium. Der 
Bruder des Letzteren brachte durch seine Gemahlin , eine v. Frenzel 
and Königshain , das Rittergut Königshain an die Familie. Von ihm 
entsprossten zwei Söhne, Adolph Ernst v. S , k. poln. und kursächsi- 
seher Generalmajor, der keine männliche Erben hatte und seine 
Gttter, Königshain und Cunnei^dorf, seinem Bruder hinterliess, und 
Franz Carl v. S. auf Hennsdorff und Nieder-Linda, k. poln. und kur- 
sichsischer Rath und Landesältester des Fürstenthums Görlitz , welcher 
Vater dreier, den Stamm fortsetzenden Söhne wurde. Der älteste die- 
ser Söhne, Franz Adolph auf Cunnersdorf, k. poln. und kursächs. 
Kammerherr, starb 1719 und hinterliess aus der Ehe mit Johanna 
Eleonore v. Schönberg a. d. H. Pfaffroda, gest. 1718, neben einer 
gleichnamigen Tochter , einen Sohn, Franz Ernst, welcher 1740 als 
k. poln. und kursächs. Rittmeister frühzeitig starb. — Ludwig v. S., 
k. schwed. Rittmeister erkaufte 1G52 den Rittersitz Reblin bei Stolpe 
in Pommern, und hinterliess denselben seinem Sohne Adolph Ernst 
?. S. , k. schwed. Mtgor. — Die lausit^ische Linie blühte fort , bis die- 
selbe im Mannsstamme zu Hermhut 28. Jan. 1789 mit Carl Adolph 
▼. Schachmann . Herrn auf Königshain und Linda . ausging. Der weib- 
lichen Linie stand noch 1825 das Gut Ilermsdorf bei Görlitz zu. 

Lmcae, 8€hl€«iache Chnmik. S. ar»2. — >'. K"*hii S^ht-diüsniA in honorem familiac Schftch* 
Aftaniaume. — Simapiu*^ L S. 8<>8 uml II S. «Ol. — (iaul.f , I. 8. 2«f-'4 und 25. — Z*dUr^ 
M. S. W2 nnd 83. — Entor. Ahnen-Pri>l^, S. 4t»4. - X. Pr. A.-I.. IV. S. l.VV — Fr^ih. ». Lt- 
d9bmr, II. 8. 344 und 45. — Sirömacher. 11. 51. - r J/'i/f*i;. 111. S. MM, 

Schacht, Schachten (in Silber ein oben und unten abgehauener, 
dreimal geasteter, schrägrechts gelegter, rotlir Baumstamm mit drei 
rolhen Rosen, eine rechts, zwei links). Altes, hessisches Adels- 



— 69 — 

ge9chlecht ans dem gleichnamigen , noch jetzt der Familie zustehenden 
Stammsitze an der Diemel in Niederhessen, welches ans Cnrland nach 
Westphalen , und aus Wcstphalen nach Hessen kam und später auch 
im Lttnoburgischen und in der Altmark begfltert wurdQ. Die Stamm- 
reihe beginnt um 1365 mit Dietrich v. Schachten, von dessen Nach- 
kommen Gauhe Mehrere angeführt hat. Die Familie erhielt in West- 
phalen das P>bkümmerer-Amt des Stifts Herse, erwarb in Hessen auch 
Schlitz und andere Gtlter, und sass im Lüneburgischen lange zu Kirch- 
walingen unweit Rethem, so wie um 1667 zu Gartow und in der Alt- 
mark 1696 zu Scharpenhuse bei Osterburg. 

Gauhe, I. S. 2025 und 26, - Zedier, 34. S. 693. — Siebmacher^ I. 141: ▼. Sehachton, 

• Schachtmeyer (Schild geviert , mit Mittelschilde. Im silbernen 
Mittelschilde drei blaue Blumen an einem grünen Stengel. 1 and 4 
von Roth und Silber geschacht , und 2 und 3 in Gold cfn schwarzer 
Greif). Ein zn dem Adel in Ostpreussen und im Posenschen zählendes 
Geschlecht , dessen Name mehrfach in den Listen der k. preoss. Armee 
vorgekommen ist. — Fünf Söhne des 1805 verstorbenen Gutsbesitzers 
V. Schachtmeyer auf Rozpentek im Kr. Schubin traten in die k. preoss. 
Armee. Der älteste Sohn , Carl v. S., starb 1825 als Oberst und Com- 
mandant des Kaiser Alexander Grenadierregiments, und der zweite 
Sohn, Hans v. S. , 1847 zu Stettin als Generalmajor a. D. Letzterer 
hatte, so wie mehrere seiner Söhne, im 2. Garderegimente gestanden. 

N. Pr. A.-L. IV. 8. 151. - Freih. r. ledebur, II. S. 345. 

* Schack, auch Grafen: Schack zn Schackenbnrg (Stammwappen: 
in Roth eine silberne Lilie , oder auch von Silber und Roth quer ge- 
theilt mit einer Lilie von gewechselten Farben , und gräflichen Wappen: 
Schild geviert , mit blauem , zwei über Kreuz gelegte Marschallstftbe 
zeigenden Mittelschilde. 1 und 4 das Stammwappen und 2 nnd 3 in 
Gold ein gekrönter Löwe). Dänischer Grafenstand. Diplom um 1659 
vom Könige Friedrich HL in Dänemark für Hans v. Schack , k. däni- 
schen Reichsfeldherm , mit dem Prädicate: v. und zu Schackenbnrg 
(Besitzung in Jütland). Altes, ursprünglich lüneburgisches Adelsge- 
schlecht, eines Stammes und Wappens mit der Familie v. Estorff , wel- 
ches sich vom 15. Jahrh. an, in Lauenburg, Holstein und Dänemark 
ansehnlich begütert , weit ausbreitete und später auch in das Branden- 
burgische, nach Meklenburg, Pommern. Westpreussen, in die Ober- 
lausitz u. s. w. kam. Im Lüneburgischen gehörten dem Geschlechte 
noch 1690 die Güter Rosenthal und Wendewisch, und aus der braun- 
schweig-lüneburgisohen Linie war 1709 Christian v. Schack herzogl. 
wolfenbttttelischer Geh.-Rath, und Emico Johann v. S., Herr auf Wen- 
dorff unweit Crivitz, Oberhauptmann in Langenheim. In Pommern 
waren die Güter Prüllwitz, Lenzen, Blankensee u. s. w. alte Schack'- 
sche Besitzungen , und in neuerer Zeit war noch Dammerow bei Bel- 
gardt in der Hand der Familie. Im Brandenburgischen erwarb dieselbe 
Lindenbusch bei Soldin, in Meklenburg Rey, Körchow u. s. w., in 
Westpreussen Trzciano unweit Culm und Tuschewo bei Löban, in der 
Oberlausitz Bema bei Lauban, Neschwitz und Radibor bei Bautzen. — 



— 70 — 

In Itlnebargischen Urkunden treten zuerst 1200 Eckhard Schako und 
der Bruder desselben^ Mangold v. Kstorp, Beide Scbackonis Söhne, als 
Zeugen auf, und 1342 wird in einem Documente Johann Schack ange- 
führt, dessen Sohn, Ekbert, sich daselbst ausdrücklich v. Elstorp nennt. 
— Aus der pommernsclien Linie war Hans Schack unter dem Könige 
Christian Y. von Dänemark Generallieutenant und Commandant zu 
Kopenhagen , ging aber mit den Seinigen auf die Güter seiner Gemah- 
lin in Westphalen und hinterliess nur weibliche Nachkommenschaft. 
Zu dem laucnburg-meklenburgischcn Stamme gehörte Graf Hans, s. oben. 
Derselbe war früher k. französischer Generalmajor, trat dann in k. 
d&nische Dienste, wurde Reichsieldherr, Kriegsraths- Präsident und 
starb 1676 im 67. Lebeny'ahre. Von den Nachkommen desselben 
fahrte immer der Aelteste den Beinamen: v. und zu Schackenburg, 
welche Besitzung früher Lappendorf, später Schackenburg hiess. Die 
gräfliche Linie erlosch Ende des 18. Jahrhunderts, doch blühte der 
adelige Stamm in Dänemark fort, und aus demselben war Engel Carl 
Ernst y. Schack, auf Nustrow, Stassow u. s. w. , um 1800 k. dänischer 
Geh.-Rath, Kammerherr und Oberpräsident der Stadt Kiel. — Von 
den in die k. preuss. Armee getretenen Spi*ossen des Stammes sind 
Mehrere zu hohen Ehrenstellen gelangt. Namentlich gehören zu den- 
selben die Generalmajore: Hartwig v. S. , gest. 1783; Friedrich Lud- 
wig V. 8., gest. 1829; Carl Wilhelm, gest. 1831; August Wilhelm 
V, S. war später k. preussischer Generallieutenant u. s. w. — Im Kgr. 
Preussen waren nach Hauer 1857 noch begütert : Arnold Ernst Julius 
V. S., k. Kammerher und Landesältester, Herr auf Ottendorf im Kreise 
Wartenberg Regieningsbez. Oppeln, und ein v. S. Herr auf Tuszewo 
im Kr. Löbau , Prov. Westpreussen. 

8p9m9tnbergt II. S. 206b und Manaf. Chronik, S. 218. — Micrael, S. 523. — t. Prift- 
buen Wr. 137. — Gauhe, LS. 2026-28. — Zedier, 34. 8. 69«— 70(i. — r. ÄeÄr, B. M. S. 1662. 
Brüggtmann, I. 8. 172. — Lexic. OTer adel. Funfl. i Daomark, II. 8. 139 und Tab. 84. — 
N. Pr. A.-L. IV. 8. 161. — Freih. v. Ledebur, IL 8. 346 und IlL 8. 336 und 37. — Sinb- 
Hufeh^, in. 164: ▼. 8., Holtteiiil«ch, V. 153: t. Scacken, Meklenb., und V. 161: t. 8., Pom- 
meiiach. — r. Wtttpkalen, Monum. ined. IV. Tab. 20: Siegel ron 1476 mit der Umschrift: 
8. Hiiirich Schakke. — v. Meding , 1. S. 504-606. - Meklenb. W.B. Tab. 44. Nr. 164 qihI 
0. 4 und 83. — Grafen t. 8. eu S. : Jonmal Ton und f&r Franken, III. 8. 618. — SitbmacAert 
V. Zu«atE 2. 3. — Tgrof, II. 176. - Daen. W.-B. IL Tab. 33. Nr. 279 und 280. 

Schackyi Freiherren. Keichsfreiherrbstand. Diplom im kur- 
pfälzischen Reichsvicariate vom 12. Juni 1790 für Andreas v. Schacky, 
kurbayerischen Geh.-Rath, Kanzler und Lehenpropst zu Burghausen. 
Dei^elbe stammte aus einer ursprünglich vcnetiaiiischen Familie, welche 
frflher Sacco hiess und in welche der erbländ.-österr. Adelsstand in 
der Person des Jacob Sacco , Kauf- und IlandclsheiTn zu Schärding, 
1677 mitdemPrödicate: Schacky v. Schönfeld kam. — Der Empfiingcr 
des Freihermdiploms setzte in der Ehe mit M. Anna Franzisca Kuni- 
gunde Freiin v. Lafabrique zu Paar den Stamm fort. Aus dieser Ehe 
entsprossten , neben einer Tochter , zwei Söhne , die Freilienen Franz 
Xaver (I) und Carl (I) Freih. Franz Xaver (I), geb. 1777, Herr auf Offen- 
dorf uird Neuen-Hinzenhausen, vermählte sich mit Elisabeth v. Meyer, 
gest. 1846 und aus dieser Ehe stammen neben zwei Töchtern, zwei 
Söhne: Freih. Franz Xaver (II), k. bayer. Oberlieutenant ä la suite und 
Freih. Carl (H), geb. 1820, Gutsherr auf Offendorf und Neuen-Hinzen- 



— 71 ™ 

bansen, k. bayer. Kammeijnnker, vermäblte sieb mit Mathilde v. Barth 
za Harmating und hat aus dieser Ehe zwei Söhne. — Freih. Carl (11), 
».oben, geb. 1784 und gest. 1848, Guts- und Gerichtsherr «n Tbierlstein, 
Traubenbach und Bruckberg, k. bayer. Kamm., Oberstlieutenant und 
Bezirksinspector der Landwehr, hat aus der Ehe mit Josepha Grf. 
V. Tauflfkirchen-Guttenburg-Englburg, geb. 1785, eine zahlreiche Noch' 
kommenschaft hinterlassen. 

r. Lang, S. 225 and 26. — Oeneal. Taschenb. d. freih. Häuter, 1861, S. 676—76, 1868. 
8. 834 nud 36 nnd 1866. — W.-B. d. Kgr. Bayern, ni. l(Ki und v. Wölckem. Abth. 3. S. 266 
nnd 66. — «. Be/ner, bayor. Adel, Tab. 57 und S. 55. — Kneschki», II. S. 374 und 75. 

Schad, Freiherren (Schild geviert: 1 nnd 4 in Gold ein links* 
sehender , halber , schwarzer Adler , mit ausgebreiteten Flflgeln und 
goldener, nach unten zu beiden Seiten fliegender Binde um den Hals, 
welcher im goldenen Schnabel einen silbernen Fisch halt nnd 2 und 
3 in Blaa ein goldenes Wachthäuschen mit links angelegter Stiege). 
Reichsh-eihermstand. Diplom von 1635 fOr Johann Jacob t. Schad, 
kaiscrl. Geh.-Rath , Bürgermeister und Ratbsältesten , mit seiner Nach- 
kommenschaft. — Eins der ältesten, ulmischen, adeligen Patricier- 
gQSchlechter, als dessen ältester Almherr Bertold Schad, Ritter, an- 
genommen wird, welcher in der 2. Hälfte des 11. Jahrb. Hauptmann 
des Grafen Eberhard zu Württemberg war. Urkundlich kommt zuerst 
1199 Marquard Schad, Voigt zu Grünburg, vor. Die fortlaufende 
Stammreihe beginnt mit dem Edlen Jacob Schad, gest. 1466, welcher 
1440 die Herrschaft Mittelbiberach kaufte, von welcher er, so wie 
die Nachkommen, sich Schad v. Mittclbiberach schrieb. Ausser Mittel- 
biberach erwarb die Familie noch mehrere andere Güter. Mittel- 
biberach und Kesselburg gelangten 1596, nach dem Tode des ulmer 
Bürgermeisters Beruhard v. S., an dessen Gemahlin , Yeronica Späth 
V. Zwiefalten und von dieser durch Vermählung der Tochter an die 
Familie v. Neuhausen und an die Freiherren v. Ulm. — Die früheren 
Sprossen des Stammes widmeten sich theils fast ausschliesslich dem 
Dienste der Vaterstadt und erwarben sich grosse Verdienste um Ulm, 
theils bekleideten sie auch kaiserliche Aemter nnd Würden. Von den- 
selben ist namentlich zn nennen : Johann Jacob v. S., ulmischer Pa- 
trider und kaiserl. Eath , Doctor der Rechte , welcher durch Diplom 
vom 11. Aug. 1385, wegen seiner, dem Kaiser und dem Reiche gelei- 
steten Dienste, in den Reichsadelsstand versetzt wurde. Johann Phi- 
lipp V. S., Ritter und kaisorl. Rath, wie auch Oberstsilber- Kämmerer 
und erster Landvoigt der Markgrafschaft Burgau, erhielt 29. October 
1552 einen kaiserlichen Adels- und Wappenbestätigungsbrief, doch 
stimmen die Angaben in demselben nicht mit dem Wappen überein, 
welches die Familie jetzt ftlhrt. — Albrecht v. S., gest. 1582 und Jo- 
hann v. S., geb. 1634, Sohn und Vater, waren nach einander Bürger- 
meister zu Ulm. Der Sohn des Letzteren war Freih. Johann Jacob, 
8. oben, doch bedienten sich seine Nachkommen des freiherrlichen Ti- 
tels nicht. -^ Daniel v. S., gest. 1608, war 1572 Bürgermeister zu Ulm 
und l577 Rathsältester und durch die Söhne desselben, Haus Jacob 
und Conrad, schied sich die Familie in die noch blühenden zwei Linien, 



— 72 — 

welche fiHher nach den Stiftern genannt wnrden, später aber den Na- 
men: erste, oder ältere und zweite, oder jüngere Linie führten. Die 
erste, oder ältere Linie blühte in neuester Zeit nur noch im weiblichen 
Stamme. — Die zweite, oder jüngere Linie, welche Daniels jüngerer Sohn, 
Conrad, geb. 1574 und gest. 1610, gestiftet, setzten zwei Urenkels Söhne, 
Philipp Adolph und Albert Friedrich fort und von dem Sohne des Albert 
Friedrich, geb. 1738 und gest. 1793 aus der Ehe mit Juliane Scher- 
mar entspross: Albrecht v. S., geb. 1782, k. Württemberg. Haupt- 
mann a. D., welcher sich 1819 mit Sophie v Baidinger, geb. 17,97 
vermählte und den Mannsstamra , neben sechs Töchtern , durch zwei 
Sohne, die Freiherren Moritz, geb. 1821 und Theodor, geb. 1834, 
fortsetzte. — Die erste Linie stand durch Besitz des Gutes Bartholomae 
lange im Verbände der unmittelbaren Reichsritterschaft im Canton 
Donau. In die Adelsmatrikel des Kgr. Württemberg wurde dieselbe 
in die Classe der adeligen Rittergutsbesitzer eingetragen und zwar in 
Folge des Besitzes von Antheilen an mehreren Rittergütern in den 
Aemtem Ulm , Wiblingen und Blaubeuren im Donaukreise. Die Ein- 
tragung der Familie in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern erfolgte, 
gleich nach Anlegung derselben, in mehreren Sprossen des Stammes. 

/?«/<r«'//iti Stonunat. 'P. I. und Burgennn'Hler, Schwab. RcichAa<1(>l, S. 196. — Gauhe^ I. 
8. 8028 und 29. — Zedier, 34. 8. 729. — r. Lang, S. 51G und 517. — Cant, Adclsb. d. Kgr. 
Wörttrmb. 8. 314—18. — Siehmacher, I 116: Die Schailon zu Ubortiibetacli, I. 2(i0: IHr 
Schaden, adelige Patricier In Ulm und III. 44: Freih. v. S. - W.-B d. Kgr. Bayorn, VIII. 
82: Schad v. Mittelbiberach. - Kneschke, I. S. 374-77. 

Schade, Schade y. GreTenstein-Ahansen , Freiherren (in Gold 
ein rothes Mühleisen, oder zwei rothe, mit dem Kücken zusammen- 
liegende Dreien in Form eines Mühlsteinsträgers). Im Kgr. Preussen 
anerkannter Freiherrnstand, und zwar durch k. Cabinetsordre vom 
17. März 1845. — Altes, stiftsfähiges und ritterbürtiges Geschlecht des 
Herzogthums Wcstphalen aus den Stammhäusern Grevenstein bei Arns- 
berg und Ahausen unweitOlpe. Schon im 12. Jahrh. tritt ein Herr 
V. Schade auf, welcher in der Nähe von Rtlthen Grundbesitz hatte. — 
Der in den südlichen Theilen Westphalens u. s. w. begüterte Stamm 
schied sich in früheren Jahrhunderten in mehrere Linien, welche sich 
nach ihren Gütern nannten. So bildeten sich die Linien: v. chadc- 
Antfeld im Herzogthume Westphalen , v. S.-Enger im Ftirstenthume 
Paderborn, V. S.-Salvey (Salwey) in Wcstphalen und v. S.-Grevenstein- 
Ahau^en. Die letztere Linie bewohnt ihre, erst später angekauften Be- 
sitzungen seit tingefähr zweihundert Jahren. Die Linien zu Antfeld 
und Enger sind im Mannsstr.inmc erloschen, die Linie zu Salvey aber 
blühte, neben der Linie zu Grevenstein-Ahausen, fort. Die Linie zu 
Grevenstein-Ahausen stieg, wie folgt, herab: Heinrich Christoph Freih. 
v. Schade- Ahausen, kurcöln. Kämmerer und Drost der Aemter Evcrs- 
berg und Medebach, seit 1779 kurcöln. Geh.-Rath: erste Gemahlin: 
Erbfräulein V. Bruch; — Freih. Maximilian Friedrich, geb. 1766 und 
gest. 1802, kurcöln. Amtsdrost der Aemter Medebach und Eversberg: 
Antoinette Freiin v. Weichs zurWenne, geb. 1765 und gest. 1830; — 
Frfeih. Theodor zu Ahausen, geb. 1786, kurcöln. Amtsdrost der Aemter 
Eversberg und Medebach: Philippine Freiin v. Bönnighausen zu He- 



— 73 — 

ringshafen, verm. 1814 und gest. 1820; — Freiin Antonia, geb. 1816, 
verin. mit dem Freiherrn v. Rump zu Dellwig und Freiin Tberese, geb. 
1818! Töchter und Schwestern. — Besitzer des Stammgutes der Linie 
zu Salvey-Salvey unweit Rslohe, welches der Familie schon 1500 zu- 
stand, war um 1854 Freih. Carl, k. preuss. Preraierlieutenant im7. Ar- 
tillerieregimente und nach Rauer hatte 1857 Franz Egon Freiherr 
V. Schade-Salvey das Gut Borganie im Kr. Neuraarkt inne. 

Gau/>e, I. 8. 2029. — Freih. r. ft. Knesebeek. S. 246. — Freih. p. Lfdebur, IT. S. 345 
und 46. >- Geiiesl. Tafichciib. d. freih. Häuser, 1854, S. 445—47, 1855, S. 520 und 21 und 
1864, S. 7(»6. — r. Steinen, Westph. Gesch. I. Tab. 6. Nr. 2. — Ununov. W.-B. C. 04 und 
S. 12. — r. Hefner, hannov. Adel, Tab. 28. 

Schade y Schade t. Leiboltz (in Roth ein eisenfarbiger, oder 
schwarzer Fuchs , der in einem um den Hals geschlagenen , schwarzen 
Tuche eine nach der Linken sich kehrende , silberne , bis au die Brust 
hervorragende Gans trägt). Altes, hessisches Adelsgeschlecht, welches 
bereits um 1331 zum fuldaischen Lehnshofe gehörte. 

99hannait 8. 152. — Siehmaeher, I. 143: Die Schaden r. Leii»öltB, Hessisch. — e. Me- 
ding, 1. 506. 

Schade, Schaden (in Blau ein silberner Helm mit goldenem Visier, 
bedeckt mit einem Wulste und mit drei Fähnchen, roth , golden und 
silbern, besteckt). Ein in den nördlichen Theilen Westphalens, im ehe- 
maligen Niederstifte Münster, im Osnabrfickschen, Lingenscheu, Olden- 
burgischen, in Franken, im Thüringischen und selbst Bremenschen begü- 
tertes Adelsgeschlecht, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, 
ebenfalls ursprünglich westphälischen Familie, welche im vorstehenden 
Artikel besprochen wurde. Als Stammsitz wird das Gut Hundlosen im 
Oldenburgischen genannt, welches schon im 17. Jahrhunderte und noch 
IV45 der Familie zustand, die auch 1690 zu Buddenburg im Olden- 
burgischen, 1723 zu Ritterhude im Bremenschen , 1731 zu Quacken- 
brück im Osnabrückschen und 1743 zu Landegge im Emslande begü- 
tert war. — In den alten Fohdezeiten fiel die Familie der Grafschaft 
Oldenburg sehr beschwerlich. Heinrich Schade, 1530 bischöfl. inüu- 
sterscher Drost zu Wilshausen, Hess in einer solchen Fehde das schöne 
Gut Wahrenburg, nebst der mit Kupfer gedeckten Kirche, ganz nieder-' 
brennen. Den oben genannten Stammsitz Flundlosen verkaufte das 
Geschlecht in der Mitte des 17. Jahrb. an den Grafen Gustav-Gustav- 
son-Wasaburg , welcher daselbst ein prächtiges Haus bauen Hess , da 
aber nach vielen Jahren ein ziemlicher Theil des Kaufpreises noch rück- 
ständig bHeb, nahm die Familie Schade die Besitzung wieder in An- 
spruch , wodurch ein vieljüliriger Process vor dem Kammergerichtc 
entstand. — Engelbert v. Schaden , Herr auf Meppenburg , Brockhus 
u. s. w. brachte durch Vermählung mit einer v. Nutzhorn die Hälfte 
des Rittergutes Nutzhorn im Delmenhorstschen an sich , welches bei 
Vermählung seiner Enkelin mit dem Obersten Addo Conrad v. Bardeu- 
fleth an diesen fiel. Arend v. Schaden, k. schwed. Capitain, war um 
1723 Herr auf Ritterhude im Bremenschen und hatte männliche Nach- 
kommen, doch fehlen über dieselben nähere Angaben. 

Oauhe, I. 8. 2029 und 30. — Zedier, 34. S. 724. — Biedermann, Rhön-Werra, 1. Vera. 

— N. Pr. A.-L. IV. 8. 162: nur das Wappen gehört hierher. - Freih- v. ledtbur, IL 8. 546. 

— Siebmaeher, I. 188: Die Schadeoi WestphäliAch, 



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Schade, Schaden (\r\ Blau auf einem weissen DreihQgel ein dop- 
pelt geschweifter, goldener Löwe, in der rechten Vorderpranke einen 
Säbel schwingend). Im Kgr. Bayern bestätigter Adelsstand. Bestä- 
tignngsdiplom des vom K. Ferdinand II. 22. Mai 1649 in die Familie 
gekommenen Reichsadels für den aas Schwaben stammenden k. bayer. 
Ober - Appellationsrath v. Schaden Der Sohn desselben. Augustin 
Aemilian v. Schaden, geb. 1814 und in München lebend, wurde in 
die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

r. Lanff, S. 517. — W.-B. d. Kgr. Bayern, VIII. 32. 

Schaden (in Blau ein goldener Stern über einer sflbernen, schwarz, 
ausgefugten Mauer, mit fünf Zinnen und vier Schiessscharten, quer in 
einer Reihe). Ein in den Listen der k. preuss. Armee genanntes Adels- 
geschlecht. Ein V. Schaden stand 1833 als Hauptmann im 18. Infan- 
terieregimente, 

Frei/i. r. Ledebur, III. S. 337. 

Schadenofsky (siebenfeldriger Schild in zwei Reihen , 3 und 4, in 
welchem nur das zweite oder mittelste , rothe Feld der oberen Reihe 
mit einer silbernen Lilie belegt ist. Die übrigen Felder sind sämmtlich 
ohne Bild und zwar sind das 1. und 6. silbern, das 3. und 4. golden, 
das 5. schwarz und das 7. roth tingirt). — Altes, erloschenes, schle- 
sisches Adelsgescblecht aus dem Stammhause Savorsitz. 

r. M^ding, III. S. 561 und 62: Alte Zeichnung in einer sclilesiAcIien Genealogie. 

Schaderitz (Schild der Länge nach getheilt: rechts Silber, ohne 
Bild und links Schwarz, silbern gegittert). Altes, meissensches Adels- 
geschlccht, welches 1563 zu Rumschütz, 1600 zu Dumschütz und noch 
1691 zu Elster -Trebnitz unweit Pegau sass. Dietrich v. Schaderitz 
(Schadewitz) war um 1563 Herr zu Rumschütz und Georg v. Schade- 
ritz kommt 1517 als kursächs. Amtshauptmann zu Beltzig vor. 

Knauth, iS. 313 und 8. 562. — Gauhe, I. S. 2030: nni Scbluwo de» Artikels: Schttdeu. 
— Freih. r. Ledfbur, II. 8. 346. — Siehmac/ier, I. 162: v. Schadcritx, MoiMiiniach. 

Schadewacht. Altes, längst erloschenes Adelsgeschlecht der Mark 
Brandenburg. 

Anyeli Annale« March. Brandenb. S. 47. 

Schadow , Schadow t. Godenhans (in Blau über Wasser eine, 
einen Oelzweig im Schnabel haltende Taube , über welcher sich ein Re- 
genbogen wölbt). — Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 
20. Jan. 1843 für Friedrich Wilhelm Schadow, Director der Kunst- 
academie zu Düsseldorf und Herrn auf Godenhaus im Kr. Ahrweiler, mit 
dem Namen : Schadow v. Godenhaus. 

Freih. t>. Ledebur, II. S. 346. 

Schaedel (in Roth eine Eule auf grünem Boden). Ein früher zu 
dem in Ost- und Westpreussen begüterten Adel gehörendes Geschlecht, 
welches auch Schedel, Schedlin. Sedlin , Sadlinowo, Zarlino, und 
V. Schedlin -Czarlinski geschrieben wurde, melirere ansehnliche Be- 
sitzungen an sich gebracht hatte und noch 1727 zu Skatnicken im 
Rastenburgischen sass. 

Freih. 9. Ledtbur^ II. 8. SM. 



— 75 — 

Schaefer (in Blau zwei braongeschaftete , im Andreaskreuze über 
einander gelegte Hellebarden mit goldenen Quasten). Adelsstand des 
Herzogtbums Braunschweig. Diplom vom 3. Febr. 1856 für Ferdinand 
Schaefer, k. k. Major im General-Quartiermeisterstabe, um demselben 
„einen offenkundigen Beweis der Anerkennung der von dessen Vater 
Sr. Durchlaucht dem in Gott ruhenden Herzoge Friedrich Wilhelm 
V. Braunschweig geleisteten Dienste und ^in Zeichen landesfürstlichen 
Wohlwollens zu geben/' 

Kntschke, IV. 8. 374. 

Schaefer (in Blau ein aufrecht stehender, goldener Hirtenstab). 
Ein zu dem in Sachsen begüterten Adel gehörendes Geschlecht, welches 
das Gut Kauschwitz unweit Plauen an sich brachte. 

DroMloer Calend. s. Gebr. ^^^ die Residenz, 1S48, S. 182 und 1840, S. 160. — Ttjtoff, II. 
63. - W.-B. d. Sachs. Staaten, V. 75. 

SchaefTer, Ritter (in Roth ein den Schild ganz tiberziehendes, ge- 
wöhnliches, goldenes Kreuz, welches mit einem kleineren, an den Rän- 
dern eingeschnittenen, rothen Kreuze und vor diesem letzteren mit einem 
blauen Mittelschilde belegt ist. Durch die Mitte des Mittelschildes 
ziehen sich in Form des Buchstabens W zwei an einander stossende, 
gestürzte, silberne Sparren, welche von drei, 2 und 1, silbernen Kugeln 
begleitet sind). Er bland. -österr. Ritterstand. Bestätigungsdiplom des 
der Familie zustehenden Ritterstandes von 1757 für Friedrich v. Schaef- 
fer, k. k. Geh. Reichshofcanzlisten. Von den Nachkommen standen 
und stehen Mehrere in der k. k. Armee. 

kfegerle r. Jtfükl/etd , Erg. -Bd. S. 201. — Militair-Scheinat. des OoHterr. Kuiseithunis. — 
Suppl. zu Slebm. W.-B. X. — Kneackke, IV. S. 376. 

Schaeiferv. Schaeffersfeld , Ritter (Schild geviert: 1 und 4 in 
Gold ein rechtssehender, schwarzer Adler und 2 und 3 in Roth ein 
freischwebender, nach rechts gekehrter, in der Faust ein Schwert 
schwingender, silbern geharnischter Arm). Erbländ.- österr. Ritter- 
stand. Diplom vom 6. Juli 1767 für Johann Anton Schaeffer, k. k. 
Hofrichter des adeligen Fraucnstifts zu Goess in Steiermark, mit: 
Y. Schaeffersfeld. Der Stamm wurde fortgesetzt und Sprossen desselben 
traten in die k. k. Armee. 

M-f/erlr r. MühifHd, Erg. -Bd. 8. 142. - Sehmutz, III. 8. 462. — MUlt.-Scheinatiimi. d. 
Ocsterr. Kai«>crthum0. — Knexchke, IV. 8. 375 uud 76. 

Sohaeffer v. Bernstein, Freiherren (Schild der Länge nach ge- 
theilt: rechts in Blau ein aus der Theilungslinie halb hervorspringen- 
der, natürlicher Hirsch, über welchem ein, die Hörner links kehrender, 
silberner Halbmond schwebt und links in Gold ein auf grünem Boden 
stehender, einwärts gekehi-ter Schäfer, der mit der Linken einen ge- 
rade vor ihm stehenden, braunen Schäferstab erfasst, dessen nach oben 
gekehrte, kleine Schaufel silbern ist). — Freiherrnstand des Grossher- 
zogthums Hessen. Diplom vom 25. Februar 1813 für Georg Johann 
Schaeffer v. Bernstein, grossh. hessischen Generalmajor zu Darmstadt. 
Derselbe, gest. 1838 in hohem Alter als grossh. hess. Generallieute- 
nant, war ein Sohn des fürstl. hessen-casselschen Stabscapitains Georg 
Johann Schaeffer, welcher durch Diplom vom 8« Juli 1787 den Beicbs- 



— 76 — 

adelsstand mit dem Prädicate: v. Bernstein erhalten hatte. — Vom 
Freiherrn Georg Johann stammte Freih. Friedrich, geb. 1790 nnd 
j^ost. 1861, grossh. hoss. Kanimerherr, Kriogsminister, General der In- 
fanterie, Gencraladjutant Sr. K. H. des Grossherzogs u. s. w., verm. 
mit Bertha d'Orville aus Oflfenbach , ans welcher Khe, neben vier Töch- 
tern drei Söhne entsprossten : Freih. August, grossh. hess. Kammer- 
junker und Oberlieutenant im Generalquartiernieisterstabe , verm. mit 
Anna v. Kopp; Freih. Adolph, grossh. hess. Oberlieutenant im Artil- 
lericcorps und Freiherr Carl, vormaliger k. k. Lieutenant (lebt in 
Amerika). 

OuiiPHl. Tu8ch«?nb. d. freih. UÄuncr, 18<>3, S. 8.30 und 37 nnd 1865. 

SchaefPer v. der Mnida. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1818 für Joseph Schaeffer, k. k. Generalmajor und Brigadier, mit: 
V. der Mulda. 

hUgerle r. Mühlfelil, 8. 256. 

Schaell, auch Ritter (in Silber ein rother Querbalken, oben von 
drei neben einander stehenden, rothen Kugeln und unten von drei, 2 
und 1, dergleichen Kugeln begleitet). Böhmischer Ritter- und Reichs- 
adelsstJind. Ritterdiplom von 1713 und Reichsadelsdiplom vom 26. Juni 
1713 für Georg Ernst Schaell, k. preuss. Hauptmann. Die Vorältern 
und der Grossvater des Empfängers der Diplome hatten in Schlesien 
zu Landshut und Schmiedeberg bedeutenden Garn- und Leinwandhandel 
getrieben. Das ertheilte Wappen ist dem Wappen der v. Stael in Hol- 
stein nachgebildet, welches Siebmacher, I. 187 mit dem unrichtigen 
Namen: v. Schael, Wcstphälisch, aufführt. Uebrigens findet sich schon 
unter dem Bildnisse des Gottfried Benjamin Schael dasselbe Wappen. 

hfi'.jfrle V. ilühlfelii, Er^.-Bd. S. 201. - Freih. v. L^debur, II. S. 349 und III. 8. 337. 
- DofAt, Allgom. W.-B. II. Tab. 106 und 8. 26 nnd 27. 

I SchaerfPenberg, Grafen (in Blau eine offene, goldene, roth gefüt- 

terte, königliche Krone). Erbländ. -böhmischer Grafenstand. Diplom 
vom 18. Febr. 1717 für Franzisca Eleonora verw. Freifrau v. Schaerf- 
fenberg, geb. Grf. v. Lamberg, mit ihren vier Söhnen : Johann Leopold, 
Maximilian Christoph, Johann Joseph und Johann Carl. — Altes, steler- 
märkisches Herrengeschlecht, welches sich früher auch Scherffenberg 
schrieb und dessen längst verfallenes, gleichnamiges Stammhaus in der 
Windischen Mark im Herzogthume Krain bei Ratschach an der Sau 
lag. Ueber den Ursprung des Stammes liegen verschiedene Angaben 
vor. Nach Bucelinus, Hühner u. A., war der Ahnherr Arnulph, aus 
dem königlichen Stamme der Agilolfinger in Bayern oder Steiermark, 
während Schönleben sagt , dass das Geschlecht von den Herzogen in 
Franken abgestammt habe und Freih. v. Hoheneck angiebt, dass die 
Familie von einem Könige in Bosnien und Bulgarien herzuleiten sei. 
Arnulph soll um 928 zur Beschtttzung der Grenzen des römischen 
Reichs in der Windischen Mark und L'nter-Krain sich niedergelassen 
und das Stamnischloss Schaerffenberg auf einem hohen Felsen erbaut 
haben. Der Urenkel desselben, Heinrich, wurde, nach Einigen, vom 
K. Heinrich III. l040 in den Grafenstand versetzt und von den Söhnen 
desselben war der älteste gleichnamige Sohn Bischof zu Speier, der 



— 77 — 

jüngste aber, Rudolph, setzte den Stamm fort. Rudolphs Nachkommen, 
von welchen Gliedej* schon um 1269 in Oesterreich lebten, wurden so 
mächtig, dass sie den Herzogen in Krain die Spitze boten , doch gingen 
später alle Familiengüter in Kärnten und Krain verloren, als Wil- 
helm II. V. Scherffenberg vom Erzherzoge Ernst von Oesterreich ge- 
fangen genommen wurde. Von den Enkeln Rudolphs , Bruder Wil- 
helms IL, war Bernhard 1479 Landeshauptmann in Ober-Oesterreich 
und erhielt vom K. Friedrich III., da er als kaiserlicher General gegen 
die Böhmen sehr tapfer gewesen, die Herrschaft Starhemberg. Der 
Sohn desselben, Christoph, kaiserl. Feldhauptmann in Kärnten gegen 
die Un-jiarn , wunle vom K. Maximilian I. mit dem Schlosse Spiolberg 
in Ober-Oesterreich belehnt, auch verlieh K. Maximilian I. dem Ge- 
schlechte das Schloss Hohenwang in Steiermark. Johann , Christophs 
Sohn, war 1530 Commandant zu Grätz; Ulrich Christoph, Enkel Chri- 
stophs, starb 1637 als k. k. Geh.-Rath und Landes verweser, und 
Friedrich Siegmund, Herr zu Spielberg und Hohenwang, welcher zuerst 
wieder den ihm zustehenden Grafentitel führte , blieb als kaiserl. Feld- 
mai*schall-Lieutenant 1688 in einem Sturme vor Belgrad. — Im Laufe 
der Zeit schied sich der Stamm in eine ältere und jüngere Linie. Die 
ältere Linie zu Spielberg ging um 1750 aus, die jüngere zu Hohenwang 
und Krottenhof blühte noch fort. Die absteigende Stammreilie der 
letzteren Linie findet sich in dem Werke: Deutsche Grafenhäuser der 
Gegenwart. Der Mannsstamm dieser Linie ist 15. Sept. 1847 mit Jo- 
hann Nepomuk Herrn und R.-Grafen v. Schärifenberg erloschen. Der- 
selbe, geb. 1802, — Sohn des 1827 verstorbenen Grafen EmanueL, 
k. k. Kämmerers und Gubernialraths , aus der Ehe mit Judith Grf. 
v. Coreth zu Starkenburg, gest. um 1836 — vermählte sich 1827 mit 
Antonie Grf. v. Attems, geb. 1807, aus welcher Ehe drei Töchter 
stammen: Luise vermälilte Frau v. ('arneri, geb. 1831, Caroline verm. 
Frau V. Nemethy, geb. 1835 und Leonie verm. Freifrau v. Kellersperg, 
geb. 1838. Die Schwester des Grafen Johann Nepomuk: Grf. Clemen- 
tine, geb. 1808, vermählte sich 1834 mit Joachim Freih. v. Fürsten- 
wärther, Burgsassen zu Odenbach. — Noch gehören zu dem gräflichen 
Hause: Emilie vermählte Grf. Belrupt-Tissac, geb. 1812 und Ludmilla 
verm. Grf. v. Scheler, geb. 1817. 

Hennig fs^ Theatr. penealog. III. ^. I. S. 666. — Valvasor, Lib. II. — Bucttini Stein- 
mat, IV. S. 245. - J. L. Schönleben in der Ocnealogia faiuilia« Cumitum de Galleiiberg, 
Labaci 1680. — Sjifner, S. 524. — Or. r. Brandis, Nr. 50. — Or. v. Wurmbiand, 8. 143. 
— Hühner, III. Tab. »03-906. — Vreih. v. Uoheneck, II. 8. 200-318. — Qauhe, I. 8.2074 
—76 und II. S. 1771 und 72. — Z^dl^r , 34. S. 1320. - Sehmntt. III. S. 406. IViKutb«- 
Grafenh. d. Oogenwart, II. S. 358 und 59. — Freih. 9. Ledebur, II. 8. .351 und 52. — Oe- 
m>al.. Taschenbuch d. gräfl. Hausrr, 1804, S. 747 und 48 und UiHtor. Handbuch zu DumsulbuD, 
8. 860. — Siebmacher y L 27: Schaftenberg. Freiherren. 

Schaesberg, Freiherren und Grafen. Reichsfreiherren und Gra- 
fen. Freiherrndiplom für Johann Friedrich v. Schaesberg, Aeltcrer 
Linie (geb. 1598) und Grafendiplom von 1706 für Johann Friedrich, 
Friedrich Sigismund und Johann Sigismund Freiherren v. Schaesberg 
(Enkel des Freiherrn Johann Friedrich). Altes, rheinländischcs Dy- 
nastengeschlecht, dessen Stammhäuser Reitersbach und Schijesberg in 
der Jetzt belglBckeu Provinz Limburg liegen , und später wurde auch 



— 78 — 

Krikenbock, ein alter Sitz zwischen Maas und Niers, ein Hanpt^itz des 
Geschlechts. — Die fortlaufende Stammreihe beginnt um die Mitte des 
15. Jahrh. mit Wilhelm v. Reiters bach , welcher am Niederrheine, 
namentlich im Jtilich-Bergischeii reich begfltert war. Mit den beiden 
Söhnen seines Enkels . Georg , mit Johann und Wilhelm , schied sich 
1554 der Stamm in zwei Linien : Johann gründete die ältere zu Schaes- 
berg , Wilhelm die jüngere zu Streithagen , welche letztere mit Michael 
Froih. V. Schaesberg in der Mitte des 17. Jahrh. wieder ausgestorben 
ist. Aus der älteren Linie gingen, wie oben angegeben ist. die Frei- 
herren und Grafen v. Schaesberg hervor. Von dem Grafen Johann 
Friedrich, s. oben, stammen die jetzigen Glieder des gräflichen Hauses 
ab. Derselbe war kurpfUlz. Gelu-liath und Oberkammerpräsident, ber- 
gischer Staatsminister und Amtmann zu Blankenburg, so wie Herr der 
Herrschaften Kerpen und Lonimersnm, Krikenbock, Lichtenberg, Neu- 
stadt, Wildenberg, Broich, Weyer und Bensterrath. Diese Herr- 
schaften erhob 1712 K. Carl VI. zu einer Reichsgrafschaft , worauf 
der Graf in das westphälische Grafencollegium aufgenommen wurde und 
Reichsstandscliaft erlangte Durch den Lüneviller Frieden verlor das 
(Geschlecht den grösseren Theil seiner Besitzungen auf der linken Rhein- 
seite, wurde aber durch den Reichsdeputations-Hauptschluss 1803 mit 
dem. zur vormaligen Reichsabtei Ochsenhausen gehörigen Amte Thann- 
heim im württemb. Donaukreise , mit Ausschluss des Dorfes Winterrie- 
den, und mit Auflegung zweier Jahresrenten, entschädigt. Die Rhein- 
bundacte stellte die Grafen v. Schaesberg als Standesherren unter 
Staatsoberhoheit der Krone Württemberg. — Die genealog. Verhält- 
nisse und absteigenden Stammreihen des gräflichen Hauses finden sich 
in dem Werke: Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart, namentlich nach 
Fahne, zusammengestellt. — Haupt des gräflichen Hauses wurde in 
neuester Zeit Graf Julius, geb. 1819 — Sohn des 1836 verstorbenen 
Grafen Heinrich Edmund aus der Ehe mit Auguste Freiin v. Lo6- Wis- 
sen — kraft Testaments seines Vaters-Bruders, des 1856 verstorbenen 
Grafen Richard Nachfolger in der Standesherrschaft Thannheim, verm. 
1853 mit Thecla Grf. v. Hompesch-Bollheim, geb. 1834 und gest. 
1857, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, ein Sohn entspross; Graf 
Heinrich, geb. 1855. — Der Bruder des Grafen Julius: Graf Rudolph, 
geb. 1816, Herr der Herrschaften Schaesberg, Krieckenbeck , (Kriken- 
boek) und Gangelt, folgte seinem Vater 1835 und vermählte sich 1847 
mit Mechthilde Grf. v. Waldburg-Zeil-Trauchburg, geb. 1824. 

Uumbrachty Tab. 12ft: bcHpricht verwandte Familien. - Oai/he , I. S. »>30 und 31. — 
ttdl^ty 34. 8. 775. — Velt^r, BergiBche Rittowcbaft, Tab. 70. — Jaeobi, 1800. II. 8. 120. — 
Allgeni. gencal. Haudb 1824, 1. 8. 762. — Rohen*, Niederrbein. Adel, II. 8. 102-108. — 
Oeneal.-bistor.-8tati«t. AlmiUiacb, Weimar, 1832, 8. 384 uud 85. — N. Pr. A.-L. IV. 8. 153 
nnd 54. ->- Gast, Adolhb. d. Kgr. Württemberg, 8. 72 und 73. — Goth. geueal. Taschenbuch, 
1849, 8. m\ 1862, 8. 273 und 71 und 1866. — Si^hmach^r, IV. 161: v. Schae^fp^rg, Oead. — 
Paderbornsclier Stifsculonder T«>n 1741. — Mönsterscher 8tift«calender von 1784. — ». M«" 
ding, II. 8. ö(J4. - W.-B. d. üurchlaucht. Welt, II. 3y. — W.-B. der Preuw. BLeinprovinz, 
I. Tab. 110. Nr. 2*20 und 8. 102: Gr. v. 8chae«berg-KrIeckenbock. — W.-B. des Kgr. Wftrt- 
temberg: Gr. v. 8. 

Schaetzel, Schetzel zn Merxhansen (Schild von Roth und Gold 
der Länge nach getheilt, mit einem Löwen von gewechselten Farben, 
welcher den Schweif zwischen den Hinterbeinen nnd Yorderpranken 



— 79 — 

hindurch um den Hals geschlungen hat). Ein frOher in Hessen und 
Thüringen vorgekommenes Ädelsgeschecht. Das der Familie den Bei- 
namen gegebene Dorf Merxhauscn liegt im hessischen Amte Naumburg. 

Freih. 9. L^dehur, II. S. 352. — Siebmacher^ I. 134: Die Schätzel zu Merxhaoiei), 
IleMltfch. 

Schaeteel, Schaetxell (in Schwarz ein geflügelter Greif, oder auch 
in einer aufsteigenden Spitze unten der Greif und oben zu beiden Sei- 
ten je eine Traube). Ein in Pommern und im ßrandeuburgiscben be- 
gütert gewordenes Adelsgeschlecht, welcbcs später auch nach West- 
preussen kam. Dasselbe sass bereits 1749 zu Verbitz im Ost-Havel- 
lande, 1772 znCantow unweit Ruppin und zu Doeberitz, 1774zuNaulin 
bei Pyritz und zu Pitzervitz bei Soldin, 1777 zu Petersdorf unweit Le- 
bns, 1804 zu Mellenthin bei Soldin, 1805 in Westpreussen zu Claus- 
dorf im Kr. Deutsch-Crona und noch 1836 zu Naulin. — Carl Heinrich 
V« S., k. preussischer Oberst und Commandeur der Garde du Corps. 
starb 1780 als Herr auf Döberitz und Verbitz im Havellande und 
hiuterliess aus der Ehe mit einer v. Retzow drei Söhne. Ein v. S. war 
um 1806 Landrath des Kreises Soldin. Seine später in Berlin lebende 
Wittwe war die früher in der theatralischen Welt bekannte Künstlerin 
Schick. Eine Tochter aus dieser Ehe war die berühmte Sängerin 
Y. Schätzel, später vermählt mit dem Geh. Oberhof buchdrucker v. Decker 
in Berlin. Daselbst lebte um 1837 der k. preuss. Oberstlieutenant v. S., 
frtüfer Commandeur eines Cürassierregiments. — Zu diesem Stamme 
gehört, so viel bekannt, der vormalige anhält- bernburgische Staats- 
minister V. Schaetzell, w. Geh.-Rath u. s. w. 

N. Pr. A..L. lY. S. 164. — Freih. r. Ledebur, II. 8. 352 und 53. 

Schaetzei (in Roth ein silberner Löwe). Altes, in Ostpreussen 
ansehnlich begütert gewesenes Adelsgeschlecht , welches wahrscheinlich 
mit dem deutschen Orden nach Preussen gekommen ist und seinen Ur" 
q[)rang aus Bayern herleitet Dasselbe sass noch 1702 zu Gr. Ro- 
sinsko unweit Goldapp, 1724 zu Bredienen bei Sensburg, 1727 zu Ma- 
ratken, hatte dann noch andere Güter inne und war 1752 zu Rakowen 
im Johannsburgischen und 1805 in Westpreussen zu Clausdorf im Kr. 
Dentseh-Grona begütert. Zu dieser Familie gehörte der am 28. April 1803 
verstorbene k. preuss. Generalmajor Fabian v. Schätzel. — N. Pr. A.-L, 
lY. S. 154 unterscheidet die gleichnamigen Geschlechter nicht genau. 

FrHh. V. Ledtbur, II. S. 352 uiid 63. 

Schaetzl, Schaezl, Freiherren (in Schwarz ein aufrecht schrei- 
tender , goldener Löwe). Altes , im Hochstifte Passau begütert gewe- 
senes Rittergeschlecht, dessen ältester, urkundlich beglaubigter Stamm- 
vater, Georg Schäzl, Ritter, zu Watzmannsdorf, Hörmannsberg und 
Leoprechting, 1470 starb. Die absteigende Stammreihe ist sehr genau 
in der unten angeführten, sehr mühsamen Arbeit des Freili. Carl v liCO- 
prechting angegeben. Mit dem freiherrl. Titel kommt im Stammbaume 
der Familie zuerst voV: Leopold Benedict Schaetzl Freih v. und zu Hör- 
mannsberg ivid Thymau u. s. w., kaiserlicher Truchsess, gest. 1665. 
— Der Stamm blühte noch bis gegen die Mitte des 18. Jahrh. fort 
Don Stammbaume nach war Freih. Judas Thaddaeus Canonicos regu- 



— so- 
laris im Kloster Rohr, welcher 1745 starb, der Letzte des Stammes, 
doch sagt Freih. v. Leoprechting an einein anderen Orte, S. 137, dass 
der Mannsstamm mit dem Freih. Wolfgang Friedrich — Vater des 
Frcih. Judas Thaddaeus — fürstl. freising. Pfleger und Hauptmann zu 
Ober -Welten in Steiermark, verm. mit Maria Margaretha Freiin 
V. Freyhcrg und Hohen -Aschau zu Spitzenberg, 16. Mai 1747 er- 
loBclien sei. 

Wi>/ul fluHd, III. — Schmutz, lll. S. 469. — Carl Freih. v. Leoprechting: dio ans 
gesf«>r bellen Frcih(>rrn v. Schactzl im HorliHtifte Passau u. a. w. u. o. w. in den Verhaodl. 
dM hiHtor. Ycreius in Ldsh., VII. 2. H. 8. 131 -158. — Siebmacher, I. 90: Di« (SchatKi xu 
Hormuniiperg. %i^ 

Schaetzler, Freiherren (in Blau ein aufgerichteter, rechts sclirei- 
tender, doppelt geschweifter, silberner Löwe mit ausgeschlagener, rother 
Zunge , in jeder Vorderpranke eine purpurne Rose an grünem Blätter- 
stengel emporlialtcnd). Freihrrrnstand des Kgr. Bayern. Diplom vom 
05. Nov. 1821 für Johann Lorenz Schaetzler, zu Witzmannsberg und 
Thyrnau, k. bayer. Finanzrath und Bauquier zu Augsburg. — Altes, 
oberpfülzisches Geschlecht , welches bereits im 1 6. JahrE in der ober- 
pfälzischen Stadt Weiden in der Person des Hans Schaetzler, welcher 
schon 1542 Bürger und Hausbesitzer war , urkundlich auftritt. Von 
Weiden aus verzweigten sich mehrere Linien nach verschiedenen Orten 
des Fürstenthums Sulzbach , namentlich nach Etzenried , wo noch jetzt 
die Nachkommenschaft der Familie vorkommt. — Die schon früher 
vermuthete und neuerlich wieder behauptete Identität der £tzenrieder 
Sdiaetzler mit dem alten Geschlechte der Schaetzl von Hörmannsberg 
und Watzmannsdorf im Passauischen , aus welchem Wolf Schaetzler im 
16. Jahrh. seines Glaubensbekenntnisses wegen aus dem Passauischen 
in das Sulzbachische eingewandert sein soll, beruht mindestens in dieser 
Augabc auf Irrthum , da die Schaetzler der Oberpfalz schon um ein 
volles Jahrhundert früher im Sulzbachischen erscheinen, auch sprechen, 
was nicht zu tibersehen ist , die Wappen nicht für Gleichheit des Stam- 
mes, namentlich nicht der sehr zusammengesetzte Helmschmuck der 
Freiherren v. Schätzler in Augsburg. — Freih. Johann Lorenz war 
vermählt mit Maria Anna Freiin Liebert v. Liebenhofen (Liebhofen), 
und aus dieser Ehe entsprossten , neben einer Tochter, Friederike Eli- 
sabeth, verw. Freifrau v. Schnurbein auf Mcitingen , und noch drei an- 
deren vermählten Töchtern, drei Söhne, die Freiherren: Ferdinand, 
Wilhelm und Carl. Freih. Ferdinand, geb. 1795 und gest. 1856, k. 
bayer. Kämm, und ßanquier zu München, stiftete laut letztwilliger Ver- 
fügung d. d. München 1. Mai 1854 aus dem Landgute Vornbach am 
Inn im Landgerichte Passau im Niederbayern , nebst anderen Zube- 
hörungen, ein Familientideicommiss. Derselbe hatte sich mit Emilie 
V. Froelich, gest. 1852, vermählt, und aus dieser Ehe stammte, neben 
einer Tochter, Olga, vei mahlten Freifrau v. Leonrod, zwei Söhne, Frcih. 
Johann Lorenz, geb. 1827, katholischer Priester und Freih. Emil, geb. 
1831, Besitzer des P\amilienfideicommisses A-ornbach am Inn, k. bayer. 
Kämmerer und Oberlicutenant i\ la Suite, verm. 1858 mit Pauline 
Freiin v. Brcidbach-Btirresheim, genannt v. Kiedt, geb. 1836, aus wel- 
cher Ehe ein Sohn, Johann Loreuz Wilhelm Otto, geb. 1 860^ lebt Freih. 



- 81 - 

Wflhdin, 8. oben, geb. 1797, Gutsbesitzer von Scherneck mit Rehling, 
80 wie von Pichl und Salzemoos, k. bayer. Kämmerer, vermählte sich 
mit Wilhelmine v. Stetten, geb. 1813, ans welcher Ehe, neben einer 
Tochter, Glemenüne, vermählte Freifrau v. Gaisberg, geb. 1835, 
und Bertha, vermählte Freifrau v. und zu der Tann, geb. 1840, zwei 
Söhne stammen: Freiherr Alfred Ferdinand, geb. 1834, und Frei- 
herr Edmund Paul, geb. 1844. FreiheiT Carl, s. oben, geb. 1800 
und gest. 1861, Banquier zu Augsburg, hat aus der Ehe mit Au- 
guste v. Löwenedk, geb. 1801 und gest. 1842, eine Tochter, Adele, 
vermählte Freifrau v. Pölnit^, geb. 1834, und einen Sohn, Freih. Cari 
Egon, geb. 1836, hinterlassen. 

VerliMidlungen des historischen Vereins der Ober-Pfals, Bd. 17. 8. 05—291: Oeechloht« 
d«9 IiMMlferlcliU Weiden ron W. Brenner>Sclmfer. — Verb*ndliingen des historischen Veretof 
in Landshat, VII. Hfl. 2. 8. 131—158: Carl Froih. Y.LeoprechtinK: die ausgestorbenen Frelb. 
T. SehiUl im Hoohatlfte Paseau und die heutigen Freih. v. Sch&tsler Im Kgr. Bayern. — 
Q«B««L Tasohenb. d. fireih. Häuser, 1850, S. 706—708, 186S, 8. 83A und 36 und 1855. 

Sehaf, Schaaff Schaf und Ziebendorf (in Roth ein silbernes Schaf 
mit goldenen Hörnern). Ein in Schlesien zu Ziebendorf unweit Ltben 
1696 und 1707 und zu Schönau bei Neumarkt 1701 ^begütertes Adela- 
geschlecht Mit dem 1700 verstorbenen Johann Samuel v. Schaf und 
seinem, im 6. Leben^ahre verstorbenen Sohne, Carl Samuel v. S., ist 
20. Aug. 1701 das Geschlecht erloschen. 



I, L 8. 808 aod n. 210. - Oauht, I. 8. 2031 und n. 8. 1762 and 63. — Zedlir, 
34. 8. 781. — Fir§ik, v. L§debur^ II. 8. 346. — Siebmachtr^ I. 64: Die Schafen, Schleslaoli. 
- V. Mtding, L 8. 607. 

Schaf, Schaf T. Weistritz (Schild der Länge nach getheilt: rechts 
in Roth ein, auf einem grünen Hügel aufgerichtetes, oder springendes, 
sUbemee Schaf, im Maule ein grünes Kleeblatt haltend und links vier- 
mal von Schwarz , Silber , Schwarz und Gold schräglinks getheilt). Ein 
von Schannat aufgeführtes, um 1424 zum fuldaischen Lehnshofe zfth- 
lendes Geschlecht, welches später in Schlesien zu Weistritz unweit 
Sdiweidnitz begütert war. 



I. S. 9031 and 11. 8. 1763. — Ztdler, 34. 8. 781. - Frtih. e. Led^hur^ TL 
8w M« — 8i«bwMek0r, V. 71: Schaff t. WeistriU, Schlesisch. - v. Meding, I. 8. 606 
BOT. 



SebaiT. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 18. April 1676 
• flir Samuel Schaff. 

•. BwUbaeh, IL, 8. 375. 

Scbaflkrzick v. Thumfeld. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom 
von 1760 fhr Anton Schaffarzick, k. k. Zeug-Lieutenant zu Hermann- 
stadt, wegen 35jähriger Dienstleistung, mit ; v. Thumfeld. 

M99€rl€ 9. Mukiftld, 8. 256. 

Sehaifberger ▼. Freybnrg, Ritter. Alter, böhmischer Ritter- 
Stand. Diplom vom 29. Oct. 1699 für Johann Heinrich Schaffberger, 
mit : V. Freyburg. 

*. HtUbach, IL 8. 876. 

Sehaffelitsky , Scbaffalitzky , S. ▼. MonkodeU (MacadeU) nnd 
S. V. Mttckenthai, auch Freiherren nnd Grafen (iStammwappen : in 
Blan ein ans der linken Schildesseite nach der rechten hervorkommen- 
der, von Silber geharnischter Arm mit dergleichen Panzerhandschuhe, 
fa der geacWoesenen Fsnst einen silbernen Streithammer haltend). Ein 

§[ne9tkk9, DratMb. Adels-Lex. VIU. G' 



— 82 — 

ursprünglich schwäbisches, später nach Dänemark gekommenes Adels- 
^ geschlecht, welches in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Dä- 
nemark zu grossen Ansehen gelangt« und auch den Grafenstand erhielt. 
— Noch in neuester Zeit stand Friedrich Freih. Schaffalitzky de Moa- 
kodell als Lieutenant im k. k. 3. Husarenregimente. 

Lexic. over adel. Faniil. 1 Danniark, Bd. II: Gr. v. S. — Ettor^ Ahnen-Prolie, 8.48. §. 60. — 
SlMmaeher^ III. 107: v. S. Schwäbisch. — r. Mfding^ I. 8. 607 und 508 und HI. Yorred« 
yni — XIII: BespoDBum der Jnristen-Facultät der Univtirsit&t Marburg vom 90. Aug. 1747, 
das Wappen der t. Schaffelitsky betretfend. 

Schaffenburg, Freiherren und. Grafen. Altes, österreichisches 
Adelsgeschlecht, aus welchem bereits von 1381 — 87 Johannes Freih. 
Y. Schaffenburg Bischof zu Passau war. Derselbe kommt theilweise 
auch unter dem Namen Schaffenberg und Schaefftenburg vor. Elisa- 
beth V. Schaffenburg wurde die 48. Aebtissin des freien Reichsstifts 
Essen in Westphalen. Zu besonderem Ansehen kam die Familie unter 
K. Leopold I. Ferdinand Freih. v. S., erst des Erzherzogs und hernach 
K. Leopolds I. Kämmerer, stand bei dem Kaiser in grosser Gunst, stieg 
von Ehrenstufe zu Ehrenstufe , wurde Erblandmarschall in Oesterreich 
und als Geh. Staatsminister auch Reichsgraf. Dass er Nachkommen 
hinterlassen, ist nicht aufzufinden. 

Hübner, Histor. polit. P. VIIL — Anonymi Leben Kaisers Leopold I. 8. 241. -~ OattAc, 
L 8. 3121 und n 8. 1004 and 6. - Zedier, 34. 8. 785. 

Schajffenbnrgi Ritter. Erbländ.-österr. Ritterstand. Diplom von 
1755 ftlr Joseph Schaffenburg und für den Bruder desselben, Carl 
Schaffenburg. 

Megerle v. Mühlfeld, 8. 142. 

Schaffer v. Schaffersfeid , Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. 
Diplom von 1767 für Johann Anton Schaffer, Hofrichter zu Goess, mit: 
Edler v. Schaffersfeld. 

Megerle v. Mühl/eld, 8. 142. 

Schaffigotsh, Schaff, oder Schoff, Gotsche genannt, anoh Frei- 
herren und Grafen (Stammwappen : in Silber vier von oben bis unten 
gerade hinuntergehende , rothe Striche oder Pfähle). Freiherm-, alter 
Herren- und böhmischer- Reichs- und erbländ.-österr. Grafenstand. — 
Bestätigungsdiplom des freiherrlichen Standes vom K. Rudolph II. vom 
5. Juli 1592, und zwar mit dem gemeinschaftlichen Titel: Schaffgotsch 
'zu Eynast und Greifenstein, Freiherren zu Trachenberg, für die sieben 
Enkel und Urenkel des Caspars Schaffgotsch ; Diplom für das seltene 
Ehrenprädicat : Semperfrei des heiligen römischen Reichs vom £. Fer- 
dinand II. vom 4. Dec. 1627 für Hans Ulrich Freih. v. S., kais. General 
und Commandirenden in Schlesien , als Lohn seiner Waffenthaten , für 
sich und seine Nachkommen; böhmisches Freihermdiplom vomSl.Oct. 
1658 für Johann Ernst v. S.; Diplom des alten böhmischen- Herren- 
standes vom 23. Sept. 1696 fttr Johann Wilhelm Freih. v. S.; böhmi- 
sches Grafendiplom für die böhmische Linie des Stammes, mit der 
Semperfreien-Würde; böhmisches Grafendiplom vom 15. Dec. 1703 für 
Christoph Wilhelm Freih. v. S., Landeshauptmann zu Liegnitz, so wie 
für den Bruder desselben , Johann Ernst Freih. v. S., Rath der k. Ap- 
pellationskammer zu Prag und für des verstorbenen Bruders Gottfried 



— 88 — 

Ferdinand nachgelassenen Sohn: Franz Wilhelm ; Reichsgrafendiplom 
ton 1705 fOr Johann Anton Freih. v. S., k. k. Geh.-Rath n. s. w. zn 
Schweidnite, mit dem Titel: Semperfrei; erbl&nd.-österr. Grafendiplom 
von 1708 fbr Christoph Leopold Freih. v. S., k. k. w. Geh.-Rath und 
Kammerpräsident in Schlesien , ebenfalls mit dem Prädicate : Semper- 
firei und Reichsgrafendiplom von 1717 fttr Johann Ernst Anton Freih. 
Y. S^ böhmischer Linie. Uebrigens hatte dor nachmalige Graf Chri- 
stoph Leopold (gest. 1703) schon 7. Sept. 1662 das nngarische Magnat 
nnd 12. März 1674 das damals nur forstlichen Personen zustehende 
Prädicat: Hochgeboren erlangt. In die schlesische Linie kam 1651 
dft8 Erbhofineister- and Erbhofrichteramt des FOrstenthuros Schweid- 
niti und 6. Dec. 1786 das Erblaud-Uofmeisteramt des Herzogthoms' 
Schlesien. Die Ernennung des Besitzers der Herrschaft Eynast als 
freier Standesherr zu Kynast erfolgte 10. Juni 1826 und 2. Juni 1827 
die Yerleihong einer Curiatstimme ün Stande der Fürsten und Herren 
aof dem scblesischen Provinziallandtage. — Eins der ältesten und be- 
rOhmtesten Adelsgeschlechter Schlesiens, reich begütert und durch 
seine Sprossen immer in grossem Ansehen stehend, welches, eines 
Stammes und Wappens mit den v. Dallwitz und v. Gotsch , in früher 
Zeit unter den Namen Scoff , Schoff, Schaff und Schaf, und in alten la- 
trinischen Urkunden auch unter dem Namen : Ovis auftritt und erst 
später den Vornamen eines für den Stamm sehr wichtigen Ahnherrn : 
Gotthard oder Gottsche (U), dem ursprünglichen Namen des Geschlechts 
als Beinamen -sAisetzte. Zuerst kommen die v. Schoff in Franken vor, 
wo urkundlich 1174 Hugo de Schoff, Domherr und Sacristan in Würz- 
borg, .genannt, wird. Voh dieser Zeit an finden sich die v. Schaff in 
Thfiringen, Meissen, der Lausitz und in Schlesien vor. Der erste Rit- 
ter dieses Geschlechts war Sibotho (Seibold) v. Schoff, welcher 1248 
vom Herzoge Boleslav H., als Anerkennung der ihm und seinem Vater, 
Heinrich n., geleisteten treuen Dienste, die BurgKemnitz, im Vor- 
gebirge der Sudeten, zwischen Hirschberg und Greifenberg, erhielt und 
sadi Gastellan oder Schlossgesessener zu Kemnitz nannte. Der Sohn 
desselben , Johannes Schaff, hatte zwei Enkel , von welchen Ulrich S. 
der Sttfter der scblesischen, Eberhard S. aber der Stifter der nieder- 
Itodisehen Linie wurde, welche später Schaff v. dem Dam zu Winds- 
heim hiess. Was die schlesische Linie anlangt, so stammte von Ulrich: 
Gottsche Schaff 1. zu Kemnitz, als dessen Söhne: Gottsche Schaff H. 
und Reinhard , oder der Reibnitzer , bekannt sind. Letzterer stiftete 
die Linien zu Neuhauss, Wildschütz und Hertwigswaldau und die ge- 
sammte Nachkommenschaft desselben erlosch um die Mitte des 16. Jahr- 
hunderts mit Heinrich Schaffgotsch, k. polnischen General und Anführer 
der schlesischen Eriegsvölker gegen die Türken. Gottsche Schaff H., 
gest 1420, stand am kaiserlichen und am k. böhmischen Hofe, so wie 
bei den plastischen Herzogen in grossem Ansehen und brachte hohe 
Worden und bedeutende Güter an sein Haus. Derselbe erwarb 1360 
das Schloss Kynast , kaufte um 1 399 Warmbrunn und Schmiedeberg 
und kam auch in den Besitz von Greifenberg, Friedeberg an der Queis 
und des Schlosses Greifenstein u. s. w. In dankbarer Erinnerung an 

6* 



— 84 — 

ihn und an seinen Rohm setzten die Nachkommen den Tanfhamen des- 
selhen : Gotsch (Gotthard) dem Geschlechtsnamen zu und schrieben sich 
Schaffgotsch, welcher Name später unverändert beibehalten wnrde. 
Yen Gottsche Schaff n. entspross Johann Schaffgotsch, gest. 1464, 
Landeshauptmann der Fürstenthümer Schweidnitz and Janer und Hof- 
richter zu Schweidnitz. Derselbe war zweimal vermählt, zuerst mit der 
Tochter des Besitzers von Fürstenstein , v. Chotienicz und später mit 
Hedwig V. Zedlitz- Neukirch. Aus der ersten Ehe stammte Johann, 
Herr zu Kemnitz, welcher die Eemnitzer, schon mit seinen beiden Söh- 
nen, Hinz und Peter, 1500 und 1503 wieder ausgegangene Linie stiftete, 
von den sieben Söhnen aus zweiter Ehe aber setzten die drei jüngeren, 
Caspar, Anton und Ulrich (U) das Geschlecht fort und durch die Nach- 
kommen derselben entstanden drei Hauptliuien. Die jüngere von 
Ulrich (H) gegründete Hauptlinie zu Kynast , Greifenstein und Bober- 
Btein starb 1661 aus, die ältere von Caspar absteigende blüht jetzt 
als schlesische und die mittlere von Anton gegründete Hauptlinie als 
böhmische fort. Aus beiden gingen im Laufe der'Zeit mehrere Aeste 
hervor. — Die schlesische Hauptlinie schied sich anfangs mit den Söh- 
nen Caspars in drei Aeste, von welchen jedoch nur der von Balthasar 
gestiftete dauernd fortblühte. Der Enkel Baltbasars, Hans Ulrich, 
yerm. 1620 mit Barbara Agnes, Herzogin in Schlesien zu Liegnitz und 
Brieg, Tochter des Herzogs Joachim Friedrich , welcher 1631 starb, 
erbte 1601 von seinem Vetter, Adam, die Herrschaften Trachenberg 
und Kemnitz und wurde vom K. Ferdinand U. sehr ausgezeichnet, fiel 
aber später in Ungnade und verlor seine Besitzungen. Der Sohn des- 
selben, Christoph Leopold, erhielt aber, Trachenberg u. s. w^ aus- 
genommen , die meisten Güter und Würden zurück und erfreute sich 
bald auch neuer Auszeichnungen. — Ans der böhmischen Linie machte 
sich Antons Urenkel, Ernst HI., mit Bauseiwitz ansässig und dem Sohne 
desselben, Johann Ernst, brachte die erste, so wie auch die zweite Ge- 
mahlin grosse Güter in Böhmen zu , welche später auf den Sohn seines 
Bruders Johann Wilhelm, auf Johann Ernst Anton, fielen. — Die Ab- 
sjbammung der jetzigen Glieder beider Hauptlinien, der schlesischen 
nnd der böhmischen, ist in dem Werke: Deutsche Grafenhäuser der 
Gegenwart genau zusammengestellt und der neuere und neueste Per- 
sonalbestand des mehrfach gliederreichen Stammes ist in den geneal. 
Taschenbb. der gräflichen Häuser nachzusehen. Die schlesische Linie, 
deren sämmtliche männliche Mitglieder den Namen: Gotthardt, die 
weiblichen aber den Namen: Hedwig führen, zerfällt in die Primo- 
geniturlinie, zu Warmbrunn, in die Secundogeniturlinie, zu Wildschütz 
nnd in die 14. Mai 1854 mit dem Grafen Friedrich Gotthardt er- 
loschene Unterlinie zn Nieder-Pomsdorf. Was die Primogeniturlinie 
zu Warmbrunn anlangt, so wurde die aus 14 Rittergütern bestehende 
Herrschaft Kynast 15. April 1825 zu einer freien StandesheiTschaft 
erhoben. Der jedesmalige Besitzer dieser Herrschaft ist seit 1. Decbr. 
1786 Erblandhofmeister im Herzogthume Schlesien, hat, wie oben 
angegeben, seit 1827 eine Curiatstimme auf dem schlesischen Provin- 
ziallandtage und ist seit 12. October 1854 erbliches Mitglied des 



— 85 — 

k. prenss. Herrenhanses. Das FamiHenfideicommiss wurde 2. April 1632 
gestiftet. Der Secundogenitarlinie, zu Wildschütz , steht die Lehcns- 
henrsebaft Wildschütz in Oesterr.-Schlesien zu nnd die Unterlinie zn 
Nieder-Pomsdorf besitzt die Herrschaft Nieder-Pomsdorf a. s. w. Die 
Böhmische oder Emestinische Linie ist in Mähren im Kr. Brunn mit 
der Allodialherrschaft Bisknpitz mit den Gütern BrannOlhütten and 
Halb-Braune angesessen. 

Jok, Tralesii (Pastoris Hinberg. SilMiac). StemmatographI» 8chaffgot«chiana , mit 
d«Melben Matuoleo SchaffgoUchiano, Lipeiae, 1621. — Th. KraMtn» miscellania gentia Schaff- 
goCachianae, oder geneal. Bericht Ton dem uralten Oeachlechte der Herren v. Schaffgotechen, 
fitttogaa, 1715. — ffübner, III. Tab. 910—16. — Sei f tri , Ahnantaf. Nr. 33. — 8inapiu9, I. 

8. ISO- 36. ~ *. Bommersf^erg , Acceei. hittor. ad P. III. Script, rer. Silee. Fol. 196. — 
Omukt^ L 8. 9081-36. — Zedier, 34. S. 786-800. ~ Jaeobi, 1800, II. 8. 310 — 21. - Jf«. 
f€ri€ 9. Müklfad, 8. 28 und Erg.-Bd. 8. 29. — Allgem. geneaL Handb. 1824. I. 8. 763—68. 
— H. Fr. A.-L. IV. 8. 164—169. — Bentache Orafenh. d. Gegenwart, II. 8. 362-67. — FrtüL 

9. XtfrfaAHT. n. 8. 347 und 48. — Geneal. Taschenb. der grafl. H&ueer, 1864, 8. 788—46 und 
1868 QBd Hiftor. Haodb. au Demselben, 8. 864. — Siebmaeher ^ I. 29: Schaf Gotachen, Treib. 
waA Hamn and I. 61 : t. Gotschen, Schleolach. — Spener, 8. 167. — Köhler* Wappen-Ca- 
laodar Ar 1761. 8. 100. — v. Meding, III. 8. 662-67: v. 8. und Frelh. und Gr. ▼. 8. — 
BupfL ra SIelmi. W.-B. YI. 7: Gr. v. 8. und Gr. ▼. 8., Schlesische Linie. 

Scbaffhausen, Schaafhausen, Schaphnsen (in Gold eine schwarze 
lilie). Altes , ursprünglich westphälisches , in seiner Stammheimath 
1625 ausgegangenes Adelsgeschlecht, welches den gleichnamigen Site 
onweit Soest schon 1248 inne hatte nnd 1570 noch zu Ruploh, nnd 
1590 zu Heiingen sass. Ein anderer Zweig Hess sich in den Städten 
Soest, Dortmund nnd Cöln nieder, nnd hat in Cöln im Bürgerstande 
fortgeblflht. Ein den Adel beibehaltener, nach Cnrland gekommener 
Zweig gehört Jetzt zu dem curländischen Adel. 

P^eih, 9. Ledebur, II. 8. 348. — Neimht, Gurländ. W.-B. Tab. 34. 

Seiiaffhfitell. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1795 
für Joseph Schaffhütell, k. k. Uhlanen-Oberlieutenant. 

" Megerle t. Mükl/eld, Erg.-Bd. S. 434. 

Schaffmann, Schaffmann, Freiherren v. Hemmeries (Stamm- 
wappen: Schild quer getheilt: oben in Roth ein silberner Widderkopf 
mit Halse und unterwärts geschlungenen Hörnern, und unten in Silber 
ein aaadem Boden hervorkommender, viele spit^ge Blätter tragender 
Straoch mit drei grünen Kleeblättern, jedes an einem besonderen Sten- 
gel, von welchen die äusseren sich seitlich beugen). Altes, steier- 
märldscbes Adelsgeschlecht, in welches wohl zu Ende des 17. Jahrh. 
der Freiherrnstand, mit dem Prädicate: v. Hemmeries, kam. v. Hatt- 
stein giebt eine Ahnentafel , welche bis zu Freiin Maria Gatharina um 
1738 reicht und führt den Vater und Grossvater der Letzteren als 
Schaffmann, Freiherren v. Hemmeries auf. 

W^-Hmtfttein, IIL Bupplem. 8. 132. — Zedier^ 34. S. 811. — Sehmut$, UL 8. 468. — 
SMmaeher^ V. 64: ▼. 8., Steiermärkisch. — v. Medtng, HI. 8. 667 und 68: Schaffmann 
Y. Hemmeriea. — SuppL an Siebm. W.-B. lY. 24: F. H. ▼. 8. 

SckafToltinger. Altes, österr. Adelsgeschlecht, aus welchem Sieg- 
mund 8. 1460 Pfleger zu Steyer war. Aus seiner Ehe mit Dorothea 
verwittw. Pandorfer entspross Otto Schaffoltinger am Gottweich , wel- 
cher den Stamm gegen Ende des 15. Jahrh. schloss. 

Fr§9tnko/tr, Anaal. Styrena. S. 108. ~ Gauhe, n. 8. 1763. - Zedier, 34. S. 801. 

Sehaffmth, auch Ritter. Reichsritterstand. Diplom von 1720 
Üft Johann Oottlieb Schaifrath und für den Bruder desselben , Johann 



— 86 — 

Basilius Scbaffirath. — Ein im 17. and 18. Jahrbnndert in Osfpreossen, 
der Mark Brandenburg und in Oesterreicb blflhendes Adelsgeschlecht, 
^udwig Y. Sebaffrath kaufte in Ostpreussen 1688 die Gflter Renssen 
und Tbiergarten und besass auch Oansenstein , sfimmtlich unweit An- 
gerburg; Hans Joachim t. S. bat 1697 den Kurfürsten Friedrich ID. 
SU Brandenburg, seine Tochter, Hipolita Sabina v. S., in das Kloster 
Lindow aufzunehmen und Helena Charlotte v. Rechenberg kommt 1700 
ßüB Wittwe des Georg Ludwig v. Schafirath vor. 

MegerU v. Mühl/etdf Erg.-B(L 8. 201. — FreiA. w. Ledebur, ü. S. 848. 

Schaffstfidt, Schafstädt, Schaafstedt (in Gold ein schrägrechter 
Balken und in demselben ein Schafbock. Altes \ ursprflnglich meissen- 
sches Adelsgeschlecht aus dem bereits 1213 genannten, gleichnamigen 
Stammsitze im Merseburgischen, welches schon 1414 und noch 1534 
Salzgfiter zu Halle und um diese Zeit auch das Gut Wörmlitz unweit 
Halle besass, dann aber im 16. Jahrh. in der Heimath ausging. Ein 
im 16. Jahrh. nach Ostpreussen gekommener Zweig, zu welchem Carl 
Otto y. Schaffstädt, gest. 27. April 1794 als k. preuss. Oberstlieute- 
nant, gehörte, blühte fort und war noch 1820 zu Gross- und Klein- 
Bielkendorf unweit Labiau gesessen. 

Freih. v. Ledebur, U. 8. 348 und 49. 

Schagen, Scagen (im Schilde Wellen eines Stromes). Altes, be- 
reits im 13. Jahrh. Torgekommenes , ritterliches Geschlecht, welches in 
den nördlichen Theilen Westphalens, namentlich in dem heutigen 
Grossherzogthume Oldenburg, mit mehreren Gütern sich ansässig 
machte. Dasselbe besass im 13. und 14. Jahrhunderte pfandweise die 
Stadt Wildeshausen und gehörte zu den Burgmännem zu Yechte und 
Jahde. Der Stamm erlosch bald nach Anfange des 18. Jahrh. mit Otto 
Beinhard y. Schagen, worauf der Rittersitz desselben, Elsfleth, an den 
russischen Grafen t. Münnich kam. 

Sauhe, I. S. 2036. — Zedier, 84. 8. 813. ~ F)reih. v. Ltdebur, U, 8. 849. 

Schagnetti, Schagnetti v. Thomagnini. Böhmischer Adelsstand. 
Diplom von 1701 für die Gebrüder Franz Joseph , Matthias und Jo- 
seph Schagneti, mit: v. Thomagnini. Der Stamm blühte fort und Franz 
Joseph und Matthias t. Schagnetti gehörten 1801 zu dem schied- 
sehen Adel. 

Megerle v. Mühlfeldt Erg.-Bd. 8. 434. — Fi-eih. r. Ledebur, 11. 8. 1763. 

Schaler. Ein schon im 12. Jahrh. in Basel in grossem Ansehen 
stehendes Adelsgeschlecht, welches eine Zeitlang die Reichsvoigtei und 
das Schultheissenamt in der Stadt Basel von den Bischöfen zu Basel 
zu Lehn trug. Franz t^ Schaler blieb 1569 in der Schlacht bei Mont- 
contour in Frankreich und war der Letzte seines Stammes. 

Oauhe, n. 8. 1763: nach Urati« und Gross. Chronic. Basil. 

Schaletari v. Schönwald. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
Ton 1754 für Anton Paul Schalettari, mit: v. Schönwald. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 433. 

Schall, Schall y. Bell, auch Freiherren und Grafen (Stamm- 
wäppen: in Blau zwei übereinander stehende, in zwei Reihen, jede zu 
10 Feldern, yon Roth und Silber geschachte Sptfhren). Reichsgrafen- 



— 87 — 

stand. Diplom vom 7. Septbr. 1745 im kurpftllzischen Reichsvicariate 
für Ferdinand Frelherm Schall v. Bell, bergischen Landhofmeister, 
korpfftlz. Geh.-Rath n. s. w. — Altes, rheinländischea Adelsgeschlecht, 
welches anfiangs einfach y. Schall hiess, später aber vom 14. Jahrh. an 
TOD dem Sitze Bell anweit Gladbach den Beinamen annahm. Die Fa- 
milie ist ursprflnglich ein adeliges Patriciergeschlecht der Stadt GOln, 
welches sich zonächst im Bergischen and Jfllichschen weit uasbreitete. 
Tm 15. Jahrh. kamen Sprossen des Stammes nach Liefland, brachten 
das dortige Erbmarschall-Amt in die Familie and sind vielfach in die 
Geschichte Lieflands verflochten. Im 18. Jahrh. trat das Geschlecht 
Aucb in Bayern anf. Dass die Familie sehr alt sei , ergiebt sich aus 
den von Vetter and Fahne mitgetheilten Ahnentafeln. — Robert Schallo 
tritt nrkundlich schon 1 150 auf, and Johann Schall v. Bell worde 1387 
mit dem Thnrnhof zn Friesdorf belehnt. In der ersten Hälfte des 
18. Jahrh. kam der freiherrliche Titel in die Familie, and mit demsel- 
ben wird zuerst Ferdinand Freih. S. v. B. genannt, welcher 1747 bei 
der bergischen Ritterschaft aafschwor. Graf Carl Theodor — aus ter 
bajeriscfaen Linie des Geschlechts stammend and ein Sohn des Gnbä 
Ferdinand, s. oben, — knrpfälz. Geh.-Rath and Gesandter am knr- 
sAcbsischen Hofe, vermählte sich 1777 mit Henriette Grf. v. Riaaconr, 
Erbtochter des Andreas Grafen v. Riaacoar, karsächs. Ministers a. s. w., 
worauf, da Graf Andreas 1794 ohne männliche Nachkommen starb, in 
Folge testamentarischer Verfögnng, der Schwiegersohn desselben, Carl 
Theodor Graf v. Schall Namen und Wappen des Verstorbenen mit dem 
seinigen verband und in den Besitz der Riaucourschen Güter: Putzkau, 
Oausig, Crostau u. s. w. gelangte, s. den Artikel: Riaucour, Freih. 
und Grafen , Bd. VII. S. 283 und 484. — Der Stamm blühte nun unter 
dem Namen: Grafen v. Schall-Riaucour fort. — Vom Grafen Carl 
Theodor entspross Carl Graf v. Schall-Riaucour, geb. 1795, Herr auf 
Pntzkau, Gausig, Crostau u. s. w. , verm. 1828 mit Amalie Grf. v. Seins- 
heim, geb. 1808 und gest. 1845, und aus dieser Ehe stammen, neben 
vier Töchtern, drei Söhne, die Grafen: Carl (H.), geb. 1834, Otto, 
geb. 1838, k. k. Lieutenant, und Moritz, geb. 1845. 

Oauht, I. 8. 2036 und 36: auch noch Kelchs Liefl. Geachichte and dem Moscow. Ge- 
•cbicM^-Cftlender, 8. 24. — Ztdler, 34. 8. 832. — 9. Sttinen, I. 8. 90. — Vttter, Berclioke 
Bitter«jh»ft, 8. 72. - Fahne, I. 8. 377. - Deutsche Grafenh. d. Gegenwart, U. 8. 387-69: 
Or. ▼. Schall-Riaucour. - Freih. v. Ledebur, II. 8. 349. — Geneal. Taschenbuch d. pr&fl. 
Häuser, 1864, 8. 746, 1866 und Histor. Taschenb. %n Demselben, 8. 858. — Siebmaeher, V. 
303; T. 8.-B., Cölnlsch. - Suppl. bu SIebm. W.-B. VH. 6: Prh. t. Schall. - W.-B. d. Prense. 
BhelBprovlns, IL Tab. 44. Nr. 87 und 8. 149. — W.-B. d. S&obf. Staaten: Or. t. 8.-R. 

Schall y. Falkenforst. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1816 fllr Georg Schall, Generalmigor bei dem k. k. Geniecorps, 
mit: V. Falkenforst. 

ÜegerU e. Mühlfeld, 8. 256. 

Schallek. Altes, steiermärkisches, ritterliches Geschlecht, wel- 
ches die gleichnamige Herrschaft im 14. und 15. Jahrh. besass. 

SehmuU^ HL 8. 464. 

Schallenberg, Sehallenbnrg, Herren, Freiherren und Grafen 

(Stammwappen: Schild' quer getheilt ; oben in Gold ein aufwachsender, 
rechts sehender, gekrönter und doppelt geschweifter, rother LOwe und 



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unten schwarz, ohne Bild). Erhländ.-österr.- und Reichafreiheim- und 
Grafenstand. Freiherrudiplora vom 9. Dccbr. 1636 für Christoph 
Dietrich v. Schallenberg, und Grafendiplom far Christoph Georg Freih. 
V. S. und für sein ganzes Haus. — Altes, oberösterr. Adelsgeschlecht, 
dessen gleichnamiges, längst in Ruinen zerfallenes Stammhaus imMflhl- 
Tiertel unweit Bieberstein lag. Thomas v. S. lebte nach Bncelinus um 
1165 und Wolf v. S. um 1209. Zu den Nachkommen des Letzteren ge- 
hörten Caspar und Balthasar. Balthasar wurde 1455 mit anderen 
österreichischen Herren nach Linz zu den Unferhandlungen zwischen 
dem Erzbischofe von Sabsburg und den Herzogen in Bayern geschickt, 
und der Sohn desselben, Stephan, wurde der nächste Ahnherr der spä- 
teren Sprossen des Stammes. Von dem Urenkel desselben, Wollgang, 
Herrn zu Rosenau, welcher im 95. Lebensjahre starb, stammten als 
Enkel Wolfgang Christoph und Georg Christoph. Von Ersterem lebten 
noch zu Anfange des 18. Jahrb. drei Enkel: Christoph Ludwig, Carl 
Ernst und Christoph Ferdinand , Georg Christoph aber war Oberst- 
Proviantmeister und Obercommissar in Oesterreich ob der Ens. Der 
Enkel des Letzteren, Christoph Dietrich, gest 1708, kommt als k. k. 
Kämmerer, General-Kriegscommissar und Hofkriegsrath, und als Vater 
des Christoph Ferdinand, k. k. Kämmerers, vor. Des Grafen Christoph 
Dietrich Bruder war 1694 bischöfl. augsburg. Hofrathspräsident und 
um 1700 Domherr zu Costnitz, und Christoph Georg starb 1720 als 
k. k. Geh.-Rath. — Daslndigenat in Ungarn wurde der Familie 25. Ja- 
nuar 1688 ertheilt. — Was den neuesten Personalbestand des gräf- 
lichen Hauses anlangt, so stammt von dem 1804 verstorbenen Grafen 
Joseph aus zweiter Ehe mit Franzisca Freiin v. Skal und Gross-Ellguth, 
gest. 1852 : Graf August, geb. 1803, k. 6. Kämm, und Oberst in d. A., 
verm. 1852 mit Sidonie v. Tallian de Viszek, aus welcher Ehe zwei 
Söhne stammen: Erwin, geb. 1853, und Tassilo, geb. 1856. 

BueeliiU Stemmat., m. 8. 22. — Gr. v. Brandi», Nr. 49. — Sptner^ S. 521 und Tab. 21. 
— Hitmer, II. 8. 886—87. — Or. w. Wurmbrandy 8. 62. — F)rtik. w. Hoheiuek, II. 8. 2«7 
—89. — Oauht, I. 8. 2036 und 37. — ZtdUr, 34. 8. 832. — Deutsche Grafenh. d. Gegen- 
wart, n. 8. 370 und 71. — Oeoeal. Taechenb. der gräfl. Räaaer, 1864, 8. 746 und 47, 1866 
and Hifltor. Handbuch zn Demselben, S. 869. — Siebmachttry I. 87: t. Schallenberg', Oeeter- 
reichlich. — Suppl. zn Siebm. W.-B. I. 4: Gr. v. 8. und III. 11: v. 8. 

Schallenberger. Steiermärkisches Rittergeschlecht, aus welchem 
Caspar Schallenberger, Ritter, 1519 zum Landrath vom Ritterstande 
erwählt wurde. 

Prevenhu4ber, Annal. Styrens. 8. 209 und 243. — Zedier, 34. 8. 836. 

Schallenfeld , auch Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in Blau 
auf einem grünen Hügel ein goldener Löwe, und 2 und 3 von Silber 
und Roth quer getheilt mit einem Palmbaum auf grünem Boden). Böh- 
mischer Adels- und Freiherrnstand. Adelsdiplom vom 20. Jan. 1668 
fßr Caspar Schallenfeld und Freihermdiplom vom 11. Juli 1673 für 
Denselben. — Freih. Caspar , aus einem böhmischen Geschlechte stam- 
mend, kaufte 1673 von den Freih. v. Saurma das freie Burglehn Auras 
im Wohlauischen , nebst den Dörfern Henningsdorf und Eunzendorf, 
und wurde von dem k. Oberamte zu Breslau zu einem unmittelbaren 
Stande des Herzogthums Schlesien aufgenommen. Aus seiner Ehe mit 
Anna Maria v. Mogkendorff , verm. 1671 , stammten mehrere Kinder, 



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Yon weloben 1724 noch lobten: Freihorr Ernst Ludwig auf Steiners- 
dorf im Namslauiscbeu und eine Scbwcäter desselben , vermählte Frau 
Y. Siegroth. 

Sinmpim, n. 8. 487. — aauhe. IT S. 1763 und 04. — Zedier, 34. 8. 835. - N. Pr. A.-L. 
lY. 8. 169. — Fr*ih. r. Ledebur, U. ti. 1149. 

Schaller, Ssaller v. Löwentbal. Ungarischer Freiherrnstand. 
Diplom vom Könige Wladislaus von 1498 fÜrMie Familie, mit Bestäti- 
giiDg des Besitzes derselben. — Ein ursprflnglicb den Namen: Sollar 
de Levdal führendes Geschlecht, gotbischen Ursprungs. Oswald S. er- 
warb die Gtkter Kuzma und Dcmetrus S. Schireth in Siebenbürgen, bei 
dem ersten Einbrüche der Hunnen und Gothen. — In neuester Zeit 
lebten die Brüder: Carl Freih. Schaller v. Löwenthal und Samuel 
Freih. V. S.-Ii. , Freih. Carl, geb. 1798, Herr auf Najo-S^yo , Szasz- 
Pentek und Kusma, hat in der Ehe mit Anna Grf. v. Berchtold, Freiin 
Y. Ungarschütz , den Stamm durch drei Töchter und zwei Söhne fort- 
geaetst. 

G«D«ftL TMcbenbiioh d. treih. Uäu«er. 1857, 8. 94U, 1664, 8. 706 aod 7(>7 und 1866. 

Sehaller, Freiherren. Reichsfreiherrnstand. Diplom von 1728 
für Franz Nicolaus v. Schaller, Obersten und Lieutenant der k. k. 
adeligen Arcieren-Leibgarde. 

i7«yir, ArchlTar. llto. 8. 482 and 17:», S. 165. — Zedier, 34. 8. 836. - MegtrU 
9, Mükl/etd, Krg.-Bd. 8. 96. 

Schaller, Ritter und Freiherren. ErbtSnd.-österr. Ritter- und 
Freihermstand. Ritterdiplom von 1792 f&r Philipp Heinrich Schaller, 
Bürgermeister zu Pettau in Steiermark , und Freiherrndiplom für Den- 
selben, wegen 25jfthriger Dienstleistung als Hauptmann- Auditor , so 
wie wegen der rühmlichen Familienverdienste seiner, aus dem Hause 
Haracour in Lothringen stammenden Gemahlin. . 

MepgrU 9. MühlffUi, 8. 82 und S. 142. 

Scballer y. Hirschan. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1817 Cur Johann Schaller, Oberlieutenant bei dem k. k. 7. Jäger- 
bataülon,mit: v. Hirschau. 

Mp§9nt 9. Mmk^/fld, Brg.-Bd. 8. 434. 

Sehallern , Ritter. Reichsntterstand. Diplom bewilligt 1 708 für 
Matthias Schallern, baireuthischen Kammerrath, und bestätigt 20. Febr. 
1712. ' Der Stamm blühte fort und ein Nachkomme des Matthias v. 8.: 
GottKeb Adam Johann Ritter v. S., geb. 1766, Herr auf Döltsch und 
k. bayer. Kreismedicinalratb in Baireuth, wurde, nach Anlegung der 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern , in dieselbe eingetragen. 

9. Lang, 8. 518. - W.-B. d. Kgr. Biiyern, Vin. 33. 

Seballhamer , Schallbammer. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1727 für Franz Martin , salzburgischen Messinghandlungs- 
Terwalter. Derselbe, ein Sohn** des Inspectors der Haupt-Messing- 
bandlnng in Salzburg Schallhammer, setzte den Stamm fort, und zwei 
Enkel desselben, die Gebrüder: Franz Anton v. S., geb. 1760, k. bayer. 
AdYGcat in Salzburg, nnd Franz Ludwig Martin v. S., geb. 1774, vor- 
maUger.grosaherzogL würzburgischer Landesdirectionsrath und Director 



— 90 — 

des ZoUdepartements in Würzburg , wurden , nach Anlegung der Adels- 
matrikel des Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen. 

V. Lang, 8. 618. — W.-B. dea Kgr. Bayern, Till. 33. 

» Schalscha, Schalssa, Schalscha-Ehrenfeld (Schild geviert, mit 

Mittelschilde und in demselben ein Adler. 1 und 4 ein, mit einer Lilie 
belegter Schrägbalken, und 2 and 3 ein goldener Schrägbalken). Schle- 
lisches Adelsgeschlecht, welches im Oppelschen, namentlich nm Cofel, 
1)egfltert wurde. Dasselbe besass bereits 1720 nnd noch 1836 das Ont 
Mosurau, war 1804 zu Koslowagura, Lagiewnik, Ober- und Nie- 
der-Niewiadom und Wyssok begfltert, und hatte auch Koslowagura 
noch 1830 inne. — Johann v. S., Herr auf Koslowagura, war 1806 
Landesältester im Beuthenschen. und um 1839 ein v. S. Stadtrichter 
EU^Loslau, und Heinrich v. Schalscha-Ehrenberg k. preuss. Oberlandes- 
gerichtsrath zu Ratibor. 

K. Pr. A.-L. IT. S. 159 und Y. 8. 397. — rrt^. v. Udtbur, U. 8. 349 und 60. 

^ Schammer (in Blau ein Kleeblatt, aus welchem nach oben hin, 

len Ecken zugewandt , je ein Kleeblatt an einem Stiele und unten eine 
Keilspitze hervorwachsen). Anhaltisches Adelsgeschlecht, aus welchem 
Hans V. Schammer 1580 gräfl. Barby^scher Hauptmann zu Rosenburg 
war. Die Familie sass noch 1 740 zu Fernsdorf bei Köthen. — Beckmann, 
Ansalt'sche Histor. Tab. C, giebt ein unrichtiges 'Wappen , nämlich das 
der schlesischeu Familie v. Tschammer. 

/V-eiA. 9. Lfdebur, IL S. 850 und III. S. 337. 

Schanderhasy, Scbanderhazy (in Roth auf grünem Boden ein 
silbemes Einhorn). Ein aus Ungarn stammendes Adelsgeschlecht, ans 
welchem mehrere Sprossen in der k. preuss. Armee dienten. J. v. S., 
aus Ungarn gebüiüg, war Lieutenant im stettinschen Landregimente, 
und zwei Söhne desselben, August Wilhelm und August Friedrich v. S. 
kamen 1775 in da% potsdamer Waisenhaus. Ein von S. war 1850 
Major im 14. Infanterieregimente. 

■ JW/A. 9. Ledebur, 11. S. 350. 

SehanewitE, Tschanowltz, Szannwite. Altes, ursprünglich 
meissensches Adelsgeschlecht, welches namentlich in Urkunden des 
13. und 14. Jahrh. des Klosters zu Mühlberg unweit Liebenwerda vor- 
kommt. Dasselbe sass um Mühlberg 1299 zu Kunau, 1314 zu Canne- 
witz, 1359 zu Kaucklitz, 1363 zu Zeckritz, Beide bei Torgau , und 
1416 zu Schanewitz, jetzt Schönewitz, bei Oschatz. Später kam das 
Geschlecht in das Brandenburgische , war 1560 bis 1608 zu Zerbow 
unweit Frankfurt, 1650 zu Wilmersdorf, und noch 1654 zu Drebkau 
und Steinitz bei Calau begütert, und erwarb auch in Ostpreussen meh- 
rere Besitzungen. 

F)reih. V. LtdßbuTt U. 8. 350. 

> Schapelow, Schaplow, Schaplau, Soopelow. Altes, ursprüng- 

lich meissensches Adelsgeschlecht, Jessen Namen ein bei Colditz gele- 
genes Dorf trägt. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde dasselbe in 
der Niederlausitz und in der Mark Brandenburg , namentlich im Lebus*- 
schen, ansehnlich begütert. — Otto Schaplau war 1492 mit Herzog 
Heinrich zu Braunschweig und vielen anderen Rittern bei der Belage- 
rung, Braanschweigs. Jobst V. Schaplau, ein Sohn Ladwig*8 v. S., be- 



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um 1560 das Gut Stremmen bei Beeskow, nnd von demselben 
stammte Ludwig (11.), welcher 1600 starb. In der Mitte des 17. Jäbr- 
bnnderts war Anton v. S. Herr anf Gnsow, Pattkow und Wnlkow in 
der Nenmark. Der eine Sohn desselben, Anton (11.), wnrde 1643 zn 
Wnlkow Ton Rftnbem ermordet, nnd die väterlichen Gfiter erhielt der 
zweite Sohn, Wolf Friedrich v. S. Diese Gflter bekam später der Ge- 
mahl der Erbtochter: Margaretha Tagendreich y. Schaplow, der da- 
malige Oberst nnd nachmalige Generalfeldmarschall y. Derflinger. Eine 
Schwester der genannten beiden Brttder wnrde die Gemahlin des Hans 
Adam v. S. nnd die Mutter des berühmten Generalfeldmarschalls Hans 
Adam (ü.) v. S. — Mit Jobst Ehrentreich v. 8., welcher 1717 noch 
lebte nnd noch um 1722 einige Lehnstfldce zu Giessmannsdorf bei 
Laekan besass, scheint in der Heimath der Mannsstamm ausgegangen 
BU sein, doch blflhte ein nach Russland gekommener Zweig noch fort. 
Aas diesem Zweige war ein y. S. 1730 kaiserl. russ. Hofmarschall. 

iMmmanu, Bitttor, Ut«r. geneal. 8. 91. — BeckmAimor. Topograph. Marchi»«, L 8. fli. 
- 0auk4, 1. 8. 2037 uDd 38. — ZedUr, 34. 8. 876. — N. Pr. A.-L. ly. 8. 169 und 160. — 
IViO. •. Udtbur, U. S. 860. 

Scbaper (Schild quer getheilt: oben in Silber ein schwarzer Quer- 
balken und unten in Schwarz auf grflnem Boden ein gehendes, silbernes 
Schaf). Adelsstand des Egr. Preussen. Diplom yom 31. März 1714 
ffehr Jobann Friedrich Scbaper, später k. prenss. Geh. Regierungs- und 
Hofgerichtsrath zu Stargard in Pommern. Die Familie sasa in Pom- 
mern 1721 zu Siligsdorf bei Regenwalde und 1724 zu Braunsberg unweit 
Naugard , und hatte letzteres Gut noch 1738 und ersteres noch 1 743 inne. 

r\rtih, 9. Ledebvr, U. 8. 360 und III. 6. 337. — W.-B. d. Preuas. Monarch, rv. 44. 

Schaper (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein 
8chw|urz6r, gekrönter Adler und links in Blau ein auf den Zinnen einer 
silbernen Mauer gehendes Schaf). Adelsstand des Kgr. Preussen. Di- 
plom yom 10. Juli 1789 far D. Christoph Schaper, herzogl. briuin- 
schweigischen Justizrath , Syndicus bei dem Stadtmagistrate zu Braun« 
schweig, und Hofrath und Consulenten des Herzogs Ferdinand yon 
Braunscbweig- Lüneburg und später k. preuss. Geh. Legationsrath. 
Derselbe war mit einer Nttrnbergerin , N. Widmann, yermählt, doch 
ist nicht bekannt, dass der Stamm fortgeblüht habe. 

H*nd«chrini. Notiz. — Freih. 9. Ledebur, II. 8. 360 und 61. — W.-B. der Preuas. MoB- 
archi« ly. 44. 

Sehaper. Ein aus Meklenburg stammendes , nach Preussen ge- 
kommenes Adelsgeschlecht. — Johann Ludwig Albrecht y. Schaper — 
Sohn eines meklenburgischen Landedelmannes aus der Ehe mit einer 
y. Welzien, starb 1808 als k. preuss. Oberst im 74. Lebensjahre, nnd 
der Sohn desselben, Heinrich Samuel Gottlieb y. S. war 1838 k. prenss, 
Oeneralmigor. — Dahin gestellt muss bleiben , ob zu einem besonderen 
Stamme, oder zu einer der erwähnten Familien die Familie y. Schaper 
gehört , ans welcher der 1799 im 51. Lebensjahre yerstorbene k. preusa. 
Geh. Finanz-, Kriegs- und Domainenrath im anspachischen Departe- 
ment y. S., dessen Sohn 1841 Regierungspräadent zu Trier und 1845 
Oberpräsident in der Rheinprorinz war, stammte. Nach Raner war 
ftbrigens Carl Heinrich Ludwig y. 8ch^>er k. Landrath des Kr. Lie- 



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benwerde uud Premierlieuteiiant a. D. , Herr auf Falkenberg unweit 
Liebenwerde. 

N. Pr. A.-L. VI. 8. 160. — Freih. v. Ledtbur, 11. S. 360. 

Sehaper t. Sohaffenbnrg. £rbiand.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1741 für Johann Heinrich Schaper, äusseren Rath in Wien, mit: 
V. Schaffenborg. 

MegfrU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 434. 

Sohapka y. Ehrenbaeh. Erblftnd.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1767 für Wenzel Ignaz Sohapka, Garabinier-Rittmeister im k. k. 
Oürassierregimente Graf Carl P&lffy , mit: v. Ehrenbach. 

Megtrie 9. Mühlftld, S. 266. 

^ Seharden, SchardiuB, Schartow (in Roth ein silberner, schrftg- 

rechter Balken, belegt mit drei rothen Rosen und begleitet von zwei 
fliegenden Vögeln). Stendaler und berliner Stadtgeschlecht, welches 
auch in Halle und seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrb. auch mit dem 
adeligen Prädicate vorkommt. Johann August Wilhelm v. Seharden 
wurde 1771 Lieutenant im k. preuss. Infanterieregimente v. Eichmann, 
und Eduard August Wilhelm v. S. starb 1807 als Lieutenant im k. 
preuss. Infanterieregimente v. Rüchel. — Die Familie wurde im 17. 
und 18. Jahrhundert in der Alt- und Mittelmark begütert und kam 
dann nach Ostpreussen, wo dieselbe' noch 1820 zu Auerhof, Baerhaus, 
Blockhaus, Dulack, Mautkeim, Markehnen, Skerwitten, Thierenberg 
und Wackern sass. 

Freih. 9. Ledebw, U. B. 351. 

Scharenstetten, Schamstetten. Altes, längst erloschenes, schwä- 
bisches Adelsgeschlecht, dessen Schild im Dome zu Würzburg unter 
den Ahnen des 1467 verstorbenen Domherrn Ulrich Vogt v^ Rieneck 
dreimal anzutreffen ist 

9al9er, 8. 146 und 259 und Tab. 16. Nr. 51 nnU Tab. 20. Nr. 7G. - SMmacher, I. U9 : 
T. SchftrDstetten, Schwäbisch. — 9. Ueding, III. S. 668 nnd 69. 

Scharfeneck, King v. Scharfeneck. Ein aus Böhmen in die 
Oberlausitz gekommenes Adelsgeschlecht, welches Nieder-Bellmanns- 
dorf und Mittel-Linda im Lauban'schen besass. Dasselbe ist mit Carl 
Gustav V. Scharfeneck, welcher 15. Novbr. 1703 in der Schlacht am 
Speierbach als holländischer Lieutenant blieb, erloschen. 

Freih. 9. Ledebur, 11. 8. 351. 

Scharfenstein , Scharffenatein. Altes, thüringischeis Adelsge- 
schlecht aus dem, von demselben erbauten, schon 124B genannten, 
gleichnamigen Stammsitze unweit Worbis im Eichsfelde. Dasselbe ge- 
hörte zu den adeligen Patriciergeschlechtern.der Stadt Erfurt und sass 
1650 zu Hochheim bei Erfurt, und 1659 zu Ooldbach im Gothaischen, 
— V. Gleichenstein beginnt die Stammreihe mit Anarch. v. Scharfen- 
stein. Heinrich, Johann und Kersten waren 1463 gräflich Gleichen- 
sche Lehnsleute zu Goldbach, und Letzterer wurde 1476 von Johann 
V. Spitznas, Voigt zu Gleichen, des Grafen Siegmund v. Gleichen 
wegen , in das Gefängniss zu Tonna beschieden. — Hans v. Scharfen- 
itein schloss 1692 den alten Stamm. 

•. aMoktmMm, Nr. 7«. — OemMt, I. B. 870: u» Sehlowo dtt ArtOE^: Oi»ti t. Scharf- 



— 9S — 

UmaMau — ArMdbMr, Kirchen- niid SchnleniUat de« Henogtb. Oothl^ I. 9. Stck. B. iQ. -« 

Woif, VflfelditcliM UrkuAdenlrach, 8. 17. — N. Pr. A.-L. V. S. 398. — Freih, ». Ledebur, 

n« B, 361. ■ 

SeharfeateiB , s. Cratz v. Scharfenstein, anck Grafen, Bd. 
n. 8. 352. 

SehaiC Altes, längst erloschenes, meklenbnrgisches Adelsg^ 
schlecht, eines Stammes und Wappens mit den v. Weltzien (WehieA*: 
in Silber eine anfirechtstehende, rothe Pferde-Rremse oder Kneipe, um- 
geben von «wei rothen Adlersflttgeln). — Anton, Hennecke und Heli>- 
ridi Gebrüder Scbarff lebten 1367. 

9, Hediug, II. 8. 606: nach dem MS. abgegani^Der meklenb. Familien. 

Seharff, Edle, Ritter und Freiherren. Erbländ.-österr. Adels-, 
Ritler- und Freihermstand. Adelsdiplom von 1769 fDr Johann Caspar 
Seharff, Obereinnehmer der Mauth- , Steuer- und Weggefälle zu Grats, 
mit: Edler ▼.; Ritterdiplom von 1792 fQr Franz Yincenz v. Seharff, 
k. k. Hofrath, mit Edler v. , und Freihermdiplom von 1813 fQr JoM> 
bann Nepomuk Edlen und Ritter v. Seharff, Besitzer der Herrschaften 
Oalawan, HOdnitz und Mtthlfrauen in Mähren, wegen Beförderung der 
Laadescultur. 

Mtgtrlt 9. Mühlftld, S. 82 und Erg IM. S. 201 und 434. 

SehaHr, Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 18. März 1700 
fllr Theodor Ignaz Seharff. 

9. EMbaek, U. S. 879. 

Seharff v. Scharfenfels. Erbländ.-Osterr. Adelsstand. Diplom 
von 1772 fär Johann Seharff. k. k. Rittmeister im Dragonerregimente 
PMzgraf V. Zweibrücken. 

Meg*rl€ t. Uüht/eM r^rg.-Bd. S. 434. 

Seharff v. Scharffenstein (im golden eingefassten , rothen Schilde 
ein auf seinem Neste mit offenen Flügeln stehender, die Brost mit dem 
Schnabel sich aufritzender, silberner Pelican mit drei Jungen). Adels- 
stand des Kgr. Bayern. Diplom vom 24. Mai 1851 für Hermann Seharff, 
mit dem Prädicate: v. Scharffenstein. Derselbe gehörte zu einer, seit 
länger als zweihundert Jahren zu Frankfurt a. M. angesessenen, ange- 
sehenen Familie , welche aus dem alten nümberger Patriciergeschlechte 
der „Scharffen^^ stammen soll. Mit letzterer Angabe stimmt aber das 
Wappen nicht, falls dasselbe nicht bei Erhebung in den Adelsstand 
verändert worden ist, denn die Scharffen in Nürnberg führten nach 
Siebmacher , V. 219, in Schwarz einen, mit der Spitze nach oben schräg- 
links gestellten, gefiederten, silbernen Pfeil, welcher rechts von einer 
rothen Rose und links von einem sechsstrahligen, goldenen Sterne be- 
seitet ist. 

HandsehrlAL Notis. — XMtekkt, UL S. 394. 

Seharff y. Werth. ~ Reichsadelsstand. Diplom von 1537 für Hans 
Seharff, mit: v. Werth. Ein Nachkomme des Letzteren, Heinri(^ 
Seharff v. Werth, lebte 1665. Die Familie war in Ostpreussen bh 
Obrotten und Trenk unweit Fischhausen gesessen. 

r)reik. 9. L9d9bur, n. 8. 861. 

Seharffenberg, Scharpenber^, Scharpenborcb (im Schilde ein 
sckrägreohts liegendes Pfeileisen). Ein bereits in der ersten Hälfte dea 



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14. Jahrb. in hotetein^laaenbarg-meklenburgischen Urkunden Torkom- 
mendes Adelsgeschlecbt, welches demnach nicht, wie finher angenom- 
men wurde , erst im 30jährigen Kriege ans den kaiserliehen Erblan- 
den nach Meklenburg gekommen ist. Dasselbe sass im Holsteinischen 
zu Hede, 1347 za Heipede im Strehlitzischen , 1336 und nooh 1730 
za Niendorf im Lanenburgischen und 1590 zu Walmsdorff in Meklen- 
burg. In der Priegnitz starb Caspar Zabel v. Scharffenberg, k. gross- 
britannischer Oberst a. D., als Herr auf Lohme 1726 ohne Erben im 
80. Leben^ahre. — In Meklenburg erlosch der Stamm, doch kam ein 
Zweig nach Norwegen und wurde fortgesetzt — Es war übrigens im 
16. Jahrb. in Westphalen ein Geschlecht dieses Namens im Besitze von 
Scbarffenberg bei Brilon, auch fahrte dastyrolische G^eschledit y. Scharf- 
fenberg oder Sarpfenberg, nach Siebmacher, U. 41, in Blau ein yon 
Silber und Roth mit abwechselnden Tincturen viermal quer getheiltes, 
schrftglinks liegendes Pfeileisen. 

9. PritMbu4rf S. 68. — Oründl. Nachr. von dem an die Stadt Läbeok 1869 varpfluideteii 
dooa^o et adrocatio Moelln 1740. — Zedier, 34. S. 937. — F^eih, 9. Ledebur, U. S. 361. 
— Siebmachert II. 41: r. Scharffenberg , TyroUsch. — r. Weetphalen, Monom, inedit. lY. 
Tab. 20. Nr. 86: S. Volrad Scharpenberch von 1603. — v. Meding, I. 8. 606: r. Sebarpan- 
barch. 

ScharffoBberg, ScharflPenberger (in Blau ein, fiber einem drei- 
hügeligen, goldenen Berge sich verkürzt erhebender, silberner, sprin- 
gender Bock mit langen, goldenen Hörnern und über demselbep, in 
einer Reihe gestellt , drei goldene , sechseckige Sterne). Reichsadels- 
stand. Diplom vom K. Ferdinand I. vom 16. Febr. 1554 fOr die Ge- 
brüder Niklas, Andreas, Valentin, Stentzel und Hanns, den Scharffen- 
berger, wegen treuerwiesener Dienste um das Erzh^us Oesterreich. — 
Das Geschlecht war in der Oberlausitz gesessen. 

Freih, 9. Ledebur, IL S. 361. — Dortt, Allgem. W.-B. II. S. 174 und 76 und Tab. 872. 

Scharffeastein, Scharfeastein, Scharpffensteia , geaaaat Pfelll, 
Pfeil, Freiherrea (Schild geviert: 1 und 4 von Gold und Schwarz quer 
getheilt und mit gewechselten Farben gerautet: Stammwappen und 2 
und 3 in Silber sieben , 4 und 3 , schwarze Rauten , nach kleinerem 
Maassstabe: Benesis). Reichsfireiherrnstand. Diplom vom 13. Juli 
1746 für Friedrich Ferdinand v. Scharpffenstein, genannt Pfeill, zu 
Benesis, Herrn auf Stammheim, kurcöln. Kämmerer. — Die Familie 
Scharpffenstein , Scharpfenstein , gehörte schon vor mehreren Jahrhun- 
derten zu dem adeligen Patriciate der früheren kaiserl. Reichsstadt 
Cola. Daem v. Pfeil, gest. 1345, vermählte sich, nach Angabe Einiger, 
mit Beigina, der Letzten des Geschlechts v. und zu Scharpfenstein and 
erbte Güter, Titel und Wappen , doch stimmt mit dieser Angabe Fahne 
nicht. Johann (II; , gest. 1619, Bürgermeister zu Cöln, erlangte vom 
K. Matthias 29. Aug. 1616 eine Bestätigung des althergebrachten Adels 
seiner Familie und der Sohn desselben, Gerhard, gest. 1644, ebenfalls 
Qflrgermeister zu Cöln, kaufte die Herrschaft Benesis von v. Galen, zu 
Muchausen und vermehrte sein Wappen mit dem Benesiser Wappen. — 
Die Ahnentafel des jetzigen Hauptes der Familie , des Freih. Alfred, 
steigt in den letzteren Gliedern, wie folgt, herab: Freih. Friedrich Fer- 
dinand, s. oben^ geb. 1718 aad.gest 1795^ Herr auf Stammheimi kw- 



— 96 — 

« 

Cöin. Kämmerer: Anna Maria Freiin v. 6aagi*cben, verm. 1743 and 
gest. 1787; — Freih. Maximilian August, geb. 1762 und gest. 1824, 
Herr auf Stammheim, kurcöln. Kämmerer, kurpfälz. Geh.-Rath, erkaufte 
in Böhmen Nalczowitz und erhielt 25. Nov. 1822 das böhmische Inco^ 
lat: Maria Anna Freiin v. Bongard, verm. 1789 und gest. 1842; — 
Freih. Carl August, geb. 1790 und gest. 1839, Herr auf Nalczowitz in 
Böhmen, k. k. Kämmerer und Oberst des 2. Dragonerregiments: Frie-, 
dmka Grf. Nostitz zul^eneck, geb. 1803 und verm. 1829; — Freih. 
Alfred, geb. 1836, Haupt des freih. Hauses, Herr auf Nalkowitz im Kr. 
Berann. Die beiden Schwestern des Freih. Alfred sind : Freiin Leon- 
üne, geb. 1830 und Freiin Erwine, geb. 1833 und verm. 1856 mit 
Adalbert Freih. v. Widmann, k. k. Kämmerer und Herrn auf Platsch 
in Mähren. 

9. Lamg, Soppl. S. 64. — Fahn», I. 8. 380. — Oeoeal. Tasoheub. d. freih. Häuser, ISIS, 
8. 921—23, 1863, 8. 61»3 und 1865. — SuppL zu Siebm. W.-B. IX. 26: — W.-B. d. Kgr. Bayern, 
m. 76 OBd Xn. 29 und t. Wölckern, 3. Abtb. S. 203 und 20«. — •. Hefner ^ bayer. Adel, 
Tab. 61 and S. 60. — Kneaehke, I. 8. 377-79. 

Schamhorst (Schild durch einen gebogenen , rothen Sparren in 
drei Felder getheilt: 1 in Schwarz ein goldener und 2 in Gold ein 
schwarzer, die Sachsen einwäits kehrender Adlersflügel und 3 in Blau 
ein auf grünem Rasen stehender, rechts gekehrter, in der rechten Klaue 
eine goldene Kugel haltender Kranich). — Braunschweiger Patrider- 
geschlecht, in welches zu Anfange des 18. Jahrh. durch Diplom für 
Carl Schamhorst der Reichsadel kam. Der Empfänger des Adels- 
diploms — ein Sohn des 1712 verstorbenen k. schwed. Zollinspectors 
OostaT Schamhorst zu Bmnsbausen — Herr auf Ostendorf, war später 
Kanzleidirector zu Stade und starb 1736. Sein Sohn, Carl v. S., gest. 
1760, war Kanzleidirector zu Zelle. Der Stamm blühte fort und zählte 
in Hannover durch Besitz des Gutes Bordenau zu dem ritterschaftlichen 
Adel der calenbergischen' Landschaft. Nach Erlöschen der v. Soltow 
kamen die Güter an die v. Schamhorst. 

Zedier^ 84. S. 946. — Seheidt, Aumerkungen n. s. w. 8. 418. — «. BfeUbaeh, 11. 8. 380. 
FrHk, t. d. Xneiebeck, 8. 246 und 46. — Manecke, Füritenth. Lüneburg, IL S. 476: unter 
Sollow. — Hannov. W.-B. E. 9 und 8. 12. — Kne$chke, II. 8. 376 und 76. — «. He/ner, hau- 
noT. Adel, Tab. 28. 

Schamhorst (in Blau ein schrägrechter, silberner Balken). Adels- 
stand des Kgr. Preussen. Diplom vom 14. Decbr. 1802 für Gerhard 
David Schamhorst, k. preuss. Oberstlieutenant und dritten Quartier- 
roeister-Lieutenant im Generalstabe. — Derselbe, geb. 1756 zu Bor- 
denau im Hannoverschen und gest. 28. Juni 1 81 3 zu Prag, in Folge der in 
der Schlacht beiLützen (Gross-Görschen) erhaltenen Wunde, trat 1801 
aus hannoverschen Diensten , in welchen er sich namentlich als Haupt- 
mann der Artillerie und Gend^alstabsofficier des Generals v. Hammer- 
stein bei der Vertheidigung der befestigten Stadt Menin rühmlichst 
ausgezeichnet hatte, als Oberstlieutenant der Artillerie in die k. preuss. 
Armee, in welcher er sich, besonders 1813, sehr grosse Verdienste um 
die Vorbereitung des Volkes zu dem bevorstehenden, grossen Freiheits- 
kampfe erwarb, den Plan zur allgemeinen Bewaffnung entwarf und 
dieselbe nach diesem Plane einleitete. Von den Söhnen desselben starb 
d^ Eine, Heinrich Wilhelm Gerht^d v. S., als k. preuss. Geaeralliisute- 



— 96 — 

Baut und hinterliess ans der Ehe mit einer Tochter des Feldmarschalls 
Grafen y. Gneisenan zwei Söhne und eine Tochter, der Andere aber 
starb als k. preass. Rittmeister a. D. Die minorennen Kinder desselben 
ans der Ehe mit einer Grf. v. Schlabemdorf waren um 1840 mit Gü- 
tern bei Teltow gesessen und ein Fräulein v. Schamhorst war nach 
Bauer noch 1857 zu JQtschendorf III. und Siethen im Kr. Teltow be- 
gfitert. — Was noch den obenangegebenen Geburtsort des General- 
lieutenants Gerhard Johann David v. S. anlangt, so wurde derselbe 
nicht, wie mehrfach angenommen worden ist. auf einem kleinen Pacht- 
hofe zu Haemelsee , sondern zu Bordenau geboren. Nach Haemelsce 
zog der Vater — der Sohn eines bordenauerBrinkbesitzers, verheirathet 
mit der Tochter des Gutsbesitzers Tegtmejer, in dessen Hause später 
Schamhorst geboren wurde — erst 1760, als nach dem Tode des 
Sehwiegenraters über die Erbschaft ein Process entstand , kehrte aber 
einige Jahre später, nach gewonnenem Processe, wied^ nach Bordenau 
zurück. Letztere Besitzung gelangte nach Freih. v. d. Knesebeck in 
die Hand der im vorstehenden Artikel besprochenen Familie t. Scharn- 
horst, welche dieselbe wohl durch Kauf u. s. w. an sich gebracht 
haben muss. 

Handschrifll. Notis. — N. Pr. A.-L. V. 8. 398 und 99. — Freih. v. d. Knetebtek, 8. 2M. 
— Hr0ih. V. Ltdebur^ IL 8. S68. — W.-B. d. Preon. MouArchie, rv. 44. — Km9»Gkkt^ IL 
8. 876 und 77. 

Schare wets, Sobarowetz v. Soharowa, Wellen, S. y. S. (im 
Schilde ein Hausgiebel, wie Sinapius sehr kurz nach Paprocius sagt, 
oder nach anderen Angaben in Blau ein goldenes Winkelmaass mit 
Senkblei). Altes , ursprünglich aus Böhmen und Mähren , wo die Fa- 
milie nach dortiger Mundart Ssarowecz v. Ssarowa genannt wurde, 
stammendes Adelsgeschlecht, welches nach Schlesien ins Troppausche 
kam und im Anfange des 18. Jahrh. zu Schreibersdorf unweit Ratibor 
sass und um diese Zeit auch in der Mark Brandenburg begütert wurde. 
Jacob V. Ssarowa war 1503 oberster Hofrichter des Markgrafenthum 
Mähren und nach der Mitte des 16. Jahrh. lebte, sehr angesehen, 
George Scharowetz v. Scharowa, Herr auf Pteny. — Wilhelm S. v. 8. 
setzte zur Zeit des Paprocius (in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh.) den 
Stamm in Mähren fort, während um diese Zeit in Böhmen Heinrich v.S. 
auf Stuby und Wilhelm v. S. auf Genikowitz bekannt waren. In Schle- 
sien kommt um 1720 Johann Christoph S. v. S. auf Schreibersdorf und 
Landrechtsbeisitzer des Fürstenth. Troppan vor. Die Familie war 
noch 1838 zu Bothendorf im Kr. Trebnitz begütert. 

Paproeii Speculam H orav. 8. 369. — Sinapius , I. S. 868 und IL S. 422. — Gauht . I. 
8. 3038. — N. Pr. A.-L. V. 8. 899. - Freih. e. Ledebur^ H. S. 362. - v. Meding, I. 8. 608. 

Scharren, Schare. Brandenburgisches, bereits 1451 zu Genshagen 
unweit Teltow begütertes Adelsgeschlecht. Die Vettern Marx und 
Peter S. wurden 1536 von dem Markgrafen Johann v. Brandenburg 
mit den Gütern und Pachten zu Berkenow, Kartlow, Labentz, Sehlän- 
witz und Semerow, sämmtlich bei Schievelbein, belehnt 

Freih. 9. Lfd^bur, ü. 8. 352. 

Scharschmid v. Adlertreu, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. 
Diplom von 1804 für Gajetan Scharschmid, k. k. Bancaleinnehmer 



— 97 — 

od SalzY^rsilberor , mit: Edler v. Adlertreu. — Der Stamm .blühte 
fort. In neuer Zeit war Joseph Scharschmid Edler v. Adlertreu Bri- 
gadier in der Banal- Miiitairgrenze und Ferdinand S. Edler y. A. k. k. 
Hanpünann. 

Jft^rffK« 9. Mihl/eld^ Krg.-Bd. S. 434. — Milit.-Schematiam. d. Oesterr. Kaiierth. 

Seluirsod, ScharffisM>d, Scbarfsod. Oberlausitzisches, im 16. und im 
Anfange des 1 7. Jahrh. vorgekommenes Adclsgeschlecht, welches das Gut 
Dflrbacfa unweit Rothenburg an sich gebracht hatte. — Heinrich v. Scharf« 
sod^ der Letzte des Stammes, Pachter der v. Falkenhaynschen Besitzungen 
za Radgendorf bei Zittau, hatte, wohl vom Weine angestochen, 1618 
auf der Treppe des Weinkellers zu Zittau einen ihm in den Weg ge- 
kommenen und mit ihm in Streit gerathenen Ziegelstreicher, Caspar 
WaÜher^ mit einem Dolche ermordet und wurde 18. Aug. 1614 hin- 
gerichtet. Vierzehn Tage später sollte er , wie bestimmt worden war, 
ein Fräulein v. Jornitz als Hausfrau heimführen. 

Carpsop, AnMectA Fastor. Zittav. V. S. 302-304. — Oauhe, I. S. 1764 und 65. — Zedier, 
S4. 8. 939. >- M. C. A. Pe^eheck . Handbuch d. GMchlchte von ZitUu, 1837, II. S. 182 uud 
88. — FirHk. 9, Udtbur, II. S. 862. 

Schart, Scharten. Altes, meissensches^ schon im 15. und 16. Jahr- 
hundert vorgekommenes Adelsgeschlecht, welches die Güter Naundorf, 
Cassebra und Gleina unweit Zeitz an sich brachte. — Christoph Scharte 
zu Gleina hatte fQnf Söhne und von dem ältesten Sohne, Georg v. S. 
xn Gleina, stammte Dietrich v. S., welcher 1625 Mitglied der frucht- 
hringenden Gesellschaft wurde. Adam Gottfried v. Scharte der Aeltere, 
Herr auf Gleina , starb 1673 und hinterliess aus der Ehe mit einer 
▼. Meusebach Nachkommen und August v. S. starb 1745 als herzogL 
6achs.-e]senach. Oberschenk. 

Knauth, 8. 662. — Gauhe, I. S. 2038 und 39. — Zedier, 34. S. 952. — Freih. v. Lt- 
debmr, IL S. 352. 

Schartsed. Altes, bayerisches Adelsgeschlecht, dessen Stamm- 
reihe Bucelinus mit Stephan v. Schartsed um 1407 beginnt. Von den 
Nachkommen war Stephan (II) 1570 Hauptmann zu Peucrbach und 
ein Enkel desselben, Wolifgang, kaiserl. Generalmajor. Des Letzteren 
Bmders Sohn, Franz Felix v. Schartsed, um 1730 kurbayer. Kammer- 
präsident und Geh.-Rath, setzte das Geschlecht fort. 

BuctUni Stemniat. P. lY. — Gauhe, I. 8. 2039. — Zedier, 34. S. 953. 

Schascheck, Schascheck y. Mesihurch (Mezibnrzc, Mezihurz). 
Erbländ.-Österr. Adelsstand. Bestätigungsdiplom desselben für Joseph 
Johann Schascheck, Rathsmann zu Prag, mit: v. Mesiliursch. In neuer 
Zeit war Stephan S. v. M. k. k. Artilleriehauptmann I. Classe. 

Mtgtrle 9. Mihlfeld, Erg. -Bd. S. 434. — Milit.-Scheniat. d. Oewterr. Kaiscrth. 

Schasser, Schasser v. und zu Thonheim. Erbländ.-österr. Adels- 
stand. Diplom von 1738 ftlr Joseph Tobias Schasser, Steuereinnehmer 
zu Botzen, mit: v. und zu Thonheim. 

Uegerle t. Muhl/eld, Erg.>Bd. S. 436. 

Schalen. Altes , niedersächsisches , vormals im Halberstädtschen 
begütert gewesenes Adelsgeschlecht. 

Ab9i, DeutMhe AlterthUmer, n. 6. 691. — E9dl9r, 94. S. 974. 
JÜMtcfti«, Deutsch. Ad«lf-Lex. TUI. 7 



— 98 — 

Schatte, Freiherren. Karpfälzischer Freihermstand. Diplom 
vom 10. April 1783 für Edmund Ferdinand Schatte, karpfalz-neubnr- 
gischer Regiernngsrath und Pflegscommissar ku Yelburg. Der Vater 
desselben, Friedrich August S. war kurpfälz. Rittmeister und derGross- 
vater, Johann Michael S., Oberst des Leibregiments der KurfQrstin und 
später kurpfälz. Hofkriegsrath. — Der ^pfänger des Freiherm- 
diploms setzte in der Ehe mit Anna Josepha Porthey den Stamm fort 
und von dem Sohne desselben, dem Freiherrn Nepomuk, k. bayer. Geh.- 
Rath und Hofgerichtsdirector zu Neuburg , entsprossten aus der Ehe 
mit Maria Anna Freiin Moller y. Gnadenegg, venu. 1780 und gest. 
1806, zwei Söhne: Freih. Edmund, geb. 1782, k. bayer. Kämmerer 
und Landrichter zu Füssen , verm. mit Therese Freiin v. Widemann 
und Freiherr Joseph, k. bayer. Känunerer und Stadtcommissar zu 
Landshut. 



9. Lang, S. 226. — Geneal. TMcheubuch d. flreih. Hinser, 1861. 8. 680, 1868, 8. 
and 1865. — Suppl. zu Siebm. W.-B. X. 27. — W.-B. d. Kgr. Bayern, IV. 1 und t. Wölckern, 
AbtheU. 4. 

Schattna. Altes, früher schlesisches Adelsgeschlecht, als dessen 
Stammhaus das Gut Scbattnick genannt wurde. — v. Meding, IIL 
S. 570 giebt das Wappen nach einer alten Zeichnung in einer schle« 
sischen Genealogie mit Angabe des genannten Stammsitzes. 

0. Meding, m. S. 570. 

Schau (Schild quergetheilt: oben in Blau ein goldener Stern und 
unten von Roth und Silber geschacht). Reichsadelsstand. Diplom von 
1751 für Johann Ferdinand Joseph und Justus Schau. — Ein in Ost* 
preussen, namenthch um Braunsberg nach der Mitte des 18. Jahrh« 
ansässig gewordenes Adelsgeschlecht, welches schottischen Ursprungs 
sein soll, früher Schaus und y. Schäwen hiess und aus Schottland wegen 
Religionsbedrückungen nach Ostpreussen auswanderte. — Dasselbe 
sass 1775 zu Basien, Gross-Grünheide und Krobsdorf, erwarb dann 
auch andere Güter und blühte fort. Nach Rauer war 1857 Friedrich 
Y. Schau, Premierlieutenant, Herr auf Korbsdorf und Carl v. Schau, 
Landschaftsrath , Herr auf Böhmenhofen, beide Güter im Kreise 
Braunsberg und den Erben des Botho v. Schau stand das Gut Mengen 
im Kr. Heilsberg zu. 

N. Pr. A.-L. rv. 8. 160. — Frrik. v. Ledtbur, II. 8. 353 und 1X1. 8. 337. — Sappl«m. KU 
Siebm. W.-B. X. 27. 

Schaubert (in Gold , unter einem blauen Schildeshaupte mit drm 
goldenen Sternen , ein grüner Palmbaum auf einem Dreihügel). Adelt- 
stand des Kgr. Preussen. Diplom vom 22. August 1857 für Carl 
Friedrich Gustav Schaubert, k. Landrath und Rittergutsbesitzer, Herrn 
auf Obernigk im Kr. Trebnitz. 

JF>-eiA. 9. Ledebur, UI. S. 337. 

Schanenbnrg, Freiherren. Böhmischer Freiherrnstand. iDiplom 
vom 31. Decbr. 1650 für Hans Reinhard. und Christoph v. Schauen- 
burg. 

9. Hellbach, II. 8. 381. 

Schanenburg, s. Scbawenborg, Freiherren. , , . '^- 



— 99 — 

SehanenAu». Steieiinärkisches , frülior zu Wildonau begütert ge^ 
Adelsgeschlecht. 

ßchmytw, HL B. 468. 

SehftQer. Steiennärklsehes, früher zu Heggcnberg begütertes 
Adriflgeschlecht. 

I Mokmwtw, m. 8. 4A8. 

Sebaner v. Sehrökenfeld. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
TOD 1808 flür Prosper Schauer, k. k. Oberstwachtmcister und Comman- 
danten des böhmischen Remontimngs-Departements , mit: v. Schröken- 
feld. — Der Stamm blühte fort und Carl, Eduard, Friedrich und Gustav 
S. T. S. traten in die k. k. Armee. 

MtptrU «. Mükt/eld, 8. 256. — Mnit.-Scheinut. d. OiwiArr. Kalaerth. 

Sehanm, Schanmen, Schenme (im Schild ein mit den Hörnern 
nach oben gekehrter Halbmond und über demselben zwei mit den 
Spitsen nach den Schildesecken gestellte Pfeile). Altes, adeliges Pa- 
tridergeschlecht der Städte Berlin , Frankfuit a. d. 0. und Stettin. 
Otto S., Herr auf Rudow und Lichtcnrade unweit Teltow, war 1450 
Yermählt mit Catharina v. d. Gröl>en; Friedrich S. siegelte 1610 mit 
dem oben beschriebenen Wappen; Sigismund und Friedrich Gebrüder S. 
hatten 1684 verschiedene Hebungen und Gutspächte zu Lichtenradc 
und Rndow und Friedrich S. sass 1675 zu Glinike. Der Sohn des 
Letzteren, Johann Sigismund, war erst in kurbrandenb., dann in kaisorl. 
und zuletzt, 1675, in schwedischen Kriegsdiensten. Später baten Jo- 
achim, Mathis, Marcus, Christoph und Joachim Gebrüder und Vettern, 
die Scheume genannt , in der Mark Brandenburg und in Pommern an- 
gesessen, ohne Angabe des Tages und Jahres, um kaiserliche Erneue- 
rung ihres angeerbten Wappens. 

Freik. 9, Ledehur, IT. 8. ^)X 

• Sehanmberg, Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 von Gold und 

Roth der Länge nach getheilt : rechts eine mit den Spitzen 'aufgerich- 
tete, schwarze Tuchscheore und links ein silberner Sparren und 2 und 
8 von Roth , Silber und Blau halb der Länge nach und quer getheilt, 
drei Plätze). Im Kgr. Bayern anerkannter Freiherrnstand. Anerken- 
nnngsdiplom vom 25. Mai 1860 für Heinrich Franz v. Schaumberg, k. 
bayer. pens. Rittmeister, sammt seinen und seines verstorbenen Bru- 
ders, Philipp, Abkömmlingen, unter Eintragung der Familie in dieFrei- 
hermclasse der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern. — Eins der ültosten, 
reichsten und berühmtesten Geschlechter der ehemaligen reichsun- 
mittelbaren fränkischen Ritterschaft , welches dem Canton Rhön-Werra 
und GebOrg einverleibt war. — Aus demselben stammten zwei Cardi- 
näle, drei Reichsfürsten , fttnf Domdechanten und neunzehn Domherren 
für die Bisthümer Bamberg , Würzburg und Eichstädt. Von dem Bis- 
thnme und Hochstifte Eichstädt besitzt die Familie seit dem 25. April 
1580 bis auf die jetzige Zeit das Kämmereramt erblich und zu Lehen, 
eine Wftrde , die von dem jedesmaligen A ehesten der Familie gefülirt 
wird. In neuer Zeit, von 1818 bis 1858 war Freih. Anton Ludwig 
Erbkämmerer des Fürstenthums Eichstädt. — In frtlhercn Zeiten war 
das Oeschlecbt sehr reich begt^tert. In der glücklichsten Periode be- 

7* 



— 100 — 

sass dasselbe die Yesten Schaumberg, Muppberg, HaaeBstein, wo' 1342 
ein Ganerbinat emchtet wurde, ferner die halbe Stadt Schalkaa, 
Ahorn, Nieder-FüUbach, Lichtenstein, Fürth am Berg, Effelder, Leuch- 
terburg, Einberg, Ober-Siemau, Neuhaus, Sonneberg c. p.; sodann die 
Rittergüter und Dörfer Ebnes, Almerswind, Katzberg, LÄuter, Nieder- 
lind, Dundorf, Strössendorf, Gereuth , Einöd , Ziegenfeld, Stöckicht; 
desgleichen die Dörfer Schney, Friesendorf , Weissenbrunn , Walters- 
dorf, Rod am Forste, Korberode, die Hälfte von Rüttmannsdorf, das 
Gericht Mittwitz, die Vorstadt von Coburg, die Voigtei Kreitlitz, Tiele 
Zehnten und Lehenschaften und auf dem thüringer Walde ein Areal 
von einer Quadi atmeile. Was das oben genannte Gut Dundorf anlangt, 
so überliess Friedrich Veit Ulrich v. Schaumberg 11. Nov. 1566 seine 
väterlichen Stammgüter Dundorf, Rügheim n. s. w. dem gesammten 
freiherrlichen Geschlechte v. Schaomberg als eine Ganerbscbaft und 
trug dieselbe zur grösseren Sicherheit für deren Unveräusserlichkeit 
dem Hochstifte Würzburg zu Lehen auf. K. Maximilian H. nahm dies 
so wohlgefällig auf, dass er die Stiftung zu einem Burggrafenthum er- 
hob und dem jedesmaligen Vorstände oder Senior derselben den Titel 
eines Burggrafen beilegte. — Der so grosse Reichthnm machte die 
Herren v. Schaumberg so mächtig, dass sie sogar den Grafen v. Henne* 
berg gefährliche Nachbarn wurden und auch der Markgraf von Mm- 
sen hielt es 1343 für angemessen, mit ihnen ein Schutzbündniss gegen 
äussere Feinde abzuschliessen. — Vor vierhundert Jahren schied sidi 
das Geschlecht in drei Hauptlinien : in die Knochen- später Strossen« 
dorfer Hauptlinie, in die Dundorfer Hanptlinie, welche 1666, nach Er- 
richtung des Burggrafenthums Dundorf, ausstarb und in die Mupperger 
Hauptlinie, die sich in zwei Speciallinien, in die zu Ziegenfeld and zn 
Stöckicht, theilte. Haupt der vormaligen Strössendorfer Hauptlinie 
ist Freiherr Christoph Ferdinand, geb. 1849 — Sohn des 1859 ver- 
storbenen Freih. Anton Ludwig, s. oben, aus der Ehe mit Luise 
V. Schrottenberg, verm. 1846 und gest 1849 — die Schwester des- 
selben. Freiin Franziscra Theresia wurde 1848 geboren. Von dem Bru- 
der des Freiherrn Philipp Anton, dem Freih. Franz, geb. 1807, k. 
bayer. Rittmeister a. D., verm. 1842 mit Julie Freiin v. Haysdorf, geb. 
1812, stammen, neben zwei vermählten Töchtern , zwei Söhne, die 
Freiherren: Carl Philipp Heinrich, geb. 1843 und Eugen Wilhelm, geb. 
1844. — Die Ziegenfelder Speciallinie der Mupperger Hauptlinie ist 
mit dem Freih. Anton Ludwig, s. oben, im Mannsstamme erloschen. 
Derselbe hat aus der Ehe mit Eleonore Freiin v. Aufsess, geb. 1784, 
verm. 1809 und gest. 1821, nur drei Töchter hinterlassen. Haupt der 
Stöckichter Speciallinie der Mupperger Hauptlinie ist: Freih. Friedrich, 
geb. 1801 — Sohn des 1840 verstorbenen Freih. Friedrich Wilhelm 
Gottlieb , grossherz. hess. Kammerherrn und Obersten aus erster Ehe 
mit Luise v. Koller, gest. 1801 — grossherz. hess. Kammerherr und 
Oberappellations-Gerichtsrath, verm. 1835 mit Auguste Müncherode, 
geb. 1813, aus welcher Ehe, neben einer Tochter , zwei Söhne enl- 
sprossten: die Freiherren: Friedrich, geb. 1840 und Wilhelm, geb. 
1844. -- Von dem Freiherm Carl, gek 1779 and gest. 1836 — eiaeot' 



— 101 — 

Bruder des Freiherm Friedrich Wilhelm Gottlieb — k. preuss. Oberst-» 
Ueotenant a. D., staminen aus der Ehe mit Wilhelmine v. Berg, gest. 
1880, drei Töchter und ein Sohn: Freih. Aagust, geb. 1808, k. preuss. 
Ifigor xur Disposition , venu. 1848 mit Elisa Knod v. Helmenstreitt, 
welcher Ehe ein Sohn, Georg, geb. 1849, lebt. 



Atbimm, Werth^rniichc) Historie, S. 70. — CruBins, Aniial. Saevic. III. S. 238: zählt das 
6«Klil#cht tum hftU)«ratidt«cheQ Adel. — Spentr, S. ä37. — Ihtnckwerth^ Schlecw.-holHtetn. 
LuideabeMChr. B. 237. — Uauhe , I. 2039-42. — r. UaiUUin, I. Suppl. S. 68 und II. S. 282 
—806. — Xtätfr, 34. 8. 1025 nnd 26. — Bi^ermaHn, Oanton Bhiin-Werta, Tab. 166—166. -. 
8tr»tw*, NeueröffoeteA Archiv, 8. 2r)l. — N'. genealug. liandb. 1778, S. 777—81. — O runer, 
Baäehpelb. tob Colrarg, II. 8. 90 und 91. — e. Lany, S. 619. — Freih. ». Lede^ur, U. 8. 353. 
— 6«fieaL Taschvnb. der freih. Häuser, 1856, S. 582-86, 1862, S. 694-96, 1864. 8. 7u7— 
709 und 1866. — Siebmaeher, I. 1<K): r. Schauniberg, Fränkisch. — e. Meding, 1. S. 5(»8— 10 
«b4 II. 8. 784. — Flippt. KU Siebin. W.-B. II. 10: Freih. v. S. — W.-B. det Kgt. Bajrero. 
VIU. 34: r. 8. 

Sehaamberger. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1728 
flUr Amand Ferdinand Schaumberger, inneröstcrr. Geh. Secretair. 

iftfftfH« 9. Mühl/Md, Erg.-Bd. S. 435. 

Sehaombar«:, Schaumberg, Grafen (Stammwappen: Schild von 
Silber und Roth der Länge nach getheilt). Altes, aus Bayern nach 
QberOsterreich gekommenes Adelsgeschlecht, welches auf einem bei 
Effeadingen gelegenen Schlosse dieses Namens sass , das Erbobermar- 
achallamt in OesteiTeich und Steiermark erhielt und sich auch von Jul- 
badi, einem längst zerstörten Schlosse in Bayern, schrieb. Der Stamm 
erloach 1659 mit Wolfgang S., dessen Schwester mit Erasmus v. Star- 
hemberg vermählt war. Gttter und Wappen gingen auf die v. Starhem- 
bergaber. 

IR^ Eund, I. 8. 96-99. - üauhe, L 8. 2<H2. 

I Schamnbarg, y. nnd zu Schanmbnrg, Schawenbarg, auch Grafen 

(in Gold ein silberner, mit doppelten, blauen Wolken umgebener, deut- 
scher Schild, Ober welchen ein rothes Andreaskreuz gezogen ist). Altes 
.Adeisgeschlecht, dessen Name 1196 in der Stiftnngsurkunde des im 
Sehwarzwalde gelegenen Prämonstratenserklosters ,, Allerheiligen'* vor- 
kommt. Nach dieser Urkunde nannte sich Jutta, die Stifterin dieses 
Gotteshauses, eine Herzogin v. Scawenburg. Dieselbe war die einzige 
Erbin ihrer Aeltem, des Grafen Conrad v. Calw und der Luitgard 
T. Zfthringen. Nach dem Tode ihres ersten, 1155 verstorbenen Ge- 
mahls, Berthold v. Eberstein , vermilhlte sie sich in zweiter Ehe mit 
Wolf VI. Grafen v. Altorf uiul Herzog v. Spoli^io , dem sie Calw und 
Schawenburg als Herzogthum zubrachte. Nachdem auch sie gestorben, 
flel der schawenburgische Theil ihrer Güter an Eberhard Grafen v. Eber- 
fkxkn , der seinen Besitz unter seine Söhne theilte. Von diesen nahm 
Rudolph von der in der Ortenau gelegenen Bt^rgveste Schawenburg 
den Namen an und wurde der Stammvater der Herren v. Schawenburg. 
Frfthzeitig schon schied sicli der Stamm in zwei Aeste: in den schawen- 
borgischen und winterbachischen Ast. Der letztere , welcher im Elsass 
sa grossen Besitzungen kam, ging schon zu Ende des 15. Juhrh. wieder 
am, während der Erstere dauernd fortblühte. Reinhard erhielt 1471, 
nachdem schon früher Yollinar vom Hause Baden das Schloss Neuen- 
stein EU Lehn empfangen , vom Bischöfe von Strassburg das Schloss 
JoDf^olz zu Lehen und von den Söhnen desselben wurde Niclas Stamm- 



— 102 — 

vnter der Elsasser Linie und Friedrich durch seinen Enkel, Hartard, 
Stammvater der Luxemburger Linie. .Die Elsasser Linie schied sich in 
mehrere Zweige. Ulrich Theobald t. Schawenburg gründete den nach 
ihm genannten diepoldischen Zweig. Derselbe erlangte durch Vermäh- 
lung mit Ida v. Berenfels den grössten Theii der Güter des erloschenen 
Geschlechts v. Hat statt, nämlich: Herrlisheim, Hatstatt, Jungholz, 
Yöglishofen u. s. w. Von seinen Söhnen zeichnete sich Hannibal v. S., 
kaiserl. Reichsgeneral, bei der Yertheidigung von Breisach wieder die 
Franzosen rühmlichst aus und erhielt vom Kaiser den Reichsgrafen- 
stand , auch wurde diese Würde auf einen Bruder Hannibals, der sich 
in Steiermark niedergelassen, ausgedehnt, dessen Zweig mit dem Grafen 
Christoph zu Anfange des 18. Jahrh. erlosch. Johann Neithard v. S., 
ältester Sohn Ulrich Theobalds, war Landvoigt in der Ortenaa nnd mit 
Claudine v. Lützelburg vermählt. Von seinra Söhnen stiftete Rudolph 
die Herlisheimer Linie, aus welcher besonders Johann Baptist Reinhard, 
Hochmeister des Johauniterordens und Reichsftlrst, zu nennen ist. In 
der ersten iranzösischen Revolution ging der Besitz Jenseit des Rheins 
für diese Linie verloren und die Glieder derselben leben seitdem auf 
den Gütern , welche die Familie seit frühester Zeit in der Ortenaa be- 
sitzt. — Im Elsass blieb nur eine jüngere Linie der Familie. Dieselbe 
schied sich in zwei Zweige : von Jungholz und Nieder-Uerigheim , von 
welchen der von Nieder-Herigheim um die Mitte dieses Jahrhunderts 
erloschen ist, während der von Jungholz fortblühtc. Der gemeinschaft- 
liche Stammvater beider Zweige war Christoph Theobald, Diepold*s 
(Ulrich Theobald's) dritter Sohn. Aus dieser Linie stammte Balthasar 
V, Schawenburg , der als Obergeneral der französischen Republik sieg- 
reich in die Schweiz eindrang. Von seinen Söhnen starb Maximilian 
V. S. als k. französ. General der Reiterei 1839 in Algier und ein An- 
derer, Peter v. S , war Mitglied der Deputirteukammer. — Die Sprossen , 
der Luxemburger, oder Hartard'schen Linie hatten sich im Herzogthnm 
Luxemburg niedergelassen und durch Vermählung in die Familien 
Mittelhausen und Custin sehr ansehnliche Güter, so wie ein Stammhaus 
in der Stadt Luxemburg an sich gebracht. Hartard's Nachkomme im 
fünften Gliede , Freiherr Joseph , war Burgmann zu Friedberg. Auch 
diese Linie verlor, wie die herlisheimer, durch die Revolution den 
grössten Theil ihres Vermögens, worauf sie sich 1812 im Grossherzogth. 
Baden ankaufte. Dieselbe besitzt ausserdem daselbst mit der elsasser 
Linie die Grundherrschaft Gaisbach, in deren Umfange die Ruinen der 
alten Schawenburg liegen. — Haupt der Ulrich-Diebold'schen, oder 
Herrlisheimer Linie ist: Freih. Emil, geb. 1826, Grundherr zu Gais- 
bach, — Sohn des 1841 verstorbenen Freih. Lambert, k. franz. Ritt- 
meisters a. D. aus der Ehe mit Sophie Freiin v. Schawenburg, geb. 
1792 und verm. 1813 — verm. 1857 mit Emma Freiin v. Schönan- 
Wehr a. d. U. Schwürstetten, aus welcher Ehe ein Sohn, Rudolph, geb. 
1860, stammt und Haupt der Hartardschen oder Luxemburgischen 
Linie ist: Hannibal (II) Freih. v. S., geb. 1831 — Sohn des 1862 ver- 
storbenen Freih. Hannibal (1) aus der Ehe mit Victoria Freiin Rinck 
Y. Baldenstein , geb. 1790 und gest. 1812 — Grundherr zu Gaisbach. 



— 103 — 

a. 8. w. and k. k. Rittmeister in d. A., verm. 1861 mit Eliza Leving- 
slODe Power, geb. 1839, aus welcher Ehe ein Solin entspross: Hanni- 
faal (III), geb. 1862. -:- Freih. Hannibal (II) hat fünf Schwestern. 

Gru»ii Annul. 8uev. III. 8. 238. — Burg^rm^Uter vom Schwab. Reichiuiilel , 8. 630. — 
Gmmktt L 8. 2042 und 43 - Xftiter, 34. 8. I(r23 uiul 24. - Caat, Adelab. d. (iro»«h. Baden, 
AbCh. 2. — Geneftl. TMchenb. d. freib. HäuRor, 18ö7, 8..(l53->56, ISTm), S. 840—42 und 1866. 
— Bi€%mmtk$Ti I. 196: t. Sohftwenburg, KlsaMiach. — r. beding, I. 8. 610: Scbaumburg, 
T. «ml SU SclMuinburg. 

• . Schanmbiirg, Seboumbnrg, Grafen (in Roth ein in drei Theile 
lerechnittenes Nesselblatt mit einem von Silber und Roth quergetheil- 
ten, kleinen Schilde in der Vertiefung, gegen welchen zwischen den drei 
SlAcken des Nessclblatts drei silberne Nägel in Form eines Schacher- 
kreuzes mit den Spitzen gewendet sind). Altes, wcstphälisches Grafen« 
haus , welches früher mehrfach von den v. Sandersleben oder Salings- 
leveo hergeleitet worden ist. Adolph I. wurde vom Bischöfe zu Minden 
unter anderen Lehnstücken mit dem Nessel-Berge (Nettein-Berge) be- 
lehnt, erbaute auf diesem Berge das zwischen Minden , Spielberg und 
Lemgo gelegene Schloss Schaumburg, und erhielt 1030 vom K. Con- 
rad IL den Namen: Graf v. Schaumburg. Der Enkel desselben, 
Adolph III., bekam 1106 vom Herzoge Lothar zu Sachsen die Graf- 
Bcbaft Holstein , die mit Schaumburg bis 1281 vereinigt blieb. Der- 
selbe setzte zum Andenken an seine Reise in's gelobte Land im Schilde 
zu dem in drei Theile gctheilten , silbernen Nesselblatte die drei Nägel 
dea fijrenzes Christi. — Später erlosch, 1640, der allte Stamm mit 
Otto VI. , der im 24. Lebensjahre starb. Der grösste Theil der Graf- 
schaft Schaumburg wurde im westphälischcn Frieden dem Hause Hes- 
sen zugeschlagen, weshalb auch das schaumburgische Wappen in 
das hessische aufgenommen wurde, auch kam wegen des Herzog- 
thoms Holstein das Nesselblatt mit den drei Nägeln in das dänische 
Wappen. 

Hopptnrod, 8. 81 — K3. — Lucaf (trafensaal, 8. 489—554. ~ Spangenbergt Schaumbur- 
gltcb« Chronik, 1614: vurauMgotcblrkt ivt eine Tabelh* vou d»n GrafHii v. SchaumburK. "— 
/>. W. ßitrling, I>Usert. de familia Coiuit. HolMato-8chauniburgicurum b(K: aaeciilo extiiict«. 
aintsla, 1099. — Oebhardt UripruuK der Grafen v. Hohauinbiirg in UuUtein, hiator. goneal. 
AMyindl. II. 8. I72-2UÜ. — Sirbmachfr, I. 18: Schoumburg, Grafon. 

Schaumburg. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom Juni 
1842 lür den Lieutenant Schaumburg im k. preuss. vierten Dragoner- 
regimente. Derselbe war in neuer Zeit Major im k. preuss. grossen 
Oeneralstabe. 

Fr%ih. f. Ltdebur, II. S. 353. 

^ Schannstein, Schanenstein und Ehrenfels, auch Freiherren 

and Grafen (Stammwappen ; in Roth drei tlbcreinander rechts gewen- 
dete, silberne Fische). Reichsgrafenstand. Diplom von 1739 für Tho- 
mas Franz Freih. v. Schauenstein und Elirenfels. — Altes, freiherrl. 
Geschlecht in Graubündten , welches von den Schlössern Elirenfels und 
Haldenstein, letztere Besitzung am Rheine unweit PfUfers, dasPrädicat 
ftlhrte. Heinrich Freih. S. v. E. wird schon um 1080 genannt. Der 
Enkel desselben erhielt das Bisthum Chur und wurde 1144 Reichsfiirst. 
Der Soh\^ seines Bruders wurde ebenfalls Bischof zu Chur, starb aber 
Sdion 1181. Burckhard brachte 1257 das Schloss Schauenstein an 



— 104 — 

sein Geschlecht. Anna Freiin v. S. starb 1325 als Aehtissin zu Katz, 
und um 1370 war mit dieser Würde Guta Freiin v. S., gest. 1382, 
bekleidet. Zu ihrer Zeit wurde das Kloster Katz in Asche gelegt, wel- 
ches später ihr Vetter, Albert Herr v. Schauenstein, wieder aufbauen 
Hess und in demselben das Erbbegräbniss für sich und seine Nachkom- 
men errichtete. Wolf w^ar von 1411 bis 1421 Bischof von Lavant, und 
Rudolph um 1560 Oberst und Gouverneur in dem Valtelin. — Dessen 
gleichnamiger Sohn war k. französ. Oberst und binterliess zwei Söhne : 
Thomas, Commandanten in Lyon, welcher vier Söhne hatte, und Hein- 
rich , Hauptmann in der französischen Garde, von welchem nur ein 
Sohn stammte. — Thomas v. Schauenstein zu Ehrenfels, Ritter und 
Doctor der Rechte, brachte 1600 das Schloss Haldenstein an sich. 
Derselbe, erst Landvoigt über Mayen feld und Gouverneur von dem 
Valtelin , wurde später Reichsfreiherr, und zwar mit der Freiheit, auf 
seinem Schlosse zu münzen und mit anderen Vorrechten. ^— Der Gra- 
fentitel, die Güter, der Name und das Wappen der Grafen v. Scbauen- 
stein und Ehrenfels sind später an die alte graubündtner Familie v. Buol 
gekommen. Es wurde nämlich Johann Anton Freiherr Buol v. Strassberg 
und Riedberg, s. den Artikel: Buol v. Schauenstein, Grafen, Bd. IL 
S. 151 bis 153, von seinem mütterlichen Oheime, Franz Thomas Gra- 
fen v. Schauenstein , FreiheiTU v. Reichennu , dem Letzten seines alten 
Stammes, 1742 als Adoptivsohn zum Erben eingesetzt. 

Cfuleri v. Weiuork Kirnet. Chroiilcou , 8. 2t)ü. — Ructlini Stonitimt. P. I. — Ganke, I. 
S. 2039 lind 40. — MfgeiU v. UtUt/cld, S. 2i). Siebmacher. I. 2(H: v. 8<:liüweii8tcin, Schwoi- 

Schanpel t. Scbalberg. Erbländ.-östcrr. Adelsstand. Diplom von 
1820 für Joseph Schaupel, Hauptmann im k. k. Infanterieregimente 
Herzog von Nassau- Weilburg, mit: v. Thalberg. Der Stamm wurde 
fortgesetzt. In neuer Zeit war Johann Schaupl v. Thalberg Hauptmann 
1. Cl. im 3. k. k. Infanterieregimente. 

Jiegerle 9, Atühl/eld, 9. 257. — Milit.-Schematioin. d. Oesterr. Kainerthums. 

Schanrfels, Ritter. Erbländ.-Österr. Ritterstand. Diplom von 
1760 für Franz Xaver Ilyacinth v. Schaurfels, mährischen Repräsen- 
tations- und Kammcrrath. 

Meyerle 9. Mühlftld, S. 142. 

Schanrotb , auch Freiherren (Schild von Silber und Schwarz der 
Länge nach und zweimal quer gethcilt mit gewechselten Farben, im 
Ganzen also sechs von Silber und Schwarz gebildete Felder, ohne Bild). 
Im HerzogChume Sachsen-Coburg-Gotha und im Fürstenthume Schwarz- 
burg-Rudolstadt anerkannter Freiherrn stand. Herzogl. sachseu-coburg- 
gothaisches Anerkennungsdiplom vom 15. Febr. 1854, und fürstl. schwarz- 
burg-rudolstädt. Anerkennungsdiplom des Freiherrnstandes vom 10. Aug. 
1858. — Altes, thüringisches, voigtländisches und fränkisches Adels 
geschlecht, welches schon im 12. Jahrh. vorkam, Schaurod, Schwinrod, 
Schwinrad, Schouenrad, Schoninrad u. s. w. geschrieben wurde, 1526 das 
Prädicat: Reichs-Semperfreie erhielt, und zwar durch Hans v, 8., wel- 
cher 1526 mit dem Pfalzgrafen Philipp am Rhein zum Entsätze Wiens 
yon den Ungläubigen zog und, das Beichspanner rettend, dieses Prä« 



— 105 — 

dicat erhielt, zu den Familien gehörte, die früher meist das ?on vor 
ihrem Namen wegliessen , der freien Reichsritterschaft in Thüringen, 
Franken nnd Schwaben zugezahlt wurde und noch jetzt in den tharin- 
ger Gauen, reich vertreten, blüht. Das Geschlecht sass im Alten- 
bargischen bereits 1301 zu Grossenstein, 1323 zu Baldenhain, 1401 
m Bommschütz, Röpsen und Roschitz, 1488 zu Zschippach und brachte 
dann mehrere andere Güter an sich. — Die fortlaufende Stammreihe 
der Familie beginnt mit Hans Georg S. auf Roschütz und Heinrich S. 
auf Röpsen, welche um 1490 lebten, auch sasscn Ritter aus dem G^- 
«chlechte zeitig auf Hartmannsdorf und Dornau. Wolf Albrecht S. auf 
Dornan kommt schon 1510 als fürstl. sfichs. Kriegsrath und Oberst vor, 
nnd Johann Magnus S. auf Hartmannsdorf war 1684 Domdechant zu 
Naumburg. Der Stamm wurde fortgesetzt, auch traten mehrere Spros- 
sen desselben in die k. preuss. Armee. Carl v. 8. starb 1815 als k. 
preoss. Generalmajor a. D. und ein Lieutenant v. S. , welcher 1806 im 
Beglmente Prinz Heinrich gestanden, war 1828 Major und Comman- 
dant eines Laudwehrbataillons. — Von Hans Friedrich v. S. venn. mit 
einer v. Maltitz, welcher, nach Lehnsbriefen von 1560, die Güter 
Doma, Roschütz, Röpsen, Pforten, Rnbitz, Zschippach, lleinichen, 
Jägersdorf, Thierbach , Noebdewitz und Toekau , die gleichsam eine 
Herrschaft im thüringischen Voigtlande bildeten, aber durch Vermahlun- 
gen und Erbschaften später in andere Hunde übergingen, besass, stam- 
men sämmtliche in neuer Zeit lebende Freiherren v. Schauroth in Thü- 
ringen ab. Der nächste gemeinschaftliche Stammvater der Schaurothe 
in Coburg und Rudolstadt ist: Freih. August, geb. 1744 und gest. 
1831 — Sohn des 1760 verstorbenen Georg Heinrich, k. hannov. 
Bittmeisters a. D , Besitzers der Güter Beulwitz und Schwärm in Thü- 
ringen , und Kaltenhof und Reicheishof in Franken , aus der Ehe mit 
Eroestinc v. Pflugk, geb. 1759, verm. 1783 und gest. 1806. — Die 
bekannte Stammi*eihe der Familie steigt, wie folgt , herab : Heinrich S., 
Herr auf Langenberg u. s. w., lebte um 1300; — Berechter (I.) S. 
aufBoschitz und Röpsen; — Heinze auf Boschitz: Veronica v. Eicbicht; 
— Berechter (II.) auf Donia, gest. 1560: N. N. v. Maltitz; — Georg 
auf Röpsen, geb. 1492 und gest. 1533: Martha v. Winkler auf Selm- 
ritz bei Gera; — Hans auf Röpsen, geb. 1519 und gest. 1573: Mar- 
garetha v. Rechenbergk a. d. H. Graupzig bei Meissen ; — Hans auf 
Lohma und Heinichen, geb. 1553 und gest. 1632: Sabina v. Ende, 
geb. 1561 und gest. 1622; — Hans Friedrich (I.) auf Jägersdorf, geb. 
1599 und gest. 1675: Catharina v. Wolframsdorf a. d. H. Schiedel, 
geb. 1604 und gest. 1684; — Hans Friedrich (IL) auf Jägersdorf, 
geb. 1646 und gest. 1685: Susanna Sophia v. Schönberg a. d. H. 
Limbach, geb. 1646 und gest. 1683; — Georg Friedrich auf Jägers- 
dorf, geb. 1683 und gest. 1711 : Sabina Anna v. Wittern a. d. H. Die- 
iendorf, geb. 1683 und gest. 1729; — Georg Heinrich auf Jägersdorf 
and Colba, geb. 1707 und gest. 1750: Dorothea Eleonora v. Schaa- 
roth a. d. H. Colba, geb. 1716 und gest. 1793; — Freih. August: 
ümestine v. Pflugk, s. oben. Aus der Ehe des Letzteren. entspross: 
Freifa. Georg Friedrich Carl, geb. 1785 und gest. 1848, k. hannov. 



— 106 — 

Miyor a. D. , verm. mit Tberese Joksch-Scheareck, geb. 1799 und 
verm. 1817, aas welcher Ehe Freiherr Albert Ernst Carl Friedrich, 
geb. 1818, fflrstl. schwai'zb.-radolstädt'scher Kammerherr and Haupt- 
mann, stammt. Der Broder desselben, Freih. Otto, geb. 1820, ist 
fürstl. schwarzb.-rudolstädt'scher Kammerherr und Hauptmann. Von 
den BrOdern des Freih. Georg Friedrich Carl , s. oben , haben Freih. 
Wilhehn, geb. 1787 und gest. 1861, hcrzogl. sachsen-cobarg^gothaisch. 
Kammerherr, Generalmajor und Generala^jotant, verm. 1816 mit 
Laise Grüner, geb. 1799, und Freih. Friedrich Carl,, geb. 1790 und 
gest. 1861, grossherzogl.-sächs. Kammerh. und Major a. D. (welcher 
flinfmal vermählt war), in der ersten Ehe mit Julie Kellerhaas, Terw. 
Freifrau v. Mauchenheim, gen. Bechtoldsheim , geb. 1793 , yerm. 1819 
und gest. 1824, und in zweiter mit Berahardine v. Achen, geb. 1793, 
Term. 1825 und gest. 1830, den Stamm durch zahlreiche Sprossen 
fortgesetzt, über welche die genealogischen Taschenbücher der frei- 
herrlichen Häuser die genauesten Nachweise ergeben. Der dritte Bni- 
der der Freih. Wilhelm und Friedrich Carl: Freih. August, geb. 1797, 
Indigena in Ungarn , k. k. Major in d. A. , ist unvermählt geblieben. 

UaDdschriftl. Notis. — 9. Gteiehenatein, Nr. 77. — Val. König, I. 8. 857— 8S. — Oauk4, 
I. 8. 21)43 uod 44. — Ztdler, 34. S. 1031-34. — Biedermann, Bhöu-Werra, I. Veix«icbn. — 
•. Lang, Sap]>lein. 8. 138. — N. Pr. A.-L. V. S. 399 uud 40f). — Freih. r. Ledebur, II. 8. 363. 

— 9. beding, I. 8. 510. ~ Suiipl. bu Sicbin. W.-B. II. 11. - W.-B. d. Kgr. Bajero, VIU. 85. 

— W.-B. der Sachs. StMteii, IV. 70. 

Schawfas^ Schefas. Altes, hessisches Adelsgeschlecht, welches 
um 1456 zu dem fuldaischen Lehnhofe gehörte. 

Schannat S. 152. — «. Jleding, 1. S. 512. 

Schebe, y. d. Behebe (in Blau ein goldener Stern). Altes, früher 
in Ost- und Westpreussen begütertes Adelsgeschlecht, welches auch 
Schewe, Schöbe, Schoben und Schiefe geschrieben warde. Dasselbe sass 
bereits 1618 zu Rolau unweit Seh wetz, erwarb dann Güter um Osterode 
aiid hatte noch 1721 Schoben, oder Schewe, auch Sorrehnen bei Oste- 
rode, inne. 

/rfiA. 9, Led9bur, II. 8. 364. 

Scbeben y. Cronfeld. Reichsadels- , Ritter- und Freihermstand. 
Adelsdiplom vom 7. März 1718 für Johann Peter Schoben, kurtrier* 
sehen Kammerdirector ; Rittcrstandsdiplom vom 18. Febr. 1739 für 
Denselben als kurmaiuz. und kaiserl. Hofkammerrath und kurmainz. 
Kammerdirector, mit: v. Cronfeld, und Freiherrndiplom vom 26. Fe- 
bruar 1768 für Franz Bertram Scheben v. Cronfeld, kurmainz. Geh.- 
Bath , und für den Bruder desselben , Franz Xaver S. v. C. , Pröpsten 
und Dechanten verschiedener Ritterstifter und Collegiatkirchen-Capita- 
lar — Söhne des Johann Peter Ritters v. Scheben. Ein Enkel des 
Freiherrn Franz Bertram: Joseph Clemens Stanislaus Freih. v. Sche- 
ben auf Cronfeld, geb. 1752, vormal. fürstl. Primatischer Hofrath, 
wurde, nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in die Frei- 
herrnclasse derselben eingetragen. — Heinrich Freih. v. Scheben kommt 
noch 1848 als k. bayer. Forstmeister zu Waldsassen vor. 

9. Lang, Nachtrag, 8. 64. — Megerle 9. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 201 nn<l 202. ^ K. bay«r. 
Hof- uod Staata-Uaudb. vod 1&48. — Goneal- Taschenbuch ü. flreih. Uäoser, 1863, S. 848 Mid 
43. — Snppl. KO Slebm. W.-B. IX. 6: verwechAvlt mit d. Freih. r. Bnffini. — > W.-B. d. Kp. 




-^ 107 — 

8iif«r1i, IT. 1 und T. Wölok«ni, AbCh. 4. - ». Hefntr, Ujer. Adel, Tab. 58 nu<i d. ß6. — 
Kmuekk§, n. & 877 und 78. • 

I Sebebiscbowski. Ein aus Polen stammendes , noch Schlesien ge- 

kommenes Adelsgeschlecht, welches im Teschenschen blühte. 

Knopf US, U. S. S»r>3. ~ Zedhr, 34. 8. 1057. 

» SchebitB. Altes im 16. Jahrhundert in Schlesien vorgekommenes 

Adelflgeschlechtf aus welchem Nicolaus v. Schebitz um 1536 lebte. 

S'inmpiust I. 8. 809. — Siebtnaeker, I. 65: r. Schvblts, Schiefisch. — «. Meding, III. 
B, 570 und 71. 

Schecks ▼. Pleinfeld. Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, welches 
„l tan vormaligen Reichsritter-Canton, Orts Altmflhl, früher begütert war. 

^-'iif' Bitdtrmannt Ganton Altmühl, Tab. 46. 

* :^.^. Scheckea t. Ratacbes. Altes, früher in Schlesien vorgekomme- 
Adlelsgeschlecht, aus welchem 1506 fünf Gebrüder S. v. R. die 
flflter Bartsch und Culm im Wohlau'schen kauften. 

mnapiut, II. 8. 954. 

Sebeokben. Altes, steiermärkisches, im 14. und 15. Jahrh. vor- 
gekommenes Rittergeschlecht, ganz verschieden von der im vorstehen« 
den Artikel erwähnten Familie. 

PrtwtmMmebtr» AnnaL Styrena. S. 35. — Zedier, 34. 8. WyS und 50. 

Scbedel y. Greiffenstein. Reichsadeisstand. Diplom vom 22. Oct. 
1685 für Johann Zacharias Schcdel, im Gr. Tilly'schen Heere dienend, 
mit: ▼. Greiffenstein. — Von den Nachkommen wurden, nach Anle- 
gung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen die 
drei Gebrüder: Johann Wenzel Schedel v. Greiffenstein, geb. 1756, 
k. bayer. quiesc. Landrichter in Murach; Franz Ferdinand S. v. G., 
geb. 1764, k. k. Hauptmann, und Johann Zacharias S. v. G., geb. 
1768, k. bayer. quiesc. Obermautuer in Waldbaus^ nebst ihrem Vetter, 
Joachim S. v. G. , geb. 1793. — In neuerer Zeit ist die Familie auch 
in die preuss. Rheinprovinz gekommen , und in die Adelsmatrikel der- 
selben wurden, laut Eingabe d. d. Bachtig, Regierungsbezirk Trier, 
27. Septbr, 1829 , £va Elisabeth und Maria Magdalena v. Schedel, 
und zwar unter Nr. 145 der Classe der Edelleute, eingetragen. 

t. LaHff, 8. 520 nud 21. — Freih. v. Ledebur. II. 8. 354. — Siebmacher, IV. 155. — 
W.-B. d. PreiiM. KheinpnivliiK, I. Tab. 111, Xr. 221 und 8. UrL — W.-B. de« Kgr. Bayern, 
VIII. 35. 

Scbedelich (in Silber drei rothe Bremsen). Ein aus dem Essen- 
seben stammendes, früher zur Münsterschen Ritterschaft gehörendes 
Adelsgeschlecht, welches bereits 1280 zu Westerrode im Kirchspiele 
Notlen sass und 1354 den Hof Volmering bei Dülmen, 1508 ein llaus 
in Dülmen, 1519 Grevinks Erbe bei Seppenrade und noch 1600 den 
Osthof zu Dülmen inne hatte. — Das Geschlecht ist gegen Ausgang des 
16. oder im Anfange des 17. Jahrh. erloschen. 

Freih. v. Ledebur, II. S. 354. 

t Scheel, Scheelen, Schiele (in Roth der Kopf und Hals eines 

Bebes, oder auch in Blau t^opf und Hals eines aus einer Krone her- 
forwachsenden, im Maule einen Zweig mit grünen Blättern haltenden 
Bebes), Altes, zu dem in Neu- Vorpommern und Meklenburg früher 



r- i08 — 

begüterten ^del zählendes Geschlecht, welches später auch ia die Neu- 
mark und nach Schlesien kam. Dasselbe sass bereits 1405 auf Rügen 
zu Güstelitz und nahm in Meklenburg an der 1572 erfolgten üeberwei- 
sung der Güter Theil, wobei es das Gut Ztilow erhielt. Die Familie 
brachte später, namentlich in Pommern, mehrere andere Güter an 
fiich, und war noch 1783 zu Fritzow unweit Greifswalde, zu Goslow 
bei Grimme , so* wie in der Neumark zu Breitenstein bei Friedeberg und 
zu Klein-Lindenbusch und Pitzerwitz, und in Schlesien zu Ober- und 
Nieder-Scheibendorf unweit Landeshut gesessen. In Meklenburg stand 
um 1650 Klocken und noch 1746 Zolow der Familie zu. 2u diesem 
Stamme gehörte Otto Heinrich v. Scheel, gest. 1. Mai 1808 als k. 
preuss. Generalmajor. — Die unter dem Könige Christian IV. von Da- - 
uemark zu hohem Ansehen gekommene Familie v. Scheele in Dänemack, 
welche später mit dem Prädicate : zu Schcelenburg (in Ftthnen) den dl^ -1^^ 
nischen Freiherrn- und Grafenstand erlangte, sclieint, wenigstens dem 
Wappen nach, aus einem anderen Stamme entsprossen zu sein. 

jl/icrar/, 8. 373. — v. l'ritzbufr, Nr. 143. — Gauke, I. 6. 2044-4«. — v. ü«*r, B. M. . 
S. 1CG3. - N. Pr. A.-L. IV. S. 160. — Freif». 9. LeUohur, II. S. ».H und 56. — Sitbmacktfr, 
V. W): Dio Schule, Pontmortofh. — Tmbiol Tabtilii Ktigiae. — ». Mfäing^ II. 8. ßOtf: Sctaele, 
Schrei. - MeklfiiburK. W.-B. TrI>. 44. Nr. IfWi uiitl S. 4 uiid 83. 

^ Scheel (Schild der Länge nach getheilt : rechts in Schwarz eine 

silberne Sense und links in Gold ein auf einem Baumstämme sitzender 
Uhu). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 24. Novbr. 1825 
für Friedrich Wilhelm Ludwig Scheel, k. preuss. Geh. Kriegsrath. 
Der jüngere Sohn desselben, Friedrich Wilhelm Adolph v. S., starb 
1853 als k. preuss. Oberrcgierungsrath in Fösen, während der ältere 
Sohn, Emil Alexander v. S., noch nach dieser Zeit Herr auf Jaros im 
Posenschen war. 

Freih. 9. Ltdtburt II. 8. 36ft. — W.-B. der Preuss. Munnrcbio, IV. 46. 

\ Scheel (im Schilde ein Schrägbalken). Altes, pommemsches 

Adelsgeschlecht, nicht zu verwechseln mit der ebenfalls pommemschen 
und niekienburgischen Familie dieses Namens, s. S. 107, welches um 
1481 im Franzburgischen zu Wendisch - Langendorf und Zarrendorf 
sass. Dasselbe ist schon vor 1600 erloschen. 

Freih. V. Ledeburf 111. !**. 337. 

Scheel. Altes, stettinisches Patriciergeschlecht ; welches auch 
Schele, Schile, Luchte, Luchto und Luscus geschrieben wurde und bis 
1334 das Schulzengericht zu Stettin besass. — Fridericus Luchto ad- 
vocatus ducis, milcs, kommt 1319 vor. 

Frflh. 9. Ledebur, III. S. 337. 

Scheel (Schild der Länge nach gelheilt: rechts in Gold ein halber, 
an die Schildestheilung gelehnter, schwarzer Adler und links in Blau 
eine halbe, ebenfalls an die Theilungslinie gelehnte, goldene Lilie). — 
Zu diesem Geschlcchte gehörte 1856 der Lieutenant v. Scheel im k. 
preuss. Garde-Reserveregimente. 

FreiA, v. Ltdebitr^ III. S. 337. 

Scheel, auch Freiherren und Grafen (Stammwappen: Schild 
quer- und in der obern Hälfte der Länge nach getheilt, oben, rechts 
Silber und links roth und unten blau , sämmtliche Theile ohne Bild. 



— 109 — 

Das grüflicbe Wftppcn hat einen Mittelsdiild, in welt'liom zwei fillnse 
eineii Riug lialten. Das 'NVappen ist spater an die Grafen v. Schcel- 
Plessen gekommen , deren Mittelscl)ild in Gold auf grünem l^oden den 
schwarzen Plessensclien Stier zeigt). — Ein seit der zweiten Hillfte des 
16. Jahrh. in Dänemark zu grossem Ansehen gekommenes Adelsge- 
sehlecht, welches spöter den dänischen Freiherrn- und Grafenstand er- 
hielt. Die gräfliche Linie erlangte das Prildicat Sclieelenburg von der 
gleichnamigen Besitzung im Stifte Fünen. — Zu Anfange dieses Jahrh. 
lebte Friedrich Christian Scheel , zu Birchelse und Mullerup , k. dän. 
Gefa.-Rath u. s. w. und Sophie Baronin v. Scheel — Tochter des vor- 
naligen dftn. Stnatsministers Baron Scheel — , geb. 1778, vermählte 
sich 1801 mit Emil Prinzen v. Ilolstein-Sonderburg und starb 1830. 

Handsrhriftl. Notly.. - Frrih. r. I.'ttrhur, III. s. :i:i7. - Snppl. /.u SiVlun. W.-B. VI. 14: 
9r. Scbeel v. Hchei^Iriilnirg. 

Scheel , Scheel v. Lochau. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom 
von 1775 für Paul Sigisraund Scheel, Grenadierhauptmann im k. k. 
Infanterieregimente Anton Gr. CoUoredo. 

Mtgtrie 9. Uühlfrlil, £rg.-1i(I. S. A'.Vk 

Scheele j Scheel, Scheele v. Seheelenhof, Sehele v. Schelenhof, 
Eltter. Böhmischer alter Ritterstand. Diplom vom 6. Novbr. 1690 
für Caspar Carl v. Scheel und Scheelenhof. Derselbe kommt um 1703 
als kaiserlicher Oberamtsrath in Schlesien vor , und bald darauf war 
Franz Leopold S. v. S. königl. Ober -Amtsassessor im Fürstcnthume 
Glogau. 

Sinapiua, II. S. ü54 und Vi. - Uauhf, 1. S. 2m0. — w. Hellbach, II. S. :jHr>. - X. Pr. 
A.-L. IV. 8. 16(1. 

Scheele , Sehele (in Blau ein , wie ein lateinisches C sich krüm- 
mender , silberfarbener Kloestengel mit gegen den linken Unterwinkel 
des Schildes sich kehrenden Wurzeln , welcher sechs silberne Klee- 
blätter trägt, von welchen drei, fast nebeneinander, an der in sich ge- 
wundenen Spitze stehen , während die drei anderen gegen die beiden 
Ober- und den rechten ünterwinkel gerichtet sind). — Altes, von Bdtt- 
ner aufgeführtes, adeliges Patriciergeschlecht der Stadt Lüneburg, ans 
welchem derselbe zuletzt um 1()13 den Canonicus zu Bardowick, Jo- 
hann Schelcn nennt. Ein ähnliches Wappenbild führten die alten Pa- 
tricier t. Stöterogge: Beide waren .hiernach wohl eines Stammes. 

f. JUedin^t II. S. .'»lo uuil II. 

Seheelen, Schael, s. den Artikel Seh a eil, S. 76 (in Silber ein 
rother Querbalken , begleitet oben von drei nebeneinander stehenden 
rotben Kugeln und unten von drei , 2 und 1 , eben solchen Kugeln). 
Der oben im Artikel : Schaell genannte Hauptmann Georg Ernst Ritter 
V. Scheel, dessen Erhebung in den böhmischen Bitterstand 6. Juli 
1713 in Breslau amtlich bekannt gemacht worden war, starb als Capi- 
tain in der Garde des Königs Friedrich Wilhelm I. und hinterliess drei 
Sohne, welche gewöhnlich sich Scheelen schrieben. Diese Söhne waren: 
Ernst Gottlob, geb. 1726 und gest. 9. Aug. 1786 als Herr auf Nieder- 
Kauffnngen und k. preuss. Generalmajor; Johann I^udwig v. S. , geb. 
1731 und gest. 1781, k. preuss. Hauptmann, und Friedrich Wilhelm 
T. B.) gest. 1778, Magistratsdirector zu Ohlau. Ein Oberstlieutenant 



— 110 — 

Y. S. auf Nieder^Kauffungen starb zu Ende des 18. Jahrh. and seine 
Wittwe, eine Freiin v. Kottwitz, 1810. — N. Pr. A.-L. IV. S. 160: 
scheidet die gleichnamigen Familien nicht genau. 

Fr€ih. «. Ltdebur, IL 8. 369: v. Scheelen. 

Scheer y. Lionastre. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1813 für Friedrich Scheer, Major im k. k. Bombardiercorps, mit: 
Y. Lionastre. 

MegtrU v. ifüf,l/«ld, Erg.-Bd. S. 435. 

Scheifer. Reichs- und erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1737 für Christoph Scheffer, herzogl. württemb. Geh.-Rath, Dr. und 
Prof. der Rechte zu Tobingen, später herzogl. württemb. Geh.-Rath 
und Ober-Hofkanzier. 

Zädler, 34. S. 1081. — Mfeg^rl« 9. Mühlf^ld, Erg.-Bd. 8. 435. 

Scheifer, Edle (Schild geviert: 1 und 4 in Blau eine schrägrechls 
gelegte, oben silberne Schaufel , und 2 und 3 in Silber ein schräglinker 
rother Balken; belegt mit einem achtstrahligen, goldenen Sterne). Pfalz- 
gräflich V. Etzdorfsches Edlendiplom vom 24. Juni 1791 für Johann 
Christopli Scheffer , Kanzler in Kaisersheim , ausgeschrieben im Kgr. 
Bayern 15. Juni 1805. — Der Empfänger des Edlendiploms, geb. 
1750, wurde als k. bayer. Kreisrath in Regensburg in die Adelsmatri- 
kel des Kgr. Bayern eingetragen. 

V. Lmmg, 8. 520. — W.>B. des K^. Bayern, VIII. 36. 

Scheifer, ScbeiTer v. Carlwaldt (Schild geviert: 1 und 4 in 
Schwarz ein goldener , einwärts gekehrter Löwe und 2 und 3 in Silber 
ein schräglinker, mit drei Sternen belegter, blauer Balken). Ein 
in Ostpreussen begütert gewordenes Adelsgeschlecht, welches die 
Güter Ncuastrawischken , Dommelkeim, Fuchsberg, Klein-Gablick und 
Poduren an sich brachte. — Ein Major v. Scheffer stand 1855 im k. 
preuss. 4. Infanterieregimente. 

Firtih. 9. Ledthur^ IT. 8. 355. 

Scheibler. Reichsadelsstand (Schild quer getheilt: oben in Blau 
ein links gekehrter, goldener Widder und unten in Schwarz drei, 2 und 1, 
rechts gekehrte, silberne Maulwüi-fe). Diplom vom 24. Debr. 1781 
für Carl Friedrich Scheibler, Pastor zu Hansfelde. Derselbe — einer 
der drei Söhne des Stadtphysicus und Prof. der Naturkunde am Grö* 
ningischen Gymnasium zu Stargard — ist Yerfasser der 1786 her- 
ansgegebenen Merkwürdigkeiten zur preuss. brandenburgischen Ge- 
schichte , welche er seinem im Jülichschen angesessenen Vetter Bern- 
hard Georg V. Scheibler zu Montjoye, widmete. — Der Stamm blühte 
fort. Bei Anlegung der Adelsmatrikel der Preussischen Rheinprovinz 
wurde, laut Eingabe d. d. Eupen, 1. Juli 1829 , Bernhard v. Scheibler 
in die Classe der Edelleute, unter Nr. 44, eingetragen. 

Fr«ih. w. Ltd^hurs II. 8. 355. — Snppl. so Siebm. W.-B. IX. 15. — W.-B. der PreoM. 
Bh«lnproTins, I. Tab. 111. Nr. 233 aod S. 102 und 103. 

Soheibler (in Roth ein schwarzer Adler mit drei silbernen Schei- 
ben an den oberen Flügelspitzen). Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Diplom vom 6. Juli 1798 für Johann Daniel Scheibler — zweiten Sohn 
des im vorstehenden Artikels genannten Stadtphysicus Scheibler in 



— 111 — 

Stargard. Der Empfänger des Diploms starb 1812 als k. prenss. Tri- 
bonalspräsident. 

Firtik, 9. Ltdtbur, II. 8. 355. — W.-B. der Preusa. Monurchle , IV. 46. 

Scheibler (in Roth ein silberner Adler mit drei silbernen Scheiben 
an den oberen Flügelspitzen). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom 
vom 18. Jan. 179'4 für Johann Friedrich Scheibler — dritten Sohn des 
obengenannten Stadtphysicus Scheibler zu Stargard. — Samuel Frie- 
drieb Wilhelm v. S., k. preuss. Geh. Justizrath und Hofgerichtsdirector 
EU Bromberg besass 1798 und noch 1803 die Güter Blankenhagen und 
Piepstock unweit Regenwalde und war im letztgenannten Jahre auch 
Herr auf Alt-Storckow bei Saatzig und Winningen bei Regenwalde. 
' Carl August Ferdinand v. S. starb 1848 als Oberlandesgerichtspräsident 
zu Münster. 

Firgik. f. ludehur, II. S. 355 nnd III. 8. 337. — W.-B. der Preius. Monarch. IV. 46. 

Scheibler, Freiherren. Erbländ.-Österr. Freihermstand. Diplom 
▼an 1814 für Carl Scheibler, Obersten im k. k. Chevauxlegersregimente 
Prinz V. Hohenzollern-Hechingen. 

Mt9^lt 9. Mühl/eld, Erg.-Bd. 8. 90. 

Soheibner (Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein goldenes Ordens- 
krenz; 2 in Gold ein aufrecht gestelltes, grünes, mit der Spitze nach 
unten gekehrtes Füllhorn , in welchem oben rothe und weisse Blumen 
stecken und 3 in Roth drei schrägrechte , silberne Balken). Reichs- 
adelsstand. Diplom im kursächs. Reichsvicariate vom 11. Sept. 1790 
fthr die Gebrüder: Christian Friedrich Scheibner, Besitzer der Ritter- 
güter Ober- und Niederbernberg in Schlesien und Christian Friedrich 
Gottlob S., kursächs. Premicrlieutenant. Die Familie hat in Sachsen 
in mehreren Gliedern fortgeblüht und ist von der, ebenfalls im kur- 
sftchs. Reichsricariate 1790 in den Reichsadelsstand versetzten Familie 
y. Sch^bner, wohl zu unterscheiden. 

Handüchrini. Notla. — frttih. v. Ledebur, II. 8. 3Ä5 und III. 8. 3.37. — Tprof, L 206. 
— W.-B d. ProuM. Monarchie , IV. 45. — Kntschke, II. 8. 378. — W.-B. der Sächn. Staa- 
ten, V. 76. 

Scheid, genannt Wcschpfennig, Scheidt, gen. Weschpfennig 

(im Schilde ein goldener Querbalken , über demselben in Silber drei 
blaue Spiegel , auch wohl Muscheln und unten Schwarz , ohne Bild). 
Altes, im 16. und 17. Jahrhundert am Niederrhein begütertes Adels- 
geschlecht aus dem Stammsitze Scheid bei Blankenberg. Dasselbe 
sass bereits 1515 zu Broel unweit Blankenberg, brachte dann mehrere 
andere Güter an sich und hatte noch 1677 Heltorp bei Dussel* 
dorf inne. 

F€Utn§, I. 8. 380. — Freih. 9. Ledebur, II. 8. 3ö5 und Ö6. — Suppl. xu Siebm. W.-B. 
DL 26. 

I Scheid, Scheidt, Freiherren. Reichs- und erbländ.-österr. Frei- 

herrnstand. Diplom vom 2. Mai 1611 für D. Johann Georg Scheid, 
markgräfl. burgauischen Rath und Regenten der Oberlande. Derselbe 
stammte aus Hagenau im Elsass und war später kaiserlicher Regiments- 
rath und Kanzler zu Graetz in Steiermark. — Die Familie erwarb in 
Steiermark mehrere Herrschaften. 

ZtOlfT, 84. 8. 1127 und 28. - Fauti 9. A»chaftnburg ^ Adel. Frankfurter Familien. — 
JL 9, XSni09haök, Adellgea Bmis. - SckmMtM, mT S. 47S. 



— 112 — 

Soheiderbaner, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstiind. Diplom von 
1Ö08 für Leopold Scheiderbauer, Doctor der Medicin und Physicas 
jm wiener Waisen- und Findelhause, mit Edler v. 

M^gerlt r. ilühlftHtl , 8. 3Ä7. 

Scbeidifigen (in Gold ein blauer, runder Spiegel mit rotliem Rah- 
men). Altes, thüringisches, nach Olearius, Syntagma rerum Thuring., 
schon im 13. 14. und 15. Jahrb. urkundlich vorkommendes Adels- 
gescblccht. — Dasselbe hatte 1488 Salzgüter zu Halle und sass 1506 
zum Dammendorf a. d. Saale, 1550 zu Burgscheidung bei Querfurt, 
1660 zu Schenkenberg bei Delitzsch und noch 1702 zu Storckwitz und 
Klein -Wölkau. — Ein nach Schweden gekommener Zweig erhielt den 
schwedischen Freiherrnstand. Der Mittelschild des freiherrl. Wappens 
zeigt das erwähnte Stammwappen. — Die Güter Storckwitz und Klein- 
Wölckau besassen Freiherren v. S. 

Hörn. Geschiebte Frie.lrich d. Streitluireii. — IMiller Anual. Saxon. 8. 41, 46 und 105, 
Xnauth, 8. ßW. - Oauhr, II. 8. 1009 nnd IftlO. — Frrih. r. Lfdehyr, U. 8. 366. — Sitb- 
maefier, l. 158: v. Siheiding, Tliüriiigisch uu»l V. 14(L — 8chwe(l. W.-B. : Frh. ▼. 8. 

Scheidingen (im Schilde ein geschachter, schrägrechter Balken).* 
Altes, westphülisches , wohl im 16. Jahrh. erloschenes Adelsgeschlecbt 
AUS dem Stammsitze Scheidingen bei Werl. Johann y. Scheidingen war 
noch 1538 Drost zu Werl. 

Freik. r. Ltdebur, JI. 8. 366. - Siabiiiachet, V. 3Ü4. 

Scheidl v. Beneschaii. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1807 für Joseph Scheidl, Major im k. k. Infanterieregimente Frelh. 
V. Dnka, mit: v Beneschau. — In neuester Zeit war Adolph Scheidl 
T. Beneschau k. k. Oberlieutenant. 

Megerle ». Mifil/eld , Erg.-Bd. 8. 435. — Militair-Schemat. de« Oosterr. Kaiserthum«. 

Scheidlein, Edle. Erblflnd.-östeiT. Adelsstand. Diplom von 1820 
ftlr D. Georg Scheidlcin, Professor des Österr. Privatrechts an der Uni- 
versität Wien, mit : Edler v. 

Meyerle r. Mühljeld. S. U57. 

Scheidler, Ritter. Alter , böhmischer Ritterstand. Diplom vom 
7. Juli 1684 für Franz Scheidler. 

V. JleUbach, II. S. 384 uud 85. 

Scbeidlin (Wappen der Augsburgischen Linie: Schild durch einen 
silbernen , mit einer rothen , goldbeschlagenen Degenscheide belegten 
Querbalken gctheilt: oben in Schwarz zwei neben einander stehende, 
vorwärts gekehrte Stierköpfe und unten in Gold ein solcher, schwarzer 
Kopf. Wappen der Linie zu Sichartshofen : Schild geviert und im 
Schildesfusse ein grüner Dreiberg. 1 und 4 von Schwarz und Gold 
qaergetheilt: oben zwei und unten ein Stierkopf und 2 und 3 in Roth 
ein silberner, mit einer rothen, golden beschlagenen Degenscbeide be- 
legter Querbalken). — Reichsadelsstand. Diplom vom 27. Mai 1705 
für Johann Andreas Scbeidlin , Syndicus und Consulentcn von Ravens- 
burg und Augsburg und Ycrbesserungsdiplom des Wappens vom 
28. April 1729 für die Söhne desselben. Der Stamm blühte fort und 
von den Urenkeln des EmpiUngers des Adelsdiploms, dessen Geschlecht 
schon lange vorher zu den Angesehenem in Augdiorg gehört hatte« 



- 118 — 

worden, nach Anlegong der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in dieselbe 
eingetragen : Marx Christoph v. S., geb.l 754, Patricier und pens. Proviant- 
▼erwälter zu Augsburg und Johann Caspar v. S., geb. 1758, Gutsbesitzer 
XQ Sichartshofen und Banquier in Wien, mit seinem Bruder, Friedrich 
Ludwig V. S., inNtlmberg, geb. 1768 und den Söhnen des verstorbenen 
Bruders: Georg, geb. 1792 und Johann, geb. 1800, ebenfalls in 
Nflmberg. 

•. Lang^ 8. 590 und S1. — Tgrof. 11.170: rermehrte« Wappen. — W.-B. d. Kgr. Bajero, 

Tin. M. Aag«b. Liuif und 87: t. S. auf Skhartshof. 

Sckeidt (Schild der Länge nach getheilt : rechts in Roth ein gol- 
dener Löwe, welcher ein Scheit Holz in den Yorderpranken hält und 
links in Silber ein qnergelegter Stamm , aus welchem an Stielen drei 
rothe Rosen hervorwachsen). Im Kgr. Preussen anerkannter und er- 
neuerter Adelsstand. Erneuerungsdiplom vom 6. Sept.* 1 790 für die 
Sohne des Friedrich Gottlieb v. Scheidt: Gottlieb Heinrich v. S., Ca- 
pitain im k. preuss. Infanterieregimente v. Borck und Friedrich Conrad 
V. 8., Rittmeister im k. preuss. Husareuregimente v. Eben (gest. 1800 
als Major und Commandant des Regiments v. IdQffling) und fflr den 
Sohn des Johann Heinrich Philipp v. S.: Johann August Heinrich v. S., 
k. preuss. Hauptmann im Regimeute v. Borck (gest. 1793 als Major). 
— Johann Philipp v. S. stand als Capitain im k. preuss. Infanterie- 
regimente V. Dossow. Von seinen Söhnen war PViedrich Gottlob v. S.^ 
8. oben, Oberforstmeister in CUstrin und Johann Heinrich Philipp v. S.« 
8. ebenfi^ls oben , Oberst und Commandeur im k. preuss. Infanterie- 
regimente T. Schwarz. 

Frtik, 9. L4debur, II. S. 356. — W.-B. der Preass. Monarchie, IV. 46. 

Scheiffartt Scheiffart v. Merode. Ein Zweig des grossen Mero^ 
deseben Stammes, s. den Artikel: Merode, Freiherren und Grafen, 
Bd. VI. S. 246—50. 

Scheifling. Steiermarkisches Adelsgeschlecht, welches früher den 
gleichnamigen Ort in Steiermark besass. 

aekmut», IIL 8. 472. 

Seheither. Reichsadelsstand. Diplom im Anfange des 18. Jahrh. 
für Rabe Ludwig Schefither , ^^herzogl. braunschw. - wolfenbüttelschen 
Major. Derselbe war später hannov. Drost und mit Luise Emilie v. Lau- 
tensack , einer Schwestertochter von Madame Rndolphine , vermählt. 
Der Stamm hat fortgeblfkht und gehört durch die Güter Bexhövede und 
Rftckel im Bremenschen zu dem ritterschaltlichen Adel der Bremenschen 
Landschaft. 

VAterüiid. Archiv, 1S20, Hfl. 4. 8. 96. — Frfih. «. d. Knentfbeth , 8. 246 und 4T. — 
HaBDorer. W.-B. E. 11 und 8. 12. — Kneaehke, I. S. 379. — v. Hefner, bannoTor. A4alv 
Tab. 28. 

Scheicher (Schild der Länge nach getheilt : rechts in Silber zwei 
quer über die Mitte gelegte rothe Balken , begleitet oben und unten 
von je einem grünen Kranze , und links in Gold ein rechts gekehrter, 
schwarzer Löwemit roth ausgeschlagener Zunge und doppeltem Schweife), 
Reichsadelsstand. Diplom im kursächs. Reicbsvicariate vom 22. Juni 
1792 für Carl Friedrich Scheicher, fQrstl. anhalt-cöthenschen Hofstall- 
meister und Commerzienrath. Derselbe *war ein Sohn des kursächs. 

MM9Ckk4, neutach. Adela-Lex. VIU. 8 



Ober-Steuerregistxators Christian Friedrich Scbelcher. — Das Ge- 
schlecht wurde im Mannsstamme fortgesetzt and erwarb in der Ober- 
laasitz das Gut Beiersdorf bei Löbau. 

HandAchriftl. Notiz. — Dresdner Calend. cum Gebr. f^r d. Residenx, ISiQ, 8. IM. 
— Tyrof, I. 188. - Knesehke, II. 8. 378.* 

Schele, Freiherren (Sehild geviert: 1 und 4 in Roth ein goldener 
Turnierkra)!en , mit einem goldenen Kreuze vereinigt: Stammwappen, 
und 2 und 3 in Gold drei , 2 und 1 , schwarze Wolfangeln : Wappen 
der vor Jahrhunderten erloschenen Familie y. Schiedehaus, mit welcher 
das Geschlecht sich durch Heirath befreundet hatte. Siebmacher^s De- 
claration nennt den mit einem Kreuze vereinigten Tumierkragen ein 
goldenes Gatter und setzt dasselbe in das 1. und 4. Feld, v. Meding 
aber nennt das Wappenbild ein goldenes Fallgitter von drei Stangen). 
In Hannover und Preussen anerkannter Freiherrnstand. Hannover. 
Anerkennung vom 25. Septbr. 1838: Cabinets- Ordre für Georg Freih. 
V. Schele , k. hannov. Staats- und Cabinetsminister , und die eheliche 
Nachkommenschaft desselben, ausdrücklich auf Grund der urkundlich 
nachgewiesenen, ehemaligen, frei-unmittelbaren Stellung der Familie 
und preussische Anerkennung vom 15. Decbr. 1841 und vom 14. Jan. 
1843: Cabinets-Ordre für die eheliche^ Nachkommenschaft des verstor- 
benen k. preüss. Regierungsraths zu Minden , Ludwig Freih. v. Schele, 
jüngeren Bruder des Staats- und Cabinetsministers Georg Freiherm 
V. Schele. — Altes , westphftlisches Adelsgeschlecht, früher auch Scheele, 
Scheel, Schelen und Luscus geschrieben. Dasselbe leitet seinen Ur- 
sprung von den alten Grafen des Gaues und der Stadt Paderborn ab, 
bei denen sich spüter die Schirmvoigtei und das Erb-Truchsessenamt 
des Hochstifts Paderborn befand. Urkundlich tritt zuerst 1021 Amnl- 
gar, Advocatus Episcopi Meinwesel, auf.* Ein Zweig dieser Grafen in 
Paderborn erscheint um die Mitte des 12. Jahrh. mit dem Namen: 
Schele, und zwar in den Urkunden jener Zeit, dem häufigen, dama- 
ligen Gebrauche gemäss, mit dem latinisirten Namen : Lnscns. Willem 
de Schele, Graf, kommt von 1156 bis 1188, Conradns Lnscns, 
Dapifer Paderb.« 1247, Heinricus Luscus, Ganonicus Paderb., 1257 bis 
1260 u. s. w. vor. Die Familie verlor im erwähnten Jahrhunderte die 
angeführten hohen Erb&mter und die Schelen (Lnsd) traten dann, 
reich l>ogütert, im Mindenschen, Calenbergischen und in der Umgegend, 
durch Heirat hen oder andere urkundliche Handlungen diesör Zeit nit 
den Dynasten jener Landestheile verwandt« auf, je nachdem diese Ur» 
künden in latoinisohor Sprache das Geschlecht: Lusci, oder in dent* 
acher Sprache: Schele, nannten. — Empel de S. hatte im Galenbop- 
schen bedeutende Besitzungen, auch führte ein Ast dieser Linie dcik 
Beinamen Holtgreve, aus welchem Lippold 1301 urkundlich erscheint. 
Babod U. , Herr des frei-unmittelbaren Schlosses Raden, mit allen dazn 
gohi^rondon Hechten, welches zwischen dem Mindenschen und IKep- 
holiischen lag, besass auch noch das sehr bedeutende Amt Tolmering- 
kauson, l^don ging 1353 nach mehijähriger, zuletzt nngtOcklichtt* 
Fehde gegen den Ilisohof Gerhard von Minden verloren. .Mit Rabodll., 
Uwrn auf Itaden , beginnt die -ununterbrochene Stammreihe« Die Haos- 



- 115 - . 

fnui desflelben war Kanigonde aas dem Geschlechte ier Edelherren 
ir. dem Slon. Sein Sohn, Rabod III., verliess das Mindenscbe und 
wendete sich in das Hochstift Osnabrück. Hier verheirathete sich der- 
idbe 1396 mit Elisabeth, der Letzten des alten Häaptlings-Stammes 
der Burgherren v. Schiedehausen , mit deren Besitzungen auch das 
Wappen, s. oben, an die Familie Schele überging. Das alte Schloss 
SB Sehledehansen nahm bald darauf den Namen: Schelenburg an. 
Babod's ni. Urenkel: Schweder IL, verm&hlte sich mit Anna , eben- 
falls der Letzten des Edelgeschlechts v. Welveld, und erwarb dadurch 
&im Herrlichkeit Welveld in der Provinz Ober-Yssel mit allem Zubehör, 
noranter sich auch ein Lehenhof mit ritterbürtigen Vasallen befand. 
Um die Mitte des 16. Jahrb. wurden Jaspar und Christoph S., ver- 
mihU mit zwei Schwestern aus dem alten ostfriesischen Häuptlings- 
geacUechte Hipperda, Stifter zweier Hauptlinien, der scbelenburger 
und welvelder Linie. Die welvelder liinie schied sich später in mehrere 
Be«e Aesfce, als Welveld, Welberg, Sudena-Kuhof , Scbwege und Hu- 
denbeek. Welberg kam durch Erlöschen an Welveld und Freih. Goswin 
Heinrich, Herr zu Welveld, verkaufte Welberg 1688. Bis auf den Ast Su- 
dena-Kohof starben 4|e^enannten Aestesämmtlichaus, auch erlosch 1774 
die ältere scbelenburger Linie mit Daniel Victor, kurhannöv. General- 
lieotenant. Die Besitzungen dieser Linie gelangten an Daniel Victor*s 
Neffen, Ludwig Clamor, welcher Kuhof verkaufte und das Schloss 
Schelenburg bezog. — Im Laufe der Jahrhunderte waren Glieder der 
Familie Domherren in den Hochstiften Paderborn , Minden , Verden, 
Mflnster und Osnabrück. — Schweder I. zog als Deutsch-Ordensritter 
Bach Preussen. In den Fräuleinklöstern und Stiften der genannten 
Laodestheile finden sich Töchter der Familie als Aebtissiunen, Pröpstin- 
■en and als Stiftfräuleins. Die osnabrücksche Ritterschaft erhielt sieben 
Landrftthe aus diesem Geschlechte. — Schloss Schelenburg ist. der 
jettige Stammsitz des Geschlechts. Eine jüngere abgetheilte Linie 
besitzt die Güter Schenkeudorf mit Marienbof im Kr. Teltow. — Die 
letsten Glieder der absteigenden Stammreihe sind: Ludwig Clamor 
Freih. ▼. Schele, geb. 1741 und gest. 1825, Herr zu Schelenburg und 
Knhof, k. hannov. Kammerherr: Clara Freiiu v. Münster, verm. 1768, 
gest. 1799; — Freih. Georg Victor Friedrich Dietrich, geb. 1771 
imd gest. 1844, Herr zu Schelenburg und Alt-Schledehausen , k. han- 
noverischer Staats- und Cabinetsminister u. s. w. : Charlotte v. Ledebur, 
geb. 1777, verm. 1795 und gest. 1831; — Ludwig Freih. v. Schele 
auf Schloss Schelenburg, geb. 1796, Haupt der Familie, Herr zu Sche- 
lenburg, Alt- und Neu-Schledehausen , Landrath der Ritterschaft des 
Fflrstenthums Osnabrück, k. hannov. Major a. D. : efste Gemahlin: 
Adelheid v. dem Busche-lppenburg , geb. 1808, verm. 1832 und gest. 
1834; zweite Gemahlin; Philippine v. dem ßusche-Hünefeld Streit- 
borst, geb. 1810, verm. 1835 und gest. 1842; dritte Gemahlin: Ma- 
thilde V. Landesberg, a. d. H. Wormsthal, geb. 1822 und verm. 1845. 
Ans der ersten Ehe stammt, neben einer Tochter: Freiin Clara, geb. 
1833, verm. 1861 mit Heinrich Freih. Langwerth v. Simmern, Herrn 
n EltviUe im Bheingaue , ein Sohn , Freih. Rabod , k. k. Oberlieute- 

8* 



. - 11« - 

4 

HAnt, ans der zweiten Kbe, neben zwei Töchtern, Freiin Alska, geb. 
1838, und Freiin Mecbtilde , geb. 1842, ein Sobn, Freib. Ralduin, 
geb. 1836, hannov. Oberlieuteuant , und ans der dritten, ebenfiüls 
neben zwei Töchtern: Freiin Anna, geb. 1846, und Freiin Elisabeth, 
geb. 1853, ein Sohn, Freih. Arnold, geb. 1849. — Der Bmder des 
Freih. Ludwig: Freih. Eduard, geb. 1805, war k. hannov. Staatsminister 
nnd Mitglied des Staatsraths a. D. n. s. w. — Die Nachkoromenschait 
der Brüder des Freih. Georg Victor Friedrich Dietrich , des 1824 ver- 
storbenen k. preuss. Regiemngsraths Freih. Ludwig, ans der Ehe mit 
Charlotte Grf. v. Bothmer, gest. 1849, nnd des 1815 verstorbenen 
k. pirenss. Geh. Regiemngsraths Freih. Friedrich, aus der Ehe mit Frie- 
derike Reil, venu. 1813, ist genau in den genealog. Taschenbfichern 
der ft*eiherrl. Häuser zu finden. Aus der Ehe des Freih. Friedrich ent- 
spross Freih. Werner, geb. 1814,' Besitzer des Rittergutes Schenken- 
dorf nebst Marienhof, k. preuss HoQügenneister und OberforstmeiatOT 
bei der Uofkammer der k. FamiliengOter , venn. in erster Ehe 1846 
mit Maria Eichhorn, geb. 1822, verm. 1846 und gest. 1861. Derselbe 
hat seine Linie durch zwei Söhne und eine Tochter fortgesetzt. 

ffam^lmann^ Oper, geneal. 8. 141ff. — Oauhe, I. S. 2rH4~|6« — X^iH^r. 84. 8. IfMi und 
6ft. — 0«n«brQclUM:be Uoterhnltangfn, 1. J»hrf^. 1770. %. Stck. ~ N. g«neaL BaDdli* 1777. 
8. 326 uud 27 und 1778. S. 373. — Vog^H Gpfichichfo d. Hauses Bebr. Urknod. 8. 207. — 
8pang€nbtrg, V«terlind. Archiv , 1828. Bd. 1. 8. 2». » Freih. v. ä. Kni^beck , 8. M7. — 
Fr^ik. », Udehur, II. 8. 356. — Sifömackfr, I. 187: l>io Schalen. WestpbiUsch. -r ». if«- 
ding, n. S. 509 und 10 — HminoT. W.-B- B. II and «. 13. — r. ffe/ner, hMinor. Add, 
Tab. 28: Freib. t. S. und r. 8. 

Scheler, Grafen (Schild zweimal quer getheilt, dreifeldrig. 1 in 
Gold ein quer nach links liegendes, schwarzes Hirschhorn mit sechs 
nach oben gekehrten Enden : Vermehrung des Wappens bei Erhebwig 
in den württembergischen Grafenstand; 2 in Blau eine gestielte, quer 
liegende, mit der Spitze nach links gekehrte, goldene Rose: Stamm* 
wappen , und 3 in Roth ein querliegendes , mit der Spitse nach links 
gekehrtes , silbernes Schwert , mit goldenem Griffe : Vermehrung des 
Wappens bei Verleihung der französischen Reichsgrafenwtlrde). Qnr 
fenstand des Kgr. Warttemberg und des französischen Kaiserreichs. 
Wflrttembergisches Grafeudiplom Tom 23. Octbr. 1812 fftr Johann 
Georg V. Scheler, k. wflrttemb. Generallieutcnant , Divisionair der In* 
fieintcrie und Gouverneur der k. Residenzstadt Stuttgart, wegen ausge- 
zeichneter Waffenthaten , und Grafendiplom des französischen Kaiser* 
reichs fQr Denselben, ebenfalls von 1812. — Altes, ursprttn^ieh in 
Tirol und Oberschwaben ansässig gewesenes Adelsgeschleclit. Arnold 
T. Scheler war um 1383 Landcommenthur des deutschen Ordens in 
Aschhausen und Matthias v. S., kaiserl. Hauptmann, erhielt durch Di* 
ploro vom 26.' Juni 1727 die Erneuerung seines alten Adds und den 
Reichsadel. — Der genannte Matthias v. S. hinterliess zwei Söhne: 
Matthias IL nnd Jacob. Letzterer, geb. 1726, starb 1784 als hertogl. 
württemb. Generalmigor, nnd ein Sohn desselben, Ernst Friedrich C^arl, 
geb. 1760, starb spfttcr im hohen Alter als k. württemb. Hauptmann 
a. D. Der ältere Sohn des Feldhauptmanns v. S. , Matthias H. , geb. 
1724 und gest. 1789, Oberstlieutenant und Gommandant der Festung 
Bohenneuffen , vermählte sich 1740 mit Margarethe t. Halder, geal» 



— 117 — 

1797* Ans dieser Ehe entsprossten zwei Söhne: Johann Georg und 
Friedrich Wilhelm Carl. Letzterer , geb. 1 774 , ist ohne Naclikonimen 
all k wttrttemb. Gener^llieutenant a. D. gestorben. Ersterer, Graf 
Johann Georg, s. oben, geb. 1770 und gest. 182B, vernifihlte sich 1801 
jDit Henriette Wächter, geb. 1770, und Ton ihm entspross Graf Friedrich, 
gab. 1808, k. wttrttemb. Oberst und Commandant des 4. Reiterregi- 
ments, verm. 1836 mitLudmilla Grf. v. Schärffenberg, geb. 1817, aus 
weldier Ehe, neben zwei Töchtern, zwei Söhne stammen: Gr. Georg, 
geb. 1840, k. wQrttemb. Oberlieutenant, und Gr. Carl, geb. 1848. 
Von den drei Schwestern des Gr. Friedrich hat sich die ältere , Grf. 
Sophie, geb. 1802, 1827 mit Carl Freih. v. Wöllwarth, k. wflrttemb. 
Bittmeister a. D. Termählt, und der Bruder, Graf Georg, geb. 1810 
nnd gest. 1853, k. württemb. Hauptmann, verm. 1841 mit Agnes 
T. Ndlestein, geb. 1821 und gest. 1851, hat, neben einer Tochter, 
einen Sohn, Gr. Carl Stephan , geb. 1843, k. württemb. Lieutenant, 
hinteriassen. 

Mf|r«rl^ ». MüM/eUt, 8. 435. — Ca»t, Adelsbuch d. Kgr. Württemberg, 8. 463 und 64. — 
]>t«t«ebe Grmfenh. der Gegenwart, II. 8. 372 und 73. ~ Genealog. Taschenbuch d. grafl. 
Btaier, 1864, 8. 748 und 49, 1866 uod Histor. Handb. su Demselben, 8. 822. — W.-B. d. Kgr. 
WftrttMib.: Gr. t. S. 

Beheibass ▼. Schelleraheim, Ritter nnd Freiherren, s. Schel- 
lereheim, Freiherren. 

Sehelhom. Reichsadelsstand. Diplom vom 17. Mai 1754 fftr 
Johann Georg Sehelhom , gräfl. Stadionschen Consulenten und Regie- 
mngsreferendar in Memmingen. Der gleichnamige Sohn desselben, 
geb. 1769, k. bayer. Stadtgerichts- Assessor zu Memmingen, wurde in 
die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

9. lana, 8. 622. « 8nppl. bu Siebm. W.-B. X. 27. — W.-B. d. Kgr. Bayern, YIII. 38. 

Scheliha (in Roth ein mit den Hörnern nach oben gekehrter sil- 
berner Halbmond). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, welches früher 
auch Schelian geschrieben wurde und aus Polen hergeleitet wird. Eine 
Familiensage nennt als Stammvater einen muthigen, entschlossenen 
Krieger, Szeliga, welcher unter dem polnisclyBU Fürsten Lesco, dem 
Schwarzen, bei dem Scheine des Mondes sich in das feindliche Lager 
schlich, einen Soldaten gefangen nahm und denselben zu Lesco brachte. 
Auf den Bericht des Gefangenen über die Stärke und Stellung des Fein- 
des, wurde dieser angegriffen und gänzlich geschlagen, Szeliga eher 
erhielt von Lesco den Adel und das erwähnte Wappen. — Bozenta 
Szeliga starb 1389 als Erzbischof zu Gnesen. Derselbe verrichtete, 
nach Sinapius, 1386 die Taufhandlung des litthauischen GrossfOrsten 
nnd erwählten Königs in Polen, Jagello, und auf Anlass dieser Hand- 
lang wurde das Wappen des polnischen Adelsgeschlechts Scheliha ver- 
bessert. Der Mond im Schilde wurde mit einem Kreuze geziert und 
auf den Helm , statt des Kranzes von Rosen . eine goldene Krone und, 
statt den Sti*aussenfedern , ein viel- und schöngespiegelter Pfauen- 
schweif gesetzt. — Später breitete sich der Stamm in Schlesien weit 
ans nnd kam auch nach Böhmen und Mähren. In Schlesien treten 
"zuerst gegen Ende des 16. Jahrh. die GebcUder Wenzel nnd Heinrich 
V. Scheliha auf. Wenzel v. Scheliha und Bzuohoww^r 1593 kaiserlicher 



*- 118 — 

Und ffti*st1ich ratiborscher and oppelnscher Kanzler, and der gleich- 
namige Sohn desselben , welcher ebenfalls den Beinamen von Rzochow 
Aihrte, bekleidete dieselbe Wflrde. Hans v. S. nnd Rzochow anf Ra- 
gow starb 1620 als kaiserlicher Rath and Kanzler des Fflrstenthams 
Neisse; Carl Friedrich v. S. auf Pirschen and Ellgath war 1695 ftrstl. 
wflrttemb.-öls. Rath , and denselben Titel führte ein Anderer dieses Na- 
mens, Herr aaf Gross- Aasker im Wohlaa^schen, welcher noch 1724 
im hohen Alter lebte and von welchem zwei Söhne stammten : Hans 
Friedrich t. S. aaf Perschfltz and Pirschen, fOrstl. wflrttemb.-öls. Rath, 
Landesältesteu and Hofgerichts-Beisitzer , welcher fdnf Söhne halte, 
and Sylvias Friedrich v. S. aaf Jagatschfitz and Langawe, fibrstlich 
wOrttemb.-öls. Landesdepatirter , welcher seine Linie ebenfalls fort- 
setzte. Der Stamm blflhte fort, and bis aaf die neaeste Zeit standen 
Sprossen desselben in der k. preass. Armee. Von Letzteren sei na- 
mentlich genannt: Ernst v. Scheliha, gest. 1856 als Generalmajor 
a. D. — Der Besitz der Familie in Schlesien war besonders vom An- 
fange des vorigen Jahrhanderts an sehr bedeutend, wechselte aber, 
wie diess so oft der Fall ist, mehrere Male, doch blieben aach alte 
Güter in der Hand der Familie. Das Geschlecht erwarb die schlesi- 
schen Gflter: Grezeny, Teschkowitz, Witoslawitz, Zakriow, Ellgath, 
Pirschen, Perschfltz, Labschatz, Kampem, Jagatschfitz, Langawe, 
Kottloewe , Pilkendorf n. s. w. Hans Georg Friedrich ▼. 8. auf Oher- 
ond Nieder- Wohlan war 1806 k. Landrath des Fflrstenthams Wohlan, 
and nach Raaer waren 1857 im Kgr. Preassen noch begfltert; Carl 
Joachim v. Scheliha, k. Landrath and Hauptmann a. D. , aaf Labschfiti 
im Kr. Militsch-Trachenberg : Rudolph y. S. , Premierlieutenant a. D., 
aaf Zcssel im Kr. Oels, und Carl ▼. Scheliha, Lieutenant a. D. mnd 
Kreisdeputirter, aaf Perschfitz im Kr. Trebnitz. 

A'aapiK«, I. S. 809 nod D. 8. 9M. - GauU. L 8. 2047. - ItdUr^ 34. S. 1183. — K. 
Fr. A.-L. rv. 8. ICS. ~ Frtik. 9. L^äekmr, U, 8. 857. — Siebmmei^^, 1. 74 : t. ScHeHka, 
Schlesicch. — 9. Medimg, L 8. 511. - MtutcJkke, II. S. 379 and 8l>. 

Schell-Baaachlott, Freiherren (Schild geviert mit Mittelsehilde. 
Im schwarzen Mittelschilde drei, 2 und 1, emporgekehrte, goldene 
Sdiellen. 1 and 4 in Blaa ein schrftgrechter, silberner Balken und 
2 and 3 in Roth ein einwärts gekehrter, goldener Greif). Reichsfirei- 
hermsUnd. Diplom vom 12. Mai 1731 für Carl Ludwig Ritter v. Schell- 
Bauschlott, kurpfälzischen Kammerpräsidenten. Der Empftnger des 
Diploms stammte aus einer westphälischen Adelsfamilie, aus welcher in 
der ersten Hälfte des 16. Jahrb., in Folge der Religionsspaltangen, 
ein Zweig nach dem Elsass and der Schweiz , und im 17. Jahrii. in das 
Wfirttembergische kam , wo derselbe die Güter Bauschiott o. a. w. In 
Schwaben erwarb , in der Person des Johann Philipp v. Schell 8. Jnni 
1695, mit dem IVädicate : v. Bauschiott, in den Reichsritterstand ver- 
setzt wurde und 1714 Aufnahme in die anmittelbare freie schwäbische 
Ritterschaft des Cantons Kocher erlangte. — Vom Freih. Cari Ladwig 
stammte darch die Freiherren Friedrich und Carl Lactanz im dritten 
Gliede aas der Ehe des Iwetzteren mit Therese Neil v. Nellenborg: 
Freih. Alexander, geb. 1781 and gest 1856, k. k. Kämm, und Gene- 



— 119 — 

nlnujor in Pens., ans dessen Ehe mit Josepha Freiin v. Hackelberg- 
LandAo, gest. 1830, zwei 8öbne entsprossten, die Freiherren Rudolph 
nd Engen. Letzterer ist 1829 geboren, Ersterer, geb. 1827, k. k. 
KAoun. und Rittmeister in d. A., yermählte sich 1856 mit Luise Grf. 
Ikmewfty v. Czernek und Tärkö, geb. 1836, ans welcher Ehe drei 
Uhne stammen : Alexander, geb. 1857, Rudolph, geb. 1858, und 
Jnltas, geb. 1861. Der Halbbruder des'I*>eih. Alexander: Freih. 
Joachim, geb. 1783 und gest. 1837, k. k. Oberst und Adjutant des Erz- 
herzogs Johann , verm. in erster Ehe mit Regina Monaldi v. Monal- 
deachi, geb. 1800 und gest. 1830, und in zweiter 1831 mit Comelie 
Freiin ▼. der Trenck, geb. 1810, hat aus beiden Ehen je einen Sohn 
Unterlassen. Aus der ersten Ehe stammt: Freih. Baptist, geb. 1827, 
k. k. Oberlientenant in d. A., verm. 1848 mit Therese Freiin Kotz 
V. Dobrz, verw. Grf. v. Wratislaw, und aus der zweiten Freih. Carl, 
geb. 1832 , k. k. Hauptmann. 

8bBML TMehenb. d. freih. Häuser, 1853. S. 397 and 98, 1855, S. 625, 1863, 8. 945 und 
46 ud 1865. — B^rÜ, II. 8. 153 -56. - Kneschkt, II. S. 381 and 82. 

Schell, Schell, Edle t. Ehrenschild. Erbländ.-5sterr. Adels- 
stand. Diplom von 1774 für Georg Schell, Bürgermeister zu Schftss- 
bnrg in SiebenbQrgen, und für den Bruder desselben, Johann Bartho- 
lomaens Schell, Lieutenant im k. k. Infanterieregimente Fflrst Adam 
Batthy&ny , mit : Edler ▼. Ehrenschild. 

M€§*rt$ 9, Umhl/«ld, Er^.-Bd. 8. 435 und 36. 

Seheil ▼. Schellenberg (in Silber ein schrOgrechter, mit drei gol- 
denen Kngeln, MOnzen, oder Ballen belegter,, schwarzer Balken). Altes, 
wes^hftUsches Adelsgeschlecht, eines Stammes und Wappens mit den 
¥. Yittinghof. Dasselbe sass schon 1327 zu Lethmate unweit Iserloh 
und 1526 zu Schellenberg bei Essen, brachte dann auch andere Güter 
an sich und war noch 1824 zu Oberfeldingen bei Hassel, Ostendorf, 
Wersabe und Wittringen in Buttendorf, so wie 1857 zu Rechen im Kr. 
Bochum begütert. 

Wirtik, 9. Udtbur, U. 8. 857. 

Schellart, Schellart v. Obbenderf , auch Grafen (in Silber ein 
rechts gekehrter, schwarzer, gekrönter Löwe). Reichsgrafenstand. 
Diplom Yom 27. März 1674 für die Linien des Stammes Schcllart zu 
Gürzenich, zu Schinnen und zu Geisteren, mit dem Indigenate für die 
kaiserlichen Erblande. — Altes, niederrheinisches, in den Niederrhein- 
' landen und in den angrenzenden Theilen Gelderns und Limburgs 
ftnsehnlich begütert gewordenes Adelsgeschlecht, eines Stammes und 
Wappens mit der Familie v. Leerodt , oder v. Leerode. Dasselbe wird 
ans Spanien hergeleitet, war bis zur französischen Revolution sehr 
reich und hatte sich in mehrere Linien geschieden , welche aber später 
aämmtlich bis auf die zu Gürzenich erloschen sind. Fahne führt die 
Familie v. Schellard, Schellart (von scheeler Art), als cölnisches, schon 
im 13. und 14. Jahrh, urkundlich vorkommendes Geschlecht auf. Der 
das Prädicat hergegebene Sitz Obbendorf unweit Bergheim wird bereits 
1246 genannt. Die genealogischen Verhältnisse der Familie hat Fahne 
aehr genau erörtert , und nacb den Angaben desselben ist in dem 



— 120 — 

Werke: Deutsche Grafenhäuser, eine Ahnentafel zusammengestellt, 
welche mit dem im 14. Jahrh. lebenden Reiner Schellart v. Obbendorf, 
Ritter, beginnt und bis auf die neueste Zeit reicht. Der Personalbe* 
stand ist nur bis 1860 genau bekannt und war folgender: Bernhard 
Carl Hubert Graf Schellart v. Obbendorf, Freih. zu Gürzenich — Sohn 
des 1844 verstorbenen Grafen Ferdinand, Herrn zu tjürzenich , aus der 
Ehe mit Ferdinandine v. Kalt — , Secretair bei der k. preuss. Regie- 
rung zu Liegnitz , unvermählt. Die Schwester desselben , Grf. Helena, 
lebte damals unvermählt bei der Mutter in Aachen. 

Onitkf^ I. 8. mm und 48. — Zrdltw, 34. 8. 1183. — Vetter, Bersischa RitterachAfI, 
Tab. 75 — tioh^Hit NiedenheiuUcher Adel, II. B. 109-116. ~ Fa>me. L 8. 382. — Deotsclia 
Gr^fenh. d. Oegnnw. III. 8. 354 and 55. — Freik, t . Udehur, II. 8. 307. — Q«u«>*l. TMCbaa- 
bnch d. (rrifl. Hiufer, 1860, 8. 706 und 1864, 8. 749: rerweist nuf 1860 nnd Hi«tor. IUihI» 
boch tn I>fmsflb<>n, 8. 863. — Siehmachtr, Jl. 115: Scbeüart r. Obbendorf, Rhelttliiidfech. 
— Sapnl. SU Slebm. W.<B. VI. 7: Or. t. 8. — Ro^^wi, Elementar Werkchen, L 6V. ~ 
W.-B. der PreuM. Rbeinpruviiu, II. Tab. 44. Nr. 88 and 8. 149. 

Schellenbaner, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1794 für Anton Schellenbauer, Inhaber der Herrschaft Altenbnrg in 
Steiermark, mit: Edler v. 

MegtrU ». Uühlf^ld^ 8. 142. 

^ Sehelienberg, auch Freiherren (Stammwappen: viermal von 

Schwarz nnd Silber quer getheilt und freiherrl. Wappen: Schild ge- 
viert : 1 und 4 von Schwarz und Gold viermal quer getheilt und 2 nnd 
3 Silber, mit einem rothen Löwenki^fe mit Halse belegt). — Altes, 
nrsprOnglich böhmisches, dann schlesisches, später auch schwäbisches 
nnd meissensches . zum Theil auch freiherrliches, im 18. Jahrfa. er- 
loschenes Adelsgeschlecht ^ welches von einem Böhmen, Yiwoy, hei^ 
geleitet wird, den die Schwester der Libussa, Krscha, wegen seiner 
Mannheit nnd Stärke i. J. 726 zum Gemahl nahm. — Als das Btanun- 
hans der Freiherren v. Schellenberg in Schlesien und Böhmen wird das 
längst in Ruinen liegende Schloss Schellenberg bei Jägemdorf genannt. 
Das Geschlecht war von solchem Ansehen, dass Barbara Prinzessin von 
Jägemdorf, verw. Herzogin zuTeschen, sich 1473 mit Georg Freib, 
v. Schellenberg vermählte und ihm das Herzogthnm Tcschen znbrachte. 
Derselbe soll die scblesische Linie des Stammes geschlossen haben. 
Aus der böhmischen Linie war Johann Freih. v. Schellenberg von 1480 
— 1500 oberster Kanzler des Kgr. Böhmen nnd Jaroslaus Freih. v. S. 
von 1523 — 1551 oberster Kämmerer des Kgr. Böhmen. Ob die 
T. Schellenberg in Schlesien und Böhmen wirklich das obenangegebene 
Wappen geführt haben , muss dahin gestellt bleiben, da dieses Wappen 
sicher eigentlich nur als das Wappen der v. Schellenberg in Schwaben 
bekannt ist Eine in der ersten Hälfte des 18. Jalurh. in Schlesien vor- 
gekommene Familie dieses Namens, ans welcher Franz Bernhard 
V. Schellenberg um 1730 der schlesischen Fürsten und Städte General- 
Landesbestallter und fürstl. auerspergischer Regierungsrath war« welche 
letztere WOrde nach ihm auch Dominions v. Schellenberg beklddete, 
war nach Allem neueren Ursprungs und von dem alten Schellenber- 
gischen Geschlechte in Schlesien und Böhmen ganz verschieden. — 
Die Freiherren v. Schellenberg in Schwaben stammten aus dem gleich- 
namigen Schlosse und der Herrschaft Schellenberg nahe bei Feldkircli, 



— 121 — 

doch waren Scbloss and Herrschaft, zeitig an andere Familien gekom* 
Hien, 1699 an die Forsten von Liechtenstein gelangt. Zu diesem schle- 
ritchen Stamme gehörte Cunrat v. Schellenberg, dessen Schild v. Me- 
ding nach dem Wappen buche des Costnitzer Concils beschrieben hat 
Später nahm die Familie von ihren Sitzen Kissleg und HOffingen den 
Beinamen an, besass aber, nach Burgermeister, noch Ummendorf, liad- 
lerach, Honbarg u. s. w. Die ordentliche Stammroihe beginnt Bnce- 
linos schon mit Burchard Herrn in Schellenberg, welchen Spangenberg 
BB den vier berühmten Rittern zählt, die um 801 lebten. Georg v. S. 
ioll in der ersten Hälfte des 10. Jahrb. dem K. Heinrich I. bei £in- 
richtong der Turniere beigestanden haben. Siegenau v. S. war 1270 
«od Ursula v. S. 1410 geforstete Aebtissin zu Lindau; Marx v. 8., ge« 
nannt Rnti, kommt 1411 als Ritterhauptmann im Canton Allgan vor 
und Ulrich v. S., gest. 1558, Herr in Kissleg, Beider Rechte Doctor, 
kaiserl. Rath und Oberst, wurde wegen seiner bei Eroberung der Stadt 
Tincentz bewiesenen Tapferkeit 1515 zum Ritter geschlagen. Um die- 
selbe Zeit lebte Burchard v. S., Herr in Hflffingen , als des deatscben 
Bitterordens Balliv im Elsass und in Burgund. Von Gabriel v. 8., in 
Kisslegg, um 1570 Hauptmann in Schongau, stammte Johann Christoph 
T.S., welcher seinen Ast im Elsass, wo demselben die Güter Vessenheim, 
PfaiTenlapsnnddas Schlosszu Wechersburg zustanden, weiter fort. Johann 
Friedrich v. S., Freih. in Kisslegg, war noch 1712 Domherr zu Mainz. 
— Mehrfach wird zu diesem Stamme eine meissensche Linie, welche 
anch Peccenstein, Knauth u. A. erwähnen, gerechnet, aus welcher Bodo 
V. Sehellenberg 1275 Domprost zu Merseburg war, doch ist das Wap- 
pen desselben nicht bekannt und so sei denn nur erwähnt , dass gegen 
Mitte des 17. Jahrb. im Meissenschen noch eine Familie v. Schellen- 
berg vorkam, welche 1646 zu Podelwitz bei Leipzig sass nnd im Silber 
drei , 2 und 1 , rothe Rosen führte. Auf dem gewulsteten Helme stan- 
den an schwarzen Stielen neun goldene Sterne und nach dem zweiten 
und siebenten Stiele je eine Deichkolbe von natürlicher Farbe. 

apnnf^nhfrg, P. II. — /?u«^(<iif Stonim. P. IV. — Knayth, 8.663. - Burgfrmeiat^r, Schwi- 
bbeber BelcbMc^el, S. 386. — Sinapiv», H. 8. 428. - OaMkf, I. S. 2048-60 - ZtdUr^ S4. 
8 1188 nnd »9. — N. Pr. A.-L. IV. 8. 162 nnd 63. - Fr^ih. r. Lnl^hur, II. 8. 367. — 
8i«bmack«rt I. 110 und III. 32: t. 8. und Frh. v. 8., Schw&biach und I. 168: t. Scbellen- 
Iwfff , Melmnltch. — v. Meding^ ITI. 8. 671 : v. 8. nacli Slebmiicher und dem W.-B. de« Co«t- 
BitMT Conclla: Cnnrata t. Schellenberg Schild. 

Schellendorf, anch Freiherren ( Stamm wappen : Schild von Blau 
ond Silber geweckt , mit einem quer darüber gezogenen , schmalen^ 
rotben Balken: Wappen der schlesischen Linie und Schild geviert: 1 
nnd 4 das Stammwappen und 2 und 3 in Schwarz ein rechts gekehrter, 
doppelt geschweifter, goldener Löwe: Wappen der österr. Linie). Böh- 
mischer Freihermstand. Diplom vom 5. Mfirz 1602 für Carl Magnus 
V. Schellendorf. — Altes, früher zu dem schlesischen, meissenschen nnd 
österreichischen Adel zählendes Geschlecht, welches, noch Angabe Ei- 
niger, den freiherrlichen Titel schon um 1030, zur Zeit des K. Con- 
rad IL, erhalten haben soll. Als Stammhaus wird Schellendorf bei 
Haynan, welches schon 1326 vorkommt, genannt. — Im Anfange des 
18. Jahrb. theilte man den Stamm meist in die oberlansitzische und in 
die schleaiache Linie, von denen damals Letztere in deri vier Meilen 



— 122 — 

▼OB Dresden gelegenen Stadt EönigsbrOck, Erstere aber zu Hohen-Fried- 
berg im Jaaerschen ihren Sitz hatte. Früher hatte sieh der Stamm in die 
Hänser Domanze im Schwcidnitzischen, Göllschan im Liegnitzischen nnd 
Loeben im Saganschen geschieden. — Als die Herzoge zu Glogan, Ludwig 
und Heinrieb, 1413 anf dasConcil znCostnitz zogen, befanden sich meh- 
rere Schellendorfe im Comitate derselben nnd George Freih. v. S. auf 
Gosti nnd Jägemdorf wurde von Grosser um 1508 zu den Landvögten 
der Niederlansitz gerechnet. Christoph ▼. S. auf Adelsdorf, Ktthnau, 
Haibau u. s. w., kaiserl. Rath und Landeshauptmann der Grafschaft 
Glatz, um 1566 bayer. Kriegsrath und dann kaiserl. General in Ungarn 
gegen die Türken, kaufte 1570 die Herrschaft KOnigsbrflck von den 
Burggrafen zu Dohna. Melchior v. S. auf Göllschan , Landesftltestw 
im Ftlrstenthume Liegnitz, starb 1625 ohne männliche Nachkommen. 
Seines Bruders, Christoph Conrads, Sohn : Christoph IL, kaiserl. Rath 
nnd Präsident in Schlesien j hinterliess bei seinem Tode 1647 zwar 
keine männliche Erben, aber einen Bruder, Wolff v. S. auf Klftschdorf, 
KOnigsbrflck, Grosshaitmannsdorf, Cosel, Steinbom u. s. w., aus dessen 
Ehe mit Sophie Elisabeth Gri. zu Solms, neben einem Sohne, Maximi- 
lian, zwei Töchter, Sophie und Anna Margaretha, stammten. Maximi- 
lian, Freiherr, kaiserl. Kämmerer, starb 1703 ohne männliche Erben 
und schloss die oberlausitzische Linie, worauf Königsbrflck an einen 
Graf y. Friesen, als seiner hinterlassenen Wittwe Bruders Sohn kam. 
Freiin Sophia war an einen v. Hohberg verheirathet und hinterliess 
nur eine Tochter, Freiin Sophie Magdalene, die sich mit Johann Wolf- 
gang Grafen v. Frankenberg, k. k. Geh.-Rath, Landeshauptmann des 
Fürstenthums Glogau und Yicekanzler des Kgr. Böhmen, vermählte, 
der, nachdem ihm die Herrschaft Klitschdorf im Bunzlauischen in Folge, 
eines gewonnenen Rechtsstreites zugefallen , 1716 mit kaiserlicher Er- 
laubniss mit seinem angeborenen Namen und Wappen Namen und Wap- 
pen des Schellendorfischen Stammes verband. Freiin Anna Margaretha, 
8. oben, war durch Vermählung in das gräfliche Haus Colonna gekom- 
men. — Ans der österreichischen oder schlesischen Linie lebte noch 
1670 Johann Freih. v. S. auf Hohenfriedberg und setzte seine Linie 
fort, doch ging dieselbe später aus. Der adeligen Linie stand noch 
1730 das Gut Doberschau im Goldberg-Haynauschen zu, auch sass die- 
selbe noch kurz vorher zu Fellendorf im Liegnitzischen. 

Knauth, 8. 663. - Val. König, I. 8. 884-92. - Sinapius. I. 8. 810-16, D. 8. 429—81 
wid 8. 965. — Oauhe, I. 8. 2050-52: auch nach GnwMr, Laudts. M«rkwikrdigk. — Z^täUr, 
34. 8. 1190-92. - N. Pr. A..L. IV. 8. 163. — Freih. v. Udebur, U. 8. 367 und 6«. - 
ftUhmachur t !• 166: v. Scliellendorf, Sächsisch und III. 66: Frta. v. S. — v. Medinf, UL 
S. 671 und 72. 

Schellenwalde. Schlesisches , auch noch von Sinapius genanntes 
Adelsgeschlecht. 

Sinapius, I. S. 816. 

Schellerer, Freiherren nnd Ritter (in Silber ein schrägrechter, 
mit drei goldenen Sternen belegter nnd roth eingefasster , blauer Bal- 
ken, begleitet rechts, wie links, von je einem rothen Salme). — Reiehs- 
freihermstand. Freihermdiplom^ von 1699 für Andreas v. S., kaiserl. 
Seichshofirath , herz, pfalz-neuborgischen Qeh.-Rath und Oesaadtan 



— 123 — 

k. k. Hofe, und zwar mit dem Rechte der Uebertragnng auf zwei Söhne 
leiseB Bruders üdalricb, welcher bereits ansehnlichen Gmndbesitz um 
Regenstaof erworben hatte. — Die Reichsfreiherren , Ritter und Edle 
Herren ▼. Scheuerer auf Hadersdorf, Waidlingau, Spindelhof, Szanras, 
Pettendorf und Flischbach in Oesterreich , Bayern und Ungarn stam- 
men zunächst ab von Johann Georg Schellerer v. Hadersdorf, kaiser- 
lieben Obersten, welcher sich aus Oesterreich wegen Religionsverfolgung 
gegen Ende des 16. Jahrhunderts nachRegenstauf im Nordgau, welches 
damals protestantisch war , wandte und sich dort niederliess. Von sei« 
iMm neun Söhnen haben vier ihren adeligen Stand wieder zu Ehren ge- 
bracht, von den Uebrigen sind zwei jung gestorben, drei aber sind in 
den Bflrgerstand zurückgekehrt. Von diesen erstgenannten Söhnen 
wurde Andreas Herzogs Philipp Wilhelm v. Neuburg w. Geh.-Rath, er- 
regte als Gesandter dieses Herzogs bei K. Leopold I., durch Zustande- 
Mngung einer Allianz zu des Kaisers und des Erzhauses allerhöchstem 
NutEon , wie es im Freihermdiplom ausdrücklich heisst , dessen beson- 
deres Wohlgefallen, so dass er von demselben zu seinem Reichshofrath 
1677 ernannt und dann als kaiserl. Gesandter mehrmals verwendet 
wurde, 1689 aber selbst als königlich böhmischer Gesandter bei der 
Krönung Josephs I. zu Augsburg erschien und 1699, wie oben ange- 
geben, mit dem erwfthnten Rechte der Uebertragung, den Freiherm- 
etand'erhielt. — Der dritte Sohn, Georg, erlangte auf Verwendung 
seines Bruders Andreas die eingezogene Herrschaft Hadersdorf wieder 
smrflck. Conrad, der vierte der Söhne des Johann Georg, war Gomet 
unter den bayerischen Dragonern und mit Maria Theresia Freiin v. Sey- 
bohsdorf vermählt. Udalrich hatte fünf Söhne. Von denselben vmrde 
Johann Michael kkiserlicher Hauptmann und war vermählt mit Maria 
Theresia Freiin v. Scherzer auf Kleinmühl. Derselbe erwarb das Gut 
Suirvas in Ungarn und erhielt das dortige Indigenat. Der zweite Sohn 
üdalrichs: Johann Georg, wurde ebenfalls, wie sein Oheim Andreas, 
noch unter K. Leopold I. Reichshofrath. Der dritte, Johann Conrad, 
starb in früher Jugend. Der vierte, Georg Joseph, war anfangs Bürger- 
meister in Regenstauf , erbte von seinem Oheime Georg die Güter Ha- 
dersdorf und Weidlingau, weshalb er, um unter die niederösterr., rit- 
terschaftlichen Landstände aufgenommen werden zu können, 1731 vom 
K. Carl VI. in den alten turnier- und lehensgenossenen Reichsritter- 
stand erhoben wurde. Er war vermählt mit seiner Cousine, Maria Eva 
v. Schellerer auf Hadersdorf. Schon mehrere Jahre vor seiner Erhe- 
bung in den alten Reichsritterstand war er als adeliger Landsasse des 
Herzogthums Neuburg anerkannt. Der fünfte von den Söhnen des 
üdalricb war Johann Anton, kurpfälz. w. Geh.-Rath und des Herzog- 
thums Neuburg Hofraths-Director. Derselbe wurde 1 730 vom K. Carl VI. 
ebenfalls in den Reichsfreiherrnstand erhoben, nachdem er bereits 1705 
als adeliger Landstand* seiner Landsassenpflicht genügt hatte. Von den 
'ISöhnen desselben kam nur Johann Anton zu Jahren, und war in kinder- 
loser Ehe vermählt mit Maria Theresia Freiin v. Schrenck auf Garats- 
hansen und Feldaffing. — Der kaiserl. Hauptmann Johann Michael 
hirtte aus sefaier Ehe mit Theresia Freiin v. Sdierzer nur einen Sehn, 



% 



— 12i — 

WUbelm , welcher sich bis zum kaiserl. Generalfeldwachtmeister em« 
porschwang nnd 1786 das angariscbe Indigenat erlangte. Er war 
Termfthlt mit Elisabeth Freiin Beckers v. Wallhom und sein Sohn, Leo- 
pold, k. k. Hasaren-Rittroeister, vermählte sich mit. Theresia t. Sehel- 
lerer auf Hadersdorf, verw. v. Fürnberg. Von Georg Josephs Söhnen 
war Franz Joseph kurpfälz. Truchsess und Erbober-Forstmeister zu 
Painten und starb unvermählt. Der zweite Sohn, Wilhelm, war Herr 
zu Hadersdorf nnd Waidlingsau und der nicderösterr. Ritterschaft ade- 
liger Landstand. Aus seiner Ehe mit Franzisca v. Furtner hatte er nur 
eine Tochter, Theresia, die oben genannte Baronin ▼. Schellerer, verw. 
T. Fflrnberg. Der dritte Sohn, Johann Michael Anton, war Herr wa 
Pettendorf und Flischbach und des Herzogthums Neubnrg , sowie des 
Fflrstenthnms der Oberpfalz adeliger liandsasse. Derselbe war ver- 
aühlt mit Sibylla v. Khern auf Geigant und hatte zwei Söhne, Ton 
denen Ferdinand, Herr zu Pettendorf, k. bayer. Oberst war und Frans 
Joseph , Herr zu Flischbach als Hauptmann in der k. bayer. Armee 
stand. Letzterer war verm. mit Julie v. Pauer auf Waffenbrunn und 
Lebendorf. Aus dieser Ehe entspross nur ein Sohn , Anton , welcher in 
Folge eines unglflcklichen Duells 1811 zu Landshut verschied. Der 
Oberst Ferdinand v. S. war vermählt mit Luise v. Hirsch nnd dessen vier 
noch lebende Söhne sind: Oscar, k. bayer. Kammerherr und Ober- 
postmeister, verm. mit Amalie Freiin v. Nesselrode a d. H. Hugen- 
poet; Emil, verm. mit Clara v. Hopffgarten a. d. H. MQhlverstedt; Bfaac, 
k. bayer. Hauptmann, verm. mit Amalie Rohr, Tochter des verstor- 
benen k. bayer. Generalmajors und- verw. v. Lenk - Dittersberg und 
Anton, k. bayer. Hauptmann, unvermählt. Von diesen BrOdem hat 
Oscar einen Sohn, Max. geb. 1846, k. bayer. Gaifklerieofficier und 
Emil ebenfalls nur einen Sohn, Gustav, welcher als Officier in der k. k. 
Armee steht. Der obengenannte Hauptmann Max v. S. ist Vater zweier 
Söhne , Theodor und Ferdinand. — Die Familie hat durch Urkunden 
ihre, seit zweihundert Jahren bestehende Edel-Landstandwflrde in Bayern 
nachgewiesen und ist auf Grund dieser Nachweisung in die Adels- 
matrikel des Kgr. Bayern eingetragen worden. Auch haben die Spros- 
sen derselben sich stets mit Töchtern aus altadeligen, stiftsmäsfflgen 
Geschlechtern: Seyboltsdorf, Hohenfeld, Vieregg, Schrenck, Andrian, 
Werder, Nesselrode, Hopffgarten u. s. w. vermählt, auch ist die Fa- 
milie seit 1863 im Würzburger adeligen Damenstifte zurH. Anna anf- 
geschworen. Zu Paintlien im Herzogthume Neuburg besitzt das Ge- 
schlecht das Erb-Oberförsteramt und unter den Stiftungen fär die k. k. 
Armee wird ein bedeutendes Vermächtniss von der k. k. Rittmeisters 
Wittwe Theresia Freiin v. Schellerer, zu einer immerwährenden Stif- 
tung eines Zöglingsplatzes in der Theresianischen Academie , in dem 
Militair-Schematismus des Oesterr. Kaiserthums aufgef&hrt 

HMMJUchriftl. Notisen ftns VamnieniMipieren. — v. Lang, ßtpfi. S. 138 and S9. — W.-B. 
dm Kgr. Bajern, VIU. 38: ScbeUerer «uf FUscbbach, Ritter. 

Schellersheim, Sehellhaas v. Schellersheim, Ritter nnd Frei- 
herren. Reichsritter- und Freihermstand. Ritterdiplom vom 13. Febr. 
1792 filr Ukich Friedrich Justin ScheUhass v, ScbtUerabeim, 



~ IM — ' 

Oeh.-Ratli, Terschiedener Stnnde Rntli nnd Agenten and prftsentirt 
Mfta in Goslar, and fftr den Brader desselben , Johann Andreas S. ▼. 8L, 
ksiserl. Reichsbofrath nnd knrsachs. Geh.-Rath, and zwar Ersteren 
wegen seiner Gelehrsamkeit and Letzteren wegen zweiondzwanzigjflhri« 
ger, treaer Dienstleistungen in Reichs- and Staatsangelegenheiten, and 
nachdem dieselben vorher vollständig bewiesen, dass sie von dem alten 
Oeschlechte der Schellhasen abstammten, mit dem Pradicate: EdlOT., 
mid FVeihermdiplom ftir Johann Andreas Schellbass Edlen v. Schel- 
lersheim im karsaohs. Reichsvicariate vom 23. Decbr. 1741 , bestätigt 
später, 6. Novbr. 1743, mit Aasdehnang anf die anten genannten drei 
Söhne des Diplomsempfängers durch kaiserl. Diplom. Beide Brfider 
hatten 1725 den Reichsadel, mit dem Pradicate: v. Schellei*sheim, er- 
kalten, welches Prädicat Jetzt gewöhnlich ohne den froheren Namen: 
Sdbellhass, geführt wird. — Die Familie stammt ursprflnglich aas Jena. 
Meldiior Schellbass war Bflrgermeister zu Kreonnach, und der Sohn 
desMlben , Justin S. , gräfl. Ebersteinscher Rath. Der Sohn des Lets- 
tereot Ernst Friedemann Schellbass , gest. 1703, berflhmt zu seiner 
Zeit darch die Acta Eruditorum , war Kammergerichtsrath in Wetzlar, 
nnd von ihm stammten die genannten beiden BrQder und R. : Ulrich 
Friedrich Jastin und Johann Andreas. — Der älteste Sohn des Freih. 
Johann Andreas, Freih. Paul Andreas, gest. 1781, wurde k. preuss. 
Oeh.-Rath , Yicepräsident der königl. Regierung des Fflrstenthums Min- 
den n. s. w. Derselbe hatte sich mit einer Freiin v. Hammerstein 
a. d. H. Gopten vermählt, und aus dieser Ehe entspross ein Sohn, 
welcher 1836 als kurhess. Geh. Kriegsrath starb und eine Tochter, 
welche zuerst mit- dem Regierungsrathe v. Massow und später mit 
einem Grafen v. Mfinchow in Schlesien vermählt war. Jener 
batte sich in Rom mit einer Gräfin Locatelli verbunden, und aas 
dieser Ehe entspross Freih. Ferdinand Heinrich, früher k. preuss, 
Lieutenant und später, um 1843, Rittergutsbesitzer auf Schönharz, 
Dabme u. s. w. , welcher zwei Söhne , Louis Diomed und Victor Leo- 
pold, hatte. Der zweite Sohn ist Rittergutsbesitzer auf Eisbergen. — 
Der zweite Sohn, Freih. Christoph Friedemann, war hcrzogl. wQrttemb. 
adeliger Regierungsrath, und der dritte, Freih. Carl Aagust, herzogl, 
württemb. neuslädt. Kammerjunker und Hauptmann im k. k. Infanterie- 
regimente Freih. v. Damnitz. — Auch Ritter Ulrich Friedrich Justin 
setzte den Mannsstamm fort und nach v. Lang wurden zwei Enkel des- 
selben, die Brfider: Carl Ritter Schellbass v. Schellersheim , geb. 1768, 
Protocollist des Stadtgerichts in Nürnberg, nnd Heinrich Ritter S. v. S., 
geb. 1771, k. bayer. Appellationsgericbtsrath in München, nach An- 
legung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen. — 
Der freiherrliche Stamm kommt jetzt in zwei Linien, einer älteren, zu 
Amorkamp und einer jüngeren , zu Eisbergen , vor. Haupt der älteren 
Linie ist: Freih. Louis Ferdinand Paul Andreas Diomed, geb. 1830 — 
Sohn des 1854 verstorbenen Freiherm Ferdinand Heinrich, aus der 
Ehe mit Christine Wilhelmine v. Ludwigseck, geb. 1799 und gest 
1861 —7, Besitzer der Msgorats-und Fideicommissgttter Amorkamp und 
Scbirboiz c. p., verm. 1856 mit Hermine v. Sobbe, geb. 1829, 



— 186 — 

welcher £h^ ein Sohn , August Andreas, geb. 1861, stammt Fr^. 
Ix>ai9 hat, neben einer Schwester, vier Brttder — . Haupt der jflnge- 
reo Linie ist: Freih. Ludwig Friedemann Diomed, geb. 1801 — Sohn 
des 1836 verstorbenen Freih. Friedemann Heinrich Christian Ludwig, 
k. preuss. Geh.-Raths — , Besitzer des Stamm-, Ritter- und Mi^rats- 
gtttes £isbergen , nebst den Vorwerken Appenhansen , Bruch und An- 
dreasberg im Kr. Minden, Erbschenk zu Quedlinburg, yerm. 1848 mit 
Wanda v. Zglinitzki, geb. 1825, aus welcher Ehe, neben einer Toch- 
ter, ein Sohn , Paulus Andreas, geb. 1855, entspross. 

Gauke,n. 8. 1766 aud 67. ^ ZedUr, M. 8. 1181: r. SchoUhua und 84. 8. 1183 und M. 
— •. L€mg , 8. 621 and 22. — N. Pr. A.-L. VI. S. 91. - Freik. 9, Ledtbur, II. 8. 358. — 
Oeneal. Tascbcnb. d. frelb. HiUMr, 1858, 8. 642, 1864, 8. 712 und 713. — Tyrogy ü. 75: 
Jraih. r. SchellbMs. — W.-B. d. Kgr. B«yeni, YIII. 87: Bitter SchellhMi v. SctaeUeralielai. 

Schelling (von Roth und Schwarz quadrirt: oben auf der Thei- 
Inngslinie ein mit den Homer aufw&rts gekehrter, silberner Halbmond und 
unten, sowohl im schwarzen, wie im rothen Viertel, eine silberne Glocke). 
Adelsstand des Kgr. Bayern. Diplom von 1 808 für Friedrich Wilhdm Jo* 
seph Schelling, General-Secretair der Academie der bildenden Künste in 
München. Derselbe, als Philosoph allgemein bekannt, wurde 1775 m 
lioonberg im Württembergischen geboren und starb 20. Aug. 1854 als 
k. preuss. w. Greh. Oberregierungsrath. 

Wrtih. V. Ltd€burt UL 8. 338. 

Schelling (in Gold drei, 2 und 1, schwarze Adlerköpfe mit Hals, 
die oberen einander ansehend und der untere rechtssehend und dazwischen 
ein blauer, das Rädchen nach oben kehrender Sporn, in welchem drei, 1 
and 2, Sterne schweben). Ein zu dem bayerischen Adel gehörendes Ge- 
schlecht, aus welchem Georg v. Schelling 1562 einen .Wappenbrief erhal- 
ten hatte. Die neueren Vorfahren waren adelige Staatsdiener im Sulz- 
bachischen. Nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgt. Bayern wurde 
in dieselbe eingetragen: Friedrich Joseph Maria Raphael Thomas v. Schel- 
ling, geb. 1775, k. bayer. Hallbeamter zu Stadt am Hof. 

e. Langt 8. 623. — W.-B. d. Kgr. Bayern, Vm. 39. 

Schell witz (Schild schrägrechts getheilt: oben in Blau ein laufen- 
fender, weisser Hirsch und unten in Grün zwei weisse Rosen). Reicha- 
adelsstatid Bestätigungsdiplom des der Familie, deren Yorfahren 
V. Scheltz hiessen, zustehenden Adels vom 1. Octbr. 1756 für Georg 
Christian v. Scbellwitz, Reichskammergerichts -Assessor. Derselbe, 
firüher stolbergischer Kanzleidirector , wurde 1741 k. preuss. Yice- 
Director der halbcrstädtschen Regierung , und starb , bei Tennstädt be- 
gütert, 1759 als Reichskammergerichts- Assessor. Sein Sohn, Ernst 
August V. Schellwitz, stand 1787 als Capitain im k. preuss. Infanterie- 
regimente La Motte Fouque. 

Freih. ». Udebur, Tl. 8. 3f)8 und lU. 8. 338. - Siebmaeher, V. 176: v. Schelti, Geadelt 
•^ Suppl. in Siebm. W.-B. X. 27: v. Schelwits. 

« Schelm y. Bergen (in Silber zwei mit der ausgebogenen Seite 

gegen einander gestellte rothe Rippen eines Thieres , die mit den aus* 
wärts gekehrten Enden sich oben und unten in dem Scbildesrande ver- 
lieren. Die Siebmacher'sche Declaration nennt die Wapp^bilder: Bo* 
gen , Spener : Menschenbeine , und Oetter glaubt , weil in alten Zeiten 
ein todtes Thier mit dem Ausdrucke Schelm angedeutet worden ist. 



— 127 — 

i§m dieselben Beine eines todten Thieres vorstellten). Altes, rhein- 
lladisdies Adelsgeschlecht, welches zuerst sich einfach Schelm nannte, 
wie denn nrknndlich 1274 Wernerus, miles, dictos Schelm, vorkommt. 
Bald nachher schied sich der Stamm in die Schelme v. Westerhofen 
«od in die Schelme v. Bergen. Erstere sind nach Tromsdorf, Geograph., 
1292 erloschen; die Schelme v. Bergen aber, welche den Beinamen von 
dem in der Wetterau gelegeneu, hanan'schen Marktflecken nnd Amte 
Bergen führten , blähten bis auf neue Zeit fort Humbracht beginnt 
die Stammreihe der Letzteren mit Eberhardt Schelm v. Bergen, wel- 
cher um 1090 lebte. Von den Nachkommen Setzten um 1274 zwei 
Brüder, Werner und Dietrich, den Stamm fort. Die beiden Söhne des 
Ersteren, Hermann und Werner, werden nur die Schelme, die Nach- 
kommen Dietriches aber bald die*6chelme , bald die Schelme v. Bergen 
genannt. Wemer*s II. Sohn, Gilbrecht Schelm, beigenannt die Pest 
TOS Bergen , wurde ein Aeltervater des Gerlach Schelm von und zu 
Bergen, deinen Urenkel, Adam, 1536 als Amtmann zu Nieder-Erlen- 
bacb starb. Der Sohn des Letzteren , Andreas, wurde ein Aeltervater 
des Johann Wilhelm S. v. B., gräfl. hananischen Oberamtmanns 
m Bergen, Hofmeisters und Präsidentens, welcher 1682 starb und 
mehrere Söhne hinterliess. Zu denselben gehörte Friedrich Adolph 
Schelm v. Bergen, welcher korpfälzischer Geh.- und Regierungs-RaÜi, 
Kammerherr und Oberamtmann zu Stromberg war und seinen Stamm 
fortsetzte. Die Nachkommenschaft blühte noch tief in die zweite 
Hüfte des 18. Jahrb. hinein, doch ist später der Name des Geschlechts 
der Redaction nicht mehr vorgekommen. 

attmlnracht, Tab. «1. - Schannat , 8. 162. — Oauke, 1. S. 2052. - v. Hatttttm, IIL 
8. 489-44. - Zfdltr, 34. 8. 1198. - N. geneal. Handbuch. 1777, 8. 146 und 1778, 8. 181. — 
OfH^» Nachrichten Ton d«n Herren ▼. Ricdeeel, Tübingen, 1778, 8. 37. — Sitbrnachtr, h 
IB: Die Scbehnen ▼. Bergen, Rheinlandiscb. — Spener, 8. 207 nnd 8. 364. — t. Meding, L 
8. 611 «ad IS. — Suppl. lu Siebm.'W -B. IV. 23. — 7yro/, II. 20«: t. S.-B. in Schwaben. 

Schelm ▼. Gundelsheim (im Schilde, nach Oetter, ein ganzes, 
geflügeltes Thier ohne Kopf, ob eine Gans oder ein Vogel, ist un. 
gewiss). Altes, frflher zu dem Adel in Oberhessen zählendes Qe- 
Bchlecbt, wie schon das Wappen ergiebt, ganz verschieden von der im 
vorstehenden Artikel beschriebenen Familie. 

OfUtrt Naclirichten von dun Herren v. Riedesel 8. 37 und 40. 

Schelver. Ein in neuester Zeit zu dem in Westphalen begüterten 
Adel gehörendes Geschlecht. Fr. v. Schelver brachte, nach Rauer, 
1888 das Gut Schafhausen im Kreise Soest an sich nnd war daselbst 
noch 1857 gesessen. 

Fr9ik. e. Ledtbur, III. 8. 338. — Siippl. eu Siebin. W.-l). IX. 2«. 

Schemerl y. Leythenberg, Ritter. Erbländ.-österr. Ritterstand. 
Diplom von 1811 für Joseph Schemerl, k. k. Hofbaurathsdirector und 
Hof-Commissionsrath, mit: v. Leythenbach. 

MsgtrU 9. Mühlftld, 8. 142. 

* Sehenek, Schenk (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Sil- 

ber ein halber,. zweiköpfiger, an die Theilungslinie geschlossener, rother 
Adler und links ebenfalls in Silber drei rothe Querbalken, oben mit 
einer Zinne, unten mit zwei Zinnen und mit Mauerfugen). Altes, schon 



— 188 — 

in ddr zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts voricommendes, schlesiscTies 
Adelsgeschlecht, aas welchem Conrad Senken San (Schencken Sohn) 
schon 1294 arkundlich vorkommt, sich zuweilen auch Schenk v. Schen- 
kendorf schrieb and welches 1430 za Steinaa, 1506 und noch 1591 
zu Marschwitz im Ohlaoschen, 1581 zu Kauer im Glogauschen, 1591 
tu Beltsch im Guhrauschen und 1600 zu Weigwitz im Ohlauschen sass. 
Mach dieser Zeit ging das Geschlecht in Schlesien aus, doch blühte 
dasselbe noch, alsSinapius lebte, in den Häusern Marschwitz und Beltsch. 
Conrad Schenck kommt urkundlich 1310 vor; Hans Schenck von der 
Btoinau lebte um 1430 im Wohlauschen; Wentzel S. war 1596 fürstl. 
liegnitz. HoQunker und Sebastian v. S. starb 1598 als Maltheserritter 
und Comthur zu Striegau. 

8inmp4u$t I. S. 815-17. — Qauhp^ I. 8. 20fl^ und M. — Fnih. t. Ledebur, II. 8. 3&8. 
-• m^bHMChtr, I. 160: t. Sobftnok, SchlMUch. — t. MfdiAg, I. 8. 513. 

I Sehenok (in Silber ein von drei, 1 und 2, brennenden Granaten be- 

.gleitctes, schwarzes Dreieck, in welchem auf grünem Boden ein silberner, 
Bit Degen bewaffneter Löwe steht). Adelsstand des Kgr.Preussen. Diplom 
Tom 4. Aug. 1738 für Bernd Christian Schenck, M^'or im k. preuss. In- 
fanterieregiment V. Jeetze. Von den Vorfahren soll der Grossvater v.S. 
OütMT in der Pfalz besessen, aber im Kriege verloren haben. Der 
Vater, Hauptmann im k. preuss. Infanterieregimente v. Stille hatte den 
Adel niedergelegt. Der Empfänger des preuss. Adelsdiploms war mit 
denen v. Wolde in Pommern verschwägert , hatte Nachkommet und 
«nter denselben einen Sohn, Friedrich lYilhelm v. S., welcher in der 
k. preuss. Armee stand. 

Frtik, 9. ItHthmr, U. 8. S59. — W.-B. d. Prenn. Monarch. IV. 4«. 

Schenk, Schenk « Ritter. Reichsritterstand. Diplom von 1764 
flir Frani Joseph Schenk, oberdsterr. Hofkammerrath, mit Edler v. 

MffH-U t. Mmk^fHd^ Srg.-Bd. 8 tOt. 

- Schenk, Schenk. Der Familien , welche den Amtsnamen Schenck 
ohne, oder mit einem, meist ihren Rittersitz bezeichnenden Beiworte 
fahren, giebt es in Deutschland über fünfzig und nfichstdem auch 
Mehrere in der Schweiz. Von vielen derselben, z. B. Schenck v. Be- 
dere, Beicnburg, Bichlingshausen, Dipe, Ebenheim, Kussberg, Lieben- 
herg, Lindberg, Rodelsberg, Veithenegg und Vondorf konnte v. Hell- 
bach ifiehta Weiteres finden, als dass sie zu den Nebenlinien anderer, 
bekannteren Familien dieses Namens gehörten. Diese bekannteren Fa> 
mtlien sind in den nachstehenden Artikeln aufgeführt. 

f. NHIf^ck, II. 8. SM. 

Schenck ▼. Ahrberic oder Arbe. Altes, im Nordgaue von 1265 
•—1819 vorgekommenes Adolsgeschlecht, welches auch dem frSnkisehen 
Reichsrittercanton Altmühl einverleibt war. 

r r^lktntt^im, t\y|. <U|4«un«t. AntK)nlt. Nord|t«v. 8. 55. 11$ und IM. ~ Qmmke, II. 
a« inT. - iN«^#rMMi«ii, ÜMilo« AllmUhU T«K HSt 

* 

Sohenek r. Allenbnrf. Altes« ebenfalls im Nordgane von 130S 
— 1 999 aufgetretenes Adelsgeschlecht. 



— 129 — 

SekHidK ▼. Alten-Mnrr. Altes Adelsgeschlccht im Nordgaae, qf- 
kmdiieh 1378 genannt. 

V. ^Iß»tn9i€in, AatiqtUt. NordgaT. S. 2(^8. ~ gtdter, 3A. 8. 1245. 

Sekenok y. Anstad. Altes, längst ausgestorbenes, tiroler Adels- 
gesoblecbt. 

MtoiMk y. Apolda (in Blau vier oder ftinf schrägrechte , silberne 
SMifco). Eine Seitenlinie des Stammes Schenck v. Tauttenbiirg, 
welche im 13. und 14. Jahrhundert vorkam und mit Rudolph Senior 
nnd Theodor Junior S. v. A.,- welche 1392 noch lebten, ausgegangen 
jMbi u» 4ea Artikel: Apolda, Schenck v. Apolda und Yitzthum v. Apolda, 
Bd. I« o* 98. 

». ^fUt0n§teint Thürius. Cbrouik, II. S. 1368 mid 09. 

« Schenck y. «nd ans der An. Altes, bayerisches Adelsgeschlecht, 

«ekakoB auch die Namen Schenkenaw und FlQgelsperg fährte and von 
1300—1426 auftritt. 

Wi§ui Hund, I. 8. 824-27. - Zedier, 34. S. 1245. 

' Schenck v. Bratfelden. Altes, im Nordgaue begütert gewesenes 

Ad^Isgeschlecht, aus welchem Waltber Schenck v. Bratfelden 1265 
seine Güter verkaufte. 

V. Falittuteint Antiniiit. Nurdgav. S. 55. — Oaufie, II. S. 1767. 

Schenck y. Brisnitz. Altes, meissensches Adelsgcschlecht , wel- 
ches das Gut Brisnitz , jetzt Frauen-Briessnitz, unweit Naumburg , in 
alter Zeit besass. 

9. Hellhach, n. S. 388. 

Schenck y. Buren, Büren, s. Schenck v. Landeck. 

Schenck y. Bnrgstad (im Schilde der Rumpf eines Mannes , der 
über seinem Haupte ein bogenförmiges, gezahntes Instrument hält). 
Jobann Schenck v. Burgstad , Küchenmeister des Kurfürsten Ernst zu 
Sachsen, erhielt vom K. Friedrich III. 1465 einen Wappenbrief, wel- 
cher später als Adelsbrief angenommen wurde. Der Enkel desselben, 
Eusebius S. v. B. , war Doctor der Medicin und Professor zu Jena , und 
mit dessen Sohne , Johann Theodor S. v, B. , ebenfalls Doctor der Me- 
dicin nnd Professor zu Jena, erlosch 21. Decbr. 1671 das Geschlecht. 

Frtih. 9. Ledehur, 11. S. 358 und 59. 

Schenck ^ Schenck y. CastrI , s. den Artikel : C a s t e 1 , Grafen zu 
Castel, Schenken Grafen zu Castel, Bd. II. S. 234 und 35. 

Schenck y. Debertzen, Dobirschen. Altes, thüringisches Adels- 
geschlecht, welches in den Jahren 1288 bis 1307 vorkommt. Ihr Rit- 
tersitz war Döbritschen. 

, V. Falkfmtein, Thüring. Chronik, II. S. 1369 und 70. 

Schenck y. Dischingen Eines Stammes und Wappens mit den 
' Schencken v. Castel. 

9. Beltbach, II. 8. 389. 

Schenck y. Dönstedt, auch S. y. Emersleben, S. y. Flechtingen, 
S. y. Diepen und S. y. Hasselburg (in Gold zwei übereinander lau- 
fende Biber von natürlicher Farbe). Altes, im Magdelmrgischen und 
in dem angrenzenden Braunschweigischen und Anhaltschen ansehn- 

Kme9Chk€t Deatfch. AdeU-Lex. VIII. 9 



— 130 — 

lieh begtUrrt gewordenes Adelsgeschlecht, welches schon 1196 zu Dön- 
stedt im Kr. Neu-Haldensleben sass und das Erbschenkenamt Ton Hal- 
berstadt, so wie das Erbkämmerer- und Erbschatzmeister -Amt der 
Enrmark an sich brachte. In neuerer Zeit bat sich mehrfach der 
Stamm nur Schenck genannt. Zu dieser Familie gehörte der 1811 
verstorbene k. preuss. Generallieutenant Friedrich Wilhelm v. Schenck, 
und nach Rauer war 1857 Freih. v. Schenck auf Schloss Mansfeld, 
k. preuss Rittmeister a. D. , Herr auf Leimbach im mansfelder Oebirgs- 
kreise. 

Fr€ik. V. Ledebun ü. S. 359. — Siebmaeher ^ I. 175: Schencken %n Diepan. 

Schenck v. Dornburg. Altes, thOringisches , von den Scbencken 
V. Tautenburg und Vargula stAmmendes Adelsgeschlecht , welches die 
Pfalzstadt Dornburg zwischen 1287 und 1344 besass. Im letztgenann- 
ten Jahre verkauften die Brüder Heinrich und Dietrich S. v. D. ihren 
Anthcil den Grafen v. OrlamQnde und zu Schwarzburg. Zuletzt findet 
man den Stamm noch 1351. . ^ 

r. FcUkenxtein, Thuring. Chronik, II. 8. 1371 uud 72. — J. 8. G. SehvabSf bitftor.Hinti- 
quar. Nachr. von dor ehemaligen Pfalzstadt Dornburg a. d. Saale. Weimar^ 1826, beiond. 
8. 64 uud ff. 

Schenck y. Erbach, s. den Artikel: Erbach, Erpach, Schencken, 
Herren und Grafen, Bd. III. S. 131 bis 134. 

Schenck v. Flechtingen (Wappen, wie bei Schenck v. Dönstedt an- 
gegeben). Altes, magdebqrgisches Adelsgesclilecht, eines Stammes und 
Wappens mit den Schencken von Dönstedt, Emersleben, Diepen u. s. w., 
s. den Artikel Schenck v. Dönstedt. — Das Geschlecht besass im 
Fürstenthuine Halberstadt, sich Schenck von Flechtingen schreibend, 
das Erbschenkenamt und in der Kurmark Brandenburg seit Jahrhunder- 
ten das Erbschatzmeister-Amt, und war in der Altmark zu Flechtingen 
unweit Gardelegen , Lemfel , Böddensell . Hasselburg u. s. w. begütert. 
Den Stammsitz hatte das Geschlecht über fünfhundert Jahre inne. Um 
1806 war Friedrich Wilhelm v. Schenck, Herr auf Flechtingen und 
k. preuss. Major a. D. , im Besitze der Erbschatzmeister- Wflijjyß der 
Knrmark, und der k. preuss. Generallieutenant in d. A. v. Schenck aüT 
Flechtingen bekleidete um die genannte Zeit das Erbschenkenamt des 
Fürstenthums Halberstadt. Der Mannsstamm blühte noch fort, bis 
derselbe mit Carl Jacob Friedrich v. Schenck , Herrn auf Flechtingen, 
Hilgesdorf und Bödenseil , Erbschatzmeister der Kur- und Mark-Bran- 
denburg, Erbschenken des Fürstenthums Halberstadt, 11. Decbr. 1853 
erlosch. Die genannten Güter, sümmtlich im Kr. Gardelegen, besass 
noch 1864 die hinterlassene Wlttwe, Caroline Freifrau v. Schenck, 
gebor. Gräfin v. d. Schulenburg a. d. H. Ottleben, geb. 1792 und 
verm 1809. 

Ste/'Hs, rami»en-lM*nl»ütt «'lache (5f«chlc(iit«-(?«*Bihiihtr , BrilHge Nr. Zi. ~ N. Pr. A.-L. 
IV. S. 163 — Freifi r. L^d^hur. II. S. 300: im Aitikol: Srht'nck v. DönRt«dt. — 8t>b- 
tmichrr, I 17.'»: nnt«T ileni Nhummj: S«lH'iick /u l>iH|ieii. - p. Mfding, 1. 8. 516 nod 16. 

Schenck v. Geyern (Schild von Schwarz und Silber quer getheilt, 
ohne Bild und auf dein gekrönten Helme ein aufwachsender Adler, 
dessen Kopf, halber Hals und halbe Flügel schwarz sind, das Uebrige 
aber weiss ist). Altes, stiftsfähiges Adelsgeschlecht, welches zu den 



— 131 — 

ehemaligen reichsritterschaftlichen Cantonen in Franken cehörte. Das 
noch jetzt der Familie zusteheude Stammhaus Geyern liegt zwischen 
Staoff and der ehemaligen Reichsstadt Weissenbnrg im Nordgaae. Das 
?on dem alten and mächtigen Hause der Grafen v. Hirschberg im Nord- 
gaae erlangte Erbschenkenamt gab der Familie den Beinamen , den sie 
auch auf die beiden , längst in Ruinen verfallenen Schlösser Hofstetten 
and Balach, ausdehnte. — Der Name wird schon im 10. Jahrhundert 
genannt, doch ist Conrad Schenck v. Geyern der älteste allgemeine 
Stammvater deß ganzen nachfolgenden Geschlechts. Derselbe war Erb- 
schenk der Grafschaft Hirschberg und besass um 1 244 Hofstetten. Der 
Sohn, Heinrich der Schenck, bekam 1276 Ton Ludwig Herzog von 
Bayern das Stammhaus und Schloss Geyern um dreihundert Pfand Hel- 
ler zurück, welches Scbloss 1260 in einer Fehde des Herzogs mit den 
Marschällen v. Pappenheim, deren Verbündete die Schencken v. Geyern 
waren, erobert und zerstört worden war. — Die weiteren Nachkom- 
men th^ilten sich in mehrere Linien , in die zu Leuterehausen , Alten- 
haosen, Jettenhofen, Syburg, Wiesenbruck u. s. w. , welche sämmtlich 
erloschen sind, während die Hauptlinie zu Geyern in zehn Generatio- 
nen sich blühend erhielt, und zwar bis zu Albrecht Ernst Freih. S. v. G., 
geb. 1669 — Sohn des Freih. Veit Christoph, aus der Ehe mit Maria 
Euphrosyna v. Kreutz — , welcher Ritterhauptmann des fränkischen 
Cantons Altmtthl war, 1746 starb und sich mit Dorothea Eleonore 
HofefiV. Lobenstein vermählt hatte. Vor ihm und seinem Sohne, Phi- 
lipp Albert Ernst zu Geyern , Syburg und Wiescnbruck , brandenb.- 
onolzb. Reisestallmeister, Kilmm. und Oberstwachtmeister, verm. mit 
M. Emestine Hofer v.Lobenstein, entstammen alle späteren Freiherren 
dieses Namens. — Haupt der Familie war in neuester Zeit: Freih. Carl, 
geb. 1790 — Sohn des 1831 verstorbenen Freih. Carl Ludwig Fried- 
rich, k. k. Kämmerei's und Rittmeisters, aus erster Ehe mit einer 
v. Grieshubert. gest. 1798 — , Herr auf Geyern , Syburg und Wiesen- 
bruck, k. bayer. Kämm, und Hauptmann a. D., verm. mit Maria Grf. 
Beischach zuRieth, geb. 1814, aus welcher Ehe, neben fünf Töch- 
tern, ein Sohn stammt: Freih. Rudolph, geb. 1846. Der Halbbruder 
des Freiherrn Carl, Freih. Ernst, geb. 1805 — Sohn des Freih. Carl 
Ladwig Friedrich aus zweiter Ehe mit Maria Helene Hauck v. Birn- 
dorf, geb. 1763 und verm. 1803 — , Mitherr auf Syburg, Wiesenbruck 
and Geyern, vermählte sich mit Amalie Freiin v. Stolterfoth, und aus 
dieser Ehe entspross, neben ftlnf Töchtern , ein Sohn: Freih. Ernst, 
geb. 1843. Von den Töchtern vermühlte sich die älteste. Freiin Wil- 
helmine, geb. 1830, 1851 mit Hugo Gr. und Edlem Herrn zur Lippe- 
Biesterfeld- Weissenfeid auf Sassleben , und die zweite. Freiin Amalie, 
geb. 1832, in morganatischer Ehe 1850 mit Friedrieh Fürsten zu 
Hohenzollem-Hechingen. Letztere ist zur Grf. v. Rothenburg erhoben 
worden. 

Gauhf, I. 8. 1257. — v. Hathtein, II. S. 3(i8-l2. — Zf,llei , 34 S. 1250-66. - r. Lang^ 
S. 523. — Freih. v. L^dehur, II. S. 350. - (Jenoal. Tawlipuh. d. freih. HünHer, 1W6, 8. 527. 
—80, 1863, 8. 847 und 48 und 18»>5. — Siehmacher, I. lol: Di«- Schenckeu v. Cit^yren, Frän- 
kkch. - w. Mfdtng, 1. 8. 616. - -euppl. ?.n Siobm. W.-B. II. 17. - W.-B. d. Kgr. Bayern, 
IV. 21 und V. Wölckero, Abtheil. 4. 

9* 



— 132 — 

Scheiick v. Giäfenberg, s. Schenckins v. Grafenberg. 

Schenek v. GrediDgen. Altes, fränkisches Adelsgeschlecbt im 
Nordgaoe, aus wdchem Ludwig Scbenck zu Gredingen 1375 sein festes 
Schloss Greding unweit Kantingen am Altroühl an den Bischof zu £ich- 
städt verkaufte. 

w. FalkenstHn, Antiq. Nonig. 8. 209. - Oauh^, II. 8. 1769. - Zedier, 34. S. 1270. 

Schenck zu Hasselberg. Altes, früher zu dem im Braunscfawei- 
gischen begüterten Adel zählendes Geschlecht. 

V, Beliback, IL 8. 390: nach Lüdersens Sammlnng. 

Schenck v. Hirschlach. Altes, früher dem fränkischen Reichs- 
rittercanton Altmühl durch seine Besitzungen einverleibt gewesenes 
Adelsgeschlecht. 

Bitdermann, Canton Altmülil, Tab. 238. 

Schenck v. Hoffstedten. Altes , im ~Nordgau ansässig gewesenes 
Adelsgeschlecht, aus welchem Heinrich Schenck v. Hoffstedten urkund- 
lich 1296 und loOO auftritt. 

». FalkfMtein, Antiqült. Nordgav., 8. 20«. - Oauhe, IL 1769. - Zedltr, 34. 8. W7«. 

Schenck v. Kaysersstuhl, Kayserstnhl. Altes, schweizerisches 
Adelsgeschlecht, welches nach Stumpif bei den alten Grafen zu Baden 
das Erbschenkennmt besass. 

Oauhe, II. 8. 1768. — /edler, 15. 8. 355 und 34. S. 1266. 

Schenck y. Kevernbarg. Altes, thüringisches Ritteflgeschlecht, 
aus welchem 1320 Rudolph Schenck. Herr zu Kevcmburg, arkuiidlieh 
vorkommt. 

r- Fatkenstein, Thüringitche Chrouik, 11. S. 1373. 

Schenck v. Klingenburg. Altes Rittergeschlecht, eines Stam- 
mes mit den Schencken v. Limpurg-Limbnrg. 

Oetter, Wapi)eid»elu«tigmigeii, VI. Stck. .'». 

Schenck y. Korbsdorf. Altes, thüringisches Adelsgeschlecbt, 
welches eine Seitenlinie der Schencken v. Saleck war. 

r. Falkenatein. Thüring. Chronik, II. 8. 1371. 

Schenck y. Landeck. Altes , schwäbisches Rittergeschi echt, wel- 
ches sich auch Schenck v. Buren (Büren) und Landeck schrieb. 

9. Beltbaeh, II. 8. 390. — Siebniaeher, II. 86. 

Schenck v. Landsberg (in Silber ein schwarzer, gekrönter Löwe). 
Altes, schon im 14. Jahrb. vorgekommenes Herrengeschlocht, welches 
im Meissenschen und in der Lausitz , so wie auch nach Einigen in 'Thü- 
ringen begütert war. Dasselbe schrieb sich auch Schenck v. Sfdow 
oder Seyda und Schenck v. Teupitz. — Nach Hörn soll die Famihe 
bei. den ehemaligen Markgrafen von Landsberg das Erbschenkenamt 
besessen haben und von den ehemaligen Herren v. Landsberg herstam- 
men. Gewiss ist, dass dieselbe die Herrschaft und das Schloss Seyda 
im ehemaligen sächsischen Kurkroise, zwei Meilen von Wittenberg, so 
wie Schloss und Herrschaft Teupitz , früher zur Niederlausitz , später 
zur Mittelmi\rk gehörig, schon vor vielen hundert Jahren besass und 
nach diesen Besitzungen sich auch nannte. Die Heri'schaft Seyda ttber- 
liess das Geschlecht um 1501 dem Kurfürsten Friedrich IIL , dem Wei- 
sen, zu Sachsen , Teupitz aber wurde 1718, um welche Zeit der Stamm 



— 133 — 

ertosefa, an den KOnig von Pronssen Friedrich Wilhelm I. verkanft. 
Die Herrschaft Bachholz hei Teltow in der Mittelmark and Leathen 
unweit Lühhen in der Niederlansitz, zwei Meilen von einander, hesass die 
Familie noch 1716, auch hatte dieselhc von 1540 his ahi 1643 Wen- 
disch- Wasterhaosen (das spätere Königs- Wasterhausen mit dem vom 
Könige Friedrich Wilhelm I. angelegten Jagdschlosse) , vier Meilen von 
Berlin und drei Meilen von Buchholz und Teupitz, mit einem grossen, ins- 
gemein dasSchencken-Ländchen genannten Bezirke, inne. — Otto Schenck 
V. Landsberg wohnte nach Weck 1207 dem Landtage auf dem Culm- 
berge in Meissen bei ; Friedrich und Hans S. v. L. zu Seyda kommen 
nrkandiich 1337, und Otto 1405 vor; die Tochter des Letzteren wurde 
1425 Aebtissin des freien Stifts Gernrode; Heinrich, Otto und Johann, 
die Schencken zu Seyda, begleiteten 1413 den KiufQrsten Rudolph HL 
za Sachsen auf das Concil nach Gostnitz, und ein anderer Otto war 
1461 im Gefolge des Herzogs Wilhelm lU. zu Sachsen, als derselbe 
in's gelobte Land reiste. Später werden Heinrich Otto und Rudolph 
6. V. L. auf Tenpitz Geheime Käthe des Eurfllrsten Friedrich H. zu 
Brandenburg genannt, und Otto Wilhelm S. v. L., gest. 1715 als 
saehsen-merseburgischer Consistorialdirector und Obcramts-Director zu 
Lflbben , hinterliess drei Söhne , die sich in das väterliche Erbe theil- 
ten. Ludwig Alexander bekam Teupitz , Carl Albrecht Leuthen und 
August Wilhelm Buchholz, doch wurden die beiden letzteren Herr- 
schaften schon nach einigen Jahren veräussert. 

Mintter, Cosmogr. S. 688. — Weck, Dretd. Chronik, 8. 436. ~ Knauth, S. 663 aud 64. 

— Hom^ TracUt ron dam üarkKrafenthum Landsberg, 8. 41 und Destelb^D Sachs. Hand- 
bibliothek. — Grosser, Lausitz. Merkwürdigk. III. S. 94. — Oauhg, I. 8. 2058—60. — Zedier, 
84. S. 1966 und 67. — Freih. v. Ledebur, II. S. 359. — Siebmacher, 1. 28: Sehencka 
T. Landib^fy, Freiherren. 

Schenck v. Leutershansen. Altes Rittergeschlecht im Stifte Eich- 
städt, aus welchem Heinrich S. v. L. die beiden Dörfer Neuenstädt und 
Dumbach unweit seinem Sitze Leutershansen 1397an das Bisthum Eich- 
städt verkaufte. Derselbe hatte einen gleichnamigen Sohn , doch ist 
nicht aufzufinden , dass derselbe den Stahim fortgesetzt habe. Buceli- 
nos und Siebmacher schreiben übrigens nicht; Leutershansen, sondern: 
Lindershausen. 

9..Falkfnstein, Antiquit. Nordgav. S. 232. — Gauke, U. 8. 1768. — Zfdler, 34. 8. 1267. 

— Biedermann; Cautou Altmuhl, Tab. 239. — Siebmachery II. 7(>: die 8. v. Lindershausen, 
FränUeeh. 

Schenck v. Limpnrg, Limburg, s. den Artikel: Limpurg. 
Schencken v. Limpurg, Grafen und Herren, Bd. V. S. 54*4 und 545. 

Schenck v. Lützenbnrg. Altes , nach Enzelt's Chronik mit des 
K. Ludwig des Bayern gleichnamigem Sohne, als derselbe 1422 die 
Mark Brandenburg erhielt , in dieselbe kam. 

Gauhe, II. 8. 1768. 

Schenck v. Lützendorf (Schild mit silbernem Schildeshaupte, 
ohne Bild und im von Roth und Silber geschachten Schilde zwei blaue 
Pfahle). Ein aus Bayern mit dem Markgrafen Ludwig dem Bayer in 
die Mark-Brandenburg gekommenes Adelsgeschlecht, welches das Erb- 
schenkenamt der Mark Brandenburg erhielt, bereits 1375 zu Fahrland, 
Niebede, Rudow und Klein-Schwechten sass, letzteres Gut noch 1614 



— 134 — 

iime hatte und mit Daniel Schenck v. Lützendorf am 1615 er- 
löschen ist. 

Freik. 9. Ledehur^ II. 8. 359 und CO. — SitbnMChtr, I. 170: v. Lucsendorf, S&chsiscb. 

Sohenck y. Mohlan. Altes, thüringisches Rittergesehlecht , wel- 
ches za dem Stamme der Schencken v. Wiedehach gehörte. 

9. Fatienateim, Thfiring. Cbruuik, II. S. 13. — Gauhe, II. S. 1371. ~ Z«dUr, 34. 6. 13(i6. 

Schenck y. Nebra, Nebere. Altes, thüringisches, von 1352 his 
1362 vorgekommenes Rittergeschlecht. 

•. Falktnttein, Thäring. C'hnuiik, II. 8. 1372. 

Schenck y. Neindorf, Neindorp nnd Niendorp (im Schilde ein 
eckig oder spitz gezogener Querbalken , oben mit drei ganzen and zwei 
halben, and anten mit vier ganzen Spitzen). Altes, braunschweigisches 
Rittergeschlecht, welches zu dem Campen-IsenbQtt eischen Stamme gehörte, 
das alte Blankenburg-Campensche SVappen fühlte und mit dem braun- 
schweigischen Erbschenkeuamte bekleidet war. Mehrere Siegel dessel- 
ben von 1251 , 1311 u. s. w. sind bekannt. Vier Herren v. Niendori) 
siegelten 1317, und Jordanus de Nendorpe Piucerna kommt ui*kund- 
lich 1319 vor. — Der Stamm blühte fort, bis derselbe IS.Decbr. 1744 
mit Carl Wilhelm v. Neindorf a. d. H. Neindorf, k. preuss. Hauptmann, 
erloschen ist. 

Kohler, von Erblandhofamtern , 8. IS. — Stefetu (.'ainpensche Gescblechtsgeschichtef 
S. 116 und Beilage, Nr. 23. - v. Meding. 1. S. r>lG und 17 und III. fl. 455: t. NeUidurf. 

Schenck y. Neydeck, Nydeck, Nydeghen (in Schwarz ein silber- 
ner Löwe mit rother Zunge und Klauen , und mit goldener Krone). 
Altes, im Herzogthume Jülich das Erbschenkenamt führendes Adels- 
geschlecht , welches ursprünglich aus dem an Jülich grenzenden Her- 
zogthume Geldern stammte, in welchem das Stammschloss Nydeghen 
oder Nydeck am Limburgischen unweit Mastricht lag. Nach Sennert 
wurde Theodoricus Schenck de Nyd^hen: Geldrensis, 1554 unter 
die Studirenden auf der Universität Wittenberg aufgenommen, and Mar- 
tin Schenck v. Niedegg, niederländ. General, kam 1589 vor Nymwe- 
gen im Wasser um. — Hans Öfeinrich S. v. N. war 1657 Capitain in 
der kurtrierschen Garde, und Bernhard Theodor S. v. N., k. polnischer 
und kursächs. Kammerherr, befand sich 1712 als Gesandter am kar- 
pf&lzischen Hofe. 

Gauhe, I. S. 2060 und 61. - Zedier, 34. S. 1275. - Siehmachfr, I. 131: Die Sehenden 
V. Neydeck, RheinläudiMch 

Schenck v. Neydeck. Ein von Wigul Hund dem bayerischen 
Adel zugezähltes Geschlecht , welches mit Georg S. v. N. in Bayern 
1504 ausstarb. Derselbe blieb in einer Schlacht bei Regensburg. — Die 
Familie war wohl eines Stannnos mit dem im vorstehenden Artikel an- 
geführten GescJilechte. 

Wigul Hund, I. S. 32.'i und 24. - Ganhf, I. S. 20«! . - Zudler, 34. S. 1275. 

Schenck v. Osterwitz. Altes, kärntner Herrengeschlecht, wel- 
ches das Erbschenckeiiamt in den Ilerzogthümern Kärnten und Steier- 
mark besass. Dasselbe. kam schon 1415 vor und ist später, 1415, 
ansgestorben. 

ßfhmu(9t m« 8. 474. 



— 136 — 

Sohenok ▼• Quast, s. den Artikel: Quast, Bd. YII. S. 297. 

Schenck y. Reioheneck , Rheineck, Reineck (Schild der Länge 
nach getheilt : rechts drei Rohr- oder Schilfkolhcn und links eiue halbe 
vierblättrige Rose , oder auch in Silber eine gefüllte, sechsblättrige, 
rothe Rose). Altes , meist bayerisches Rittergeschlecht . welches wohl 
von den v. Eönigstein stammt, wenigstens führten beide Familien einer- 
lei Wappen. Walther Schenck v. Reicheueck lebte um 1280 und 
Friedrich S. v. R. , gest. um 1412. soll der Letzte des Stammes gewe- 
sen sein. -^ Heinrich S. v. R. wurde 1330 vom Papste Johann XXt., 
dem K. Ludwig dem Bayer entgegen , zum Bischöfe von Eichstädt er<* 
wählt, musste aber, als der Kaiser 1334 aus Italien zurückkehrte, 
wieder weichen und starb 1343 als Privatmann in Nürnberg, wo Meh- 
rere des Geschlechts sich aufgehalten und das BOrgerreqht erlangt 
hatten. Werner S. v. R. war 1329 Bischof zu Bamberg geworden. 

V, Fatkenstein^ Autiquit. NordgAT. S. 2()9 und 212. -> Oauht; 11. S. 17G8 und 69. — 

Zedier, 34. S. 1267 und 68. - Glücks Buschreib. der Stadt NürnlMTg, S. 63. — J. W. Oftiert 

Wnppenbelustlg., VI. Stck. (Augsburg, 1764) 8. 1—17 und Vorred« su diesem 6. Stücke. — 
Sit^maekir, iL 64: S. v. B., Bayerisch. — r. Uediny, I. 8. 617. 

Sehenek v. Riedt. Altes, steiermärkisches Adelsgeschlecht, ans 
welchem ein Sprosse 1462 Pfleger der Herrschaft Steyer war. 

Prnenhutbtr, Aunal. Styreus. 8. 113. ~ Z^dltr, 34. 8. 1227. 

Sohenck v. Rossberg (in Silber, auch in Gold, ein auf einem Drei- 
berge aufspringendes, schwarzes Ross). Ein früher zu dem schweize- 
rischen und fränkischen Adel gehörendes Geschlecht, welches ursprüng- 
lich aus Tirol stammte. 

8al90r, 8« 226, 235, 236 und 241. — Siebmacher, II. 148 und V. 179 : ▼. Rossberg, Sohweiserlsch. 

Schenck y. Saalbach, Salbaoh. Altes Adelsgeschlecht, eines 
Stammes und Wappens mit äen Schencken v. Geyern. 

V. HMbach, II. 8. 301. 

Schenck v. Saaleck, Saleck. Altes, thüringisches, schon um 
1 225 vorgekommenes Rittorjreschlecht , eines Stammes und Wappens 
mit den Schencken v. Tautenburg , Vargula , Mohlau und Wiedebach. 
Das gleichnamige Stammschloss liegt an der Saale bei Naumburg und 
wurde 1345 an das Stift zu Naumburg verkauft. 

*. F€üktnHeint Thüringische Chronik , II. 8. 1370. — Lepuiu», Geneiil. Nachrichten ron 
den Schencken su Saaleck ; ein Bruchütiick einer Qeflchlchte des Schlosses und der ehemaligen 
Dynasten t. 8«aleck. Naumburg, 180U. — J. Fr. Förtsch, diu Kudulsburg. Urkundlich be> 
schrieben. 1818, 8. 27 und 28. 

Schenck v. Saltza (in Silber ein schrügrechter , blau und silber- 
ner Schachbalken). Ein früher zu dem hessischen Adel zählendes Ge- 
schlecht, welches um 1454 zu dem fuldaischen Lehnshofe gehörte. 

Schanmat 8. 152. — p. Mtding, I. 8. 518. 

Schenck y. Salzburg. Altes Rittcrgeschlecht , nach sicheren 
Nachrichten mit den Schencken v. Geyern ein und dasselbe Haus. 

ZtdUr , 34. 8. 1245. 

Schenck v. Schenckenberg. Altes, schweizerisches Ritterge- 
schlecht, welches sich nach dem Bergschlosse und der Ober-Vogtei die- 
ses Namens , zwischen Frickthal und Ergow , nannte , doch schon im 
14. Jahrb. ausstarb. Verschieden von diesem Stamme war ein altes 
tirolisches Rittergeschlecht auf dem gleichnamigen Schlosse , welches, 



■» 



— 186 — 

da keine männlichen Erben Torbanden waren , das bisbet verwaltete 
Erbschenkenamt im Stifte Brixen 1414 an Bertholomaens V. Gfnffidam 
übergab. 

€hr. 9. Brandi», II. 8. 69. — Oauhe, U. 8. 1768. 

Sehenck y. Schenkendorf. Altes Adelsgeschlecbt in der Hark 
Brandenburg, welches in der Landesgeschichte oft genannt wird nnd, 
#iiö mehrfach angenommen wird, mit den y. Schenckendorf nicht ver- 
wechselt werden darf. Heinrich S. v. S. kommt urkundlich 1824 nnd 
1^82 vor, nnd ebenso auch Erich S. v. S. mit dem ebengenaünten 
Heinrich S. v. 8. 

Anp^i Mftrk. Chronik, 8. 132. - Ludetpig, Bell«]. Ifscpt. VII. 8. 35 und 36. - Gauht, 
IL 8. 1770. - ZedUr» 34. 8. 1277. 

Sehenck y. Schenckenstein (Schild geviert: 1 und 4 in Silber 
die ftlnfendige Stange eines schwarzen Hirschgeweihes, und 2 und 8 
von Roth und Gold in vier Reihen gescbacht). Altes, freiherrliches 
Oeschlecht in Schwaben, eines Stammes mit den Schencken v. Castel, 
welches von dem Sitze , dem Schlosse Schenckenstein , den Beinamen 
annahm. — Bucelinus beginnt die Stammreihe mit Conrad und Hein- 
rich S. V. 8., welche im 18. und 14. Jahrh. genannt werden. Heinrich 
V. S. brachte das Schloss Hohenburg am Riess an sein Geschlecht und 
wurde ein Grossvater des Anton S. v. S. . der am Hofe des Ereherzogs 
Sigismnnd in grossem Ansehen stand. Sein Sohn, Johannes, wurde 
Prftsident zu Wiessberg und war 1580 mft dem Erzbischofe von Salz- 
burg auf dem Concil zu Costnitz und ebenso befanden sich auf dem- 
selben , und zwar im Gefolge des Markgrafen Georg zu Brandenburg, 
Ga8j[)ar 8. v. 8. und in dem des Bischofs zu Brixen der TruchsesHs An- 
ton S. V. S. — Von den Urenkeln des Johannes 8. v. S. lebten um 
1660 Rudolph und Johann Jacob S. v. S. — Die Familie wal" auch 
dem fränkischen reichsunroittelbarcn Rittercanton Altmühl einVefleibt. 

BucHiai Stemmatogr. P. IV. — Gauh«, I. 8. 2061. — Zedier, 34i 8. 1277. ~ Bieder- 
mannf Canton Altmühl, Tab. 24o. ~ Siebmaeher, I. 116: Die Schencken v. ScheDckeoateiD, 
SohwAblsch. 

Sehenck v. Schmidburgi S. v. Schmidberg, auch FrelliertriBh 

(in Schwarz eine alterthümliche, viereckige, in Gestalt ein$r durch- 
brochenen Raute geformte , silberne Schnalle [Schwertgurtschnalle] mit 
rechts gewendetem Dorn , in jeder ihrer vier Seiten mit einem runden 
Rubin besetzt und jede Seite mit einem länglichen , vicrecldgen Lasur- 
steine belegt , so dass immer ein Lasurstein zwi^hen zwei ftttbinen 
liegt). Erbländ.-österr. Freiherrnstand. Anerkennungsdiplom d^, der 
Familie zustehenden, alten Freiherrenstandes von 1793 flir Friedrich 
Freih. v. Schmidburg, mit dem Incolate in Böhmen, Kärnten und 
Kmfn. — Altes , ursprünglich aus dem Trierschen stammendes Adels- 
geschlecht, welches schon länger als hundert Jahre in den k. k. tfeter* 
reichischen Erblanden einheimisch ist. Urkundlich kommt nach Hönt- 
heim bereits schon 1107 Emich v. S. vor, nnd Familienpapiere leiten 
den Ursprung des Geschlechts bis in das zehnte Jahrhundert «urtck. 
Der Stammort Schmidburg liegt übrij^ens am Hundsrflck, zwischen 
Kim und Kirchberg, im ehemaligen Erzstifte Trier. — Die fortlaufende 
Stammreihe beginnt Humbracht mit einem späteren Gieselbert 8. (^n 



— 137 - 

GhiMfWb Soll tohoh 982 gelebt haben) , gest. 1270, welcher urknnd- 
!hdi4S65 erscheint. Derselbe trär der Altvater Friedrich's v. Schmid- 
bttfg, der 1355 durch Vermählung mit Laurete v. Ohren, Erbschenkin 
t<rti frier, das triersche Erbschenkenamt an sein Haus brachte, 
fre^hhlb sich auch die drei von ihm stammenden Linien: Schenken 
t. Sdhmfidbürg nannten und bis zur Auflösung des deutschen Reichs* 
Ycfi1)ttt)des dieses Erbamt als kurtriersches Lehn trugen. Nächstdem 
hatte der Stamm aber auch mehrere andere liehen , und war sehr aö- 
sebbfich begütert. Immer mit den ältesten Reichsgeschlechtern ver- 
wandt, Wurden die Scheficken v. Schmidburg als Dignitarien und Dom- 
herren in den Erzstiften aufgenommen , und Mehrere wurden Comthnre 
n*d Ritter des deutschen Ordens. Bei Auflösung des deutschen Reichs 
wftir der letirte Ritterhauptmann des Cantons Oberrhein Damian Hugo 
Fteih. V. Schmidburg. — Freih. Johann Georg kaufte zur Zeit des 
dOjUrigen Krieges das Landgut Bleckenburg im Holsteinischen , und 

Cdete eine besondere Linie in der Ehe mit Margarethe v. Hütten. 
ihm sind in gerader Linie die noch lebenden Freiherren S. v. S. 
eirtsprdsseQ , welche 1793, s. oben, in den k. k. Erblanden , neben 
dttö Incolate, die Anerkennung des alten Freiherrnstandes der Familie 
erhielten. Der freiherrliche Stamm blüht jetzt in zwei Linien, der 
mten und zweiten. Haupt der ersten ist: Freih. Joseph, geb. 1843 — 
Sohü des 1840 verstorbenen Freih. Victor, geb. 1815, Landstands in 
B5hmen und in den Herzogthümern Kärnten und Krain , k. k. Kämm. 
iiBfl Blatthalt.-Vicepräsidenten u. s. w., aus der Ehe mit Aloysia Freiin 
SfchWeiger v. Lerchenfeld, geb. 1816 und verm. 1840, und Enkel des 
Prefh. Joseph Camillo, geb. 1779 und gest. 1846, k. k. Kämm, und 
Öeh.-Raths, Jubil. Gouvern. im Kgr. Illyrien und Landstands in den 
k. k. Erblanden, verm. mit Magdalene Freiin v. Born, geb. 1779 — . 
k. k. Jftgeriientenant. Derselbe hat zwei Schwestern, und von väter- 
licher Seite leben vier Schwestern. — Haupt der zweiten Linie ist: 
P*15ih. Friedrich, geb. 1808 — Sohn des 1821 verstorbenen Freiherrn 
Wilhelm, k. k. Kämmerers und Gubernialraths . aus der Ehe mit Anna 
Tttün Reisky v. Dubnitz, geb. 1783 und gest. 1856 — , k. k. Finanz- 
btelnter in Prag, verm. 1845 mit Carolina Freiin Bibra v. Gleicher- 
i9\¥s^ , geb. 1818, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern , zwei Söhne 
gtüttimen: Preih. Wilhelm, geb. 1847, und Rudolph, geb. 1862. Der 
Btttdirtr des Freih. Friedrich : Freih. Rudolph, geb. 1810, k. k. Käm- 
Shfcfffer tihd Generalmajor in Pension, vermählte sich 1841 mit Antonia 
PrtÜn v. Lilien, geb. 1821, aus welcher Ehe, neben fünf Töchtern, 
tiM Sfthne stammnn: Freih. Carl, geb. 1845, und Hermann, geb. 
1886. — Die Angabe, dass das Geschlecht 1824 erloschen sei, kann 
8i6h nur auf eine rheinländische oder hessische Linie beziehen. 

tnnnbraeht, TRb. lÄT und r>8: v. Schmidbnrg. - Onith-. 1. S 2(WJ2. — r. IlatiHtein. T. 
8. 4te-88: Scbmidberg. — Ifdlfr, 84. 8. 1278. - Ento,-, Aliiieiipr., 8. 72: 8chinidtb(>rg. — 
t. Schonfeld. Adels-Schemat. I. 8. 161 und 62. — Fahnf. I. S. 384. - Fr^ih. r. L^H^hur, II. 
8. i«0. — Oeneal. Tm«chrtib. der frrth. HäuMer, 18fi7, 8. 670-82. 1864, 8. 7.'l2-34 und 1866: 
Schnidbiirg (Schenk v.) — Siebmachfr^ I. 128: Die Scheuckpii v. Scbmidtperg, RheinlAndittch. 
r. Wifding. II. 8. 611 und 12. - Suppl. m Mipbni. W.-B. IV. 24: S. v. Scbmidberg. 

Sclietick' tn Schweinsherg, auch Freiherren ( Schild quergetheilt : 
bbteti iti Blau ^ leöpaTdirter, goldener Löwe und unten in Silber vier, 



— 138 — 

3 and 1 , rothe , aneinander gesetzte Rauten , von denen die beiden 
äussern der ersten Reihe den Seitenrand des Schildes berühren, die 
einzige der zweiten Reihe aber ihre Spitze im unteren Schildesrande 
verliert). Altes, hessisches Adelsgeschlecht, seit Heinrich dem Kinde 
mit der Erbschencken würde in Hessen bekleidet. Der Besitz der Fa- 
milie liegt meist in Nieder- und Oberhessen. Urkundlich wird zuerst 
Walther zu Schweinsberg 1222 genannt, welcher mit einigen anderen 
Rittern die heilige Elisabeth, königl. Prinzessin von Ungarn und Ge- 
mahlin des Landgrafen von Thüringen und Hessen, Ludwig, aus Un- 
garn abgeholt haben soll. Der Sohn desselben , Crato zu Schweinsberg, 
wird um 1249 als Rittor erwähnt. Crato's Sohn, Eberhard, war erster 
Schenck zu Schweinsberg (1279), und Eberhard's Sohn, Werner L, 
erster Erbschenck in Hessen (1333). Von dem Sohne des Letzteren, 
Werner H. (1350), Erbschenk, stammte Volprecht S. zu S. , welcher 
1387 und 1413 genannt wird. Volprecht's beide Söhne, Anton und 
Johann , schieden den Stamm in zwei noch blühende Hauptlinien : An- 
ton S. zu S. (1448) stiftets die ältere Hauptlinie zu Schweinsberg, und 
Johann Ritter S. zu S. (1442) die jüngere Hauptlinie zu Hermannstein. 
— Das Stammschloss Schweinsberg, mit einer Stadt dieses Namens an 
der Ohm, liegt einige Stunden südöstlich von Marburg entfernt, und 
Hermannstein , ein ehemaliges hessisches Schloss , welches den Namen 
von seinem Erbauer , dem Landgrafen Hermann von Hessen , erhielt, 
liegt in dem vormaligen Dorfe Mühlenheim, jetzt Hermannstein ge- 
nannt, eine halbe Stunde von Wetzlar entfernt, auf grossherzoglich 
hessischem Gebiete im Amte Königsberg. Hessen verpfändete Her- 
mannstein an die Schencken zu Schweinsberg,' ohne dasselbe^ wieder 
einlösen zu können , so dass diese Besitzung sich ununterbrochen seit 
1442 in den Händen der jüngeren Hauptlinie befindet. — Durch seine 
Besitzungen gelkört das Geschlecht zu der fränkischen Reichsritterschaft 
in dem Cautone Rhön-Werra, und war auch bei der althessischen Rit- 
terschaft in den Stiften Kaufungen und Wetter eingetragen. Der jedes- 
malige Aelteste des Geschlechts ist Erbschenk in Hessen.^ Die in 
zahlreichen Sprossen sehr ausgebreitete Familie wird jetzt in den bei- 
den Hauptlinien , der Schweinsberger oder älteren und der Hermann- 
steiner oder jüngeren aufgeführt. Die ältere Hauptlinie hat zwei Aeste : 
den schweinsberger Ast und den wäldershäuser Ast, die jüngere Haupt- 
linie aber zunächst zwei Hauptäste: den älteren oder Rudolpb'schen 
Hauptast und den jüngeren , oder Haubertischen Hauptast. Der ältere 
oder Rudotphische Hauptast zerfällt in zwei Zweige , den bayerischen^ 
oder katholischen Zweig und den Nieder-Ofifleidener Zweig, welcher 
letzterer sich in vier Special linien , die vierte zu Fronhausen , und zwar 
mit zwei Unterlinien , geschieden hat. Der jüngere oder Haubertisehe 
Zweig hat zwei Zweige: den Buchenauer Zweig und den Hermann- 
stein- Rülbenröder Zweig. Ueber die Abstammung dieser Hauptlinien, 
Aeste, Hauptäste, Zweige u. s. w. , sei hier nach den genealog. Tascben- 
büchörn der freiherrl. Häuser Nachstehendes mitgetheilt: Schweins- 
berger, oder ältere Hauptlinie: Anton's, Stillers der älteren Hauptlinie, 
Enkel war Conrad (1481 und 1500), ein Sohn Gontram's. D^arselbe 



~ 189 — 

hatte Elisabeth Yoigtin v. Fronhansen zur Haasfrau. Ihm folgten in 
absteigender Linie: Georg (1500): Lucia Schenck zu Schweinsberg aaf 
Hermannstein, — Eberhard, senior (1548): Anna v. Riedesel zu Joss- 
bach. Von Eberhard's d. A. beiden Söhnen stiftete Johann Georg 
(1572), Erbschenck, verm. mit Anna Catharina v. Dörnberg, die wie- 
der erloschene Linie zu Neustädtgen und Höllricb , wahrend der An- 
dere, Eberhard der JOngere, S. zu S. auf Schweinsberg undKestrig 
(1572), verm. mit Margaretha v. Haubitz, die Hauptlinie fortsetzte, 
die seine Söhne: Ludwig zu Kestrig und Waltershausen (1627). verm. 
mit Anna Margaretha v. Weiters, und Johann Eberhard S. zu S. auf 
Schweinsberg (1627 und 1640), verm. mit Johannette v. Breidenbach, 
genannt Breidenstein, in zwei Aeste : zu Wältershausen und zu Schweins- 
berg, theilten. — Ludwig, des Stifters des Wültershäuser Asts. Sohn: 
Rudolph Wilhelm, war mit Anna Maria v. Breidenbach, gen. Breiden- 
stein, vermählt, und von dessen Sohne, Ludwig Adolph, blühen be- 
reits fünf Generationen. Eine zu Kestrig bestandene Speciallinie erlosch 
im Anfange des jetzigen Jahrhunderts. — Den Schweinsberger Ast stif- 
tete Johann Eberhard, s. oben, und von seinem Sohne, Rudolph Rein- 
hard , und dessen Nachkommen blüht jetzt ebenfalls die fünfte Genera- 
tion. — Die Hermannsteiner oder jüngere Hauptlinie stiftete Johann, 
Ritter, ,S. zu S. , s. oben. Der gleichnamipre Enkel desselben (1481 
und gest. 1506), ein Sohn Volprecht's und der Anna v. Schlitz, gen. 
V. Görtz (1479), war hessischer Rath und Amtmann, erwarb 1473 das 
Seh losa. Hermannstein von dem Landgrafen von Hessen als Eigenthum 
und hatte Jutta v. Schwälbach zur Hausfrau. Von dem Sohne dessel- 
ben, Gontram (1490), stammten aus der Ehe mit Elisabeth v. Pletten- 
berg drei Söhne , von denen zwei diese Ilanptlinie in zwei Hauptäste 
schieden. Der ältere Hauptast zerfällt in den bayerischen oder katho- 
lischen Zweig und in den Niedor-Oifleidener Zweig, der jüngere Haupt- 
ast aber in den Buchenauer und Hermanstein-rtilfenröder Zweig. Der 
erste Hauptast stammte von Rudolph (1527, 1570), Statthalter in 
Cassel, verm. mit Helene v. Dömberg, und der Andere von Haubert 
auf Buchenau (1527). Die Nachkommenschaft des dritten Bruders, 
Hermann (1527, 1570), Ritters und Voigts der Reichsstadt Wetzlar, 
verm. mit Dorothea v. Breidenbach zu Breidenstein, erlosch mit dem 
Enkel. — Aus dem älteren , oder Rudolphschen Hauptaste war des 
Stifters Enkel: Reinhard der Jüngere (1590), — ein Sohn Reinhardts 
des Aelteren (1559), aus der Ehe mit Zeitlosa Freiin v. Riedesel zu 
Jossbach — mit Agnes Dorothea v. Buseck. genannt Münch, vermählt 
und hinterliess unter mehreren Söhnen namenrch zwei: Caspar Ru- 
dolph (1643), veimählt mit Johanna Magdalena v. Bnseck, genannt 
Buseck, welcher den bayerischen oder katholischen Zweig, und Kraft 
Reinhard (1643), vermählt mit Christiane v. Gutacker, weicherden 
Niederoffleidener Zweig gründete. — Der Nicdcrofifleidener Zweig hat 
sich in vier Speciallinien geschieden, von denen die drei ersteren im 
Besitze des Gutes Niederoffleiden sich befinden, die vierte aber zu 
Fronhausen begütert ist. Letztere schied sich in zwei Unterlinien , von 
welchen die xweite im Mannsstamme 1845 mit Christian Freih. S. zu S. 



— 140 — 

MBgegangen ist. — Den jtkngeren oder Hanbert'schen Haoptast stiftete 
Hftubert auf Buchenan , s. oben. Der Enkel desselben, Philipp Con- 
rad (1590), war ein Sohn Friedrich's (1568) und.der Binhild v. Schwal- 
bach , und hatte sich mit Dorothea v. Schwalbach Termählt. Aus die- 
ser Ehe stammte Volpert Daniel (1625), faldaischer Rath, welcher 
Mechtild Sabina, Erbtochter des erloschenen Geschlechts v. Hann, 
ehelichte. Volpert Daniel hinterliess zwei Söhne , Ludwig auf Haun 
(1664), verro. mit Anna v. Mannsbach, den Stifter des Buchenaaer 
Zweigs , undWilhelm Burkhard auf Hermannstein und Buchenau (1694), 
Term. mit Anna Elisabeth, Erbtochter des erloschenen Geschlechts 
V. Ehringshausen , von welchem der Hermannstein -rOlfenroder Zweig 
entsprang. — Die absteigende Stammreibe von den genannten sftnimt- 
lichen Stiftern ist sehr genau und ttbersichtlich in dem Jahrgange 1857 
der genealog. Taschenbttcher der freihen*!. Häuser aufgeführt, auf wel- 
chen Jahrgang hier ebenso verwiesen werden rauss, wie Ober den neue- 
ren und neuesten Personalbestand des an Gliedern so reichen Stammes 
das genannte Werk nachzusehen ist. 

il«tfmanii, Beschreibung ron Kirchborg, 8. 246. -~ Winktlmann^ Heuiach. Biiior. II. 
S. 109. — Sckannaly 8. 152. — Gauhe, I. 8. 2062-64. - 9. HaMal-'in, 1. 8. 489—97 und 
in. 8. 464 una 55. — Z^dUr, 34.. 8. 1278. - Biedermann, Canton Rhön-Werra, Tab. 264— 
72. — E$tor^ Ahnenpr., 8. 124, 1*25 und Tab. 1, 7 und 8: nach ». LüHttr, Nachrichten tob 
adel. Geschlechtern aus dem Stamm- und Ahnenbncho der v. der Thann von 1597 und Des- 
«elb«n kleine Schriften, I. S. 1—74: Abhandlung von den Erbachencken in Hessen, Schenöken 
zu Schweinsberg, mit Stanuntafeln. — Freih. r. Ledfkur, II. 8. 860. — O^aeal. Tatcheob. 
der freih. Häuser, 1857, 8. "658— 71, 1864, 8. 713-20 und 1866. — Siebmacher, I. 184: Die 
Schencken zu Schweinsborg, Hessisch. — v. M^ding . I. S. 518 und 19. ~ Suppl. au flisbni. 
W.-B. III. 18. 

Schenck y. Sipf, Schipf. Altes Rittergeschlecht, eines Stammes 
und Wappens mit den Schencken v. liimburg. 

9. Hellbach, U. 8. 393. 

Schenck y. Springe. Altes, braunschweigisches Adelsgeschlecht, 
welches den Namen von der Stadt Springe führte. 

V. Hellhaeh, II. S. 393. 

Schenck y. Stain. Altes, im Nordgaue vorgekommenes Ritter- 
geschlecht, aus welchem nur Georg S. v. Stain 1363 genannt wird. 

9. FaUtenttein, Annal. Nordg. I— VI. 8. 301. — Zedier, 34. 8. 1279. 

Schenck y. Stanffenberg, Freiherren und Grafen (in Silber zwei 
blaue , leopardirte Löwen , mit über den Rücken zurückgeschlagenen, 
auswärts gekehrten Schweifen, und getrennt durch eineiJ schmalen, 
rothen Querbalken). Reiebsfreihermstand. Diplom vom 20. Januar 
1698 für Johann Wilhelm Schenck v. Stanffenberg, bambergischen 
Geh.-Rath und Oberstallmeister, Johann Franz S. v. St. (Bischof zu 
Costnitz seit 1704, 1714 Coadjutor in Augsburg, 1787 Fürstbischof 
daselbst und 1740 gestorben), Johann Friedrich S. v. St., Maltheser- 
ritter und Comthur zu Hemmendorf, und Johann Werner S. v. 81, 
fttrstl. Würzburg. Oberst-Stallmeister und Gesandten des schwäbischen 
Kreises, und Reichsgrafen diplom vom 15. Aug. 1791 für Damian Hugo 
Friedrich Anton Freih. Schenck v. Stanffenberg, Wülflinger Linie, 
Hen*n auf Jettingen, Eberstall, Oberwaldbach, Ried, Freyhalden, 
Unterwaldbach u. s. w. und kurmainzischen Geh.-Rath. — Altes, früher 
zur reichsunmittelbaren Ritterschaft in Franken und Schwaben wählen- 



— 141 — 

dos AdelsfedcMooht, welches den Beinamen vcm dem unw«H Hechingen 
^elegeaen , alten Stammscblosse StanfiTenberg erhielt and die unnnter* 
broctieDe Stammfeihe von Berthold t. Stanffeilberg, geb. 975, der 
Heo ff ft ^rer unter dem Herzoge Heinrich von Bayern war und im Klo- 
ster Gorvey begraben liegt, nachweisen kann. Die Familie bekleidete 
das Erbsebenkenamt der schwäbisclien Herzoge von Alemannien and 
lihrt seit Conradin, dem letzten Hohenstaufen 0263), den Herzogshat 
auf dem Helme. — Der Stamm schied sich 1566 in die Linien ?u Wfl)f* 
lingen und Amerdirgen, welche beide, wie erwähnt, den Reichsfrei- 
herrnstand erhielten. Die gräfliche Linie erlosch 1833 mit dem Sohne 
des Diplomsempfängers, mit dem Grafen Clemens, geb. 1777, worauf 
sieli der gesammte Fideicommiss-Grundbesitz wieder in der Amerdinger. 
Liaie voreinigte. Als Besitz werden jetzt aufgeführt: in Bayern die 
Herrschaften Amerdingen , Greifenstein, Burggrub, Heiligenstadt, Streit, 
Jetthigen und Eberstall, so wie in Württemberg: die HeiTschaften 
Wülflingen, Rissdissen, Geisslingen, Lautlingen, Baissingen und En- 
tiDger Thal. — In Bayern erlangt« die Familie 1818 die erbliche 
BeichsrathswOrde. Seit Jahrhunderten schon bekleideten die Sprossen 
des Stammes die höchsten Stellen im Kriegs-, Kirchen- und Staats- 
dienste der deutschen Länder. Marquard Sebastian war von 1 683 bis 
1693 Fürstbischof von Bamberg; Johann Franz, s. oben, starb 1740 
als Fürstbischof von Augsburg und Adam Friedrich, gest. 1808 als 
grohsfaerzogl. würzburg. Staatsmiiiister , war der letzte Präsident des 
Reichskammergerichts zu Wetzlar. — Haupt des freiherrlichen Hauses 
war. in neuester Zeit: Freiherr Franz, geb. 1801, erblicher 
Reichsrath der Krone Bayern und Präsident der Reichsräthe , k. bayer. 
Kämmerer und Generalmajor, hatte sich 1824 veimählt mit Eleonore 
Grf. Butler-Clonebough , geb. 1807 und gest. 1861 , und aus dieser Ehe 
e«tq>ro8sten , neben zwei Töchteiii, zwei Söhne, die Freiherren: Cle- 
mess und Philipp. Freih. Clemens, geb. 1826, k. bayer Rittmeister 
k la suite, vermählte sich 1857 mit Leopoldiue Grf. v. Oberndorff, geb. 
1831, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, drei Söhne stammen : 
Barthold, geb. 1859, Alfred, geb. 1860, und Friedrich, geb. 186d; 
vom FreiheiTU Philipp aber: geb. 1828, k. k. Rittmeister, stammt aus 
der Ehe mit Caroline Prinzessin von Lobkowitz, geb. 1835 und verm. 
1860, ein Sohn, Franz, geb. 1861. — Der Bi-uder des Freih. Franz: 
Freih. Friedrich, geb. 1806, k. bayer. Kämmerer, vermählte sich 1883 
mit Clementine Grf. v. Butler-Clonebongh , geb. 1812, und aus dieser 
Eke entsprossten, neben einer Tochter, drei Söhne, die Freiherren: 
Franz August, geb. 1834, k. bayer. Staatsanwalt am Bezirksgerichte 
zu Augsburg, veim. 1860 mit Ida Grf. v. Geldern- Ar^en, geb. 1887, 
Wilhelm, geb. 1837, k. bayer. Lieutenant, und Carl, geb. 1844. 

Bmc^lini Steinuwt. P. I. — Cimsü AdimI. Suevic, F. III. — Qauht . I. S. 2064 oad 6ii» 
— p. HattMrin, I. S. 498-600 und III. S. 466-68. - Zedier, ä^l. 8. 1279 und 80. - Bi^et' 
nurnn, Cautoii Ottenwakl, Tab. 167 und Cauton Stoigerm-ald , 1. Verc«ichn. — N. g*iMAk 
Haodb. 1777 8. 140 und 1778, 8. 182. - Sateer. ü. 241. - w. Lang. 8. 227. - GeneaJoc. 
Taachenlnich d. ft-rih. Häuser, 1854, S. 465 und 66 und 1856, 8. 630 und 31 : Schenk t. StauT- 
feitberg, 1864, 8. 8o4 und 84'ö und 1866: StauflfenbMrg (Schenk v.) — Sifbmoeher^ I. 116: Uß 
Schencken v. StauflTtjnberg, Schwäbisch. — v. hteding, I. 8. 619 und 520,' auch nach Durcb- 
lancht. We9t, Bd. 1 und dein FuMaischen StiftHoalender, so wie nach Köhlers WapponcalvB'^ 
der von 1738, Tab. 20. - Suppl. %\\ Siebm. W.-B. IV. 24. - W -B. (tos Kgr. Bayern, IV. 2 
und V. Wöi^-kem, Abtb. 4. 



— 142 — 

Schenck v. Sydow (io Silber eine , gegen den rechten Öberwin- 
kel des Schildes gerichtete, mithin schrägrechts liegende Pfeilspitze, 
an deren kurzem Rohre ein Hufeisen befestigt ist. Das ganze Wappen- 
bild ist golden, gehört also zu den Käthselwappen). Altes, obersächsi- 
sches Kittergescblecht , nach v. Meding's Vermuthen wohl dasselbe, 
welches Estor mit dein Namen Schenck v. Seydau and Sumen, Tubitz 
(Teupitz) n. s. w. belegt, doch wird gewöhnlich für diesen Stamm ein 
anderes Wappen , s. den Artikel : Schenck v. Landsberg u. s. w. , S. 
132 und 33., angenommen. 

Eftor, AhuHDpr. ä. 4<i4. — w. Me.ding ^ UI. 8. 576: nach dem W.>B. de« Ck>ftnltK«r Con- 
ciL«: Schild Wilhelme Schem-k v. Syduw, iiiit dem Beifiigen: aus Sachsen. 

Schenck y. Tauttenbnrg, Tantenbnrg , Herren (Schild schräg- 
rechts , a^ch scbrüglinks , zehn , auch mehrmal , so wie auch in gerin- 
gerer Zahl, getheilt von Blau und Silber. In der Linie Schencken 
V. Wiedebach wechselt der Schild von Gold und Roth. Die Helmbil- 
der sind mehrfach verschieden). Keichsfreiherrnstand durch Diplom vom 
3. Decbr. 1550, im Kgr. Preussen anerkannt. Altes, mit dem Erbschen- 
kenamteXhüringens bekleidet gewesenes Herrengeschlecht, welches sich 
bis in das 14. Jahrh. insgesammt v. Varilaoder Vargula, nach dem 3 Mei- 
len von Erfurt liegenden Schlosse und Dorfe dieses Namens, nannte und 
schrieb, — Schenck Rudolph v. Vargula baate 1232 das Schloss Tau- 
tenburg, welches das neue Stammhaus des Geschleclits wurde. Aus diesem 
Stammsitze breitete sich dasselbe in mehrere Länder, meist aber in Thü- 
ringen und Preussen , aus. Die Sprossen des Stammes nahmen vom 
14. Jahrh. an von ihren Besitzungen den Beinamen an und kommen als 
Schencken v. Apolda, Deberzen, Saleck, Dornburg, Nebra, Trebera, Ke- 
venburg, Bedern, Yondaf, Wiedebach, Tonna und Tautenburg vor. Die 
Hauptlinie Varila mit den Nebenlinien Apolda, Dornburg, Nebra u. s. w. 
sind längst erloschen , die Tautenburger Linie aber bltihte noch in der 
ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, und den Mannsstamm des so alten 
und vornehmen , thüringischen Geschlechts schloss auf seinem Schlosse 
Tonna bei Gotha, 3. Aug. 1640, Christian Schenck v. Tautenburg. 
Derselbe schrieb sich nach einem Stammbuchc von 1620: „Christianus 
Schenck et L. B. in Tautenburgk Fraubrisnitz et Niedertrebra.'* — 
Was itbrigens die preussische Linie anlangt, so kam dieselbe mit dem 
Deutschen Orden nach Preussen , wo sie dauernd fortgeblüht hat. Der 
Stammvater derselben war Cliristian I. — ein Sohn des 1512 ver- 
storbenen George Schenck, Herrn zu Tautenburg, aus der Ehe mit 
ein^r Grf. Reuss von Plauen. — Derselbe, erst Ritter des Deutschen 
Ordens U. L. F. zu Jerusalem, kam 1512 nach Preussen, war, nach- 
dem er 1497 unter dem Hochmeister Hans v. Tiefen gegen die Türken 
gekämpft, von 1520 bis 1525 Amtmann des Deutschen Ordens zu An- 
gerburg und dann branden bürg. Geh.-Rath. 1529 wurde er mit den 
Dobcnschen Gütern belehnt, wozu er auch Sperlingshoff im Schaaki- 
schen und Schtitzendorf im Oi-tclsburgischen erwarb. Von seiner Ge- 
mahlin, Dorothea Freiin v. Eulenburg a. d. H.Zeuneburg, hatte er zwei 
Söhne, Wilhelm und Christoph 11. Letzterer, Herr auf Sperlingshoff, 
Schützendori' und Mäcknitz , Pfandherr auf Schulenburg und k. schwe- 



- U3 — 

fflscber Kiiegsobcrst, stiftete mit seiner Gemahlin/' Barbara Gräfin 
f. Brahe, eine schwedisclie Linie und hatte zwei Söhne, Joliann und 
Pet^, doch ging diese Linie bald wieder aus. Sein Bruder, Wilhelm, 
aber setzte die prenss. IJnie dauernd fort und der neueste Personalbe- 
stand ist folgender: Freih. Rudolph, geb. 1809 , Herr auf Doben, Dei- 
gnbnen, Eflhort, Steinhoff, Faulheide, Partsch, Jankendorf und Partsch- 
wolla, k. preuss. Lieutenant- a. D. , verm. mit Cöleste v. Heyden aus 
dmn Hause Zaununen , aus welcher Ehe, neben sechs Töchtern, ein 
Sobn stammt: Freih. Wolfgang, geb. 1848. 

Barth. Clamorinm», kantes Yeneeichni«!! ▼um Alter, Abkiiuft und von vielen Kitterthateo 
der Edlen Freiherren auf Tauteuburg , lft9(i, 2 Bog. — PeckttatUin , Theatr. Saxon. 1. 8. 2*W» 
—W. - Rpang^nb^rg, IL 8. »2«. — BucitHni Stemmat. IV. P. 73. — Knauth, 8. 563 und 64. 
— StruBÜ (oder vielmehr Joa. Chph. rrifMiericl) Historia Pinceruaruni Varila-Tautonburgi- 
coroku, Jeoae, 1722, 16 Bog. - Uorna Uaudbibliuthok, I. ä. 115-22. — HortUder^ ViM-zeich- 
nlM der Thüringiachen Schencken, ein Fragment. — r. FalkenMteim, Thüring. Chrouik, II. 
8. 1364—75. — (ßauk^, I. 2i>65-68. — Z^dltr, 34. S. 1280-83. — SbAwabe , Antiijunriache 
Kachrichteu von Dornburg. — Vulpiu\, UoberHicht der Oedchiohte der Schencken v. Tauten- 
kan, iB deaaen: Journal: die Yorsoit, aucli beiiouders abgedruckt. — Freih, 9. Ledtbur, II. 
8. 860. — Kurse Uebemicht dar Geschichte der Schencken v. Tauteuburg, Rastenburg, 1857. 
» G«amI Taaobenbnch d. froih. Hauser, 1861, 8. 086-94: für die Geschichte der Familie 
TOB groaaem Interesse, 1862, 8. 7o7 und 7(i8, 1864, 8. 721 und 1866. — Siebttmcher, I. 28: 
Seheneken sn Tautenburg, Freiherren^ I. 161: Die Schencken v. Widebach, Meissnisch und 
III. 44: Freih v. Tautenberckh. — 0. MeJing, I. 8. 520—23. 

Sehenck ▼. Trebere, Trebra. Altes, thüringisches Ritterge- 
Bchlecbt, eines Stammes und Wappens mit den Schencken v. Tauten- 
burg, welches 1262 zu Trebra, an der lim, unterhalb Weimar, sass. 

9. Faik«nttein, Thäringischn Chronik, 11. 8. 1373. 

Schenck v. Utenbach , Uttenbach. Altes , thflringisches Ritter- 
gescblecht , eines Stammes und Wappens mit den Schencken v. Tauten- 
bnrg, welches sich nach dem unweit Rossla liegenden Sitze dii^es Na- 
mens nannte und aus welchem nur ein Sprosse 1356, und zwar ohne 
Vornamen, genannt wird. 

Beper^ Geograph. JeneUH. 8. 409. — v. Faikenntfin, Thüring. Chron., U. S. 1373. 

Sehenck v. Varila, Vargnla. Altes, thüringisches Ritterge- 
scblecbt, ziam Stamme der Schencken v. Tautenburg gehörend und daher 
das Wappen derselben führend. Dasselbe kommt urkundlich vom An- 
fange des 13. bis zum 14. Jahrhundert häufig vor, doch schon in der 
Mitte des 14. Jahrb. verlicssen Einige den Namen und schrieben sich 
nach ihren Rittersitzen. 

•. Falkenniein, Thftring. Chronik, H. S. 1364 1368. - Gauhe^ I. 8. 2065. - Zedier, 
M 8. 1280. 

Schenck v. Warberg. Altes Rittergeschlecht im Nordgaue, aus 
welchem Erckinger Schenck v. Warberg 1355 seinen Antheil an der 
Castellei auf dem Schlosse Warberg an den Bischof von EichstAdt 
Terkanfte. 

9. Fatkenatfin, Antiq. Nordg., 8. 187. - Zedier, 34. S. 1:m>ö. 

Schenck v. Wartenberg, Wartenburg (Schild der Länge nach 
von Gold und Schwarz , oder von Schwarz und Gold der Länge nach 
getheilt , ohne Bild). Altes , böhmisches Rittergeschlecht , eines Stam- 
mes mit denen v. Waldstein, oder Wallensteiu, welches das böhmische 
Erbschenkenamt 1337 erhielt und im Anfange des 30jährigen Krieges 
erloschen ist. 

Balbini Stemmat. P. IV. - SchUinicii Fragment, do Wnld-tt. et Wartenborg. fitfr|i«, 



'" ' -ite^ ^^"'j(^" ''^' *^ • ^f^;^. >•:. ^>" » -^^ 



— 144 — 

S. 182 et DipkMn«!. WAldrt.-Warteub. £>. 226 ieq. in Dobnerl monum. hiftor. BobenUiMi, 
Tom. I. — Oauhe, I. 8. 2788-90: Warteiib«rg in Böhmen. — Zedier, 84. 8. 1806. — Äfrft- 
NÜieA^r, L 82: T. Warttenberg, Xlerren. — 9. Medi-g^ UI. 8. »76-78^ auch aach dtm V.-B. 
dea Costnitcer Couciltt: Schild des Herrn Friedrich Schenck t. Wartenburg aua B^heip 
(Böhmen). 

Schenck t. Wiedebach. Altes, meissensches Rittergeschlecbt, 
eines Stammes and Wappens mit den Schencken v. Taateoburg-yarila 
und eine Nebenlinie der Scbencken y. Molau , welches arkondüdi von 
1437 an vorkommt. Das Stammbaas Wiedebacb liegt eiae Meile von 
Weissenfels , und dasselbe besass bereits 1466 Rudolph Schenck. Pie 
Letzten des Stammes waren wohl Christian S. v. W. auf Ober-Reissen 
bei Naumburg, der noch 1717 lebte, so wie Johann Heinrich S. y. W., 
der um 1722 allein noch von seinem Oeschlechte flbrig war. 

Knauth, S. r>64. — Hoftin^ Coburg. Chronik, II. 8. 124. — •. Falkenttein^ Thftriagieehe 
Chronik, Lib. 11. P. 11. 8. 1371. - Gauh«, I. 8. 2069. - ZtdUr, 84. 8. 1806. ~ ^6nMi«*«r, 
I. Ifi] : Die Schencken v. Widebach, MeissniBch. 

Schenck v. Winterstaedt, S. v. Winter^tetten, auch freiherreB 

(Schild geyiert : 1 und 4 in Silber ein schwarzer , schrftglinks liegender, 
doppelter Widerhaken , und 2 und 3 in Blau drei , 2 und 1 , goldene, 
aufrecht stehende Tannzapfen : Stammwa'ppen. Die Tannzapfen Gftehen 
wohl auch im 1. und 4. und die Widerhaken im 2. und 3. FeMe : iflne- 
burgische Linie). Altes , schwäbisches Adelsgeschlecht ans dem Stamm^ 
Schlosse Winterstetten im Württemberg. Oberamte Waldsee, swiaoben 
Biberach und Ravensburg, von welchem kaum noch Spuren za sehen 
sind. Dasselbe, auch Winterstedt und Winterstädten gesobriebCQ, kam 
in das Braunschweig-Lflnoburgische , erhielt nach Lünig , ReiciisarQhiy, 
P. spec. Cent. III. , von den Geschlechtern v. Sachsenheim , TracbieaB 
y. Waldburg , Magenbuch und Anderen Zeugnisse der Tumiemässig- 
keit von 1479, 1482 u. s. w. , und führte auch den freiherrlicbep Titel. 
Bucelinus , Spener , welcher nach Limnaeus , ad A. B. S. 509 , angiebt, 
dass der Stamm das Erbschenkenamt in Schwaben erbalten bebe, und 
Andere leiten den Ursprung des Geschlechts von den alten Grafen 
v. Than (Thanen, auch Thamm) oder Truchsessen y. Waldbarg her, 
and nennen als Stammvater den, 945 auf dem Lcchfelde bei Angsborg 
gebliebenen Hesso , Herrn von Than und Winterstetten. Der Urenkel 
desselben , Werner , Graf v. Than und Truchsess y. Waldborg , wordb 
ein Grossvater der Brüder Conrad und Arnold , von denen Ersterer 
den Stamm der Grafen v. Waldburg, Letzterer aber die Familie der 
Schencken v. Winterstetten um 1140 fortsetzte. Von den Nachkommen 
desselben war Conrad II. um 1227 kaiserlicher Statthaher in Schwa- 
ben und Burgund. Mit diesem Conrad IL fängt Bucelinus die ordent- 
liche Stammreihe der Familie an. Den freiherrlichen Titel fthrte in 
der ersten Hälfte des 15. Jahrh. zuerst Eberhard S. v. W. In der 
Heimath ging im Laufe der Zeit der Stamm aus, doch setzte ihn im 
Braunschweig-Lüneburgischen Friedrich S. v. W. — einer der Söhne 
des noch 1640 als markgräfl. badenschen Geh.-Rath , Obervoigt zu 
Durlach und Amtmann zu Mühlberg genannten Johann Melchior S. 
v. W. — , Herr auf Schwachhausen und Lindhorst im Lüneburgischen, 
und 1660 herzogl. brauHschweig. Geh.-Rath und Statthalter, dnrch 
drei Söhne : George Wilhelm , Friedrich Ludwig und Johann Werner, 



— 146 — 

fort ta neaer Zeit ist der Stamm erloschen , und zwar 7. Mfirz 1838 
Biit d6m Schatzratbe Friedrich Freih. Schenck v. Winterstedt. Die 
Familie war nach Jansen, Hannov. statistisches Flandbuch, noch 1824 
ZQ Holm, Lindhorst, Offensen und Schwachhausen gesessen. 

Buefiini Stemmat. P. I. — P/e/ßnff^r, III. 8. ß<)9. — Gauhe. I. S. 2f)69->71 und TL. 
S. 1011—14. — Z*dlfr, 34. 8. 1305-7. — Estor, Ahneiipr., 8. 4U7 und Tab. I. — Frtik. 
9. d. Kn§i*b«ck. 8. 370. — Fr*ih. v. Ledebur, II. 8. 3fi0 und 61. — Sifbmaefter, I. 111: 
SdMBok ▼. Winterateten, Schwäbisch. — Sprutttt 8. 6G7 und Ta)>. 25: Pinceriiae de >Vltit«r- 
stotten. — 9. Medingy I. 8. 523—25. — Suppl. «u Siobnu W.-B. II. 28. 

Schenckebeer, Schenkbeer (in Silber zwischen zwei rothen Quer- 
balken drei rothe Ringe). Altes, westphalisches Adelsgeschlecht, wel- 
ches 1514 und noch 1609 zu Olpe unweit Eslohe und zu Werve bei 
Hamm sass. 

^9ik. 9, Ledebur^ II. 8. 361. - r. Steine, Tab. 34. Nr. 2. 

Schenckendorff, Schenkendorff, Schenck t. Schenckendorf (In 
Silber ein aufgerichteter, rother Stier). Altes, niederlausitzisches and 
schlesisches , später auch in's Brandenburgische und nach Ostpreussen 
gekommenes Ädelsgeschlecht aus dem schon 1315 urkundlich genann- 
ten Stammsitze Schenckcndoi-ff unweit Guben. In den Marken besass 
eine Linie das £rbschatznieister-Amt und schrieb sich : v. Diepen. Im 
Crossenschen war die Familie zu Griesel und zu Heidenau, und im 
Zflliichau'schen zu Buckow und Schmollen , so wie zu Rissen und Hei- 
nersdorf gesessen. Der von Johann Heinrich v. S., kaiserl. Rath und 
Amtsverweser zu Glatz , gestifteten , schlesischen Linie gehörte das Gut 
Scheibe unweit Glatz. Eine andere Linie war in Ostpreussen begütert. 
und zu derselben gehörten namentlich: Balthasar Rudolph, gest. 1771 
als k. preuss. Generallieutenant a. D. ; Friedrich August y. S., Herr 
auf Jerchel im Magdeburgischen , und Ferdinand Gottfried Max v. S., 
geb. 1784 zu Tilsit und gest. 11. Decbr. 1817 als k. preuss. Regie- 
rungsrath in Coblenz , bekannt als für Freiheit und Vaterland begei- 
sterter Dichter. — Nach Rauer war ein v. Schenkendorf, k. Landrath 
and Msgor a. D. , 1857 Herr auf Wulkow im Kr. Ruppin. 

Sifu^iut, II. 8. 431 und 955-57. - Gauhc. I. 8. 2071 und 72. - XrUlcr, 34. 8. 1250. - 
N. Pr. A.-L, IV. 8. 163 und 64. - Freih. p. Ledebur, 11. S. 361. 

Schenckendorf- Heinersdorf (Schild der Länge nach getheilt: 
rechts in Silber ein aufspringender , rother Stier mit goldenen Hörnern, 
und links in Blau Kopf und Hals eines gekrönten , schwarzen Adlers). 
S. den Artikel: Heinersdorf, Schenckendorf-Heinersdorf, 
Bd. IV. 8. 279. 

Schenckern, s. Waidenburg, genannt Schenckern. 

Schenckewalt. Altes, hessisches, in der ersten Hälfte des 14. Jahr- 
hunderts vorgekommenes Adelsgeschlecht. Henrich und Gozo Schencke- 
walt lebten 1319 und gehörten zum Fuldaischen Lehnshofe. 

Sehannat, 8. l52. ~ Kuchenbäcker, Analecta Ha<ttiae, V. 8. 50. — Zedier. 34. 8. 1270. 
- r. Meding, I. 8. 625. 

Schenckhle. Erbländ.-österr.-Adelsstand. Diplom von 1718 für 
Franz Dominik Schenckhle, k. k. Hauptmann. 

MegerU v. Muhlfeld, Erg.-Bd. 8. 436. 

Schencking, auch Freiherren (in Roth drei, 2 und 1 , silberne 

MMHCkk4, Deutsch. Adeb-Lez. Ym. 10 



— 146 — 

Sclienkgefässe: Stammwappen und freiherrliches Wappen: Schild ge- 
Tiert : 1 nnd 4 das Stammwappen nnd 2 und 3 in Silber ein gekrönter, 
schwarzer Löwe : Büren). Altes, westphälisches Adelsgeschlccht, wel- 
ches die Erhschenckenwtirde des Stiftes Münster besass und auch im 
Rheinlande begütert wurde. Dasselbe kommt unter den Burgmännern 
zu Dülmen schon 1331 vor, und war 1533 zu BeTem, 1570 zu Rein- 
hagen, 1628 zu Büren und zu Ringelstein begütert. Bevem, unweit 
Warendorf, befand sich noch 1750 in der Hand der Familie. Im Cöl- 
nischen hatte dieselbe 1556 das Gut Bcndenich inne gehabt. 

Freih. v. Ltdtibur, II. 6. 361. — Siebmacher^ I. 191: Die Schcncking, Westphällsoh. 

Schencking (in Silber ein rother, mit drei Trinkhömern belegter, 
schrägrechter Balken). Altes, westphälisches Adelsgeschlecht, ver- 
schieden von der im vorstehenden Artikel aufgeführten Familie dieses 
Namens. Dasselbe war mit der Krbschenken würde der Stadt Münster 
bekleidet, gehörte zu den münsterschen s. g. Erbmännern und sass um 
Münster 1352 zu Markenbeck, 1379 zuBöddink, Buschhansen, Ec- 
berting und Nyehof, und 161.5 zu Wyck und kam auch nach Lieflaad, 
wo Georg Schenking, Castellan zu Wenden, Verweser von Dorpat und 
Herr zu Antzen, 10. Novbr. 1605 starb. — Was übrigens noch £e 
8. g. münsterschen Erbmänner , zu denen die hier in Rede stehende Fa- 
milie V. Schencking gehörte, anlangt, so führten dieselben einen an- 
derthalbhundertjährigen , 1709 endlich zu ihren Gunsten entschiede- 
nen Process gegen die anderen adeligen Familien im Stifte Mttnster, 
welche jene nicht als ntter- und stiftsmässig anerkennen und von Land- 
und Rittertagen ausschliessen wollten. 

Johann de Schencking'» Trnctatus do militari no1>ilitate Erlniiannornni Monaiter., IftTC. •— 
— Gauhty I. 2073 und 74. - Zedier, 34. 8. 1271. - Freih. r. Udebur, U. 8. 361. — SUb- 
mocher, Y. 146. 

Schenckins v. Grafenberg. Ein früher zu Strassburg, Freibnrg 
im Breissgau und zu Hagenau blühendes Adelsgeschlecht, aus welchem 
zwei Sprossen , Vater und Sohn , in der Literärgeschichte der Me^cin 
bekannt wurden : Johannes Schenckius a Grafenberg (Schenck t. Gra- 
fenberg), geb. 1530 und gest. 1598 als Stadtphysikus zu Freiborg i. B., 
nnd Johannes Georgius Schenckius a Grafenberg, welcher als Stadt- 
physikus zu Hagenau zu Anfange des 17. Jahrb. lebte. 

Melch. Adami VItae Gonnanor. Modiconim. ITaidulhergae , 1(J20, 8. 357—69. — GkritHmi 
WffA. Kutner, Medinin. Gelihrton-Loxicun. Jcuii, 1740. 8. 7ö8 und 8. 69. -^ Ztdltr, 34. 
8. 1274. 

Schenkel. Kurpfälzisclier Adelsstand. Diplom vom 25. Novbr. 
1786 für Johann Samuel Georg Schenkel, Landsassen und Ritterguts- 
besitzer zu Hopfenohe in der Oberpfalz.. Der Stamm blühte fort nnd 
ein Enkel des Diplomsempfängers, Johann Georg Jacob Maumsv. Schen- 
kel, k. bayer. geistl. Rath nnd Professor der Fast oral zu Amberg, 
wurde mit dem Sohne seines Brudei-s: Georg Joseph Anton v, 8., geb. 
1771 , k. bayer quiesc Regierungsrath in Amberg, nach Anlegung der 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern , in dieselbe eingetragen. 

V. Lang, S. 524. — W.-B. def> Kgr. Bt^ern, VIU. 39. 

Schepers, Edle. Erblünd.-österr. Adelsstand. Diplom von 1791 
für den k. k. Hauptmani\im Sappeurcorps Schepers, mit: Edler v. 

Megtrlt f. Mühl/eld, 8. 25«. 



- 147 - 

Sofaepplits, B. Tzscheplitz. 

Scheps, Schepsen (in Gold ein springender, schwarzer Schöps). 
Ein zu dem früher in Schlesien blttlienden Adel gehörendes, im 17. Jahr- 
himderte erloschenes Geschlecht. 

Sinapius, I. S. 817. — Freih. e. led^bur, II. 8. 361. - Siehmach^r, I. 60: DIo Srliep- 
MB, 8cblMit€lk. — V. Meding, I. S. 526. 

Scherenberg (in Gold eine aufgerichtete , geöffnete und mit den 
Oiiffen unterwärts gekehrte, rothe Schneiderscheere). Altes, urkund- 
lich schon 1298 vorkommendes, fränkisches Adelsgeschlecht,, dessen 
Sprossen Burgmänner des Herzogthums Franken auf dem Schlosse Za- 
belstein, zwischen Ober-Schwarz«ch und St. Gangolph, waren, mit 
weichem das Geschlecht vom fllrstl. Hochstifte Würzburg beliehen wor- 
den war. Der Stamm führte einerlei Wappen mit denen v. Zabelstein 
und ist in männlicher Linie 29. April 1495 mit dem Bischöfe Rudolph II. 
zu Wttrzburg erloschen. — Die Familie war auch nach Steiermark ge- 
konnen , wo dieselbe in Sölk und Gumpenstcin begütert war. 

Or&pp, Monnni. Sepulchr. 8. 81. — Salver, 8. 146 und 287 und Tab. 9. Nr. 24 aod 
Tab. 20. Nr. 75, so wie n. ▼. a. O. — SehmutM, III. 8. 47S. — Siebmach^r^ II. 73: v. 8., 
fiftokiach. — v. Meding, III. S. 678 und 79. — ffupplein. bu Siel.m. W.-B. VIII. 25: Schere 
T. Scherenberg. 

Scherer, Ritter. Erbländ.-österr. Ritterstand. Diplom von 1807 
für Claudius Scherer, Leibarzt der Erzherzogin Elisabeth. 

MtgerU v. Uühlfeld, S. 142. 

Scherer, Ritter. Erbländ.-österr. Ritterstand. Diplom von 1811 
ftür Dr. Johann Andreas Scherer, Prof. der Naturgeschichte an der Uni- 
▼ersitAt Wien, und für die Brüder desselben: Joseph, k. k. Rath, 
Stabsfeldarzt, Prof. und Vicedirector an der Josephinischen Academie, 
und Andreas S. , Oberstlieutenant im k. k. Infanterieregimente Fürst 
Reass-Plauen. 

Megerlt v. Mühl/eld, S. 142. 

Scherer. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1816 für 
Ferdinand Scherer, Eigenthümer der Schafwoll-Maschinengespinnst- 
fabrik und des Gutes Neuhof in Böhmen, aus höchst eigenem An- 
triebe. 

Megerle v, Mühlfeld, S. 257. 

Scherer v. Brandneran , Ritter (in Blau ein in den Pranken eine 
Fakel haltender Löwe). Reichs -Adels- und Ritterstand. Diplom iiQ 
kurpf&lzischen Reichsvicariate vom 7. Juli 1792 für Johann de Deo 
Scherer, kurpfälz. Landgerichts-Commissar in Kirchberg, mit: v. Brand- 
neran. Derselbe, geb. 1760 und aus einer friedberger Familie stam- 
mend , Herr auf Ober- und Hattenhausen , wurde als k. bayer. Land- 
riditer zu Mallersdorf, nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. 
Baj^n, in dieselbe eingetragen. 

e. Lang, S. 624. — W.-B. d. Kgr. Bayern, Vni. 40. 

Scherer v. Eichstamm. Erbländ.-österr.Adelsstand. Diplom von 
1819 für Johann "Wilhelm Scherer, pens. k. k. Major, mit: v. Eich- 
etam». 

MtgtrU f. Muhl/eld, Brg.^Bd. 8. 430. 

Sekerer ▼. QoMatt. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 

10* 



-. 148 — 

1775 für Franz Joseph Dominik Scherer, Apotheker in Botzen, mit: 
V. Hofstatt. "' 

, MegerU w. Uühlfeld. Erg.-B»l. 8. 436. 

Scherer anf Hohenkrenzberg , Freiherren (Schild rund, golden 
eingefasst , unten mit breiten und mit Hermelin besetzten Zacken , und 
der Länge nach getheilt: rechts in Blau ein aus der Theilungslinic 
halb hervorbrechender, rechts sehender , gekrönter, schwarzer Adler 
und links auf der Mitte eines grünen Dreihügels in Silber ein unten 
zugespitztes , an den anderen drei Seiten aber wie ein Malteserkreuz 
an den Enden sparrenweise eingeschnittenes rothes Kreuz). — Reichs- 
freiherrnstand. Diplom im kurpfälzischen Reichsvicariate für Ferdi- 
nand Gerhard v. Scherer, kurbayer. Oberstlieutenant. Derselbe ge- 
hörte zu einer ursprünglich oberösterreichischen Adelsfamilie, in welche 
der Reichsadelsstand durch Diplom vom 12. Febr. 1674, mit dem Prä- 
dicate: auf Hohenkreuzberg, und zwar in der Person des Johann Sche- 
rer (Scherern) auf Hohenkreuzberg (hoben Creutzberg), kaiserlichen 
Gomitialgesandten auf dem Reichstag zu Regensburg wegen Oester- 
reichs, gekommen war." Von Letzterem stammte aus der Ehe mit 
einer Freiin v. Regal : Bruno v. Scherern , kaiserl. Rath und Regent 
der niederösterr. Lande, welcher sich mit Maria Eleonore Freiin v. And- 
lern , s. die Tabul. geneal. Comit. ab Andlern , vermählte und Vater 
von drei Töchteni und zwei Söhnen wurde. Die Söhne traten in den 
geistlichen Stand, von den Töclitern aber überlebte den Vater nur Eine, 
welche unvermählt auf ihrem, in Oberösterreich geerbten Rittergute 
Eisenfeld unweit Wels lebte. — Der Stamm blühte fort, und ein Sohn 
des Empfängers des Freiherrndiploms, Joseph Ferdinand Freih. v. Sche- 
rer auf Hohenkreuzberg, geb. 1791 , Herr zu Kaienberg und k. bayer. 
Oberlieutenant , wurde in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern einge- 
tragen. 

Oouh^, II. 8. 1770 und 71: Scherern. — v. Lauff^ Siipplem. S. 65. — W.-B. de« Kgr. 
Bayern, IV. 3 und t. Wölckeru, 4. Ahth. — r. tle/ner, bayer. Adel, Tab. 58 and S. 56. — > 
Äneschke, I. 8. 379 und 80. 

Scberes, genannt Zieritz. Ein aus dem Bayreuthischen stam- 
mendes Adelsgeschlecht , in welches der Reichsadel durch Diplom ftlr 
Johann Conrad Scheres, genannt Zieritz, kam. Derselbe war anfangs 
bayreuthischer Registrator und Archivar, dann Hofrath und Geh.-Rath, 
wurde darauf 1688 Geh.-Rath und Kanzler in Coburg und später, nach 
1692, ftlrstl. hessendarmstädt. w. Geh.-Rath, Kanzler und Consistorial- 
director. 

Boenn, Ck>biirg. Chronik, 1. S. 53. — Gauhe^ II. S. 1772: im Artikel: Scherern. 

Scherff, Scherffgen , Scherfen (in Silber zwei schrägrechts oder 
auch schräglinks gelegte, schwarze Balken). Altes, cölnisches, adeli- 
ges Stadtgeschlecht, welches meist unter dem Namen; Scherffgen vor- 
kommt und auch im Rheinlande begatert war, und zwar 1298 zaReide 
unweit Bergheim, 1340 zu Struden bei Mühlheim, 1366 zu Gndenan 
unweit Bonn, 1455 zu Morenhoven im Homburgischen , zu Merlo n. a. w. 
— In Meklenburg gehörte im 13. bis 15. Jahrhundert ein Geschlecht 
Scherff zur Ritterschaft des Landes Waren , auch kam eiu Geacblecbt 



— 149 — 

dieses Namens in Ostprenssen vor. Letzteres , welches zu Bannaskaim 
und zu Glittehnen im Rastenbergischen sass, gehörte entschieden zu 
dem erwähnten rheinlÄndischen Geschlechte. 

Fahne, I. 8. 385. — Freih. 9. Ledebur, II. 8. 381. 

Scherff (im Schilde ein goldener, schräglinker Balken ; Ob^r dem- 
selben in Blau ein Einhorn und unter demselben in Grün eine Schlange). 
Adelsstand des Kgr. Sachsen. Diplom vom 22. Juni 1824 för Fried- 
rich Heinrich Wilhelm Scherff, Legationsrath bei der Bundestags-Ge- 
sandtschaft der 16. Curie. Derselbe stammte aus einer ursprOnglich 
niederländischen Familie, und ein v. Scherff stand um 1868 als Lieute- 
nant im k. preuss. Garderegimente zu Fuss. 

F)reik, t, ledehur, Tl. S. 361 nnd 62 nnd III. S. 338. - W.-B. d. Sachs. SUaten, V. T8. 

Scherfenberg , s. Schärffenberg, Grafen, S. 76 und 77. 

Schermbeck, Schernbeck, Schermcke^ Scbermbke. Altes, längst 
erloschenes, niedersächsisches Adelsgeschlecht, dessen gleichnamiges 
Stammhaus zwischen Oschei'slei3en und Amfurth liegt. — Hugo oder 
Hugelt Edler Herr v. Schermbeck kommt zwischen 1222 und 1273 vor. 

Meibom, ChroDik des Kloators Marieuherg, 8. 17—33. — Äteniannt Kirchbergische 8e- 
sdireitrang, S. 124, 127, 136 und 137. — Abel, deut»ch. nnd sachs. Alterthümer, II. 8. 680. 
- Zedier, 34. 8. 1831. 

Schermeng v. Frankenthal. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1817 für Carl Schermeng, Oberlieutenant bei der k. k. Hof- 
burgwache, wegen 42jähriger Dienstleistung, mit: v. Frankenthal. 

Megerle 9. Mühlf^ld, S. 257. 

Sehertel v. Burtenbach , Ritter nnd Freiherren (in Schwarz ein 
vorwärts gekehrter und vorwärts sehender Löwe , welcher in der rech- 
ten Vorderpranke seitwärts einen silbernen Schltlssel mit nach oben 
und rechts gewendeter Schliessplatte in der Mitte erfasst hat , während 
er mit der Linken eine mit den Wurzeln ausgerissene , goldene Lilie 
nach der linken Seite hält). Reichsritter- und im Kgr. Bayern , so wie 
im Kgr. Württemberg anerkannter Freiherrnstand. Ritterdiplom vom 
4. Mai 1534 für Sebastian Sehertel v. Burtenbach, wegen seiner ge- 
treuen , redlichen und nützlichen Dienste. — Der Stammvater der früher 
auch Schärtlin, Schertlin und Schertling geschriebenen Familie ist der 
ebengenannte Sebastian Sehertel v. Burtenbach , ein mannhafter Ritter 
und Feldherr , welcher am Schlüsse des scheidenden Mittelalters lebte, 
ein Zeitgenosse der Hütten und Sickingen war und schon 1524 nächst 
Frundsberg für einen der tapfersten Ritter im kaiserlichen Heere galt. 
Derselbe, geb. 1496 zu Schorndorf und gest. 1577, kaufte 1532 die 
Herrschaft Burtenbach in Bayern, führte in derselben Luther's Lehre ein, 
war als eifriger Protestant Mitglied des Schwäbischen Bundes und hatte 
daher grosse Unfälle zu erdulden, über welche, nach einer Selbstbiogra- 
phie, Holzschuher die beste Auskunft giebt, doch versöhnte er sich später 
mit dem K. Karl V. und erhielt 1553 Burtenbach wieder zurück. — 
Aus seiner Ehe mit Barbara v. Stenda, verm. 1518 und gest. 1569, 
hatte er drei Söhne und eine Tochter, Ursula, welche, mit Hans Stamm- 
heim vermählt, nach dem Tode desselben Stammheim und Zazenhausen 
an ihre Familie brachte. Von den Söhnen blieb der Jüngste, Hans 



— 160 — 

Philipp, geb. 1631 , in einem Gefechte bei Aachen , der Aeltere, Jo- 
hann Sebastian I., geb. 1620, starb schon im ersten Lebensjahre, der 
Mittlere aber, Johann Sebastian II., geb. 1623 und gest. 1596, setzte 
in der Ehe mit Veronica Gttssin v. Güssenberg den Stamm fort. Von 
ihm stammt das jetzige Haupt der Familie: Freih. Wilhelm, s. unten, 
im 7. öliede ab. — Durch den Besitz Ton Burtenbach kam die Familie 
schon 1632 in den Verband der reichsfreien, schwäbischen Ritterschaft 
im Cantone Donau und wegen ihrer später erworbenen Güter zu Mau« 
ren , Stammheim , Zazenhausen , Geissingen , Neckarbeihingen und Heu- 
tingsheim war dieselbe den Rittercantonen Kocher und Neckarschwarz» 
wald einverleibt , in welchen einige ihrer Sprossen auch Hauptmanns- 
und Directorialstellen bekleideten. Jetzt besitzt die Familie noch im 
Kgr. Bayern das mannlehenbare Rittergut Burtenbach und das Allo- 
dialgut Klingenbad im Mindelthal , so wie im Kgr. Württemberg den 
lehenbaren Theil des Rittergutes Heutingsheim im O.-A. Ludwigsburg» 
— Das jetzige Haupt der Familie ist Freih. Wilhelm , s. oben , geb. 
1833 — ein Sohn des Freih. Carl, k. Württemberg. Oberförsters a. D., 
aus der Ehe mit Franzisca Freiin v. Gültingen, geb. 1816 und verm. 
1830, und Enkel des 1811 verstorbenen Freih. Christian Albrecht, 
verm. 1798 mit Wilhelmine Freiin v. Troyff, gest. 1827 — , k. wttrt- 
tembergischer Kammerherr. Derselbe hat sechs Geschwister, und 
der ältere Bruder, Freih. Puul, ist 1837 geboren. 

Weiser^ Augsburg. (Chronik, III. 8. 24. — ttucelfni Stemraat. P. m, — Oauhe^ I. 8. 207«. 
— Zedier^ 34. 8. 1334—36. — Uohschnher, Biographie des b«rühmt«)Q Bitten Sebastian 
Schertlia v. Burtenbach; Frankf. und Leipzig, 1777. — e. Lang, 8. 228 und 229. — Cati^ 
Ad«lab. dee Kgr. Würlteiuberg, 8. 318—21. - Gennal. Tatchepbncb d. trtiYx, Himer, 1861, 
S. 694—98, 1863, 8. 848 und 40 und 1865. — Siehmachfr , I. 117: Die Schertlin ▼. Barten- 
badi. Schwäbisch. — v. tUding, III. 8. 569: Schärtlia v. B. — W.-B. de« Kgr. Bajera, IT. 
3 UBd V. Wölckern, Abth. 4. — W.-B. d. Kgr. Württemberg, Nr. 131 und 8. 37. — ». Me/m€r, 
bayer. Adel, Tab. 68 und S. 66. — Knetcflke, I. 8. 380—82. 

Schertwitz , Tschertwitz , Zschertwitz. Altes , ursprünglich aus 
der Lausitz stammendes Adelsgeschlecht, welches schon im 15. Jahr- 
hundert in Ostpreussen vorkam und 1454 bereits zu Kalthoffund Schön«- 
feld, und 1542 zu Crossen, sämmtlich unweit Preussisch - Holland, 
zu Scheufelsdorf bei Ortelsburg, zu Passenheim, ebenfalls unweit Or- 
telsburg , so wie zu Kuppen bei Mehrungen sass , dann mehrere andere 
Güter an sich brachte und noch 1784 im Besitze des Gutes Kalthoff 
war. Ein v. Schertwitz starb 1740 als Amtshauptmann zu Zinna, und 
Franz Anton v. S. 14. Mai 1813 als k. preuss. Oberst von der A. zu 
Breslau. — Mit Letzterem ging, so viel bekannt, der Stamm aus. 

N. Pr, A.-L. rv. S. 164. - Freih. p. Ledebur, II. 8. 362. 

Schertz. Schlesisches Adelsgeschlecht, welches bereits 1630 zu 
Bukowine unweit Trebnitz und zu Weigelsdorf im Oelsischen soss, dann 
Gross-Mohnau, Pleischwitz u. s. w. au sich brachte, noch 1767 zu 
Kleschwitz bei Wohlau und zu Schimmerau bei Trebnitz begütert war 
und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch in Mähren und 
Oesterr.-Schlesien Grundbesitz hatte. 

Frtih. 9. Ledebur, II. 8. 362. 

Scherizer und Kleinmtihl, Seherzer v. Kleinmtthl, Ritter laul 
Mlhenrea. Alter, böhmischer Bittergtand und erbländ.-ötterr. SM* 



— 151 — 

hetirnatand. Ritterdiplom von 1747 für Joseph Schertzer v. Kleinnjphl, 
littadesadvocaten in Böhmen, and Frciherrndiplome von 1702 für AI- 
bfecht Franz Scherzer v. Kleinmübl, kaiserlichen Obersten, und von 
1762 üQr Franz Elias v. Scherzer und Kleinmühl, Kammer- und Hof- 
lebenrechts-Beisitzer in Böhmen, und üQr den Bruder desselben, Joseph 
¥. 8. und K. , k. k. Oberlieutenant. 

Mfp^rl« 9. Jiühl/tld, £rg.-Bd. S. 96 iiud 202. 

Sohetsel y. Lorch. Altes, rheinländisches Adelsgeschlecht, wel- 
ches noch 1407 bei der Metropolitankirche in Mainz vorkommt. 

Zgäler, U. & 1349. 

• Sehetsenberg , Schetcsenberg , gen. Schetz, Schetz v. Schetzen 
b#r|^. Altes , aus Franken in die Niederlande gekommenes Adelsge- 
sehleebt, welches auch in Westphalen begütert wurde. Wernerus 
v. Schetzaenberg, Herr zu Polant und Schetzenberg in Franken, diente 
dem K. Rudolph von Habsburg und blieb 1273 in einer Schlacht. Eras« 
»QS v. S. gen. Schetz, Ritter, kaufte die Herrschaft Grobbendonck 
und wnrde 1548 in den Reichsgrafenstand erhoben. Auch kam in di^ 
Familie das Erbmarschallamt von Brabant. Der Stamm blühte noch 
um die Mitte des 18. Jahrh. 

»utktm Tmph. do BraUnt, Fuppl. I. H. 285-80. - Guvht, II. 8. 1014-19. — Z^ltr,^ 
M. S. 1349-64. 

< Bohenrl v. Defersdorf (Schild geviert : 1 und 4 in Roth ein auf 

den Hinterfüssen stehendes, gehörntes, silbernes Pantherthier : altes 
Stammwappen, nnd 2 und 3 in Blau ein schrägrechter, goldener Bal- 
ken: Wappenvermehrung durch Diplom von 1540). Reichsadelsstand. 
Diplom vom 6. April 1540 vom römischen Könige Ferdinand für D. 
Christoph Scheurl (geb. 1481 und gest. 1541 , Rath bei K. Carl V., 
bei dem Erzherzoge Ferdinand und dem Kurfürsten Johann Friedrich 
zu Sachsen , zuerst Beisitzer des Stadtgerichts zu Nürnberg , nachher 
vorderer Consiliarius , Rector der Universität Wittenberg und Appella- 
tioBSgerichts-Präsident zu Leipzig) und für die Söhne desselben , Georg 
und Christoph S. , so wie für den Sohn seines Bruders, Albrecht S., 
nnd kaiserliches Adelsbestätigungsdiplom vom 18. März 1541, und 
zwar zu Gastrecht, nachdem beide Kaiser, Carl Y. und Ferdinand I., 
bei D. Christoph Scheurl gewohnt hatten. — Das Geschlecht stammte 
ans Gnndelfingen in Schwaben, wo dasselbe zu Ende des 14. Jahrh. 
wohnte. — Von da kam die Familie durch Verheirathung nach Lanin- 
gen, wo sie in den Rath gelangte. Hanns Scheurl, gest. 1476, war 
Doctor des geistlichen Rechts, Domherr zu Breslau und Glogau, und 
Ordinarius , oder erster Professor der Rechte an der Universität Leip- 
zig. Der Bruder desselben, Albrecht S., starb 1462 als Rathsherr 
nnd Kirchenvorsteher zu Breslau. Christoph S., geb. zu Breslau 1457, 
war der Erste des Geschlechts, welcher nach Nürnberg kam, sich da- 
selbst 1480 mit Helena Tucherin vermählte und 1519 zu Schlackewald 
starb. Aus seiner Ehe stammte der obengenannte D. Christoph Scheurl, 
welcher als Gelehrter und Geschäftsmann in der ersten Hälfte des 
16. Jahrh., in Folge seiner angegebenen Aemter, eine bedeutende Rolle 
spielte , mehrfach mit wichtigen Verschickungen betraut worde und an 



— 152 — 

dier%Kirchenreformation grossen Antheil nahm. — Gegen Ende des 
18. Jahrh. blühte von dem Stamme noch eine ältere und jtlngere Hanpt- 
linie, nachdem die Georgische, Carlische, Philippinische, Hierony- 
mische und Albertlnische Nebenlinien im Laufe der Zeit ausgegangen 
waren. Der Stammvater der ülteren Hauptlinie war Hans Christoph, 
geb. 1562 und gest. 1632. Dieselbe schied sich wieder in die Ghri- 
stoph-Gottliebische und Philipp-Jacobische Linie. — Stammvater der 
jüngeren Hauptlinie war Jacob, geb. 1577 und gest. 1623. — 1729 
wurde das Geschlecht in Nürnberg rathsfähig und kam 1752 wirklich 
in den Rath. Albrecht VI. kaufte 1566 das drei Stunden von Nürn- 
berg gegen Lichtenau gelegene Gut Defersdorf , aus welchem Gabriel 
ein Familienfideicommiss machte, und welches Christoph Wilhelm I., 
vorderster Losungs-Amtmann 1687, in ein förmliches Majorat verwao- 
delte und mit vielen nahen Untertbanen und Stücken vermehrte. Hans 
Christoph erbaute das Schloss zu Fischbach ganz neu und stiftete das- 
selbe, neben verschiedenen anderen Untertbanen, zu einem Familien- 
fideicommiss. Sebastian S.. der 1652 ohne männliche Nachkommen 
starb , erwarb den Herrensitz Heuchling bei Lauf und machte ihn nach 
seiner, 1739 ganz erloschenen Nachkommenschaft, zu einem Fidei- 
^commiss. Christoph Wilhelm III. erhielt mit seiner ersten Gemahlin, 
der Wittwe und Erbin des Wolf Jacob Schmidmayer, den Sitz Schwar- 
zenbmck, und mit seiner zweiten Hausfrau, Maria Helena Tetzlin, das 
Tetzlin'sche Gut Vorra. Christoph Gottlieb , Stifter der nach ihm be- 
nannten Nebenlinie, brachte den unweit Feucht gelegenen Herrensitz 
Morneck an sich und Philipp Jacob , Stammherr der nach ihm genann- 
ten Nebenlinie, erlangte 1695 die Kötzlerischen , 1715 die Starkischen 
und 1720 die Grolandischen Reichslehen, nebst dem dazu gehörigen 
Herrensitze zu Erlenstegen. — Der Stamm blühte in mehreren Spros- 
sen fort und , nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, wur- 
den drei Geschlechtsälteste in dieselbe eingetragen, und zwar: Chri- 
stoph Gottlob Scheurl v. Defersdorf, geb. 1747, Amtmann zum ün- 
schlittkauf, in Nürnberg; Carl Jacob Wilhehn S. v. D. , geb. 1756, 
Herr auf Fischbach , Morneck, Schwarzenbmck und Vorra, ehemali- 
gen Senator in Nürnberg, und Jacob Christian Wilhelm 8. v. D., geb. 
1763, k. bayer. quiesc. Stadtgerichts- Assessor in Nürnberg. 

WUh Nürnbergiitche Münzbeluntigungon , 111. S 106. — ßifdermann. Nürnberger P»- 
triciftt. Tab. 439—57 uud Canton Rhöii-Werra, I. VemeichniB«. — N. geneal. Handbuch, 1777, 
8. 326-32 und 1778, 8. 374. - p. Lang, 8. 524 und 25. - Siebmacher, I. 212: Die Soheori, 
Nürnbvrgisches ehrbares Ge:»chlecht. — Jungeudreft, Kinleituug Bur Heraldik, Nürnberg, 17ä^», 
8. 188 und 89 uud Tab. V. Nr. 46. ~ Suppl. %\i Sli-bm. W.-B. VII. 16. - Tprof, I. 36 and 
8>€benkees, I. 8. 25 und 26. - W.-B. d. Kgr. Bayern, VIU. 40. 

Scheoren, Scheyren. Altes, bayerisches, schon 1030 vorge- 
kommenes Grafengeschleeht , welches mit Wolfgang Grafen v. Scbeyem 
1559 ausstarb. 

Preoi'nhueber, Annal. Styren». 8. 417. — Zedier. 34. 8. 1371. 

Schenrer (Schild schrägrechts getheilt, oben in Gold ein halbes 
Mühlrad und unten auf grünem Boden drei grüne Bäume). Litthaui- 
sches, erloschenes Adelsgeschlecht, welches noch 1784 zu Gross- und 
Klein-Bredaunen unweit Stallupöhnen sass und auch die Güter Schor- 
schien und Spatlauken an sich gebracht hatte, 

Fr«ik, f. Ltdebur, II. 8. 362. 



— 153 — 

Scbenrioh (Schild durch einen schrägrechten , mit drei goldenen 
Sternen belegten, rothen Balken getheilt; über demselben in Silber ein 
gekrönter, schwarzer Adler und unter demselben in Blau ein gehar- 
nischter Arm mit Schwert). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 
11. Octbr. 1786 für die drei Brüder: Friedrich August Seh eurich, Pre- 
mierlieutenant, Carl Friedrich S., Capitain a. D. , und Christoph Fried- 
rich S. , Staabscapitain in der k. preuss. Armee. Die Empfänger des 
Diploms waren Söhne des Gutsbesitzers Scheurich auf Holm, oder Hulm, 
bei Striegau. — Carl Friedrich v. S. erwarb Bruckschine im Trebnitzi- 
schen; Christoph Friedrich v. S. starb 1799 als Major im Regimente 
V. Courbiöre, und Friedrich August v. S. war 1806 Major und kurze 
Zeit Commandant von Glatz. — Die Familie war 1821 in Pommern zu 
Jassonke und Lubben unweit Rummelsbnrg gesessen, und 1825 starb 
ein Rittmeister v. Scheurich im 3. ühlanenregimente. 

V. Pr. A.-L. IV. 8. IM und 65. - Freih. v. Ledehur, II. 8. 362. - W.-B. der PreoM. 
Monarchie lY. 46. 

Schenrich (Schild geviert, mit Mittelschilde. Im silbernen Mittel- 
scfailde ein rother Greif mit Schwert. 1 und 4 in Roth drei, 2 und 1, 
silberne Hämmer , und 2 und 3 in Blau ein goldener Löwe mit ein^n 
Schwerte). Fiin früher in Schlesien begütertes Adelsgeschlecht, wel- 
ches noch 1763 zu Bukowicze oder Freiwaldo im Trebnitzisehen sass. 

Frdh. 9. ledehur, II. S. 3C2. - Sitbinach^r, IV. 463: D. Scheurich (uDter den Qe- 
adelteu). 

Soheven , Scheve (in Gold auf grünem Boden drei Eicheln auf 
drei Flachsstengeln. So führt die jetzt auf Rügen begüterte Familie 
das Wappen und nimmt nach einer , in derselben fortgeerbten Sage an, 
dass früher im Wappen Flachsblumen auf Flachsstengeln gestanden 
hätten, dass aber später , in Folge der Vermählung eines Sprossen des 
Stammes mit Maria v. Westeneichen auf die Flachsstengel Eicheln ge- 
setzt worden wären. Dagegen giebt das meklenburgische Wappenbuch 
das Wappen, wie folgt, an: Schild quer getheilt: oben in Blau zwi- 
schen zwei weissen Rosen ein sechsstrahliger , goldener Stern und unC^n 
in Gold auf grünem Boden drei Eicheln an grünen Stielen). Altes, 
westphälisches Rittcrgeschlecht , welches seinen ersten Urspining aus 
der Gegend von Scheveningen in Holland, eine Stunde von Haag, her- 
leitet. Der erwähnten Sage nach sollen die Urvoriahren di^ Gründer 
von Scheveningen gewesen und dort erst durch den Landfrieden ans 
ihren festen Burgen vertrieben worden sein. — Im Laufe der Zeit schied 
sich der Stamm in zwei Linien, in eine katholische und in eine pro- 
testantische. Erstere verbreitete sich am Niederrhein , der holländi- 
schen Grenze zu, letztere, aus welcher die jetzt auf Rügen begüterte 
Familie stammt, war um Sprodehövel heimisch. Ungeßihr um 1590 
bis 1610 verpflanzte sich das Geschlecht aus Westphalen nach Meklen- 
burg , doch können dorthin auch noch früher einige Familienglieder 
gezogen sein. Aus Mekleuburg kamen die v. Scheven nach Pommern. 
Aus den Acten der Familie ergiebt sich, dass dieselbe noch 1650 im 
Besitze des v. Schevenschen Erbgutes Myhr war. Dasselbe bestand 
ans dem Hanptgute Myhr mit Neuhans, Sprodehövel , Westen-Eichen, 



— 164 — 

Enieperbof , Ladig , Brockenhusen , Brink und mehreren anderen Gü- 
tern , welche über dreihundert Jahre zu Myhr gehörten und dorthin 
Abgaben zu zahlen hatten. Die Haupt-Familienpapiere, und unter 
diesen auch die Lehnbriefe , sind in einem Kaufmannshanse in Iserlohn 
verbrannt, doch geht aus Allem hervor, dass die Familie sehr alt ist. 
Die Güter haben ihre Namen verändert, doch sind sie fast alle um 
8prodehoevel aufzufinden und nachzuweisen. Vornamen, welche oft 
vorkommen , sind : Jörgen , Joachim und Gurt. In der katholisdien 
* Kirche zu Blanckenstein unweit Witten sollen Gedächtnisse der Farai- 
milie v. Scheven noch bestehen. Von den Sprossen des Stammes ge- 
langten Mehrere zu hohen EiirenstcUen , auch kommt der Name in 
den Listen der k. preuss. Armee mehrfach vor. Adolph Ludwig Carl 
T. Scheven , Kammerpräsident und Herr auf Cantzow , erhielt 1804 
durch Aufnahme in die meklenburgische Ritterschaft die Rechte des 
eingeborenen meklenburgischen Adels, und Adolph Friedrich v. Sofae- 
ven war Präsident des kurmärkischen Pupillencollegiums. Derselbe 
starb, ohne Kinder zu hinterlassen , 22. Febr. 1837, und seine Ge- 
mahlin, Wilhelmine v. Leckow, 28. Septbr. 1849. — Haupt der auf 
Rfigen blühenden Linie ist jetzt : August v. Scheven , Herr auf Tang* 
nitz , Annenhof und Tegelhof. 

Haodschriftl. Notl«. — r. Hehr, R. M. S. 1«87. - N. Pr. A.-L. S. 165. — Fr«ih. 9. ht- 
dibur, II. S. 362. — Siippl. z« Siehui. W.-B. IX. 26 und X. 28. — Meklenb. W.-B, Tab. 44 
und Sr, 166 und S. 8 und 33. — Püuimrrnüchoa W.-B. III. Tab. 49. 

Schevenich (im Schilde ein schrägrechter Balken). Altes, rhein- 
l&ndisches Adelsgeschlecht, welches 1600 noch blühte. 

Fahne, I. 8. 129. — Frtih. v. Ledebur, IT. S. 302. 

Sehewick (Schild golden , mit schwarzem Schildeshaupte End in 
demselben drei silberne Seeblätter oder Möndchen). Altes , clevesches 
Adelsgeschlecht, welches auch zu Driesberg an der Niers 1600 saas. 

Fahne, I. S. 129. - Ffih. r. Ledebur, II. S. 362. 

Scheyde, Sckeyde, Kdle. Erbländ.-Gsterr. Adelsstand. Diplom 
von 1805 für Joseph Scheyde, kaiserlichen Hofkriegsagenton, mit: 
Edler v. 

Jlegerle w. Mühlfeld. S. 263. 

Scheyer. Altes, krainisches Adelsgeschlecht, ans welchem nach 
Seifert mehrere Sprossen 1386 bei Sempach fochten und snm Tbeil 
fielen. Das Geschlecht war mit dem Erbjägermeisteramte des Herzog«« 
thums Krain bekleidet. Ein Enkel des Caspar v. Scheyer : Erasmns 
V. S. , starb 1547 als Oberhauptmann der Grenzfestung Zeng, und sein 
Sohn, Franz v. S. , zu Ainodt, 1589 als innerösterr. Regienmgsrath. 
Letzterer hinterliess einen Sohn, Erasmus IL, der Rittmeister der 
krainerischen Ritterschaft war. 

Seifert, Stammtafel der Herren v. Prank. — (rauhe, I. 8. 2u76 nnd TT. — Zedier, 84. 
& 1874. 

Schick, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1793 
für Johann Michael Schick, k. k. Rath und Buchhalter des Bergwerks« 
Productenverschleisses, mit: Edler v. 

M*g9rl€ f. Mühl/eld, 8. t57. 



— 165 — 

Sehick v. Siegen. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1811 
fllr Oarl Schick, k. k. pens. Major, mit: v. Siegen. 

M49«rl9 9. Uübl/etd, S. 257. 

Sehicker, Sohickherr. Reichsadelsstand. Diplom von 1654 für 
Adam Schicker^ kurbrandenburg. Oberstlieutenant. Ein im Branden- 
burgischen im 17. und 18. Jahrh. angesessenes Adelsgeschlecht, wel- 
ches schon 1664 zu BrOckermark unweit Beizig, und noch 1767 zu 
Gross-Benthen, Groben und Siethen bei Teltow begütert war. Adam 
V. Schicker kommt 1638 als kurbrandenburgischer General-Proviant- 
meister vor. Wolf Heinrich v. 8. starb 1672, und Heinrich Christoph 
V. S. war 1691 kurbrandenburg. Lieutenant, später aber k. preuss. 
Hauptmann. 

Freik, v. L4td$bur, II. S. 363 uuJ 03 und III. 8. 338. 

ScMeker v. Ottenfels. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1820 für Johann Christoph Schicker, k. k. pensionirten Hauptmann, 
mit: V. Ottenfels 

Mtg4rU 9. Mühl/eld, 8. 257. 

) Sehickfns^ Schickfüss, Schieckfnss (in Silber ein schwarzer, gold* 
gekrönter, in der rechton Vorderpranke einen goldenen Stern halten- 
der Löwe), Ein seit dem 16. Jahrhundert in Schlesien reichbegüter- 
tes und angesehenes Adelsgeschlecht , in welches der um die Geschichte 
Schlesiens durch die bis 1619 gehende Schlesische Chronik sehr ver- 
diente Dr. Jacob v. Schickfüss und Neudorff, geb. 1574 zu Schwibus, 
deh böhmischen Adelsstand mit dem Prädicate: v. Neudorff für sich, 
seinen Bruder, David Schickfüss Juris Consult. und für die Nachkom- 
men brachte. Derselbe (von dessen Vorfahren sich namentlich Johann 
Schickfüss im Anfange des 16. Jahrh. um die Stadt Neumarkt grosse 
Verdienste erworben hatte) war anfangs Secretair und Professor an der 
Universität Frankfurt a. d. 0., dann Rcctor Gymnas. zu Brieg und 
fllrstl. Consistorialrath daselbst, später aber kaiserl. und fürstlich 
Uegnitzischer Ratb und königlicher Oberfiscal in Schlesien , und starb 
15. Septbr. 1637 zu Breslau mit Hinterlassung mehrerer Söhne: Mar- 
Un Jacob , Christoph u. s. w. , aus der Ehe mit Elisabeth v. Bencken- 
dorff. Die Nachkommen besassen die Rittergüter Petersdorf, Wein- 
berg und Karlsdorf im Nimptsch-Briegschen, Ober- und Nieder-Quentsch 
(Queüzsch) im Schweidnitzischen, Wasserjentsch und Pollogwitz im Bres- 
laafscben , und erwarben dann auch mehrere andere Güter. — Leopold 
Deodatus v. S. auf Petersdorf , Karlsdorf u. s. w. war um 1730 des 
Fflrstenthums Brieg im nimptischen Weichbilde Landesältester, und 
hatte aus der Ehe mit einer v. Heugel und Pollowitj; drei Söhne: Carl 
Gvstav, Leopold Siegmund und Conrad v. S. — Der Stamm blühte 
dauernd fort und nach Bauer waren 1857 folgende Glieder der Fami- 
lie im Kgr. Preussen, welche sich: v. Schickfus schreiben, begütert: 
Gustav Moritz v. S., Kreisdeputirter und Polizei-Districtscommissarius, 
aof Allerheiligen im Kr. Oels; Ferdinand v. S. und Nendorf auf Ru- 
nolkwitK im Kr. Neumarkt; Lothar Gustav v. S. und Nendorf auf 
Raackau (alter Besitz) und Strachau im Kr. Nimptsch; Ludwig Georg 
Akourndtr v. S. und Nendorf, k. preoss. Premierlienlenaiit a. D., aa( 



— 166 — 

Rndelsdorf (alter Besitz) and Trebnig, ebenfalls im Kr. Nimpt«ch; 
Elise verwittw. Frau v. S. , auf Baumgarten , Jexaa und Warkotäch im 
Kr. Strelilen, und Amalie Henriette, vermählte Frau v. S. , geborene 
V. Scheliha, auf Kampern im Kr. Trebnitz. — Noch ist zu erwähnen, 
dass eine Linie der Grafen v. Haslingen , s. den Artikel : Haslingen, 
Hasslingen, Freiherren und Grafen, Bd. IV. S, 229 und 230, sich Gra- 
fen Y. Haslingen-Scliickfus, oder Grafen Haslingen, genannt v. Schick- 
fus schreibt. Es erbte nämlich Heinrich Graf v. Haslingen durch testa- 
mentarische Vei-fügung seines Grossvaters mütterlicher Seite, des Ernst 
Ferdinand v. Schickfus-Neudorf, die Rittergüter Queitsch, Florians- 
dorf und Altenburg im Kr. Schweidnitz und nahm mit k. prenss. Bestä- 
tigung, laut Diploms vom 26. Decbr. 1824, für sich und seine Nach- 
kommen den Zunamen und das Wappen der v. Schickfus an. Das 
Schickfus'sche Stammwappen steht bei dieser Linie unter dem Mittel- 
schilde des Wappens der Grafen v. Haslingen in einem zweiten Mit- 
telschilde. 

Stnapiim, II. S. \K*» \i\u\ iK'iO iiml I)c»tfelb«^n Olsnu^rapli. IL 8. 433. — Gauhe, U. S. 1019 
nud 20. — Z^tlUr, M. 8. I398-14(»I: naoh oiuem Mamiücripte: Tabula geneal. dorn. Schickf. 
N. Pr. A.-L. 8. 165. — Fr€i/t. r. Ledebur, II. S. 36.3. — Sclilesiachei W.-B.: t. 8. oud Gr. 
V. HauIlDgeii-SchickfuH. 

» Schickh , Ritter und Edle Herren. Erbländ.-österr. Ritterstand. 

Diplom von 1710 für Georg Friedrich Schickh , k. k. Hofrath, Geb. 
Secretair und Referendar, mit dem Prädicate: Edler Herr. 

Ifegerle v. Mühl/etd, Erg.-B<l. S. 202. 

Schickh. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom Ton 1727 fbr 
Jobann Schickh , Bürger in Ofen. 

Megerle o. Mühlfehl, Krg.-lW. 8. 430. 

Schickmayr. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1742 für 
Georg Joseph Schickmayr aus Tirol. 

Jdtgerle 9. Mühiftld, Erg.-Bd. 8. 436. 

Schidderich (in Gold drei , 2 und 1 , schwarze Löwen). Altes, 
ritterliches Geschlecht der Stadt Cöln, in welcher dasselbe bereits 
1290 die Höfe Schidderich, 1476 Glockenring und'Birklin und 1481 
an der Ulrepforte besass, auch wegen Stameln unweit Bergheim 1592 
und noch 1681 zur jülichschen Ritterschaft gehörte. 

Fahnt, I. S. 387. — hWih. f. Led^bur, II. S. 303. 

Schidenhofen zu Stnmb. Tirolisches^ und salzburgisches Adels- 
geschlccht , in welches Johann Balthasar S. zu St. vom Erzherzoge Carl 
1660 den Adel brachte. Der Sohn desselben wurde 1697 als tirolischer 
Landmann und 1707 als salzburgischer Landmann aufgenommen und 
ein Enkel des Letzteren, Joachim Joseph Schidenhofen zu Stumb, geb. 
1747, der aufgelösten Landschaft zu Salzburg gewesener Kanzler, 
wurde, nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in dieselbe 
eingetragen. 

9. Lang, S. 525 und 26. — W.-B. d. Kgr. Bayern, VIII. 41. 

^ Schidlovi^itz, Szydlowicz, Freiherren nnd Grafen. Altes, ans 

dem Hause Odrowans-Konskie in Mähren stammendes, scblesisches 
Adelsgeschlecht, als dessen Ahnherr Stanislaus Odrowans v. KonaUe 
genanut wird, welcher sich in Polen niederliess^ Castellan voji GwriKh 



— 167 — 

tieü worde und das Rittergut Schidlowicze in der Woywodschaft Sen- 
domir , nach welchem er und die Nachkommen sich nannten , an sich 
brachte. Zu Letzteren gehörte Christoph S. , polnischer Reichs- Vice- 
kanzler, dessen Tochter, Christina, 1536 Gemahlin des Herzogs Jo- 
hann zu Münsterherg-Oels wurde. Später stand namentlich Johannes 
Szydiowicz in grossem Ansehen. Derselbe war Grosskanzler in Polen 
und machte sich durch öftere Gesandtschaften des Königs Sigismund in. 
an den königl. ungarischen Hof bekannt; Christophorus S. war 1667 
Castellan vonSendomir und Reichs-Vicekanzler in Polen, und Johannes 
Graf V. S. lebte noch zu Anfange des 18. Jahrh. als Woiwode in 81- 
radien. 

Dluffosm», m«tor. Polon. Tom. I. — Okohli, I. S. 205 und II. S. 189 und 304. — Si- 
mapiu*, II. S. 201. - Oaufi^, II. 8. 1773 und 74. 

Schiebe! v. Schiebelstein , Schiebelstein , Schiebe! (Schild zwei- 
mal quer getheilt , oben in Roth ein silberner Felsen , aus welchem ein 
rothgekleideter Arm , in der Hand eine Schreibfeder haltend , hervor- 
ragt : in der Mitte drei übereinander gelegte , silberne Fische und unten 
in Gold ein schwarzer Eberkopf). Adelsstand des Kgr. Preussen. Di- 
plom vom 9. März 1739 für den k. preuss. Postmeister zu Stolp Schie- 
be!, mit dem Prädicate: v. Schiebelstein. Derselbe, früher Regiments- 
quartiermeister im k. preuss. Leib-Carabinierregimente , behauptete, 
dass sein Grossvater Generalmajor und Commandant von Mannheim 
gewesen und bereits geadelt worden sei. — Alexander Friedrich Schie- 
be! V. Schiebelstein , früher Rittmeister im k. preuss. Regimente Köni- 
gin-Dragoner , lebte um 1809 als Oberstlieutcnant a. D. — Die Fa- 
milie sass noch 1771 in Pommern zu Franzen bei Schlawe, und 1782 
zu Zirchow bei Stolp. — Die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. in 
der Oberlausitz zu Wohla bei Prietitz und in der Niederlausitz zu 
Drebkan bei Calau angesessene Familie dieses Namens schrieb sich: 
Schiebeil, hatte ein anderes Wappen und zu ihr gehörte der 1796 
verstorbene kursächsische General Christoph Adolph Burchard v. Schie- 
!)ell auf Drebkau. Derselbe führte in Blau einen goldenen , eine Tasse 
mit Untertasse (?) haltenden Greif. 

HandschrifIT. Notlis. — Freih. r. Ledfbur, II. S. 363. - W.-B. d. Preuss. Monarchie, 
IV. 46. 

' Schieck, Schick (in Gold drei, 2 und 1, rothe Rosenkränze). 
Altes, wohl aus Lothringen stammendes, meissensches Adelsgeschlecht, 
welches auch nach Thüringen und in die Oberlausitz kam und welches 
Knauth, wie folgt, aufführt: ,, Schieck, auch Schickaw, auf Oberreussen, 
Gross-Lissa, Quetz, Zörbig u. s. w. meist um Delitzsch." Dasselbe sass 
bereits 1444 zu Gollm und Reinsdorf bei Delitzsch, so wie in der Na- 
derkauer Mark unweit Wittenberg, 1592 zu Roitzsch bei Bitterfeld 
und 1600 zu Schwärtz im Saalkreise, erwarb dann mehrere andere 
Dörfer und war noch 1710 zu Gollm, 1739 zu Schw&rtz und 1744 zu 
Quetz begütert. — Conrad Schieck, Amtmann zu Burgau, tritt urkund- 
lich 1389 als Zeuge auf; die Besitzungen des Heinrich Schieck wurden 
für die Töchter desselben vom Landgrafen Balthasar in Thüringen 
)99Q in Weiberlehne umgewandelt; Alexander S. starb um 1629 ail 



— 18« - 

Domdechant zu Meissen and Stiftsrath zu Warzen und Wolff Schleck 
ä«f Reinsdorf war kursäcbs. Amtshauptmann zu Zörhig und Delitzsdi. 
Mit dem Urenkel desselben, Dietrich, ging 1688 die Reinsdorifeche 
Linie aus. Ein anderer dieses Namens und ebenfalls ein Urenkel des 
genannten Wolfifs S. auf Quotz, Ramsin u. s. w. starb 1722 als Assessor 
des Hofgerichts zu Wittenberg und Director des Stifts Merseburg und 
hinterliess uiitei*scliiedliche Söhne, durch deren Nachkommen der Stamm 
noch iu (las 19. Jahrh. hineinreicht. In grösseren geneal. Sammlangen 
finden sich Nachrichten über die Familie von 1444 bis 1809. 

UrMinut, Geschichte der Donikirche in MeUsen, 8. 213: Grabstein des Wolffg&ug Otto 
▼. Schick. — Knauth , S. 664. — Val. König, I. Ö. 893—908. — Diplomat. Nachleae von 
Sachsen, XI. S. 137. — Gauhe, I. S. 2072 und 73. — Zedier, 34. 8. 1392-95. — Ettor, 
Abnenpr. S. 375. — Freih. r. Ledebur, II. S. 303. — Siebmaeher, L 160: t. Schick, Meiss- 
nlsch. — 9. Ueding^ II. 8. 614. 

Schleck, Schick, Edle Herren. Altes, steiermärkisches Adels- 
geschlecht, welches die Herrschaften Froudsberg und Lehnhofen ia 
Steiermark besass. 

Schnutt, IIL S. 478. 

Schiefer, Schifer^ auch Freiherren (Schild quer getheilt : oben 
in Silber ein stehender, schwarzer Rabe, im Schnabel einen goldenen 
Ring haltend, an dem unten ein Stein zu sehen ist, und unten Rotk 
und ohne Bild). Erbländ.-österr. Freiherrnstand. Diplom von 1606 
ftr Alexander v. Schiefer, kaiserl. Rath und Landrath. — Altes, ober* 
österreichisches, später auch nach Tirol und Steiermark gekommenes 
Adelsgeschlecht, welches, neben anderen Gütern, die zwei Meilen von 
Linz liegende Herrschaft Freyling an sich brachte. Im 17. Jahrh. 
breitete sich dasselbe auch in Schlesien aus und erwarb die Herrschaft 
liassoth im Fürstenthume Neisse. — Bucelinus beginnt die Stammreihe 
mit Ludovicus Schiefer um 1200. Der Enkel desselben: Radolph, 
stiftete 1325 die Kirche und das Lazareth zu Efferdingen, welche Stif- 
tung die Nachkommen ei'weiterten. Bernhard S., um 1554 kaiserl. 
Bath, war ein Aeltervater Dittmeyer's, kaiserl. Raths, ältesten Land- 
raths nud Obersten, von dessen Söhnen Freih. Alexander, s. oben, 
kaiserl. Hofkriegsrath und Oberster General-Kriegscommissarins wurde, 
Johann aber, kaiserl. Oberst, 1645 im Treffen bei Jancowitz in schwe- 
dische Gefangenschaft gerieth. Später, 1718, starb Georg Siegmund, 
kaiserl. Kämmerer und Land-UnterJägermeister in Oesterreich. 

BueeUni Stcmmat. P. III. — Gr. 9. Brandia, Nr. 50. — Gr. 9. Wurmbrand, OoUeet. 

KimrI. S. 129. — Seifert, Staiiimtafehi, IV. Nr. 20. — Freih. 9. J/oAenäCk. Hi«tor. d»r 
indstünde In OeBterreich, Tom. II. 8. Ml— 366. — Gauhe, I. 8. 2078 nnd 79. — Xeditr, 
94, & 1466-70. - ScAmutM, IIJ. 8. 476. - Siebmacher, I. 36: Die 8chifr«r, OMtorralokiMh. 
— Spener, Histor. Infiign. Tab. 21 und 8. 524. — 9. Meding, I. 8. 526 und 26. 

Schifer, Schiffer, Scheffer, auch Freiherren. Reichte uid 
corbländ.-österr. Freihermstand. Diplom von 1 702 fQr Johann Reichaid 
Scfaeffer , niederösterr. Regimentsrath , mit seinem AdoptiTsobae , Jo* 
fcann Reichard Scheffer , und dessen Bruder , des Ersteren Vetter nnd 
Schwesterkind : Ignaz Philipp Ehremann v. Schlueg , Fähnrich im k. k. 
iBfianterieregimente Graf v. Guttenstein, wegen der Verdienste der 
Schefferischen und Ehremanns-Schluegischen Familie, mit der Bestim- 
SMing, dass der Regimentsrath Scheffer und dessen adoptfrter Sdui 



— 160 — 

mit der Nachkommenschaft den Namen: Freiherr y. Dobra, derea 
Veitor and Bruder aber, Ignaz Philipp Ehremanns v. Schlueg und 
denen Nachkommen , den Namen : Freih. v. Schlueg annehmen sollten. 

MegerU •. Mühl/eld, 8. 8S und 83. 

Sohieleiten. Altes, im 14. und 15. Jahrh..in Steiermark vorge- 
koroaieBeB Rittergeschlecht, welches, neben mehreren Gfltern, die Yeste 
Schfeleiten in Steiermark besass. 

Sckmmt»^ UL S. 47«. 

Schiemelau. Ein firüher in Westpreussen zu Gallnau bei Marie** 
werder und zu Ludwigsdorf und Thiergarten unweit Rosenberg begütert 
gewesenes Adelsgeschlecht. 

BrtU. 0. L4debmr, ü. S. 86S. 

Schier, Schir, Schiran, Schiraw (in Blau ein von Roth und Sil- 
ber schräggestreiftes Einhorn). Schlesisches Adelsgeschlecht, welches 
bereits 1404 zu Schierau im Goldbergischen, 1506 zu Koitz unweit 
Liegnitz und zu Rausse, so wie 1536 zu Maserwitz, sämmtlich bei 
Neumarkt, sass, dann noch andere Güter erwarb und noch 1611 zu 
Altwasser, Böckei, Gläsersdorf, Schabitzen, Tarnau und Tschiläsen 
begütert war. — Peters v. Schirow stand zu Anfange des 15. Jahrh. 
am forstlichen Hofe zu Liegnitz in grossem Ansehen, und Simon 
V. Schier war um 1571 Burggraf zu Wohlau. 

Sinapiun. I. 8. 825-27 und II. S. 063. - Gauhe, II. S. 1020. — X. Pr. A.-L. IV. S. 165 
ond W. — FrHh. ». L^dehur, II. 8. 363. — Siebmaeher, I. 6«: ▼. Schiraw, 8rh1eAl«ch. — 
t. Meding, III. 8. &82: Schir, Schier, Schirow. 

Schier v. Ekhardsberg. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1818 für Franz Schier, k. k. Hauptmann, mit: v. Ekhardsberg. 

Mf§gfrie 9, Uühf/eld, Erg.-Bd. S. 437. 

Sebierbrand , Schierbrandt (in Silber drei schrügrechts mit den 
Spiteen aneinander gelegte , schwarze Rauten , und über und unter den- 
selben drei schrfiglinks gestellte Weizenähren). — Altes, tJiOringisches 
Adelsgeschlecht, aus dem der Familie bereits 1500 und noch jetzt zu- 
stehenden Stammsitze Kirchheilingen unweit Langensalza , welches sich 
seit dem 16. Jahrh. in Sachsen, Schwarzburg und Anhalt ausbreitete. 
— Melchior v. Schierbrand war 1580 thüringischer Kreisoberst. Spä- 
ter standen mehrere Sprossen des Stammes in der kur- und königL 
Sachs, und in der k. preuss. Armee, und noch in neuester Zeit lebte 
die Wittwe des k. säclis. Landbau-Conducteurs v. Schierbrandt: Ama- 
lia Auguste v. S., in Dresden. — Den alten Sitz Kirch-Heilingen hatte, 
nach Rauer , 1857 Friedrich Ferdinand August v. Schierbrandt mit 
drei Mitbesitzern inne. 

V. Ueehtrit», Goschlechts-KrtHhhingeii , I. Tab. 00 nnd DeMolbeii diplomatische Nachrich- 
Ub. III. 198—00: AuBBQg« aus den Kirchliellingi«ch«u Kirchenbikheru von 1610—1785. — 
V. iieding^ I. 8. A26 : nach eiueui StAininbaiime. — W.-B. d. Sachs. Staaten, V. 70: T.Schier' 
bran4. 

Bchiemding, s, Schirnding. 

Scbierstedt , Sehierstädt (in Blau drei schrögrochts übereinander 
gelegte silberne Bolzen, oder auch Schild von Silber und Blau der 
Länge nach getheilt, mit drei schrägrechts fliegenden, gewöhnlichen 
Pfeilen mit zur Rechten gekehrten Spitzen). Altes, sdion vor 1263 



— 160 — 

vorgekommenes anbaltisches und märkisches Adelsgeschlecht, welches 
aach in das Braunschweigische kam. Das alte Stammhaus der Familie, 
auf welchem dieselbe noch 1580 sass, war Gross-Schierstedt unweit 
Aschersleben , das spätere aber Schloss und Städtchen Görtzke , zwei 
Meilen von Magdeburg und gegen Beizig gelegen. Die Familie sass 
im Magdeburgischen bereits 1330 zu Hadmersleben , 1367 zu Crüssow, 
1404 zu Athensleben, 1421 zu Görtzke, 1450 zu Kochstedt und Ger- 
merslcben u. s. w., im Anlialtschen schon 1365 zu Frecksleben, 1413 
2a Domburg u. s. w., im Braunschweigischon 1560 zu Benzinge- 
rode und wurde später auch im Brandenburgischen , in Ostpreussen, 
in Liefland und in Westphalen, und in neuer Zeit in Pommern be- 
gütert. — Urkundlich kommen zuerst vor: Hans v. S., welcher 1230 
zum heiligen Grabe zog und in Sachsen sehr angesehen war, und 
1268 die Gebrüder Meinecke, Heinrich, Johann v. S. — Meinecke, Erb- 
sasse zu Hadmersleben, hatte einen gleichnamigen Sohn, welcher 1366 
als ein hoher Officier des Erzbischofs Theodoricus zu Magdeburg^ in 
der Schlacht bei Hildesheim blieb. Der Enkel desselben kaufte 1411 
von Schwai'zburg das Gut Görtzke unweit Jerichow , wo drei Ritter- 
aitze waren und noch sind, und wurde der Ahnherr aller späteren 
Sprossen des Geschlechts. Sein Urenkel, Johann, starb 1562 als kur- 
sächsischer Rath und Assessor des Hofgerichts zu Wittenberg. Der 
Bruder desselben, Meinhard, stiftete die ostpreussische Linie, und ein 
anderer Bruder die liefländische Linie. Johann v. S. hatte aus zwei 
Ehen drei Söhne , Wolff Friedrich , Friedrich und Johann Friedrich, 
welche sich in die väterlichen Besitzungen theilten und drei Linien 
gründeten. Wolff Friedrich sass auf Unter-Görtzke , Friedrich auf 
Mittel-Görtzke und Johann Friedrich auf Ober-Görtzke, und alle drei 
setzten ihre Linien fort, doch stammen die jetzigen Sprossen des Stam- 
mes, so viel bekannt ist, von Johann Friedrich v. S. auf Ober-Görtzke 
ab. — Der Stamm blühte dauerd fort, mehrere Glieder desselben tra- 
ten in die kur- und k. sächs., so wie in die k. preuss. Armee, zu wel- 
chen auch August Ludwig v. Schierstedt, gest. 1830 als k. preuss. 
Generalmajor a. D. , gehörte, und nach Bauer war 1857 Hermann v. S., 
Kreisdeputirter, Herr auf Dahlen und Görtzke im Kr. Jerichow L, und 
auf Mahlenzin im Kr. Jerichow II. 

D. EisUrA Bnltsiger Donkm. cnUt HiBtori«;, S. 2BB-W und neue Auflage S. 633-4S. — Xnautk, 
S.&64. — Beckmann, AnhHitscho Historie, V. Bd. II. c. 5, VII. c. 2. 8. 262 und 63 und Tab. C. — 
Abel, deutsch, und saclis. Alleithümcr, II. 8. 598. — Dreyhaupt, II. 6. 340. — Oauhe, I. 
0. 2079 und 80 und II. 8. 1020- 2'a: nach Kisler. — Zedier, 34. 8. 1461 und 68. — IHen*- 
mann, 8. 340, Nr. 10. - N. Pr. A.-L. IV. 8. 166. - Freih. v. Ledebur, II. 8. 364. — Sirb- 
machert I. 172: v. Schientet, 8äch(ii^ch. — r. Meding, II. 8. 514 und 15 (dM BW«Jte ron 
V. Meding unter dem Namen : v. SchiorHtaodt nach einem Stanunbaume erwähnt« Qewhiecht 
ist, dem Wappen nach, die nchlcHiMche Familie v. 8chior). — W.-B. der Sächn. Staaten, X 77. 

Schifer und v. Sondemdorf, Freiherren. Ein Freiherr Schifer 
V. und zu Freiling (also zu dem Stamme der ohen erwähnten Ö8ten*ei- 
chischen Freiherren v. Schiefer oder Schifer gehörend), Herr auf Tax- 
und Ruechherg, erhielt 1708 die kaiserliche Erlauhniss, sich nach 
seiner Mutter, einer gehorenen v. Sondemdorf, Freiherr v. Schifer und 
T. Sondemdorf zu nennen und zu schreiben. 

M9g9rU f. Mühl/tld, Srg.-Bd. 8. 96 und i^7. 



— 161 — 

Sehiferotein^ Ritter nnd Edle. Erbländ.-österr. Ritterstand. 
Diplom von 1771 für Andreas Schiferstein , mit: Edler v. 

Mtgerle 9. MüHftld, Erg.-Bd. S. 202. 

Schifner y. Schifensee, Schiffner v. Schiffensee. Erbländ.-5sterr. 
Adelsstand. Diplom von 1808 für Johann Schifner, k. k. Rittmeister 
bei dem Beschäldepartement zu Podiebrad, mit: v. Schiffensee. — In 
neuer Zeit lebte Ferdinand Schiffner v. Schiffensee als k. k. Oberst in 
d. A. zu Wien. 

Magerte 9. MHUil/tldt S. 257. — Milit.-ScbemattBm. d. Oesterr. Kaiserthnmi. 

Scbihofen, Schihoffen, Schipkho y. Schihoffen, Freiherreil. 

Böhmischer Freihermstand. Diplom vom 22. Milrz 1719 fQr Johann 
Wilhelm Schipkho v. Schihoffen. 

MegtrU t. Müht/Hd» Erg.-Bd. S. 97. - 9. HeUbach, n. S. 401. 

Schilhert y. FrainthaL Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplfmi 
Ton 1818 für Jacob Schubert, Oberstlieutenant im k. k. Infanterie- 
regimente Prinz Leopold von Sicilien , mit: y. Frainthal. 

MtgerU 9. Müklfeld, S. 258. 

Schileher. Adelsstand des Kgr. Bayern. Diplom vom 28. Juni 
1814 fftr die Gebrüder Sales y. Schileher (hatte schon 1809 den per- 
sönlichen Adel erhalten), k. bayer. Geh. Finanzreferendar, und flElr 
Matthias Egidius Schileher, Herrn auf Dietramszell, Oberforstrath in 
München. 

». Lang, 8. 526. — W.-B. d. Kgr. Bayern, YHI. 42. 

Schildberg, Freiherren y.Parchwitz nnd Schildberg, s. Bd. YII. 
S. 66: Parchwitz, Freiherren. 

Schilden (Schild der Länge nach getheilt : rechts in Blau ein sil- 
berner Querbalken, begleitet Yon drei, 1 nnd 2, goldenen Sternen, 
und links in Silber ein grüner Lorbeerkranz). Reichs- und erbländ.- 
österr. Adelsstand.. Diplom vom 4. Mai 1738 für die Gebrüder Jacob 
Christoph Schilden, hannoY. Ober-Zablcommissarius , Heinrich An- 
dreas S., Hen*n auf Haseldorp, und Bodo Friedrich S., Amtmann su 
Wustrow im Dannebergischen, nebst ihrer Schwester: Frau Ernestine 
Rosine Schilden, des k. preuss. w. Geh. Staats- und Cabinetsministers 
Wilhelm Heinrich y. Thulemeyer Gemahlin. Die in Rede stehende Er- 
hebung wurde in Hannover 4. Mai 1761 amtlich bekannt gemacht. — Die 
Familie war im Bremenschen 1710 zu Lilienthal, in Holstein zu Hasel- 
dorp 1738 und 1783 zu Haselan, und in Meklenburg 1765 zu Ban- 
nen, Goldenbow und Massow begütert, und sass noch 1789 zu Hasel- 
dorp. — In HannoYer ist das Geschlecht ausgegangen, aus der 
meklenburgischen Linie aber, welche fortblühte, kamen Sprossen in 
IMenste des k. preuss. Hofes und wurden als FreiheiTcn aufgeführt, 
auch wurde der Name des Geschlechts in die Matrikel des Kgr. Däne- 
mark eingetragen und zwar, indem die Söhne des vom E. Franz I. in 
den Reichsadelsstand erhobenen k. dänischen Kanzlers Friedrich Carl 
Vc Friccius, die Gebrüder Hans Heinrich und Christian Friedrich 
Y. Friccius , in Folge testamentarischer Bestimmung ihres GrossYaters, 
des oben genannten Heinrich Andreas y Schilden, Herrn auf Hasel- 
dorp u. s. w. , Namen und Wappen der Familie y. Schilden annahmen. 

Kne$chk€, Dentsch. Adela-Lex. YIU. 1 1 



— 162 — 

^^ August y. Schilden (im N. Premsi. A.-L. all Wreikerr att%«fthrt), 
k. preuss. Kammerherr und Obarhofmeister I. M. der Königin Ton 
Preussen, starb 29. Decbr. 1851. 

Lexicon over a«lel. Fau. i Daumark, II. 9. 146 «nd Tab. 2&^ Vr. 43: VervWgiing der 
Frtechitf-Seblldcinschen Wappen: das Scbudeusche Staiumwappen mit ailbernem Mittelachild«^ 
in vdohem ein rother Wolf Back &er rechteo SHu limft : Frleclus. -» N. Fr. A.-L. TV. 8. f64. 
- Freik. r. d. Knet^ö^ck, S. 248. — Freih, e. Ledebur, II. 8. 3C4. - t. Medinft Ul. 8. 680 
«ad 81. — Soppl. «a Sl«bui. W.-B. X. Tab. 28, Kr. &. — Tprof, lt. 184. - Meklenb. W.-B. 
Tab. 44, Nr. 167 nnd S, 33. - KiU9Chk0, H. S. 382 und 88. 

Schildenfeld, Ritter und Edle. Erbländ.-österr. Rittcrstand. 
Diplom von 1770 für Anton Leopold Sehildenfehl , krainerischen Land- 
scbafts-Secretair, mit: Edler y. — In neuester Zeit war Bainund 
y. Schildenfeld im k. k. Feldkriegs-Commissariate angestellt. 

Magerte v. Mühlfeld^ Erg.-Bd. S. 202. — Milit.-Scbeiuaaflin. d. OMtenr. Kaiaertii. 

^ Schilder (in Gold der Kopf und Hals eines schwarzen Adlers). 

Altes, wes^üiälisches Adelsgesehlecbt, welcbeannt dem ErUftHiiaerer- 
und Erbthürhttter-Amte des Bistbums Paderborn bekleidet war nid s» 
den yier Säulen oder edlen Meyer des Domcapitels zu Paderborn ga^ 
rechnet wurde. Die Familie sass 1662 zu Dreckborg, Erkenlmp, 
Himmighausen und Neheim, und noch 1780 zu Sassenberg md Alten- 
becken, und 1790 zu Bahlemtthle und Bornhof. — Joham Wilheltti 
y. Schilder war 1687 Capit4ilarherr zu Münster, Raban Wilhelm y. S. 
aber 1699 Domherr zu Mttnster, so wie auch Cellarins »nd CantiM. 
Derselbe nannte sich Herrn auf Sassenburg. Untei* dem Könige Chri- 
stian y. in Dänemark kam ein Oberst v. Schilder mit d^ mOnste- 
riachen Truppen nach Dänemark, vermählte sich mit einer r. Urne und 
setzte den Stamm fort. Einer seiner Söhne war OberstUeutonant in^ 
der k. dänischen Armee. 

OuukP, I. S. 2060. - Z^dUr, 34. 8. 1541. — Bünehinp, Brdhetcbr., ft. Aafl. IH. S. 7Sa — 
FrMih, 9. LedtbuTt 11. 8. 1364. — Oniabrnckscher 8tilt«calender Ton 1773. — v. Meding% L 
8. SM. 

Schildknecht v. Fürthheim. Erbländ.-österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1820 far Johann Conrad Schildknecht, k. k. M^jor, mit: 
y. Fürthheim. 

Megerle r. Müht/etd, Erg. -Bd. 8. 436. 

Scbildt , Schild (in Silber ein rother Querbalken und über «b4 
unter demselben drei: 2 und 1, blaue, kleine Schilde mit einem scbffftg- 
rechten, rothen Balken belegt). Ein früher zu dem fränkischen Adel 
gezähltes Geschlecht. 

Freih. r. Ledebur, II. S. 364. — Sitbmaeher, V. 8«: v. 8., Fränkisch. 

Scbildt, Schild (im Schilde drei, 1 und 2 . kleine Schilde. Magde^ 
burgisches Adelsgeschlecht, welches schon 1440 zu Warschau, 1^8 
zu Vehlen und Gross- Wusterwitz , 1702 zu Wollin, so wie in der 
Zauche 1672 zu Brückermark sass. Letzteres Gut hatte die Faroäie 
noch 1773 und das Gut Warschau noch 1813 inne. 

Freih. r. Ledebur, U. 8. 364 und 66. 

SchilgeB. Reichsadelsstand. Diplom von 1789 für Albert Sebil- 
gen. Imu V. Schilgon war um 1H45 Land- und Stadtgerichtsrath uad 
zweiter Director zu Arnsberg. 

FrMh. 9. Ledtkmr, IL 8. 866 ond HI. 8. 338. 



— 163 — 

ftehin (in Blau drei goldene Grabktenze , nach Art eines Schäcbet^ 
kreues in der Mitte des Schildes znsammengestellt nnd in den Winketo 
von drei g^oldenen Sternen begleitet: polnischer Stamm TrEywdarj. 
Polnisoher Adelsstand. Der k. polnische nnd knrsächs. Major Johann 
Georg Schill wurde 14. April 1773 unter den polnischen Adel anfge^ 
Mammen nnd dem Stamme Trzjwdar einverleibt. Derselbe , zuerst in 
k. k. und zuletzt in k. preuss. Diensten, besass 1776 in Sachsen 
das unweit Diw>old8walde gelegene Gut Wilmsdorf , und hatte vier 
Sohne. Dor älteste Sohn war Oberstlieutenant in k. preuss. und 
später in k. k. Diensten , und lebte nachmals in Penkau bei Tescheft, 
der 0Weite Sohn dtarb 1810 als pens. k. preuss. RRtmeister, der dritte 
sdiicd 1817 als Oberstlieutenant und Oommandeur des 1. schlesiscfaeii 
Landwelirregiments aus dem activen Dienste und lebte um 1837 stuf 
seinem Gute Neudorf am Gröditzberge in Schlesien, und der jüngste 
Sohn, 1 772 zu Gotthof bei Pless in Oberschlesien geboren, war der dtirek 
Pstriolftsmus imd Tapferkeit so berühmt gewordene k. preuss. Major Fer- 
dinand ▼. Schill, welcher 31. Mai 1809 in Stralsund den Heldentod ^tarti. 

V. Ihr. A.-L. IV. 8. 166 und 67. — Fteih. 9. Led9bw', U. 8. 865. — 8uppl«m. xn Si«t>nu 
W.-B. IX. 26. 

SeliilleBstedt. Altes , thüringisches Adelsgeschlecht, aus welchem 
IHelrich V. Scfaillenstedt , Hauptmann , dem Grafen Adolpii t. Gleiditii 
1463 das Schloss und Gut Kapellendorf im jetzigen Justizamte Weimar 
übergab. 

ßagHtOTf OleidieiMche Historie, S. 306. — Avemann^ KJrehbergische Beschreibung, 8. 48. 

Scfailleri auch Freiherren (adeliges Wappen : Schild quer getheflt: 
oben in Gold ein nach der Rechten aufwachsendes, silbernes Einhorn, 
und unten in Blau ein goldener Querbalken. Den Helm schmückt ein 
Loirbeerkranz , auf welchem die Adelskrone steht, aus der das Einhem^ 
wie in der oberen Schildeshälfte , aufwächst : nach dem Diplome , uüa 
freiherrliches Wappen: Schild ge viert: 1 und 4 das Stammwappen und 
2 und 3 ein schräglinks gestellter, die Spitze nach oben kehrender, 
schwarzer Pfeil [ohne Gefieder , also richtiger wohl eine lange Pfeil- 
spitze]. Auf der Freihermkrone stehen zwei gekrönte Helme. Der 
fechte trägt die Pfeilspitze des 2. und 3. Feldes, und der linke, um 
Welchen sich vor der Krone ein natürlicher Lorbeerkranz schlingt , dM 
awfwachsende Einhorn des 1. und 4. Feldes). Reichsadels- und Fr6i- 
hermstand des Kgr. Württemberg. Adelsdiplom vom 7. Sepfbr. 1802 
fttr den „rühmlichst bekannten Gelehrten und Schriftsteller" Johann 
Christoph Friedrich Schiller, und zwar in „gnädigster Rücksicht auf 
die ehrerbietigsten Wünsche Seiner des Herzogs zu Sachsen-Weimar 
liebden , ^c auch auf die ausgezeichneten , seltenen Verdienste^' dct 
Erhobenen. Was letztere anlangt , so hebt das Diplom unter mehre- 
ren anderen auch folgende hervor: „Schiller habe, als ordentlicher Leh- 
rer auf der Akademie zu Jena, mit allgemeinem und seltsamem Beiftll 
Vorlesungen , besonders über Geschichte , gehalten ; seine historische^ 
sowohl, als die in den Umfang der schönen Wissenschaften gehörige» 
Schriften wären in der gelehrten Welt mit gleichem, ungethefltem 
Wohlgefallen aufgenommen worden, und unter diesen besonders seine- 

11* 



— 164 — 

trefflichen Gedichte, welche selbst dem Geiste der dentschen Sprache 
eiaen neuen Schwung gegeben hätten ; auch im Auslande würden seine 
Talente hochgeschätzt; er lebe seit einigen Jahren als herzogl. sächs. 
Hofirath in der Residenz Seiner des Herzogs zu Sachsen-Weimar Lieb- 
den" u. s. w. — Friedrich v. Schiller, geb. 10. Novbr. 1759 in der 
Stadt Marbach am Neckar — Sohn des nachmaligen herzogl. württemb. 
Oberstwachtmeisters uudlnspectors des herzogl. Schlosses Solitttde Schil- 
ler — , gest. 9. Mai 180Ö zu Weimar, hiuterliess aus der Ehe mit 
Charlotte v. Lengefeld, geb. 1764 und gest. 1826, zwei Söhne und 
zwei Töchter. Der ältere Sohn, Carl Friedrich Ludwig v. S. , s. unten, 
erhielt den Freiherrnstand, der jüngere, Ernst Friedrich Wilhelm 
y. S. , trat in k. preuss. Staatsdienste und wurde als k. preuss. Appella- 
tionsgerichts-Präsident zu Cöln, lautEingabe d. d. Trier, 19. Jan. 1830, 
in die Adelsmatrikel der Preuss. Rheiuprovinz, und zwar unter Nr. 161 
der Classe der Edelleute , eingetragen. Von den Töchtern vermAhlte 
sich Caroline v. S. , geb. 1799 und gest. 1851 , mit dem fürstl. schwarz- 
borg-rudolstädt. Bergrathe Junot aui der Kazhfitte , und Emilie , geb. 
1804, 1828 mit Adalbert Freih. v. Gleichen-Russwurm, k. bayer. 
Kämmerer und Herrn auf Greifeustein im bayer. Untermainkreise, 
B. Bd. in. S. 539 bis 541. — Freihermdiplom vom 10. Mai 1845 itlr 
Carl Friedrich Ludwig v. Schiller — älteren Sohn Friedrich's v. Schil- 
ler — , geb. 1793, k. württemb. Oberförster zu Lorch, und grossherz. 
Sachs. Eammerherr unter Vermehrung des Wappens. Derselbe, gest. 
1857, hatte sich 1825 mit Luise Lochner, geb. 1804, vermählt, und 
aus dieser Ehe stammt: Freih. Friedrich , geb. 1826 , k. k. Rittmeister, 
vermählt 1856 mit Mathilde v. Alberti, geb. 1835. — Was übrigens 
die oben angegebenen Wappen der Familie anlangt , so sind beide dem 
Wappen der tirolischen Familie Schiller v. Herdern , s. unten den Ar- 
tikel Schiller v. Herdern, nachgebildet. 

CcMf, Adebbuch d. Kgr. AVürtteniberg , S. 466— 7u. — Freih. r. Ledtbwr, IL 8. 365. — 
Oeiieal. TMcheubuch der freib. Iliiuser, 1856, 8. 592-95, 1864, S. 721 und 22 und 1866. — 
W.-B. der Preuu. RheioprüTins , 1. Tab. 112, Nr. 226 und S. 103: v. 8. — W.-B. dea Kgr. 
WftrttraaberK, Nr. 211 und 8. 52: v. 8. und Nr. 24() und 8. 57 und 58: Frh. t. 8. — Dortt. 
Allgvm. W.-B. Nr. 45 und 8. 56: v. 8. und II. Nr. 149 und 8. 9 und 10: Frh. r. 8. — 
Knetchke, I. S. 882-85: v. 8. und Frh. v. 8. — W -B. d. Sächs. StaAten, IX. 30. 

Schiller (Schild geviert : 1 und 4 in Blau ein gekrönter, goldener 
Greif, in der rechten Vorderpranke eine silberne Lilie haltend, and 
2 und 3 in Roth ein schräglinker silberner Balken, belegt mit einer 
rotben Rose). Adelsstand des Kgr. Preussen für die im Brandenburgischen 
bereits 1 700 zu Schönwalde und Bieberteich angesessene Familie Schil- 
ler. Das Gut Bieberteich gehörte noch 1709 derselben. — Der Stamm 
blOhte fort und ist in neuer Zeit aus Schlesien auch nach Oesterreich 
gekommen. Adolph v. Schiller, k. k. Generalmajor, war 1857 Bri- 
gadier bei dem zweiten Armeecorps, und Ludwig v. Schiller, k. k. Qberst 
und Commandant des liusz.-Regiments Pr. Alexander zu Württemberg, 
Nr. 11. Eine Schwester, Eleonore Elisabeth v. Schiller, lebt als 
Wittwe des 1858 verstorbenen k. prenss. Generallieutenants a. D. 
Ernst August Moritz v. FröHch, s. den Artikel: v. Frölich Bd. HL 
S. 374 und 375. 

Freih. 9. Ledebnr, IL 8. 866. — W.-B. der Prenaa. Mourcbla , IV. 47. 



— 16S — 

Scbiller, anch PreiheiTen. lleichsadels- und Freiherrnstand. 
Freiherrndiplom von 1732 für Johann Lorenz v. Schiller zu Wertenan, 
kurcöln. w. Geh.-Rath, General-Kriegscommissar, General-Hofschats^ 
meister, Ober-Landescommissar und Residenz -Oberinspector. Dcir 
Reichsadel war durch zwei Gebrüder Schiller 1605 in die Familie ge- 
kommen. 

Fr9ik. V. Ledebur, III. S. 338. 

Schiller (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Blau zwei 
schrägrechte, goldene Balken und Aber denselben eine strahlende, 
goldene Sonne, und links in Roth ein schrägrechts gelegter, silbemeir 
Pfeil). £rbländ.-08terr. Adelsstand. Diplom vom 4. Juli 1819 für Je* 
bann Friedrich Carl Schiller, Obersten des Bundescontingents der freien 
Stadt Frankfurt a. M. — Derselbe war mit Catharina Susanna Seutter 
y. Lözen vermählt, aus welcher Ehe zwei Töchter stammen, die iä 
neuester Zeit mit der Mutter in Bamberg leben. 

Knetekk«t ni. 8. 394 und 96. 

Schiller v. Herdem (Schild der Länge nach getheilt: rechts 
oben in Blau ein einwärts springendes, halbes Einhorn, und unten in 
Gold ein schräglinker , blauer Balken , und links in Silber eine mit der 
Spitze aufwärts, schrägrechts gekehrte, schwarze Pfeilspitze: Wappen 
der V. Herderer). Altes, tiroler Adelsgeschlecht, welches der tiroler 
Landesmatrikel bereits 1601 als adelig einverleibt wurde. Dasselbe 
fahrte den Beinamen : Herderer , von der alten , schwäbischen , ausge- 
storbenen Familie dieses Namens. 

SiebmaeAer, U. 40: 8. ▼. H., Tirolisch. — Dortt, AUgem. W.-B. II. 8. 100 und 11. — 
Kn4*ehkt, I. 8. 384 und 85. 

Schiller y. Lichtenbnrg. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom 
von 1786 für Lorenz Dominik Schiller, Geschäftseträger der auslftn- 
dischen Steiusalz-Yerschlelssdirection in Galhsien, mit: v. Lichtenburgi 

Megtrle p. Mühl/eld, £rg.-Bd. S. 436. 

Schiller v. Schildenfeldt. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1745 fQr Johann Matthaeus Schiller, Postmeister zu Loitsch in 
Erain, mit: v, Schildenfeldt. 

Jiegerle v. Hühl/eld, Erg.-Bd. 8. 436. 

Schiller v. Schillershausen (Schild gevicrt : 1 und 4 in Schwarz 
ein achtstrahliger , silberner Stern , und 2 und 3 in Blau auf grünj^ 
Boden ein weisses, rothbedachtes Haus). Reichsadelsstand, Pipli^m 
im kursächsischen Reichsvicariate vom 14. Aug. 1790 für Johann Gott; 
fried Schiller, herzogl. Sachsen - coburgischen LandcommerzienrätjpL, 
mit: V. Schillershausen. — Der Mannsstamm des Geschlechts schei^^ 
nicht lange geblüht zu haben. . .;,{ 

HftndBchrini. Notiz. - Tifrof, I. 21ü. - Knetchkt, Jll. 8. 395. , ., 

• Schilling (Schild mit rothem, ledigem Schildeshaupte und i?]^ 

Schilde drei Reihen blauer Eisenhütlein). Altes, niederrheinisch^i 
Adelsgeschlecht , welches meist um Grevenbroich begütert war, Daa- 
selbe sass bereits 1448 zu Bachelerhof bei Liedberg unweit Gladb«^ 
Bellmen und Öustorf, 1600 zu Fürth und Garzweiler, und noch J6jjp 
zu Gustorf. ...I 

' yäA»#, r. 8. ^8. > h-ffÄ. 'f . £«(l<^ftr, Ü 8. S66. 



— 166 — 

Sdiilling (von Schwaiz und Silber quer getheilt und in dem rech- 
tl^ü Oberwinkel ein silberner Adler). Altes , niederrbeinisches Adetfl- 
IfeBchlecht, verschieden von dem, im vorstehenden Artikel erwähnten 
Stamme. Dasselbe sass schon nm 1276 zu Bornheim, dann zn Bnseh- 
fdd und Kile, und kommt noch im 16. Jahrb. vor. Die Scbilling 
V. Vilich, welche 1269 nnd noch 1361 zu Vilich unweit Born aasaea, 
flkbrten dasselbe Wappen. 

faAiM, I. 8. StS. - Ena. v. Udebur, U. 8. 365. 

Sclülling , Freiherren und Gräfes (in Gold ein rother , mit drei 
Helmen belegter Querbalken). Reichsfreiherrn- und Grafenstand Frei* 
hearmdiptom von 1710för Reimard Johann v. Schilling, kaiserl. Obersten, 
und von 1772 för Raphael v. Schilling, k. k. Kftmmerer und Oberst- 
Ueotenant des zweiten Gradiscanerregiments, und Grafendiplom vom 
84. Octbr. 1781 für Raphael Schilling auf Schillingshof , Reichsfrei- 
und Pannerherrn und k. k. Kämmerer, als k. russ. Generalmajor. — 
Die Familie war in Curland 1780 zu Orgena und Senigal, 1781 zu 
BdüUingahof und 1790 zu Kallikttl begütert 

Mtgerle •. ÄfüM/ild, 8. 28 und Erg.-Bd. 8. 97. — >V#tA. v. Udtbur, H. B. 866. — SoiKpl. 
xa Siebm. W.-B. Vin. 6; FreiU. v. 8. - Tyrof, 2V9 : Hu. v. S. — NiimbU Curlind. W.-B. Tuk. »» 

Sohilling (in Roth ein schwarzer, mit zwölf silbernen Kugeln be- 
legter Querbalken). Altes, Imhaltsches Adelsgeschlecht, aus wekhem 
urkundlich schon 1194 Siegfried v. Schilling vorkommt; Reinhards, 
lebte um 1246 im Stifte zu Gernrode; Erich S. war 1444 Herr auf 
Löberitz; Hans und Gebhard S. sassen bereits 1477 zu Kleckwüz, wel- 
ches der Familie noch 1701 zustand, und Jobst S. kommt nach An- 
fange des 17. Jahrb. als fürstl. anhaltscher Hof- und Landrath und 
Ltodes-Oberhauptmann zu Köthen vor. Der Enkel desselben wurde 
1660 anhaltscher Obeijägermeiter, starb aber noch in demselben Jahre, 
Bül Hinterlassung eines Sohnes, Christian Ludwig v. Schilling, welcher 
17ül als Amtshauptmann zu Sandersleben und Ferckleben im 41. Le- 
ben^ahre starb , nachdem er das Geschlecht durch acht Söhne und vier 
Tödiier fortgesetzt hatte. 

Beckmann, Anhaltsche Historie. Lib. VIT. S. 264-66 and Tab. C. — ßauh§, I. 8. 208S 
and 83. - Zedier, 34. 8. 1667. - Freih. r. Ledeöur, H. 8. 36Ö und 66. - w. Mtdingy I. 
8. 626 and 27. 

Schilling (in Roth ein silberner Ring und in demselben ein kleiner 
Lindenzweig mit drei grOnen Blättern). Altes, schlesisches Adelsge- 
schlecht aus dem Stammhause lleinrichau im Münsterbergiscben , aus 
welchem in alter Zeit mehrere Sprossen im Rathe der Stadt Breslau 
sassen und aus welchem vier Brüder: Erasmus Jodocus, Christoph, 
Georg und Friedrich v. Schilling 1543 das polnische Indigenat er- 
hielten. Ahnherr der polnischen Linie wurde der Sohn Friedrich's 
V. S. : Augnstin v. S. , nachdem derselbe aus dem mütterlichen Erbe 
das Rittergut Koczanow erhalten hatte. Johaimes, ein Bruder .des 
Augustin V. S. , J. U. D. , wurde Propst zu St. Florian und Domherr, 
erst zu Breslau und dann zu Cracau. Von Cliristoph v. S., Herrn in 
Minoga, stammte Erasmus v. S. , welcher den Stamm, der zu grossem 
Ansehen kam, fortsetzte. — Das oben beschriebene Wappen erhielt 
die schlesische Familie 1507 vom K. Maximilian I. — Hans v. Sohil- 



— 167 — 

ÜDf auf SoldAdliehen war 1570 Haaptmuiui zu Fürstenstein, Friediitih 
▼• B. auf Hartlieb im Breslauischen wurde , nachdem er ^wölF Hhn 
fnwse Heisen gemacht, 1624 fQrstl. anhaltscher ^eh.-Rath za KOtbeSI, 
und starb 1637 im 53. Lebensjahre, ohne Erben. — Im BreslanischCfA 
die Familie noch 1656 zu Sechwitz, und noch 1678 zu HartUeb. 



OkoltH, Orb. Polon. in. S. 208. - Sinapius, I. 8. 817 and II. 8. 960. — Oauk0, L 
S. 2081 und <2 UBd IL fl. 1028 and 24. - ZetUir, 34. 8. 15«T. - Frtih. «. Udehw^ TL 
8. 366. - 8i€bmacher, I. 63: Die ScbUling, ScUvslsch. -^ t. Mtäing, L 8. 527. 

Schilling. Zwei in Ost- und Westpreuascn begttterte Familien 
dieses Namens. Die eine war das zu Gross-Kallisten und Ponaiien 
unweit Mehrungen «. s. w. , so wie zu Wiesenberg bei SchlocfaMi M' 
gesessene Geschlecht, und gehörte wohl zu der curlindischen Famitti« 
y. Schilling, die andere gilt für ein preussisches Geschlecht und iBii 
zu Cajmen und Drosten bei Labiau und zu Condehnen unweit Königsberg. 

FrtiL 9. UtUbur, H. 8. 366. 

Sekilling v. Bnxfort (in Silber ein schrägrechter , nach unten ge- 
zinnter, schwarzer Balken (wie Grothuss), oder auch in Silber eiti 
sdirägrecbter, schwarzer Balken, unten mit vier Zinnen, und im obem, 
linken Winkel ein rother Stern, wie Morrien). Altes, westphäiisehes 
Adelsgeschlecht, welches von dem, der Familie bereits 1487 zustehen- 
den Sitze Bnxfort unweit Ltldinghausen den Beinamen fahrte, eines 
Slaaimes mit den v. Grothuss und v. Morrien. Dasselbe sass schön 
frtther, 1340, zu Buer bei Kecklingthausen , 1346 zu Erroen bei Ln- 
dingfaausen und 1382 zu Bösinkhof, 'ebenfalls bei Lüdinghausen, tmd 
war noch 1780 zu Landegge im Emslande und 1824 zu Bnxfort be-^ 
glltert — Zu diesem Stamme gehörte wohl Johann Engelbert y. Schil- 
ling, welcher 1720 Propst zu Leina war. 

JV«M. ». LBdtbur, II. 8. S65. 

Schüting T. Canstadt, auch Freiherren tind Grafen (in Roth 
eine runde , mit ihrem Schnabel rechts gewendete , goldene Giesskanne 
mit Deckel , Gnss und Griff und hohem , unten runden Fusse). In Ba- 
den, Württemberg, Preussen und Russland anerkannter Freihermstand 
und Grafenstand des Kgr. Würrttemberg. Grafendiplom vom 16. April 
1819 flir Caroline Freiin Schilling V. Canstadt, Tochter des verstorbenea 
Caii Ludwig Freih. S. v. C, grossh. badischen Karamerherrn und Ober- 
forstmeisters zu Mehlberg aus der Ehe mit Sophie Emestine Schenck 
y. Geyern. Gräfin Caroline, geb. 1798, vermählte sich 1819 mit Carl 
Grafen zu Waldeck und Pyrmont und ist seit 1849 Wittwe. — Altes, 
stifbsfähiges Adelsgeschlecht , welches zu den ehemaligen reichsritter- 
schaftlichen Cantonen in Schwaben gehörte, durch Heinrich v. Schilling^ 
welcher um 1260 lebte, von dem letzten schwäbischen Herzoge, Conra- 
din, das schwäbische Erbschenkenamt erlangte, welches 1528 fttr ewige 
Zeiten bestätigt wurde und welches 1517 den Reichsritterstand erhielt, 
8. unten. — Das Stammhaus des Geschlechts ist die Stadt Canstadt an 
Neckar im Königreich Württemberg. Der Name desselben wird schon 
im 12. Jahrhundert genaiint, die sichere Stammreihe aber beginnt 
mit dem genannten Heinrich Schilling, Ritter und Erbschenk des 
Herzögthums Schwaben. — Die Nachkommen schieden, sich in 




- 168 — 

viele, tlieils noch blühende, theils wieder erloschene Aeste, Zweige 
und Linien, nnd yerbreiteten sich in alle angrenzenden Länder bis 
Liefiand und Curland. Philipp S. war um 1448 des deutschen Ordens 
Bitter , und später Heinrich S. Württemberg. Voigt und Rath zu Yai- 
hipgen. Letzterer fertigte 1502 als Zeuge das Testament des Herzogs 
Ulrich von Württemberg und erhielt 1514 vom K. Maximilian L die 
Lehen über das schwäbische Erbschenkenamt. — Berthold S^ v. C. zu 
Bopelshofen und Wilandstein, Ritter, Erbschenk des Herzogthums 
Schwaben, Burgvoigt und Commandant zu Hohenneuffen , unterzeich- 
nete 1519 den Absagebrief des Herzogs Ulrich von Württemberg gegen 
den Herzog Wilhelm von Bayern , und war dann Einer der 64 tapfem 
Bitter, denen, nach Einnahme des Schlosses zu Tübingen, der Herzog 
seine zwei Kinder anvertraute. 1528 empfing er vom K. Carl Y. die 
Uhbelehnung auf das Erbschenkenamt in Schwaben. Sebastian S. v. C, 
Erbschenk in Schwaben, reiste 1515 von Kirchheim aus zum heiligen 
Grabe, wurde im Novbr. 1517 vom K. Carl V. zum Ritter des heili- 
gen Grabes und des römischen Reichs geschlagen , und am 6. Octbr. 
1528 ihm, seinen Brüdern, Berthold und Ulrich, und allen ihren Nach- 
kommen das Erbschenkenamt in Schwaben für ewige Zeiten bestätigt. 
Georg S. v. C. — ein Sohn Heinrich's S. v. C. und der Agnes v. Wer- 
denau — war des Johanniterordens zu Malta Gross-Prior in Deutsch- 
land, erwarb für die in Algier geleisteten Dienste vom Kaiser 8. Febr. 
(%^ 1546 für sich und seine Nachfolger die Johanniterordensmeister- Würde 
% zu Mergentheim, so wie den Reichsfürstenstand mit Sitz und Stimme 
im Reichsfürstenrathe, und starb 1574. — Von den Nachkommen sei- 
nes Bruders Ulrich, Württemberg. Obervoigts zu Tübingen, venu, mit 
Anna Speth v. Schilzburg, und gest. 1552, war der Urenkel, Georg 
Wilhelm S. v. C , Herr zu Owen und Thalheim, geb. 1631 und gest 
1705, der Letzte, der sich einen Erbschenk von Schwaben nannte und 
sc))rieb. Derselbe hatte sich mit Maria Cunigunde v. Binder vermählt 
und durch seine zwei Söhne : Ludwig Friedrich S. v. G. zu Thalheim, 
geb. 1654 und gest. 1729, Generalmajor und Generalquartiermeister 
des schwäbischen Kreises, verm. mit Eva Maria v. Tegernau, und Jo- 
hann Georg S. v. C, geb. 1663, Obersten des schwäbischen Kreises, 
verm. mit Sophia v. Wiederhold, entstanden zwei noch blühende Haupt- 
linien: zu Thalheim und zu Ober-Wössingen. Dem Stifter der Linie 
zu Thalheim, Ludwig Friedrich, folgten seine zwei Söhne, Wilhelm 
Friedrich und Carl Friedrich, welche Beide Nachkommen hinter- 
liessen und diese Linie in einen älteren und jüngeren Ast theilten. Der 
Stifter der Linie zu Ober-Wössingen war Johann Georg, dessen Enkel, 
Ludwig Ferdinand, ebenfalls Nachkommen hatte. — Der älteren Linie 
zu Thalheim älterer Ast stammt von Wilhelm Friedrich, geb. 1694 
und gest. 1743 — älterem Sohne Ludwig Friedrich's, geb. 1654 und 
gest. 1729 — , verm. mit Caroline Luise v. Wangen, und von seinem 
Enkel, Carl Friedrich Wilhelm, steigt die Stammreihe, wie folgt, 
herab: Cari Friedrich Wilhelm S. v. C, geb. 1726 und gest. 1772, 
Herr auf Hohenwettersbach und Wangen, bad. Kämmerer: Friederike 
Juliane v. Bouwinghausen und Walmenrode, geb. 1736, verm. 1756 



-- 169 — 

and gest 1789; — Carl Friedlich S. v. C. zu Hohenwettersbach, geb. 
1754, grossberzogl. bad. Geh.-Ratb and Kämmerer: zweite Gemablin 
Caroline Wilhelmine Xaveriav. Gültlingen a. d. H. Berneck , geb. 1771 
and verm. 1787; — Wilhelm (I.) Frcih. S. v. C. anf Hohenwetters- 
bach, geb. 1796 and gest. 1856, grossberzogl. bad. Kammerherr and 
Haaptroann ä la saite: Aagaste Neabronn v. Eisenbnrg, geb. 1803 
and verm. 1820; — Wilhehn (II.) Freih. S. v. C. auf Hohenwettem- 
bach. Die sieben Brüder des Freih. Wilhelm (11.), neben zwei Schwe- 
Stern, Freiin Luise, geb. 1822, verm. 1849 mit Heinrich y. Renz, 
grossberzogl. bad. Obersten und Commandeur der Gendarmerie , and 
Freiin Sophie, geb. 1838, sind die Freiherren: Carl, geb. 1829, 
grossberzogl. bad. Rittmeister; Ernst, geb. 1820, grossberzogl. bad. 
Oberlieutenant im Generalstabe und Ordonnanz-Officier S. K. H. de« 
Grossherzogs; Ludwig, geb. 1831, Ofificier der Reiterei in Diensten 
der Tereinigten Staaten Ton Nordamerica; Franz, 1832, Hauptmann 
der Artillerie in denselben Diensten; Adolph, geb. 1832, grossberzogl. 
bad. Lieutenant d. Infanterie; Leopold, geb. 1838, grossberzogl. bad. 
Dragonerlieatenant, und August, geb. 1840, Studirender. Ueber die Ge- 
schwister des Freiherm Wilhelm I. und ihre Nachkommen , so wie Ober die 
Brflder decr Grossvaters , des Freih. Carl Friedrich Wilhelm und deren 
Hinterbliebene, zu denen auch die englisch-nordamericaniscbe Linie 
der Familie, welche dem Adel entsagt hat, gehört, geben die genealog. 
Taschenbücher der freiherrl. Häuser genaue Auskunft. Der jüngere Ast 
der älteren Hauptlinie za Thalheim, welchen Carl Friedrich , jüngerer 
Sohn des Ludwig Friedrich, geb. 1654 and gest. 1729, verm. mit Regine 
Luise Y. Bemerdin zu Pemtharm , stiftete, ist mit dem Freiherm Ludwig, 
geb. 1753 — des ebengenannten Carl Friedrich Sohne — k. russischen 
Obersten, verm. 1785 mit Catharina Charlotte v. Schilling aas Esth- 
laud, 1797 im Mannsstamm erloschen. Von demselben stammte nur 
eine Tochter, Freiin Johanna , geb. 1790, welche sich mit Dionys Gra- 
fen Banffy v. Losonz vermählte. — Aus der jüngeren Linie zu Ober- 
wOssingen lebte in neuester Zeit Freih. Ferdinand Friedrich, geb. 
1795, k, Württemberg. Oberst im Ehren-Invalidencorps, verm. 1836 
mit Sophie Grunsky , geb. 1795. Aus dieser Linie ist ein Ast auch 
nach Prenssen gekommen, und zwar mit dem Freih. Franz George, 
geb. 1730 und gest. 1802, markgräfl. anspachischcm Obeijägermeister 
und demnächst k. preuss. Kammerherrn und wirkl. Geh.-Rathe, verm. 
mit Caroline v. Schiammersdorf. Aus dieser Ehe entspross : Freiherr 
Carl, geb. 1765, k. preuss. Kammerh. und Ober-Tribunalrath. Der- 
selbe war mit Margaretha Elisabeth Wipplinger vermählt und hatte, 
neben einer Tochter, einen Sohn, Friedrich Alexander, geb. 1801. 

Gauhg^ I. 8. 2088 und 84. — Z«rf(tfr, U. S. 1574. - C. F. Schilting ». Canstadt, O«- 
•chlachtd-Bßschrefbung der Familie v. Schilling, mit Kupfern nnd Stammtafeln, Mannheim, 
1^12. — C€ut^ Adebbnoh des OroMherz. Baden, Abtb. 2. — Freih. v. L^dehur^ II. S. 366. — 
Oeneal. Taacbenb. der Areih. Häuter, 1863, 8. 400-405, 1855, 8. 531-33, 1803, 8. 849— 5S 
und I86Ö. — GeneaL Taschenbuch d. gräfl. Häuser, 1864, S. 749 nnd 1866. — Sietntacfutr^ 
I. 112: Die Schilling ▼. Canstat, Schwäbisch. - s. Mtding, I. 8. 627. 

Schilling v. Lanatein (in Silber drei, 2 und 1, golden gekrönte, 
rothe Adlersköpfe mit Hälsen). Altes, rheinländisches Adelsgeschlecht, 
dessen Beiname von dem am Flosse Lahn gelegenen Schlosse Lohn- 



— 170 — 

öder Lahnstein hergeleitet wird. Dasselbe gehörte zu dem im Trier- 
fcheu und Nasfianischen , so wie im Brandenbnrgischen begtttert gewor- 
denen Adel. Im NassaoSschen wai*en die Sprossen des Stammes Borg- 
minner zu Lahnstein und Sternberg. Nftchitdem sass die Familie nn- 
weit Mayen an der Nette bereits 1386, und noch 1579 zu Andernaob, 
Dod Ton 1516 bis 1572 zn Niekenich nnd hatte Ton 1560 bis 1610 im 
Brandenbargischen das Ghit Falkenberg unweit Bernau inne. Um die 
letztgenannte Zeit ist der Stamm erioscben. 

V. BüttiUin, 1. S. 601. ^ Hontheim, U. 8. 5. ^ Zedier, M. 8. 1666 und 67. » Fakne, 
XI. 9. l->9. — Freih, v. Ledebuty IT. S. 865. - w. iTtding^ I. S. 50L — duppL su Siebin. W.-B. VI. 3(>. 

Schiltberg , Edle. Edelndiplom vom Pfalzgrafen Zeil vom 5. Dee. 
1785 und pfalzbayer. Ausschreiben vom 7. Juni 1786 für die Gebrfl- 
der Joseph Peter £dlen v. Schiltberg, kurp&lz. Hofrath uwl Landrich- 
ter zu Neumarkt , nnd Georg Aloys , qukBc. Landrichter von Pfiifei- 
hofen. Der Vater derselben, Franz Joseph S., gest 1761, und der 
Orossvater , Johann Peter S. , waren Professoren der Rechte zo Ingol- 
<^adt, der Ur^rossvater , Benedict S., Bfirger zu Donauwörth, der 
Ur-UrgroBsvater Bargermeister daselbst und der ür-ür-ürgroasvater, 
welcher 1583 einen Wappenbrief erhielt, BOrgermeister zu Dtnkels- 
bühl. — Von den obengenannten Empfängern des Edlendiploai wurden 
Joseph Peter Edler v. S. als k. bayer. Hofrath und Landrichter zu Nen- 
markt, und Georg Alois Edler v. S. als k. bayer. Regieruttgsratfa , mit 
vier Söhnen ihres verstorbenen Bruders, nach Anlegung der Adels- 
matrikel des Kgr. Bayern , in dieselbe eingetragen. — Die im Edlen- 
diplome angeführte Abstammung von den alten , bayerischen Marschäl- 
len V. Scbiltberg und dem in das gelobte Land gereisten Kftmraerlisg 
V. Schiltberg ist historisch nicht dargethan. 

9. Lang, S. 526 and 27. — W.-B. 4. Kgr. B*7eni, VUI. 4B. 

Schilter. Altes, schweizerisches Adelsgeschlecht , dessen Wap- 
pen, nämlich der Schild des Heinrich Schilter, in dem Wappenbucbe 
des Costnitzer Conciis vorkommt. 

Siebmacher, Hl, 180 und 166: ▼. Schiller, Schweizerlsoh. — «. Mtding, HI. 8. 561. 

> Schiltheisa , Schiltheissea. Ein noch von Sinapius zu dem schle- 

sischen Adel gezähltes Geschlecht. 

N. Pr. A.-L. 8. 37. — ^^i*. v. Lerlebur, II. R. 866. — Siebmaeher, lU. W. 

Schilwratsen. Altes, schon 1165 genanntes, bayerisches Adels- 
geschlecht, welches 1484 mit Georg Schilwatzen erloschen ist. 

tt'igul Hund, I. 8. 328 und 29. 

Sohimmelmann, Freiherren nnd Grafen (Stammwappen: Schild 
der Länge nach getheilt: rechts in Gold eine an die Theilungslinie an- 
geschlossene grüne Staude mit drei Lindenblättem , und links in Silber 
zwei blaue Querbalken). Dänischer Freiherm- und Grafenstand. Frei- 
hermdiplom von 1762 für Heinrich Carl Schimmelmann, k, dän. Geh.- 
Rath und Herrn auf Ahrensberg in Holstein, und Grafendiplom von 
von 1779 für denselben als k. dänischen Schatzmeister u. s. w. Graf 
Heinrich Carl, geb. 1724 zu Demmin in Pommern, widmete sich unter 
Leitung seines Vaters, eines kaum wohlhabend zu nennenden Kauf- 
manns , der Handlung. Durdi Umsiobt und Thätigkeit gelang es timi, 



~ ITl — 

apiter als prensalBcher Lieferant ansehnlldien Gewinn zu machen, wer- 
Mif er oich naeh Dresden wendete und als Pachter der Generalaccise 
aein YermOgen so vermehrte , dass er im siebenjährigen Kriege die Oe- 
tr^idelieferangen ftU» das prenssische Heer übernehmen konnte. Nachr 
dem er sich 1760 in Hamburg niedergelassen, kauite er das obenge* 
mannte Ahrensberg und trat dadnrch mit der dänischen Regierung in 
finapadelle Bezklninfeii. Seine Besitzangen in Holstein und Jüthind 
durch Wandsbaek, Lindenborg u. a. w. vermehrend, war er seitdem 
bei den meisten finanziellen (Jnternehmongen der Regierung th&tig, 
erlangte, wie angegeben, den Freiherrn- und Grafenstand, erhielt sich 
selbst unter dem Ministerium Struensee in der Gunst des Hofes und 
starb 1782 mit Hinterlassung eines Vermögens von mehr als acht Mil- 
lionen. Von seinen Söhnen war Graf Friedrich Joseph, gest. 1800, 
k. dftn. Kammerherr und HofjAgermeister und Graf Ernst Heinrich, 
geb. 1747 au Dresden, trat, durch umfassende Studien und Reisen 
trefflich ausgebildet, sdion 1773 als Deputirter in das dänische Com* 
»erzcollegimn , wurde, von Bemstorf begünstigt, 1784 Finanzminister 
und 1788 Mitglied des Staatsrathes, und erwarb sieh um die Industrie 
und den Handel die grössten Verdienste. Seit 1824 verwaltete er das 
Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten mit derselben Umsieht, 
die er früher als Finanzminister schon hinlänglich bethätigt hatte. 
Wegen seiner Verdienste hochgeachtet von seinem Könige und Mitbür- 
gern, 'auch wegen seines ehrenwerthen Charakters allgemein geschätzt, 
starb er 9. F^. 18B1. — Glieder der Eamilie sind auch nach Preussen 
gekommen und waren in Pommern noch 1856 zu Winningen und Wu- 
row begütert Ein v. S. war 1845 Forstmeister zu Letzlingen, ein 
Freih. v. S., Rittmeister a. D., war nach Rauer 1857 Herr auf Peters* 
dorf im Kr. Liegnitz, und um dieselbe Zeit stand ein v. S. als Haupt** 
mann im k. prenss. grossen Generalstabe. — Das Wappen der Grafen 
V. Schimmehnann ist später, verbunden mit dem der Grafen v. Ahle« 
feldt, vorgekonmi^. 

Han^ackrilll. biognph. Mbtisea. ~ Fir^ih. 9. Led^bur, II. 8. 866 und IIL 8. 3S8. ' ' 

SehimmelpMUiink v. d. Oye, Sohimmelpfennig v. d. Oje, Schim- 
melfennig, auch Freiherren (Stammwappen: in Silber zwei schräg 
in's Kreuz gelegte, schwarze Schlüssel). Reichsadels- und Freiherm- 
staud. Kaiserliches Bestätignngsdiplom des der Familie zustehenden 
alten Adels vom 16. Novbr. 1650 für die Gebrüder Johann Christoph 
und Balthhsar S., und Freiherrndiplom vom 5. Septbr. 1660 für Die- 
sdben. Kurbrandenbnrgisches Anerkennungsdiplom des dem Ludwig 
S. zukommenden Adels , und k. preussisches Adels-Bestätigungs- und 
Erneuernngsdplom , und zwar mit vermehrtem Wappen, vom 11. Jan. 
1787 für Christian Ludwig v. S. , Migor bei den Bosniaken (gest. 1812 
als Generalmajor a. D.), fQr dessen Vetter und Schwiegervater, Jo- 
hann Christian v. S., litthauischen Kammerdirector, so wie fär den 
Bruder des Ersteren, Adam Philipp v. S., Rittmeister bei den Bosnia- 
ken, so wie für Johann Friedrich v. S. zu Neuhoff. Dieses Diplom 
wurde später ausgedehnt, und zwar 27. Mai 1787 auf Albrecht Hein- 
rich V. S., und 12. Februar 1789 anf Friedrich v. S. aaf Breitenstein. 



— 172 — 

Ein neueres preuss. Freiherrudiplom erhielt 25. Mai 1820 Jobanil 
Eberhard Friedrieb v, Bahl auf Gross-Herpen und Zecbem im Bistbume 
Enneland, mit derErlaubniss, sieb v. Buhl, genannt Freiberr Scbimel- 
penning y. d. Oye zu nennen und zu sebreiben und folgendes Wappen zu 
ffthren : Scbild der Länge nacb getbeilt : recbts das Wappen des pfUzi- 
scben Gescblecbts v. Bubi und links das einfache Scbimmelpenningsche 
Stammwappen, s. den Artikel : Bubi , genannt Freiherren Scbimmelpen- 
ning V. d. Oye, Bd U. S. 1 43 und 1 44. — Altes, ursprünglich aus der Pro- 
vinz Geldern stammendes Adelsgescblecbt, welches auch zur clevischen 
Ritterschaft und den cölniscbcn Patriciem gehörte und aus welchem sich 
Zweige nach Preussen , Polen und Oesterreich wendeten und daselbst 
sich ausbreiteten. In Geldern schrieb sich dasselbe früher Scbimmel- 
pennink oder Scbiromelpenninck v. d. Oye, in anderen Gegenden aber 
später auch: Scbimmelpfennig und Schimmelfennig. — Die ordentliche 
Stammreihe beginnt mit Jacob v. Schimmelpennink , der bis 1453 Mit- 
glied des Magistrats zu Zotphen war. Der Sohn desselben, Alexander 
V. S. , vermählte sich mit der Erbtochter des Evert v. d. Oye , und der 
aus dieser Ehe stammende Sohn, Jacob, nahm den Namen und das 
Wappen seiner Mutter an und schrieb sich: Schimmelpennink v. d.Oye. 
Die preussische Linie gründeten Alexander und Christoph S. v. d. 0„ 
welche mit noch einem Bruder 1602, in Folge der Religionsstreitig- 
keiten , ihr Vaterland verliessen , sich im Bistbume Ermeland ankauf- 
ten und den Namen in : Scbimmelpfennig veränderten. Diese preussi- 
sche Linie theilt sich in die evangelische und katholische Linie. Da 
die meisten Sprossen der letzteren geistlichen Standes waren , so war 
diese Linie 1837 bis auf Wenige ausgestorben. Christoph S. v. d. 0., 
Einer der drei Brüder , trat in kurbrandenburgische Dienste , wurde 
Hofrath , nahm die evangelische Lehre an und brachte in Ostpreussen 
Allenau unweit Friedland an sich. Von seinen Nachkommen war der 
Eine k. preuss. Landjägermeister und Herr auf Dietricbsvnilde, eben- 
falls bei Friedland, und starb 1760 mit Hinterlassung von fQnf Söhnen. 
Von denselben gelangte Ludwig S. v. d. 0. zur Würde eines k. preuss. 
Generalm^gors und Chef eines Husarenregimentes , und starb 1812 auf 
seinen Gütern in dem damaligen Herzogthume Warschau; Phibpp 
S. V. d. 0. , gest. 181 5 auf seinem Gute Legden bei Preus8.-Eylau , war 
Oberstund Commandeur des Bataillons v. Towarzy; Heinrich S. v. d. 0. 
wurde k. preuss. Forstrath und starb schon 1802, und zwei ältere 
Brüder waren als Officiere in den Schlachten bei Liegnitz und Leuthen 
gefallen. Ein Neffe der genannten fünf Brüder starb 1814 als k. preuss. 
Regierungspräsident , besass die Güter Breitenstein bei Ragnit und Cse- 
chenowiec und ist wegen seiner, dem Staate geleisteten Dienste ehrenvoll 
bekannt. Ein Sohn desselben war um 1837 Besitzer der väterlichen 
Güter. Senior der Familie war um diese Zeit der zu Berlin lebende 
Rittmeister a. D. Freih. S. v. d. 0., Sohn des Generals Ludwig S. v. d. 0. 
Nach einem , mit den Agnaten der österreichischen Linie getroffenen 
Abkommen nahm derselbe wieder den ursprünglichen Namen an und 
schrieb sich Schimmelpennink v. d. 0. Sein Sohn trat in das k. preuss. 
2. Cflrassierregiment. — Die Nachrichten über die östmeichbche Linie 



— 173 — 

reichen nur bis zu Angaben Leupold's. — Von früheren Sprossen des 
Stammes ist namentlich noch zu nennen: RQtger Jan Schimmelpennink, 
geb. 1760 zu Deventer und fast ganz erblindet und allgemein betrauert, 
gest. 1825 zu Amsterdam, Rathspensionair der batavischen Republik, 
1805 mit fast unumschränkter Gewalt auf fünf Jahre gewählt und früher 
mit den wichtigsten Gesandtschaften, so 1797 als Gesandter in Paris, 
betraut, Als Holland 1810 völlig dem französischen Reiche einverleibt 
wurde , ernannte ilm Napoleon I. , da er schon 1 806 , wegen wanken- 
der Gesundheit und wegen einer traurigen Augenkrankheit, seine hohe 
Würde niedergelegt, um auf seinen Gütern in Oberyssel ohne Amtsge- 
schäfte zu leben, von Neuem zum Senator, doch gab er nach dessen 
Sturze 1814 seine Entlassung ein. 

L§mpolät Angem. Adels- Archir der .Oesterr. Monarchie, I. Th. 4. S. 686—89. — N. Pr. 
A.-L. IV. 8. 167 und 68. — Fakne, I. S. 388. — A>«jA. v. Udebur» II. 8. 366 xxnd 67. — 
W.*B. der PreoM. Monarchie, HI. 6: TermehrteA Wappen nach dem Diplome von 1787 und 
IT. 47: eioAtches Stammwappen. 

' Schimonsky^ Schimonsky v. Schimony, Schimonski, SiemonskL 
— Altes, ursprünglich polnisches, zu dem Stamme Ostoja zählendes, 
schlesisches Adelsgeschlecht , welches bereits 1591 zu Schmardt und 
1606 zu Skalung, beide Güter bei Kreuzburg, sass, später mehrere 
Güter, namentlich im 18. und 19. Jahrb., an sich brachte und dauernd 
fortblühte. — Nicolaus Schimonsky war 1592 Commissar des fürstl. 
briegischen Schuldenwesens, und Hans v. S. 1630 Landesdeputirter des 
Fttrstenthums Oels, und noch gegen Anfang des 18. Jahrb. Landcom- 
missar des Fürstenthums Breslau. — Das Stammhaus der Familie, 
Schimony, liegt in Polen , in Schlesien aber waren alte Besitzungen 
derselben : Borkendorf im Neisseschen , das obengenannte Skalung im 
Oelsischen , Jaschin , Droniowitz im Oppelnschen u. s. w. — Zu grossem 
Glänze gelangte das Geschlecht durch Christoph Emanuel Yincenz 
V. Schlmonsky-Schimony, geb. 1753 und gest. 1832 — Sohn des k. 
Landraths und Ijandschaftsdirectors Carl Joseph v. S.-S. , Herrn auf 
Brzeznitz, Sudoll und Wyssoka, aus der Ehe mit einer Freiin v. Grutt- 
schrciber — , welcher zu der hohen geistlichen Würde eines Fürst- 
bischofs zu Breslau gelangte, und zu dem Rufe eines wahren Menschen- 
freundes und Wohlthäters der Armen kam. Von den in die k. prenss. 
Armee getretenen Sprossen des Stammes ist namentlich zu nennen: 
Dietrich Leberecht v. S. , welcher 1806 Chef des zu Schweidnitz gar- 
nisonirenden Infanterieregiments war und 1826 als Generalmajor a. D. 
starb. — Nach Raner waren 1857 im Kgr. Preussen noch begütert: 
Michael v. Schimonski auf Nen-Stradam im Kr. Wartenberg, und 
Richard v. S. auf Stöblau im Kr. Cosel. 

Okohki, n. 8. 356. — Binapius, I. 8. 819 nnd 11. 8. Ö61. — Oauke. I. S. 2084. — 
X«dUr, 34. 8. 1588. - N. Pr. A.-L. VI. 8. 166. - Freih. e. Led^bur, IL 8. 867. — Si>6- 
machert I. 65: Die Scheuion«ky« Schlcsiach. — ». M«ding^ II. S. 516. 

Schimpff, auch Freiherren (Schild geviert, mit Mittelschilde. Im 
silbernen Mittelachilde ein grüner Kranz. 1 und 4 in Roth ein rechts 
gekehrter , goldener , in der rechten Vorderpranke einen Reichsapfel 
emporhaltender Löwe , und 2 und 3 in Blau eine rechts gekehrte, vor- 
wärts sehende Eule von natürlicher Farbe). Reichsfreihermatand und 



— IT4 — 

Adelsstand des F0t9t«nthiinn S<;hWMN^biirg<-RifdölBUät, itn K«nigri»ieh 
StehseD anerkannt. Freihenndiplomvön 1901 fflfliVitddMht. Sdihfrplf, 
Migor bei dem k. k. ^. Aitillerier^glffidnte (hatte ktirss ifürhbt den erb- 
lAndisch-österr. Adelsstand erhalten) , «tid schwat^ibiirg-tudölStAdtischeS 
Adel8di{>i(>m Ton 1810 für Otto Aagnst Söhimtiff , k. Sft<^h#. SoMiente- 
nant und Regimeuts-Quartiermeister , «nd tYanz Lttdwig 8., k. Sachs. 
Premierlieutenant , Vettern d^ ^nannten £iii{>(äfigerä des keicfh9fi^ei- 
hermdiploms mit dem Wappen des Letitteren , waA AtrerkeHmitigsdiplottt 
far das Kgr. Sachsen, laut amtlicher Bekanntmac/htmg vom 21. April 
1821. — Der Stamm hat daaemd foitgebloht. Y^n den 8&htiei] d^ 
verstorbenen Regiments-Quartiermeisters ?. S. ist Bernhard v. 8. , gcfh. 
1809 und vermählt 1842 mit Lony Gtf. t. Kosj^th, g<db. 1811, awiil 
k. säclis. Generallieutenant gestiegen , und Bmne y. S. , erst k. säehs. 
Oberpostrath und dann Kreisdirector zu Zwickau, ist jetzt Dir^ctor einer 
Abtheifung des k. sächs. Finanzministeriums , anch steht n<Mi in def 
k, sächs. Armee als Hauptmann fiane Otto v. S. 

Handaehriftl. Notte. — Mtf€rh v. Müh\feld, Ki^.-M. S. 97. — W.-B. 4. flftchf. SUaten, 
▼1. 92. — KneiChke, I. S. 395 uod 96. 

Schinbor, Schinburen (in Blau ein gehender, schwacrEer Bir). 
Altes, pommernsches Adclsgeschlecht, weiches 1575, aad noch 1671, 
zu Serbenin im Lauenburg-Bütowschen sass. 

Micruel, 8. 526. — F/eih, 9. Ltdfbur, 11. S. S67. — 8Hfbmat1i4r, t. 160: Die ScbtH- 
bnren, Pommeriach. — e. Medingf III. 8. 581 und 82. 

Schinckel, Sohinkel (in Roth ein gehamisehles Bein mk Sperefi). 
Altes, pommernsches und meklenburgisclies, erleschenes Adelsge* 
schlecht, nach v. Meding nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen, 
ein anderes Wappen führenden, holsteinischen Gresohlechte, doch hat 
der genannte Schriftsteller dieses Wappen nicht anfegeben. -^ Die Fa- 
milie sass von 1575 bis 1592 zu Relzow unweit Oreifswald wid bifthte 
1109h 1639. 

Fr^if,. ». ledehmr, III. 8. 838. — SUöMaehtr, V. ISO: Die Scbhitfk^, FomiMMMh. -^ 
9. Meding, II. 8. 616. — Pommer. W.-B. V. 43. 

Schindel (in Roth drei silberne Schindeln , Von ddaefl zwei gegen 
die Oberwinkcl , die dritte gegen den Boden des Schildes gerieht^ ist). 
Altes, schlesisches und oberlausitzisehes Adelsgeechleeht , wetekes aiieb 
nach Dänemark kam. Dasselbe wird schon in der zwetteü Hälfte des 
13. Jahrh. genannt und war bereits im 15. und 16. , so wie iti den fol- 
genden Jahrhunderten ansehnlich begtttert. — Dasselbe schied sich im 
Laufe der Zeit in die Linien zu DromKdorf, Streit lind Lohuig im 
Striegauischen , zu Neudorff im Jauersch^n , zu Laaterbach , Le^, Sa*- 
dewitz, Konradswaldau , Stephansdorf, Nimkau, Sasterhausen , Bern- 
stadt, Benkendorf, und zu Klein- und Gross-Mohtiaa , anch waren die 
Güter Wieriscbau, Grünau, Arnsdorf, KraeppeThof, Tamau, Pansdorf, 
Rafibcn, Ohmsdorf. Weistritz, Fegebeutel , Höhenrdorf u. s. w, , meist 
im Schweidnitzischen , zeitweise Eigenorthum der Familie. -^ ElgerttS 
Scliindel lebte nach Sinapius um 1280; Martin v. S. starb 1446 auf 
der Universität zu Leipzig ; Heinrich v. Schindel zu Dromdoff war 
1618 fürstl. kifttmieri^erglscher Ralh und HtapttKMnA zu Stehrirti, find 



— 17$ — 

Cupalt t. &^, ktuieri. ObsrrtwachtmeisCer, befehtigle loit anderen Hauiit- 
leiiten 1S46 die von 4en sofalesisohen Btimten deAi K. Carl V. g^en 
die Türken in Ungarn gesendeten Hllliitiiippen. Um die Mitte des 
17. Jahrhunderts besassen Sprossen des Stammes im Meissenschen das 
wohlverwahrte Bergschloss Kriebetein rniweü Waldheim, doch befand 
sich dasselbe schon mn 1672 m anderen Händen. Inder zweiten Hftlfte 
des 17. Jahrh. kam unter dem Könige Christian Y. ein v. Schinder- 
weicher Oberhof- und Oberstallmeister wurde , nach Dänemark , und 
veranlasste den Könige 1691 zu Kopenhagen eine Ritterakadeiäie zu 
errichten. — Von seinen Nachkommen starb der Eine 1723 als k. dä- 
nischef Staatsrath und Amtmann, und ein Anderer wurde 1735 k. dä- 
nischer Admiral. — Während in Schlesien das Geschlecht ausging, 
blühte dasselbe in der Oberlausitz fort , und noch in neuer Zeit besas 
Carl Wilhelm Otto August v. S. bei Görlitz und I^uban die Güter Nie- 
der- tlnd Ober-Schönbrunn ^ Eekersdorf nnd If ieder-Steinkireh , welche 
(jtntet nach seinem Tode an einen Bruder fielen. Nach Rauer war 1867 
Carl Otto V. S. , Kammerherr und Domherr , Herr auf Schönbrunn im 
Kr. Lauban. 

SindptUi, L e. 820—26 und IT. 8. &6l und 62. — Oauhe, I. S. 2084 und 86. — ZidUr, 
M. S. 159«. ^ LMiita. BfagkiiiH I. S. 2» und 170 n«d XI. S. 196. - K. Pr. A.-L TY. 8. 16» 
und 69. — Frfih, ». Lidebur, II. 8. 367 und 68. — 8iebmach§r, I. 60: Dift Schindel, Sohle- 
tiiMli. "- 9. tihdiftg, II. Sl 616. ^ W.-B. d. SAchfl. Staaten, V. 80. 

r Schindieliii. Altes, schwäbisches und ^braunschweigisches Adels- 
g<scidecht. Auch gab es im Elsass eine Familie dieses Namens. Die 
Wappen beider stimmen meist Oberein. 

OcOfhe, t B. 2085: im Artikel: Scklndol. - Zedier, 34. S. 1695. 

Schindler (Schild gegiert: 1 und 4 in Roth drei schrägrechte, 
silberne Balken , und 2 nnd 3 in Silber auf einem grünen Dreiberge 
ein einwärts gekehrter , in der Kralle einen Stein haltender Kranich 
von natcirlicher Farbe). Böhmischer nnd Reichsadelsstand. Kaiser- 
licdMB Bestfttigangs^lam des der Familie zustehenden, alten Adels 
vom 6. Febr. 1704 fttr Johann Christian Schindler, herzogl. Sachsen* 
gothaischen Rath und Herrn auf Burg-Donna im Gothaischen. Ein 
ursprAüf^ich böhmisches Adeisg^sdilecht, welches in die Oherlausitz, 
nnd zwar nacta Zittau, kam. Von M. Johann Schindler, Rathsherm, 
stammte Johann Christian S., geb. 1634 und gest. 1712, erst berzogl. 
sachsen-altenhurg. Kammermeister, und später herzogl. sachsen-goth. 
Yormundschaftsrath , auf Frfedenstein , und von Letzterem entspross- 
ten 2W^ Söhoe : ChristiMi Wilhelm y. S. , berzogl. sachsen-meining. 
nnd Weimar. Rath und Amtmann des Directorialamtes Oldisleben , nnd 
Jobnaa Michael v. S. , k. poln. und karsächs. w. Geh. Kriegsrath. Der 
Stamm wurde fortgesetzt nnd sass 1740 zu Neuhof bei Penig, so wie 
noch 1759 zu Rüdigsdorf bei Frohbarg, und 1790 zu Berteisdorf unweit 
Penig. Das schon 1700 der Familie gehörende Gut Scboppelshain, in 
der Nähe von Rochlitz, stand derselben noch 1847 zu. 

Cätpwoff, AonaL Faitor. ÜRtar. tll. a 181. — Zedier, 34. S. 1698. — e. UtehtrUt^ 

•Hplom. Xachr. VI. S. 93-103: Wapponbriof und 8. 104-111: GeHchlwciitH-Nüchrlrlitou. — 
MCmeh^ Wiqnwnboch Zittaafucher G^scliU*cht«r, Mannte, der Stadthibliothek zu Zittau, Tab. 20. 
W.-B. der. Sachs. Staatan, V. 81. 

Schindler, Edle und Ritter. Erblftad.-österr. Adeissland. Diplom 



— 176 — 

von 1780 far Johann Wenzel Schindler, königl. Zehentherrn bei dem 
fllrsü. Schwarzenbergischen ratiborzitzer Bergwerke in Böhmen, mit: 
Edler v., und Ritterdiplom von 1799 für denselben. 

Mtgerlt «. Mühlfeld, Crg.-Bd. S. 202. 

Schindler, Ritter und Edle. £rbländ.-Osterr. Ritterstand. Di- 
plom von 1781 für Johann Edlen v. Schindler, k. k. Obersten. — 
In neuer Zeit war Georg Ritter v. Schindler Hauptmann 1. Glasse im 
k. k. 28. Infanterieregimente. 

MegtrU f. Atühl/fld, Erg.-B(L S. 202. — Mllit.-Scheiuat. d. OMterr. Kaiferth. 

Schindler v. Princendorf. Erbländ.-Osterr. Adelsstand. Bestä- 
tigungsdiplom des 1557 in die Familie gekommenen Adels von 1733 
för Christian Ernst Schindler, mit: v. Prinzendorf. 

Mtgerle 9. Mühl/eld, S. 258. 

Schindler v. Rottenhaag. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1821 für Christoph Hermann Schindler, Hofrath der k. k. obersten 
Jnstizstelle, mit: v. Rottenhaag. 

Megfrlf. 9, Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 437. 

Schindler v. Schindelheim, Freiherren (Schild von Roth und Grün 
quergetheilt mit einer schräglinks gestellten , silbernen Schindel). Erb- 
Iftnd.-österr. Freiherrnstand. Diplom vom 3. Decbr. 1853 fftr Johann 
Schindler, Senats-Präsidenten des ehemaligen Freistaates Krakan (von 
1840 — 1846), k. k. w. Geh.-Rath, und Domherrn zu Krakau, Haua- 
prälaten Sr. H. des Papstes, mit dem Prädicate : v. Schindelheim. Der- 
selbe, geb. 1802, ist ein Sohn des 1836 verstorbenen Joseph Anton 
Schindler, aus der Ehe mit Petronella Zaborowska. 

Geneal. Ta«chonbuch d. fkreih. Uäniier. 1859, S. 723, und 1864, S. 722. 

Schindler v. Wallenstern. Erbländ -österr. Adelsstand. Diplom 
von 1816 für Michael Schindler, Hauptmann im k. k. Infanterieregi- 
mente Fürst Reuss-Greitz, wegen 39jähriger Dienstleistang, mit: 
V. Wallenstern. 

MegerU r. Müh^feld, S. 258. 

Schinstett. Altes, schon 1351 vorgekommenes AdeUgeschteeht, 
welches zu den kirchbergischen Vasallen gehörte. Dietrich v. 8. ver- 
kaufte 1389 von seiner Lehnherrschaft, dem Kloster Capellendorf, ver- 
schiedene Ländereien. 

Attmann, Kirchberg. Beschreibung, 8. 81, 194 und 217. 

Schintel. Altes, früher in Steiermark bekanntes Adelsgeschlecht. 

Oauhe. I. 8. 2U87: im Artikel: Schintel. — ZedUr, 34. S. 1605. 

Schintling. Reichsadelsstand. Diplom im kurpfälzischen Reichs- 
vicariate vom 26. Sept. 1790 fOr Laurenz Schintling, kurpfiUz. Gdi. 
Kriegsrath und Director des Zucht- und Arbeitshauses in Neubnrg. 
Drei Söhne desselben: Joseph, geb. 1770, k. bayer. Major, Carl Lo- 
renz, geb. 1780, k. bayer. Hauptmann und Carl Friedrich, geb. 1789, 
k. bayer. Lieut^^nant, wurden mit dem Sohne ihres verstorbenen Bru- 
ders, Aloys Friedrich . geb. 1791, k. bayer. Lieutenant, nach An- 
legung der Adclsmatrikel des Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen. 

9. Lang, 8. »28. - W.-B. dM Kgr. Bajera, Vin. 48. 



— 177 — 

Schipka v. Blmnenfeld. Er bland. -österr. Adelsstand. Diplom 
von 1783 für Martin Anton Schipka, Oberlieutenant des k. k. 2. Gar- 
nisons-Regiments in Galizien, mit; v. Blumenfeld. 

Megerle v. MÜAl/eld, Erg.-Bd. S. 437. 

Schipkho V. SchihofPen, s. Schihofen, Schihoffen, Frei- 
herren, 8. 161. 

Schipo und Branitz, Schipa, Schupp und Schipp y. B. (in Blau 
drei, 2 und 1, goldene Rosen, zwischen welchen ein Pfeil quer gelegt 
ist). Altes, schlesisches und mährisches Adelsgeschlecht, welches den 
Beinamen: Branitz von dem Sitze dieses Namens unweit Leobschüte 
führte, der der Familie schon 1552 zustand. 1553 sass dieselbe be- 
reits zu Tscheidt im Cosefschen und brachte dann zu Ende des 17. 
und im Anfange des 18. Jahrh. mehrere Güter an sich, namentlich 
Bzinitz, Gross- und Klein - Eudnow , Stöblau, Gross- Grauden, EU- 
guth u. s. w. — Von den Gliedern der Familie liegen seit Anfange 
des 16. Jahrh. mehrere im Dominikaner-Kloster zu Troppau begraben; 
ein Sprosse des Stammes hatte, nachPaprocius, die Tochter des Grafen 
V. Bertholdi in Mähren aus der Ehe mit einer Grf v. Mansfeld zur 
Gremahlin und Heinrich v. S. und B. und Schertin starb 1553 und 
hinterliess einen Sohn, Johann George, S. v. B. auf Stöblau und 
Pitschnitz im Oppelschon, welcher noch nach der Mitte des 17. Jahrh. 
lebte. — Der Stamm blühte fort und in das 19. Jahrh. hinein. Der- 
selbe war noch 1816 zu Bzinitz, Gross - Grauden und Militsch, so 
wie 1830 zu Stöblau begütert und nach Rauer war 1857 Alexander 
V. Schipp Herr auf Jedlin im Kr. Pless. 

8inapiu9, I. S.825 und U. S.963. •— Oauhe, II. S. 1024 und 1025, auch nach Paproeü Specul 
Morav. — Freih. v. Jjedebitr, II. S. 368. — Speiier, S. 244. — v. Mtding, II. S. 516 und 17. 

Schir, s. Schier, S. 159. 

Schirach (Schild geviert: 1 in Blau zwei Sterne; 2 in Gold ein 
auf einem Baumaste sitzender Rabe; 3 in Silber auf grünem Boden 
ein grün -belaubter Baum und 4 in Grün eine schrägrechts gestellte 
grüne Schlange). Erbländ. österr.- und Reichsadelstand. Diplom von 
1776 für Gottlob Benedict Schirach, Professor der Geschichte und 
Politik auf der Universität zu Helmstädt, wegen gelieferter Lebens- 
beschreibung des K. Carl VI. — Derselbe, geb. 1743 in der Ober- 
lausitz zu Tieffenfurt, nach einer anderen Angabe zu Holzkirch, unweit 
Lauban und gest. 1804, folgte 1780 einem Rufe als k. dänischer Le- 
gationsrath nach Altena und unternahm 1781 die Herausgabe des mit 
grossem Scharfsinne und richtigem politischen Blicke besorgten, und 
bis zu seinem Tode fortgesetzten ,,Politischen Journals" und machte 
sich auch durch andere Schritten rühmlichst bekannt. Das erwähnte 
politische Journal gab später bis 1812 der ältere Sohn, Wilhelm v. 
Schirach, geb. 1779, heraus, welcher 1807 Oberhofgerich tsrath in 
Glücksburg und nachher Conferenzi*ath in Kiel war. Wie derselbe, 
80 zeichnete sich auch der jüngere Sohn, Carl v. S., geb. 1786, Ober- 
hofgerichtsrath in Schleswig, als juristischer Schriftsteller aus. 

Hand»chrIfU. Notiz. — Megerle v. Mühl/eJd, T&rg.VA. S. 4C,1. — v. HeVbacb. n. S. 406 n»fh 
LUdenens SMmmlaiig. — Freih. v. Ledebur, U. S. 96Ö. 

Kuenchke, Dt^t«ch. Adclu-Lex. VITT. J2 



— 178 — 

Schirgenbach. Altes, sohon 1108 YorgekommeneB, länget er- 
lofidhenes, oberösterreichisches Adelsigeschlecht. 

Prtvenhueber, Annal. Styrens. S. 864. ~ Zedier, 34. S. 161S. 

\ Schirndinger y. Schirnding, Freiherren und Grafen (Schild ge- 

viert: 1 und 4 in Schwarz ein einwärts gekehrter, gekrönter, doppelt 
geschweifter, goldener Löwe und 2 und 3 in Gold drei quer überein- 
ander liegende, schwarze Astenden, aus welchen, so wie aus den 
lachten Enden der Stöcke, Flammen hervorbrechen). Böhmischer 
!ftreiherm- und erbländ.-österr. Grafenstand. Freiherrendiploin Tom 
13. Dec. 1717 für Siegmund S. v. S.; vom 11. April 1757 für Johann 
Franz Joseph Schirndinger v. Schimding, k. k. Hauptmann, und von 
1746 für Johann Anton S. v. 8. , mit seiner Mutter, Eleonora Anna 
Gatharina S. v. S. und seinen Schwestern, Josepha und Renata S. v. S. 
und Grafendiplom von 1793 für Johann Anton Freih. v. Schirnding, 
wegen alten Adels und 34jähriger, bei dem Kammer- und Hoflehen- 
recbte unentgeldlich geleisteter Dienste. — Altes, ursprünglich 
fränkisches und voigtländisches Adelsgeschlecht, welches bei den 
Bomcapiteln zu Bamberg und Würzburg mehrfach aufgeschworen 
war. Dasselbe verbreitete sich seit 1160 im Egerschen Kreise und 
Gipäter auch weiter in Böhmen in vielen Linien und gelangte zu an- 
sehnlichem Grundbesitz. Die gleichnamige längst zerstörte Stamm- 
burg lag hart an der böhmischen Grenze im Fürstenthume Bayreuth. 
Dieselbe war, 'nach Urkunden, bereits 1211, zur Zeit des K. Otto IV., 
iin Besitze der Familie und bestand noch 1496. Später, 1507, kam 
Schönwald , eine Herrschaft iip Pilsener Kreise , durch Vermählung 
an die Familie, indem Jobst S. v. S. , der Sohn des als Held bekannten 
Jost oder Jobst S. v. 8. , welcher 1467 die Hussiten von Wunsiedel 
aus dem Felde schlug, sich mit Anna v. Bünau vermählte. — Die 
fortlaufende Stammreihe der Familie in den freiherrlichen Linien, so 
wie in der gräflichen Linie, beginnt mit Albert S. v. S., welcher, nach 
Mehreren seiner Vorfahren, das Gut Schönwald besass, mit Anna Eva 
V. Aufsees vermählt war und 1529 starb. Der Sohn desselben war 
Siegmund S. v. S. , vermählt mit Anna Gatharina Laminger von Al- 
benreuth, und der Urenkel Siegmunds, Johann Joachim IL, Herr auf 
Schön wald und Keuzedlischt, erbte die letztere Herrschaft von seiner 
Mutter, Anna Salome Kfelwine von Sachsengrün, welche nach dem 
Tode des Vaters, Johann Joachim (I.) v. Schirnding, sich in zweiter 
Ehö mit Johann Wilhelm Tucher von Schoberau vermählte. Aus der 
Ehe mit Anna Maria Thoss v. Erlbach entsprossten , unter mehreren 
Kindern, zwei Söhne: Johann Friedrich und Johann Leopold. Letz- 
terer, gest. 1724, Herr auf Chotiemirz, Blizina, Sanetiz, Vogelsang 
und Nahosig , hinterliess aus der Ehe mit Anna Ludmilla Wieders- 
perger v. Wiedersberg eine Nachkommenschaft, durch die, später, 
vom Freih. Leopold Wenzel abstammend, der Grafenstand in die 
Fäiliilie kam, durch Johann Friedrich aber, Herrn auf Schönwald und 
Pawlowiz, verm. mit Maria Gatharina Hora v. Oczelowiz, entspross 
durch den Sohn, Joachim, die neuerlich als zweite aufgeführte, noch 
blühende freiherrliche Linie zu Schönwald, deren Haupt , Freiherr 



- il9 — 

Johann Nepomuk*, geb. 1790 — Sohn des Freih. Franz Joachim und 
Enkel Joachim's — Herr der Herrschaft Schönwald, k. k. KäinmeWt 
und Rittmeister in d. A., sich 1821 mit Ludmilla Grt'. Pachta, Freiin 
V. liay holen, geb. 1798, vermählte, aus welcher Ehe ein Sohn stammt: 
Freih. Carl, geb. 1822, k. k. Rittm. in d. A., verm. 1855 mit Muria, 
Freiin Dobrzensky v. Dobrzenitz, geb. 1834. — Die erste freih. Linie 
blüht jetzt in Siebenbürgen und umfasst die Nachkommenschait des 
Freih. Carl Heinrich auf Wasserknoten und RÖthenbach im Bayreui*- 
schen und seines Sohnes aus der Ehe mit Henrike Schönbeck: des 
Freih. Wilhelm Ernst, geb. 1735 und gest. 1811 zu Nassod in Sieben*- 
büiigen, k. k. Major in d. A. , verm. mit Sophie Haeuser, zu BistrilE 
in Siebenbürgen. Aus dieser Ehe entspross Frh. Ferdinand, geb. 1782, 
k. k. w. Geh. Rath, Feldmarschall-Lieutenant in Pension u. s. w., 
verm. 1827 mit Susanna Deisler aus Frankfurt a. M. und von den- 
selben stammen : Freih. Theodor, geb. 1827, k. k. Major in d. A. und 
Freih. Friedrich, geb. 1831, k. k. Hauptmann. — Was die Grafen 
Schimdinger v. Schirnding anlangt, so stammte von dem Freiherm 
Leopold Wenzel — Sohn des obenerwähnten Johann Leopold — aus 
der Ehe mit Eleonora Catharina Schimdiugerin v. Schirnding: Graf 
Johann Anton, s. oben, verm. mit M. Anna Freiin v. Haugwitz. Der 
Sohn aus dieser Ehe war: Graf Anton Joseph Ferdinand, geb. 1768 
und gest 1848, k. k. Kämmerer und Rittmeister in d. A., verm. 1802 
mit M. Antonia Grf. v. Tige, geb. 1782 und gest. 1835. Der Sohn 
derselben ist: Graf Anton, geb. 1813. Von dem Bruder desselben, 
dem Grafen Ferdinand Leopold, geb. 1808 und gest. 1845, stammen 
aus der Ehe mit Therese Grf. Wotipka, geb. 1814 und verm. 1833, 
zwei Söhne, die Grafen: Anton, geb. 1837 und Victor, geb. 1838. — 
Eine adelige Linie des Stammes kam aus Böhmen nach Sachsen und 
zwar ins Voigtland zu Brambach , blüthe dauernd fort und von den 
Sprossen derselben dienten Mehrere in der kur- und königl. sächs. 
Armee. Ernst Carl Georg Wilhelm v. Schirnding trat 1850 als G^- 
nerallieutenant und Commandeur der L Caval.-Division und Wilhelm 
Carl Siegmund v. S. 1848 als Oberstlieutenant im k. sächs. Artillerie- 
Corps aus dem activen Dienste. 

Gauhe, II. 8. 1025. — ZidUr, 34. S. 1670 unÄ 71. — AfegerU v.MuMjeld, S. 2i» imd Erg.-Bd. 
S. 97. — V. aekÜH/eld, AdoU-Schemat. , S. 221. — N. Pr. A.-L. IV. S. 1«9. — Deutsche (irafeah. d. 
Gffenw. 11. S. 573—75. — Freih. v. Ledebur, II. S. 368 und 6).— üeneal. Handb. d.Rrtfl. HJüwer, 
18&6, S 656. 1864. S. 719: unter Berufung: auf 185H. 1H66 und Histor. Handb. zn I»ems<kbcn. $.»(^6. 
- Ofineal. Taschenb. d. freih. Hüiuor. IMK, S. .i24-26. 184). S. 372—74. 1863. S. S!A und &5 and 
1865. — Supfpl. tn Skibm. W. B. VI. 2«: I-Yeih. v. S. — W. B. d. S.ichs. Staaten. VIII. 47 : v. S. 

SchirolfAngen. Altes Rittergeschlecht, welches um 1108 zu 
den Vasallen der Grafen v. Steyer gehörte. 

Prtvenhuebtr, Annal. Styrens., S. 361. — ZtlUr. 34. S. IBtl. 

Schirrmann (Schild quer gethcilt: oben in Silber Kopf und Hals 
eines gekrönten, schwarzen Adlers und unten im Blau ein geharnisch- 
ter, in der Faust ein Schwert führender Arm). Adelsstand dee Kgr. 
Preossen. Diplom vom 30. Mai 1783 für G^org Wilhelm Schirrmann, 
k. pr. Rittmeister. Derselbe starb 19. Dec. 1793 als Major im Leib- 
Carabiner-Regiment. Nachkommen sind nicht bekannt. 

V. Pr. A.-L. 1. S. 48 und IV. S 170. — Frttih. v. L^tUbur. II. S. .W8. — W. B. Ai^x PreiDM. 
Uoutchle. IV. 48. 

12* 



— 180 — 

Schirrmann (Schild geviert: 1 und 4 in Blau eine BÜbeme Lilie 
und 2 und 3 in Gold ein laufender, silberner Hirsch). Adelsstand des 
Kgr. Preussen. Diplom vom 29. Aug. 1825 für den k. preußs. Major 
Schirrmann im 6. Infant. -Regimen te. 

N. Pr. A.-L. V. S. 401. — Freih. v. Ledebur, U. S. 369. — W. B. d. Preoss. Monarch, IV. 48. 

t Schischka, Schischka v. Gamolitz. Ein im 17. Jahrh. in Böhmen 

aufgekommenes Adelsgeschlecht, aus welchem um die Mitte des 18. 
Jahrh. zwei Brüder lebten : Johann Ernst Schischka v. Gramolitz, Herr 
auf Matschitz und Buckowitz, kaiserl. Hauptmann und Anton 8. v. G., 
kaiserl. Lieutenant. Ersterer hatte zwei Söhne: Ernst Samuel und 
Emanuel S. v. G-. Noch gehörten zu diesem G^schlechte zwei andere 
Brüder: Ferdinand S. v.G., weltlicher Geistlicher und Wenzel S. v. G. 

Oauh«, II. S. 1775: nach dem Calendarium Sancti Adalberti. — ZedUr, 34, S. 1628. 

Schitier v. Schittersberg. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 
18. Juni 1693 für Georg Rudolph Schitier, mit: v. Schittersberg. 

V. Hellbach, II. S. 405. 

Schitra v. Ehrenheim, Schittra v. E. Erbländ.-Österr. Adelsstand. 
Diplom von 1792 für Carl Lazai* Schitra, Böhmischen Appellations- 
Secretair, mit: v. Ehrenheim. Der Stamm hat fortgeblüht. In neue- 
ster Zeit wurden Maximilian und Otto Schittra v. Ehrenheim Lieute- 
nants in der k. k. Armee. 

Megerle v. Mikhlfeld, Erg .-Bd. S. 437. — Militair-SchemaUnn. des Oesterr. Kaisertiiumg. 

Schittlersberg. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 20. Sept. 
1691 fiir Adam Ferdinand Schittlersberg. 

V. HeUbaeh, n. S. 405. 

Schiviz V. Sehivizhoffen. Erbländ. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1754 fiir Maria Elisabeth Schiviz und für die zwei Söhne dersel- 
ben: Johann und Franz Schiviz, mit: v. Sehivizhoffen. 

3fe§erle v. Milklfeld, Erg.-Bd. S. 437. 

Schkölen, Skölen (im rotheingefassten, blauen Schilde ein auf- 
recht stehender, goldener Rechen). Altes, meissensches Adelsge- 
schlecht aus dem Stammhause Schkölen unweit Weissenfeis, welches 
aber nicht lange im Besitze der Familie geblieben ist. Dasselbe sass 
1600 zu Görnitz bei Zeitz, 1612 zu Beuschlitz unweit Merseburg, 
1676 und noch 1777 zu Gross-Salze bei Calbe und 1700 zu Elsnigk 
im Anhaltschen, auch war die Familie 1777 zu Wieneinbusch im 
Bremenschen begütert. — Nach Müller lebte Balthasar v. Sohkoelen 
um 1614 als kursächs. Rittmeister. — Grössere genealog. Sammlun- 
gen führen das Geschlecht bis 1802 an. 

Knauth, S. 665. — MtiUer, Annal. Saxon. S. 877. — Gauhe, H. S. 1026. — Frtik. v. Udebur. 
II. 8. 369. — Siebmacher, l. 158: v. Skden, Meissnisch. 

I Schkopp, Skopp, Scopp (in G^ld ein ganzer, aufgerichteter 

Löwe mit rothem Kopfe und rothen Pranken, welcher, vom Halse 
an, bis auf den halben Leib eine, entweder schwarze oder braune 
(graue) Mönchskutte trägt, während der übrige Hinterleib roth ist 
und welcher in jeder Vorderklaue eine rothe Kugel hält). Ein« der 



— 181 — 

ältesten schlesischen Adelsgeschlechter, dessen eämmtliche Kitter, 
der Sage nach, 1241 in der Tartarenschlacht bei Liegnitz bis auf 25wei 
Personen geistlichen Standes, einen Dominicaner und einen Franzis- 
caner, gefallen sein sollen. Beide wären weltlich geworden und der 
Eine habe dem Löwen im Schilde eine schwarze, der Andere eine 
braune Mönchskutte umgehangen. — Schon im 14. Jahrh. standen in 
Schlesien die v. Schkopp in grossem Ansehen an den Höfen der pia- 
stischen Herzöge. Der Stamm breitete sich weit aus, wurde reich an 
Sprossen und Gütern und schied sich im Laufe der Zeit in die Häuser 
Heinzendorf, Kunzendorf, Klein-Schmograu, Krebsberg, Seh weidiger, 
Mittlau, Liebichau, Kosslitz, Wengcln, Gläsersdorf, Parchau und Ot- 
tendorf Ausser diesen Stannngütem gehörten der Familie zeitweise 
auch Nimkau imBreslauisclien, Radschütz, Andersdorf, Bemdorf, Zyrus, 
Neudeck, Ullersdorf, Greif und Neuhammer im Glogauischen, Kosslitz 
und Ober-Rüstem im Liegnitzischen, Lese^dtz im Wohlauschen u. s. w. 
— Christoph v. S. erbaute 1466 die Burg, oder das Schloss zu Auras 
im "Wohlauschen und war, als erfahrener Kriegsheld bekannt, Oberst 
der Stadt Breslau. Sigismund v. S. war Anfangs General-Gouverneur 
in Westindien und später Commandeur der gesammten Miliz zu Was- 
ser und zu Lande in Brasilien. Derselbe kam 1656 nach Schlesien 
zurück und noch führt eine von ihm erbaute Stadt in America den 
Namen: Schopstedt. Einer seiner Söhne starb 1699 als kais. Regier.- 
Rath im Fürstenthume Liegnitz. — Der Stamm blühte fort, scheint 
aber in neuer Zeit an Sprossen sehr abgenommen zu haben: Alexan- 
der Maximilian v. S. , Herr auf Ottendorf, k. preuss. Major und Land- 
rath a. D., vermählte sich 1812 mit Amalie Grf v. Schönaich, geb. 
1790, und starb 1858. 

Sinapius , I. S. 903 und H. S. 964. — Zedier, »4. S. S. 1625. — N. Pr. A.-L. IV. S. 170. - 
Freih. v. Ledebur, II. S. 869. — Siebmaeher, IT. 48: v. Schkopp, Schlesisch. — v. Meding , ü. S. 
617 und 18. 

Schlabeck. Altes, früher in Oberschlesien zu Simsdorf unweit 
Neustadt begütert gewesenes Adelsgeschlecht. 

Freih. v. Ledehwr, n. 8. 869. 

Schlabemdorf, Seh labbernder f, Sehlabrendorf, Freiherren und 
Grafen (Stammwappen: in Gold drei schrägrechte, schwarze Balken). 
Reichsfreiherm- und Grafenstand des Kgr. Preussen. Reichsfreiherm- 
diplom vom 15. Dec. 1697 für Otto v. Schlabemdorf a. d. H. Glienike, 
Kur-Brandenburg. General, in Anerkennung seiner Tapferkeit in der 
Schlacht bei Zenta u. s. w. anerkannt im Kgr. Preussen 4. Dec. 1706 
und Grafendiplome vom 17. Nov. 1772 für Friedrich Wilhelm Ludwig 
V. S. , Gröbener Linie, Erb.-Ober-Landbau-Director von Schlesien, 
Standesherrn zu Münsterberg und Frankenstein, Herrn auf Stolz u.s.w.; 
vom 15. Oct. 1786 für Leopold August Wilhelm v. S., k. preuss. 
Oberstlieutenant und Herrn der Herrschaft Seppau und für die Brüder 
desselben : Christian Georg Gustav und Friedrich Wilhelm Heinrich 
Carl V. S. und vom 31. Oct. 1786 für die Gebrüder: August Wilhelm 
Leopold Eugenius und Hans Alei^ander Albrecht v. S. — Altes, an 
berühmt gewordenen Sprossen und ansehnlichen Gütern reiches Adels- 



— 182 — 

geschlecht, in welches durch die argegebenen Diplome der Freiherrp- 
und Grafenstand kam. Basselbe ist, wie ältere Historiker iiijgjB- 
npinmen, unzweifelhaft deutschen Ursprunges und den von einigen 
Keueren verniutheten wendischen oder slavischen Ursprung weis't die 
Familie ent45chieden zurück. Nach Angelus wurde das Geschlecht 924 
vom K. Heinrich I. bei der Eroberung Brandenburgs und der Ver- 
treibung der Wenden aus demselben mit den Familien Blumenthal, 
Arnim, Holzendorflf, Lochau u. s. w. in die Marken verpflanzt und 
breitete von da sich weiter aus. Der Kaiser besetzte, wie Angelus 
sagt, Brandenburg mit „Eitel Sachsen" und Vielen von Adel, von 
welchen noch mehrere Geschlechter diesseits der Elbe übrig sind. 
So gehört denn die Familie zu den ältesten Einwanderern in der Mark 
Brandenburg. Der Name wurde früher mehrfach verschieden ge- 
schrieben, so dass siebzehn verschiedene Schreibweissen desselben 
bekannt sind , doch sind die gesammten Verschiedenheiten unerheb- 
lich und durch die Zeit, in welcher sie vorkommen, leicht erklärlich. 
Wichtiger ist die Abstammung des Namens: auch Schlaberndorf ist 
ein Ortsname. Der Adel wurde bekanntlich bis zum 12. und 13. Jahrh. 
m Urkunden meist nur mit dem Taufnamen bezeichnet, dann aber 
nach dem Grundbesitze benannt. Das in der Nieder-Lausitz eine Heile 
von Luckau gelegene Dorf Schlaberndorf, welches urkundlich 1210 
unter dem Markgrafen Conrad v. Meissen vorkommt, wurde wohl 
erst später von der Familie gegründet und benannt, — das eigentlicl^ 
Stammgut ist zweifelsohne ein anderer gleichnamiger Ort, welcher 
bereits 1393 als wüst im Havel lande erscheint. Den Ursprung des 
iJamens hat man in dem Worte „schlau" schlagen und „brennen" 
finden wollen und diese Erklärung hat dem Freiherr^ Otto v. Schla- 
berndorf, s unten, als tüchtigem Soldaten so gefallen, dass er dieselbe 
füp richtig hält und die früher übliche Schreibart: Schlabenidjorff in 
Schlabrendorf umwandelte, welche auch in das Freihermdiplom 
überging und in demselben bestätigt wur(ie. Eine andere Ableitung 
ist die von: Schlabern, d. h. Domen, welche an den Hagedömem 
wachsen und ein sehr festes Holz sind. Beide Annahmen befriedigen 
aber nicht und eher Hessen sich noch die Wurzeln des Namens in den 
Worten „Schlau" und „Brav" auifinden. Viel mehr hat unstreitig die 
Annahme für sich, dass irgend ein altdeutscher Eigenname in ver- 
fälschter Form, deren ursprüngliche Beschaffenheit, des Alterthums 
wegen, verloren gegangen ist, vorliegt: eine Annahme, welche sich 
auch in der unten angeführten Monographie über die Familie vorfin- 
det. Sehr leicht könnte nämlich der Name des Geschlechts in: Slabert, 
Slabrecht oder (?inem ähnlichen deutschen Namen seinen Ursprung 
haben. — Der Sage nach hat die Familie sich von dem Wohnsitze des 
Stammvaters, des mächtigen Ritters Slabre, genannt. Nach Allem 
hat derselbe wirklich gelebt, sei es nun unter diesem, oder eineni 
öinlichen Namen. Derselbe war ein Deutscher von edler Abkunft, 
welcher, wie erw^ähnt, in das Brandenburgische kam, den Ort Sla- 
brendorf als christliche Niederlassung und den zukünftigen Stammsitz 
seineij Geschlechts l^egründete und sich nach dems^ben nap^^te. *- 



— 183 — 

Diß erste, historisch ge^^iss dastehende Glied der Familie ist: Di« 
prand de Sohlabrendort*. Derselbe kommt urkundlich 1234 als Zeuge 
Tor und nach ihm erscheinen in Urkunden 1288 Nicolaus de Schla- 
brendorf, 1298 Güntherus de S., Miles und 1303 Johannes deS., wel* 
eher sich als weltlicher Voigt zu Brandenburg bezeichnet und in dem, 
1375 während der kurzen Herrschaft des K. Carl IV. über die Mark 
Brandenburg aufgenommenen s. g. Carolinischen Landbucbe werden 
mehrere Schlabrendoris mit ihren Besitzungen in der Mark Brandenburg 
aufgeführt y die fortlaufende Stammreihe aber beginnt der Ordensrath 
König mit Joachim v. S. , um 1380. — Der Sohn desselben, Heinriok 
oder Henning, hatte Schloss und Herrschati Beuthen pfandweise 
inne und gehörte zu den ersten Rittern, welche Kurfürst Friedrich IL 
y. Brandenburg in die 1443 zu heiligem Zwecke gestiü;ete, der götlr 
liehen Marie geweihte Bitterbrüderschaft vom grössten Ansehen : in 
die Gesellschaft Unsrer Lieben Frauen Kettenträger, oder des Schwa* 
nen-Ordens, aufnahm. Heinrichs oder Hennings y. S. Söhne belehnte 
Kur-Brandenburg 1463 mit der Herrschaft Beuthen und die Gebrüder 
Hans und Carl S. stellten darüber einen Lehnsrevers aus.'— 1467 
wird auch in der Geschichte Schlesiens der Name Schlabrendorf er- 
wähnt. Als nämlich Georg Fodiebrad, König in Böhmen, in de^ 
Bann gethan war, rüsteten die Breslauer einen Heereshaufen aus und 
setzten zu Hauptleuten desselben zwei Bitter, Namens Skoppe und 
(Hans) Schlabrendorf. — Georg v. S. wurde 1491 zum Herrenmeister 
des St. Johanniter- Ordens in der Mark Pommern und im Wenden- 
lande erwählt und starb 1527 im hohen Alter au Sonnenburg. Johann 
V. S. , Beider Rechte Doctor — Bruder Georgs und mit diesem Un- 
enkel Joachims — war, historisch sehr geehrt, von 1501 bis 1630 
Fürstbischof zu Havelberg. Curt v. S., 1474 des Kurfürsten Joachitti 
Bath und Hausvoigt zu Brandenburg , so wie auch Commandaiit zu 
Vierraden imd der Sohn desselben, Fabian S., trug 1512 als Oberst 
der deutschen, unter Jacob v. Hohenems den Franzosen gegen die 
Spanier und Venetianer zu Hülfe gesendeten Truppen durch seine mit 
dem Heldentode besiegelte Tapferkeit wesentlich dazu bei, dass die 
französischen Waffen siegten. — Hans v. S. war 1544 Hofmarschall 
des Kurfürsten Joachim IL zu Brandenburg und Amtshauptmann zu 
Salzwedel xind der Sohn des Bruders desselben, Ernst des Aelteren: 
Ernst der Jüngere auf Beuthen, Groeben u. s. w. stand am Fürstlich 
Hessischen Hofe des Landgrafen Moritz in grossem Ansehen. Durch 
Ernst den Jüngeren und den Bruder desselben, Joachim, bildeten 
sich drei Linien des Stammes. Es stiftete nämlich der ältere Sohn 
des Letzteren, Manasse, gest. 1668, die Linie der Brandenburgischen 
Domherren auf Glienicke, Wassmannsdorf und die Diepenseeische 
Feldmark und der jüngere Sohn, Wichmann Heinrich, gest. 1663, 
die Linie zu Sithen und Schenkendorf, die mit Otto Christoph 1744 
aut^gegungen ist, Ernst des Jüngeren Sohn aber, Melchior Ernst, geat. 
16^, gründete die Linie zu Beuthen und Groben, in welche später 
der Grafenstand kam. — Aus der Linie der Brandenburgischen Dom- 
herren auf Glienicke stammte H4ns Heinrich v. S., gest 1692, kur- 



— 184 — 

brandenb. General-Major, Gouverneur von Colberg u. «. w. und der 
Sohn desselben , Freih. Otto , s. oben , wurde k. preuss. General der 
Infanterie und Gouverneur von Cüstrin, war Herr auf Machenow 
und starb 1721. — Zu der Gröbener Linie gehörte Ernst Wilhelm 
V. S., geb. 1719 und gest. 1769, welcher sich, von 1755 bis zu seinem 
Tode k. preuss. dirigirender Minister in Schlesien, um Krone und 
Land die grössten Verdienste erwarb. Mit Rücksicht auf diese Ver- 
dienste und unter ausdrücklicher Erwähnung wurde der älteste Sohn 
aas erster Ehe mit Antoinette v. Blumenthal a. d. H. Horst, Friedrich 
Wilhelm Ludwig, 1772, s. oben, in den Grafenstand erhoben. — Der 
zweite Sohn des Ministers Ernst Wilhelm v. S. , und zwar aus zweiter 
Ehe mit Anna Catharina v. Ottersted t, Leopold August Wilhelm v. S., 
wurde, s. oben, 1786 mit zwei Brüdern, in den Grafenstand versetzt. 
Der Eine dieser Brüder, Graf Christian G^org Gustav, geb. 1750 und 
unvennählt gest. 1824 zu Pai-is, ein durch die hohe Bildung seines 
Geistes und seinen edlen Character höchst merkwürdiger Mann, hat 
durch Gelehrsamkeit und wahrhaft philosophische Lebensweise einen 
nicht geringen Nachruhm hinterlassen und in unabhängiger Stellung 
der W'elt nützlich zu werden und für Menschenwohl zu sorgen, treu 
gesucht. — Vom Grafen Leopold August W^ilhelm Friedrich stammte 
ans zweiter Ehe mit Emestine v. Ohlen und Adlerskron: Graf Otto 
Friedrich Wilhelm Fabian, Majoratsherr auf Seppau, geb. 1805 und 
vom Grafen Friedrich Wilhelm Heinrich Carl Ernst entspross : Graf 
Ernst Leopold, Herr des alten Stammgutes Groben. Ein älterer 
Bmder des Ministers, Gustav Albrecht v. S., starb 1765 als k. preuss. 
Gfeneralmajor und Regimentschef und die beiden äl teilen Sohne des- 
selben, August Wilhelm Leopold Eugenius, gest. 1796 und Hans 
Alexander Albrecht, gest. 1795, wurden ebenfalls 1786, wie oben an- 
gegeben, in den Grafenstand versetzt, hinterliessen aber keine männ- 
lichen Nachkommen und so fiel das denselben zustehende Stammgut 
Groben an die zweite schlesische Linie der Grafen v. Schlabemdorf. 
— Der neue Personalbestand der Familie wird noch in drei Häusern: 
I.Haus: Seppau, 11. (eigentlich I.) Haus: Stolz und III. Haus Groben, 
von welchen die Häuser Stolz und Groben im Mannsstamme erloschen 
sind, aufgeführt. Das Haus Seppau gründete Graf Leopold, s. oben, 
geb. 1748 und gest. 1808. Derselbe war in zweiter Ehe vermählt 
mit Henriette v. Burgsdorff, geb. 1768, verm. 1804 und gest. 1843 
und aus dieser Ehe entspross: Graf Otto Friedrich Wilhelm Fabian, 
B. oben, gest. 1850, Majoratsherr auf Seppau, verm. mit Emestine 
V. Ohlen und Adlerskron. Der ältere Sohn aus dieser Ehe ist: Alfred 
Graf V. Schlabemdorf- Seppau, geb. 1829, Majoratsherr der Güter 
Seppau, Gross-Kauer, Mangel witz, Tschepplau, Eicliberg, Heidevor- 
werk, Ingersleben und Marienvorwerk im Kr. Glogau, so wie des 
Ghites Lancken im Kr. Guhrau in Nieder-Schlesien, Ober-Landes-Bau- 
Director im Hrzgth. Schlesien, verm. 1859 mit Julia v. Brand, aus 
welcher Ehe ein Sohn stammt: Friedrich Georg Gustav, geb. 1860. 
Der Bruder des Grafen Alfred : Gr. Alphons, geb. 1832, vermählte 
sich 1 855 mit Helene v. Nickisch-Rosenegk a. d. H. Schwarzen, — 



— 185 — 

Baß Haus Stolz ist mit dem Grafen Constantin, geb. 1812 — Sohne 
des 1853 verstorbenen Grafen Constantin Carl Aiton und der Juliane 
Grf. Matuschka v. Toppolczan a. d. H. Amsdorf, gest. 1856 — Herrn 
der Herrschaften Stolz, Grochau und Giersdorf, Erb.-Ober-Landbau- 
Director in Schlesien, vermählt 1844 mit Bianca Grf. Pückler zu 
Groditz, geb. 1826, 1. Jan. 1858 im Mannstamme erloschen. Der- 
selbe hat zwei Töchter hinterlassen: Grf Therese, geb. 1847 und 
verm. 1863 mit Anton Gr. v. Harbuval und Chamare auf Neuhaus 
bei Münsterberg und Grf. Anna, geb. 1852. — Von dem Bruder des 
Grafen Constantin Carl Anton, dem Grafen Carl, geb. 1784 und gest 
1821, Herrn auf Nieder-Herrendorf , Ober-Ochelhermsdorf, Antheil 
Schweinitz und Hartmannsdorf bei Freistadt^ stammt aus der Ehe mit 
Franzisca Grf. Henckel v. Donnersmarck a. d. H. Siemianowitz: Grf. 
Eveline, geb. 1809, welche sich 1831 mit dem 1855 verstorbenen 
Wilhelm Gr. v. Sickingen zu Hohenburg, k. k. Kämmerer, vermählt 
hatte. Die Schwester der Grafen Constantin Carl Anton und Carl 
ist: Grf. Charlotte, geb. 1787, Erbfrau der Herrschaften Conrads- 
waldau bei Schweidnitz, Kunzendorf und Hassitz in der Grafsch. Glatz 
und Odrau in Mähren. Dieselbe, verm. 1804 mit Joseph Friedrich 
Landgrafen v. Fürstenberg, k.k. Kämmerer, w. Geh.-Rath und Oberst- 
Küchenmeister, wurde 1840 Wittwe. — Das Haus Groben ist eben- 
falls im Mannsstamme erloschen und zwar 18. Aug. 1829 mit Heinrich 
Gr. V. S., geb. 1761, Herrn auf Schönfeld in der Neumark und Cano- 
nicus des Hochstift« St Nicolaus zu Magdeburg. Derselbe hatte sich 
1792 verm. mit Auguste v. Mützschephal , geb. 1761 und aus dieser 
Ehe entspross eine Tochter: Grf. Johanna, geb. 1804, Erbfrau auf 
Siethen und Antheil Jütchendorf in der Mark Brandenburg und Wittwe 
des k. preuss. Majors v. Schamhorst. 

AnfftU, Mark. Chronik, S. S9. — Micratl, VI. S. 457. — Hom, Hmricus illuBtr. S. 298 und 
W. — Sinapiu». I. S. 967. — Dithnar, von den Hcrrenmeistein, S.«3.— Gamhe, I. S. 2086 nnd87. 
— Zedier, 84. S. 1628. — Dienemarm, S. 2Ö1 und Nr. 8. und S. 834, Kr. 11. — N. Pr. A.-L. IV. 
S. 170-^72. — G«ne8d.*hi»tor. Uebersicht der kunnSrk. Familie der Herren v. Schlabrendorf. Horaus^eg. 
VC m Grsfen Constantin v. Schlabrendorf auf Grochau. 1842. — Deutsche (f rafcnhäuser dor Ge(?enw. IL 
S. 876—81. — Freih. v. Ledebur; VL. S. 369—71 und III. S. 338. — GenealoR. Taschenb, drr gmü. 
HXuser. 1869. S. 726—30: fUr die Geschichte der Familie von besonderem Intiresse. 1864. S. 749—52 
and 1866 und histor. Handbuch zu Demselben . S. 865. — v. Meding , I. 8. 527 und 28 : v. S. ~ 
Suppl. XU Siebm. W. B. VI. 17 : v. 8. — W. B. der Preass. Monarch. II. (»1 : Frh. v. S. und I. 87 : 
6r. V. S. nach dem Diplome Ton 1772 und vom 15. Oct. 1786 und I. 88 : nach dem Diplome vom 
31. Oct. 1786 

Schlachten. Fränkisches, friiher dem ßeichsritter-Canion Ehön 
und Werra einverleibt gewesenes Adelsgeschlecht. 

Biedermann, Canton Rhön -Werra, 1. VerzelehnlM. 

Schiaden, anch Grafen. (Stamm- und gräfliches Wappen: in 
Roth zwei ins Andreaskreuz gelegte, von einander gekehrte, goldene 
Bischofsstäbe, mit anhängenden, von Schwarz und Gold gemengten 
Quasten). Grafenßtand des Kgr. jreussen. Diplom vom 20. Febr. 1813 
fiir Leopold v. Schiaden, k. preuss. w. Geh.-Rath und früher mit G^ 
sandtschaften an mehrere höchste Höfe betraut. — Altes magdebur- 
gisches Adelsgeschlecht, verschieden von den alten Grafen dieses Na- 
mens, deren Besitzungen im Stifte Hildesheim lagen und die bereits 
1345 mit dem Grafen Meine ausstarben. Das adelige Geschlecht 
y. Bchladen, welches von dem Domoapitel zu Magdeburg und den 



— l«6 — 

fyUitideu d<^r Oberlausitz, laut darüber auf^getfiteUterZengntsee, für altr 
Md^llg StitU- ubd Tiliierm'Milg anerkaDOt wurde, hatte mit zwölf aii- 
dereu Oex-blecLtt^ru die haizwerke zu Suif>f^fiirth an der Bode unweit 
Calbe luütt, be^^tzU^ den dortigeu Btadtrath und arkucdlich tritt aus 
deiii>ielU;n zui;r*>t 14^5 Kertbeu t. SiatheD auf. — Xaeh Allem lies* 
die Familie hich hc-boii zu Kode de» 15. Jahrb. in Sta«sfurth nieder, 
<U bemtK uut dicM; Z^it urkundlich ein Ptanner Wolff t. Schladen 
tttftritt uud derhelU.', welclier mit einer v. Heimstatt Termählt war. 
iftt aU der eigentliche' Stammvater der «pätem Grafen t. Seh laden an- 
zunehmen. \'on den b2 in HtaMsfurth befindlichen Salzkothen gehörten 
zehn auhhchliebhlich und vier in Gemein»chal\ mit anderen adeligen 
GeiK^hlec'htern der Familie v. Bchladen und viele Glieder derselben 
waren von loaS hin ni?2 mit der Würde eines Salz-Grafen, Stadt- 
voigU und Jiurgermeiht^.'rs zu StaKi^furth bekleidet. — Zu den Nach- 
kommen dcH genanntem Wolff v. B. , welche später auch im Branden- 
burgincben und in Pommern In-gütert worden, gehörten namentlich: 
Wilcke v. S., gest, 1030, Stadtvoigt zn Stassfurth; Johann Rudolj^i 
T, H,, gw*t. J7(X>; Carl August v. 8,, geb. 1698, k. preuss. Capitain 
und Adjutant den Fürsten Leopold v. Anhalt-Dessau; Hans Christoph 
V. 8., geb. 1093 und gest. 1 743, Oberst und Commandant des k. preuss. 
Üavalorie-lUigimeuts Prinz Eugen v. Anhalt- Dessau und Friedrich 
Goitlieb v. H., geb. 1780 und gest. 1806, k. preuss. Generallieutenant 
und KegimentH-lnbaber. Der ältere Sohn des Letzteren, Leopold, s. 
oben, erhielt, wie angogeben, den prenssischen Grafenstand. Graf 
Leopold, geb. 1772, hatte sich 1813 mit Henriette Grf. v. Schönfeld 
vermählt. Der au» dieser Ehe stammende Sohn, Graf Adolph, geb. 
1814t k. preuss. Kegierungs- Assessor zu Cöln, starb schon 1844 ohne 
Nachkommcin und so schloss denn der Vater, Graf Leopold, gest. 30. 
Aug. 1H4Ö, don Munnsstarom. — Den Grafen Leopold überlebten seine 
4roi Hch Western, Henriette, verw. Generalin v. Pritzelwitz, die um 
186H r\()('h lebte; Wilhelmine, verw. Landräthin Freifrau v Ledebur, 
gest. lHr>() und Luis<», verw. Landräthin v. Jagow, gest. 1853. 

N. I'r. A •!.. IV. S. 172. — Drattche (infnh. d. Oefenwtrt, n. S. 866 und 57. und 111. 6. BtS. 
— fr«VA. V. LrdfLvr, II. S. 871. — (Jcnral. T»»rhtnb. der grüfl. HHuser, lfc54. g. 676 ttnd' lfe66. 
B. 066. ■ V. Mnlififi, I. S. MH. und Jf». — Fuppl. »u Slehm. W. B. \1I. 18: PreÖL v. 8. — Tyrf>$. 
l. 3: Frh. v. S. - W. H. Air Preuw. Mouarch. 1. «8: (Jr. v. S. 

Schlage. Altes, ehedem im Halberstndtschon begütert gewesenes 
AdelHgcHchlecht, welchcH schon 1291 vorkam. 

Meybim, voiii KlokUr MArIvnborg, S. 43. — ZtdUr, 34. S. 1786. 

Schlagenteuifel (Schild quergetheilt: oben ein aus Wolken her- 
aus reichender, mit einem Hommcr bewaffneter, geharnischter Arm 
und unten ein Drache). Reichsadelsstand. Diplom vom 17. llärE 
1746 iUr Johann Sehlagenteuflel. Nachkommen desselben standen in 
hens. hruunHchw. !Militairdient«ten, doch kommt die Familie in Braun- 
schweig nicht mehr vor. Wohl aher sass dieselbe 1836 in Vor-Pom- 
morn zu Werder unweit Franzburg uud ein v. S. war 1845 Landrath 
des Frans&burgor Kreises. Kach Bauer war die Familie noch 18Ö7 
im Werder, so wie tu Pöglii im £r. Grimmen bagüieri und die Terw. 



— 187 — 

Frau y. Köppem, geb. t. Bchlagentenffel war Besitzerin des GuteB 
Gro88-Ma88ow im Kr. Lauenburg. — Handßchritll. Kotiz. 

N. Pr. A,-L. IV. S. 173. - Frei», v. Ledelur, U. S. 371 and Jll S. 338. 

SohlanuBersdorff (in Gold ein 8chrägrechter, mit drei silbernen 
Sternen belegter, schwarzer Balken). Alten , piälzi^che», iiänkisohes 
und rlieinjändibches AdelRgeecblecht, welches aus KiederBachsen in 
die Pfalz kam und aus dieser eich weiter ausbreitete. — Johann B. 
war um 1420 Bischof zu Bremen; Fritz S. kündigte mit anderen 
Tom Adel 14G0 im I^amen des Herzogs Erich in Pommern der Stadt 
Stettin Krieg an; Johann S. kommt 1540 als Geh.-Eath des Pfab&- 
grafen Otto Heinrich am Rhein vor; Balthasar Jacob v. S. lebte um 
1620 als Gouverneur zu Auerbach in der Ober-Pfalz und ein v. S., 
k. schwed. Oberst fiel als die Kaiserlichen 1637 die Stadt Wolgast 
eroberten — Der Stamm blühte fort und sass 1(>09 zu Burggrub und 
Tapfheim in der Ober-Pfalz, 1657 zu Burckheim und 1683 und no<A 
1761 zu Bassenfar. — Von den Sprossen des Stammes traten mebrert 
in die k. preues. Armee. Christoph Friedrich v. S. war 1770 Lieute- 
nant im Inf. -Reg. v. Krockow; ein t. S. , früher Lieutenant im Regi- 
men te y. Kleist, lebte um 1805 im Invaliden- Hause zu Berlin und in 
neuer Zeit stand ein v. S. alsPremierlieoitenant im 30. Inf.-Regimente. 

Friedebom, Stettinische Chronik, S. 98. — Pu/endorf, Schwed. Krlegs-Ortrhlchte, Üb. IX. $.28. 
— Gauhe, I. S. 2087 und 88. - r. Jlattstein, II. S. MH and 14. — ^tdler, 34. S. 1766 und 67.— 
£iedemumn. Canton OrbUrR. TRb. 211—23. — Dienemcmn, S. 347. Nr. 72. — Frtih. v. Jj€debur,Tl. 
S. 371. ^ Sitiinacher, I. 8d: v. SihUtierydorf, Uajrerbch. — v. Mtding, 11. S. 618. 

Sdilandenberg, Sehlandenberg, ancK Grafen (altes Wappen: 
BohiUi von Blau und Silber der Länge nach mit sechs grossen SpitSBen 
gatbeilt und vermehrtes Wappen: Schild gcviert: 1 und 4 von Silber 
und Blau sechsmal quergespitzt, das Blaue die Spitzen rechts kehrend 
und 2 und 3 in Roth ein gekrönter, silberner Löwe, mit doppeltem 
Knoten am Schweife^. Altes, tiroler Adelsgesohlecht, aus welchem 
scboQ 1296 Philipp S., ein Sohn des Hector, genannt wird. Der alte 
Stammsitz des Geschlechts, das Schloss Schiandersberg im Vinstgaue, 
war zeitig in andere Hände gekommen, doch brachte denselben die 
Familie 1509 wieder an sich. — Johann und Casper v. S. befanden 
sich 1392 in der Gesellschaft des St. Georgen Schildes. Die fortlau- 
fende Stammreihe beginnt Seifert mit Theobald v. S. um 1496. Der- 
selbe wurde ein Ober-Aeltervater Christophs, dessen Enkel, Carl 
Maximilian, um 1709 zuerst den grätlichen Titel führte^und den Stamm 
durch zwei Söhne fortsetzte. 

Gr. V. BrandU, Th. 11. - Geeuht, I. S. 2088. — Zedier, 84. S. 1768. — Sithmt^cher, II. Ü: 
V. SchlKnder>perg , Tirolisch. — v. Meding , III. S. 682 und i-»: auch nach drm Wappen-Buche de 
CottniUer ConcUt : Uelnriebs v. Sdüandenherf ob der Etsch Schild. 

Schlangenberg, v. n. zu Schlangenberg, Freiherren. Erbländ.- 
österr. Freihermstand. Diplom von 1733 für die Gebrüder: Georg, 
Christian und Priedrich Jacob v. u. zu Schlangenberg, Landrechts- 
Beisitzer in Kärnten. 

JTe^We V. Mühl/^ld, S. 83. 

6ehUui|;^bnrf • Bteiennärkiaches Adelpgeschlecht, welches die 



^ 188 — 

in Kuinen liegende Burg diese» Namens unweit des Neuhauser Bades 
in Steiermark besass. 

SchmuU, m. S. 488. 

Schlangenfeld (Schild geviert: 1 und 4 eine Schlange und 2 und 
3 eine Hand mit einem Schwerte). Böhmischer Adelsstand. Diplom 
vom 12. Aug. 1697 für die Gebrüder: Friedrich Wilrich, Gotthard 
Ignaz und Carl Wihelm Schlangenfeld. 

V. Haihach, n. S. 407. — Frtih. v, Ledebur, IT. S. 871. 

Sehlami,t Freiherren. Reichs- u. erbländ.-ößterr. Freihermstand. 
Diplom von 179() für Gerhard Moritz v. Schlaun, k. k. General-Feld- 
wachtmeiftter. 

Leupold, I. Bd. IV. S. 589-03: mit dvm FreiheTTndiploin<>. — Mtgerle v. MUklfeld, S. 83. 

Schlaun (in Silber eine rothe Wolfsangel). Cölnisches Patricier- 
geschlecht, zu welchem unter Anderen Arnold S., kurtrierscher Hof- 
gerichts-Director (1620) und kurmainz. Canzler, gehörte. Der Gross- 
vater desselben, Franz S., war Bürgermeister zu Bonn und sein Enkel, 
Franz S., besass 1695 ein Haus in der Laurenz-Pfarre in Cöln. 

Fahne, 1. S. 389. — Freih. v. Ltdebur, II. S. 371. 

Sehlann, Schlaun v. Luiden (in Roth drei in ein Schächerkreuz 
gestellte, silberne Lindenblätter). Altes, früher zu dem hessischen 
Adel zählendes Geschlecht 

Freih. v. T.edebur, II. S. 871. — Siehmaeher, I. 141: Die Schlaun t. Linden, H<>9tisch. 

Schlebrügge, Sehleebrügge. Ein in neuer Zeit zu dem westphä- 
ligchen Adel zählendes Geschlecht, aus welchem 1823 der Landrath 
V. Schlebrügge des Lüdinghauser Kreises zu Beckendorf in Horst bei 
Werne vorkam. 

Freih. v. Ledelmr, U. S. 871. 

Schlebnsch, Sehleebnsch, früher Sehleepnsch (in Silber eine 
schwarze, in der Mitte von einem rothen Ringe umschlossene Wolfs- 
angel. Altes Adelsgeschlecht des Herzogthums Berg, welches bereits 
1443 zu Manfort bei Opladcn, 1483 zu Gronau unweit Mühlheim, 
1491 (bis 1652) zu Schlebusch bei Opladen, 1664 zu Holz unweit Mühl- 
heim und noch 1668 zu Bierschnöchel bei ückerath sass, dann aber 
ausgegangen ist. — Ganz verschieden von dieser Familie war die in 
der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. in Schlesien vorgekommene und be- 
güterte, freiherrliche Familie v. Schleepusch, wie, abgesehen von 
Anderem, schon die Wappen ergeben; s. unten den Artikel: Schlee- 
pusch, Freiherren. 

V. Fr. A.-L. V. S. 401 : Tenrechselt die Familie t. Schleebosch mit der freiherrlichen t. Schlee- 
irasch. — Fahne, 1. S. 389. — Freih. r. T^debur, U. S. 371. 

Schlechta Wschehrd, bc^hmisch : Sslechtaze Wssehrd, Freiherren 

(in Blau ein aus drei aufsteigenden, silbernen Wolken bis zur Leibes- 
mitte aufwachsender Windhund oder Wolf von natürlicher Farbe). 
Erbländ. - osterr. - und ungarischer Freihernistand. Erbländ. - österr. 
Freiherrn-Diplom vom 9. Oct. 1819 und ungarisches Freiherm-Diplom 
vom 22. Sept 1820 für Fran« Xaver Vincenz Leopold Andreas Ritter 



-- 189 — 

V. Schlechta-Wschehrd. — Altczechisches Wladikengeschlecht, einst 
in Böhmen ansehnlicli begütert. Der Ursprung desselben liegt im 
Dunkel der Voraeit, doch schon in Urkunden aus der ersten Hälfte 
des 15. Jahrh. erscheinen Glieder dieses Hauses unter den Wladiken, 
so u. A. Niclas v. S. - W. , geb. 1440 und gest. 1508 , welcher in der 
St. Martins -Kirche zu Kostelec an der Elbe (einer im Besitze dör 
V. Schlechta-Wschehrd gewesenen Stadt), beigesetzt ist. Nach Cliro- 
niken gingen aus dem Stamme mehrere berühmt gewordene Staats- 
männer und Krieger, so wie auch namhafte Gelehrte hervor und von 
Letzteren sind namentlich Vietorin Cornel v. W^ehchrd, geb. 1449 
imd gest. 1520, Geh. Secretair des Jagelloniden Wladislaw II. und 
Decan der Prager Universität und Johann Schlechta v. Wschehrd, geb. 
1466 und gest. 1525, zu neimen, welche zu den grössten Gelehrten 
ihrer Zeit und ihres Vaterlandes gehörten. — Aus der ritterlichen 
Linie der v. S. -W. lebte in neuer Zeit nur noch ein einziger Sprosse: 
Joseph Cupertin Nicolaus Ritter v. S.-W., geb. 1773, k. k. pens. Ap- 
pellations-Gerichts-Rath. Derselbe w^ohnte zn Brunn, hatte keine Nach- 
kommen und so ist denn mit ihm später die ritterliehe Linie des 
Geschlechts ausgegangen. — Der Empfänger des Freiherrn-Diploms: 
Freih. Franz Xaver Vincenz Leopold Andreas, s. oben, geb. 1763 und 
gest. 1831, k. k. Platz-Oberst und Platz- ('ommandant zu Wien, ver- 
mählte sich 1796 mit Friederike Ursula Edlen v. Scheurich, gest. 
1827, aus welcher Ehe drei Söhne entsprossten, die Freiherren Franz, 
Vincenz und Carl. Freih. Franz, geb. 1796, k. k. w. Geh.-Rath und 
Sectionschef im Finanz-Ministerium, vermählte sich 1821 mit Catha- 
rina Gutherz, geb. 1804 und gest. 1853, aus welcher Ehe, neben einer 
Tochter, Freiin Sidonie,geb. 1838, zwei Söhne stammen: Freih. Camill, 
geb. 1822 und Freih. Ottocar, geb. 1825, k. k. w. Legationsrath und 
provis. Director der k. k. Academie der Orient. Sprachen zu Wien. — 
Freih. Vincenz, geb. 1798, k. k. Feldmarsch.-Lieutenant in Pension, 
vermählte sich 1853 mit Jsabella v. Urbanska, verw. v. Treciewska 
und Freih. Carl, geb. 1807, k. k. Landesgerichts-Secrctair, 1839 mit 
Wilhelmine Hueber, geb. 1807 und gest. 1860, aus welcher Ehe eine 
Tochter lebt: Freiin Friederike Stephanie, geb. 1843. 

MegerU v. Mühlfeld, 8. 83. — (ien«ü. Tas^henb. der freih. IlUuser, 1854. S. 459 — 61, 1857. 
S. 672 und 73. 1864. S. 722 und 23 und 18(;6. 

Schlechtendal , Sehlechtenthal , Schlecthentahl (in Silber ein 
blauer Reichsapfel mit einem goldenen Kreuze und auf der goldenen 
Umgürtung mit einem rotheu Herzen belegt), Adelsstand des Kgr. 
Preussen. Diplom vom 14. Oct. 1786 für die drei Gebrüder Georg 
Heinrich, Reinhard Friedrich und Franz Friedrich Schlechtendal. Der 
älteste dieser Brüder, Georg Heinrich v. S. , starb 1800 als Ober- 
Consistorial-Präsident zu Breslau, der zweite, Reinhard Friedrich v. S., 
wurde Geh. Regierungsrath zu Cleve und der dritte , Franz Friedrich 
V. S. , Landrichter zu Xanthen. — Von den Nachkommen starb Dr. 
D. F. K. V. S. als Oberlandesgerichts-Chef-Präsident a. D. zu Pader- 
born und um dieselbe Zeit war an der Universität Halle der Prof. Dr. 
V. Schlechtendal Director des botanischen Gartens. — Die Familie 



— 190 -- 

stammte ursprünglich aus Westphalen und eine das adelige Prädicat 
bereits führende Linie war in Schlesien gesessen. Hand Albrecht 
V. SchlechtentahK kais. Oberstlieutenant, starb 1701 als Herr auf 
Schlanowitz im Wohlauschen und der gleichnamige Sohn, Herr auf 
Schützendorf im Oelsischen, schloas 1766 diese Linie. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 17Ä. — Freih. v. LecUbur, 11. S. 371. — W. B. d. Preuw. Monarch. IV. 48. 

► Schleeposch, Freiherren. (Schild geviert; 1 und 4 in Gold auf 

einem grünen, dreihügeligen Berge ein fruchttragender, grauer Schlee- 
busch und 2 und 3 in Roth ein , in der rechten Vorder-Pranke einen 
Degen haltender, gekrönter, goldener Löwe). Erbländ.-österr. Frei- 
hermstand. Diplom vom 11. Jan. 1659 (ii. April 1660) für Jacob 
V. Schleepusch, Erbrichter der Börde Lesum im Bremenschen, kaißerl. 
General Wachtmeister und Obersten. Derselbe, gest. 22. Sept. 1675* 
zu Liegnitz, ohne männliche Nachkommen, war Herr der Güter Hei- 
deberg und Gross-Pollwitz im Liegnitzischen , Lankau im Namslau- 
achen und Schönbach im Neumarktschen und hatte sich vermählt mit 
Anna Elisabeth v. Eicke, verw. Baronin v. Lundy, gest. 1706, aus 
welcher Ehe eine Tochter entspross, die sich 1687 mit Heinrich Ale- 
xander V. Bibran und Modlau vermählte. — Der Empfänger des 
Freiherrn-Diploms gehörte zu einer Adelsfamilie des Herzogthums 
Bergen in den Niederlanden, welche ihren Namen von der kleinen 
Stadt Schleepusch erhalten haben soll und aus welchem Johannes S. 
um 1462 Abt zu Alden berge war. 

Sinapiun, I. S. 222 und n. S.431. — Gauhe, I. S. 2088 und «9. — ZfdUr, 85. S. 52. — N.Pr. 
A.-L. V. S. 401. — Freih. v. Ledfhxir, II. S. .S73. 

^ Schleewitz, Schlewitz, Schlivitz. Ein in der ersten Hälfte des 

18. Jahrli. zu dem in Ostpreussen begüterten Adel gehörendes Ge- 
schlecht, welches um 1727 unweit Mehrungen zu Stollen, Mitteldorf 
und Kattem sass. 

Freih. v. Ledebvr, If. S. 372. 

Schlegel (im Schilde drei, 1 und 2, halbmondförmige Schlägel: 
nach einem Siegel von 1543). Altes, in der Mittelmark begütertes 
Adelsge3schlecht, wohl schon im 16. Jahrb. erloschen. Dasselbe war 
bereits 1372 zu Schöneiche, 1375 zu Neuenhagen, 1388 zu Löhme 
und 1412 zu Seefelde, sämmtlich im jetzigen Nieder- Bamimschen 
Kreise, begütert und sass noch 1540 zu Löhme und 1567 zu Schmar- 
gendorf unweit TeltoAv. 

Freih. v. Ledebur, U. S. 372. 

% Schlegel (in Roth ein schräg rechts gelegter, silberner- oder 

holzfarbener Schlägel, auf dem Helme drei Pfauenfedern, oder drei 
über einem Wulste hervorkommende, schwarze Hahnenfedern, von 
welchen zwei sich links kehren und die mittelste die längste ist). 
Altes Adelsgeschlecht der Altmark, welches bereits 1343 zu Alten- 
zann, Beelitz, Bertkau, Gross-E Hingen, Germerslage und G^thlingen, 
meist um Osterburg und Stendal , begütert war und noch 1957 zu 
Altenzaun und 1688 zu Baaben (seit 1373) unweit Stendal sass. 



-- t91 - 

Der 8tamm ist mit Wichard Erdniann v. Schlegel auf Baaben um 
1688 erloschen. Das angegobeiKi Wappen findet sich an einem Grab- 
steine van 1570 mit dem hinziigetugton 2h amen: Johannes de Schlegel. 
Wegen Aehnlichkeit des Wappens mit dem Helmschmucke des im 
nachstehenden Artikel angegebenen Wappens hält v. Meding dafür, 
dass beide Wappen einem Geschlechte angehören und der Schlägel 
von einer sich abtheilenden Linie zum Unterscheidungszeichen in den 
Schild gesetzt worden, oder vielleicht gar das alte, redende Stamm- 
wappen sei, welches mau auf den Helm verwiesen habe. 

». Pt. A..L., IV. & 17«. — Freih. v. Ltdebur, ü. S. 372. — Siebmaeher. I. 171: Die Schlejrel. 
Sächsisch. — V. Meding, H. S. 519. 

Schlegel, Sühlegell (in Silber ein abgehauener, rother Pferdekopf 
mit Halse und ausgescblagener Zunge und auf dem Helme über 
einem Wulste ein aufrecht gestellter, rother Schlägel, oder runder, 
hölzerner Hammer, oben mit drei rothen Wecken besetzt). Altes, 
märkisches Adelsgeschlecht, mit welchem zum Theil E. Heinrich I. 
921 die Stadt Stendal besetzte und welches später insMagdeburgische 
und Anhaltschc, so wie in die angrenzenden Gegenden kam. — ^ach 
Anhaltschen Archiven wurde die Familie v. Schlegel zuerst 1323 
vom Fürsten Bernhard belehnt und Purst Georg zu Anhalt verlieh 
1460 seinem lieben, getreuen Caspar Schlegel, um sonderlicher 
Dienste willen, die Güter zu Gnetsch. Im 16. und 17. Jahrh. brachte 
die Familie im Anhaltschen ansehnliche Güter an sich, sass bereits 
1505 zu Merzin, 1561 zu Cöthen, Elsdorf, Mittelhausen, Gr. Pasch- 
leben, Prosigk, Thurau, Trebichau und Zehringen, 1587 zu Groepzig 
u. s. w. und war noch 1739 zu Merzin und 1742 zu Mittelhausen und 
zu Zehringen begütert. Im Magdeburgischen und in den Saalgegenden 
standen dem Greschlechte schon 1396 Sool-Güter zu Halle zu und das- 
selbe hatte 1477 die Güter Merkewitz und Dackritz an der Saale 
inne, war 1561 zu Acken und 1587 zu Hedersleben im Mansfeldischen 
gesessen und noch 1600 waren Hergisdorf unweit Mansfeld, so wie 
Branderoda bei Querfurth in der Hand der Familie. Im Meissenschen 
und zwar in der Pegauer Pflege gehörten schon 1564 Kotzsohbar bei 
Zwenkau und später Görniz bei Borna und Imnitz bei Zwenkau den 
V. Schlegel, die Imnitz und Kotzschbar noch 1738 besassen, meist 
aber des „von" sich nicht bedienten. — Im Brandenburgischen war 
die Familie 1743 zu Kähmen und Morzig unweit Crossen begütert 
und hatte auch in Ostpreussen das Grut Alkehnen bei Pr. Eylau an 
sich gebracht. — Isicolaus und WolfF, die Schlegel, befanden sich 
1530 im Gefolge des Kurfiirsten Joachim I. Ifestor auf dem Reichs- 
tage zu Augsburg; Hans Rudolph S. zu Prosigk, k. französischer 
Oberst, wurde 1589 mit Gnetsch belehnt; Christian Ludwig S., türstl. 
Anhaltscher Kammerjunker und Stallmeister zu Cöthen, starb 1079 
und Hans George S. war zu Gauhes Zeiten herzogl. Sachs. Weimar. 
Stallmeister und Ober-Forstmeister. — Der Stamm blühte fort und 
von den Sprossen desselben standen mehrere in der kur- und k. 
sächs., so wie in der k. pr. Armee. In neuerer Zeit scheint die Familie 
nicht mehr gliederreich gewesen zu sein. Um 1 850 kommt noch ein 



^ 192 - 

V. Schlegef in k. sächs. Civildiensten vor und 1862 lebte O v. 8., 
PriTatus, in Dresden. 

Angeli Mark. Chronik. S. 37. — Knauth, S. 565. — Beckmann, Anhalt. Hlstor. Llb. \*n. c. II. 
S. 267 und 68 und Tab. C. — Val. K^iff, DI. S. 919—28. — Gatüte, I . S. 2089 und II. S. 1026 
und 27. — Zedier, 36. S. 6-lü. — v. Uechtritt, Oewrhl. -Erzähl. I. Tab. 47 und 71—73. — N. Pr. 
A.-L. IV. S. 173. — Freih. v. Udebur, II. S. 372. — Siebmacher, 1. 177 : Die Schlegel, kttrktoch. 
— V. Meding, 11. S. 518 und 19. 

Schlegel. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1732 fiir 
Johann Michael Schlegel, Handelsmann. 

MegerU, v. Mühl/eld, Erg.-Bd. S. 437. 

Schlegel. Die in der Lit^rärgeschichte so bekannt gewordenen, 
als Dichter, Aosthetiker, Kritiker und Spracliforscher berühmten, aus 
dem Hannoverschen stammenden Grebrüder August Wilhelm v. Schle- 
gel und Carl Wilhelm Friedrich v. Schlegel führten das adelige Prä- 
dioat, doch ist der R^daction nicht bekannt, ob in Folge persönlichen 
Adels, oder eines Adelsdiploms. — August Wilhelm v. S. , geb. 1767 
— einer der Söhne des 1793 verstorbenen kur-braunschw. lüneburg. 
Consistorial-Raths und Greneral - Superintendenten des Fürsten th. Ca- 
lenberg Johann Adolph Schlegel — war früher Rath und Professor 
an der Universität Jena, seit 1818 aber Professor in der philosophi- 
schen Facultät der Universität Bonn , wo er in den vierziger Jahren 
dieses Jahrh. noch lehrte. Sein eben so durch seine Schriften und 
Vorlesungen bekannt und berühmt gewordener, jüngerer Bruder: 
Carl Wilhelm Friedrich v. Schlegel, geb. 1772, starb plötzlich 11. 
Januar 1829 zu Dresden, wo er kurz zuvor seine mystischen Vorle- 
svngen über die Philo80])hie des Lebens begonnen hatte. Seine Ge- 
mahlin war eine Tochter Moses Mendelssohn's. 

Handschriftl. Notiz. — Freih. v. I^edebur, II. S. 372. 

Schlegel v. Gottleben (Schild geviert mit Mittelschilde. Im 
blauen Mittelschilde ein Lamm Gottes. 1 und 4 in Schwarz ein gol- 
dener Löwe, welcher mit einem Schlägel in der Pranke gegen einen 
Felsen schlägt und 2 und 3 von Silber und Roth quer getheilt mit 
drei, 2 und 1, Rosen von gewechselter Farbe). Ein von Sinapius dem 
schlesischen Adel zugerechnetes Geschlecht. 

Sinapius, 11. S. 967. — Oktuhe, Tl. S. 1027. — Freih. v. Ledebur, II. S. 372. — Siebmaeher, 
rV. 92. 

Schlegel v. Mfinchsberg (Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein 
einwärts sehender, graugekleideter Mönch mit rothem Paternoster 
und 2 und 3 in Roth auf einem goldenen Dreiberge ein aufgerichteter, 
silberner Schlägel). Altes, märkisches Adelsgeschlecht. 

Oatthe, n. S. 1027. — Freih. v. T^edebur, XI. S. 372. — Siebmarher, I. 176: Die Schlegel v. 
MUnGhsberg, Märkisch. 

Schlegelhofer v. Hofenstein. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1770 fiir Johann Baptist Schlegelhofer, k. k. Feldkriegs-Canzel- 
lißten, wogen der Verdienste seiner Familie, mit: v. Hofenstein und 
von 1772 für Thomas Schlegelhofer, Hauptmann im k. k. Infant. - 
Regim. Freih. v. Elrichshausen , ebenfalls mit dem Prädicate: v. Ho- 
fenstein. 

Hefferle v. ßfHhlfeld. S. 258 und Erg .-Bd. S. 437. 



— 193 — 

Schlegenberg und Lilienberg, Ritter, Freiherren und Grafen 

(Schild geviert mit Mittelschilde. Mittelschild: oben Blau, ohne Bild 
und unten ein Schach von vier rothen und liinf silbernen Feldern. 1 
imd 4 in Silber zwei schräg gelegte , grüne Palmenzweige und dar- 
unter in einem blauen SchildesfusHe ein schwebendes, goldenes Kreuz 
und 2 und 3 Schwarz mit einem goldenen Schildesfusse, in welchem 
auf einem rothen Hügel drei silberne Schlehenblüthen stehen). Böh- 
mischer Ritter, Freiherm- und Grafenstand. Ritterdiplom vom 13. 
Oct 1656 für Franz v. Schlegenberg, Herrn auf Bodland, Stephans- 
dorff u. 8. w.; Freihermdiplom für ßenselben vom 16. April 16t55 mit 
dem Prädicate: v. Schlegenberg und Lilienberg und Grafenstand vom 
13. Nov. 1691 für eben Denselben. Gr. Franz war 1686 kaiserlicher 
Commissar bei Ueberlassung des Schwiebusischen Kreises an Kur- 
Brandenburg, später aber Ober-Amts-Canzler in Ober- und Nieder- 
Schlesien und starb J699. Der Sohn, Graf Franz Anton, Herr auf 
Bodland, Stephansdorf, Falckenhain und Tschapel, w^ar kaiserl. Rath, 
Kämmerer und Landeshauptmann des Fürstenthums Breslau und der 
Sohn desselben, Graf Joseph Anton , Herr auf Bodland , Stephansdorf, 
Seedorf, Raschdorf und Rhadewinckel , k. k. Kämmerer und vermählt 
mit einer Grf v. Kollo wrat, lebte noch um die Mitte des 18. Jahrb. 
Später ist nach Allem die Familie, deren ursprünglicher Name „Hubel 
de Bruna" war, ausgegangen. 

Ijucae Schlpsische Chronik, S. 1604. — Sinapius, II. S. 208. — Gauhf, I. 8. 2089 und 90. ^ 
Zedier, 35. S. 61. — Freih. v. Ledebur, II. S. 37. — Snppl. xu Siebm. W. B. II. J»: Gr. v. 8. 

Schleich , Schleich auf Harbach , Achdorf und Hennhaas , Frei- 
herren (Schild geviert, mit einem von Blau und Silber der Länge nach 
getheilten Mittelschilde und in demselben ein doppelt geschweifter, 
ein Schwert schwingender Löwe. 1 und 4 in Silber eine eingebogene, 
gestürzte, rothe Spitze und 2 und 3 in Roth drei, 2 und 1 , silberne 
Seeblätter). Kurbayerischer Freihermstand. Diplom vom 21. Febr. 
1720 für Franz Albert Alois Ludwig v. Schleich auf Heunhaus, Ach- 
dorf und Harbach. — Der allgemeine Stammvater der v. Scheichi- 
Kchen Familie ist Stephan Schleich, aus einer alten Landshuter Patri- 
cier-Familie stimmend, Rath und Rentmeister zu Landshut. Derselbe 
wurde 1581 in den Reichsadelsstand erhoben, vom Herzoge Wilhelm 
als adelig in Bayern ausgeschrieben, erhielt die Landsassen-Rechte 
und hatte bereits 1597 die Hofmarken und Rittergüter Achdorf, Was- 
serharbach, Hof, Hofmühlen, Thalhara und Vilsöl inne. — Der Stamm 
blühte fort und Haupt des freiherrl. Hauses ist: Freiherr Ferdinand 
zu Harbach, geb. 1085 — Sohn des 1850 verstorbenen Freiherm 
Adam, k. bayer. Kreis- und Stadtgerich tsraths zu Landshut, aus der 
Ehe mit Xaverie Freiin Gugel v. Brandt und Diepoltsdorf, gest. 1851 
und Urenkel des Empfängers des Freiherrndiploms — k. bayer. Käm- 
merer und Kreis- und Stadtgerich tsrath zu München, verm. in erster 
Ehe 1839 mit Eleonore Froiin v. Stranka-Greiifenfels, geb. 1840 und 
in zweiter 1842 mit der Schwester der ersten Gemahlin, Maria Freiin 
v. Stranka-Greiflfenfels, gest. 1855. Aus der ersten Ehe stammt ein 
Sohn, Freih. Ludwig, geb. 1840, aus der zweiten aber ontspross, 

Kne»eike , Deatsrh. Aids-Lex. Vm. \^ 



— 194 — 

neben vier Töchtern, ein Sohn, Carl Hermann Otto, g«b. 18Ö0. — 
Von den Brüdern des Freiherm Adam blieb Freih. Joseph als k. 
bayer. Major 1812 in Russland und hinterliess aus der Ehe mit Anna 
Freiin v. Lerchenfeld-Aham zu Imsing, neben einer Tochter, Freiin 
Carolina, geb. 1805, vermählten Frau v. Fabris, einen Sohn, Freih. 
Wilhelm, geb. 1810, k. bayer. Kreis- und Stadtgerichtsrath zu Re- 
gensburg, verm. in erster Ehe 1842 mit Antonie Dunzinger, gest. 
1850, und in zweiter 1851 mit Auguste Heyland. Aus der ersten 
Ehe stammen drei Töchter und ein Sohn, Freih. Franz, geb. 1843. — 
Ueber die vier Schwestern des Freiherm Ferdinand und die übrigen 
weiblichen Sprossen des freih. Hauses ergeben Näheres die geneal. 
Taschenbb. der freih. Häuser. 

«. Lang, S. 239 und 30. — Oeneal. TMchenb. der fr^h. HäuMr, 1853, S. 406 und 407; 1856. 
S. 585—87, 1863, S. 856 und 67 und 1865. — Tyroff, II. 214. — W. B. de» Kgr. Bayern, IV. 4 und 
r. Wölcknrn, Abth. 4. — v. Htjntr, bayer. Adel; 'ftb. 58 und S. 56. 

Schleich, Schleich auf Scliönstetten. Bayer. Adelsgeschlecht, 
eines Stammes und Wappens, den Mittelschild abgerechnet, mit der 
freiherrlichon Linie Schleich zu Harbach. — Nach Anlegung der 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern wurden als Greschlechts-Aelteste ein- 

fetragen die drei Brüder: Heinrich Johann Baptist v. Schleich, geb. 
763, k. bayer. Kämm, und Oberförster zu Stamberg; Georg Jacob 
Joseph Max, v. S. , geb. 1766 und Johann Baptist Aloys, geb. 1771, 
k. Bayer. Lieutenant. 

V. Itceng, S. 528. — W. B. des Kgr. Bayern, Vin. 45. 

Schleichart y. Wiesenthal, Bitter. Böhmischer Ritterstand. 
Diplom von 1744 für Elisabeth Theresia Schleichart v. Wiesenthal, 
geb. V. Therenhcim, Stallmeisters- Wittwo, und für vier Söhne der- 
selben: Friedrich Philipp S. v. W., Hotrichter in Böhmen; Franz 
Wenzel, kais. Stallmeister; Anton Philipp und Johann Joseph, Beide 
im kaiserl. Marstalle bedienstet. Die Empfängerin des Ritterdiploms 
war mit fünf Söhnen (als fünfter Sohn ist Johann Heinrich S., Dechant 
zu Reichstadt genannt) 1737 mit dem Prädicate: v. Wiesen thal in den 
erbländ.-österr. Adelsstand versetzt worden. — Der Stamm hat in 
Bayern fortgeblüht und Philipp Wilhelm Schleichart v. Wiesenthal, 
geb. 1785, wurde als k. bayer. Forstmeister zu Culmbach in die Adels- 
matrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

V. 7.an^, Supplement, S. 139. — Megerle v. MüM/tld, Er«. Bd. S. 303 und S. 487 and 88. — 
W. B. des Kgr. Bayern, MIT. 45. 

Schleicher (Schild der Länge nach getheilt, mit einer schräg 
links gelegteu Leiter). Reiohsadelsstand. Diplom vom 15. Juli 1778 
für Christian August Ferdinand Schleicher, Gräfi. Lippescher Regie- 
rüngs-Rath. Der Sohn desselben stand 1806 als Oberlieutenant im 
k. preuss. Infant-Regimente v. Wedeil in Bielefeld und blieb 1815 
als Major im 1. Elb-Landwehi'-Infant. -Reg. Die Tochter, Sophie 
V. Schleicher, war 1843 Conventualin des Stifts Gesecke und Keppel. 

N. Pr. A.-L. V. S. 401 und VI. S. 138. — Freih. v. Ledehur, II. S. 873. 

Schleierweber v. Friedenau (Schild der Länge nach getheilt: 
röchts in Blau ein goldener Querbalken und links in Roth auf grünem 



— 196 — 

F^sen eine griine Staude mit sech8 Blättern). Im Kgr. Preussen ü- 
erkannter und erneuerter Adelsstand. Diplom Tom 13. Oct. 1776 
för Margaretha Christiane v. Schleierweber (Schlaierweber) und Frie- 
denau (Fridenau). Dieselbe, geb. I7ö6 — eine Tochter des k. französ. 
Hauptmanns Ernst Paul v. Schlaierweber und Friedenau — hatte »ich 
1771 mit Hans Moritz Grafen v. Brühl, Herrn aufSeifersdorf, k. preu». 
Obersten und General-Intendanten der Chausseen, gest. 1811, ver- 
mählt — Die Familie v. Schleierweber und Friedenau war ein im 
Polnisdi- Wartenbergischen ansässiges Adelsgeschlecht, in welches 
Friedrich Augustin Schleierweber durch Diplom vom 7. Aug. 1641 
den Reichsadel mit dem Prädicate „und Friedenau" brachte. 

Jaeobi, 1800, H. S. 158: im Artikel Grafen ▼. Brühl. — Freih. v. Ledebur, U. S.878. — W.U. 
ier TnsM, Monarchie, IV. 48. 

* Schleiffras, Schl^ffres, auch Freiherren. Altes, rheinländisohes 

und fränkisches, dem Reichsritter-Canton Rhön-Werra einverleibt ge- 
wesenes Adelsgeschlecht, dessen ordentliche Stammreihe Hum bracht 
schon im 14. Jahrh. beginnt. Dasselbe kam namentlich zu Anfange 
des 18. Jahrh. zu grossem Ansehen durch Hermann Otto v. Schleiflfras, 
Herrn zu Reichlos, welcher, unter dem Namen Adalbertus, gefiirsteter 
Abt zu Fulda und der Kaiserin Erz-Canzler war und 1714 starb. 
Der Bruder desselben, Freih. Martin Johann Ludewig, kurmainzischer 
Kammerherr, Fürstl. Fuldaischer G^h. Rath, Ober- Jägermeister und 
Amtmann zu Marienzeil, setzte den Stamm durch zwei Söhne fort: 
Freih. Franz Adelbert war um 1730 kaiserl. Kämmerer und Land- 
Ünter-Jägermeister und Freih. Philipp Wilhelm Lothar, erst korcöl- 
nischer Oberstlieutenant und später kaiserl. Oberst, ging 1739 nach 
Ungarn, starb aber bald an den in der Schlacht bei Grotzka erhaltenen 
Wunden. 

Hum^acht, T^b.383.— v.HattsUin, l.S..d03— S05 und III. Suppl. S. 134. — Gauhe, T.S. 9*090. 
-* ZtdLer, 85. S. 83. — Biedermann, Gsnton Rhön-Werra, Tab. 316—20. — Suppl. xu Siehm. W. B. 
IV. 84. 

Schiein, Schleyn. Cölnisches, adeliges Patriciergeschlecht, wel- 
ches in der Stadt Cöln die Hofe Gross und Klein-Königstein besase. — 
Friedrich v. Sohlein starb 5. Mai 1662 als kurcöln. Amtmann zu Deutz. 

Frrik. V. LBdekttr, II. S. 878. 

Sehleinits, auch Freiherren. (Schild der Länge nach getheilt: 
rechts in Silber ^ine rothe, fünf blättrige , gefüllte, goldne besaamte 
Rose und links in Roth zwei dergleichen über einander gestellte, sil- 
berne Rosen , oder auch rechts in Roth zwei silberne Rosen über ein- 
ander und links in Silber eine rothe Rose). Eins der ältesten und 
berühmtesten, früher auch reichsten, meissenschen und böhmischen 
Adelsgeschlechter, welches von älteren Schrittstellern mehrfach au 
den Tier Stammsäulen des meissenschen Adels gerechnet wurde und 
den hohen meissenschen Stiften drei Bischöfe (zu Naumburg, Meiseen 
und Merseburg), mehrere Prälaten, Kriegsobersten, Staatsmänner und 
Gelehrte gab, aus den Freiberger- und Scharlfenberger Bergwerken 
grosse Reichthümer erlangte und viele ansehnliche Stiftungen, beson- 
ders im hohen Stifte Meissen und für den Dom zu Freiberg machte. 

13* 



— 196 - 

Nach Allem kam der Stamm aus Böhmen ius Meiäsennche, erlangte 
1184 den böhmischen Herrenstand mit dem böhmischen Erbschenken- 
amte, besass noch gegen Ausgang des Mittelalters die Burg Tollen- 
stein, so wie Rumburg, Schönlinde, Hainspach, Schluckenau, Seiflien- 
nersdorf u. s. w. und erhielt später, 1530, eine Bestätigung des böh- 
mischen Freiherrenstandes. — Die Stammtafel der meissenschen Linie 
beginnt um 1293 mit Heinrich Schleinitz, verw. mit einer v. Zornau 
und als Stammsitz wird das Dorf Schleinitz unweit Meisscn , in der 
Lommatzscher Pflege, genannt, welches bereits 1280 und noch 1598 
der Familie zustand, dann aber an die vom Loss und später an die 
V. Böse kam. Alte Besitzungen der Familie Schleinitz waren, ausser 
dem genannten Stammsitze: Hofi*, Bomitz, Jahnishausen, Bag- 
witz, Stauchitz, Cavertitz, Gnibnitz, Alt-Oschatz, Naundorf, Haida, 
Zschaitz, Zschochau, Wolfersdorf, ("ospoda u. s, w., so wie Dahlen, 
Mütschen und Putzkau. Auch standen viele andere Güter: Schieritz 
bei Meissen (seit 1548 und bis in die neueste Zeit), Jahna, Seerhausen, 
Graupzig, Gödelitz, Zesohau, B«chau, Mückenberg, Koselitz, Grödel, 
Skassa, Zschaiten, Zotte witz, Grauschwitz, Blanckenhain , Russdorf, 
Neudeck u. s. w. zeitweise dem Geschlechte zu. — Nach Münster, 
Cosmographia, soll Siegebold S. schon 996 vorgekommen sein; Hu- 
gold S., Ritter, und Feldherr der beiden Markgi-afen in Meissen: 
Friedrich mit der gebissenen Wange und Dietzmann , bewies 1290 
und 1300 gegen die Truppen der Kaiser Adolph v. Nassau und Albert 
von Oesterreich grosso Tapferkeit; Haubold S. blieb 1429 in der bei 
Ghrimma mit den Hussiten gelieferten Schlacht; Johannes v. S. starb 
1434 als Bischof zu Naumburg und der Bruder desselben, Hugold 
V. S. , Rath und Oberhofraarschall des Kurfürsten Ernst zu Sachsen, 
war mit Gesandtschaften an die Könige in Polen, Ungarn und Böhmen 
betraut und führte dieselben so aus, dass ihn Matthias Huuniades in 
seine Dienste verlangte; Heinrich v. S. kommt 1516 als Abt zu 
Chemnitz vor; Johann v. S. war von 1518 bis 1537 Bischof zu Meissen, 
Ernst V. S. um 1521 Dora-Propst zu Meissen und Vincenz v. S. starb 
1535 als Bischof zu Merseburg. Heinrich v. S., der Blinde genannt, 
Oberhofmarschall des Herzogs Georg zu Sachsen, wurde 1518 im 
Kloster Alten-Zelle begraben. Von den Söhnen desselben wurde Ernst 
V. 8. Dora-Propst zu Meissen und Administrator des Bisthums Prag, 
starb 1548 und liegt in Schluckenau begraben. — Georg v. S., Ritter, 
a.d. H Seerhausen, durchreiste mit dem Herzoge Heinrich zu Sachsen 
einen grossen Theil von Asien, war anfangs Guh. Rath bei demselben 
und bekleidete diese Würde später bei den Kurfiirstcn Moritz und 
August; Michael v. S. , kursächs. Landes- und Berghauptmann zu 
Freiberg, fiel mit dem Kurfürsten Moritz zu Sachsen 1553 in der 
Schlacht bei Sie vershausen; Haubold v. S. auf Radegath und Cos- 
poda, kursächs. Oberstlieutenant, war vorher, um 1505, Commandant 
zu Senftenberg; Wolf Dietrich v. S. auf Zschantitz wurde 1580 kur- 
BächsischerOber-Consistorial-Präsident und um dieselbe Zeit war auch 
Wolf Albrecht v. S. auf Stauchitz kursächs. Geh. Rath, welche Würde 
auch nachher sein Bruder, Georg v. S. auf Stauchitz, bekleidete. Joachim 



— 197 — 

V. S. auf Schieritz, kursächs. General-Kriegs-Commissar, Oberst und 
1642 Commandant zu Leipzig, starb 1644; Hans George v. 8. auf 
SeerbauBen war 1683 kursächs. Geh. E-ath, Kammer- imd Bergrathft- 
Director und Hauptmann der Aemter Oschatz und Mutschen; ein an- 
derer dieses ^Namens, Herr auf Bortewitz , wird 1696 als kursäch». 
Geh.ßath aufgeführt und schon vorher, um 1660, war Johann George 
V. 8. auf Cospoda als kursächs. Hofmarschall und Aiptshauptmann zu 
Wcida bekannt; 1703 war Christoph Heinrich v. S. auf Grödel kur- 
sächsischer Geh. Eath, Vice-Oberhofrichter zu Leipzig und Ober-Stener- 
Einnehmer und um dieselbe Zeit lebte Wolff Dietrich v. S. als Fürst- 
licher Ober-Jägermeister zu Sondershausen; Hans Christoph Freih. 
V. S. war anfangs in Fürstl. Braunschweigischen Diensten Minister 
und der gleichnamige Sohn desselben wurde k. russ. Greh. Rath und 
1716 mit Gesandtschaften an mehrere Höfe betraut. Christian Wil- 
helm V. S., k. poln. Oberstlieutenant , besass damals Zetteritz bei 
Eochlitz. — Zwei Gt^brüder v. S. aus dem Hause Dahlen und Börlen 
hatten sich im 17. Jahrh. bei Meseritz in Polen niedergelassen, doch 
ist nicht bekannt , dass dieselben ihre Linien fortgesetzt haben. — 
Was noch den alten böhmischen Stamm anlangt, so lebte um 1184 
nach Baibin Ulrich Freiherr v. Schleinitz, Erbschenk der Ejrone Böh- 
mens, auch meldet derselbe Schriftsteller, dass 1534 auf dem Reichs- 
oder Landtage in Böhmen vier Freiherren v. S. zugegen waren. Hans 
V. S. war kaiserl. Eath und von 1572 bis 1594 Landvoigt in der Ober- 
lausitz, doch legte er diese Würden nieder und vermählte sich mit 
einer Grf v. Biberstein in Böhmen, aus welcher Ehe ein Sohn, Rudolph, 
stammte, welcher in Ungarn in Kriegsdienste trat. Christoph Freih. 
V. S., Herr auf Hainspach, warum 1500 kaiserlicher Roichshofrath und 
Jjadislaus Freih. v. S. aus Böhmen 1579 Eector Magnificus der Uni- 
versität Wittenberg, wie Sennert, Athen., S. 68, angiebt. David Freih. 
V. S. zählte zu den Böhmischen Herren, welche 1596 vor Erlau in 
Ungarn gegen die Türken kämpften und im Kampfe fielen. Freih. 
Albert — ein Sohn des obengenannten Freih. Hans — , kaiserl. Käm- 
merer, blieb nach Anfange des 1 7. Jahrh. bei den damaligen Unruhen 
in Böhmen dem K. Ferdinand II. mit vier Söhnen treu und einer dieser 
Söhne, Freih. Maximilian Eudolph, war noch 1687 Bischof zu Leat- 
mcritz und kaiserl. Rath. Freih. C'hristoph, kaiserl. Eath, gab 1662 
ein „Bedenken", wie sich K. Leopold I. bei dem damals bevorstehen- 
den Reichstage zu verhalten habe, s. Lünig, Consilia vornehmer Mini- 
ster, II. S. 690 und Freih. WolfT Yladislaus, Herr auf Tollenstein und 
Schluckenau, lebte 1680, auch sassen nach Redel, Sehenswürdiges 
Prag, 1710 die Freiherren v. Schleinitz noch auf ihren alten böhmi- 
schen Herrschaften. — Die freiherrlichen und adeligen Linien des 
Stammes blühten dauernd fort. Ein v. S. war Generalmajor und Chef 
des k. preuss. Cuirassier-Regiments Nr. 2 und ein v. S. starb als k. 
preufis. Kammergericht« -Präsident. Die Wittwe desselben, eine 
V. Rosenberg-Gruszcynska, lebte 1837 mit mehreren Söhnen in Berlin 
und Sprossen der Familie standen bis auf die letzten Jahre in der k. 
preuss. Armee, — Der neueste Personalbestand des freiherrlichen 



? 



— 198 — 

Hauses wird in drei Linien, in der älteren Preuss. Linie, in der Braun- 
dohweigischen und in der jüngeren Preusaischen Linie aufgeführt. 
Haupt der älteren preuss. Linie ist: Freih. GustaY (IL), geb. 1820 
— Sohn des 1858 verstorbenen Freih. Gustav (L), k. preuss. General- 
migors zur Dispos. , aus der Ehe mit Aurora von Braun — k. preuss. 
Oberförster, verm. 1857 mit Marie Eisholz, geb. 1834, aus welcher 
Ehe, neben einer Tochter, mehrere Söhne leben. — Die drei Brüder, 
die Freiherren: Adalbert, geb. 1822, Hans, geb. 1825 und Wilhelm, 
geb. 1834, traten sämmtlich in die k. preuss. Armee, vermählten sich 
und setzten ihre Linie fort. Die fünf Halbbrüder desFreiherm Gustav 
L): Freih. George, geb. 1796, k. preuss. Oberst und Brigadier der 
. Gendaimerie-Brigade, Freih. Eduard, geb. 1798, Ehren-Doctor der 
£echte und Medicin, k. preuss. w. Geh.Rath. Ober-Präsident der Pro- 
vine Schlesien, k. Commissarius, des General-Landtags der schlesi- 
achen Landschaft und Curator der Universität Breslau, Freih. Emil, 
geb. 1800, k. preuss. Oberst und Festungs-Commandant von Stral- 
sund, Freih. Carl und Freih. Alexander, k. preuss. Polizei-Inspector 
zu Aachen, haben sämmtlich, wie die geneal. Taschenbb. der freih. 
Häuser ergeben, in ihren Ehen den Stamm fortgesetzt. In der Braun- 
schweigischen Linie stammt vom Freiherm Wilhelm Johann, geb. 
1794 und gest. 1856, herzogl. braunschw. Staatsminister, verm. 
1824 mit Charlotte v. Schrader, geb. 1802: Freih. Wilhelm geb. 1826, 
venn. 1857 mit Rx)sa Grf. Toldallagi v. Nagy-Ertse, aus welcher Ehe 
zwei Söhne entsprossten : Wilhelm, geb. 1859 und Werner, geb. 1861. 
Die beiden Brüder des Freih. Wilhelm sind: Freih. Albert, geb. 1838, 
k. preuss. Lieutenant und Freih. Werner, geb. 1844, studirte zu Berlin. 
Die beiden Brüder des Freih. Wilhelm Johann sind die Freiherren 
Julius und Alexander. Freih. Julius, geb. 1806, Chef-Präsident der 
k. preuss. Regierung zu Bromberg, vermählte sich 1838 mit Jenny 
Freiin v. Schwedthoff, geb. 1809, Adoptivtochter des k. pr. Generals 
der Inf. a. D. Rühle v. Lilienstem und Freih. Alexander, geb. 1807, 
k. pr. w. Geh. Rath und Kammerherr, war erst k. pr. Staatsminister 
der auswärtigen Angelegenheiten und wurde dann Staats-Hinister des 
königlichen Hauses. — Aus der jüngeren preuss. Linie vermählte sich 
Freiherr August — Sohn des verstorbenen Freiherm Ludwig, k. pr. 
'Landschafbs-Directors — 1860 mit Adelgunde v. Wacholtz a. d. H. 
Schwedt und setzte den Stamm fort und der Bruder desselben, Freih. 
Carl, geb. 1809, Gutspächter im Kgr. Polen, mit Therese v. Kolbe, 
aus welcher Ehe ebenfalls Kinder entsprossten. — In Sachsen, wo 
von dem früher so reichen Grundbesitae das seit 1548 von der Fa- 
milie besessene Gut Schieritz bis in die neueste Zeit in der Hand der- 
selben blieb, hat der einst viele Sprossen umfassende Stamm nur noch 
wenige Glieder erhalten. Ein v. Schleinitz starb als k. sächs. Rent- 
amtmann im Pensionsstande zu Dresden; Carl Dietrich v. S., Haupt- 
mann im k. sächs. Leib-Infant.-Regim. , trat 1848 aus dem activen 
Dienste und Hermann Otto v. S. , Doct philos. , ist Lehrer an der 2. 
Bürgerschule zu Leipzig. 

Jf . Jkndfa» Maniäus, Immerblttheade Sittnirote «u 17 Gliedern befttehend, det adeli«eH Scklei- 



— 199 — 

nitsiscken GftchlecJiti. Dr(«den, 1658. — Brotuff, Merseburg. Chronik. S.l '2.— Peccetistein, Theatr. 
Saxon. T. S. (»6— 72. — Albinus, Werthensch. Historie. S-fiO. — Jvemann, KirihlH>rj,'. Historie. S.212, 
»t und 269. — V. Gieiehentlein, Nr.7. — Sinapivs, II. S. 96«. — Oatt/w, 1. S. 2091—9.'). — JMUor, 
86. S. 41 — 45. — Curlos. Saxonic. 1766, ;5. 292: Johann v. Schkinitx. BisohofK in Meisw^n, Cioschlechts- 
Yenrandte. — Gr. v. Beutt, ücitriurf »ur SUchs. Geschieht«, liesondi-rs dos .<*ch8. Ad««!«, 1. Stck. S. 
40— '60: Taube, Nachrichten von der Albrecbtsburg , dereji Besitzer die v. Ss<-hl<*init7. im 12. bis 14. 
Jahrh. waren. — N. Pr. A.-L. IV. S. 178 und 74. — i-VeiÄ. v.J^debur. 11. S. 373. — Oeneal.Ta»chenb. 
der treÜL. WUuer, 1866. S. 666; 1864. S. 728 — 28 and 1866. — Siebmacher, I. 31. v. Schleinttz, 
Herren und 1. 164: v. S., Meissnlsch. — v. Mtding , 1. S. 629. — W. B. der Süihs. *^taaten, TV. 71. 

Schleis, Scbleis t. Löwenfeld (altes Wappen : in Roth ein schräg- 
rechter, von zwei silbernen Lilien begleiteter Balken, belegt mit einem 
gekrönten, goldenen, einen Köcher mit Pfeilen in den Vorder-Pranken 
haltenden Löwen und vermehrtes Wappen von 1630: Scliild geviert 
mit Mittelsohilde. Im schwarzen Mittelschildc ein rechtsgekehrter, 
g^rönter, goldener Lowe, welcher in den Vorder-Pranken einen gol- 
denen Köcher mit Pfeilen hält. 1 und 4 in Silber ein nchräglinker, 
rother Balken und 2 und 3 in Blau ein nach der rechten Seite schwim- 
mender, silberner Fisch). Erneuerter Reichsadelsstand mit Wappen- 
vennehrung und im Kgr. Bayern bestätigter Adelsstand. Adels-Er- 
neuerungs-Diplom von 1630 für Franz Walther Schleis v. Löwenfeld, 
kaiserl. Obersten und für die Brüder und Vettern desselben und Adels- 
Bestätigungs-Diplom vom 26. Jan. 1818 von Seiten der Krone Bayern 
für Maximilian Joseph Schleis v. Löwenfeld (geb. 1767), k. bayer. 
Seoretair bei der Regierung des Ober-Donaukreises und für Christoph 
Christian Joseph S. v. L. (geb. 1772) Doctor der Medicin und Land- 
gerichts-Physicus zu Amberg. — Ein ursprünglich österr. Adelsge- 
schlecht, in welches der Adel mit dem Prädicate: v. Löwenfeld ge- 
kommen war, nicht zu verwechseln mit der Familie v. u. zu der 
Schleyss, s. unten den betreffenden Artikel. — Die Sprossen der Fa- 
milie zeichneten sich meist in Kriegsdiensten aus. Casimir Schleis 
fiel zur Zeit des K. Maximilian I. in der Schlacht bei Foro Novo und 
der Sohn kam in Gefangenschaft und ging in französische Dienste. 
Hierdurch wurde das Geschlecht in zw^ei Linien getheilt. Die eine 
büeb in Oesterreich und starb später aus, die andere aber liess sich 
unter dem Namen Schliess oder Slüse in Brabant nieder und erhielt 
1531 vom Könige Ferdinand I. den Froihermstand. Lambert Slüse 
machte sich zu Vise im Lüttichschen ansässig und hatte drei Söhne, 
von welchen der eine Cardinal, der andere Lüttichscher Staatsrath 
und der dritte Abt zu Amaz wurde. Renat S., Lamberts Bruder, zog 
in den Krieg und kam mit der Armee nach Ungarn. Die drei Söhne 
desselben: Franz Walther, Hans Adolph und Renat Michael, dienten 
anfangs, wohl aus Mangel an Mitteln, wie der Vater, als gemeine 
Soldaten, schwangen sich aber durch Tapferkeit empor. Der älteste 
wurde endlich kaiserl. Oberst und sollte vom K. Ferdinand IL in den 
Adelsstand erhoben werden, erhielt aber, da er angab, dass er von 
den Schleis v. Löwenfeld in Oesterreich abstamme, 1630, s. oben, 
eine Erneuerung seines Adels. Franz Walther blieb zwei Jahre nach- 
her in einer Schlacht; von seinen zwei Brüdern wurde nichts bekannt. 
Später, 1657, machten sich zwei Brüder des Stammes, Rudolph und 
Adam, der eine zu Düren im Jülichschen, der andere zu Locherhausen 
bei Caub ansässig. Erstercr fing einen Kornhandel ^n, der andere 



— 2()0 — 

beschäftigte sich mit Schififbau, Beide konnten aber die Wiederein- 
setzung in ihre Rechte nicht erlangen. Adam heirathete die Tochter 
eines Schiffsmannes und lehi'te seinem Sohne, Johannes, die^chifferei. 
Letzterer starb 1727 und hinter Hess zwei Söhne, Bernhard und Jo- 
hannes (IL). Der ältere Sohn, Bernhard, studirte und yermählte sich 
mit der Tochter eines Oberstlieutenants v. Schermer, die ihm ein klei- 
nes Gut auf dem Hundsrück zubrachte , welches aber durch einen un- 
glücklichen Proc^SH verloren ging, worauf er 1736 in kurptalzische 
Dienste nach Lauterecker kam, wo er 1753 starb. Der Sohn des- 
selben, Bernhard Joseph, geb. 1731, kurpfalz-bayer. w. Medicinalrath, 
Pfalzsulzbach. Hofrath und Leibmedicus, Land- und Stadt-Physicus 
zu Sulzbach und kaiserl. Hofrath, hatte sich 1760 vermählt mit der 
Tochter des Büi-germeisters Gutmann zu Amberg, deren Familie K. 
Carl VIL in den Reichsadelsstand erhoben hatte und setzte den Stamm 
fort. Aus dieser Ehe entsprossten die oben genannten beiden Em- 
pfanger des angeführten Adels-Bestätigungs-Diploms, welche 18. März 
1818 in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen wurden. 

V. Lang, Supplement, S. 139. — Tyroff, 1. 36: Hn. S. v. L. und 48: Hn. S. v. L. und Sieben- 
kees, T. S. 54—5«: au» »chriftlichen Nachrichtwi. — W. B. de« Kfr. Bajern, Vin. 46. 

Schlemmer (Schild quer getheilt: oben in Silber ein aufwachsen- 
der, gekrönter schw arzer Adler und unten in Gold drei schräglinke, 
blaue Balken) Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 15. Oct. 
1786 für Georg Christoph Schlemmer, k. preuss. Kriegsrath und In- 
tendanten zu Marienburg. Derselbe sass 1788 in Westpreussen zu 
Hohendorf und Ramsen im Kr. Stuhm und brachte auch Güter in 
Ostpreussen an sich. — Der Stamm blühte fort. Johann Adam von 
Schlemmer wurde 1797 Commandant von Silberberg und ein Major 
V. S. war 1837 Artillerie-Brigadier zu Münster. — Nach E^uer war 
noch 1857 die Familie zu Plensen im Kr. Friedland und zu Keim- 
kallen im Kr. Heiligenbeil angesessen. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 174. — Freih. v. Ledebur, II. 8.87». — W. B. d. Preuss. Monarchie, IV. 4». 
— Freih. v. Udebur, II. S. 873. — W. B. der Preusjk. Monarchie, IV. 4J^ 

Schlemüller (in goldgerändertem Blau drei , 2 und 1 , goldene 
Sterne). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom für den k. preuss. 
Generalmajor und Commandeur der 2. Garde -Cavalerie- Brigade 
Schlemüller. 

Freih. v. I^debur, II. S. 378. — W. B. der preuss. Monarchie, IV. 4l». 

Schlenderhan (in Silber ein schwarzer, mit drei goldenen Amseln 
belegter Uiierbalken). Altes, Jülichsche^ Adelsgeschlecht, welches 
schon 1271 und noch 1586 zu Schlenderhahn bei Bergheim und 1446 
zu Gross- und Klein-Büllosheim sass. 

Fahne, I. S. 3iK>. — Freih. v. Ledebur, n. S. 378. 

Schlepegrell (in Silber eine etwas aufwärts gebogene, nach rechts 
gekehrte, schwarze Bärentatze mit einem Theile der Keule). Altes, 
urkundlich schon 1299, 1315 und 1321 genanntes, Lüneburgisches 
Adelsgeschlecht, welches auch ins Breraensche, Mindensche, Mün- 
stcrschc, Oldenburgische und Ostfriesländische kam. Johann v.Schlo- 



— 201 — 

pegrell starb 1^71 als Abt zu St Michaelis in Lüneburg; Theodoms 
8., gest. 1541, unterschrieb 1534 als Domherr zu Verden die Union 
des Stifts Bardowick mit dem Stifte Verden ; ein v. S. war um 1 738 
Fürst]. Nassau-TJsingificher Minister und Eberhard Adolph v. S. starb 
1746 als k. preuss. Brost zu Berum in Ostfriesland. Der Stamm, aus 
welchem mehrere Sprossen in die hannoverBche Armee traten, blühte 
dauernd fort und gehört in Hannover durch Besitz der Güter Böhme, 
Donnerhorst, Wohlendorf und zweier Güter zu Rethem im Lüne- 
burgischen, Buchholz im Verdenschen und Lessei im Bremenschen zu 
dem ritterschaftlichen Adel der Lüneburgischen und Bremen- und 
Verdenschen Landschaft. 

SekXSpke, Bardowiker Chronik, S. 574. — Gavhe, I. S. 3095 und 96. — Zedier, 85. S. 51. — 
Schmidt, Beitrife xur G^rhicbte des Adols, IT. S. 847. — Freih. v. d. Knesebtck, S. 349. — Fttih. 
V. LedAur, U. S. 878 und 74. — v. Meding , UT. S. 588 nnd 84: auch nftch dem v. Dörin^soheii 
W. B. Ton nun, der .\btsi- Wappen ta fei zu St. Michael in LUne(>urf und Scheele, Ducatus lAlnehniv. 
Tabvüa. — Sappl. »u Siehm. IV. Bd. II. 2«. — Tfroff, 1. 73. — Hannor. W. B. C, 18 und S. 18. — 
Knefdike, I. S. 885 und 86. — v. Heßter, Hannor. Adel, Tab. 38. 

Schlepnsch, s. Schlebusch, S. 188. 

Selilereth, Schlehenrieth genantft Scblereth, auch Schleenried. 

Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, welches sich lange des adeligen 
Frädicats nicht bedient und zum Theil auch später dasselbe nicht 
führte. Das Stammhaus, von welchem die Familie den!Namen annahm, 
liegt im Unter -Mainkreise des Kgr. Bayern unweit Schweinfurt und 
gehört jetzt der Landesherrschaft. Nach einer Urkunde von 944 hiess 
das Geschlecht Schilturode und der damalige Miteigenthümer, Grer- 
hard 8., trat, mit seiner Hausfrau, Snelburg, einen Antheil an seinem 
Sitze, dem Kloster Fulda ab. Bis 1390 besass das Geschlecht an die- 
sem Orte seine Güter, nachher wohnten die Sprossen desselben als 
adelige Patrizier in der damaligen Reichsstadt Bothenburg a. d. T. 
und dann auf ihrem adeligen Gute zu Esseldorf im Würzburgischen, 
bis dieses Gut 1639 gänzlich von den Schweden verwüstet wurde. 
Seit 1726 war der Stamm in Fulda angesessen. 

Tkeopk. Frank, kuriffefaj'ste (j«ichif hte de> Frankenlandes, S. 885. 84«. 861 und 8ö8. — Sckan- 
nat, Corp. tndit. Fnld. S. «86, !?r. 74 und Desselben Vuchonia vetusta. S. 394. — Pratm, Beschrd- 
bunt der addlgen Geschlechter in den Reichsstüdten, S. 156. — v. HeÜbach, II. S. 409 und 410. -* 
Sitimacher, V. 360: x. Schlehenried. Rotenburg, adel. Geschlecht. 

Schletten. Altes, fränkisches, durch seine Besitzungen dem ehe- 
maligen Reichsritter-Canton Baunach einverleibtes Adelsgeschlecht. 

Biedermann, Canton Baunach, Tab. 349—61. — Salver, S. 667. 

Sehletter (in Silber ein schrägrechter, blauer Balken, belegt mit 
drei rothen Kosen und begleitet, rechts wie links, von je einem Rosen- 
zweige mit Kose, Knospen und Blättern). Adelsstand des Kgr. Sach- 
sen. Diplom d. d. Pillnitz, 30. Juli 1825 für die Gebrüder Friedrich 
Gotthold Schletfcer, k. sächs. aggreg. Rittmeister und Salomo Ferdi- 
nand Schletter, k. sächs. Souslieutenant von d. A. und Herrn auf Kos- 
puden bei Leipzig. Die Empfanger des Adelsdiploms waren Söhne des 
1807 verstorbenen Salomo Gotthold Schletter, Kaufmanns und Han- 
delsherms in Leipzig und Herrn auf Kospuden, aus zweiter Ehe mit 
Christiane Friederike Louise Demiani. Friedrich Gotthold v. Schletter, 
geb. 1788, starb als Rittmeister im 1. k. sächs. leichten Reiterregi- 



~ 202 — 

mente zu Marienberg und hinterliess, ohne den Stamm fortgesetzt zu 
haben, als Wittwe: Thecla v. Trebra, die sich in zweiter Ehe mit dem 
k. Sachs. Major v. Petrikowsky - Lindenau vermählte. Salomo Ferdi- 
nand Y. Schletter, geb. 1790, starb auf einer Reise in Italien 10. Aug. 
1831 zu Tortona und hinterliess als Wittwe: Fr. Louise, des Finanz- 
procurators und Gerichts-Directors Behr zu Leisnig Tochter und drei 
Töchter: Johanna Maria Sophie v. 8., geb. 1824, Isidore Louise v. S., 
geb. 1826 und Eosalie Thecla Emilie t.S., geb.- 1827. Dieselben sind 
durch Vermählung in die Familien v. Finckh, v. Beaulieu-Marconnay 
und V. Weber gekommen. 

Handschriftl. Ifotiz. — Ovitav WilAehn Schubert, k. sMchs. w. Kommisstonsratii , Chronik der 
alten berühmteu Geschlechter Fr^sel und Schiettsr und der mit diesen aavenrandlen FamlUen. Dres- 
den, 1843. S. M.-61. — W. B. d. SKchs. Stuten, V. 82. 

Schleuse, v. der Schleuse (Schild von Gt>ld und Blau der Länge 
nach und zehnmal quer getheilt, mit abwechselnden Farben). Ein aus 
Oesterreich stammendes, im 16. Jahrh. nach Freussen gekommenes 
Adelsgeschlecht. Dasselbe war schon im 15. Jahrh. im deutschen 
Reiche begütert, zog aber in den Religionskriegen nach Preussen, wo 
es ansehnliche Güter an sich brachte und unter denselben auch Gross- 
und Klein-Schleyss (Schleuse) , unweit Tapiau und Barten , weshalb 
es sich auch v. und zu der Schleyss nannte. — Tobias Ernst v. d. S. 
ging auf den Rath seiner Voreltern, Ignaz und Lorenz v. d. S., in k. k. 
Dienste, um seine Familie wieder in Deutschland mit Gütern sesshaft 
und ihre adeligen Vorzüge wieder geltend zu macheft. Derselbe wurde 
kaiserl. Hauptmann und hatte das Glück im Kriege mit Frankreich 
in der Gegend von Rheinfelden zwei französische Generale, Labroche 
iLMoutilur, mit zweihundert Mann zu Gefangenen zu machen, worauf K. 
Leopold I. ihm 1680 den alten Adel seines Geschlechts bestätigte und 
ihn als kais. Truchsess und Oberstlieutenant zum Viceconmiandanten 
von Constanz ernannte. Durch seine Vermählung mit einer Erbtochter, 
Möck Y. Balgheim , wurde er in Schwaben begütert und erwarb von 
1696 bis 1698 noch mehrere Güter im Ritterbezirke Ortenau des 
Cantons Neckar-Schwarzwald. 1658 wurde das Geschlecht diesem 
Rittercanton einverleibt und gab demselben mehrere Ritterräthe. In 
den Stamm kam auch der Freiherrnstand. Augustin Freih. v. u. zu S. 
wurde Capitular des fürstl. Stifts Kempten und Joseph v. u. zu S., 
Herr zu Berghaupten, Illenbach und Kölnhof, kais. RaÖi, kurtriersch. 
Kammerherr und Ritterrath der Reichsritterschaft in der Ortenau. 
Der Stamm blühte fort und vier Brüder dieses Namens standen 1806 
in der k. preuss. Armee. Der älteste, 1806 Lieutenant im Regimente 
v. Rüchel zu Königsberg, starb 1813 als Capitain in Folge erhaltener 
Wunden ; der zweite , ebenfalls im genannten Regimente , wurde als 
Major 1825 pensionirt; der dritte stand im Regimente v. Schöning 
und trat 1807 mit kön. Erlaubniss in k. russ. Dienste und der vierte 
war 1839 k.pr. Oberst u. zweiter Commandant von Stettin. Die Familie 
war schon früher in Ostpreussen im Ragnitschen und Tabiauschen be- 
gütert Ein den Namen der Familie führender Ort liegt unweit 
Wehlau. 



- 203 — • 

m 

Sitbenkees, I. S. 70 und 71. — N. Pr. A.-L. V. S. 401. Freih, v. J^ebur, II. S. 374. 

» Schlenoer, Schlensser (Schild quer getheilt: oben roth und unten 
von Blau und Schwarz in vierKeihen gcschacht, mit zwei ins Andreas- 
kreuz gelegten , silbernen Schlüsseln, deren runde Ringe untei'A^'ärts, 
die Barte oder Kämme auswärts gekehrt, oben liegen, jene im ge- 
schachten, diese im rothen Theile dos Schildes). Altes, schlesisches 
Adelsgeschlecht, aus welchem Jacob v. Schleuser bereits 1506 den 
Bittersitz Steudnitz im Liegnitzischen inne hatte. Hans y. Schleusser 
zu Steudnitz, anfangs herz. Hof rieh ter zuLiegnitz, war 1571 desFür- 
stenthums Liegnitz Landes- Aeltester. Der gleichnamige Sohn dessel- 
ben war um 1596 herz, liegnitz. HoQunker und um dieselbe Zeit war 
Greorg v. Schleusser Herr auf Hermsdorf im genannten Fürsten thume. 
— Nach dieser Zeit ist der Stamm erloschen. 

Lueae, Schlfstache Denlnrttrdif kälten , S. 1S43. -> Stnapiu*, I. S. 8*27. >- Omiht, I. S. 'iOeo. 
— ZedUr, 36. $. 146. - Freik. v. Ledebur, U. S. 374. _ Sitbmaeher, I. 03: Die Schleoser, Schk- 
•toch. — V. Mtdinff, II. S. 631. 

Schleusing, Schlenssing (in Blau ein silberner, golden eingefass- 
ter Sparren, begleitet oben von zwei silbernen Lilien und unten von 
einem silbernen Sterne). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 
14. Juli 1815 für Franz Schleusing, Herrn auf Beyditten unweit 
Friedland in Ostpreussen. Derselbe war von seinem Oheime, dem k. 
schwed. Lieutenant v. Schleusing an Kindesstatt angenommen worden. 

Freih. v. Udebur, II. S. 374 und Hl. S. 338. 

Schley. Ein in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. in der Ober-Lau- 
sitz vorgekommenes Adelsgeschlecht, welches 1513 zu Cunewalde 
und zu Sohland am Rothstein sass. 

FrM, V. Ledebur, 11. S. 874. 

Schleyer. Ein früher in Steiermark mit mehreren Gütern ange- 
sessenes Adelsgeschlecht. 

Sckmutt, m. S. 491. 

Sehley»», v. und zu der Schleyss, s.Schleuse, v.d. Schleuse, 
8.202. 

Schleyweber. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 7. August 
1641 für Friedrich August Schleyweber. 

V. BeObach, n. S. 410. 

SchlewitE, Schleewits, Schliewitz. Ein in der ersten Hälfte des 
18. Jahrh. zu dem in Ostpreussen begüterten Adel gehörendes Ge- 
schlecht Dasselbe sass um 1727 unweit Mehrungen zu Kaltem, Mit- 
ieldorf und Stollen. 

Fttih. ¥. Ledt^ur, B. S. 873. 

Schlicht (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein 
grünes, dreiblätteriges Kleeblatt und links in Roth die Justitia mit 
verbundenen Augen, in der Rechten das Schwert, in der Linken die 
Wage haltend). Ein ursprünglich aus Bayern stammendes, später zu 
dem preussischen Adel gehörendes Geschlecht. Der Stammvater des- 
selben war Gottfried v. Schlicht, welcher im letzten Dritttheile des 



• - 204 — 

15. Jahrh. lebte und das gleichnamige Stammgut liegt zwischen Am- 
berg und Vilseck. Gottfried's Sohn, Martin v. Schlicht, geb. 1499 n. 
gest. 1596, kaiserlicher Reiter-Hauptmann, war mit Martha v. Boi- 
neburg vermählt. Derselbe verstiess seinen einzigen Sohn, Christoph 
V. S., welcher zu der lutherischen Kirche überging, sich mit seiner 
Hausfrau, Anna v. Heyder, in den Schutz des Kurfürsten von Branden- 
burg begab und Geistlicher wurde. Derselbe, geb. 1557, starb 1670, 
wurde also 113 Jahre alt In Bayern ging der Stamm aus, blühte 
aber im Brandenburgischen fort, wo die meisten Sprossen Krie,g8- 
dienste nahmen. So war Johann Jacob v. S. neubrandenb. Trabanten- 
Officier und ebenso um 1693 auch Gottfried v. S. Joachim Albert, 
geb. 1684, ging in schwedische Dienste und blieb 1709 als Capitain 
in der Schlacht bei Pultawa. Johann Friedrich, geb. 1722 und gest. 
1792, gerieth als k. pr. Capitain in österreichische Gefangenschaft. 
Die Kachkommen desselben wurden im Magdeburgischen ansässig. 
Friedrich v. S. starb 1795 als k. pr. Capitain. In den Feldzügen von 
1812 bis 1815 blieben einige Glieder der Familie als k. pr. Officiere 
auf dem Schlachtfelde und in neuer Zeit stand Wilhelm v.S. imGurde- 
Jägerbataillone , Gustav v. S. im 10. Husarenregimen tc und Eugen 
V. S im 26. Landwehrregimente. — Die Familie sass noch 1802 zu 
Hohenziatz im Magdeburgischen und 1843 zu Gtiten-Paaren im Bran- 
denburgischen. 

Die im Neuen Preu5s. Adelslexicon, IV. S. 175, »uf^eführte verw. Frau v. Schllcht-Krule, "welche 
1887 in Fommern unweit Grinmie dir GUter Engelwacht und Gross-Reinkenhagen besass, gehört nicht 
zu dieser, sondern zu einer ganz anderen Familie, 0. den Artikel: Schlichtkrull. — V. Pr. A.-L. IV. 
S. 174 und 75. — Freih. v. Ledebur, J\. S. 874. 

Schlichte v. Schlichtinsfelden. Reichsadelstand. Diplom von 
1722 für Johann Schlichte, Landschafts -Einnehmer in Schwaben, 
mit: v. Schlichinsielden. 

MegerU r. Mükljtld, Erg.-Bd. S. 488. 

I Schlichten, v. der Schlichten, auch Freiherren (im Schilde ein, 

mit Wurzeln versehener Stamm einer Eiche, an welchem sich vier 
Blätter und zwei Eicheln befinden). Ein aus Germersheim in der Pfalz 
stammendes Adelsgeschlecht, dessen Adel durch kaiserl. Diplom von 
1722 anerkannt wurde. Joseph Franz Anton v. d. Schlichten, k. poln. 
Oberst und Commandant von Fraustadt, erhielt das polnische Indige- 
nat und 1775 ein Beslätigungsdiplom des ihm zustehenden Adels. 
Derselbe trat 1778 in preuss. Dienste und wurde Chef eines Frei- 
corps. — Anton Xaver Carl v. Schlichten wurde 1824 als k. preuss. 
Generalmajor pensionirt. Ein Sohn desselben war um 1837 Kitt- 
meister im k. pr. 4. Husarenregiraent^ und hatte sich mit einer Freiin 
V. Eeisewitz vermählt. Um dieselbe Zeit war ein Bruder des Gene- 
ralmajors V. S. Überstlieutenant im 35. Infanterieregimente zu Mainz 
und Joseph Freih. v. S., herz, sachs.-altenb. Kammerherr, vermählte 
sich 1812 mit Josephine Grf. v. Matuschka und starb 1844. Die 
Wittwe lebte später in Breslau. 

N. P. A.-L. IV. S. 176. — Freih. v. Ledebur, U. S. 874. 

' Schlichting und v. Schlichting-Bnckowick, Freiherren (in Silber 



— 205 — 

ein 8chwai*ze8 Hirschgeweihe von zehn Enden, in dessen obere Spitzen 
(Krone) die quergel^te, die oberen Spitzen rechts kehrende, vieren- 
dige Stange eines ebenfalls schwarzen Hirschgeweihes eingeklemmt 
ist). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, welches ursprünglich aus 
der Schweiz stammen , aus derselben aber 1308 , bei Errichtung des 
eidgenossischen Bundes, mit anderen Adelsgeschlechtern vertrieben 
worden sein soll. Das Geschlecht verbreitete sich im 16. Jahrb. auch 
nach Polen und in die Mark Brandenburg, in welcher Letzteren es 
sich auf dem Rittersitze Starpel niederliess, kam im 17. Jahrb. auch 
nach Sachsen u. s. w. Lucas theilte die Familie, die im Laufe der 
Zeit sehr begütert wurde, in die Häuser Krieschwitz im Oelsnischen, 
Altrauden im Wohlauschen und Herwegs^dorf im Glogauischen. Von 
Sinapius wird zuerst Hans Schlichting zu Damtitz (ßampschütz) ge- 
nannt, welcher, wegen getreuer Dienste, vom Herzoge Conrad zu 
Ools das Gut Massel erhielt. Abraham v. S. auf Streiteisdorf war 
1510 des Glogauischen Eürstenthums Landesgerichts - Beisitzer, 
welche Würde 1513 auch Albrecht v. S. auf Herwegsdorf und Hans 
V. S. auf Ogerschütz bekleideten. Hans v. S. starb 1556 als Landes- 
hauptmann des Eürstenthums Wohlau, der Sohn desselben, Eriedrich 
V. S., war 1596 Landes - Bestallter im Wohlauischen und der Enkel, 
Wolfgang V. S., 1614 Regierungsrath im Münsterbergischen Eürsten- 
thume. — Sigmund v. S. starb 1625 als kursächs. Kammer-Junker 
zu Dresden und Georg Sigmund v.S. war 1734 kursächs. und k. poln. 
Oberst. — Später standen mehrere Sprossen des Stammes in der k. 
preuss. Armee, von welchen namentlich Samuel v. S. zu nennen ist, 
welcher 1751 als k. preuss. General-Lieutenant und Chef eines In- 
fanterie-Regiments starb und bis auf die neueste Zeit ist mehrfach 
der Name des Geschlechts in den Listen der k. preuss. Armee zu fin- 
den. — Nach Rauer waren 1857 aus den adeligen Linien des Stam- 
mes im Kgr. Preusseu begütert: der Landes- Ael teste v. Schlichting, 
Inhaber des Seniorates RietscHütz im Kr. Züllichau - Schwiebus und 
Wilhelm v. S. Herr auf Chudopsice im Posensohen Kreise Buk. — 
Was die freiherrliche Linie des Gesclilechts, die Ereiherren v. Schlich- 
ting-Buckowick, anlangt, so wurde Samuel v. Schi ich ting-Buckowick, 
Herr der Starostei Schi ich tingshoim in Grospolen, sowie mehrerer 
Herrschaften in Schlesien , vom K. Leopold I. durch Diplom vom 24. 
Dec. 1694 in den Reichsfreiher rnstand erhoben. Sinapius giebt an, 
dass die freiherrliche Eamilie in Polen und Schlesien, welche er 
Schlichting v. Schlichtingheim nennt und welche im Glogauischen 
Schwusen und Schwirtzschen und im Breslauischen Jackschenau, 
Pasterwitz und Pettschütz besitze, mit den oben genannten Linien der 
Familie v. Schlichting eines Stammes sind und sich die Stadt Schlich- 
tingsheim an der Schlesischen Grenze, zwei Meilen von Glogau, vor 
langen Zeiten erbaut habe. Dieselbe sei im 16. Jahrb. aus dem 
Hause Bauchwitz unweii Megeritz, polnisch: Buckowice, entsprossen 
und habe sich im 17. Jahrh. in die Linien zu Schlichtingsheim, Schmu- 
sin und Trombin (Trombinko) geschieden. Letztere Linie scheint den 
freiherrlichen Titel nicht geführt zu haben. Von allen diesen Linien 



— 206 — 

hat Sinaplus und nach ihm Gauhe einzelne Glieder angegeben, doch 
brechen die Stammreihen zu bald wieder ab und mögen daher hier 
unerwähnt bleiben. — Der freiherrliche Stamm blühte fort und Haupt 
desselben war in neuester Zeit Freiherr Rudolph, geb. 1816, Majo- 
ratsherr auf Stadt Schlichtingsheim , Gurschen nebst Pusch, Wilkan, 
Immersaat, Nechlau, Adelig-Sallschütz, Ober- und Nieder-Graben 
nebst Kaltvorwerk und Trentschin, lebenslängl. Mitglied des k. pr. 
Herrenhauses, verm. 1843 mit Melanie v. Eckartsberg a.d. H. Nieder- 
Zauche, geb. 1821, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, zwei Söhne 
stammen: Maximilian, geb. 1845 und Curt, geb. 1852. 

Spwngenbtrg, IL S. 17Ü. — Luccte, Schlesische Deulnrürdiglfeiten, S.1843. — iSinapius, I. S.889 
und II. S. 482. — Zedier, 36. S. ItJO— 02. — N. Pr. a.-L. IV. S. 175 and 76. — Freik. v. LedOmr, 
I. S. 374 und 75 nad III. 8. 338 und 39. — Geneal. Taschcnb. der froih. Häuser, 1858, S. 407 nad 
408, 1856. S. 601 und 602. 1863, S 857 nnd 58 und \%^. — Siebmaeher, I. 64: v. SchUchtiiif, 
Schleslsch. — Spetier, Theor. ln»ign., S. 244. — v, Meding, 11. S. 522. 

Schlichtkrall (Schild der Länge nach getheilt: rechts geviert 
und in jeder Feidung eine Lilie und links drei über einander laufende 
Hui^de). Ein zu dem in Neu- Vorpommern begüterten Adel gehören- 
des Geschlecht, welches bereits 1824 im Kr. Grimmen zu Reinken- 
hagen und 1857 zu Engelwacht sass. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 176: Schlicht-Krule. — Freih. v. Ledthur, H. S. 876 und m. S. 889. 

Schlick, Schlik, zu Bassano nnd Weisskirchen, Freiherren und 
Grafen (Stamm wappen : in Silber eine rothe Säule, welche von zwei 
gekrönten, rothen Löwen mit den Vorderpranken umfasst wird). 
Reichsfreiherren- und Grafenstand. Freiherrndiplome vom 16. Juli 
1422 für Caspar v. Schlick, Reichscanzier, von 1487 für die vier 
Brüder desselben: Matthaeus, Nicolaus, Heinrich und Franz v. S. 
und Grafen-Diplome vom 1. Juni 1433 für Caspar Freih. v. Schlick 
und von 1437 für die genannten vier Brüder des Grafen Caspar 
Schlick. — Altes, berühmtes, böhmisches Grafengeschlecht, als dessen 
nächster Stammvater ein aus altem, böhmischen Adel entsprossener 
Ritter, Heinrich Schlick von Lasen, angenommen wird. Derselbe 
diente von 1393 bis 1401 gegen die Türken, war durch seine Tapfer- 
keit berühmt und kommt 1416 als Stadthauptmann und k. Rath zu 
Breslau vor. Aus seiner Ehe mit Constantia Markgräfin v. Treviso 
und Collalto, mit welcher er sich um 1396 vermählte, entsprossten 
fiinf Söhne: Caspar, Matthaeus, Nicolaus, Heinrich und Franz, von 
welchen der älteste, Caspar, gest. 1449, Stifter des reichsgräflichen 
Hauses wurde. Derselbe, welcher 13. Aug. 1416 einen kaiserlichen 
Wappenbrief erhalten hatte, erwarb sich als Reichscanzler sehr grosse 
Verdienste und ganz besondei's auch dadurch, dass er die Vermählung 
des Erzherzogs, nachmaligem K. Albrecht IL mit Elisabeth, Tochter 
und Erbin des K. Sigmund, Königs von Ungarn und Böhmen, 1422 
zu Stande brachte, wodurch Mähren als Mitgift und Ansprüche auf 
die Kronen von Böhmen und von Ungarn an das Erzhaus Oesterreich 
kamen. K. Sigmund verlieh ihm daher Schloss, Stadt und Herrschaft 
Ellbogen, die Stadt Schlacken werth , das Schloss Engelsburg und das 
Gut Achtenstadt, schenkte auch ihm und seinen Nachkommen die 
Herrschaft Falkonau und später erhielt er vom K. Albrecht IL die Herr- 



-- 2OT - 

Schäften Weisskirchen und Skalicz in Ungarn, welche Erstere zum 
fortdauernden Adelsprädicate der Grafen von Schlick geworden ist 
Die Herrsdiaft Bossano (sonst Passaun) in Friaul, welche Graf Caspar 
nach dem Tode seiner Mutter in Besitz genommen, wurde, da dieselbe 
ein deutsches Lehn war, vom K. Sigmund 21. Aug. 1431 der Familie 
erblich verschrieben, auch erhielt Graf Caspar für sich und seine 
Brüder und Erben vom K. Sigmund 1436 das Münzrecht, welches 
die Nachfolger auf dem böhmischen Throne bestätigten. Durch des- 
selben Kaisers Vermittelung vermählte sich Graf Caspar 1437 mit 
dessen Muhme, der schlesischen Prinzessin Agnes, Tochter des Herzogs 
Conrad III. zu Oels und Cosel, welche 1448 starb. Der auf Caspar 
folgende Bruder, Matthaeus, wurde 1449 Erbe des Ersteren und die 
drei Söhne des Matthaeus gründeten drei Linien des Hauses. Es stif- 
tete nämlich Nicolaus, gest. 1522, die Falkenauische, mit dem Urenkel, 
Joachim Andreas, 23. Dec. 1666 erloschene Linie, Hieronymus, gest. 
1491, die ellenbogensche, mit dem Urenkel, Albert II., wieder aus- 
gegangene Linie und Caspar II. die schlackenwerther Linie , welche 
dauernd fortblühte. Die letztere Linie wurde durch Caspars IL vier 
Söhne: Stephan, Hieronymus IL, Lorenz IL und Heinrich IL, gest. 
1528. in vier Aeste geschieden. Stephan, welcher 1526 mit seinem 
K'önige Ludwig bei Mohacz blieb, ist in Böhmens Geschichte vielfach 
berühmt Derselbe eröffnete die reichen Joachimsthaler Silberminen 
und Hess zuerst 1517 die bekannten Joachims- oder Schlicken-Thaler 
prägen. Seine Nachkommenschaft erlosch schon mit seinem Sohne 
Moritz und auch die von Hieronymus IL und Lorenz IL absteigenden 
Aeste starben bald aus. So blieb denn von der ganzen Familie nur 
der von Heinrich IL gestiftete, jüngere Ast übrig, welcher, wenn auch 
nicht mehr im Besitze von Bassano und Weisskirchen, unter Beibe- 
haltung des betreffenden Titels, seit 1636 als die Welisch-Kopidlnoer 
Linie aufgeführt wurde. Der nächste Ahnherr derselben ist der be- 
rühmte Graf Heinrich IV., gest. 1650 (n. A. 1653) kaiserl. Feldraar- 
schall und Hof-Kriegsraths-Präsident, welcher 1643 in das Schwä- 
bische Grafen-Collegium aufgenommen wurde und die genealogischen 
Verhältnisse dieser Linie, für welche Kopidlno als Familien-Fidei- 
Commiss 27. Oct. 1672 gestiftet wurde und welche das Indigenat in 
Ungarn 25. Jan. 1688 erhielt, ergiebt nachfolgende, bis zu dem Haupte 
des gräflichen Hauses reichende Ahnentafel, welche letztere eine Reihe 
von um Staat und Kirche sehr verdienter Männer nennt. Dieselbe 
ist nachstehende: Graf Leopold Anton Joseph — Sohn des Grafen 
Franz Ernst, gest. 1675, k. k. Reichshofraths, aus der Ehe mit Helene 
Grf. V. Traudisch und Enkel des Grafen Heinrich IV. — geb. 1663- 
und gest. 1723, k. k. w. G^h. Rath, Kämm., General-Feldmarschall 
und Oberster Canzler in Böhmen: zweite Gemahlin: Maria Josepha 
Grf V. Wratislaw und Mitrowitz, geb. 1695 und gest. 1737; — Franz 
Heinrich, geb. 1696 und gest. 1766, k. k. w. Geh. Rath und Majorats- 
herr: Marie Eleonore Grl*. v. Trautmannsdoif, geb. 1701 und gest., 
verm, 1723 und gest. 1769; — Leopold Franz, geb. 1729 und gest. 
1770: k. k. w. Geh. Rath, Kämm., Hoifkammer- und Ministerial-Bcmko^ 



7 



:t 






— 208 — 

Deputations- Vicepräsident: Maria Antonie Grf. v. Frankenberg, geb. 
1729, verm. 1754 und gest. 1794; — Joseph Heinrich, geb. 1754, 
gest. 1806, k. k. w. Geh. Rath, Kämm, und a. o. Gesandter und be- 
vollmächtigter Minister an mehreren Höfen , kaufte zu seinen ererb- 
ten Gütern die von seinen Vorfahren schon früher besessenen Herr- 
schaften Welitsch und Wokschitz; Maria Philippine Ludomilla Grf. 
''. V. Nostiz-Rieneck , geb. 1765, verm. 1781; — Franz Heinrich, geb. 

i 1789 und gest. 1862, Herr der Fidei-Commiss-Herrschaften Kopidlno 

■; und Altenburg und der Allodialherrschaft Welisch- Wokschitz , k. k. 

'; Kämm., Geh. Rath und General der Caval.: erste Gemahlin: Sophia 

. Grf. V. Eltz, verm. 1817 und gest. 1821; — Heinrich Franz, geb. 

1820 und gest. 1859, k. k. Kämm, und Oberlieut. in d. A. : Sophia 
>. Freiin v. Riesenfels, geb. 18/U und verm. 1849; — Erwein, geb. 

1852, HeiT der Fideieommiss-Herrschaften Kopidlno und Altenburg 
im jiciner Kreise Böhmens, erbl. Mitglied des Herrenhauses des Reich- 
raths^nach erlangter G rossjähr igkeit). Der Bruder desselben, neben 
zwei Schwestern, ist: Gr. Franz geb. 1854. 

Imkof, Lib.\'n. S. \'2. — Durchlaucht. Welt, Ausgab« von 1710. II. $.893^99. — Sinapius, U. 
S. 208—16. — Hühner, lU. S.670 und 71. — Oauhe , I. S. 2101—2108. — ZedUr, 36. S. 164—177. 
Jacobi, 1800. II. S. 323. -- Allgem. gvneal. und statbt. Handbach, 1824. I. S. 768. — v. SeMnfdd, 
AdeU-Srhemat. 1. S. 191—94. — Deutsche Grafenh. der ßefenw. H. S. 892—95. — Frtih. v. Ledebur, 
n. S. 379. Qcneal. Taichenb. der «rüfl. Hius«r, 18U4. S. 757 und 1860 und histor. Uandb. zu D^- 
selben, S. 872. - Siebmaeher, I. 16: Schlicken v. PasMn. Grafen und VI. 12. — Trier, Tab. 78 und 
S. 624—26. 

Schlicknm (Schild von Gold und Roth quergetheilt und in der 

oberen goldenen Hälfte ein schwarzer Stern). Altes, niederrheinisches 

; " Adelsgeschlecht, welches bereits 1328 zu Schlickum bei Liedberg und 

später zu Zoppenbroich , Burglehn Liedberg und Glehn bei Neuss sass 
und den Stammsitz noch 1694 inne hatte. 

^ Fahne, l. S. 390. — Freih. v. Udehur, II. S. 875. 

^ Schliderer v. Lachen , Schliederer v. Lachen , Schlider v. Lach 

; (in Schwarz ein schrägrechter, silberner, mit drei rothen Kugeln be- 

; legter Balken). Altes, rheinländisches Adelsgeschlecht, welches nicht 

bloss in der Rheinpfalz , in Baden und in Luxemburg , sondern auch 
im Trierschen angesessen war. — Humbracht beginnt die Stammreihe 
mit Wolffgang Schliederer v. Lachen um 1119. — Sigismund S. v.L. 
war um lo32 Beisitzer des kaiscrl. Landgerichts zu Neustadt an der 
Hardt imd der Enkel desselben, Arnold, befand sich 1355 mit K. 
, , Carl IV. im Lombardischen Kriege. Von den Nachkommen war Wil- 

helm S. V. L. 1593 der Herzöge in Bayern Hofmeister und Fürstlich 
Badenscher Land-Hofmeister; Hans Heinrich gehörte 1599 zu den 
Trierschen Lehnsleuten und Hans kommt 1605 als Fürstl. Würzbur- 
giöcher Rath vor. Wilhelms Bruder Sohn, Johann Heinrich S. v. L., 
liess sich im Luxcmburgi.Hchen nieder und von ihm stammte Gerhard 
Friedrich, Fürstl. Eichstädtischer Rath, welcher das Geschlecht mit 
einigen Söhnen fortsetzte, doch ist später dasselbe erloschen. 

Humbracht, Tab. 214. — Oauhe, II. S. 2111 und 12. — v. HatUtein, I. S. 506—510. — Zed- 
ier, 35. S. 191 tmd 92. — Salvtr, S. 503, 516, 631, 609 und 633. —'Freih. v. Ledebur, Tl. S. 875. 
— Siebmacher, I. S. 126: Die Schliderer v. Lachen. Rheinländbch. — v. Meding, IT. S. 522 und 2S. 

» Schlieben, auch Grafen (Stamm wappen: in Gt)ld ein von Silber 

und Blau in drei Reihen, jede zu sieben Feldern, geschachter Quer- 



— 209 — 

balkcn). Die vier in die Familie gekommenen gräflichen Wappen 
sind genau in dem Werke: „Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart" 
beschrieben. — R^ichsgrafenstand, in Kurbrandenburg anerkannt und 
Gratenstand des Kgr. Preussen. Rcichsgrafendiplom vom 11. Jan. 
1660 für Johann Dietrich v. Schlieben, Birkenfeldischer Linie, Wo- 
jewoken v. Liefland und Starosten zu Roggenhausen, Kurbrandenbur- 
gischer »Seits 1663 anerkannt. (Die Kachkoramenschaft des Erapfön- 
gers des Reichsgrafendiploms erlosch 1816 mit dem Urenkel dessel- 
ben, dem Grafen Friedrich Wilhelm) und Preussische Grafendiplome: 
vom 12. Juli 1704 für Adam Georg v. S., Märkischer Linie zu Tu- 
cheband, kurbrandenb. Geh. Rath (gest. 1708 ohne männliche Nach- 
kommen); vom 9. Aug. 1718 für Georg Adam v. S. , Gerdauenscher 
Linie, k. preuss. Jägermeister; und vom 19. Sept. 1786. — Eins der 
ältesten und beinihm testen märkischen Adelsgeschlechter, welches mit 
dem Geschlechte der v. Schlieften, s. unten den betreffenden Artikel, 
zweifelsohne in ursprünglichem Zusammenhange gestanden hat, wenn 
auch derselbe, in Folge der Zeit seines Bestehens, jetzt nicht mehr 
klar nachgewiesen werden kann. Die gesaramte Familie wurde ehe- 
mals Sliwin, wahrscheinlich aber in noch früheren Zeiten Sliwinger 
genannt. Eine pommernsche Verbriefung aus der Mitte des 12. Jahrh. 
ist die erste unbezweifelte Spur ihres Daseins. Bald darauf zeugen 
für dasselbe thüringische , sächsische, märkische, so wie böhmische 
und schlesische Urkunden und später kommt auch in Preussen der 
Name vor, doch scheint Bayern das ältere Vaterland zu sein. — Die 
dunkle Zeit der Familie ist nicht zu erleuchten: der Abgang von Ge- 
schlechtenamen und von Wappen hemmt auch den tüchtigsten For- 
scher. In der Dämmerung, welche die Nacht der Vergessenheit auf- 
zuklären anlängt, wird man zwei Gegenden Sliwin gewahr: die eine 
in Pommern, die andere am Ende der Mark. Von ersterer spricht 
eine Urkunde des 12. Jahrb.: es nennt nämlich 1159 Adelbert, der 
erste pommernsche Bischof, eine Gegend Sliwin — von letzterer reden 
Urkunden von 1205, 1208 und 1215, in welchen Arnold und Günther 
Gebrüder von Slowin als Zeugen auftreten. Beide Gegenden gehörton 
Edelleuten gleiches Namens und die Besitzer der märkischen Gegend 
Sliwin sieht man auch fast eben so früh im Besitze der benachbarten 
Herrschaft Baruth. Der Hauptort der pommemschen Gegend Sliwin 
war das jetzige Dorf Schlevin oder Schleffin, der von der märkischen 
der Flecken, jetzt das Städtchen Schlieben, bei Torgau. Wie übrigens 
die Namen dieser Gegenden, so finden sich auch die Namen ihrer Be- 
sitzer nicht auf gleiche Weise geschrieben : der Unterschied kommt, ab- 
gesehen von Schreibfehlern, von der Provinzialmundart her. — Pom- 
mern, die Mark und Meklenhurg bewohnten vor Alters die Slaven 
oder Wenden , welche ihre eigene Verfassung und das Heidenthum 
bis in das 12. Jahrb. behaupteten, doch waren die pommemschen 
Wenden schon lange vor dieser Zeit keine Wenden mehr. Sie liatten 
einen erblichen Adel , wie die Deutschen und zeichneten sich durch 
Gastfreundschaft und Neigung zu kaufmännischem Gewerbe aus. 
Wenn gleich noch Unchristen, hatten sie unschuldigere Sitten als 

Kneschke, Dratsch. Adels-Lex. Vin. ]^4 



— 210 -^ 

manche Christen. — Endlich wurden die Pommern zuerst, und zwar 
1124 und 1128, durch den heiligen Otto, einem deutschen Prälaten, 
mit Hülfe polnischer Heere, zum Christenthume bekehrt. Von da 
an Hessen sich viele Deutsche vom Adel daselbst nieder und 30 Jahre 
später wird schon die Gegend Sliwin erwähnt. 1125 erhielt Mark- 
graf Albrecht der Bär die den Wenden abgenommene Ostmark und 
kam dann zum Besitze der ganzen verwüsteten Mark Brandenburg. 
Deutsche au8 allen Gegenden wurden aufgefoi*dert , dieselbe wieder 
autzubauen und bald darauf treten Sliwin unter dem dortigen Adel 
auf. Zuletzt bezwang Heinrich der Löwe, Herzog von Bayern und 
Sfachsen, die meklenburgischen Wenden und theilte die ei*oberten G^ter 
mit seinen Rittern. Das Gut Schlieven, von unbekanntem Ursprünge, 
scheint das Andenken gleichnamiger älterer Besitzer zu erhalten, 
doch werden diese nirgends namhaft gemacht. Die fast gleichzeitige 
Bevölkerung diower drei Länder mit Deutschen t;rklärt, warum man 
in den Urkunden dieser Zeit manchen Geschlechtsnamen findet, wel- 
cher entweder etwas früher, oder zugleich, auch in anderen deutschen 
Ländern vorkommt und die Verpflanzung aus diesen Gegenden ist 
augenscheinlich. In der JMark und in Pommern, tritt, wie erwähnt, 
das Gesohlecht Sliwin erst nach der Mittt) des 12. Jahrh. auf, doch 
gab es schon zu Anfange desselben in Bayern ein Geschlecht v. Schli- 
wingen, auch giebt die (xeschichte Veranlassung zu der Annahme, 
Sliwin und Sliwingeu für einen 2^amcn zu halten und Uebersiedelung 
des Stammes Sliwingcn nach Pommern selir möglich zu denken. Die 
Menge der Geschlechter, welche sich in dei*selben Zeit zugleich in 
der Mark und in Pommern niederliessen , war nicht gering. Die 
Gleichheit der Namen spricht lür gleichen Ursprung, doch wird der- 
selbe nicht durch Gleichheit der Wappen unterstüzt. Seit wann die 
märkischen Sliwin das heutige Wappen annahmen, ist nicht bekannt, 
die pommernschen Sliwin, die Jetzigen Schliefien, nahmen 1444 ein 
eigenes an. Vorher geschieht der Wappen Meldung, doch dürfte 
keins auf die neuere Zeit gekommen sein und so bleibt denn unge- 
wiss, ob die älteren Wappen beider Häuser einander ähnlich waren. 
Als übrigens 1812 der preuss. Grafenstand in die Familie v. SchlietFen 
kam, wurde in das 2. und 3. Feld des gräfiichen Wappens das Schlie- 
bensche Stammwappen aufgenommen. — Dass die pommernschen 
Sliwin mit den märkischen in keiner Verbindung blieben, kann gegen 
gemeinschaftlichen Ursprung nicht sprechen, da es der ähnlichen 
Fälle viele giebt. Welches von beiden Häusern das ältere, oder jün- 
gere sei, lässt sich nicht ausmachen, würde auch keinen besonderen 
Nutzen haben. Von der Geschichte 13eider finden sich vom 12. Jahrh. 
an Bruchstücke: erst mit dem 15. Jahrh. kommt in die Nachrichten 
mehr Zusammenhang. — Der märkische Stamm Sliwin (Scliwyn), 
dessen erstes, unbezweifeltes Auftreten im Anfange des 13. Jahrh. 
oben angenommen wurde und aus welchem schon von 1289 an ein- 
zelne Glieder imter dem Namen: v. Schlieben aullreten, hat sechs 
Hauptäste mit ihren Zweigen getrieben: den ältesten brandenburgi- 
schen, den ältesten sächsischen, den 8chle«ii»chen, den preussischen, 



- 211 - 

-den jÜDgeren sächniBohen und den jüngeren brandenburgisohen ; doch 
weiss man selbst von den jüngeren Hauptästen den wahren Verbin- 
dungspunkt nicht anzuführen. Von den ersten drei Hauptästen finden 
sich einzelne Personen genannt, die zusammenhängende Stammreihe 
aber fehlt. Den preussischen Ast stiftete bald nach der Mitte des 15. 
Jahrh. ein Ritter Greorg v. Schlyffen (Slieven , Sliewen oder ßliben). 
Wo die Vorältern desselben lebten und wer sie waren, liegt im Dun- 
kel der Vorzeit. Nach Schreibung des Namens könnte man ihn dem 
pommerschen Stamme zu zählen, doch führen Greorgs Nachkommen 
das Wappen des märkischen Stammes, auch sind Zeugnisse vorhan- 
den, daes er aus dem jetzigen Sachsen kam. Den jüngeren sächsischen 
Ast leitet Valentin König von einem Liborius v. Seh lieben ab, dessen 
Kinder noch tief in das 16. Jahrh. hinein gelebt haben sollen und 
über die und deren Nachkommen der Genannte mehrere Nachrichten 
giebt. Die späteren Sprossen der Zweige dieses Astes scheinen nicht 
besser davon unterrichtet. Nach Stammtafeln der preuss. Zweige 
soll dagegen Greorg, ein Sohn ihres gleichnamigen Stifters, der Ahn- 
herr der sächsischen sein und Briefschaften bestätigen diess, wenn 
auch nicht von allen, doch von einigen Zweigen derselben. Die Stif- 
ter der jüngeren brandenburgischen Zweige kannte Elzow nur bis zu 
einem Dietrich v. S. , doch hiess nach einer Leichenpredigt der Vater 
Christoph und der Grossvater Eustachius. Die preussischen Zweige, 
deren gemeinschaftlicher Ahnherr, Dietrich v. S. — ein Sohn Georgs 
V. Schlyffen aus der Ehe mit Anna, oder Catharina, einer Tochter Jo- 
hannes, Herrn von Kremitten — ist, sind die Zweige zu Birkenfeld, 
zu Sanditten oder Gerdauen, zu Tharau, zu Dombrofsken, zu Adams- 
heyde und zu Wandlacken. — Zu den neueren sächsischen Zweigen, 
welche von Dietrichs Bruder, Georg v. S., stammen, gehören der 
früher pulsnitzische, später klein-milkauische und der früher heins- 
dorfische Zweig, aus welchem die Zweige zu Vetsche, Odrin und S^- 
nitzsche entsprangen. Letzterer hiess vormals der reicherskreutzische 
Zweig. Der jüngere brandenburgische Ast , welcher bis auf Eusta- 
chius v.S. zurückzuführen ist, ergab einen älteren und einen jüngeren 
Zweig, doch sind von dem älteren nur einzelne Glieder ohne Zusam- 
menhang aufzuführen. — Was die in die Familie gekommenen Gra- 
fendiplome, 8. oben, anlangt, so sind hier von dem preussischen Aste 
der Zweig zu Birkenfeld und zu Sanditten oder Gerdauen und von 
dem jüngeren brandenburgischen der jüngere Zweig zu berücksich- 
tigen. Die reichsgräfliche Linie zu Birkenfeld erlosch, wie angegeben, 
1816 und der Empfänger des Grafendiplom von 1704 starb, s. oben, 
ohne männliche Nachkommen, die Grafen nach dem Diplome von 1718 
blühten dauernd fort. Ueber die vierte Erhebung, Diplom von 1786, 
fehlen genaue Nachrichten. — Die jetzigen Grafen v. Schlieben stam- 
men auß dem von Georg v. Schlyffen, Sliwen, s. oben, gestifteten preus- 
sischen Aste des märkischen Stammes und zwar aus dem Zweige zu 
Sanditten, oder Grerdauen. Ein Sohn Georgs, Dietrich, s. oben, gest 
vor 1534, verm. mit Anna Freiin v. Eulenburg, war der Ahnherr 
aller preussischen Zweige und der Sohn desaelbeil, Albreoht v. S., der 

14* 



— 212 — 

Stammvater ihrer jetzigen männlichen Sprossen. Letzterer, gest. 
1590, war mit ßosina Truchses» v. Waldburg vermählt Von sei- 
nen Sühnen stiflcte Dietrich den erloschenen birkenfeldischen Ast, 
Ernst die Zweige zu Sanditteu oder Gerdauen und zu Tharau, welcher 
letztere ebenfalls erloschen ist und Christoph den Zweig zu Dom- 
brofken, welcher ebenfalls ausgegangen ist. Ernst v. S., der Stifter 
des Zweiges zu Sanditten oder Grerdauen und zu Tharau, war mit 
Anna v. Öiebes, der Mutter von 24 Kindern, von denen 18, 11 Söhne 
und 7 Töchter, lebend geboren wurden, vermählt. Nur zwei von den 
Söhnen , Georg Adam auf Sanditten und Melcher auf Tharau hatten 
Nachkommen, doch blühten die des letzteren nicht lauge fort. Die 
Ahnentafel von Georg Adam (I.) bis zu den Gebrüdern Leopold und 
Georg Adam (IV.) ist folgende: Georg Adam — Sohn Ernsts und 
Enkel Albrechts — geb. 1603 und gest. 1G49, Herr auf Sanditteu: 
Esther v. Plans, geb. 1641 und gest. 1682; — Greorg Adam (1I.)> 
Graf, geb. 1619 und gest. 1720, Erbamtshauptmaun zu Gerdauen 
und Nordenburg, Herr auf Sanditten und Klingbeck, k. preuss. Jäger- 
meister:. Eleonore Christine v. Oelsen, geb. 1627 und gest. 1699; — 
G^org Adam (III.), geb. 1688 und gest. 1737, k. preuss. Obei'st, 
Hauptmann zu Osterode und Hohenstein, Herr auf Althaus Gerdauen: 
Catharina Dorothea Grf v. Finckensteiu, geb. 1728 ; — Leopold, geb. 
1723 und gest. 1788, k. preuss. Staatsminister, Herr auf Sanditten, 
Erbhauptmann zu Gerdautui: Eleonore Grf. v. Lehndorf, geb. 1723, 
verm. 1747 und gest. 1800; — Georg Adam (IV.), geb. 1747, Erb- 
hauptmann zu Neuhaus Gerdauen : Catharina Elisabeth v. d. Marw^itz. 
Von dem Bruder desselben, Leopold, stammte Ludwig Friedrich Leo- 
pold, geb. 1748 und verm. 1776 mit Luise Grf. v. Isenburg- Wäch- 
tersbach, aus welcher Ehe Nachkommen nicht bekannt sind, Grf. 
Georg Adam (IV.) aber setzte in seiner Ehe den Stamm fort und aus 
(Jerselben entspross Grf. Christian Ludwig Friedrich. Von ihm stammt 
das jetzige Haupt des gräflichen Hauses: Graf Gustav, geb. 1800, 
Herr auf Sanditten, Erb.- Amthauptmann von Gerdauen und Norden- 
burg, k. preuss. Rittmeister a. I). und erbliches Mitglied des k. preuss. 
Herrenhauses, verm. 1821 mit Luise Grf v. Klinckow- ström, geb 
1800 und aus welcher Ehe, neben drei vermählten Töchtern: Grf. 
Bertha vermählte Frau v. üolow, geb. 1823, verm. 1839; (irf 
Clotilde, vermählte Frau v. (iottberg, geb. 1825 und verm. 1846 und 
Grf. Elise, vermählte Freifrau v. Tettau, geb. 1828 und verm. 1849, 
zwei Söhne lelxni: Gr. Georg und Gr. Gustav: Gr. Georg, geb. 1831, 
Herr auf Götzendorf bei Wehlau in AVestpreussen , k. pr. Rittm. im 
1. Garde-Landwehr-('avalerie-Reg., verm. 18Ö7 mit Marie v. IMoetz, 
geb. 1837, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Wanda, geb. 1860, 
ein Sohn entspross, Georg, geb. 1858, und Graf Gustav, geb. 1834 und 
verm. 1860 mit Helene v. Roddien, geb. 1842, aus welcher Ehe ein 
Bohn, Hans, geb. 1861, stammt. — Von den adeligen Linien des Ge- 
schlechts haben in Sachsen und Preussen mehi'ere fortgeblüht und 
zahlreiche Sprossen traten in die kur- und königl. sächsische Armee. 
Nach Kauer sass im Kgr. Preussen noch 1857 in Schlesien Louis 



— &13 - 

Freih. v. Sclilieben zn Jastrzomb im Kr. Evbnik und ein Lientenant 
V. 8. zu Dubrauke im Kr. Spremberg', auch waren Emilie Auguste 
V. B., geb. T. Loipnitz und Fr. v. S. , K. Major a. D., Besitzer des 
Gutes Kakith im Kr. Wittenberg. Als (iüter der Familie im Kgr. 
Sachseu wurden in neuester Zeit aufgeführt: Thürnhof, Flossberg, 
Nieder-Friedersdorf u. s. w. und in der k. sächs. Armee stehen jetzt: 
Hermann Ludwig t. v^. , Hauptmann im 8. Inf.-Keg.; Georg Aurel 
Eugen V. S. , Oberlieutenant und Adjutant im Pionnieur-Corps und 
August Carl v. S. , Lieut. im Garde-Reiter-Regimente. 

Spangenberg, I. Bd. VII. S. 58. — PceeensUhi, S. 140- 14S>. — Adolphi a SehUebni (lencalogia, 
Tita et obitu^. 1828. — A'woh/ä, S. 567 und BH. — (irosser, Unsitx. Morlrw . Tfl. W?. 11 rap. 102— 
Iti. — Val. K^iig, JU. S. »2y— 44. — Ditkmar , Von den IFerrennioUtrrn . S. 4«. — Gmthe , I. S. 
S108— 11 und 11. S. 1027—21». — Zedier, 35. S. l7^— IUI: nath handschriftl. Nachiichten. — M.K. 
Freih. r. Schlieffen. Kachiirhton von d«nn pominpr, (ie^ichlechte der v. Sliwin, oder Schliiffen, Caupl, 
1780 und venn. unter dem Tiu-l: Narkr. von einipron Hüusern direr von Sthlieffcn . oder Schlioben, 
TassH, 1784 (ein Work von rro«««cr WUhtiekrit). — Wochonschr. fTir die >'obles5o. Ki«onach, 1786. 
Stck. 1 und 2: Nachr. von di?n v. Schlicheu-4ierdauen. — t*. Uechtrits, (ieschlcchts-Erzühl. I. Tab. 87. 
— N. Pf. .V.-L. IV. S. 376 und 77. — Deutsrh. (iiafi'nh. d«>r Gogenw. 11. S. 382—88. — Freih v. 
TMtdebttr, U. S. 375—78. — Genoal. Taschenb. d. J?rafl. Hiiuser, IHM. S. 752 und 53 und 1866 und 
histor. Handbuch /u IX'mselbon . S. 861». -- Siebmacher, I. 177: v S«"hliclH'n , Märkisch. — W. B. 
An Preuss. Monaroh. I. 8H: R«>ichs«?r. v S. und |fir. v. S. nach dem Diplom von 1704 und T. IK) 
Gr. V, S. nach den Diplomen von 1718 und 1786. — Tyroff, II. 180: v. S.— W. B. d. SÄci« .Staaten. 

Schliebenheim, Schliebener v.Schliebenheim, Schliebenheimb, auch 
Rittcp. Böhmischer Adels- und alter Ritterstand. Adelsdiplom vom 
3. Dee. 16J^1 für G^org Schliebener, mit dem Prädicate: v. Schlie- 
benheim und Ritterdiplom vom 23. Sept. 1704 für die beiden Söhne 
des Genannten: Samuel Ferdinand und Georg Friedrich v. Schlieben- 
heimb. Ersterer war Oberamtsrf^th in Schlesien und letzterer Ober- 
fiscal in Schlesien. Die Familie sass noch 1 720 zu Brandschütz und 
Gnicfgau unweit Neumarkt, zu Burkau im Glogauischen und zu Saa- 
bor im Grün bergischen. 

;: MegerU r. Mühljeld, Krp.-TJd. S. 203. Freih. v. UdeUir , U. S. 378. 

Schliebitz, Sohliewitz, Scblewitz (in Schwarz drei, 2 und 1, sil- 
berne Sterne). Altes, schon im K>. Jahrh. vorgekommenes Adelsge- 
schlecht, welches sieh aus den Häusern Gr. und Kl. Wandris im Lieg- 
nitzischeu und Gutschdorf im Striegauischen ausbreitete und auch 
nach 3dähren kam. Otto de Slewitz und Henricus de Siewitz lebten 
um 1288 unter dt.m Herzoge Boleslaus dem Kahlen zu Liegnitz. — 
Georg V. S. auf Gutschdort^ — ein Sohn des Landes- Ael testen der 
Fürsteuthümer Jauer und Schweidnitz Georg Friedi-ich v. S., Herrn 
auf Gutöchdoiff — starb 1047 als kaiserl. Hauptmann und ohne Kin- 
der, doch blühte eine andere Linie fort, welche noch 1007 zu Haes- 
licht im Striegauischen und zu Romnitz im Liegnitzischen sass, auch 
gehörte zu dieser Familie der k. preuss. Generalmajor v. Schliewitz, 
welcher 1732 als Commandant zu Hamm starb. 

Cnrpxov. Antiquit. Lus-at. supcrioris, T. S. 298.— Sinapivs, I. S. 828 und IT S. %}). — Gauhe, 
I. S. 2114 und 15. - Zedier, 3;'). S. 11H. — Freih. v. Ledehur, II. S. 37». — Siebmacher, I. 53: 
V. Schlicwiti. Srhlesiwh. — v. M«Mlinr, 11. S. 621 und 22. • 

Sehlieff t. Drieso. Altes, adeliges Patriciergeschleeht der Stadt 
Golberg, welches im dortigen Rathsstuhle sass. Wahrscheinlich 
stammte der Ahnherr aus Brieso fDriesen") an der schiffbaren Netze 
in der Neumark und hatte von dieser Stadt den Beinamen ang'enom- 



— 214 — 

men. — Nicolaus Schlieff v. Drieso war 1535 Domherr zu Colberg 
und Propst des dortigen Kounenklosters und Lampertus S. v. D. 
kommt 1555 als Abt des Klosters Oliva bei Danzig vor. Die drei 
Brüder des letzteren, Wichboldus, George und Jacob S. v. D. wurden 
vom Könige Sigismund August in Polen auf dem Reichstage zu Pe- 
terkau unter den Polnischen Reichsadel aufgenommen. Von Georg 
ö. V. D. stammte Antonius S. v. D. , welcher 1650 nach einem sehr 
bewegten Leben, welches Gauhe beschrieben hat, als k. schwedischer 
Oberst, Kriegs-Kath und Schlosshauptmann zu Alten-Stettin starb 
und zwar mit Hinterlassung zweier Söhne, deren Kinder ihre Linie 
1686 schlössen. Von einer anderen Linie lebte damals noch Zaccha- 
rias S. v. D., Herr auf Klein-Soldekow, als fiirstl. Croyischer Haupt- 
mann, von welchem, soviel bekannt ist, Siegfried Günther S. v. D. 
auf Claushagen, k. poln. und kursächs. Capitain und Michael S. v. D., 
k. preuss. Hauptmann, stammten. Heide lebten noch um 1720. 

ScMttgm, Altet und Neues Pommern, IV. S. 431^512. — Oavhe, I. 8.2112- 14. — ZedUr, 35. 
8. 192 und 93. 

Schlierbach. Altes, oberösterr. Adelsgeschlecht, eines Ursprungs 
mit den von Zelcking, welches auf dem im Traun viertel gelegenen, 
gleichnamigen Stammsitze sass. Das Geschlecht erlosch im Anfange 
des 14. Jahrh. mit Werner v. Schlierbach und den Stammsitz Schlier- 
bach erbte der Vetter Otto v. Zelcking. 

Firtih. V. ffoheneck , II. S. 358: auch nach Prevenhueher, AnnaL Styrent. — Zedier, 36. S. IM 
und »5. -* Siebmacher, XI, 145 and IIl. S. 176. 

Schlieffen, Grafen (Schild geviert, mit Mittelschilde. Im silber- 
nen Mittelschilde der Rumpf eines rothgekleideten, bärtigen, rechts- 
sehenden Mannes, welcher einen weissen Halskragen und eine rothe, 
mit Hermelin verbrämte Zipfelmütze trägt [Stammwappen von 1444 
bis 1555], 1 und 4 in Blau ein grüner Hügel, aus welchem ein 
rechts sehender, goldener Löwe emporwächst: Vermehining des 
Stammwappens seit 1555 und 2 und 6 in Gold ein von Roth und 
Silber in drei Reihen, jede zu sieben oder acht Feldern, geschachter 
Querbalken: Schlieben, später Schlieffen), Grafenstand des Kgr. 
Preussen. Diplom vom 1. März 1812 für die drei hinterlassenen 
Söhne des k. pr. Karamergerichts-Rath Johann Leo v. Schlieffen: Hein- 
rich Wilhelm , Johann Ernst Ludwig und Carl Friedrich v. S. — Altes, 
berühmt gewordenes Adelsgeschlecht, über dessen Ursprung nach 
den Angaben des ktmdigsten, aus demselben selbst entsprungenen 
Forschers, dos Martin Ernst Freiherm v. Schliffen, s. in den vor- 
stehenden Artikel: Schlieben, auch Grafen, das Wichtigste mitge- 
theilt worden ist. — Die Sliwin, oder, nach der Schreibart der Folge- 
zeit, die Schlevon, Schleffen, Schlieffen, kommen in Pommern seit der 
Mitte des 12. Jahrh. vor. Es gab, wie historisch feststeht, um diese 
Zeitkino Gegend Sliwin, dieselbe gehörte, wenigstens zum Theil, 
auch noch lange danach, einem ebenso genannten Adelshause und 
aus demselbeli waren im 13. Jahrh., nach damaliger Gewohnheit des 
Adels, Glieder Rathsherren einer deuUchen Pflanzstadt Pommerns, 
nämlich Colbergs. Da aber nur Ausländer, nicht eingeborene Wen- 



— 215 — 

den, derartige öffentliche Aeniter erlangen konnten , so war diese« 
Adeiahaus ein fremdes in Pommern , welches dorthin auf eine im er- 
wähnten Artikel angedeutete Weise gekommen war. — Petrus 
Öchleve lebte um 1200, vermuthlich als Burgmann des Schlosses zu 
Colberg, oder Camin und Limbrecht und Wichhold Schlevo waren 
Zeitgenossen desselben. Gerhard tritt 1248 als Zeuge auf Ein 
zweiter Peter Schlewe soll 1262 Bürgermeister zu Colberg gewesen 
sein, was gar wohl möglich ist, der zuerst angeführte Petnis, wel- 
chen Einige als Bürgermeister zu Colberg antühren, konnte dieses 
Amt nicht bekleiden, denn dasselbe war vor 1255 noch nicht vorhan- 
den. Ein dritter Petnis Schleve kommt 1303 und 1321 urkundlich 
als Rathsherr zu Colberg vor und war vielleicht des Zweiten Sohn. 
Hans Schleve der Aeltere, welcher im 14. und 15. Jahrh. lebte, mit 
Judecke, vermuthlich v. Holck, vermählt war, ist der gemeinschaft- 
liche Stammvater aller noch lebenden Schlieffen. Der ältere Sohn 
desselben war Hans, der jüngere Nicolas und so ist denn die Nach- 
kommenschaft des Ersteren als älterer, die des Letzteren als jüngerer 
Ast aufzuführen, wenn auch Schöttgen, Altes und Neues Pommerland, 
S. 461, umgekehrt bestimmt. Hans der Jüngere ist der Stammvater 
der älteren , oder dresowschen Hauptlinie , sowie der dresowschen 
Nebenzweige und des soldekowschen Zweiges, Nicolas dagegen der 
Ahnherr des jüngeren Astes imd des von demselben stammenden 
danziger Zweiges. Der drosowsche Nebenzweig erlosch 1686 mit 
Anton W'ilhclm v. S. und der danziger Zweig in der ersten Hälfte 
des 18. Jahrhundert«. Die Fortpflanzung des älteren dresowschen 
Zweiges beruhte 1784 nur auf Johann Friedrich Wilhelm v. S., geb. 
1753, k. pr. Lieutenant und die des soldekowschen auf Johann Adolph 
Heinrich v. S. , geb. 1769: nach Allem scheint nur noch der jüngere 
Ast zu blühen. — Von den Anden Grliedem der Familie mögen hier 
nur die erwähnt sein, welche für den Stamm von besonderem Inter- 
esse sind. Hans v. Schlieffen der Jüngere, Bath des Königs Chri- 
stoph 111. von Dänemark, Norwegen und Schweden, erhielt 1444, 
wegen treuer Dienste, nachdem er die königliche Bathsstelle nieder- 
gelegt, als Bürgermeister zu Colberg, ein neue^ W^appen, welches 
die Familie beibehielt und Limbrecht oder Lambertus aus dem solde- 
kowschen Zweige, Abt des Klosters Oliva unweit Danzig, bekam für 
die pommerschen Schlieffen vom Könige Sigiemund IL August in 
Polen 1555 auf dem Reichstage zu Petrikau, neben einer Wappen- 
vermehrung, das polnische Indigenat. - — Sehr wichtig wurde nächst- 
dem tür die gesammte Familie und für die Nachkommen derselben: 
Martin Ernst v. Schlieffen aus der älteren , oder dresowschen Haupt- 
linie, geb. 1732 und gest. 1825 als k. pr. General-Lieutenant. In 
der mittleren Zeit seiner, grossen Thätigkeit war derselbe kurhess. 
Staatsminister und das erwähnte Werk über seine Familie giebt ein 
deutliches Zeugniss wie von seiner Gelehrsamkeit, so von seinem 
edlen (Jharacter. Er stiftete von seinem bedeutenden Allodialver- 
mögen und den Gütern Windhausen in Kurhessen und Schlieftenberg, 
Nigl^'We, Tolzin und Gierhagen iin Schwerinseben ein Majorat, zu 



— 216 — 

dessen ersten Nutzniesser Heinrich Wilhelm Graf v. Schlieffen, k. pr. 
Greneral — Sohn des k. pr. Kammergerichts-Eaths Johann Leo v. S. 
aus der jüngeren Hauptlinie — bestimmt wurde , welcher Letzterer 
aber, da er unvermählt war, den Genuss des Majorats dem ältesten 
8ohne des nach ihm folgenden Bruders, Johann Ernst Ludwig, dem 
Grafen Heinrich Wilhelm, abtrat. — Die vollständige Ahnentafel der 
genannten drei Gebrüder und Grafen v. S. ist nachstehende: Is icolaus, 
Stifter des jüngeren Hauptastes, s. oben ; — Leo, oder Leopold, gest. 
1550: Judith V. Schulten; — Xicolaus, gest 1564: Elisabeth v. 
Casow; — Leo (IL), geb. 1540 und gest. 1608: Catharina v. Bröcker; 
— Heinrich, geb. 1582 und gest. 1627: Judith v. Brunswick; — 
Leo (III. ), geb. 1611 und gest. 1699: zweite Gemahlin: Ludgard v. 
Hahn; — Leo (IV. )> &eb. 1654 und gest. 1688: Sopliia v. Gagem; — 
G^org Heinrich, geb. 1684 und gest. 1751 : Anna v. Brunswick; — 
Johann Leo, geb. 1649 und gest. 1777, Herr auf Beckow, k. pr. Hof- 
gerichtsrath : Dorothea Elisabeth v. Fuchs: — Heinrich Wilhelm, 
Johann Ernst Ludwig und Carl Friedrich Gebrüder und Grafen v. 
Schlieffen. — Graf Heinrich Wilhelm, geb. 1756, k. pr. General- 
Lieutenant a. D., starb 1842 ohne Nachkommen, dagegen aber haben 
Gr. Johann Ernst Ludwig, geb. 1759 und gest. 1819, k. pr. Haupt- 
mann und Gr. Carl Friedrich, geb. 1763 und gest. 1840, k. pr. 
Oberst , den Stamm fortgesetzt. — Das gräfliche Haus blüht jetzt in 
zwei Linien, der ersten und zweiten. Haupt der ersten Linie ist: 
Gr. Wilhelm, geb. 1829 — Sohn des 1836 verst. Grafen Heinrich 
Wilhelm, k. pr. Majors a. D. aus der Ehe mit Sophia v. Jagow, geb. 
1803 — Majoratsherr auf Schlieffenberg , Nieglewe, Tolzin, Rhaden 
und Sierhagen im Schwerinschen , sowie auf Windhausen und Sen- 
senstein im Hessischen, vermählt 1858 mit Amelie Grf v. d. Groben, 
geb. 1839. Der älteste Sohn aus dieser Ehe ist Martin Ernst, geb. 
1859. — Die beiden Brüder des Grafen Heinrich Wilhelm, neben 
zwei Schwestern: Grf. Wilhelmine, geb. 1797, verw. Frau v. Pirch 
und Grf Caroline, geb. 1806, vermählte Frau v. Weiher, sind die 
Grafen Carl und Leo. Graf Carl, geb. 1792, Majorateherr auf 
Schwand t, Marienhof und Vossfeld im Schwerinschen, k. pr. General- 
lieutenant a. D., vermählte sich mit Clementine v. Wedell, geb. 1801 
und gest. 1836, aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, vier Söhne 
entsprossten, die Grafen Otto, Wilhelm, Victor und Oscar. Gr. Otto, 
geb. 1821 , k. pr. Hauptmann a. D. , vermählte sich 1859 mit Anna 
V. Voss, aus welcher Ehe , neben einer Tochter, ein Sohn, Carl Otto 
Wilhelm, geb. 1860, stammt. Gr. W^ilhelm, geb. 1829, k. pr. Haupt- 
mann und Compagnie-Chef, vermählte sich 1862 mit Valeria R.- und 
Burggrf. und Grf. zu Dohna-Schlodien a. d. H. Kotzenau. Gr. Victor, 
geb. 1832, k. pr. Premierlieut. , vermählte sich 1857 mit Hilda v. 
Schultz a. d. H. Granskewitz auf Rügen , aus welcher Ehe ein Sohn, 
Carl, geb. 1858 lebt und Gr. Oscar, geb. 1834, k. pr. Premierlieut., 
vermählte sich 1861 mit Maria R.- und Burggrf. und Grf zu Dohna- 
Schlodien a. d. H. Kotzenau, geb. 1842, aus welcher Ehe ein Sohn 
entepross: Carl, geb. 1862. — Graf Leo, geb. 1802, k. pr. Major a.D. 



-- 217 — 

und Mitglied des k. pr. Herrenhauses auf Lebenszeit, vermählte sich 
1837 mit Virginie v. Schlieffen a. d. H. Soltikow, geb. 1817, Be- 
sitzerin des Gutes Sandow im Kr. Pyritz in Pommern, aus welcher Ehe 
drei Söhne und vier Töchter stammen. — Haupt der zweiten Linie 
des gräflichen Hauses Schlieffen ist Graf Friedrich Magnus, geb. 
1796 — Sohn des 1840 verstorbenen Grafen Carl Friedrich, k. pr. 
Obersten — Herr der Herrschaft Gross-K rausche im Kr. Bunzlau, 
Kreis -Deputirt^r des Kr. Bunzlau und k. pr. Major a. D., vennählt 
1828 mit Auguste v. Schönberg, geb. 1808, aus welcher Ehe , neben 
drei Töchtern, von denen Grf. Louise, geb. 1829, sich 1856 mit 
Friedrich Grafen v. u. zu Egloffstein, k. pr. Kammerherrn, vermählte, 
vier Söhne entsprossten , die Grafen: Theodor, geb. 1831, Altred, 
geb. 1833, beide in k. pr. Militairdiensten, Arthur, geb. 1844 und 
Heinrich, geb. 1848. Von den vier Brüdern des Grafen Friedrich 
Magnus ist der ältere: Graf Carl, geb. 1798, k. pr. Oberstlieutcnant 
und königl. Flügeladjutant, 1845 gestorben. Derselbe hatte sich 
1823 mit Catharina Grf. v. Schouvaloff, geb. 1801 und gest. 1858, 
vermählt, aus welcher Ehe, neben vier Töchtern : Grf. Elisabeth, geb. 
1825 und Grf. Maria, geb. 1830, Beide Ehren-Stifbsdamen des Stitls 
zum heiligen Grabe, Grf. Anastasia, geb. 1827, vermählt 1854 mit 
Ludwig Grafen v. Pappenheim, Erbherrn der bayerischen Standes- 
Herrschaft Pai)penheim und Grf Luise, geb. 1838, vermählt 1860 
mit Maximilian Gr. zu Pappenheim, k. bayer. Rittmeister, ein Sohn 
.«»tanimt: Graf Georg, geb. 1832, Herr auf Oberwitz in Ober-Schlesien, 
k. preuss. Kammerjunker, verm. 1860 mit Ludmilla Grf v. Renard, 
\erw. Grf. v. Brühl, geb. 1830, aus welcher Ehe ein Sohn, Georg, 
1860 geboren wurde. — Die drei jüngeren Brüder des Grafen Fricid- 
rich Magmis zind: Greif Leo, geb. 1799, k. preuss. Major a. D.; Graf 
Albert, geb. 1802, k. pr. w. Geh. Rath, verm. 1839 mit Maria Grf 
zu Stolberg- AVernigerode, geb. 1813, aus welcher, neben einer Tochter, 
ein Sohn lebt: Ernst, geb. 1843, welcher in das k. preuss. 2. Garde- 
ühkinen-Reg. trat und Graf Ernst, geb. 1811, k. pr. Gth.Regierungs- 
Rath. — Von dem adeligen Linien des Stammes haben mehrere fort- 
geblüht. Nach Rauer waren 1857 im Kgr. Preussen begütert: Ritt- 
meister V. Schlieffen auf Kuhtz, Fideicom missgut, im Kr. Schlawe; 
ein V. Schlieffen auf Bartlin, ein Anderer v. S. auf Leickow und noch 
ein Anderer auf Xlein-Soldeckow (alter Besitz), sämmtlich im Kr. 
Schlawe. 

BrÜgemann, 1. S. 17.S. — Pantheon de» Preuw. Heere«. H. S. 7 und 8. — Nachrichten von einif^en 
Hiusein des Geschlechts von Schlieffen oder Schlieben, Cassel, 1784, s. die Literatur im Artikel: Schlie- 
ben. — N. Pr. A.-L. TV. S. 177 und 78. Deutsche Grafenh. d Gegenwart, II. S.388— 94. — Freih. 
V. Udehur, 11. S. 378 und 79. — W. B. d. Pre»i8S. Monarchie 1. 91: (ix. v. S. — Meklenb. W. B. 
Tab. 45 Nr. 168 und S. Ö3: Gr. v. S. — Pommern. W. B. IIl. Tab. 63: Stammwappen und Gr. v. $. ' 

Schliekmann. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 4. 
Aug. 1834 für Heinrich Ferdinand Wilhelm Schliekmann, k. preuss. 
Justizrath zu Magdeburg. 

Frtih. V, Ledebur, II. S. 879. — W. B. d. Peu«$. Monarch. IV. 49. 

Schlingworm, Schlinkworm. Altes westph. Adelsgeschlecht, 
zu dem Stamme der v. Kettler gehörig. Dasselbe sass bereits 1313 



— 218 — 

zu Ruploh unweit Soest und war noch 1570 zu Altengescke bei Lipp- 
ßtadt und 1597 zu Sengershof bei Dinker unweit Soest begütert. 

Freih. v. T^debttr, T\. S. 87». — v. Steinen, Tab. 47, Nr. 12. 

Schlindl v. Uirschfeld. Ein in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. 
in den kaiHerlichen Erblanden bekanntes Geschlecht. 

ZedUr, 35. S. 11N>. 

% Bchlippenbaeh , auch Freiherren und Grafen (Stamm wappen : 

Schild von Silber und Schwarz der Länge nach getheilt, mit einer 
Kette von drei über einander stehenden Gliedern von gewechselten 
Farben). Schwedischer Freiherm- und Grafenstand: Grafendiplom 
vom 1. Juni 1654 für Friedrich ("hristoph Carl v. Schlipponbach, a. d. 
Hause Salingen, Obersten der schwedischen Garden und Reichsrath. — 
Altes, ursprünglich clevisches und aus der Grafschaft Mark stammendes 
Adelsgeschlecht, eines Stammes und Wappen mitden v. Bönen, Budberg 
und INeuhof, welches sich später in Lieliand, Schweden, Ostpreussen, den 
Marken und Pommeni ausbreitete, bedeutenden Grundbesitz an sich 
brachte und in der Uckermark zu Güstow, Schönermark, Röpersdorf, 
Schapow, Wittstock, Dochow, Arendsee und im Sabinenkloster bei 
Prenzlau, in Ostpreussen zu Salau, Domnau, Ken k ritten und Baugsch- 
korallen unweit Memel sass und namentlich in der Uckermark mit 
mehreren anderen Gütern und in Schlesien mit Ober-Mschanna im 
Kr. Rybnik gesessen wurde. — Der Sohn des obengenannten ersten 
Grafen Friedrich ('hristoph Carl : C'arl Friedrich Gr. v. Schlipponbach, 
und nach den Titeln des Vaters: Graf zu Schöfde und Freiherr v. Liu- 
xula, brachte das Haus zu noch grösserem Ansehen. Derselbe, gest. 
1723, stieg in der k. preuss. Armee bis zur Würde eines Generals 
der Cavalerie und war Gouverneur zu Colberg und der hinterpom- 
momschen Festungen, so wie Amtshauptmann zu Egeln. Von ihm 
stammen die jetzigen Grafen v. Schlipponbach und die im Johanniter- 
Orden sich vorfindende Ahnentafel seinem Enkels, des Grafen Ernst, 
ist folgende: (Hiristoph v. Schlippenbach a. d. Hause Salingen: Maria 
V. Manteutiel, genannt Szögcn (Xögen) a. d. Hause Kaydangen; — 
Friedrich Christoph Carl Gr. v. S., Graf zu Sköfde, Freih. zu Liuxula, 
a. d. H. Salingen, k. schwod. Reichsrath: Helene Elisabeth Freiin 
V. Braunfalck; — Carl Friedrich, k. preuss. General und Gouverneui* 
zu Colberg: Barbara Sabina v. Arnim a. d. H. ^^'echlin; — Carl Chri- 
stO]»h, k. pr. Major: Christina Charlotte Grf v. Sparr a. d. H. Trampe; 
— Carl Ernst (dessen verwandtschaftliches Verhältniss zu den näch- 
sten Stammvätern der jetzigen Grafen v. Schlipponbach genau nicht 
bekannt ist). — Das gräfliche Haus blüht jetzt in zwei Linien, der 
Märkischen und der Schlesischmi Linie. Haupt der Märkischen Linie 
ist: Friedrich Gr. v. Schlippenbach, Graf zu Sköfde, Freih. v. Liuxula 
und Salingt^n, geb. 1834 — Sohn des 1795 geborenen und 1836 ver- 
storbenen Grafen Carl, k. preuss. Hauptmanns, aus der Ehe mit Luise 
Freiin v. der Reck, geb. 1815, verm. 1832 (in zweiter Ehe verm. 
184() mit Adolph Freih. v. Canitz und Daliwitz, k. preuss. Kammer- 
herrn, Obersten a. D. und dienstthuenden Kamnierherm I. M. der Kö- 



— 219 — 

nigin von Preusöen), k. preuss. Lieutenant im 1. brandenb. üblanen- 
Kegimente. Die sechs Schwestern des Grafen Carl sind : Grf. Auguste, 
geb. 1796, verm. 1818 mit Friedrich Grafen v. Bassewitz auf Perlin 
und Burg Schlitz, gest 1863; Grf. Emilie, geb. 1802, verm. 1830 
mit dem Dr. thcol. Richard Jelf, Domherrn zu Oxford und Vorstande 
des Kings College; Grf. Adelheid, geb. 1803, verm. 1824 mit Hein- 
rich Gr. V. Reichenbach-Goschütz, gesch. 1832; Grf. Pauline, geb. 
1805, verm. 1823 mit dem 1854 verst. Carl Grafen v. Lehndorff, k. 
pr. Generallieutenant a. D. und Landhofineister , gesch. 1840; Grf. 
Bosalie geb. 1808, verm. 1832 mit Johann v. OzeroflF, kais. niss. 
Kammerhen'n, w. Staatsrath u. a. o. Gesandten und bevoUm. Minister 
zu Lissabon und Grf. Mathilde, geb. 1815, Stiftsdame zum heiligen 
Grabe. Neben diesen sechs Schwestern hatte Graf Carl fünf Brüder, 
die Grafen Wilhelm, Ferdinand, Albert, Ernst und Otto. Graf Wil- 
helm, geb. 1797 und gest. 1842, k. preuss. Major und persönl. Adju- 
tant des Prinzen Carl von Preussen, vermählte sich 1829 mit Mathilde 
V. Goldbeck und Beinhart , geb. 1805, aus welcher Ehe, neben einer 
Tochter, Grf. Anna, geb. 1841, verm. 1863 mit Woldemar Junker 
V. Ober-Conreut, k. pr. Regierungs-Rath, ein Sohn entspross; Graf 
Carl, geb. 1830, k. pr. Hauptmann im Greneralstabe , verm. 1852 mit 
Maria Freiin v. le Fort, geb. 1830, aus welcher Ehe zwei Söhne, 
Wilhelm, geb. 1834 und Albert, geb. 1859, stammen. Graf Ferdinand, 
geb. 1799, k. preuss. Generallieutenant zurDispos., vermählte sich 
1829 mit Ottilie Grf. v. d. Schulenburg a. d. H. Angern, geb. 1805, 
aus welcher Ehe zwei Töchter leben: Grf. Agnes, geb. 1831, verm. 
1859 mit Adelbert Freih. v. Rosenberg, k. pr. Kammerh. und Lega- 
tionsrath, a. o. Gesandten und bevollm. Minister zu Stockholm und 
Grf. Adelheid, geb. 1833, verm. 1856 mit Georg v. Kleist a. d. H. 
Rheinfelde in W^estpreussen, k. preuss. Rittmeister. Graf Albert, 
geb. 1800, Herr der Fideicommiss-Güter Arendsee, Christianhof, Raa- 
kow , Schönermark , Schaapow , Wilhelmshof und Wittstock im Kr. 
Prenzlau, vermählte sioli 1838 mit Emma Grf. v. Scheel-Plessen, aus 
welcher Ehe eine Tochter, lua, geb. 1842, lebt. Graf Ernst, geb. 1804, 
Herr derHerföchatlHeiligenkreuz in (Kroatien, k. pr. Oberst zurDispos. 
und Mitglied der croatischen Magnatentafel, vermählte sieh 1832 mit 
Henrica Regina Grf. v. Sermage, geb. 1811, aus welcher Ehe, neben 
zwei Töchtern, Jelka (Helene), geb. 1835, verm. 1853 mit Wilhelm 
V. Lepel a. d. H. Wieck, Herrn auf Beseritz im Strelitzschen und 
Maria, geb. 1851, drei Söhne stammen, Graf Arthur, geb. 1837, 
Herr auf Podgradio in Croatien, k. pr. Lieut. a. D. , verm. mit Na- 
talio V. Busan, gen. Stephan, geb. 1842, Graf Hans, geb. 1846 und 
Graf Otto, geb. 1807, k. preuss. Kammerh., verm. in erster Ehe 
1836 mit Clotilde v. Arnim, gesch. und in zweiter 1849 mit Adelaide 
de Grenier v. Fonbbanque, geb. 1827 und gest. 1856. Aus der ersten 
Ehe entspross ein Sohn: Mortimer, geb. 1843 und aus der zweiten 
Otto, geb. 1853. — Haupt der zweiten Linie, der Schlesischen , ist 
August Gr. V. S. , Gr. zu S. und Freih. zu L. und S., geb. 1821 — 
Sohn des 1788 geborenen und 1847 verstorbenen Grafen Theodor, 



- 220 — 

Herrn der Herrschaft Hennersdorf bei NeisBe in Schlesien , aus der 
Ehe mit Auguste v. Gaza — verm. 1855 mit Alwine Lachmann a, d. 
Hause Osseg, verw. Freifrau t. Koth, Herr auf Görlitz bei Breslau 
und Winzendorf bei Lauban. Die beiden Schwestern des Grafen 
August sind die Gräfinnen Melanie, geb. 1827 und Elisabeth , geb. 
1830. 

VaruelotQ, Pomin. Heldcnref . S. 418 und 19. — Dithmar, Ucrrenmplster des J.-O. S. 44. — 
Gauhe. 11. S. 1029— 3,ö. — Zedier, 85. S. 197 und 98. — {irundmatm, rckermJlrk. Adelshistor. S.«6. 
— Hvpel, Material., 17K8. S. 127. — N. 1^. A.-L. IV. S. 17» und 79. — Deutsche Orafenh. d. Gc- 
Rpnwart. 11. S. 395—97. — Freih. r. Ijedkbur , IT. S. 379 und 80. — Gcnfal. Tanchenb. der grrtll. 
Häuser, 1864. S. 758—61. 1866 und hi^to^. Handbuch zu Demselben, S. 876. — Schwedisches W. B. 
Tab. 4: Gr. v. S. — Nclrabt, Curländ. W. B. Tab. 23: ▼. S. 

Schlisted. Altes, halberstädtisches Adelsgeschhxht, welches 
nach dem, unweit Schöppenstaedt gelegenen, gleichnamigen Gute ge- 
nannt wurde und zuerst 1332 vorkommt. Später, und schon längst, 
ist dasselbe erloschen. 

JUaibom, Chronik des Klosters Marienberg, S. 59. — Zedier, 35. S. 199. 

Schlitz, genannt Gttrtz, s. den Artikel: Görtz, v. Schlitz, ge- 
nannt V. Görtz, Grafen, Bd. IIT. S. 568—70. 

Sclilitter v. Niedernberg , Freiherren. Erbl. österr. Freiherrn- 
stand. Diplom von 1851 für Carl Schütter v. !Nicdornberg, k. k. w. 
Geh. Rath, Feldmarsch. -Lieutenant, Divisionair in Croatien und zwei- 
ten Inhaber des 46. Infant. -lieg. Derselbe, geb. 1812 — ein Sohn des 
1846 verstorbenen Franz Schütter v. I^iedernbcrg, k. k. Hauptmanns 
— vermählte sich 1850 mit Johanna v. Russ, geb. 1828. 

Scblochow (in Blau ein vorwärts sehender, 'goldener Löwenkopf 
mit einem durch das Maul gezogenen, goldenen Ringe). Altes, zu 
dem in Hinterpommern begütert gewesenen Adel gehörendes Ge- 
schlecht, eines Stammes und Wappens mit den v. Paszki. Dasselbe 
sass bereit» 1575 und noch 1724 zu Schlochow unweit Lauenburg. 
Johann Wilhelm v. Schlochow lebte noch 1789 zu Schidlitz beiDanzig. 
Später ging der Stamm aus. 

Jficrael, S. 374. — Zedier, 35. S. 205. — >*. Tr. A.-L. IV. S. 180. — Freih. v. Ledebur, U. 
S. 380. — Siebmacher, V. 159. 

Sehliigel v. Ehrenkreutz. Erbl. österr. Adelsstand. Diplom von 
1772 für Johann Georg SchlÖgel, Lieutenant und Rechnungsführer 
im k. k. Husaren-Regimente Gr. Luzinski, mit v. Ehrenkreutz. 

Megerle v. Miihlfeld, Erg. Bd. S. 438. 

SchlÖgel V. Rossenf eld. Erbl. österr. Adelsstand. Diplom von 
1702 für Niclas Adalbert SchlÖgel, Primator zu Braunau in Böhmen, 
mit V. Rossenleld. 

Megerle v. MüKlJeld, Krg. Bd. S. 438. 

Schloessl, Sehlössl v. Schlossberg. Adelsstand des Kgr. Bayern. 
Diplom vom 4. Sept. 1817 für Franz Michael Sehlössl (geb. 1792), 
k. bayer. Oberlicutenant im 10. Linien-lnfanterie-Regimente, mit dem 
Namen : Schloessl v. Schlossberg. 

V. Lcmg, Supplement, S. 140. — W. B. d. Kjr. Bayern, VTO. 47. 



— 221 — 

Schloissnigg , Freiherren (in Roth der rechts gekehrte Kopf 
eines goldenen , wilden Ebers). Keichs - und erbländ. österr. Frei- 
lierrnstand. Diplom vom 15. Mai 1793 für Johann Baptist 
V. Schloissnigg, k. k. Hofrath und Greh. Cabinets-Director. Derselbe, 
geb. 1746 — ein Sohn des aus der aus Inner-Oesterreich stammen- 
den und dort begüterten adeligen Familie v. Schloissnigg entsprosse- 
nen Gregor v. S. , Kaiser Carls des VI. Hotraths bei dem Hofkriegs- 
rathe — wurde als k. k. Hofrath und ixeh. Cabinets-Director des da- 
maligen Erzherzogs, nachmaligen K. Franz 11. mit seinen Brüdern 
Jacob V. 8. , k. k. Hofrathe beim Hof-Kriegsrathe und Carl v. 8. , k. 
k. Hofrathe der Hof-Kammer für Münz- und Bergwesen, durch Diplom 
vom 9. Sept. 1789 in den lleichs- und erblandischen Ritterstand ver- 
setzt, erhielt am 26. Juli 1792 für sich und seine Nachkommen das 
Indigenat in Ungarn und dann, wie angegeben, den Freiherrnstand. 
Er starb 18<-)4 als k. k. Geh. Rath, Vice- Präsident der böhmisch- 
österr. Hofcanzlei, Canzler des Ordens vom goldenen Vliesse u. s. w. 
Der ältere Sohn desselben, Freih. Franz (I.) geb. 1777, niederösterr. 
Herr u. Landstand, Indigena des Kgr. Ungarn, Herr der Herrschaft 
Ebergassing in Nieder- Oesterreich, wurde den 2. März 1825 in da» 
niederösterr. Herrenstands-Consortium aufgenommen und starb 1850. 
Von ihm entspross als älterer Sohn: Freih. Franz (IL), geb. 1807, 
Herr der Herrschaften Ebergassing in Kieder - Oesterreich und Well 
und Annadaal in Holland, k. k. Kämmerer und Sections-Rath, vorm. 
1842 mit Auguste Freiin v. Pilgram, geb. 1823, aus welcher Ehe 
zwei Söhne stammen: Franz (III.), geb. 1842, k. k. Lieutenant und 
Wilhelm, geb. 1851. Von den Geschwistern des Freih. Franz (IL) 
wurde Freih. Wilhelm, geb. 1808, k. k. Legationsrath, Freiin Sophie, 
geb. 1805, vermählte sich 182G mit Franz Freih. v. Münch-Belling- 
hauscn, k. k. Hofrath und er.stem Custos der k. k. Hofbibliothek und 
Freiin Albertine, geb. 1809, vermählte sich in erster Ehe 1831 mit 
Johann Freih. v. Tinti, gest. 1834, Herrn der Hen-schaften Schalla- 
burg, Hichtenberg und Plankenstein , k. k. Kämmerer und in zweiter 
Ehe 1850 mit Johann Freih. v. Pilgram, gest. 18G1, k. k. w. Geh. 
Rath und Staats- und Conferenz-Rathe a. D. — Der Bruder des 
Freih. Franz (I.) war Freih. Johann (L), geb. 1782 und gest. 1849. 
Derselbe vermählte sich 1808 mit Angiolina v. Plasterä, aus welcher 
Ehe, neben einer Tocher, Freiin Angiolina, geb. 1823 und' vermählt 
1856 mit C/arl Dandlebsky Freih. v. Sterneok zu Ehrenstein, k. k. 
pens. Major, drei Söhne cntsprossteu , die Freiherren: Johann (IL), 
Theodor und Victor. Freih. Johann (iL), geb. 1809, k. k. Känune- 
rer und w. Geh. Rath, Statthalter in Krain, vermählte sich 1833 mit 
Josephine Fürstin v. Thurn und Taxis geb. 1798, Wittwe des Carl 
Freih. v. Wallbrunn, k. k. Kämm, und Rittmeisters. Freih. Theo- 
dor, geb. 1817, stieg zum Obersten und Cavalerie-Truppen-Brigadier 
und Freih. Victor, geb. 1818 und gest. 1851, k. k. Ministerial-Con- 
cipist im Handels-Ministerium, war seit 1846 mit Milena v.Graguitsch 
vermählt. 

Mtgtr^ V. MiMfeld, S. S3 apd Krg.-Bd. 8. 203. — Geneal. Taachenb. d. freih. Hüaser. 1853. 



— 222 — 

S. 40t»— 10, imi. S. 728 und 89 und 1866. — W. B. d. Ooterr. Monarch. XIII. 41. — ügrtt, I. 8. 
52— 5L — Knesehke, I. S. 387 und 88. 

Schlomach (Schild geviert mit silbernen Mittelschilde und in 
demselben eine fünf blättrige, rothe Rose mit goldenen Eutzen und 
grünen Blättern. 1 und 4 in Gold ein einwärts sehender, ausgebrei- 
teter, schwarzer Adler und 2 und 3 in Roth ein silberner Querbal- 
ken). Reichsadelsstand. Diplom vom 10. Juni 1651 für Melchior 
Schlomach, Herrn auf Meissdorf, kursächs. Hauptmann über die 
Aemter und Städte Jüterbogk, Dahme, Burg, Dobrilugk und Finster- 
walde. Von den Nachkommen desselben war nach Gauhe um 1720 
der h. sachs.-weissenfelsische Kammerjunker y. Schlomach im Amte 
Dahme begütert. Die Familie sass schon 1632 zu Dahme, 1637 zu 
Gebersdorif und zu Mehlsdorff und hatte die letzteren beiden Güter 
noch 1736, so wie 1749 Zützen bei Luckau inne. Um diese Zeit ist 
der Stamm erloschen. 

Handschriftl. Notiz. — O'auhe, II. S. 1035: v. Schlonug. — Freih. v. Ltdebur, II. S. 380. — 
Tj/roff, II. 38: F. H. v. Schlomach (das» der FYeihcrrnstand in die Fkmilie frckoiranen, i«t sonst nicht 
bekannt). — KftMChke, III. S. 3Sfö u. 96. 

Schlon, Slon, Chalon, Schlon, genannt Gehlen, Schlon, genannt 
Tribbe (in Roth zwei ins Andreaskreuz gelegte, goldene Stäbe, be- 
gleitet von vier goldenen Ringen). Alte«, westphälisches Adelsge- 
schlecht, welches zu den in den Wesergegenden, im Hannoverschen 
und im Schauenburgischen gesessenen Familien gehörte. In Urkun- 
den des 12. und im Anfange des 13. Jahrh. kommt der Stamm als 
dem höheren Adel angehörig und zu den Stammgenossen der Edlen 
V. Vlotho und v. Varenholte zählend, später aber nur als Ministerial- 
geschlecht vor. Als solches war die Familie noch 1682 zu Oevelgünne 
im Mindenschen begütert, besass 1693 einen adeligen Hof zu Lübbeke 
und hatte das Gut Viegenburg unweit Rahden noch 1714 inne. 

Frtik. V. Ledebur, II. S. 386. — Siebmaeher, I. S. 101: v. Gelen, Braunschweigi^ch. — v. Jf»- 
dinff, I. S. 101 : Qialong, genannt Q«ble. 

Schlösschen (im Schilde drei, 2 und 1, Rosskämme). Altes, zu 
Anfange des 17. Jahrh. erloschenes, cölnisohes Patriciergeschlecht, 
welches bereits in der ersten Hälfte des 15. Jahrh. in der Stadt Cölu 
die Höfe Hirtz, Jüdden und Wichterich besass. 

Fahne, I. S. 390. — Freih. v. Ledebur, II. S. 380. 

Schloss (in Gold drei silberne, an den Hörnern mit Sternen 
besteckte und mit den Rücken gegeneinander gekehrte Halbmonde). 
Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 13. Octob. 1734 für 
Johann Schloss, k. pr. Hofrath. 

Freih. v. Ledebur, U. S. 380. - W. B. d. ?mm. Monarchie, IV. 5«. 

Schlossberg, Freiherren. Ein, aus dem Jülichschen stammen- 
des, in der Person des Franz Caspar Freih. v. Schlossberg (geb. 
1763), k. bayer. Obersten und Stadt - Commandanten zu Bayreuth 
in die Freiherrnclasse der Adc^lsmatrikel des Kgr. Bayern einge- 
tragenes Geschlecht. Der Froihermstand desselben wurde durch 
Original-Zeugnisse der beiden Friedensgerichte Bergheim und Le- 
heerich nachgewiesen. 

V. Lernif, SoppieuMiit. S. 06. — W. B. d. Kgr. Bayern, IV. 4 und v. wnickMn. Abth. 4. $. 8. 



- 223 - 

Schlossgängl y. Edlenbach. Erbl. österr. Adelsstand. Diplom 
Ton 1733 für Leonhard Anton Schlossgängl, Oberwasser- Anfeeber zu 
Wels, mit: v. Edlenbach. 

MegtHe v. Mtihl/dd, Krg.-Bd. S. 438. 

Schongängl - Candon v. Edlenbach. Erbl. - österr. Adelsstand. 
Diplom von 1781 für Anton Candon, Passauischen Titular - Hofkam- 
merrath — adoptirten Schwiegersohn des Oberwasseraufsehers und 
Ober-Fischmeisters Leonhard Schlossgängl zu Wels, mit dem Namen: 
Schlossgängl-Cändon v. Edlenbach. 

Megerle v. MüMJ^, Erg.-Bd. S. 438. 

Schlotheim, Schlottheim, früher Schlatheim, Slatheim, auch 
Freiherren und Grafen (von den vorkommenden, vielen Varianten 
des Wappens abgesehen, in Silber ein schwarzes Mittelstück in Form 
einer alten Eurg mit Zinnen und zwei Thürmchen. Seit dem 18. 
Jahrh. wird das schwarze Mittelstück^ meist nur in der Form eines 
verkehrt stehenden [gestürzten] Schildes oder einer alten Burg ge- 
führt, welche letztere in den äusseren Umrissen ebenfalls einem ver- 
kehrt stehenden , altdeutschen Schilde gleicht imd mit Zinnen und 
zwei Thürmchen versehen ist). Alter, in Hessen, Oesterreich und 
Preussen anerkannter Freiherrn- und erbl. -österr. Grafenstand. An- 
erkenn iingsdiplom des alten Freiherrnstandes der Familie: vom 15. 
April 1788 vom Laudgrafen Wilhelm IX. von Hcssen-Cassel für die 
Gebrüder Gt)ttlieb Christian und Ernst (yhristian Wilhelm v. S. — 
Söhne des 1783 als General-Lieutenants und Gtjuverneurs von Cassel 
verstorbenen Carl Wilhelm Salomo Freih. v. S. — und zwar auf 
Grund der nachgewiesenen Abkunft von uralten freien Territorial- 
Herreu, welches Diplom auch später, o. Nov. 1812, vom Könige Hie- 
ronymus von Westphalen anerkannt wurde; von kais. österr. Seite 
in dem 1811 in die Familie gclangUm Grafenstandsdiplome und Erlass 
der k. preuss. Kegierung zu Minden vom 27. Juli 1844, nach welchem 
der k. pr. Kammerherr Carl Ludwig Theodor Freih. v. S. auf Wie- 
tersheim im Kr. Minden zu den im liegierungsbezirke Minden ansäs- 
sigen Herren gezählt wurde, die nebst ihren Familien, auf Grund der 
stattgehabten Prüfung, zur Führung des Freiherrntitels höheren Orts 
für berechtigt erklärt worden sind — und erbl. -österr. Grafendiplom 
vom 9. Mai 1811 für Friedrich Wilhelm Freih. v. Schlothcim, k. k. 
Kämmerer und Obersten bei Fürst Schwarzenberg Uhlanen (nachmals 
Feldmarschall-Lieutenant), in Rücksicht seiner altfreiherrlichon Ab- 
kunil und zur Belohnung seiner persönlichen Verdienste. — Eins der 
ältesten und berühmtesten thüringischen Adelngeschleohter , welches 
schon 1130 in solchem Ansehen stand, dass ihm, wie frühere Histo- 
riker annahmen und wie noch neuerlich und jetzt mehrfach angenom- 
men wird, K. Lothar das damals so mächtige Erb-Ober-Truchsessen- 
Amt der Landgrafschatl Thüringen verlieh, um dadurch den Laud- 
grafen mit grösserer Macht und Herrlichkeit zu umgeben. Doch sei 
nicht unerwähnt, dass Forscher der Neuzeit und unter diesen auch 
Freiherr v. Ledebur, die ehemaligen Erbtruchsesse dieses Nameusj 



— 224 — 

Stammgenoswni der v. llageu mit der SchaafBcheere und der Balken- 
theilung, für ein anderes Geschlecht halten. — Nach Angabe des Ta- 
schenbuchs der freiherrlichen Häuser besitzt die Familie v. Schlotheim 
eine, in solcher Vollkommenheit wohl selten vorkommende Crkunden- 
sammlung über ihre V^erhältnisse aus dem Zeiträume von 1178 bis 
zu dem Ausgange des 14. Jahrhunderts. Dieselbe liefert den Bewei», 
dass die freien Herren v. Schlotheim im 12., 13. und 14. Jahrhunderte 
Territorial-Herren und bis 1330 im Besitze der Herrschaft Schlotheim 
in Thüringen waren; dass sie im 12. Jahrh. sich Grafen v. Schlotheim 
nannten; dass während des Zeitraums von 1244 bis zum Ausgange 
des 13. Jahrhunderts achtundzwanzig namhaft gemactiti^ thüringische, 
ritterbürtige Geschlechter, von denen Alanche noch jetzt blühen, ihre 
Vasallen waren; dass sie schon seit 1242 sehr häufig in ausgedehnter 
Weise das Siegelrecht und das Recht für Andere Urkunden auszu- 
stellen, ausübten und dass sie 1290 das Münzrecht mit den sonstigen 
Kegalien und 1293 auch die Hohe (T(M*ichtsbarkeit besassen. Auch 
geht aus dieser Urkunden-Sammlung hervor, dass die Herren von 
Schlotheini 1288 und später sich häufig „von Gottes Gnaden Herren 
in Schlotheim" schrieben und ihnen auch von anderer Seite die nur 
dem hohen Adel zukommenden Prädicate beigelegt wurden; dass sie 
Vermählungen nur mit Personen des hohen Adels schlössen ; dass sie 
1285 einem von ihnen selbst in ihrer Herrschaft gestift;eten Kloster 
die volle Immunität beilegten und dass sie endlich dem Orte Schlot- 
heim (im Schwarzburgischen), der bereits in einer Urkunde vom 18. 
Mai 874 erwähnt wird, das Stadtrecht verliehen haben. — Ueber 
Mehrere der alten thüringivschen Erb-Ober-Truchsesse v. Schlotheim 
finden sich in dem Taschenbuche der freiherrlichen Häuser interessante 
^N^achweise. Dieselben gehörten zu den treuesten Anhängern Fried- 
rich's und Diezmann's in den langjährigen Kriegen, welche diese mit 
ihrem Vater führten, doch wurde während der Fehden die Herrschaft 
Schlotheim mit den SclilÖssern so oft von den Feinden verwüstet, 
dass die Besitzer aus den Beihcn der Territorial-Herren ausscheiden 
mussten: sie verkauften 1330 die Herrschaft an die Grafen v. Hohn- 
stoin. Die Erbtruchsessc v. S. gehörten auch nach dieser Wendung 
des Glücks noch fünf Jahrhunderte hindurch zu den begütertsten und 
angesehensten Geschlechtem Thüringe^ns. Sie l)esassen die Güter 
Almenhausen, Kutzleben, Stuffert, Westerengel, Straussfurth , Tenn- 
stedt, Heringen, Stedten, Auleben, Uthlcben und Bollenhausen und 
lebten, nach dem Manuscriptc des v. Lingen und nach Valent. König, 
immer in einem Mittelstande zwischen den Grafen und dem niederen 
Adel. Eine Urkunde von 1454 nennt noch damals Glieder des Ge- 
schlechts, neben dem (irafen v. Schwarzburg, Stolberg, Mansfeld, 
Beichlingen und Hohnstein „echte und rechte Freischöppen Thürin- 
gens" — Nach dem Tode des 1589 verstorbenen Georg Ernst v. 
Schlotheim auf Almenhausen, Auleben, Heringen, Stedten (St^iden) 
und üthleben schied sich der Stamm in zwei Linien, in die schwarze 
und weisse Linie, welche dauernd fortgeblüht haben. — Die oben er- 
wähnte, vollständig beglaubigte, im Besitze der Familie befindliche 



— 225 - 

Stammtafel von 1178 bis zur Gegenwart durchläuft dreiuiidzwanzig 
Grenerationen, welche «ie freilich vorzugsweise der uralten Erb würde 
des Geschlechts verdankt. — Der neueste Personalbestand wird in 
folgenden Abtheilungen aufgeführt: Weisse (Thüringische Linie): 
Erster Zweig und zweiter Zweig: üthleben und Schwarze (Preus- 
sische) Linie. Haupt des ersten Zweiges der Weissen Linie ist: Freih- 
Bernhard Georg Carr geb. 1846, — Sohn des 1846 verstorbenen Freih. 
Bernhard (geb. 1801), herzogl. sachsen-coburg-goth. Karamerherm 
und Ober-Forstmeisters, aus der Ehe mit Auguste Amalie v. Einsiede! 
a. d. H. Scharfenstein, geb. 1806 — k. preuss. Lieutenant. Die beiden 
Schwestern sind: Freiin Amalie, geb. 1827, verm. 1847 mit Volprecht 
Freih. v. Riedesel zu Eisenbach und Freiin Anna, geb. 1832, verm. 
1855 mit dem herzogl. sachsen-coburg-goth. Kammerjunkor und Hof- 
Jägerm. August v. Schack. — Haupt des zweiten Zweiges: Üthleben 
ist: Freih. Carl Ludwig, geb. 1H18, Herr auf Auleben und Üthleben, 
k. pr. 0bei*8tlieutenant im Garde-Dragoner-lleginiente, verm. 1841 
mit Mai'ia v. WolfF, aus welcher Ehe, neben vier Töchtern, vier Söhne 
entsprossten. Von dem Bruder des Vaters, dem 1785 geborenen 
Freih. Christian Friedrich Wilhelm, stammen aus der Ehe mit Fer- 
dinande Schneidewind di'ei Söhne. — Haupt der Schwarzen (Preus- 
sischen) Linie ist: Freih. Carl, geb. 171)6 — Sohn des 1845 im 81. 
Lebensjahre gestorbenen (-Jenerals Ernst Wilhelm Freih. v. S. aus der 
Ehe mit Charlotte Freiin v. Lehsten, gest. 1840 — Herr auf Wieters- 
heim, k. pr. Kammerherr, Major a. 1). und Landrath des Kr. Minden, 
verm. mit Melanie Grf v. AVietersheim, aus welcher Ehe, neben zwei 
Töchtern, ein Sohn lebt: Freih. Eduard, k. pr. Lieutenant a. D., verm. 
1857 mit Johanna v. Kaven. Die Geschwister des Freih. Carl sind: 
Freiin Emilie, geb. 1821, verw. Freifrau v. Gayl und wieder verw. 
Geh. Käthin v. Schlepegrell ; Freiin Friederike, geb. 1806, verm. 
1831 mit dem 1841> verstorbenen k. k. Obersten in der Cavalerie 
Wilhelm Freih. vom Stein-Liebonstein zu Barchfeld und Freih. Jerome 
Kapoleon, geb. 1809, Herr auf Kornaty, k. pr. Major a. D. und Ober- 
Elegierungsrath , verm. in ei*ster Ehe 1837 uiit borette v. Wurmb, 
gest 1853 und in zweiter 1860 mit Charlotte Freiin v. Haynau, aus 
welchen Ehen je eine Tochter und aus der ersten ein Sohn, Bertbold, 
geb. 1840, aus der zweiten aber ein -Sohn, Werner, geb. 1862, stammt. 

Alhini, Hbtor. d. (»r. \. Worthorn, S. 6l». — Spangnibtrg , U. S. \{\h. /e.U/urhs . Jitollxrj. 

(hrnnik, S.370. — Knauth. OrUinn Reirhlin^;iorura. S.4fi. — .li'«»fiia»ifi, Klrrhhrrjf. Ilistorip, S. 121. 

— v.OUichenstein, Nr. 7». — Schannat, S. 153. — Valent. K^niic. III. S. J»46 «!>. — Ifortu Hand- 
hiblk>th<'k, 11. S. HWH-115. — v. FaUtmaUin , Thüring. Chronik. 11. S. 1351»— ß3. — Gauh( , 1. S. 
ans— 17. — ZedUr, 35. 8. 225—2». — Megtrle v. Mühl/eld, S. «»: Or. v. S. — Mittheilunjren des 
thftrlniTÄch». Vereins, I. HfL 3. S. 10: Dr. He»»c, Schlotheims Vonelt. — N. Ft. A.-f* IV. S. IN» 
nnd 81. -- Freik. v. Udeiur, Tl. S. 38« und 81. — Oeneal. T*8ch«ih. d. freih. Hüuser, 1866. S. 
«08—60». 1864, 8. 72»— 38 nnd 18«6. — G«ie»l. Tasrhenb. der (trüfl. Häuser, 185«. S. 6«o und 1857. 

— Siebmachtr, V. 130: r. Schlotheim, Thürineisrh. — v. Meding , TIT. S. 3M-8«. — W. B. der 
SKchs. Staaten. 

Schlnbatt, Schlnbhnt (in Silber eine blaue Sturmhaube). Ein zu 
dem früher in 0«tpreu88en begüterten Adel zählendes Geschlecht, 
welches bereits 1612 zu Sonntag unweit Sensburg, lOSö zu Pülz und 
Weisschnüren im Rastenburgischen imd 1656 zu Heinrichau im Ro- 
senbergischen sass, dann mehrere andere Güter an sich brachte und 

^iiMcUe, Deutsch. .IdeN-Lnc.VTTT. X5 



— 22t> — 

fioch 17:^7 zu Langr^naa und Xieder Tranjet and 1731 za AlkeDeUflB 
begütert war. — Da.s Geschlecht ist mit Aibreeht Enml t. Schlobatt, 
k. preor^s Krieg«- imd Domainen-Kathe. 25. Aiig. 1731 erloacben. 

Mcfalaek. sMihidi. f^ng, Schlack t. KiederhoTOi jn GoU 
zwei inn Andreaskreuz gelegte, oben and onten mit Zinnenachnitten 
ven^hene Balken und friiher zwei ins Andreaskrenz gellte ReflieD 
Ton Rauten/ Alte> Adel*ge<<:hlecht der GratVchaA Mark und de? 
Herzogthnms Jäiioh. Die Familie «^as.« in der Grafeehaft Mark 1242 
onweit Ilortmnnd zu Niederholen and Wellinghofen and 1458 rn 
Hattingen unweit Bochum, so wie noch 14*)0 zu Niederbofen. ging 
a^ier noch im 15. Jahrb. in der Grafschaft Mark aus. Dagegen blähte 
«e noch im Jülichj<chen zu Hofsteden. welches* Gut von 1478 bi« 1596 
dem Gev:hlechte zustand. 

Fnin^. IL S. l'Al. — Frtik. r. U4^bur, il. 5. S*l. — r. Stemm, T»h. 51. 5r. 5 nd S. 

Schlnderbach, Schlatterbach (Schild geviert: 1 und 4 in Schwarz 

ein goldener Greif und 2 und 3 in Roth ein flicssender Bach). ErbL- 
Oflterr. Adelj^^tand. Diplom von 1724 für Johann Joseph Schinder- 
bach, landrKihaftlirhen Einnehmer in Krain. — Die Familie blühte fort 
und war noch in neuer Zeit in Ober-iSohlersien b^ütert. Dieselbe sass 
l>5<Xi zu Olier- und Xieiler-Borin im Kr. Pless und zu Godow im Kr. 
Bubuik, hatte 1811i noch Godow, tso wie Rudolphsort im Kr. PleSH 
inne und war noch 1830 zu Ober- und Xieder-Porin gesesaen. 

M€o*rU V. 3iüMl/*M, Kri|;.-B4. «i. 43^. — Frtik r. lAdibur, U. S. Sgl : StUntleTHcii. 

HehlÜHMer (im mit .silbernem Rande eingcfassten Blau drei, 2 and 
1, goldene Sterne j. AdelsHtand des Kgr. Prenasen. Diplom vom 15. 
Oct 184^J lur den k. preus». Major im (jcneralstabe des 4. Armeecorpe 
SchliwHer. Derselbe war später Generalmajor und Commandenr der 
5. Cavalerie- Brigade. 

Fr^h. V. T^debur, U. S. 381 and in. ?. 339. 

Schlümhach, RelchnadelsHtand. Diplom vom 10. Aug. 1761 
für Johann Micha<^l Schlümbach, Gräfl. Erbach-FürstenauischenRath. 
Zwei Söhne desselben, Johann Ernst Heinrich v. Schlümbach^ geb. 
1770 und Alexander Christian v. S., k. bayer. Revierförster zu Theta, 
geb. 1772, wurden in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern einge- 
tragen. 

V. fjong, Supplem. 8. 110. — W. B. d*» Kgr. Bayern. MII. 48. 

SehlÜHselbergf Grafen. Altes Grafengeschlecht auf demlford- 
gaue, nicht zu verwechseln mit dem längst erloschenen, vom Freih. 
v. Hoheneck, I. S. 377, erwähnten oberösterr. Adelsgeschlechie der 
Herren v. Schliisselberg, welche 12(X) den gleichnamigen Stammsitz 
erbauten. — Günther v. Schliisselberg lebte zu Anfange des 12. Jahrb. 
und wurde vom K. Conrad II. dem Salier zum Feld-Obersten vhef 
die den Wenden entgegen rückenden Truppen ernannt. Der Staaua 
blühte noch ins 14. Jahrh. hinein. Conrsui Graf v. S., welcher in 
düui 1322 vom Kaif*er Ludwig von Bayern dem Erzh. Friedrioh von 



I 



— 227 — 

Oesterreicb gelieferten Treffen die Reichsfahne führte, übergab in 
ctiesem Jahre die Grüter Witzendorff nnd TVindeck dem Stifte Bam- 
berg und starb 1849 mit Hinterlassrmg einer Tochter, Anna, welche 
Aebtissin in dem von der Familie früher gestifteten Kloster Schlts- 
selau irorde. Die Schlüsselbergischen Güter kamen theik an die 
Hochstifle Bamberg nnd Wür«burg, theils an die Burggrafen von 
Nürnberg. 

V. FaUcetutein, Antiquit. 5ordgaw. Vet. n. S. S55. — Gauhe, H. S. 1035 und 36. — Zedier. 
35. 8. t4«. ^ Otitsrxaich«r« Nene Beitrüge rar OoKhickte, Jahrr. 18S4> Hft. 1. 

SchlfisselMd v. Rireben-Sittenbaeh , Schlftsselfelder. Fränki- 
sches Adelsgescblecht, welches znerst seine Besitzungen in nnd joä 
die Stadt Kirchen-Sittenbach hatte und dann in Nürnberg sich nieder- 
liess und in das dortige Patriciat kam. Dasselbe tritt urkundlich 
zuerst 1407 auf. Später ist dasselbe erloschen. 

MeisterMn, Histor. rpr. Norimb. cap. 16 — llistor. Nachr. vom Urspnmire und Wachsthmne der 
StUS Kürabtfr, S. 84» rnnd 40. — ßi^dermmtm, Wlrnberf. Patriciat, l^b. 019—84. <> Aüm, 36. 
S. SSe. -^ Siäbmmfler, 1. 906: Die SehUlsüeiftlder, Hiknib. adel PatritU^r und \1. 19. -> v. MeiMn^, 
n. S. 593 und 94: Nach einem TiCichenateine in der Domkirche zu Merseburg. 

Schltttter, Schlüter (Schild der Länge nach getheilt. Rechts in 
Silber ein rother , einen goldenen Schlüssel haltender Löwe und links 
in Blau ein goldener Steni). Reichsadelsstand. Diplom vom 16. April 
1725 fiir Johann Christian Scliliiter, kurbraunschw.-lüneburg. Grene- 
ralmajor, für sich und seine Nachkommen und mit der £flaubniss, 
sich von den Gütern zu nennen und zu schreiben. Die Erhebung in 
des Adelstand wurde auf Grund des angeführten kaiserlichen Diploms 
18. Juli 1728 in Hannover amtlich bekannt gemacht. Der Empfanger 
des Adelsdiploms hatte in den Feldzügen gegen die Türken und in 
Flandern sich ausgezeichnet — Der Stamm blühte fort, wurde im 
Bremonschen begütert und Sprossen desselben traten in die Hanuov. 
Armee. Andreas v. S. lebte um 1852 als pens. Generalmajor; Fried- 
rich V. Schlütter wurde 1848 Major im Garde- Jäger-Bataillon imd 
Julius V, S. war 1851 Prem.-Lieut. im Regimente Herz. v. Cambridge 
Dragoner. — Ein v. 8. stand um 1858 im k. pr. Garde-Reserve-R^. 
als See. -Lieutenant 

Prat§€, Ajtea nnd Iftoea aus dna Her«. Hremen, VII. S. tiA und 47. — Freih. v. 4. Kneetbeek, 
S. 249. — Freih. v. Ledebur, II. S. 381.— Hannov. W. B. F. 1. nnd S. IH. — «. He/ner, Ilannov. 
Adpl, Tab. 38. — Kneeehke, 1. S. 989. 

Schlnga v. Rostenfeld, FreHierren (Schild geviert, mit goldenem 
Mittelschilde und in demselben ein rechts sehender, schwarser Adler, 
1 und 4 in R^th ein einwärts gekehrter, silberner Löwo; 2 in Blau 
ein seehsstrahliger, goldener Stern und 3 in Gold eine bLauc Lilie). 
Erbl.-österr. Freihermstand. Diplom vom 16. Juli 1774 für Frana 
Xaver Schluga v. Rostenield, ständischen Ausschussrath in Kärnten. 
— Mat&ias Schluga erkaufte das Gut Rontenfeld im s. g. Grabfidbio 
in Kärnten und wurde der nächste Stammvater des freih. Hauses S. 
V. R. Der Sohn desselben, Anton V'alentin S., geb. 1672 wurde mit 
seinem Bruder, Johann Joseph 8., durch Diplom vom 14. Bept 1715 
mit dem Prädicate: v. Rostenfeld in den erbl.-Ö8terr. Ritterstand ver^ 
setzt Valentin 8. v. R. war mit Ursula v. Herbert vermählt und starb 

15* 



— 228 — 

1744. Sein Sohn war der obengenannte Freih. Franz Xaver. Der- 
selbe, geb. 1727 und gest. 1797^ Herr auf Rostenfeld, Tanzenberg, 
Mayreck , -FrankenHtein und Moderndorf in Kärnten , vermählte sich 
1750 mit Maria Anna Freiin v. 8ternbach zu Stock und Luttach, geb. 
1730 und gest. 1799 und setzte den Stamm durch drei Söhne fort. 
Der ältere von diesen Söhnen, Freih. Franz Sales, geb. 1751 und gest. 
1828, k. k. Land- und ständischer Ausschussrath in Kärnten, ver- 
mählte sich in zweiter Ehe 1805 mit Maria Anna Freiin v. Rehbach, 
geb. 1796 und aus dieser Ehe entspross das jetzige Haupt des freih. 
Hauses: Freih. Franz, geb. 1813, Majoratsherr, k. k. Hofrath und 
Landeschef des Herzogthums Kärnten, verm. 1853 mit Mathilde 
Daudlebsky, Freiin v. Sterneck zu Ehrenstein, geb. 1822, aus wel- 
cher Ehe ein Sohn stammt: Albert Franz, geb. 1853. — Der Bruder 
des Freih. Franz, Freih. Johann, geb. 1815, wurde k. k. Statthalterei- 
Concipiöt zu Klagenfurt. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Hd. S. 97 und sNM. — Genfal . Taschenh. der freih. HKumt, 1868. 
S. 4X0 und 11. 18C8. S. 800 und 18Cö. — Tjfvoff, U. 216. — W.ß. d. östcrr. Monarch. XII. 80. — 
Kneschke, I. S. 888. 

Schlntitzky, Freiherren. Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom 
von 1777 für Anton v. Schlutitzky, Grenadier -Hauptmann im k. k. 
Infant.-Eeg. Freih. v. Koch. 

Metrie v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 97. 

Schlutt, Schlatt v. Ascholding, Adelsstand des Kgr. Bayern. 
Diplom vom 25. März 1815 für Matthäus Schlutt, k. bayer. Appella- 
tions-Gerichts- Ad vocaten in München, vorher Stadtrichter zu Wasser- 
burg und Besitzer des Ort^igerichts Ascholding (geb. 1758). 

V. Lang, 8. 529. - W. B. dei Kgr. Bayern, VIIT. 48. 

« Schmackowski , Schmakowski (Schild schräg rechts getheilt: 
oben, links, in Roth ein schrägliegendcr, silberner Anker und unten, 
rechts , in Silber ein laufender , rother Hirsch). Ein in neuer Zeit in 
Schlesien zu Koschütz, Renke und Raden im Kr. Rosenberg begütert 
gewordenes Adelsgoschlecht, aus welchem mehrere Sprossen in die 
k. pr. Armee traten. Nach Bauer besass die genannten Güter 1857 
und noch jetzt Ludwig v. Schmackowski, k. pr. Premier-Lieutenant 
a. D. und Landes- Aeltester des Kr. Rosenberg, verm. 1831 mit Ca- 
tharina Grf Ballestrem di Castellengo, geb. 1801). 

N. Pr. A.-L. IV. S. 181. — Frtih. v. Ledebur, II. S. 205. 

Schmadel, Edle. Pfalzgräfl. Zeilscher Adels- und Ritterstand. 
Diplom vom 6. Nov. 1758 für Joseph Anton Schmadel, kurbayer. 
Rath und Hofgerichts-Advacaten in München , Besitzer der vier Hof- 
marken Buchersried, Fühnbach, Königsfeld und Üttenhofen. Das er- 
wähnte pfalzgräfliche Diplom wurde in Kur-Pfalz 14. Febr. 1762 mit: 
Edler v. , ausgeschrieben. — Der Stamm blühte fort und zwei Enkel 
des Diploms-Empfängers: Max Anton Joseph Edler v. 8., geb. 1767, 
Inhaber des Gutes Hötiing, und Friedrich Joseph Edler v. S. , geb. 
1789, wurden mit vier Vettern, nach Anlegimg der Adelsmatrikel 
de« Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen. 

V. T^^nff 9. R»>. — W. «. diw KfT. BiiTprn, VTIl. 4*. 



— 229 — 

Schmalenberg, Sdunallenbei'g (im Hchildc ein gestürzter Halb- 
mond, auf welchem eine halbe Lilie niht, gleitet von drei Sternen). 
Altes zu dem im Brandenburgischen , in Pommern und später auch 
in Ostpreussen begüterten Adels zählendes Geschlecht. Dasselbe sass 
bereits 1644 zu Rohrbeck unweit Königsberg in der Mittelmark, 1679 
zu Osterwalde bei Stemberg, 1684 zu Steinwehr unweit Greifi'enhagen, 
1752 zu Nahmgeist und öchönteld bei Pr. Holland und noch 1803 
zu Blumberg unweit Cüstrin und zu Eichwerder im Kr. Ober-Barnim. 

— Um letztere Zeit ist das Geschlecht erloschen. 

Schmalensee (in Silber eine grüne Staude mit fünf Blättern und 
drei Wurzeln). Altes, pommemsches, im Wolgastischen angeses- 
senes Adelsgeschlecht, welches auch nach Meklenburg und nach Ost- 
preussen kam und aus welchem mehrere Sprossen in die k. pr. Armee 
traten. — Die Familie sass bereits unweit Grimme 1386 zu Dönnie, 
1488 zu Zetelwitz, 1491 zu Bertramshagen, Grabow und Tribbesees, 
erwarb dann mehrere andere Güter und hatte noch 1839 unweit Pyrite 
CoUin, Strebelöw und Wittichow inne. — Jürge Adolph v. Schmalen- 
see starb 1797 als h. meklenb. Hofmarschall. Die Tochter des- 
selben, Anna Caroline v. S., vermählte sich mit dem 1808 verstor- 
benen k. preuss. Kammerherrn v. Bochow auf Plessow, welcher sich 
nach ihrem Tode mit der Schwester derselben , Anna Dorothea v. S., 
vermählte. In der k. pr. Armee standen 1806 zwei Brüder v. Schma- 
lensee. Der ältere, Ludwig v. 8., war 1814 Oberst und Regimen t»- 
Commandant und starb 1826 als Generalmajor, der jüngere, Carl 
Friedrich v. S., trat 1833 als Generallieutenant in den Pensionsstand. 

— Nach Bauer war 1857 ein v. S., Bittmeister, Herr auf Paglau im 
Kr. Bereut (Bohrend), Prov. Westpreussen. 

Micratl, VI. S. 868. — Gauhe, I. S. 2117. — Ztdler, 86. S. 2W). — N. Pr. A.-I.. IV. S. 181 u. 82. 

— Freih. v. UdOmr , II. S. 381 und III. S. 339. — Submacher, V. 1Ö9. — v. Medmg , II. S. 626. 

— Pommerntches W. B. in. Tab. 62. u. 66. Nr. 6. n. 6. 

Sehmaterl v. Sternfeld. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 
28. März 1642 für Melchior Ferdinand Sehmaterl, mit: v. Sternfeld. 

V. HeUbach, U. S. 416. 

Schmatzhagen , Schmateshagen , Schmachteshagen (in Blau vier 
Schrägrechts geführte, silberne Ströme). Altes, in Vor-Pommeni im 
Wolgastischen und auf Rügen ansehnlich begütertes Adelsgeschlecht, 
dessen Hauptsitz auf Rügen Ventzwitz war und aus welchem mehrere 
Sprossen in der Geschichte Pommerns als herzogl. Hauptleute vor- 
kommen. Dasselbe sass bereits 1326 zu Schmatzhagen» welches 
später wüste lag, hatte im 15., 16. und 17. Jahrb. zeitweise und 
wechselnd mehrere Güter inne und erlosch im Mannsstarame 1 657 mit 
Julius Paul V. Schmatzhagen, Herrn auf Güstow, Holzhof, Lehmhagen 
und Ventzwitz. 

MieraeJ, S. 266. — Waekenroder , Alte« und Neues Rttjren, 8. 227. — Oauhe, I. S. 2117. ~ 
— Xedttr, 35. S. 290. — Freih. v. Leäebur, U. S. 381 u. »2 u. 111. S. 839. — Siebmacher, V. IW. 
— . V. MeJUng, lü. S. 686. 

Schmaus. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1759 für Georg 
Wolfgang Schmaus. 

MtgwrU v. HWdfM, 8. 298. 



— 230 ^ 

Schmauser v. Leidenfels. Erbl.-östeiT. AdeltMtand. Diplom von 
1792 für Johann Siegmund Schmauser, k. k. Artillerie-Capitain-Iieu- 
tenanty mit: v. Leidenfeie. 

Mtgf^U V. MühJ/üd S. 268. 

Scluiiaii08 V. LiYonegg. Beiehsadelsstand. Diplom Ton 1762 
für Carl Caspar Schmauss, k. k. Feldkriegs-Commissar, mit: v. Li- 
vonegg. 

Mt§wU V. MühlfOd, Erg.-Bd. S. 489. 

Schmanss, Schmaus 2a Pullenrietli. KurbayeriHcher Adeluatand, 
anerkannt für die k. k. Erblande. Adclsdiplom vom 27. Mai 1757 
tür Greorg Wolfgang.Schmaus, Besitzer der Schmausen-Grlashütie und 
Landsass zu FuUenrieth imd kaiserliches Anerkennungsdiplom vom 
26. Mai 1759. — Der Stamm blühte fort und zwei Enkel des Diploms- 
Empfangers, die Gobrüder: Johaim Anton Leopold v. S., geb. 1769, 
k. bayer. quiesc. Eegieiningsrath und Laudrichtei* von Waldmünchen 
und Ketz, Inhaber der Hofmarken Eichhosen und Sinzing, geb. 1769 
und Clemens August Leopold v. S., geb. 1778, wurden mit zwei Söh- 
nen ihres verstorbeneu Bruders und mit ihrem Vetter: Georg AntoB 
V. S., geb. 1768, k. bayer. Patrimoriialrichter, Kirchen- Administrator 
und Besitzer der Hofmarken Pullenrieth und Yorderlangau, nach An- 
legung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern , in dieselbe eingetragen. 

V. Long, S. 881. ~ W. B. dtf Kgr. Btyern, Vm. ÖO. 

Schmecker (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Blau ein 
halber, schwarzer Adler und links in Gold eine halbe, rothe Linie, 
Beide an die Theilungslinie angeschlossen). Altes, iVtiher auch Smö- 
ker, Schmöker, Schmäcker und Schmeicker geschriebenes meklenbur- 
gisches Adelftgeschlecht, welches auch in Vor-Pommem und in der 
Uckermark blühte. Dasselbe kommt urkundlich schon im 13. Jahrh. 
vor, besass im 14. Jahrh. die Herrschaft Gnoyen, von welcher es den 
Herren-Titel führte, verlor aber später diese HeiTschafl wieder und 
wurde im Güstrowschen zu Matkendorf und Wüstenfelde ansässig. 
Nach V. Behr war wohl Matthias Joachim v. Schmecker, der 1632 
noch lebte, der Letzte des Geschlechts. 

V. Prittbutr, S. 54. — Oimht, I. 8. 8117 u. 18. — v. ßtkr, R. M. Lib. Tin. $. 1668. -^ Zedier, 
86. S. 802. — Freik. v. Udfbur, 11. S. 382. — v. tt'estphaUn, monim. Inedit. IV. Tab. 18. Nr. 18: 
Slfill. Hinrici omjiekpr von 1270 und Tab. 19. Nr. .W: S. Hlnrloi de Schmäcker von 186«.— t». Jfe- 
4inf, 1. 580. 

Schmeerheim, Schmerheim (Schild der Länge nach getheilt: 
rechts in Silber ein halber, schwarzer Adler und links in Blau zw» 
über Kreuz gelegte, geästete, goldene Stämme). B;eichsadel68taiul. 
Diplom von 1710 für Johann Friedrich v. Schmeerheim. Derselbe 
starb 12. März 1728 als k. preuss. Generalmajor und Ck)mmandant 
von Lippstadt und Sparenberg. Er besass das Gut Eckendorf im 
Kirchspiele Heepen unweit Bielefeld. 

Freih. v. Udebur, U. S. 882. 

Schmelss, Schmeiss v. Ehrenpreissberg (Schild ge viert: 1 in 
Blau unter Wolken ein felsiger Berg, auf welchem Ehrenpreiss wächst; 
2 und 3 in Gold ein au die Theilungslinie angelegter, schwarzer Ad* 
1er und 4 in Eoth ein nindcr Thurm). Beichsadelsstand : Adels- und 



— 231 — 

Wappenbrief vom 27. Mai 1645 für die Gebrüder: Johann Bchüieiss, 
kurbrandenb. Ratii und Canzler, geb. 1579 zu Breslau und gest. 1668 
ztt Eeendten in Ostpreussen , und Christian Schmeiss, mit dem Prädi- 
cate : v. Ehrenpreisaberg. — Der Stamm wurde fortgesetzt und ein 
Epitaphium von Messing in der Kirche SS. Petri et Pauli zu Zittau 
erhält das Andenken an einen der Nachkommen. Derselbe, Gustav 
Friedrich Schmeiss v. Ehrenpreissberg, Herr auf Ober - Ullersdorf, 
Sommerau und Poritzsch bei Zittau, war in kursächsischen Kriegs- 
diensten zum Obersten des Leibregiments zu Fuss gestiegen, starb 
im Feldzuge von 1691 und wurde in der Leonhardts-Kirche zu Stutt- 
gart beerdigt. Aus seiner Ehe mit Anna Margaretha Eichler v. Auritz, 
Wittwe des 1677 verstorbenen Melchior Caspar Winckler, Erbsassen 
auf Ober-Ullersdorf und Sommerau und angesessenen Bürgers der 
Stadt Zittau, gest. 1696, stammte Johann Friedrich S. v. E., gest. 
schon 1680 und Johann Adolph. S. v. E. , welcher auf Verordnung 
seiner verewigten Mutter das erwähnte Epitaphium aufrichten liess 
und später, 1723, kursächs. und k. poln. Land-Kammerrath wurde. 
Von den Nachkommen des Letzteren lebten noch 1776 Erdmann 
Friedrich und Ernst Ludwig 8. v. E. Mit denselben ist später der 
Stamm, welcher in der Oberlausitz um 1736 zu Nostiz und Wiltheti 
begütert war, ausgegangen. 

J. B. Garpzovll Analecta Fastomm ZitUviensium , Zittau, 1716, 1. Th. cap. 12. S. 96 and 4 Th. 
cap. «. 8. 208. — Sinapius, ü. S. 970. — €fauht, II. S. 1086. — f^eih. v. Ledthur, ü. 8. 883. — 
Siebmuhtr, m. 94 und IV. 163. 

Schmeling, v. der Sehmeling (in Blau eine goldene Sonne mit 
achtzehn, wie gewöhnlich gebildeten Strahlen, zwischen welchen 
drei goldene Pfeilspitzen, zwei nach den beiden Oberwinkeln des 
Schildes und eine in der Mitte nach unten gerichtet, hervorkommen). 
Altes, pommemsches, schon im 13. Jahrh. bekanntes Adelsgeschlecht, 
eines Ursprunges mit der Familie v. Blixen. Albertus S. tritt nach 
Schlegel, de Cella Veten, S. 46, in einem 1224 vom K. Friedrich II. 
dem Kloster Alten-Zelle in Meissnischen gegebenen Diplome als Zeuge 
auf; Ekhardus Smelink zeugte 1293 in einem der Stadt Damm er- 
theilten Privilegium und Wulff und Eggerd Smelink ei*8cheinen 1299 
in einer Urkunde des Jungfrauenklosters zu Stettin. Aus Pommern, 
wo die Familie zu bedeutenden Grundbesitz gelangte, welcher, wie 
fast immer, im Laufe der Zeit mehrfach wechselte, kam die Familie 
im 15. Jahrh. nach Liefland und später nach Ostpreussen und österr. 
Schlesien. Die Güter Gr. Streitz und Neuenbalz, so wie Neuenhagen 
waren alte Lehne des Geschlechts und zu den späteren und neueren 
Besitzungen gehörten namentlich auch Jüdenhagen, Gross - und Klein- 
Meilen, Pleushagen, Hölkewiese, Wunneschin, Freist, Wobesde, Bä- 
gatz u. s. w. In Ostpreussen standen um die Mitte des 18. Jahrh. 
Kinwangen unweit Rastenburg, Neuhoff bei Memel und Sehesten im 
Sensburgisohen der Familie zu. In Schlesien wurde um 1715 Adolph 
Bogislav V. S. auf Neuenhagen, Streitz, Judenhagen, Datjow, KettloW 
und Baming durch Vermählung mit Maria Luise Freiin v. Bludowsky 
Herr auf Haschlach im Teschenschen und sass auf diesem Gute noch 



— 232 - 

1730 mit ^^eineln Suhae, Ernst Friedlich Gottlob v. Ö. — Die Güter 
Curow und Giistow, alte Lohne derv.Wuesow, imKr.Bandow kaufte 
um 1774 der k. preuss. Kriegs- und Domainenrath , nachmals Kam- 
merdirector zu Stettin Gustav ßeinhold v. Schmeling. — Zwei Spros- 
sen des Stammes waren 1806 k. preuss. Landräthe^ der Eine in dem 
pommemschen Kreise Schlawe, der Andere in dem ostpreuss. Kreise 
Sehesten. — Ueber die Blecken v. Schmeling, Adoptiv-Söhne dee 
1850 verstorbenen k. preuss. Oberforstmeisters Carl Ludwig Wilhelm 
V. Schmeling, welchen das Gut llagatz gehörte, s. den Artikel: 
Blecken v. Schmeling, Bd. L S. 464 und 65 und das stammverwandte 
Geschlecht der v. Blixen ist Bd. L 8. 469 erwähnt — Was die v. 
Schmeling-Diringshofen (Düringshofen) anlangt, so wurde den Kin- 
dern des zu Petersburg verstorbenen Krieg-sraths v. Schmeling durch 
k. pr. Cabinetsordre vom October 1806 gestattet, sich v. Schmeling- 
Diringshofen zu nennen und folgendes Wappen zu fuhren : Schild ge- 
viert, mit Mittelschilde. 1 in Silber ein schrägrechter, goldener Strom; 
2 und 3 in Blau auf grünem Boden ein gekrönter, goldener Löwe, 
welcher einen Pfeil hält und 4 sechs neben einander gestellte Pfeile. 
Mittelschild quergetheilt : oben in Blau die Sonne der v. Schmeling 
und unten in Silber ein schwarzer Adler mit über Kreuz gelegten, 
silbernen Schlüsseln. — Das Gut Wobesde unweit Stolp gehörte nm 
1837 dem k. preuss. Kammerherm Georg Ernst Ferdinand Freih. 
V. Schmeling und Grcss-Möllen dem Landschaftsrathe v. S., auch 
lebte um die^se Zeit in Breslau ein flegierungsrath v. S. und mehrere 
Sprossen des (xeschlechts standen in der k. preuss. Armee. — Der 
Stamm blühte dauernd fort und nach Bauer war 1857 Carl Ludwig 
Wilhelm v. S. Xutzniesser der Familien -Stiftung .Tüdenhagen und 
Neuenhagen im Kr. Fürstenthum Camin; ein v. S. , Majjor a. D. , war 
Herr auf Gross - und Klein-Möllen (Meilen) ebenfalls im Fürstenth. 
(^'aminschen Kreise und ein v. S.-Diringshofen, k. preuss. Hauptmann, 
hatte das Gut Nieder - Landin im Kr. Angermünde inne. 

Micratl, S. 62G. — Sinapiu» , II. S. 971. — Gmthe , I. S. 2118. — Ztdler , 36. S. 805. — iMc- 
ruimann, Johanniter - Orden , 5». 843, >*r. 61. — BHUftjemann , 11. Hauptittirk. -- K. Pr. A.-L. IV. 
N. Pr. A.-L. IV. S. 182. — Freih. v. Uätb^r , 11. S." 382 u. 83 u. 111. S. 8!W. — Sitbtwcker , V. 
IW. — V. Mtding, IT. S. 624 u. 26. — Pommernsches W. B. TU. Tab. 38 u. Tt^h. 42. 5r. 8: Siegel 
de« Nevdink Smollnk. Ritter, von 1400. — Tyroff , I. 03. — W. B der preii»». Monarch. IV. 60: 
V. Shmeling-Dirin^hofon. — Kne<chke, II. S. 388 n. 84. 

Sclimelzern v. Wildmannegg, Schmelzern v. Wildmannseck, 
Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in Roth ein einwärtsgekehrter 
Strauss mit ausgebreiteten Flügeln, welcher im Schnabel ein Huf- 
eisen hält und 2 und 3 der Länge nach von Gold und Schwarz ge- 
theilt, mit einem vorwärts sehenden, mit Laub bekränzten und um- 
gürteten, wilden Manne, welcher, die Linke in die Seite stemmend, 
mit der Rechten einen dünnen, oben abgestutzten, entwurzelten Baum 
als Stütze umfasst). Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom vom 25. 
Nov. 1820 für Johann Schmelzern v. Wildmannseck, k. k. General- 
Major und FestungH-Commandantcm zu Joseplistadt (unvermählt 1831 
gestorben) und fiir die drei Neffen desselben, die Gebnider: Emanuel, 
Heim-ich Ferdinand und Norbert Schmelzern v. Wildmannseck — 
Der Vater der genannten drei Brüder, Norbert Friedrich S., Bruder 



— 23?> — 

dcft Freih. Johann — k. k. Gubernialrath und Xreishauptmann de« 
Czaslauer Kreises, hatte durch Diplom von 1811 den erbl.-österr. 
Ritterstand, mit dem beibehaltenen Prädicate: v. Wildmannseck er- 
halten, nachdem derselbe bereits 26. Aug. 1807 das Ritterstands- 
Incolat von Böhmen erlangt und einer seiner Vorfahren , Daniel S. 
V. W., swate Rzimske Rzische Wladika, 1580, am Montage nach St. 
Hieronymu«, wegen'seiner als Lieutenant des deutschen Fussvolkes 
geleisteten langjährigen Kriegsdienste , vom K. Rudolph II. eine Be- 
stätigung des ihm und seiner Familie zustehenden Adels bekommen 
hatte. Norbert Friedrich S. v. W., gest. 1809, war dreimal vermählt: 
in erster Ehe mit Theresia Hickisch, gest. 1788, in zweiter mit Clara 
Schlösser, gest. 1799 und in dritter mit Antonia Columban. Von 
den erwcänten drei, mit in das Freiherrendiplom eingeschlossenen 
Grebrudem, Emanuel, Heinrich Ferdinand und Norbert, stammten die 
ersten zwei aus zweiter Ehe, der dritte aber aus der dritten Ehe des 
Vaters. Von dem Freih. Emanuel, geb. 1785 und gestorben als k. 
k. Oberst a. D. , stammt aus der Ehe mit Johanna v. Schmitzhausen, 
verm. 1816, ein Sohn: Freih. Christian, k. k. Bittm. Freih. Heinrich 
Ferdinand, geb. 1788 war früher k. k. Hauptmaim im Infant-Regim. 
Freih. v. Duka und Freih. Norbert, geb. 1805, ist pens. k. k. Feld- 
Kriegs-Canzlist. 

Megerte v. MUhlftld, S. 148 und Erg .-Bd. S. 97. — Frtih. v. T^debur, Tl. S. 888. G«iN«l. 
TMichenb. d. freih. HKuser, 1853. S. 418; 1855.*$. 640: 18(H. S. 782 u. 186«. ~ Siebmaeher, UI. 
«I. u. IV. 163. — Uyrtl IJ. S. 125 u. 26. — Kneaehke, II. S. 385 u. »6. 

Schmerling, Reichsritter und Edle, Edle und Ritter und Edle 

(»Stammwappen: Schild blau und durch einen rothen Querbalken ge- 
theilt und hinter demselben ein rerhtsgekehrter , goldener Lowe, be- 
gleitet oben, wie unten von drei, 1 und 2, goldenen Sternen). Reichs- 
rittcr, erbl.-österr. Adels- und Ritterstand. Reichsritterdiplom von 1707 
für Anton Albert v. Schmerling, k. k. Hotkammerrath und Secretair, 
HO wie für die Brüder desselben, Leopold und Joseph v. Schmerling, 
Hauptleute im k. k. Infanterie-Regiinente Freih. v. Kriegsbaum, mit 
Edle von, wegen altadeligen Herkommens; erbl. österr. Adolsdiplom 
von 1793 für Joseph Schmerling, Cassier der Banco-Hauptcasse und 
für den Bruder desselben , Sebastian S., Rait-Officier der montanisti- 
schen Hof buchhaltung, mit Edler v. und erbl.-österr. Ritterdiplom von 
1819 für Joseph Edlen v. Schmerling, k. k. Rath und jiibilirten Ober- 
Einnehmer der Banco-Hauptcasse. — Die Empfänger der angegebenen 
Diplome gehörten zu einer österr. Familie, welche schon seit Anfange 
des 18. Jahrb. in Wien sehr bekannt war, dauernd fortblühte und in 
neuer Zeit namentlich durch zwei Brüder zu grossem Ansehen gekom- 
men ist: Anton Ritter und Edler v. Schmerling, um 1848 k. k. Bun- 
despräsident, Gresandter zu Frankfurt und Mitglied der deutschen con- 
stituirenden National- Versammlung, wurde als Greh. Rath 1860 k. k. 
Staatsminister und mit den Ajagelcgenheiten der politischen Vertrer 
tungs-Körper, der Greschäfte des Cultus und des Unterrichts, so wie der 
Institute für Kunst und Wissenschaft betraut und Joseph Ritter v. 8. 
stieg zum k. k. Greneralmajor und war 1827 Brigadier und präsidiren- 



— 234 — 

der Bevollmächtigter bei der Bundes-Militair l/ommisöion »u Frankfurt 
a. M. Um letztere Zeit war auch Heinrich Bitter y. S. Bittmeister 
L Gl. im k. k. 3. Gendarmerie-Begimente. 

HAndschrifÜ. Votizen. — MegtrU v. MUM/eUi, S. 143 n. 358 u. 59. — Mflitair-Schematlsnras 
des tfsterr. Kaiserthun». 

Schmerten, Smerden (in Gold oben drei rothe Bader und unter 
denselben drei rothe Tuniierkragen von vier und drei Lätzen). Altes 
westphälisches , früher namentlich zu der osnabrückschen BiUerschatt 
sahlendes Adelsgeschlecht, dessen Sprossen Burgmännor zu Osnabrück 
waren. — Bernhard v. Smerten nahm 1435 in einem Treffen der Os- 
nabrücker gegen die Herforder den Johann v. Klenke gefangen. 

Freih. v. JAdebur, ü. S. 838. 

SchmertEing, Schmerzing, auch Freiherren (Schild von Gold und 
Both der Länge nach getheilt, mit drei, 2undl, Lilien ingewechselten 
Farben). Beichsfreihermstand. Diplom vom 12. März 1706 für Her- 
mann Hannibal v. Schmertzing (geb. 1660 und gest. 1715), Herrn auf 
Ehrenberg, Ehrenhayn und Beussa, k. poln. und kursächs. Kammer- 
herm, Ober -Hofmeister und Amtshauptmann der Bailei Thüringen 
(die Ernennung war schon 1704 erfolgt, doch wurde das Diplom erst 
am erwähnten Tage ausgefertigt). — • Altes, ursprünglich pommersches 
und liefländisches Adelsgeschlecht, aus welchem Bernhard v. Schmert- 
zing 1558 Hauptmann auf dem Schlosse zu Wittenstein war. Die 
Stammreihe beginnt im 17. Jahrh.'mit Dietrich v. Schmertzing auf 
Förstel, verm. mit Felicitas v. Schönberg, aus welcher Ehe Otto v. S., 
Tefm. mit Martha v.Benndorf, stammte.-^ In den älteren Ahnenproben 
der Freih. v. 8. tritt zuerst Georg Ernst v. S. auf Förstel auf. Derselbe 
war mit Anna Maria v. Creutzenvennähltund von ihm steigt die Stamm- 
reihe, wie folgt, herab: Georg Budolph v. S. : Marie Magdalene v. Dö- 
litsch; — Budolph v. S. : Anna Margaretha v. Miltitz ; — Hannibal v. 
8. auf Förstel: Margaretha Magdalena v. Metsch a. d. H. Plome; — 
Freih. Hermann Hannibal, 8. oben, (bei der Erstürmung von Ostrau 
i. J. 1686 befand er sich in der ersten Sturmcolonne, welche die Fe- 
Btungs wälle erstieg, daher die sieben Standarten auf dem Helme des 
Schildes, auch zeichnete er sich, wie das Beichsfreihermdiplom beson- 
derserwähnt, 1688bei Wien aus): Elisabeth Auguste Freiin v.Bipperda 
a. d. H. Ellerburg (Mutter von neun Kindern); — Freih. August Han- 
nibal, geb. 1691 und gest. 1756, Herr auf Ehrenberg, Beussa, K"aim- 
dorf und Boschwitz, k. pob. und kursächs. Kammerherr und Amts- 
hauptmann der Bailei Thüringen : Erdmuthe Judith v. Benkendorf a. 
d. H. Kötiz. — Freih. Aug. Hannibal wurde Stammhalter der Familie. 
Derselbe hinterliess zwei Söhne, die Freiherren Caspar und Gottlob, 
welche Stifter zweier Linien wurden: der Lutherischen und der Katho- 
lischen. Was die Lutherische Linie anlangt, so vermählte sich der 
Stifter derselben, Freih. Caspar, geb. 1726 und gest. 1801, h. sächs. 
goth. altenb. Kammerherr, w. Geh. Bath und Ober-Jägermeister, mit 
Auguste Anna v. Burgsdoif, geb. 1728 und gest. 1768. Aus dieser 
Ehe entspross: Freih. Gottlob Ferdinand Hannibal, geb. 1756 und gest. 
1827, h. sächs. goth. altenb. Oberfbrstmeister, verm. in erster Ehe mit 



— 235 -- 

Luise V. Wolfrainßdorfi geb. 1764 und gest 1798 und in zweiter mit 
GarolixieY.Wolfrainsdorf^ geb. 1768 und gest. 1827. Aus der zweiten 
She stammte Freih. Caspar (II), geb. 1801, h. sächs. altenb. Eammerh. 
und Oberforstmeister, verm. 1832 mit Agnes v. Stieglitz, geb. 1805, 
aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Freiin Maria, geb. 1838, verm. 
1860 mit Eugen v.Sack, h. sächs. altenb. Kammerh., zwei Söhne leben : 
Freih. Adoli^, geb. 1833 und Freih. Kurd, geb. 1836, L k. Artill.- 
Hauptmann. — Der Bruder des Freih. Caspar (II): Freih. Ferdinand, 
geb. 1802, Ober-Stallmeister, Oberst und pers. Adjutant S. D. des reg. 
Fürsten Beuss jüngerer Linie, verm. in erster Ehe 1826 mit Bertha 
V. Bissing a. d. H. Lippendorf, geb. 1805undgest. 1827 und in zweiter 
1833 mit Elisabeth v. Schwarzkopf, geb. 1811, aus welcher letzteren 
Ehe eine Tochter stammt: Froiiu Bertha, geb. 1827, verm. 1852 mit 
August V. Voss, k. pr. Obersten zur Bispon. — Der Stifter der Katho- 
Usohen Linie: Freih. GK)ttlob, s. oben, geb. 1738 und geblieben 1793 
bei Erstürmung der weissenb. Linie vor Mainz, k. k. Kämm., Feld- 
marschall-Lieut und Inhaber des 3. Cuirassier-Regiments, hatte sich 
1785 vermählt mit Franziska Grf. v. Amade de Varkony, gest. 1824. 
Ans dieser Ehe entspross: Freih. Anton, geb. 1787, Herr der Herr- 
schafben Bös und Szenitz in Ungarn, k. k. Kämm, und gewesener Ma- 
jor im 1. Husaren-Regimente Kaiser, verm. 1818 mit Anna Jeszensky 
de Kagya Jeszen, geb. 1792, aus welcher Ehe ein Sohn lebt: Freih. 
Thaddarus, geb. 1820, verm. 1862 mit Johanna Hezistie Froiin v. 
Skrbonsky, geb. 1835. 

Knamtk, S. M». — VaUnt, KthUa, 11. 8. 76&— 60. — Hühner, genenl. hlstor. I^le. S. 1470. 
— ßauhe, I. S. 311S~20. — 2edkr, 85. 8. 823—37. — Lmpotd, I. Bd. 4. S. 887 u. 98. — Freik. 
v.Ledehur, n. 8. 883. — Geneal. Ttschenb. d. freih. Häuser, 1848, S. 828 u. 29. 1858, 6. 412 u. 13, 
1806. 8. 540-48, 1888, S. ROO u. 61 u. 1805. — Ttffoff, I. 21. — Supi>lem. tu 81ebn. W.B. V. 94: 
V. S. — W. B. der Such«. Staaten, V. 92: Frh. v. 8. — v. He/ner, »ilchsischer Adel, Tab. 16 Nr. I. 

Sdimeskall, Schmesskal, Smeskall, Zmieskal, auch Grafen (im 

Schilde ein nach der rechten Seite springender Ochse und auf dem ge- 
krönten Helme drei Straussfedem: nach mehreren Siegeln der Familie 
in Sachsen aus den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrb., namentlich nach 
einem Siegel von 1733, mit der eigenhändigen Unterschrift: Carl Joa- 
chim V. Schmiskall, kursächs. Capitain. Dass die Familie im Wappen in 
Roth eine silbemeEnte geführthabe, ist derRedaction nicht bekannt). 
Böhmischer Grafenstand. Diplom vom 1. Oct. 1716 für Heinrich Jo- 
seph V. Sohmeskal, mit dem Zusätze: v. Damanowitz — Schlesisches, 
von Sinapius zu den vornehmsten Familien in den Fürstenthümem 
Teschen und Oppehi gezähltes Adelsgeschlecht, welches 1720 zu Sauer- 
witz unweit Leobsc^ütz und um diese Zeit auch in der Oberlausitz zu 
Jessnitz bei Bautzen und zu Obemeundorf bei Görlitz sass. — Hein- 
rich Schmeskal war 1628 des Fürstenthums Oppeln Abgeordneter 
ad conventus publicos. Der Schlesischen Fürsten imd Stände; Hein- 
rich Joseph Graf v. Schmeskal und Domanowitz, s. oben, lebte noch 
um 1730 als kaiserlicher erster Assistenzrath und Amtsverweser im 
Fürstenthumc Oppeln und Glieder der Familie standen um diese Zeit 
in der kursäch. A^ee. — Die Familie war noch 1788 in Schlesien en 
Oscbyn imKr.Eybnik und 1799 zuGr.Grauden imKr. Cosel begütert. 



— 2m — 

Unter den im Militär-Schematismus des Oesterr. Kaiserthums ange- 
führten Capitalien für die Militär-Büdungsanstalten findet sich unter 
Nr. 83 auch fiir die allgemeine Privatstiftung ein Capital vondemk. k. 
Major Johann Grafen v. Smieskal. 

Smapius, II. S. 210 u. 16. -> Gauhe, I. S. 2120. - Zedier, 35. S. 386. — Frtth, v. LedOur, 
TL S 838. 

Schmettan, Sehmettow, anch Freiherm und Grafen (Wappen nach 
dem kaiserl. Erneuerungsdiplome des Adels der Familie von 1668: 
Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold ein halber, an dieThei- 
lungslinie angelehnter, schwarzer Adler und links in Schwarz ein sil- 
berner Querbalken, begleitet von drei, 2 und 1, goldenen Sternen; 
fireiherrliches Wappen: Schild geviert: 1 und 4 der halbe, schwarze 
Adler und 2 und 3 der von den Sternen begleitete Querbalken und 
gräfliches Wappen : Schild geviert mit Mittelschilde und einer unten 
zwischen Feld 3 und 4 eingepfropften, rubinfarbenen, gebogenen Spitze 
mit einer Pyramide aus 15 eisernen Granaten, 5,4,3,2,1, von welchen 
die obere brennt. In dem mit einer Grafenkrone gekrönten Mittelschilde 
der zweiköpfige, schwarze Reichsadler, auf der Brust einen von Silber 
und Blau geweckten Herzschild tragend. 1 und 4 in Silber ein schräg- 
rech ts gestellter, schwarzer Hundskopf, aus dessen Rachen noch oben 
ein rother Pfeil mit dem Gefieder hervorragt und 2 und 3 in Schwarz 
ein silberner Querbalken, von drei, 2 und 1, goldenen Sternen beglei- 
tet. Ein durch Diplom vom 18. Sept. 1822 in den Preuss. Adelsstand 
versetzter Zweig erhielt nur folgendes Wappen: in Schwarz ein gol- 
dener Querbalken, begleitet von drei, 2 und 1, goldenen Sternen). — 
Erneuerter Reichsadelstand, Reichs- und Böhmischer Freiherm- und 
Reichs-Grafenstand. Kaiserl. Erneuerungs-Diplom des der gesammten 
Familie zustehenden Adels vom 28. Sept. 1668, zunächst für die drei 
Gebrüder Georg, Gettfried und Ernst v. Schmettow, in Kur-Branden- 
burg noch in demselben Jahre anerkannt ; Reichsfreihermdiplom von 
1701 für Samuel v. Schmettow (geb. 1058 und gest. 1708) mit seinen 
Brüdern und Vettern* Böhmisches Freihermdiplom von 1717 fiir die 
Gebrüder Gottfried Wilhelm, Carl Friedrich und Johann Gottlob v. 8. 
und Grafendiplom vom 24. Febr. 1742 für Leopold Freih. v. Schmettan 
(geb. 1714 und gest. 1777\ k. dänischen Kammerherm undRegiemngs- 
rath, mit seinen gesammten Yettera; im Kgr. Prcu8sen31. Juli 1742 
anerkannt. — Altes, ursprünglich ungarisches Geschlecht, welches 
unter dem Namen : Szmettay in Ungarn und Serbien im 14. imd 15. 
Jahrhunderte ansehnlich begütert war. Matthias v. S. kam um 1470 
mit dem Könige Matthias Corvinus nach Schlesien und die Nachkom- 
men, welche zu der protestantischen Kirche übergetreten waren, Hessen 
sich im Fürstenthum Neisse und in der Grafschaft Glatz nieder, wäh- 
rend nach und nach die Linien des Geschlechts in Ungarn ausstarben. 
— Der Sohn des obengenannten Matthias v. S. : Hans. geb. 1482 
und gest. 1560, Herr auf Ober- und Nieder-Hansdorf unweit Glatx, 
war mit Anna Maria v. Gühlav vermählt. Aus dieser Ehe stammte 
Simon, geb. 1512 und gest. 1570, Hofrichter und Ober-Forstmeister 
des Fürstenthums Jägemdorf, venn. mit Bianca v. Bludowska und der 



— 237 — 

Sohn aus dieser Ehe war Georg, geb. 1535 und gest. 16()3. Letzterer 
hatte aus der Ehe mit Christiana v. Bielitz vier Söhne, Georg, geb. 
1583, venu, mit Eunika v. Werther; Gottfried, geb. 1599 und gest 
1688, Herrn auf Zschansch im Breslauischen, vermählt mit Marie v. 
Rindfleisch; Ernst, geb. 1600 und gest. 1672, Herrn auf Ober- und 
Nieder-Dremling im Ohlauschen, verm. mit Elisabeth v. Nüsser und 
Heinrich v. S., geb. 1601 und gest. 1693, verm. mit einer du Luc. 
Von diesen vier Brüdern stammen alle späteren und jetzigen Grafen 
und Herren v. Schmettau und v. Schmettow ab. — Durch Georges 
Söhne, Gottfried und Ernst, schied sich der Stamm in zwei Linien, in 
die Gt)ttfried'8che, oder Zschanitz'sche und in die Ernestinische oder 
Drömlingische Linie. Die Gottfried'sche Linie bildete durch Gottfrieds 
Söhne, Gottfried Wilhelm und Carl Friedrich, zwei Aeste, den älteren 
zuPommerzig unweit Crossen im Brandenburgischen und den jüngeren 
zu Holdorfl' im Meklenburgischen, welcher 1821 erloschen ist, in den 
Emestinisehen Aste aber entstanden durch Ernst s drei Söhne drei 
Zweige, der von Samuel gegründete, samuelische, der von Friedrich 
Wilhelm entsprossene Stück'sche und der 19. Dec. 1738 im Manues- 
stamme ausgegangene Heckendorf sehe Zweig. So stammen denn die 
jetzigen Grafen v. Schmettau theils aus dem älteren Aste der Gott- 
fried'schen, theils aus dem Samuerschen und Stück'schen Zweige der 
Ernestinischen Linie. Wolfgang v.S., gest. 1711, war k. preuss.geh. 
Staatsrath und Gtisandter im Haag und mehrere Sprossen des Stam- 
mes gelangten in der k. prenss. Armee zu höheren Würden : Samuel 
Graf V. Schmettau, 1741 kais. General-Feldmarschall, trat später in 
k. preuss. Dienste, wurde Grand-maitre de rartillerie und starb 1751. 
Johann Ernst v. S. starb 1764 als Generalmajor, Carl Christoph Gr. 
V. S. 1778 als Generallieutenant a. 1)., Carl Wilhelm Friedrich v. S. 
1798 als Generallieutenant a. D., Carl Friedrich Wilhelm Gr. v. S. 
1806 als Generallieutenant und Bernhard Alexander (rr. v. S. 1816 
als Generalmajor. — Die betreffenden Ahnentafeln beider Linien finden 
sich in dem Werke; Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart, auf wel- 
ches hier verwiesen werden muss. — Erwähnt sei noch, dass Agnes 
Charlotte Christiane Wilhelminc Freün v. Schmettau a. d. H. Pom- 
merzig, Wittwe des 1776 verstorbenen - k. preuss. Majors Friedrich 
Alexander Gr. v. Schwerin, welche 1796 starb, 1782 das Schmettau- 
Schwerin'sche Fräulein-Stitl zu Biet^chütz im Glogauischen gründete. 

— Die Gottfried'sche oder Zschaiiitz sehe Linie ist jetzt reich an Glie- 
dern. Haupt derselben wurde: Bernhard (xr. v. Schmettow, geb. 1787 

— Sohn d^ 1748 geborenen und 18 16 verstorbenen Grafen Bernhard 
Alexander Gottfried, k. preuss. Generalmajors, aus der Ehe mit Jo- 
hanne Auguste Antoinette v. Wulffen a. d. H. Grabow, geb. 1 751 und 
gest. 1826 — Majorats-Herr seit 1816 auf Pommerzig und Briese im 
Kr. Crossen und Herr auf Brauschitschdorf im Kr. Lüben, Stiftsver- 
weser des adeligen Fräulein-Stifts zu Rietschütz, k. preuss. Oberst- 
lieutenant a. D. und Kreis-Deputirter des Kr. Lüben, verm. 1814 mit 
Valesca Agnes Elisabeth v. Wulffen, geb. 1795, aus welcher Ehe, 
neben vier, durch Vermählung in die Familien v.Bagevitz, v.Bredow, 



— 238 — 

v.Uechtritz und 8teinkirch und Freih. v. Klinckowstföm gekommenen 
Töchtern, fünf Söhne stammen, die Freiherren: Bernhard, Hermann, 
Max, Richard und Rudolph. Freih. Bernhard, geb. 1818, yermähÜe 
«ich 1843 mit Maria v. Raumer, ans welcher Ehe, neben vier Töch- 
tern, drei Söhne entsprossten : Bernhard, geb. 1846, Willibald, geb. 
1848 und Egon, geb. 1856. Graf Hermann, geb. 1822, Landes-Aelte- 
ater des Kr. Lüben und k. pr. Lieut. im 4. Landwehr-Dragoner-R^- 
mente, verm. sich 1855 mit Jettina R.-Burggr. zuDohna-Schlodien a. 
d. H. Kotzenau, geb. 1836. Graf Max, geb. 1824, k. preues. Rittm. 
und Escadronschef, verm. sich 1853 mit Justina Grf. Blücher v. Wahl- 
statt, geb. 1829 und gest. 1834 und in zweiter Ehe 1857 init Bmilie 
Clotilde V. Usedom, geb. 1840, aus welcher zweiten Ehe zwei Söhne 
stammen, von welchen Eberhard 1861, der Andere 1863 geboren wurde. 
Graf Richard, geb. 1828, vermählte sich 1853 mit Angelica Simmasz 
a. d. H. Nemeth im Banate, in welcher Ehe vier Töchter geberen 
wurden und Gr. Rudolph, geb. 1831, verm. sich 1856 mit Mathilde v. 
Gyertyanffy a. d. H. Bobda, geb. 1838, aus welcher Ehe eine Tochter, 
Emilia, geb. 1857 stammt. - lieber die Emestinische oder Drömm- 
lingische Linie haben seit 1857 genaue Nachrichten gefehlt. Um diese 
Zeit lebten aus dem SamueVschen Zweige: Gr. Leopold, geb. 1814 — 
Sohn des Grafeti Carl Ludwig Ferdinand — k. prenss. Hauptmann 
und die Schwester desselben, Grf Leopoldine. Der Stiicksche Zweig 
war zu Hoigsbüttel im Holsteinschen gesessen und von den Söhnen 
des k. dän. Generallieutenants Gt)ttfried Gr. v. S. war der eine k. dän. 
Kammerjunker und der andere k. -dän. Offiicier. 

Sinapius, IT. S. 435. — Gnvh, I. S. 2120—23. — Zedier, 85. S. 337— €1 : Ansxng ans den Frei- 
herren- und Grafendiplomen und Ahnentafel dee Sixismnnd ßr. r. S. mit 16 Ahnen, in Knpte §•• 

stochen. — Jacobi, 1800, n. S. 324—38. — Megerle v. Miihl/eld, Krgtnz.-Bd. 8. 98 AUgem. 

geneal. Handbnch, 1824. II. S. 7W— 74. — N. Pr. A. L. IV. S. 182 n. 83. — Deutsche Grafenh. der 
Gegenwart. II. S. 31)7—400. — Freih. v. I^debur, II. S. 8.^3 u. 34. — GenwO. Twcheab. der gtW. 
Häuser, 1863, S. 761—64 und 1866 und histor. Handbuch zu dcmscU»en, S. 877. — W.B. der Prenss. 
Monarch. I. Ü2: Gr. v. S. II. 61 : Freih. v. S. und I\\ 50: v. S. 

Schmid, Freiherren. Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom von 
1767 flir Friedrich v. Schmid, k. k. Feldwachtmeister. 

Megerle v. Miiklfeld, Erg.-Bd. S. 98. 

Schmid. Erbl.-österr. Adelsstand. JJiplom von 17G7 für Georg 
Leopold Schmid, Criminalrath bei der k. k. Laiidesbauptmannschaft 
in Kärnten und für den Bruder desselben, Pe. Anton S. 

AfegerU v. MüMJeld, S. 259. 

Schmid. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1776 für Jo^ 
seph Schmid, Oberst-Wachtmeister bei dem Detaschemento der k. k. 
Leibgarde zu Mailand. 

Megtrk v. mhlfeld, Erg.-Bd. $. 439. 

Schmid. Erbl.-österr. Adelstand. Diplom von 1810 für LeopoKI 
Friedrich Schmid, Galizischen Gubemial-Kath und Zloezower Kreis- 
hauptmann. 

tfegerle v. Milhlfeld, Erg.-Bd. S. 269. 

Schmid. Pftilzgräflich ZeiUscher Adelsstand, in Kur-Pfalz ausge- 
schrieben. Adelsdiplom vom 20. Oct 1774 für Amand Laurenz. 



— 239 — 

Sohmid, knrpfalzischen Hofkammer-8ecretair, ausgeschrieben in Kur- 
Pfalz 28. Jan. 1780. Der Sohn de» Diploms -Empfängers, Frans 
Xaver v. Schmid, geb. 1766, k. bayev. Central-Staatscasea Buchhalter, 
wurde, nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in die- 
selbe eingetragen. 

V. Lang, S. 534. — W. B. des Kgr. Bayern. Vin. 52. 

Schmid, Edle. Adelsstand des Kgr. Bayern. Diplom vom 20. 
März 1808 für Franz Xaver Schmid, ehemaligen Kur-Salzburgischen 
Hofkammerrath und Kastenbeamten zu Wolferetatt (später zu Eich- 
städt), mit dem Prädicate: Edler v. 

« 

f. Lang, 8. M5. — W. B. des Kgr. Bayern, VTII. öl. 

Schmid V. Brandenstein zu Orscifcveyer, Freiherren (Schild quer 
getheilt: oben in Silber ein mit drei unter einander stehenden Herme- 
linen belegter, silberner Pfahl, an welchen sich rechts, wie links, je 
ein auswärts sehender, halber, gekrönter, rother Adler anlehnt und 
unten in Schwarz ein aufwachsender, rechtssehender, doppelt ge- 
schweifter, gekrönter, goldener Lowe, welcher in den Vorpranken 
einen Spitzhammer hält). Reichsfreihermstand. Diplom von 1774 
für Thaddaeus Schmid v. Brandenstcin zu Orsohweyer, Vorder-österr. 
Regierungsratli und für den Bruder desselben, Wilhelm S. v. B. zu 
O. — Die Familie ist ganz verschieden von der thüring.-sächs. und 
meklenb. Familie v. Brandenstein. 

Megerle v. MUhlJeld, Erif.Bd. S 98 — Tyroff, II. 6. 

Schmid v. Ebenthall. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1775 für Paul Joseph Schmid, Richter des fürstlichen Frauenstifts 
zu Sonnenburg und Gerichtsschreiber zu Enneberg in Tirol, mit: 
V. Ebenthall. 

MegtrU v. Mühlfeld, £rg.-Bd. S. 489. 

Sohniid auf Holzhammer, fidle. Kurpiälzischer Adels- und 
Edelnstand. Diplom vom 5. Febr. 1796 für Georg Johann Schmid 
auf Holzhammer, Regierungs - Advocaten zu Amberg. — Derselbe 
wurde später als k. bayer. Ober-Appellationsgerichts-Rath in München 
in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

V. Loftg, S. 583. — W. B. d« Kgr. Bayern, Vin. 52. 

Schmid v. Rochheim, Ritter. Kurbayerischer Adels- und Ritter- 
stand. Diplom vom 23. Aug. 1745 für Franz Nicolaus S., k. k. Feld- 
kriegs -Commissar. — Der Empfänger dos Diploms stammte aus 
einem einheimischen Münchner Geschlechte, aus welchem Niclas 
Schmid in München 1572 einen Wappenbrief erhalten hatte. Simon 
Judas Schmid, Oheijoi des Feldkriegs - Commissar Franz Nicolau» 
Schmid v. Kochheim, war Weihbischof zu Freising und wohnte 168d 
der römischen Kaiserkrönung in Augsburg bei. — Franz Nicolaus 
Ritter S. v. K. hatte den Stamm fortgeeetzt imd drei Enkel desselben, 
die Gebrüder: Franz Xaver Nicolaus Ritter S. v. K. , geb. 1775, k. 
bayer. Pfarrer und Schul-Inspector zu Langenmoosen, Joseph Johann 
Baptist Maria, geb. 1779, Besitzer des Guts Sirene in Schwabing und 



- 240 — 

Joseph Maria, geb. 1782, zu Langemnooscn , wurden, nach Anlegung' 
der Adelömatrikel des Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen. 

V. Lcmg, S. 682. — W. B. des Kffr. Bayern, VIII. 61. 

Schmid v. Pillenhofen. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1715 für Philipp 8chraid, k. k. Stückoberhauptmann und Comman- 
danten der Artillerie in Italien, mit seinen beiden Brüdern: Andreas 
S. , Lieutenant im v. Kothscben Begimente im Schwäbischen Kreise 
und Marquard S., (.'omet im k. k. Cuirassier-Regimente Fürst Lob- 
kowitz, mit: v. Pülenhoien. 

MegtrU V. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 430. 

Sehmid v. Westerhofen, Kleinaigen nnd Schachten. Ein in 

Kur-Bayern 9. Dec. 1761 in 4(er Person des Johann Martin Schmid 
in Westerhofen als adelig ausgeschriebenes Geschlecht. Zwei Söhne 
desselben, Carl Franz de Paula Max v. S. , geb. 1758, ehemaliger 
Begierungsrath zu Straubing, auf Westerholen und Johann Max v. S., 
geb. 17(>4, Besitzer von KleLnaigon und Schachten, "wurden, nach An- 
legung der Adolsmatrikel des Kgr. Bayern, in dieselbe eingetragen. 

r, r.<mg, S. 634. — W. B. des K^r. Bayern, VUI. 53. 

Schmidbaner, Ritter. Beichsadelsstand. Adels- und Ritter- 
diplom im kurpfalzischen Reichs -Vicariate vom 17. Mai 1790 für 
Franz Ignaz Schmidbaucr (geb. 1759) k. bayer. cjuiesc. Landrichter 
von Viechtach. 

V. lAxng, S. M4. — W. B. dw« Kgr. Bayern. VDl. M. 

Sehnüdberg, Schmidtberg, Schmid v. Schmidtberg (Schild mit 
Schildcshaupte. Im Schildcshaupte ein goldener Halbmond, begleitet 
von 2 Sternen und im blauen Schilde drei quergezogene, silberne 
Ströme). Beichsadelsstand. Diplom von 1618 für Wenzel Schmidt 
mit: v. Schmidtborg. Schwäbisches, dem reichsfreien Rittercanton 
am Kocher früher einverleibt gewesenes Adelsgeschlecht. 

N. Üeneal. Uaadb. 1778. S. 184. — v. HeUbaeh, II. S. 418. ~ Siebmache, IV. 164 und V. 118. 

Schmidbnrg, s. Schenck v. Schmidburg, Bd. VIII. 8. 136 
und 37. 

Schmidel, Schmiede] , Schmiedell , auch Freiherren (Schild ge- 
viert : 1 und 4 drei Querbalkim und 2 und 3 auf einem Dreihügel 
ein einwärts gekehrter Strauss, im Schnabel ein Hufeisen haltend: 
nach dem Abdrucke eines, ohne F.irben gestochenen Petschaftes aus 
der Mitte des vorigen Jahrh. mit der Unterschrift: Auguste Jnliana 
Amalia l^arone de Feullner, geb. Harone de Schmiedel). — Ein aus 
Böhmen im vorigen Jahrh. mit der Familie v. Feullner nach Sachsen 
und in kursänhs. Hofdienste gekommenem* Adelsgeschlecht, nicht «u 
verwechseln mit der Familie Schmidlin v. Schmieden, welche, g. 
unten, ein ganz anderes Wappen führt. 

Handschrift!. Notis. 

Schmiedet, Schmiedel auf Nenhaensel, Ritter. Reichsritterstand. 
Diplom von 1715 für Loi*enz v. Schmiedel auf Neuhäusel, kaiserl. 
Hauptmann. 

Megtrk v. MtihlfeU, Krc^fid. S. 903. 



~ 241 -- 

Schmidfeld, Freiherren. Erbl. - österr. Freiherrnstand. Diplom 
von 1774 für Johann v. Schmidteid, Obersten im k. k. Infanterie-Re- 
gimente Freih. v. Moltke. 

Mtgtrle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 98. 

Schmid^aebner , Ritter iind Freih. y. Lnstenegg. Erbl.österr. 
Freihermstand. Diplom von 1791 für Johann Isepomiik Schmid- 
gräbner Ritter v. Lustenegg , wegen altadeligen Herkommens. Der* 
selbe sammte aus einer alten österr. Adelsfamilie. 

Zedier, 85. S. 484. — Megtrle v. MÜhl/eld, S. 84. 

Schmidinger v. Schmiding, Reichsadelstand. Diplom von 1711 
für Joachim Sigmund Schmidinger, k. k. Hauptmann, mit: v. Schmi- 
ding. 

Megerle v. Mühlfeld, Et^.M. S. 489. 

Schmidl, Schmidl v. Seeberg, Ritter nnd Freiherren (in Roth 
drei silberne Kugeln, schrägrechts über einander gestellt). Erbl.- 
österr. Ritter- und Freiherrnstand. Ritterdiplom von 1825 für die 
Gebrüder Joseph und Christoph Schmidl v. Seeberg, wegen langer 
und guter Dienstleistung und Freiherrndiplom vom 10. Kov. 1859 
für Christoph Schmidl Ritter v. Seeberg, k. k. Feldmarschall-Lieute- 
nant in d. A. , und zwar wegen «einer vorzüglich guten Leistungen 
als Oberst und Regiments-Commandant, so wie später als Brigadier 
und für sein tapferes Benehmen im Feldzuge von 1848. — Ein in 
der ersten Hälfte des 16. Jahrh. vom Könige Sigismund I. in Polen 
geadeltes Greschlecht , dessen Sprossen 1600 vom K. Rudolph II. mit 
dem Prädicate: v. Seeberg zu ritterlichen, turniergenossigen Edel- 
leuten erhoben wurden. Die oben genannten beiden Erapianger des 
Ritterdiploms waren Söhne des 1796 verstorbenen Joseph Schmidl 
V. Seeberg, gewesenen Besitzers des Gutes Schreibenreit im Eger- 
lande, aus der Ehe mit Franzisca Freiin v. Maltati^ gest. 1800. Joseph 
Schmidl Ritter v. Seeberg, k. k. Oberst und Commandant des 2. Cui- 
rassier-Regiments, damals Herzog Franz v. Modena, starb, nach dem 
er als Generalmajor in Pension getreten, 1828 zu Lemcul in Galizien. 
Der Bruder desselben, Christoph S. Ritter v. S., k. k. Oberst und 
Commandant des 9. Infanterie- Regiment», damals Fürst Bentheim, 
wurde 1839 Generalmajor und erhielt die Brigade zu Krakau und 
Podgorcze in Galizien. Nach 52 Dienstjalircn und zehn mitgemachten 
Feldzügen, in welchen er zweimal verwundet worden war, ertheilte 
ihm sein Kaiser für seine vorzüglich gut geleisteten Dienste und stets 
bewiesene Tapferkeit vor dem Feinde und in Rücksicht darauf, dass 
er noch fast im 70. Lebensjahre 1848 und 1849 an den italienischen 
Kriegen Theil genommen, 1. April 1849 den Feldmarschall-Lieute- 
nants-Character ad honores und den wohlverdienten Ruhestand, später 
aber, wie angegeben, 1859 den Freihermstand. — Derselbe, geb. 
1780 und gest. 1862, hatte sich 1810 vermählt mit Barbara, des 
Matthias Limbek Ritters von Lilienau und der Anna geb. Drossel v. 
Neuberg Tochter und aus dieser Ehe stammen zwei Töchter : Freiin 
Emma, geb. 1819, verm. 1858 mit dem k. k. Rittmeister Rasthof und 

KfiMeJÜu, DeUtKh. Idels-Lex. VIU. J(J 



— 242 — 

Freiin Philippine, geb. 1820, verm. 1860 mit Anton Preih. v. Iliese- 
Stallburg. 

Oeneal. Taschenb. der frelh. HMusor. 1861. S. 710 u. 11, 1862, S. 719, 1864 S. 7S4 u. 1866. 

Schmidlin, Sclimiedel, Sclimidlin v. Schmieden, Bitter und 
Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in Roth über einer silbernen Zin- 
nenmauer ein goldgekleideter Mann mit einem Kranze auf dem Kopfe 
und mit einem Hammer in der Rechten und 2 und 3 von Silber und 
Roth querget heilt mit drei , 2 und 1 , grünen Vögeln). Böhmischer 
Ritter-, Freiherrn- und- Reichsfreihermstand. Ritterdiplom vom 
27. Oct. 1704 für Joseph Joachim Alexander v. Schmidlin, Nieder- 
österr. R^gierungsrath und Reichsfreihermdiplom von 1720 für Den- 
selben als Nieder - österr. Regiments-Kanzler. — Der böhmische alte 
Ritterstand kam durch zwei Diplome in die Familie. Das erste er- 
hielten 1708 Johann Wenzel, Leopold und Johann Anton Schmidel 
V. Schmiden und das zweite 1722 Sigmund Schmidel v. Sclmiiden. — 
Schlesisches Adelsgeschlecht, welches Sinapius unter dem Namen: 
Schmidlin v. Schmieden anführt. Dasselbe war im Schweidnitzischen 
begütert und ein v. Schmidlin und Schönfeld kommt bereits 1540 als 
Herr auf Schönfeld unweit Schweidnitz vor und Maria Emestina 
Schmid v. Schmieden lebte noch 1716 als Wittwe des kaiserlichen 
General-Feldmarschalls Carl v. Hohberg und Hennersdorf. — Der 
Stamm hatte in Böhmen die Güter Hoyschin, Kuntzendorff, Gagow 
u. s. w. an sich gebracht und blühte fort. Franz Christoph v. Schmid- 
lin, Herr auf Pästorf, war 1741 kais. Rath und Regierungsrath der 
Nieder-östeiT. Lande. 1737 lebten Leopold Schmidel Freih. v. Schmie- 
den auf Hoyschin mit seinem Sohne, Carl Bernhard S. v. S., so wie 
auch Anton Johann Schmidel Freih. v. Schmieden. Von Letzterem 
stammten drei Söhne: Johann Nepomuk Gottfried Wenzel, Ferdinand 
Herr auf Kuntzendorff und in kaiserl. Diensten stehend und Johann 
Thaddaeus, Herr auf Gagow. 

Sinafiu», II. — GauJu, II. S. 1087. — Zedier, 35. S 434. — Megerle v. Mühl/eld, S. 83 u. 
Erg .-Bd. S. 98. — Freih. v. Ledebur, II. S. 384. — Siebmetcher, IV. 173. 

Schmidlin v. Lebenfeld. Schwäbisches, in der Mitte des 17. 
Jahrhunderts- vorgekommenes Adelsgeschlecht. 

Zedier, 35. S. 434. 

Schmidseck, Schmiedeseck, Schmiedseck, Schmiedtseck, Schmidt 
V. Schmidseck (in Blau zwei gehamischte , gegen einander gekehrte 
Arme, deren jeder in der Hand zwei Fähnchen hält und unter den 
Armen ein Hufeisen. Auch geviert mit Mittelschilde , in welchem 
ein Hufeisen schwebt. 1 und 4 ein Flügel und 2 und 3 die Arme mit 
den Fähnchen). Magdeburgisches, auch nach Ostpreussen und später 
nach Pommern gekommenes Adelsgeschlecht. Dasselbe sass im Mag- 
deburgischen 1660 und noch 1705 zu Isterbies unweit Jericho w a. d. 
Elbe, in Ostpreussen zu Partschhausen und Woplanken bei Rasten- 
burg und 1796 zu Sorgitten bei Fischhausen und in Pommern 1750 
zu Warnin und 1836 zu Alt-Buckow im Fürstenthum Caminschen 
Kreise, so wie auch zu Rottow im Kr. Beigard. Alt-Buckow und 



— 243 — 

Rottow 8taiiden der Familie in der Person des Fr. v. Schmieds^ck 
noch 1 857 zu nnd um dieselbe Zeit war ein Freih. v. Schmiedseck 
(Schmiedeseck) Herr auf Woplauken im Kr. Rastenburg. — Zu die- 
sem Geschlechte gehörte Johann Schmidt v. Schmidseck, welcher 
1666 kurbraudenburgischer Oberst und Commandant von Magdeburg 
war und als solcher 1680 starb. Derselbe kommt vorher und noch 
1660 als Johann Schmieden, k. schwedischer Oberstlieutenant, vor. 

Gauhe, I. S. 2124. — Zedier, 35. S. 362. — X. Pr. A.-L. JV. S. 184. ^ Freih. v. Ledebur, 
11. S. 385. 

Schmidt (in Silber ein schrägrechter, rother Balken, belegt mit 
einem goldgeränderten, blauen Herzschilde und in demselben ein gol- 
dener Hammer. lieber dem Schrägbalken der Kopf und Hals eines 
schwarzen Adlers und unter demselben eine kupferfarbene Salzpfanne). 
Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 9. Juni 1736 für die Ge- 
brüder: Friedrich August Schmidt, k. preuss. Geh. Finanzrath (gest. 
1754) und Hier'onymus Hartwig Schmidt, k. preuss. Kriegs- und Do- 
mainenräth auf Breitenhayn, General-Pachter des Amtes Giebichen- 
stein. Der dritte Bruder der eben Genannten: Johann Philipp Schmidt, 
in Hessen-Casselschen Diensten, erhielt durch Diplom vom 19. Juni 
1750 den Reichsadelsstand mit einem ähnlichen Wappen: in Roth 
ein schrägrechter, silberner Balken mit einem silbernen, den Hammer 
zeigenden Herzschilde und über demselben Kopf und Hals eines gol- 
denen Adlers und unter demselben ein goldener Stern. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 4(>2. — Freih. v.J^dehtir, 11. S. SH5. — W. H. der Freu«. Monarch., TV*. 51. 

Sclunidt (Schild quergetheilt : oben in Silber ein schwarzer Adler 
und unten in Blau ein geharnischter, mit einem Säbel bewaffneter 
Arm), Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 4. Oct. 1746 für 
den Major Schmidt im k. preuss. Husaren-Regimen te v. Wartenberg. 

5. Pr. A.-I- V. 402. — Freih. v. Udehnr, 11. S. 385. — W. B. d«'r Preuss. Monarch.. IV. 61. 

Schmidt (Wappen wie das der Familie v. Schmidt nach dem Di- 
plome vom 9. Juni 1786). Im Königr. Preussen erneuerter Adels- 
stand. Erneuerungsdiplom vom 16. ^lai 1787 für Gerhard v. Schmidt, 
k. preuss. Kammerrath und für die Kinder desselben. — Die Familie 
sass bereits 1 738 im Brandenburgischen zu Neuendorf im Kr. Zauche- 
Belzig und hatte dieses Gut noch 1803, so wie Kaltenhausen im 
Kr. Jüterbockg-Luckenwalde und in Thüringen Schiedungen unweit 
Nordhausen inne. 

Freih. v. Ltdebur, U. 8. 385. 

• 

Schmidt (in Blau auf grünem Hügel ein gekrönter , schwarzer 
Adler, in den Krallen des linken Fusses Blitze haltend. Neben letz- 
terem steht ein silberner Halbmond und nach oben, in der Nähe des 
Sohnabels, ein goldener Stern). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom 
vom 2. März 1792 für H. 0. Schmidt, Stabsot'ficier im k. preuss. Aj- 
tillerie-Corps. Derselbe war zuletzt Inspecteur der k. preuss. ersten 
Artillerie-Inspection und trat später, 1824, als Generallieutenant in 
den Pensionsstand. 

5. Pr. A.-L. IV. fi. 1R4 n. V. S. 402. — Freih. v. Ledebur, II. 8. 385. — W. B. der Preass. 
Monarch.. IV. 51. 

16* 



.V 



-^ 244 - 

Schmidt (Schild schrägrechtft getheilt: unten, links, in Roth ein 
schrägi'echts gelegter, goldener Anker und oben, rechts, in Blau drei, 
2 und 1 , silberne Sterne). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom 
für die fünf Gebrüder: Friedrich Heinrich Schmidt, Premierlieutenant 
im k. pr. Artillcrie-Regim.; Friedrich Wilhelm Felix S., Premier- 
lieutenant im Infant. Reg. v. Erehmer; Friedrich Christoph S., Sec.- 
Lieut. im Artill.-(-orps; Friedrich Heinrich Ludwig S. und Friedrich 
Carl Hellwig S. , Sec.-Lieut. im Füsilier-Bataill. v. Borck. Die Em- 
pfiingcr dos Diploms waren Söhne des 1795 verstorbenen k. preuss. 
Obersten Stephan v. S. , welcher 14. Oct. 1 787 um Erhebung in den 
Adelsstand nachgesucht hatte. Bereits am 17. October erfolgte die 
königliche Antwort mit folgender bemerkenswerther Stelle: „Lieber 
Oberstlieutenant v. Schmidt. Weshalb verlangt Ihr in den Adels- 
stand erhoben zu werden ? Es ist dieses ohnnöthig und kann Euch ja 
nichts nutzen? Ihr seid es schon durch Euren Degen und dieser allein 
hat Euch bereits geadelt, wie ich dann auch bin Ew\ wohl affectio- 
nirter König Friedrich Wilhelm." Der Oberstlieutenant v. Schmidt 
führte das oben angegebene Wappen, welches auch die Sohne bei Er- 
theihmg des preuss. Adelsstandes erhielten. 

N. Vt. A.-L. V. S. 402. — Freih. v. Udebur, TT. S. 3H5. — W. B. d. PrcuM. Monarch.. IV. 51. 

Schmidt (im Schilde ein silberner Querbalken; über demselben 
in Blau drei quer gelegte silberne Sterne und unten in Schwarz ein 
ebenso gelegter, silberner Anker). Adelsstand des Königr. Preussen. 
Diplom vom 13. Xov. 1831 für Johann Ernst (>arl Schmidt, Rittmei- 
ster im k. pr. 2. Husaren-Regimente. Die Aehnlichkeit des ertheilten 
Wappens mit dem des Diploms von 1798 lässt den Schluss auf ein 
und dieselbe Familie zu. 

N. rr. A.-L. V. S. 402. — Freih. v. Udtbur, IT. 8.3»5. — W. B. d. Preuss. Mon*rch., IV. 52. 

Schmidt (in Silber zwei schwarze, mit drei, zu 2 und 1, Sternen 
belegte Querbalken). Adelsstand des Königr. Preussen. Diplom vom 
7. Aug. 1834 für AVilhelm Heinrich Carl Ferdinand Schmidt, Major 
in der 2. k. pr. Artillerie-Brigade. 

N. Pr. A.-L. V. S. 402. — Frtih. v. Udebur, II. S. 386 u. 86. — W. B. d. Preuss. Monarch., 
IV. Ä2. 

Schmidt, Edle (Schild geviert: 1 und 4 von Roth, Silber, Roth 
und Silber der Länge nach gestreift; 2 in Silber ein freisitzender Pa- 
pagei und 3 ebenfalls in Silber ein eisenfarbiger Anker). Reichsadel- 
stand. Erneuerungsdiplom des schon von den Voreltern erlangten 
Reichsadels vom 3. Juli 1752 für Johann Christian Schmidt, kursächs. 
Oberamtsratli zu Lübben, mit: Edler v. Das Erneuerungsdiplom 
wurde in Kui-sachsen 4. Nov. 1752 amtlich bekannt gemacht. 

Hand«chrifti. Notiz. — W. B. d. Sachs. Stwttpn, V. 84. 

Schmidt, Reichsadelstand. Diplom von 1731 für Johann Hein- 
rich Schmidt, k. k. Hof- und Hof ki*icgs- Agenten. 

Hegerlt v. 3fÜM/eld, Erg. -Bd. S. 439 u. 40. 

Schmidt. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1789 für Hein- 
rich Schmidt, k. k. pension. Oberst Wachtmeister. 

Htgerle v. Müklfüd, Erg.-Bd. S. 440. 



— 245 — 

Schmidt (Schild der Länge nach getheilt mit einer au8 dcra Schil- 
de« tusse bis zur Schildesniitte aul^teigenden, gebogenen Spitze, drei- 
feldrig: 1 und 2, oben, rechts* und links, in Blau ein auswärts ge- 
kehrter, silberner Strauss, welcher im Schnabel ein silbernes Hufeisen 
hält und 3, in der Spitze, in Silber ein sechsstmhligcr blauer Stern). 
Reichsadclsstand. Diplom im kursächs. Reichs- Vicariate vom 21. Aug. 
1790 für Friedrich August Schmidt, kursächs. Legationsrath , Greh. 
Cabinets-Secretair und Archivar. — Der Stamm ist später wieder 
ausgegangen. 

lUndschrifü. Notiz. — Tyroff, I. 210. — KneMchke, m. S. 396 u. 97. 

Schmidt (in Blau ein von Gold und Schwara der Länge nach 
getheilter, schräglinker Balken; über demselben drei, 2 und 1, gol- 
dene SteiTie und unter demselben über einem natürlichen Felsen ein 
goldener Stern). Ein in neuer Zeit zu dem in Westpreussen begü- 
terten Adel zählendes (Teschlecht, welches das Gut Bellschwitz im 
Kr. Rosenberg an sich brachte imd 1838 im Kr. Schlochau zu Gemel 
und Platzig sass. 

Freih. v. Ltdehur, II. S. 386. 

Schmidt (Schild geviert: 1 und 4 qucrgctheilt: oben in Roth ein 
aufwachsender, goldener Löwe und unten in Schwarz zwei über Kreuz 
gelegte, goldene Aehren und 2 und 3 in Silber ein von einem golde- 
nen Kreuze durchbohrtes, rothes Herz). — Ein von Siebmacher zu 
dem thüringischen Adel gerechnetes Geschlecht. 

Freih. v. Ledelmr, 11. S. 886. — Sitbmaeher, ITI. 139. 

Schmidt (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber vier 
blaue Ciuerbalken und links in Blau ein sechsstrahl iger, goldener 
Stern). Ein jetzt zu dem im Grossherzogthum Meklenburg-Schwerin 
bediensteten Adel gehörendes Geschlecht, aus welchem ein v. Schmidt 
grossh. meklenb.-schwerinischer Oberst ist. 

Freih. v. Ledebur, U. S. 386. — Meklenb. W. B. Tab. 46, Nr. 169 n. R. 33. 

Schmidt (Schild mit Schildeshaupte. Im blauen Schildeshaupte 
drei neben einander stehende,, sechsstrahlige, goldene Sterne und im 
rothen Schilde ein grüner Dreihügel, der mittelste der grösste, über 
w^elchen nach der rechten Seite ein weisser Hase springt, — Görlitzer, 
auf Gnmd eines erneuten Wappenbriefes als adelig aufgeführtes Pa- 
trizier-Geschlecht. — Martin Schmidt (auch Schmid und Schmiedt ge- 
schrieben), Hans Willer und Georg Reuber aus Görlitz, welche sich 
als „Oratoren und Gesandte des K. Maximilian L in der Moscowiterey 
Petschaft weise und wohlbedacht verhalten", erhielten, wie es im Di- 
plome lautet, in Betracht dieser Dienste vom römischen Könige Fer- 
dinand d. d. Prag, 24. April 1537 „von neven" einen gemeinschaft- 
lichen Wappenbrief. Derselbe ist eines von jenen merkwürdigen Bei- 
spielen, wo Dreien verschiedenen INamens zugleich ein und dasselbe 
Wappen verliehen wird. Freili. v. Ledebur vermuthet, dass dieses 
Geschlecht dasjenige sei, aus welchem der Kaufmann George Gotthold 
Schmidt in den Adelstand erhoben wurde, welches aber mit ihm um 



— 246 — 

1840 wieder ausstarb. JJie Familie war in der Ober-Lausitz zu Kalt- 
wasser und Kunersdorf unweit Ilothenburg und zu Krischa und Sie- 
benhufen bei Görlitz begüteH. 

Frtih. V. Ltdthur, II. S. 3ö6. — Dor»t, aUg. W. B. I. Tab. 47 a. ^^. .W u. 57. 

Schmidt v. Altdorff (Schild g•e^^ert: 1 und 4 in Blau eine gol- 
dene Lilie und 2 und 3 in Gold ein aufgerichteter, Hchwai-zer Bär). 
Ein in Ahnentafeln der kureöluisc^hen üitterj^ehall friiher genanntes 
Adelsgeschlecht. - ^laria Kegina Schmidt v. Altorff war die Gemah 
lin des Carl Emanuel v. Roll zu Bernau. 

Frtih. V. Udebur, II. S. 386. 

Schmidt auf Altenstadt, auch Freiherren (Schild von Schwarz 
und Roth geviert: in der oberen Hälfte auf einem, auf der queren 
Theilungslinie des Schildes liegenden, Imiunen Baumstamme, welcher 
rechts nach oben drei ginine Blätter treibt, ein rechtsgekehrter silber- 
ner Schwan mit ausgebreiteten Flügeln, über dessen Kopfe ein grüner 
Kranz schwebt und in der unteren Hälfte ein nach unten eingebogener 
und nach rechts gekehrter, golden geharnischter, oben mit einer aus 
dem linken Schildesrande kommenden natürlichen Wolke besetzter 
Arm, w^olcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Griffe nach 
oben und einw^ärts schwingt: vermehrtes Wappen bei der Adelsbe- 
stätigung von 1713). Freiherrnstand des Kgr. Württemberg. Cabi- 
netsordre vom 16. Febr. 1861 für Moritz v. Schmidt auf Altenstadt, 
k. württemb. Major und Bataillons- ('ommandanten, und zwar unter 
Berücksichtigung der dargelegten verschiedenen Umstände, nach 
welchen die Berechtigung zur Führung des freiherrlichen Prädicats 
schon von früherer Zeit her nicht beanstandet w^ordcn ist. — Ein aus 
der obern Pfalz stammendes Adelsges<h locht, welches ursprünglich 
den Namen: Fabricius führte, denselben aber in der ersten Hälfte des 
17. Jahrhunderts in den deutschen Namen: Schmidt veränderte. Das 
Prädicat „Altenstadt^* wurde dem in der obern Pfalz gelegenen Stamm- 
gute Altenstadt entnommen. Der Stammherr des Geschlechts war 
Johann (Hans) Fabricius, welcher vom K. Maximilian IL, dem er 
„in vielen Feldzügen, auch sonsten zu Kriegs- und Friedenszeiten, 
vomämlich aber wider der Christen Erbfeind, den Türken, treu, ge- 
horsam , willig und tapfere Dienste geleistet und nicht nur in Aner- 
kennung solcher Dienste, sondern, weil auch schon seine Vorfahren 
ein Gleiches gethan", 2. Nov. 1564 einen Wappenbrief erhielt und 
zwar in Roth ein schw^arz bewehrter, silberner Schwan mit erhobenen 
Flügeln, welcher auf einem im Fussrande des Schildes querliegenden 
und abgehauenen, natürlichen Baumast, aus welchem rechts oben ein 
grüner Lorbeerzweig emporwächst, nach der rechten Seite schreitet. 
K. Rudolph IL erhob durch Diplom vom 13. Dec. 1577 die beiden 
Söhne des Johann S. : Georg Johann , Pagenhofmeister und Johann in 
den Reichsadels tand, wobei das Wappen, wie folgt, verbessert wurde: 
Schild von Schwara und Roth der Länge nach getheilt und über dem 
Schwane des Stammwappens ein über seinem Kopfe schwebender 
grüner Lorbeerkranz. Ein späterer Nachkomme des Georg Johann 



— 247 — 

S. V. A: Johann Georg S. v. A. , Miirktvoi*8teher in Nürnberg, er- 
hielt durch kaiserl. Diplom vom 23. Febr. 1713 eine Bestätigung des 
Reichsadelsstandcs seiner Familie und zwar mit dem oben beschrie- 
benen Wappen, welches jetzt von der Familie unverändert fortgeführt 
worden ist. — Wolfgang Fabricius auf Altenstadt und Siegritz , gest. 
1638, war der Erste, welcher den deutschen Namen: Schmidt annahm 
und, nachdem er in Folge der Religionsstreitigkeiten und des äOjäh- 
rigen Krieges sein Stammgut verloren, sich aus der Pfalz in die bran- 
denburg-culmbachischen Lande begab , wo die Familie aufs Neue auf- 
blühte und sich später in drei Linien schied, in die NUrnbergische 
Linie , welche die Güter Dallwit^ und Döbritzgen in Sachsen besass, 
in die voigtländische ältere und jüngere Linie zu Gottmannsgrün und 
Gattendorff, mit den Rittergütern Gottmannsgrün, Ober- und Unter- 
Gattendorff, Hartmannsreuth, Lamitz, Mooss und Schönwald c. p. und 
in die bayerische Linie, welche die Schlösser und Dörfer Höchingen 
und Hohenkirchen in Bayern an sich brachte. — Die Familie blühte 
in mehreren Linien fort, auch ist eine Linie in die Niederlande ge- 
kommen, wo sie 19. Nov. 1839 als adelig der Ritterschaft einverleibt 
wurde. — In die Adelsmatrikol des Kgr. Bayern wurden, nach Anle- 
gung derselben, zwei Urenkel des obengenannten Johann Georg S. 
V. A., Marktvorstehers in Nürnberg: die Brüder Johann Albrecht v. 
S. auf A., geb. 1752, k. bayer. Handelsrichter in Nürnberg und Georg 
Walther v. S. auf A., geb. 1758, Kauf- und Handelshen* in Nürnberg 
aufgenommen, auch haben früher mehrere Sprossen des Stammes in 
der k. pr. Armee gestanden. Haupt der freiherrl. Linie in Würt- 
temberg ist: Freih. Moritz, geb. 1808, s. oben — Sohn des 1812 
verstorbenen Heinrich v. Schmidt auf Altenstadt, k. württemb. Kam- 
merherm und Hauptmanns , au» der Ehe mit Marianne v. Limburg, 
gest. 1808 — k. württemb. Major und Bataillons-Commandant, verm. 
mit Ottilie Mathilde Fohs, aus welcher Ehe ein Sohn stammt: Moritz, 
geb. 1852. 

Biedermann, G€«chlecht8register der Ritterschaft Im Voigtlande, Tab. 60—62. — v.Lang, S. 634 
u. 35. — Geneal. Taachenb. der freih H»U8cr, 1863. S. 862—64 u. 1866. — Siebnutcker, V. 84. — 
Tyroff, I. 19. — Supplem. lu Siebmacher W. B. III. 17. — W. B. des Kgr. Bayern, VIII. 56. — 
V. Hefner, bayer. Adel, Tab. 186 u. S. 112. — KneacKke, IV. S, 877—79. 

Schmidt v. Bienenstein. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1813 für Jacob Schmidt, Oberlieutenant bei dem k. k. Artillerie-Feld- 
zeugamte und für die beiden Adoptivkinder desselben, Eduard und 
Caroline Hascheck, mit: v. Bienenstein. 

MtgwU V. Mühi/tld, 8. 859. 

Schmidt v. Bregentz. Ein früher zu dem fränkischen Adel zäh- 
lendes Geschlecht 

Gauhe, I. S. 2183. 

Schmidt v. Ehrenberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom vom 
18. Nov. 1838 fiir Hieronymus Schmidt, k. k. Oberlieutenant, mit; 
V. Ehrenberg. Derselbe war 1857 Platz-Oberstlieutenant zu Pesth. 

liandKhrUtt. llntis — MUit^ir-ScbematUm. d«s fitterr. KAisterthoms. 



~ 248 — 

Schmidt v. Eisenan. Erbl.-österr. AdclHf»tand. Diplom von 1810 
für Franz Schmidt, k. k. peneionirten Hauptmann, mit: v. Eisenau. — 
Der Stamm blühte fort. In neuer Zeit lebte Wilhelm Schmidt v. Eise- 
nau als k. k. Oberst in der Armee in (Jratz. 

Megerle v. MüKlJtld, S. 259. — Militair-Scbenutism. des ^terr. Kabertluiins. 

Schmidt v. Eisenfels. Erbl.-östorr. Adelsstand. Diplom von 1756 
für Ferdinand Schmidt, k. k. Hofkriegsbuchhalter, mit: v. Eisenfels. 

MegtrU v. Müklfeld, S. 259. 

Schmidt v. Eisenwerth. Ein zu dem in der ersten Hälfte des 
18. Jalirh. in Ober-Schlesien im Troppauischen begüterten Adel ge- 
hörendes Geschlecht. — Johann Schmidt v. Eisen werth war 1720 Be- 
sitzer des Gutes Schnelleshof 

Gaukt, I. S. 2128. — Zedltr, 35. S. 362. — Freih. v. I^tdebur, D. S. 387. 

Schmidt v. u. za Greisenan. Steiermärkisches Adelsgeschlecht, 
welches 1636 die steierische I^^mdmannschatl erhielt. 

Sehmutt, in. S. 494. 

Schmidt v. Helmbnrg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1763 für Joseph Schmidt, königl. Richter zn Prag, mit: v. Helmburg. 

HegerU v. MUhlfeld, Erg.-Bd. 8. 440. 

Schniidt v. Hirschfelde (Schild mit Schildeshaupte. Im schwar- 
zen Schildeshauptc die quergelegte Stange eines sciwarzen Hirsch- 
geweihes und im schwarzen Schilde drei über Ki'euz gelegte, blanke 
Schwerter mit goldenen (Griffen). Adelsstand des Königr. Preussen. 
Diplom von 1857 für Otto Paul Heinrich Schmidt, llittergutsbesitzer 
auf Hirschlelde im Kr. Ober-Barnim , so wie für die drei Brüder des- 
selben : Johann Friedrich Wilhelm Schmidt, Prem.-Lieut im 4. k. pr. 
Ühlanen-Begimente; August Peter Paul S., Sec.-Lieut. im 9. Intant- 
Regimente und Paul Wilhelm S. , Sec.-Lieut. im 2. Di-agouer-Begim., 
unter dem Namen: Schmidt v. Hirschlelde. 

Bauer, Adrets-Buch, 1JJ57, S. 205. — Freih. v. Udtbur, m. S. 339. 

Schmidt v. Knobelsdorff (in Roth ein silberner, mit drei blauen 
Pfählen belegter Querbalken: Knobeisdorf und d/ei silberne Hämmer). 
Adelsstand des Königreichs Preussen. Diplom vom 7. Dec. 1852 
für die drei Söhne des k. preuss. Geh. Karamerraths Schmidt: Hein- 
rich Paul Schmidt, Lieutenant im k. pr. 8. Husaren-Regim. ; Heinrich 
Rudolph Gustav S. , Lieutenant im K. Franz Grenadier-Regimente 
und Victor Heinrich Paul S., adoptirt von dem k. pr. Hauptmann a. D. 
V. Knobeisdorf auf Polgsen, mit der Erlaubniss, sich Schmidt v. Kno- 
belsdorff zu nennen und zu schreiben. 

Frtih. V. UdeJnir, TT. R. 387. 

Schmidt-Kowalski, Schmidt- Wiernsz-Kowalski (Schild quergc- 
theilt: oben in Silber ein nach der Linken laufender, schwarzer Zie- 
genbock: polnischer Stamm Wieruszowa und unten in Gold eine 
schrägrechts gelegte Standarte, deren Fähnchen von Silber und Roth 
geschacht ist). Im Kgr. Preussen erneuerter Adelsstand. Emeuerungs- 



— 249 — 

diplom vom 18. April 1811 für die Gebrüder Joachim Friedrich und 
Emanuel Perdinand Schmidt. — Die Familie sass in Pommern 1810 
zu Berkenow und 1821 zu Sommerow imKr. Schievelbein, 1836 noch 
zu Sommerow und zu Schellin im Kr. Greifenberg, 1847 zu Bothen- 
hagen unweit Schievelbein, 1854 im Posenschen zu Moschitz oder 
Morschütz im Kr. Wirsitz und noch 1855 zu Berkenow. 

Freih, v. Ltdehxtr, 11. S. 387. 

Schmidt v. Leda, s. Schmit v. Leda, genannt v. Hatten- 
stein. 

Schmidt V. Mayenbnrg, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom 
vom 18. Mai 1714 für Johann Georg v. Schmidt mit Eder Herr v. 
und zu Mayenburg, oder auch v. Mayenburg. Der Stamm blühte 
fort und drei Urenkel des Empfängers des Ritterdiploms, welcher aus 
einer 1687 in den Adelsstand erhobenen Familie stammte, die Ge- 
brüder: Franz de Paula Ritter S. v. M. , in Augsburg, geb. 1777; 
Anton de Padua Ritter S. v. M., geb. 1781, k. bayer. quittirter Unter- 
Lieutenant in Augsburg und Joseph Benedict Ritter S. v. M. geb. 1784, 
wurden nach Anlegung der Adelsmatrikel des Königr. Bayern, in die- 
selbe eingetragen. 

Lenfold, I. 3. S. 486. — v. lAxng, S. 632. - Bfegerle v. MÜM/eld, S. 143. — W. B. d. Kgr, 
Bayern, vm. 61. 

Schmidt v. Osten (Schild geviert: 1 in Roth ein aufwachsender, 
goldener Löwe; 2 in Blau ein von einem Pfeile schrägrechts durch- 
schossenes Herz; 3 in Blau drei schräglinks geführte, silberne Ströme 
und 4 in Roth ein silberner Schlüssel). Adelsstand des Kgr. Prcussen. 
Diplom von 1856 für die Gebrüder Friedrich Wilhelm Sclimidt, See- 
Lieutenant im k. preuss. 5. Cuirassier-Regimente, Friedrich Wil- 
helm Schmidt und Carl August Wilhelm Anton Max Schmidt, mit 
dem Namen: v. d. Osten und dem v. d. Ostenschen Wappen. Die 
Genannten waren Schwestersöhne des k. preuss. Garnison- Verwal- 
tungs - Directors Hauptmann von Osten und von Demselben adoptirt 
worden. 

Freih. v. Ledehur, II. S. 387 und m. S. 3W9. 

Schmidt, genannt Phiseldeck (in Roth ein flacher, goldener Spar- 
ren, begleitet von drei , 2 und 1 , goldenen , die Hörner aufwärts keh- 
renden Halbmonden). Reichsadelsstand. Diplom vom 24. April 1789 
für Christoph Schmidt, genannt Phiseldeck, herzogl. braunschw. Hof- 
rath und Archivar. A"on den Söhnen desselben wurde sehr bekannt: 
Justus V. Schmidt-Phiseldeck , geb. 1769, erst h. braunschw. Hofrath 
und Geheimsecretair im Ministerium zu Braunsohweig , dann, nach 
Organisation des Kgr. Westphalen 1808 Appellations-Richter, 1809 
Staatsrath, 1810 zugleich Goneral-Director der indirecten Steuern 
und, nach Wiedereinsetzung der rechtmässigen];Landes-Regienmg, mit 
dem Titel eines Geh.Regieningsraths,* Mitglied der provisorisch an- 
geordneten Regienings-Commission , so wie des 1814 organisirten 
Geheimraths-Collegium. 1826 legte er seine Stelle als Mitglied des 
Geh.Bath8Colle^um nieder und forderte seine Entlassung, die er aber 



— 250 — 

nicht erhielt. Er entfernte sich daher 1827 aus Braiinschweig, trat 
als Geh. Rath in hannov. Dienste, ward Chef des Justizdepartements, 
1832 aber, mit Beibehaltung des Sitzes und Stimmrechts im königl. 
Geheimrathscollegium, Landdrost in Hildesheim. Der Bruder des- 
selben, Conrad Friedrich v. S.-P. , geb. 1770, k. dänischer Conferenz- 
rath und gest. 1833 als Depulirter des k. dänischen Gt>neralzoll- 
kammer- und Commerz. -('oUegium, ist auch als philosophisch-politi- 
scher Schrillsteller zu Rufe gelangt. — Justus (IT.) v. S. , gen. P., 
herzogl. Braunschw. Obcrgerichtsrath, wurde 6. Dec. 1854 zum Prä- 
sidenten der braunsohweig. Abgeordnetenversammlung erwählt und 
landesherrlich bestätigt. 

HandschrifU. Notizen. — v. HeUbaeh, II. S. 41». — Freih. v. d. Knesebeck, S. 250. - HannoT. 
W. B. F. 2. und S. 13. — v. llf/ner, Hannov. Adel. Tab. ^. — Knesehke, II. S. 386. 

Schmidt v. Rittersfeld, Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1819 für Georg Schmidt, Hauptmann im k, k. Infant. -Regimente Graf 
Mazzuchelli, mit: v. Rittersfeld. — In neuer Zeit stand Johann S. v. 
Rittersfeld in der k. k. Armee. 

Megerle v. ifllhl/tld, S. 259. — MiUtair..ScbeinAtl%in. d. österr. KAiserthums. 

Schmidt v. Schmid.seck , s. S c h m i d s e c k , S. 242 u. 243. 

Schmidt v. Sehmiedebacb , v. Schmiedebach (Schild geviert: 1 
und 4 in Roth ein Pegasus, 2 in Schwarz eine goldene, absteigende 
und 3 ebenfalls in Schwarz eine goldene, aufsteigende Spitze). Ein 
aus Görlitz stammendes Adelsgeschlecht, aus welchem Hans Schmidt 
1431 einen kaiserlichen Wappenbrief erhielt. König Ferdinand bes- 
serte 1531 das Wappen; K. Carl v. fügte 1541 den Adel hinzu und 
erhob auch 15. Dec. 1551 die Bmder Joachim und Johann Schmidt, 
unter abermaliger Verbesserung des Wappens, in den Adelsstand. 
Später, 28. Mai 1583, erneuerte K. Rudolph II. den Gebrüdern und 
Vettern Georg, Joachim und Benedict Schmidt den der Familie zu- 
stehenden Adel und das Wappen und fügte das Prädicat: v. Schmidt- 
bach, oder V. Schmiedebach hinzu. 

Freih. v. J^dfbvr, U. S. 387. — Sielmach^, III. 128. 

Schmidt v. Schmietleburg, Schmied v. Sclimie<lebiirg (Schild der 
Länge nach getheilt : rechs (j^uer getheilt : oben in Roth ein nach der 
rechten Seite springender, weisser Pegasus und unten in Schwarz eine 
aufsteigende, gebogene, schwarze Spitze und links in Schwarz ein an 
die Theilungslinie anstossender , silbern gcki'önter, halber, goldener 
Adler). Böhmischer Adelsstand. Diplom ^om 22. Mai 1554 für Mi- 
chael Schmidt. Der gleichnamige Sohn, Michael (II.) v. Schmidt, er- 
bat sich, da er ohne männliche !N^achkommen war, die Erlaubniss vom 
K. Maximilian II., seinen Vetter, Christoph Schmidt und dessen Brü- 
der, Hans und Barthel Schmidt, adoptiren zu dürfen. Der Kaiser ge- 
nehmigte diese Bitte 24. Sept. 1575 unter Verleihung des oben ange- 
führten Wappens und der Erlaubniss, sich Schmidt v. Schmiodeburg 
zu nennen und zu schreiben. — Die Familie gehörte zu den Adelsge- 
schlechtem der oberlausitzischen Stadt Görlitz. 

Frtih. V. Ltdebur, II, 3. »97. ^ Dont, Allgem. W. B. U. S. 175 u. 7« und T»b, 2T3. 



» ' 



— 251 — 

Schmidt v. Schmidtberg. Schwäbisches Adelsgeschlecht, welches 
durch seine Besitzungen dem reiehsfreien Rittercanton Craichgau ein- 
verleibt war. Gottfried Schmidt v. Schmidtberg, Herr auf Bärenstein 
und Adersbach, kommt 1720 als der schwäbischen freien Keichsritter- 
schaft Rath und Ausschuss im (Janton Craichgau vor. 

Gauhe, 1. S. 'il23 u. 24. — ZedUr, 35. S. 362. 

Schmidt v. Schmiedefeld (in Schwarz ein goldener, eine Sonne hal- 
tender Löwe). Eine in der 2. Hälft« des 17. und im Anfange des 18- 
Jahrh. zu dem in Schlesien begüterten Adel zählende Pamilie, welche 
namentlich imBriegischen zu if angschütz angesessen w^urde. Dieselbe 
sass 1534 zu Damsdorf und 1590 zu Schmiedefeld im Breslauischen, 
erwarb dann auch anderen Besitz und w-ar noch 1670 zu Lilien thal, 
Protsch a. d. Weyde und Weyde, ebenfalls im Breslaui^chen u. 1678 
zu Mangschütz, Klein-Sägcwitz und zu Minkowsky im Kamslauischen 
begütert. — Friedrich Leopold Schmidt v. Schmiedefeld, Herr auf 
Mültza, Scheming u. s. w. kommt um 1670 als kaiserl. Eath und 
Kämmerer vor. — Eine i« Curland blühende Familie, welche sich 
V. Schmidt, genannt Faber, schreibt, führt das oben angegebene 
Wappen. 

8ina]^%u , II. S. y72. — Gauhe, 1. S. iWi. — ZtdUr, 35. 8. :i62. — Frtih. v. Ltdebur, U. 
S. JW8. — Neimbts Curland. W. B. 36: Schmidt, genannt Faber. 

Schmidt v. Schmidfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1720 für Johann Melchior Schmidt, Doctor der Rechte und Oberamt- 
mann zu St. Blasien, mit: v. Schmidfeld. 

Megerk v. MüMJtld, Erg.-Bd. S. 43y. 

Schmidt v. Schmidtfeld. Erbl.östeiT. Adelsstand. Diplom von 
1714 für Joseph Schmidt, Zöllner am CoUmann in Tirol, mit: v. 
Schmidtfeld. 

Megtrle v. Mühl/tld, Erg .-Bd. S. 439. 

Schmidt v. Schwartzenhorn , Freiherren. Ein in der Mitte des 
17. Jahrh. in Oesterreich blühendes, freiherrliches Geschlecht, aus 
welchem Johann Rudolph Schmidt Freiherr v. Schw^artzenhorn um 
1650 kaiserl. Gross-Gesandter an der Ottomanischen Pforte mit einem 
Gefolge- von hundert und achtundvierzig Personen war. 

Gauhe, I. S. 2124. — Zedier, 35. S. 436. — SUbmaeher, V. 16. 

Schmidt v. Silberbai*g. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1816 für Maximilian Schmidt, k. k. Oeconomie-Hauptmann, mit: v. 
Silberburg. — In neuer Zeit war Alois Schmidt v. Silberburg in der 
k. k. Milit.-Verpflegungs-Beamten-Branche angestellt. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.Bd. S. 440. — MUitair-Schenutisinus des österr. Kaiäerthunu. 

Schmidt v. Ullenbnrg. Ein früher zu dem fränkischen Adel ge- 
hörendes, wenig bekannt gew^ordenes Geschlecht. 

Zedier, 36. 8. 362. — Siebtnacher, IV. 162: unter den GeadelU^n. 

Schmidt v. Uri. Altes , schweizerisches Adelsgeschlecht, welches 
früher zu Uri wohnte. Als Stammvater wii'd von Bucelinus Jodocus 
Schmidt V. Uri genannt, welcher um 1390 lebt^. Der Stamm blühte fort^ 



- 252 - 

und Carl Franz S.v.U., Land<^8hauptiiiann inUri und Landesliaiiptmann 
der fünf freien Herrschaften, hatte um 1670 sieben Söhne. Von diesen 
setzte Johann Anton 8. t. ü., Hauptmann der Savoyischen Gurde, das 
Geschlecht durch drei Söhne fort. 

Bueelint Stemmat. P. IV. — Oauhe, I. S. 2124 u. 26. 

Schmidt v. Wegwitz (Schild gcviert: 1 u. 4 in Schwarz ein links- 
gekehrter, silberner, blosser Arm, in der Hand einen goldenen Ham- 
mer haltend und 2 u. 3 in Roth ein schräglinks fliessender, goldener 
Strom). Reichsadelsstand. Diplom vom 29. Juli 1774 für Chrisfian 
Schmidt, Besitzer des Ritterguts Wcg^'itz im Stifte Merseburg, mit 
dem Kamen: Schmidt v. Wegwitz. Die eriblgtc Erhebung in den 
Adelsstand wurde in Kur-Sachsen 29. Dec. 1777 amtlich bekannt ge- 
macht. Der Stemm scheint nicht lange geblüht zu haben. 

ttmdschrifü. Notii. — Kneschke, IV. S. 370. 

Schmidt v. Wellenstein, Wellenstein , anch Freiherren und Gra- 
fen, Erbl.-österr. Freiherm- u. Grafenstand. Freihermdiplom \on 
1704 für Arsenius Franz v. AVcllenstein, nieder -österr. Regienmgs- 
rath und iVir den Vetter dcsKclben, Gallus Heinrich v. Wellenstcin u. 
Grafendiploni von 1720 für Anton Valentin Freihemi v. Wellonstein, 
wegen altritterlichen Herkommens und 18j ähriger Militairdienstlei- 
stung. — Altes, ursprünglich schwäbisches Adelsgesch locht, dessen 
Stammreihe Bucelinus mit Johann Schmidt, welcher in Augsburg 
lebte, um 1489 beginnt. Von den Enkeln Johanns \ermählte sich 
Heinrich Schmidt mit Ursula Routin v. Wellenstein, der Letzten ihres 
Gtischlechts und nahm nachher den Namen Wellenstein an, Gallus 
aber war Oberst und Commandant zu Königshofen in Franken und 
Valentin (I.) blieb 1571 als Hauj)tmann bei der Erobening der Stadt 
Utrecht. Die Familie kam später nach Tirol und wurde 1646 in die 
dortige Landesmatrikel aufgenommen. — Heinrich S. v. W. fiel als 
Hauptmann in Sicilien und hinterliess mehrere Kinder, unter denen 
Valentin (II,) sich als kaiserl. Oberst auszeichnete. Arsenius Franz, 
ein Enkel Valentins (l.), war 1676 kaiserl. Truehsess und ein Anderer 
dieses Namens 1720 kaiserl. Rath u. Regent der nieder-österr. Lande. 
Später, 1720, s. oben, kam der Gmfenstand in die Familie. Ueber das 
Fortblühen des Stammes fehlen genaue Nachrichten. 

JiuceUni Stemmatojfr. P. IV. — Graf v. Brandi«, ü. 124. — Gauhe, I. S. 2123 und S. 2884: 
Wrilenstein (Sohmid von). — Zedier, 35 S. 362. — MegerU v. MilM/eld, S. 82 und Erg.-Bd. S. 118. 

Schmidt, Edle v. Zabierow (Zabieron). Erbl.-östen*. Adelsstand. 
Diplom von 1794 für Joseph Carl Schmidt, ober-österr. Gubernialrath, 
mit: Edler v. Zabierow. — Der Stamm blühte fort. In neuer Zeit war 
der k. k. Lieutenant Joseph Schmidt Edler v. Zabieron als Professor 
am Cadetten-Institute Strass angestellt. 

Megerlt v. MüMJeld, Erg.-Bd. S. -140. — Mmtair.-SchemÄtism.|d. österr. Kaiwrthums. — W. B. 
d. KgT. Bayern, Vni. 62. 

Schmidtaner v. Ober- Wallsee. Altes, oberösterr. Adelsgoschlocht, 
aus welchem Jobst Schmidtaner v. Ober- Wallsee, kaiserl. Rath, Rent- 
meister der Herrschaft Stcier und Burgvoigt zu Ens — ein Sohn des 
Andreas Schmidtaner, Pflegers der kaiserl, Herrschaft Wildenstein — 



— 253 — 

1596 unter den oberösterr. Ritterstand aufgenommen wurde. Beröelbe 
hatte von Hans Friedrich Freilierrn v. Hofmann, kaiserl. Geh. Rath, 
Kammer-Präsidenten und Erbmarsehall in Oesterreieh, die Heri*schaft 
und das Schloss Ober- Wallsee gekauft, da aber der Verkäufer, in die 
böhmischen Um*uhen vei'flochten, in die Ungnade des K. Ferdinand II. 
fiel , so wurde der Verkauf, da auch auf Ober- Wallsee die Erbmar- 
schalls- Würde von Oesterreieh haftete, als nichtig erklärt, doch be- 
hielt der Käufer, Jobst Schmidtauer, von dieser Besitzung den Rei- 
namen und pflanzte denselben auf seine Xachkouimen fort. Der gleich- 
namige Sohn Jobst, zu Freudenstein und Roteneck, wurde ein Aclter- 
vater des Christoph Hellfried 8. v. O.-W., Herrn auf Etzelsdorf, 
welcher 1722 im 62. Lebensjahre als kaiserl. Rath, ohne Kinder, 
* starb. Der Bnider des Letzteren , Franz Veit 8. v. O.-W. , Herr zu 
Rotcjneck, setzte den Stamm durch fünf Söhne fort. 

• Freik. v. Hoheneck, II. S. 871—79- — Gauhe, I. S. 2136 u. 26. 

Schmidtbnrg, Schmidbnrg, s. Schenck v. Schmidburg, S. 13G 
u. 137. 

Schmidtfeld, Freiherren. Freiherrnstand des Herzogthums Sach- 
sen-Meiningen. Diplom vom Sept. 1857 (und bestätigt 8. April 1858) 
für Ludwig Schmidtfeld, Boctor beider Rechte, herz, sachs.-meining. 
Geh. Justizrath und Appellat. -Gerich ts-Birector. Berselbe, geb. 1780 
und gest. 1860, war vermählt seit 1829 mit Christine Freiin v. (ieyso- 
AVenigcntaft, gest. 1862 und aus dfbser Elie entspross: Freih. Rudolph, 
geb. 1838. 

Genealog. Taschenb. der freih. Häiuer, 184K). S. 760, 1»62. S. 720 und 1864. S. 734 u. 1088. 

Schmidthals (Schild über Kreuz schräg getheilt: oben Roth und 
rechts und links Silber. In der Mitte Kopf und Hals eines Greifen, 
oder auch eines Rehes, schräg von einem Pfeile durchbohrt). Ein in 
Schlesien begütert gewordenes Addsgeschlecht, welches aus Friesland, 
wo es unter dem Kamen: Smotthals blühte, stammen soll. — Basselbe 
sass bereits 1758 zu Neudorf im Oclsnischen, 1818 zu Brandschütz 
und Gniesgau im Kr. Neumarkt, so wie zu Ossen im Kr. Poln. War- 
tenl)erg, 1819 zu Benjaminsthal, ebenfalls im Kr. Poln. Wartenberg 
und noch 1839 zu Nieder- Hasel bach im Kr. Landeshut und in dem- 
selben Kreise zu Pfaffendorff und zu Alt- imd Neu-Weissbach. — Von 
den Sprossen der Familie haben Mehrere in der k. pr. Armee gestan- 
den. Zuerst diente um 1723 ein Hauptmann v. Schmidthals im Regi- 
mente Prinz (leorg v. Hessen und der Sohn desselben, Georg Wilh. 
V. Schmidthals, war Rittmeister im k. jn*. Regiment v. Rochow. 

Fnih. V Ledebur, U. S. 388 und m. S. 339. 

Schmidtmann. Ein um und nach der Mitte des 18. Jahrh. zu dem 
westphälischen Adel gehörendes Geschlecht. — Philipp Matthias und 
Friedrich Joseph v. Schmidtmann waren 1778 Canonici und Ersterer 
zugleich Scholasticus zu St. Patroclus in Soest. 

Frtih. V. I^ebur, U. S. 388. 

Schmidtmann v. Wuthenow. Adelsstand des KÖnigr. Prcussen. 
— Carl Schmidtmann, an Kindesstatt angenommen von dem am 



- 254 — 

8. August 1821 gestorbenen k. pr. Generalmajor a. l). v. Wuthenow 
in Stargard, erhielt durch königl. Cabinctsordre von 1821 die Erlaub- 
niss, [Namen und Wappen der v. Wuthenow: (in Silber zwei über 
Kreuz gelegte, silberne Feuerhaken mit braunrothen Stielen und oben 
zwischen den Haken ein rother Stern) anzunehmen und sich Schmidt- 
mann V. Wuthenow nennen und schreiben zu dürfen. 

Freih v. Udehur, l\. S. 388 und ITT. $. 339. 

Schmiedeberg (in Roth zwei über einander quer gelegte Fische, 
bald beide rechts gekehrt, bald der eine rechts, der andere links). Ein 
aus Thüringen nach Pommern gekommenes Adelsgeschlecht, dessen 
Sprossen Alter lehnleute der v. Wedel wurden und w^elches auch Gü- 
ter in der Neumark an sich brachte. Dasselbe sass in Pommern un- 
weit Saatzig bereits 1626 zu Storckow, 1662 zu Grünow und Zeinicke 
und in der Neumark 1702 zu Herrndorf unweit Soldin, erwarb im 
Laufe der Zeit mehrere andere Güter, war noch 1803 zu Bahn, (Vor- 
werk), Friedrichsfelde, Langeiduigen, Reinfeld und Ritzow, 1837 zu 
Ruhnow' und Winningen, und 1850 zu C'unow bei Rahn begütert und 
Ferdinand v. SchmitMleberg, Landosältester, war nach Raner 1857 
Herr auf Schanowitz und Alt-Buokow im Kr. Brieg. — Von den 
Sprossen des Stammes haben Mehrere in k. pr. Staats- und Militair- 
diensten gestanden. Ein v. S. , k. pr. Vice-Präsident , starb 1811 zu 
Marienwerder und ein v. S. war 1806 tiirst.-bischöfl. Forstmeister sni 
Ottmachau bei Neisse. Der Sohn desselben war 1806 Lieutenant im 
Cuirassior- Regimen te v. Keiking, stieg von Stufe zu Stufe und starb 
1824 als Generalmajor auf seinem Gute zu Schürgast. Ein Major v. S., 
1806 Capitain im 9. Infanterie-Regimentc, starb 1813 an ehrenvollen 
Wunden, auch standen noch später (ilieder der Familie in der k. pr. 
Armee. 

Pantheoa des preuss. Heeres, 11. S. 176. — N. Pr. A.-L. IV. S. 18.*». — Frtih. v. Ledebur, H. 
S. S88 und m. S. 839. — Schlesisch. W. B. Hl. 106. 

Schmiedel, Schmidel v. Schmiden, Freiherren. Böhmischer, alter 
Freiherrnstand. Diplom von 1708 für Johann Wenzel, Leopold und 
Johann Anton S. v. S. und von 1722 für Sigmund S. v. S. 

Mefferle v. Milhlftld, Erg.-Bd. $. 98. 

Schmiedel, anf Nenhänsel. Reichsritterstand. Diplom von 1715 
für Lorenz v. Schmiedel auf Neuhäusel, k. k. Hauptmann. 

MtgtrU V. MÜM/etd, Erg.Bd. S. 803. 

Schmieden (Schild quer getheilt: oben in Roth ein aufwachsen- 
der, in Goldstoff gekleideter Mann, welcher in der erhobenen Rechten 
einen Hammer schwingt und unten in Blau drei, 2 u. 1, goldene 
Sterne). Polnischer Adelsstand. Diplom vom 19. Febr. 1658 fiir Na- 
thanael Schmieden, Bürgermeister zu Danzig. 

Frtih. V. Ltdebur, ü. S. 888. 

Schmieden (Schild durcli einen rothen Querbalken getheilt: oben 
in Gold ein rechts gekehrter , schwaraer Rabe , in der rechten Klaue 
einen Ring haltend und unten in Blau drei, 2 u. 1, goldene Lilien). 
Ein um die Mitte des 17. Jahrh. aus der Schweiz nach Preussen imd 
Böhmen und dann nach Kui-sachsen gekommenas Adelsgeschlecht^ 



— 255 — 

aus welchem mehrere Sprosnen in die kur- und k. sächs. Armee tra- 
ten, Hans Adam v. Schmieden a. d. H. Cunnersdorf, stieg zum kur- 
sächs. Obersten und Commandeur des Regiments Prinz Clemens und 
der Sohn desselben, Heimlich Ludwig Priedrich v. S. (geb. 1732), war 
kursächs. Oberstlieutcnant im Infant. -Regim. Graf Anhalt. Die Nach- 
kommen standen meist in sächs. Militairdiensten und in letzter Zeit 
commandirte der k. sächs. Major Maximilian August v. Schmieden 
das 13. Infanterie-Bataillon. — In Berlin lebte 1858 der k. pr. Haupt- 
mann a. D. und Polizei-Lieutenant v. Schmieden. 

BandschrifU. Notizen. — Dresdener Kalender zum rh>hr. für die Keaidenz. 1847. S. 184 nnd 1849. 
S. 167. — Frtih, v. Ledebur, 11. S. 888 und UT. S. 340. 

Schmiedicke v. Sckmiedecki. Adelsstand des Grossh. Warschau. 
Diplom von 1812 vom Könige Friedrich August v. Sachsen als Grossh. 
V. Warschau für den Regierungsrath Wilhelm Schmiedicke, früher 
Präsidenten der Wojewodschafts-Commission zu Kaiisch, mit Bei- 
legung des Namens v. Schmiedecki. Ein Sohn desselben stand 1848 als 
Hauptmann im k. pr. Ingenieur - Corps in Colberg und lebte 1854 als 
Ingenieur-Major a. D. — Eine bürgerliche Familie Schmiedecke be- 
sass 1856 in der Provinz Brandenburg im Kr. Stemberg die Güter 
Tomow und Friedrichswille. 

Freih, v. Ledebur, 11. S. 388 n. 511 : Schmiedicke v. Szmiedecki. 

* Schmirsitz, Smirsitz, Smirticz, Freiherren (Schild schrägrechts 

von Schwarz und Silber getheilt, ohne Bild). Altes, böhmisches, mäh- 
rensches und schlesisehes Adels- und später freiherrliches Geschlecht 
aus dem Stammschlosse und Städtchen Smirschiz im Königpgrätzer 
Kreise nahe bei der Elbe in Böhmen. — Jan oder Johann Schmirschitzki 
wurde im Hussiten -Kriege von den Prägern gefangen, machte sich 
aber wieder frei , war 1445 bei den damaligen Unruhen in Böhmen 
sehr thätig, stand dann bei dem Reichs-Gouvemeur George Podiebrad 
als vornehmster Rath in grossem Ansehen, wurde aber, als die Böh- 
men 1453 den Ladislaus Posthumus zum Könige erwählt hatten und 
Smirschitzki an denselben schrieb , er möge doch , da seinen Landes- 
leuten nicht viel zu trauen sei, mit einer ansehnlichen Macht nach 
Böhmen kommen, von den Landständen, in deren Hände das Schrei- 
ben gerathen, ergriffen und noch in demselben Jahre enthauptet. Der- 
selbe besass Schloss und Herrschaft Raudnitz. — Später entspross 
aus diesem Stamm Margaretha Freiin v. Schmirsitz, welche sich mit 
Wilhelm Herrn von Waldstein, Waldstein- Arnauer Linie, Herrn auf 
Herzmanicz, vermählte und in dieser Ehe die Mutter des Albert 
Wenzel Eusebius Grafen v. Waldstein, Herzogs zu Friedland wurde. 
— Nach Tromsdorff, Geograph, ist 1618 mit Albert Johann Freiherm 
V. Schmirsitz, der sich mit einer Grf. v. Hanau verlobt hatte, der alte, 
vornehme Stamm erloschen. 

Balblni MisceU. Bohem. Dec. 2. Lib. 2, P. IlL — SinaptM , I. S. 832. — Gauhe, U S. 2349 
n. 60. — Freih. v. Ledebur, II. S. 38H. — SUbmacher, Tl. 53. — v. Meding, II. S. 528. 

^ Scbmising, Schmiesing, s. Korff, Schmysing, genannt v. Korft, 

Freiherren und Korff, genannt v. Schmising, Grafen, Bd. V. S. 
235—238. 



— 266 — 

Schmit, Schmit v. Leda, genannt v. Hattenstein. Keichs- 
adelsstand. Diplom vom 15. Mai 1782 für D. Johann Conrad Wilh. 
Schmit, kurbraunschw.-lüneburgischen Hofmedicus, für sich und seine 
Nachkommen, mit dem Prädicate : Schmit v. Leda, genannt v. Hatten- 
stein. — Die Erhebung in den Reichsadelsstand wurde 23. Aug. 1782 
in Hannover amtlich bekannt gemacht. Der Stamm ging später wie- 
der aus. 

Frtih, V. Knetebeck, S. 260. 

Schmiterlöw, Smiterlow, Smitterlow (in Silber ein mit dem Gre- 

sichte vorwärts, übrigens rechts gekehrter, wilder Mann , mit einem 
Kranze um die Schläfe und in der Hand eine Keule haltend, welcher 
auf einem Löwen reitet). Schwedischer Adelsstand. Diplom vom 
26. Sept. 1723 für Hans, Henning, Nicolaus, Bertram und Carl 
Schmiterlöw, in das Ritterhaus zu Stockholm 1723 eingeführt — 
Altes Patriciergeschlecht der Städte Stralsund und Greifswald, wel- 
ches nach Meklenburg kam , daselbst aber , während es in Pommern 
fortbUihte, wieder ausging, später aber in der Neumark und in Schwe- 
den begütert wurde. — Die Familie sass bereits 1619 zu Neuendorf 
unweit Greifswald, 1701 zu Lieschow auf Rügen, 1723 zu Datzow, 
Patzig und Rosengarten, ebenfalls auf Rügen, erwarb dann mehrere 
andere Güter, war nach 1806 zu Prosnitz, 1810 zu Rriedel u. Murke- 
witz, 1846 zu Gnägelsdorf, Stedar und Neparnutz auf Rügen, 1856 
zu Draheinir und Kalkwcrder im Kr. Neustettin, so wie in Schweden 
1846 zu Holmesgut und in der Neuniark 1850 zu Grapow imd mit 
Grundstücken in der Woldenberger Feldmark im Kr. Friedeberg an- 
gesessen. — Georg Christian v. S. , Herr auf Datzow und Prosnitz, 
k. pr. Landj-ath, starb 1819 und ein Soliu desselben, 1806 Lieutenant 
im Regimente Köuigin-Dragoner , trat 1821 als Oberst im 2. Cuiras- 
sier-Regimente aus denr activen Dienste. — Ein v. Schmiterlöw, k. 
pr. Rittmeister a. D., war nach Rauer 1857 Herr auf Draheim im Kr. 
Neustettin und ein v. Schmiterlöw, k. pr. Lieut a. D., Herr auf Gra- 
pow im Kr. Friedeberg der Neu mark. 

N. Pt. A.-L. IV. S. 185. — Freik. v. Ledebur, ü. S. 3««. und IH. S. »40. — t». Medmg , I, 
S. 681: nach dem MS. abgegangener meklenb. Familion. — Svea Rikes Vapenbok 194. Nr. 740. — 
Pommersches W. B. II. Tab. 26. S. 68 u. 69. — Kneschke, U. S. 886 u. 87. 

Schmithoffen, Freiherren. Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom 
von 1733 für Franz Jacob v. Schmithoffen. 

JtfegerU 'v. MüfUfeld, Krg.-Bd. S. Ö8. 

Schmitt Kurlalzischer Adelsstand. Diplom vom 12. Dec. 1786 
fiir Philipp Schmitt, kurpfalzischen Regierungsrath in Amberg. Der- 
selbe, geb. 1761, wurde als k. bayer. Kreiscanzlei - Director in die 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingeti*agen. 

V. T^mg, 8. 536. — W. B. des Kgr. Bajern, V1I1.56. 

Schmitt v. Eisenegg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1817 für Andreas Schmitt, Hauptmann im k. k. Infanterie-Regimen te 
Freih. v. Beaulien, mit: v. Eisenegg. 

MegerU v. MüM/eld, S. 359 und Erg.-Bd. S. 440. 



— 857 — 

Schmitt V. Kammerzell. Erbl.-österr. AdelBstand. Diplom von 
1815 für Andreas Schmitt, Capitain- Lieutenant im k. k. Infanterie- 
Regimente Grossherzog t. Toscana, mit: v. Kammerzell. — Joseph 
Schmitt V. Kammerzell, k. k. Major, war 1857 Platz-Commandant zu 
Brunn. 

XegerU v. Müklftlä, S. 2S9. — MillUir.-Schematlsm. d. Ksterr. Kaiserthums. 

Schmitz (im Schilde eine Lilie). Reichsadelsstand. Bestätigung- 
Diplom des der Familie zustehenden Adels von 1630 fiir Georg 
Schmitz (Schmitzer), kaiserl. Oberstlieutenant. Derselbe stammte aus 
dem alten Soester Stadtgeschlechte Schmitz, welches zu den dortigen 
Erbtalzern gehörte. 

Freih. v. Ltdtbur, IT. S.389 und III. S. 840: Berichttgang dos Kammerherrn Grafen t. Linden 
in BaiüberK. 

Schmitz, Edle (Schild geviert: 1 uud 4 in Roth ein rechts ge- 
kehrter, geharnischter Arm, einen weiss befiederten, mit der Spitze 
aufrecht gestellten , silbernen Pfeil in der Hand haltend und 2 und 3 
in Silber ein rechts sehender, schwarzer Adler mit ausgebreiteten 
Flügeln). Reichsadelsstand. Diplom vom 4. Febr. 1788 für Johann 
Martin Schmitz, Reichsstift Werdenbergischer Rath und Lehnkammer- 
Director, mit dem Prädicate : Edler v. — Von den Nachkommen w^ur- 
den Franz v. Schmitz, nebst Frau Maria Anna und Beatrix v. Schmitz, 
laut Eingabe d. d. Heidelberg, 21. Juli 1829, in die Adelsmatrikel der 
preuss. Rheinprovinz unter Nr. 8 der ('lasse der Edelleute eingetra- 
gen. — Fräut Beatrix v. Schmitz vermählte sich später mit einem 
Herrn v. Düsseldorf in Coblenz. 

N. Pr. A.-L. V. S. 402. — Freih. v. Ltdebw , II. S. 389 und III. S. 340. -~ ,W. B. d. preuft. 
Rheinprovinz, I. Tab. 112. Nr. 224 und S. 103. u. 104. 

Schmitz, Schmitz -Grollenburg, auch Freiherren (Schild herz- 
förmig, oben zweimal eingebogen und quergetheilt: oben in Schwarz 
drei schrägrechte, goldene Balken und unten in Blau ein schi'ägrechtß 
gelegter, silberner Anker). Adelsdiplom vom 11. August 1719 für 
Arnold Schmitz, Amtmann bei dem Stifte Ueberwasser in Münster u. 
Freihermdiplom von 1790 im kurpfölzischon ßeichsvicariate ^\^ 
Friedrich Joseph v. Schmitz, Reichskammergerichtsbeisitzer zu Wetz- 
lar (wegen des oberrheinischen Kreises präsentii-t, juravit 5. Febr. 
1774), mit dem Beinamen: v. G^rollenburg. Derselbe lebte noch zu 
Anfange des 19. Jahrh. Der eine seiner Söhne, Freih. Moritz, war 
zuletzt königlich württemb. Staatsrath und Gesandter am bayer. 
Hofe und starb im hohen Alter ohne Nachkommen und der andere 
Sohn war k. preuss. Präsident in der Rhein provinz. Auch er starb 
ohne Nachkommen und mit ihm ging die Familie 1850 im Mannes- 
stamme aus. 

MegerU v. Mühlfeld, Krg.-Bd- S. 440. — Freih. v. Udebur . 11. S. 3«9 und III. S. 340. — 
Kalender des Reichs-Kammer^tichls zu Wetzlar. — W. B. der pr. Rh«Mnprovinz, 11. T»b. 45 V. 89 
and S. 149. 

Schmoeltzing t. Zwickloedt, Schmeltzing v. Zwicklodt Ober« 
österr. Adelsgeschlecht, aus welchem vom Freiherrn v. Hoheneok 
zuerst Leonhard Schmöltzing zu Zwicklodt augefühi't wird, dessen 

Knetchke, Deutsch. Adeh-Lex. VIII. J 7 



— 258 — 

zwei Söhne, Joachim und Ludwig, 1601 der Oberösterr. Landschafts- 
Matrikel einverleibt wurden. Letzterer lebte noch 1611 als kaiserL 
Hauptmann, von Ersterem aber, Joachim S. zu Zwicklodt und Wil- 
denhaag, entspross Johann Joachim Gottlieb S. zu Z. und W., Ton 
welchem drei Söhne stammten: Johann Franz, Ignaz Gottlieb und 
Christian Leopold. Ignaz Gottlieb vermählte sich 1718 mit Maria 
Johanna v. Schmidhauer. 

FreiM. v, Hoheneck, U. S. 380 a. 81. — &auke, U. S. 10S7 u. 88. — Zedier, 86. S. 466. 

* Schmolcke, Schmolke (in Silber ein goldener Greif mit einem 
Fischfichwanze). Ein früher zu dem in Schlesien und in der Mark 
Brandenburg begüterten Adel zählendes Geschlecht, welches in 
Schlesien 1505 zu Schmoltschütz im Oelsnischen und 1687 zu Krock- 
witz und Liebschütz im Freistadtschen und im Brandenburgischen 
1644 zu Craemersbom unweit Crossen, 1681 zu Niedewitz bei Zülli- 
chau und 1 724 zu Malsow, so wie 1 727 zu Schönwalde unweit Stem- 
berg sass. — Sinapius leitet die Familie von dem niedersächsischen 
Geschlechte von Dannenberg oder Tannenberg her und führt an, 
dass Albrecht v. Tschartowitz im Oelsnischen, Michael Schmolckes 
zu Schmoltschütz Sohn, der 1505 gelebt, sich auch sonst Albrecht 
Tannenberg, Kunke genannt, von Tschartowitz geschrieben habe. 
Sinapius hält daher den Namen Tannenberg für den rechten Ge- 
schlechtsnamen und meint, dass sich das Geschlecht vermuthlich 
nach dem Gute Schmoltschütz Schmolcke genannt habe. Uebrigens 
hat Sinapius Herren v. Schmolcke sowohl 1479, in welchem Jahre 
Jancke Schmolcke lebte, als 1681, also vor und nach der Zeit, in 
welcher dpr genannte Albrecht vorkommt, angeführt. Wäre das Ge- 
schlecht V. Schmolcke wirklich eines Stammes mit den v. Bannenberg 
oder Tannenberg, so müsste das Wappen verändert worden sein: die 
V. Dannenberg führen in einem von Blau und Silber geschachten 
Schilde zwei goldene Querbalken: Siebmacher, I. 172: v. Tannenberg, 
Sächsisch. — Ob wirklich, wie mehrtach angenommen wird, der be- 
kannte Theolog und Dichter geistlicher Lieder, Benjamin Schmolke, 
geb. 1672 zu Brauschitschdorf bei Liegnitz und ge«st. 1737 als Ober- 
prediger zu Schweidnitz, zu diesem Stamme gehört habe, muss dahin 
gestellt bleiben. — Ein Fähnrich v. Schmolcke stand noch 1727 im 
k. preuss. Infant.-Regim. v. Stille. Nach dieser Zeit ist der Stamm 
ausgegangen. 

Sinapius, I. S. 832. — Zedier, 35. S. 469. — N. Fr. Ä.L. IV. 186. — Freih. v. Ledebur, 0. 
S. 389. — V. Meding, U. S. 626 u. 87. 

Schmoltz (in Gold ein rothes Kameel). Altes, schlesisches Adels- 
geschlecht, welches schon 1343 zu Schmolz im Breslauischen, 1381 
zu Beikau unweit Neumarkt, 1591 zu Kunsdorf und Strachau im 
Nimptschen sass und letzteres Gut noch 1660 inne hatte. — Jeschke 
de Schmoltz kommt bereits 1343 in alten Liegnitzischen Urkunden 
und Hans Schmoltz von Belckau 1381 in Breslauischen Schriften vor; 
Balthasar S. war 1559 herzogl. Küchenmeister zu Liegnitz; Carl v.S. 
verwaltete 1609 das Burggrafen-Amt zu Wohlau; um dieselbe Zeit 



— 259 — 

war ein v. S. Ober-Coininissar und Zahlmeister in Schlesien und Cas- 
par V. S., kaiserl. Oberstlieutenant, war noch 1660 Herr auf Strachau. 

Sinapius, I. S. 832 und II. S. 973. — Gauhe, I. S. 2126. — ÜedUr , 35. S. 470. — Freih. v. 
I^dntr, 11. S. 389. — Siebmach^r, I. 72: Die Schmoltzn. Schlesisch. — v. Mtding, II. S. 527. 

Schmon. Altes, erloschenes, thüringisches Adelsgeschlecht, des- 
sen Stammsitz das Dorf Ober - und Xieder-Schmon unweit Querfurth 
war. — Die Gebrüder Christoph und Moritz v. Schmon auf Frohn- 
dorif unweit Eckartsberga gehörten noch 1560 zu den Stolbergischen 
Landständen. 

Frtih, V. Udebur, l\. S. 889. 

Schmor 1. Ein früher zu dem in der Ober-Lausitz begüterten 
Adel zählendes Geschlecht, welches zu Lipsa bei Hoyerswerda und " 
zu Keutnitz bei Görlitz sass. 

Frtih. V. Ledehur, n. S. 389. 

Schmnde, Schmndde, Smnddet Zmndden (im Silber ein Druden^ 
Aiss, oder zwei in einander geschobene Dreiecke). Altes, in Hinter- 
pommem begütert gewordenes Adelsgeschlecht, welches auch in 
Pommerellen Grundbesitz an sich bracht«. Dasselbe sass bereits 1603 
zu Zemmen und 1621 zu Trzebiatkow unweit Bütow und hatte dann 
zeitweise im 18. und 19. Jahrh. mehrere andere Güter inne. In Pom- 
merellen war die Familie 1 782 zu Czamowa bei Conitz und zu Glisno 
bei Schlochau angesessen. — Von den Sprossen des Stammes stan- 
den mehrere in der k. pr. Armee. Ein Oberstlieutenant v. Schmude 
eommandirte das 3. Musquetierbataillon des Infant. -Regim. v. Schö- 
uing in Königsberg und starb 1808 im Pensionsstande und Christian 
Friedrich v. S. , a. d. IL Gustkow, gest. 1826, stand 1806 im Regi- 
mente Königin Dragoner und diente zuletzt als Oberstlieutenant im 
1. pommerschen Cavalerie - Regimente. Aus seiner Ehe mit Anna 
Wilhelmine Albertine Adelhaid Grf. v. Mellin, gest. 1807, stammten 
drei Söhne. Ein v. S. war 1806 Kriegs- und Domainenrath bei der 
Kammer zu Kalitsch. — Nach Rxiuer waren 1857 im Kgr. Preussen 
fünf Glieder der Familie im Kr. Bütow begütert und zwar: Johann 
V. Schmude auf Czamdamerow a. ; Paul v. S. auf Czarndamerow g. ; 
Carl Ludwig v. 8. auf Trzebiatkow a. ; Ernst v. S. auf Trzebiatkow f. 
und August V. S. auf Trzebiatkow k. — Ein mit dem Namen v. 
Schmude vorkommendes Wappen : in Blau ein goldener Querbalken, 
oben von vier, unten von drei Kornähren begleitet, lässt annehmen, 
dass zwei Familien dieses Namens zu unterscheiden sind, doch ist 
über die zweite Näheres nicht bekannt. 

N. Pr. A-L. IV. S. 186 u. 86. — Freih. v. Ltdebur, U. S. 389 und HI. S. »40. 

SchmüUing, Smülling. Altes Clevesches Adclsgeschlecht, wel- 
ches 1411 und noch 1510 zu Busch oder zum Bus^cli, 1610 zu Polwick 
und 1664 zu Poll unweit Kheinberg sass. 

Frtih. V. Ledebur, m. S. 389. 

Schmnttermayer v. Asten, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Di- 
plom von 1811 für Johann Carl Schmuttermayer, k. k. Obersten, mit: 

n* 



— 360 — 

V. Asten. — Maria Ritter Schmiittermayer v. Asten, Sectioni^rath im 
k. k. Alinisterium des Aenssera, war 18o7 Mitglied der k. k. Central- 

Evidenthaltungs-C'ommisHion. 

Megarle r. IfBkl/eld, Enr.-Bd. S. 203. — MUitair.-5>k;hematisin. d. »«terr. Kaiserthnint. 

I Scfanabel (in Gold auf einem blauen Breihügel ein blau geklei- 

teter Mann, welcher einen Pfeil, den Arm in die Seite gestemmt, in 
der Hand hält). Keichsadelsstand. Diplom für Conrad Schnabel, 
kaifterl. Hofschröter. — 8ch lesisches, nach Liefland und Ostpreusaen, 
ins Tapiausche gekommenes Adelsgeschlecht, welches in neaer Zeit 
auch in der Neumark begütert wurde, in welcher dasselbe 1847 und 
noch 1849 zu Spechtsdorf im Kr. Arnswalde sass. 

Freih. v. Ltdehur, II. S. 389 und 111. S. 340. — SitbmacJur, IH. 98. 

Schnackenbnrg (in Silber auf einem grünen Hügel eine alte 
Burg, ohne ThüröfTnung, aber mit zwei Thürmen mit rothen Dächern. 
Hinter der Burg kommen zwei roth-goldene Schlangen hervor, welche, 
von einander gekehrt, die Köpfe ober- und auswärts halten. Da das 
Wort : Schnacke eine Art Schlangen bedeutet, war das Wappen völlig 
redend). Altes, lüneburgisches, von 1230 bis 1390 urkundlich vor- 
gekommenes Adelsgeschlecht, welches auf der Schnackenburg unweit 
des Flecken Schnackenburg sass und sicher eines Stammes mit dem 
V. Kepentiii war. — Was Letzner von einem gleichnamigen Ge- 
schlechte, welches aus der Grafschaft Dassel bereits im 10. Jahrh. 
vertrieben worden sein soll, erzählt, gehört nach Manecke zu den 
Letznerschen Fabeln. 

Jjetmer, Dasselsche Chronik 4. Bach. 16. K*p. S. 166 und Desselben ConreTische Chronik, S. 
185, b. — V. Behr, R. M. lib. 8. S. 15S4. - Maruckt , Beschreibung des Fttrstenth. Lüneburg, n. 
.«5. 183 «. 84. not. 1. — Siebmachtr, II. 124. — v. Meding, m. S. 687 u. 88. 

Schneberg, Sneberg (in Blau eine silberne Linie). Altes, frän- 
kisches Adelsgeschlecht, welches zu dem Fuldaischen Lehnshofe ge- 
hörte. Wilhelm v. Schnebcrg war der letzte, welcher 1425 zu Fulda 
beliehen wurde. 

Schafwai, S. 152. — Siebmacher, IT. 75. v. S., Fränkisch. — v. Meding, ITl. 588. 

Schneebnrg zn Salthaas nnd Platten, Freiherren (Schild geviert, 
mit Mittelschilde und im rothen Mittelschilde eine weisse Schnee* 
haube, an der Spitze mit einem goldenen Knopfe besetzt und mit einer 
von Silber und Roth gewundenen, von einer herabhängenden Schnor 
umgeben. 1 und 4 von lloth und Silber quergethoilt und unten mit 
drei schwai-zen Querbalken belegt und 2 und 3 in Blau drei silberne 
Lilien, deren beide oberen etwas schrägeauswärts , die dritte untere 
aber in Form eines Sijhächerkreuzes an eiminder gereiht sind). Erbl.- 
österr. Freihermstand, mit dem Titel: zu Salthaus und Platten. Di- 
plom vom 31. August für Johann Wolfgang v. und zu Schneeburg, 
Herrn zu Rubcin und Lichtenthurm , des Erzherzogs Leopold von 
Oesterreich Truclisess und Vt;rordneten im engem Landes- Ausschusse 
in Tirol, unter Vereinigung des angeborenen Wappens mit dem an- 
geerbten Wappen der v. Rubeiu zu Wanga. — Altes , tiroler Adels- 
geschlecht. — Der erste Schneeberger tritt urkundlich 1370 auf. Der- 



— 261 — 

selbe hie«8 Feter Schueeberger zu Zemmei-R, zur Unterscheidung von 
den dattials noch in vollster Blüthe stehenden Herren v. Schneeberg 
zu Trins hinter Steinach , welche angesiedelt auf dem dort gelegenen 
Schlosse Schneeberg mit den jüngeren Schneebergern Nichts gemein 
hatten. Peter S. vermählte sich mit Catharina v. Gereut zu Stein- 
haus in Passeyr und gewann dadurch testen Boden in diesem Theile 
des Landes. Der Enkel desselben , Sigmund 8. , erwarb den untern 
Thiergarten bei Meran und dessen Sohn, Ludwig, den Schildhol* 
SalthauSy indem er Anna v. Linger, die einzige Erbin ihres Ge- 
schlechts, heirathete. Ludwig war ein tapferer Soldat und erhielt 
wegen treuer Dienste vom K. Carl V. den Rittei-schlag. Ton die- 
ser Zeit an schrieben sich die jüngeren Schneebergcr: v. Salthaus 
(Saltaus und Thiergarten). Ludwigs Sohn, Hans, war uiiter K. 
Ferdinand I. Pfannhaus- Verwalter zu Hall im Innthale. Dei-selbe 
hatte aus seiner Ehe mit Gelena v. Kripp elf Kinder, von denen der 
älteste Sohn, Rupert, sich als Nachfolger seines Vaters unter dem 
Erzherzoge Ferdinand IL beim Salzamte zu Hall grosse Verdienste 
erwarb, auch die Pflege Stumm, so wie das R^cht, sich nach Belieben 
einen Ansitz in Tirol zu bauen, an sich brachte, worauf er 1587 das 
Schloss Schneeburg in Mils erbaute und sich nach demselben: Schnee- 
burg nannte. Noch glücklicher war sein Sohn, Ludwig, ebenfalls 
Nachfolger im Amte des Vaters an der Pfanne zu Hall, welchem seine 
Hausfrau, Main'a Edle von Wanga, den Ansitz Rubein in Obennais 
zubrachte. Die Nachkommen desselben wurden reich , blühten fort 
und nannten und schrieben sich: Herron v. Schneeburg und v. Saltaus 
auf der Platten und zu Rubein. Johann Wolfgang v. Schneeburg, 
des zuletzt genannten Ludwig Sohn, wurde Truchsess des Erzherzogs 
Leopold V., Gemahls der Claudia v. Medici und leistete Letzterer, 
während der Minderjährigkeit ihres Sohnes Franz Carl, zur Abwehr 
der Verherungen des 3(Jjährigen Krieges von Tirol , ausgezeichnete 
Dienste und erhielt, bereits bejahrt, für diese Dienste 1664, s. oben, 
den Freihernistand. Unterdessen näherte sich der Stamm der älteren 
Schueeberger zu Trins seinem Ausgange und der letzte Sprosse des- 
selben, ohne Hoffnung auf Nachkommenschaft, setzte mit landesfürst- 
licher Genehmigung den Hofcanzler Johann Wellinger zu Innsbruck 
an Kindesstatt in seine Güter ein. Dieser, mit den altfreiherrlichen 
Lehen der Schueeberger v. Trins belehnt, setzte das Geschlecht unter 
dem Namen seines Adoptivvaters bis 1771 fort, wo der letzte Freih. 
V. Schneeberg, Carl Joseph, auf seinem Ansitz Lichtenthurn bei Hoet- 
ting starb. Durch Vorliebe und Neigung, die er zu den jüngeren 
Schneeburgem gehabt, ging das Gut Lichtenthurn in den Besitz des 
Johann Maximilian Freih. v. Schneeburg — Urenkel des oben ge- 
nannten Johann Wolfgang — über. Der Sohn desselben , Freih. Jo- 
hann Nepomuk Anton, zeichnete sich während der letzten Franzosen- 
kriege als General-Referent der Stände Tirols durch Anhänglichkeit 
an das Land und den Kaiser aus. Sein Sohn, Freih. Gottfried, geb. 
1796, starb 1837 zu Meran als k. k. Kämm, und Appellations-G^richts- 
rsth von Venedig. Letzterer hatte sich 1827 vermählt mit Marie 



— 262 — 

Grf. Atz v. Wasegg, geb. 1806 und aus die^^r Ehe »tammt da» jetzige 
Haupt des freiherrl. Hauses: Freih. Rudolph, geb. 1828, Herr zu 
Kubein und Lichtenthura, Herr und Landmann in Tirol, k. k. Kämm, 
und Hauptmann in d. A. Der Bruder desselben, neben drei Schwe- 
stern, ist: Freih. Oswald, geb. 1830, k. k. Kämm, und Hauptmann 
im Kaiser Jäger-Regimente. Vom Bruder des Freih. Grottfried, dem 
Freih. Carl, gest. 1798, lebt aus der Ehe mit Maria Freiin Pilati t. 
Thassul, verm. 1849, neben einer Tochter, ein Sohn, Wilhelm, geb. 
1852. Ein anderer Bruder des Freihemi Gottfried, Freih. Wilhelm, 
geb. 1801 , ist Prälat Archidiacon. zu Olmlitz. — Ueber die übrigen 
Glieder der Familie giebt das geneal. Taschenbuch der freiherrlichen 
Häuser Auskunft. 

€knüu, I, S. 2127. — Ztdltr, 35. S. 621. — Geneal. Taschenbuch der fVelbeirl. Häuser, 1848. 
8. 829—82, 1849. S. 379 und 380. 1«63. S. 3(54—67 und 1865. — Sielmachtr, H. 41, lU. 180 und 
V. 191. — Tyroff, II. 89: F. H. v. und zu Schneebur^. — W. B. des K«t. Bayern, IV. 6 und: ▼. 
WOlckern. Abth. 4. S. 10—12. 

Schneblin, Schnebelin. Ein früher zu dem Adel im Breissgau 
gehörendes Geschlecht, welches schon um 1165 genannt wird und 
sich später in die Linien zu Landeck, Crantzau und Bosweil schied. 
Zwei Töchter des Stammes mit Namen : Maria waren, die eine 1534, 
die andere 1547 Aebtissinnen des Klosters Günt^rsthal und noch 1699 
kommt George Andreas v. Schnebelin als kurtrierscher 01>erst und 
Vice-Commandant zu Philippsburg vor. 

Bucellnl G«rman. sacra, S. 188. — GoMhe, I. S. 2126. — Zedier, 86. S. 497. — SUbmacher, 
n. 89 : y. S. , SchwKblsch. 

Schneckel, Schnekel v. Trebersburg. Erbl.-östeiT. Ritter- und 
Freihermstand. Ritterdiplom vom 25. Mai 1780 (1784) für Joseph 
Schneckl v. Trebersburg (Trebespurg) fürstl. Passauischen Hofkam- 
mcrrath und Freihermdiplom vom 19. Oct. 1844 für Johann Schnekel 
Ritter v. Trebersburg, k. k. Generalmajor. — Die Familie Trebers- 
burg stammt aus Hannover und kam 1570 unter K. Maximilian II. 
nach Oesterreich, wo die männlichen Sprossen meist in Militairdienste 
traten. 1780, s. oben, erhielt die früher schon geadelte Familie den 
Österr. Ritterstand und später, wie angegeben, in der Person des Jo- 
hann Schnekel Ritter v. Trebersburg den Freiherrnstand. Derselbe 
schlug als k. k. Oberst und Commandant des Oguliner Grenz-Regi- 
ments die in die k. k. Militairgrenze eingefallenen Bosnier, weshalb 
er in einem gevierten Schilde zu dem angestammten Wappen (in 
Grün ein rechtsgekehrter, geharnischter Mann, welcher in der Rechten 
ein blankes Schwert schwingt und die Linke in die Seite stemmt) in 
Roth einen dreimal gezinnten Festungsthurm und über demselben 
einen rechtsgokehrten , goldenen Halbmond erhielt. 1849 comman- 
dirte Freiherr Johann als Generalmajor bei der Südarmee ein Corps 
gegen die rebellischen Ungarn, trug durch Erstürmung der Vorstädte 
von Ebseg zur üebergabe dieser, in den Händen der Ungarn gewese- 
nen Festung wesentlich bei, wurde Feldmarschall - Lieutenant und 
starb 1855. Aus seiner ersten Ehe mit Anna v. Seidler, gest. 1822, 
stammte, neben zwei Töchtern, ein Sohn, Freih. Johann (II.) geb. 1804, 
k. k. Licut. in d. A. und aus der zweiten mit Victoria v. Strasser eine 



I 



— 268 — 

Tochter, Hermine, geb. 1829 und ein Sohn, Freih. Julius, geb. 1829, 
k. k. Major. 

Megtrle v. MUMfeld, Erf.-Bd. S. 204. - Geneal. Tucheob. d. freiberrl. HKuMr. 1865. S. 6S5 
u. 86: Freih. v. Trebersburg, 1863, S. 975 u. 76 u. 1H65. 

Schneekenhans, Schneckenhänser (in Roth ein silbernere Schnecken- 
haus). Ein zu dem früher in Schlesien im Jägerndorfischen begütert 
gewesenen Adel gehörendas Geschlecht, aus welchem Hans v.Schneckeur 
haus 1608 von den Fürsten und Ständen in Schlesien als Oberstlieute- 
nant über tausend Mann zu Pferde wider die Türken nach Ungarn 
geschickt wurde. Später schrieb sich die Familie aus dem Hause 
Badewitz unweit Leobschütz, welches Gut 1 643 Friedrich v. Schnecken- 
baus besass. Noch 1730 war Carl Heinrich v. Schneckenhaus, Herr 
auf Ober- und Nieder-Neudorf im Jägerndorfischen, desselben Für- 
stenthums Land-Rechts-Beisitzer. 

Sehiekfuss, Lib. I. S. 247. — Sinapivs, I. S. 832 nnd 11. S. 978. ~ Oaukt, II. 8. 1038. -> 
Zedier, 86. S. 512. — N. Pr. A.-L. rV'. 8. 186. — Freih. v. Ledebur, II. S. 390. — Siebmacher, I. 
72: Die SchneckenhütLHer, Schlesisch. 

Schneeweiss, Freiherren. Erbl.-österr. Freihermstand; Diplom 
vom 13. Jan. 1700 für die in Steiermark mit mehreren Herrschaften 
angesessene Familie v. Schneeweiss. 

S ehmuk . lU. S. 495. 

Schneeweiss, Ritter. Reichsadelsstand. Ritter- und Adels- 
diplom im kurpfalzischen Reichsvicariate vom 14. April 1792 für 
Franz Joseph Schneeweiss, kurpfälzischen Hofcammerrath. — Der 
Sohn desselben, Peter Joseph Ritter v. Schneeweiss, geb. 1763, k. k. 
bayer. Hofrath und Hall-Oberbeamter in Augsburg, wurde in die 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

V. Lang, 586. — W. B. d. Kgr. Bayern, Vm. 66. 

Schnehen, Schneen, Schnee (in Blau ein goldener Fingerring, 
oben mit weissem oder goldenem, etwas roth durchscheinenden Steine). 
Altes, braunschweig - lüneburgisches Adelsgcschlecht, welches das 
landtagsföhige Gut zu Lütgen-Schnehen im Göttingischen an sich 
brachte. — Gabriel v. Schneen zu Göttingen, welcher 1576 vom 
Herzoge Erich dem Jüngeren Land vor Grone zu Lehn erhielt, scheint 
eins der ältesten Mitglieder der Familie zu sein. Schon 1524 und 
1545 kommt indess Hans Schneen in Göttingen als angesehener Mann 
vor, bei welchem die Herzöge Erich der Aeltere und Erich der Jün- 
gere bei ihrer Anwesenheit in Göttingen das Absteigequartier nahmen. 
Ob Bodo V. Schneien, welcher 1380 auf Verlangen des Herzogs Otto 
den Fehdebrief der Stadt Göttingen an den Landgrafen Hermann von 
Hessen nebst Hildebrandt v. Uslar und Diedrich v. Ludolffshausen, 
als „rittermässiger Mann" mit unterschrieb, zu dieser Familie ge- 
hörte, muss Freih. v. d. Knesebeck aus Mangel an historischen Nach- 
richien dahin gestellt lassen. — Die Familie erlangte ein Calenber- 
gisches Bürgerlehn vor Grone , ein Lüneburgisches Lehn und einen 
Sattelhof zu Lütgen-Schneen und ein Plessisches Lehn ebendaselbst. 
— Ein vom deutschen Orden 1776 ausgestelltes Zeugniss der Ritter- 
und Stiftsmässigkeit der Familie giebt über die Stiftsmässigkeit des 
G:e8chlechts an , dass dieselbe nicht den geringsten Zweifel zulasse^ 



- 264 — 

da ein »Sprosse des Geschlechts, Johann 11., Bischoi* zu Öpeier ge- 
wesen sei. Dieser Bischof Johann II. ist derjenige, welcher hei den 
betrefienden Schriflstellem Johann Is ix v. Hoheneck, genannt Entzen- 
berg, heisst und bei Estor, Ahnen-Probe, |S. 465, im Verzeichnisse 
der Domcapitularen zu Worms, woselbst er Dompropst war, als Isix 
von Hoheneck vorkommt. Bischof* Johann II. wurde 1459 zum Fürst- 
bischöfe zu Speier erwählt, resignirte 1464 und starb zu Pforzheim 
1467. Sein dem Wappen der v. Sehneen ähnliches W^appen findet 
sich in v. Birckens Spiegel der Ehren des Hauses Oesterreich, 5. Bch., 
14. Cap. 8. 688. -7- Die Verändemng des Namens kommt theils von 
der früher gewöhnlichen üebersetzung der Namen in das Lateinische, 
theils von den Gütern her, welche ein Zweig, der sich um Pforzheim 
nieder gelassen, dort besass. So war auch die Schreibart des Namens 
verschieden ; denn es findet sich : Reinhard Nix v. Hoheneck, genannt 
Entzenberger, 1457 Capitularis und Scholasticus zu Speier und En- 
gelbert Nix V. Entzberg, 1459 Capitularis. W^ahrscheinlich ist da- 
durch dasjenige Geschlecht entstanden, welches Siebmacher, I. 110: 
Entzberg, Schwäbisch und I. 193: v. Entzenberg, Elsassisch, über- 
schreibt. — Der Stamm hat dauernd fortgeblüht und Sprossen des- 
selben haben bis auf die neueste Zeit in der hannov.-preuss. und k. k. 
^rmee gestanden. C. M. v. Schnehen, k. preuss. Oberst a. D., früher 
bei dem Cadettencorps angestellt, lebte um 1837 in Berlin und hatte 
zwei, bei dem Kammergerichte angestellte Söhne. Der ältere war 
Assessor, der jüngere Referendar, in der k. k. Armee aber stand 
Ernst Freih. v. Schnehen, k. k. Kämmerer, 1 857 als Rittmeister 1. Classe 
im 60. Infant. -Regimente. 

Zeit.- u. Gesch.-Bcschrcib. d. Stadt Göttlngen, 1784. Th.l.Bd. 1. S. 90, 142u.l4fl. — v. Seteho», 
Ui^^. für Geschichte, II. S, 276. — N. Pr. A.-L., IV. S. 1^6. - Freih. v. d. Enetebeek, S. B20 u. 
21. — Freih. v. Ledelnir, II. 390. — v. Meding, lll. S. ft8F— 5JK). — Hannov. W.B. C. 67u.S.13. 
— V. Hefner, hAnnov. Adel, Tab. 28. - Kntschht, II. S. 3»7 u. 88. 

Schneid, s. Schneidt, anch Freiherren, S. 266 u. 67. 

Schneidaner v. Streitkolben. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1770 für Joseph Leopold Scheidauer, Oberstwachtmeister im k. L 
Infant.-Regimente Prinz Carl Lothringen, mit: v. Streitkolben. 

MegerU v. Miihlfeld, Erg.-Bd. S. 440. 

Schneidemesser v. Koblinski. Im Königreiche Preussen in Folge 
von Adoption anerkannter und bestätigter AdelssUvnd. Königl. Bestä- 
tigung vom 2. Sept. 1775 liir Michael Schneidemesser, Adoptivsohn 
der verwittw. Rittmeister v. Koblinska, geb. v. Gorzalkowska. Der 
Adoptirte, welcher den Namen Schneidemesser v. Koblinski annahm, 
war der Schwestersohn des Mannes der verwittw. Rittmeister v. Kob- 
linska. — Die Familie Koblinski gehört übrigens zu dem polnischen 
Stamme und Wappen Dolenga. ^ 

Freih. v. Udebur, U. S. 890. 

Schneider, Freiherren. Erbl.-österr. Fi'eiherrnstand. Diplom 
von 1811 für Carl Schneider, k. k. Oberstlieutenant u. Commandanten 
der zweiten Jäger-Division. 

MegerU v. Mühlfeld, S. 84. * 



— »66 — 

Schneider, Sekneider Buf Nagelsfiirst, Freiherren (Schild gniu 
und durch einen goldenen geraden Sparren getheilt. Oben über dem 
Sparren zwei neben einander stehende, goldene Konen und unter dem- 
selben ein freiijchwebender Unterarm, welcher in der Hand eine, die 
Spitze rechts kehrende, silberne Sichel hält). Reichsfreiherrustand. 
Diplom im Kurptalz. Reichsvie^riate vom 1. Oct. 1790 für Franz Xa- 
ver Schneider (geb. 1757), kurptalz. Oberlande-s-Regierungsrath, Ge- 
heimen Archivar zu München imd Archiv-Inspector zu Keuburg, auch 
Assessor des Reichs-VicariatH (wie sämmtliche, in den Freihermstand 
erhobene Assessoren des genannten V'icariats). Freih. Franz Xaver 
wurde 1793 als kurptalzischer Geh. Rath ausgeschrieben und, nach 
Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, in die Freiherrnclasse 
derselben eingetragen. 

V. Lang, S. 230. — Tifvoff, U. 16. W. B. d. Kgr. Bayern. IV, 6 und v. WTilektm, Abth. 4. 
8. » u. 13. 

Schneider, kurplälz. Adelsstand. Diplom vom 8. Äiärz 1783 lür 
die drei ältesten Söhne des Franz Joseph v. Schneider, k. franz. Raths 
und Oberamtmanns zu Pi'alzburg: Joseph, Johann Nepomnk und Carl 
August Schneider und liir die Neffen des geistlichen Raths Frank 
(den ältesten Sohn desselben s. im vorstehenden Artikel als Freih. v. 
Schneider) und Ausdehnung des Diploms von 1783 im Kgr. Bayern 
auf den in diesem Dii)lom nicht genannten jüngsten Sohn des Franz 
Joseph V. Schneider. Carl August v. S. , Mitbesitzer der Hofmark 
Kläham. — Die drei genannten, älteren Söhne des Franz Joseph v. S., 
welche in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen wurden, 
waren: Joseph v. Schneider, geb. 1758; Johann Nepomuk v. S. , geb. 
1760, k. bayer. geistlicher Rath und Canonicus des ehemaligen Frauen- 
klosters in München und Carl August v. S., geb. 1705, k. bayer. Rath 
und Appellations-Gerichts-Expeditor in München. 

V. Lang, S. 636 u. 37. — W. B. d. Kgr. Bajeni, VIII. 67. 

Schneider y. Arno, Freiherren (in Blau ein silberner Querbalken. 
Ueber dem Balken ein nach der rechten Seite hin aufspringendes, 
schwarz gezäumtes, braunes Pferd und unter dem Balken auf grünem 
Boden eine vierzinnige Burg mit geschlossenem, schwarzen Thor, an 
welche zu beiden Seiten je ein aus Quadern erbauter, dreizinniger 
Festungsthurm anstösst, in welchem oben ein schwarzes Fenster zu 
sehen ist). Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom vom 20. Dec. 1810 
für Carl Schneider, k. k. Oberstlieutenant und Commandanten der 2. 
Jäger-Division, wegen seiner vor dem Feinde bewiesenen, ausgezeich- 
neten Tapferkeit und Geistesgegenwart, mit dem Ehrenworte: Wohl- 
geboren und dem Prädicate: v. Arno. — Freih. Carl (1.) wurde 1777 
SBU Donaueschingen geboren und war der Sohn des fürstl. fürstenber- 
gischen Hofraths und Obervoigts Schneider. Derselbe wurde 1832 
k. k. Feldmarschall-Lieutenant und 1836 mit dem Militaircommando 
zu Linz betraut. 1838 ernannte ihn der Kaiser zum k. k. Geh. Rathe, 
auch war er Herr und Landmann in Tirol und zweiter Inhaber des 
8. Infant -Regiments u. s. w. Sein Tod erfolgte 1846. Aus seiner 
Ehe mit Ursula Birti v. Weinfeld aus Roveredo, gest 1846, entspross: 






— 266 — 

Freih. Carl (II.), geb. 1807, k. k. Generalmajor und Brigadier, verm. 
1847 mit Franzisca Arnold, aus welcher Ehe, neben einer TocbteTy 
Josephine, geb. 1850, ein 8ohn stammt: Carl (III.) geb. 1848. Von 
dem Bruder dos Freih. Carl (IL), dem Freih. Ludwig, geb. 1813, k. k. 
Generalmajor und Festungscommandanten zu Alt-Gradisca, vermählt 
in erster Ehe mit Sophie Bolfras v. Ahnenburg, gest. 1858 und in 
zweiter 1860 mit Henriette Freiin v. Keichlin-Meldegg, geb. 1840, 
lebt aus der ersten Ehe, neben vier Töchtern, ein Sohn, Carl (IV.), 
geb. 1852. 

Gcneal. Taschen!), d. freih. Ißuser, 1861. S. 713—15. 186». S. 720 u. 21, 1864, S. 785 n. 1866. 

Schneider v. Dillenbnrg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1821 für Heinrich Schneider, k. k. pension. Hauptmann, mit: v. Dil- 
lenburg. — Franz Schneider v. Dillcnburg war 1857 k. k. Oberst 
und Commandant des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich Wilhelm 
von Preussen. 

Mfgerh v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 44S. — MiUtair-Scheinatitm. de« ötterr. KAlserthomt. 

Schneider v. Heldenburg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1808 für ^Magnus Schneider, k. k. Major, mit: v. Heldenburg. 

MegtrU v. MüM/eld, Erj.-Bd. S. 440. 

Schneider v. Keeligheim, Keehligheim. Erbl.-österr. Adelsstand. 
Diplom von 1820 iür Anton Schneider, Hauptmann im k. k. Infant- 
Rcgimente Freiherr v. Palombini, mit: v. Keeligheim. — Ottomar 
Schneider v. Keehligheim war in neuer Zeit k. k. Hauptmann 1. Classe. 

Megerle v. MüM/eld, Er(;.-Bd. S. 260. — MiliUtir.-Schematism. d. Osterr. Kaiserthumt. 

Schneider y. Rosenegg, Ritter und Edle. Erbl.-österr. Ritter- 
stand. Diplom von 1776 für Valentin Schneider, mit: Edler v. — 
Später, 1797, erhielt die Familie die steierische Landmannschaft. 

Mtgtrle v. Miihlfeld, Erg.-Rd. S. 204. — SchmiU, 11. S. 497. 

Schneider v. Schneidan , Ritter. Alter, böhmischer Ritterstand. 
Diplom vom 11. Sept. 1649 für Franz Schneider, kaiserl. Generalmajor. 

Gtnthe, IT. S. 1780 u. 81. — v. HeUbaeh, Tl. S. 423. 

Schneiderer v. Berglasfeld. Böhmischer Adelsstand. Diplom 
von 1702 für Johann Heinrich Schneiderer, Bürger zu Prag, mit: 
V. Berglasfeld. 

MegerUt v. Mühl/eld, Erg.-Bd. S. 441. 

Schneidheim, Ritter. Reichsadelstand. Ritter- imd Adelsdiplom 
vom 1. Oct. 1790 für Johann Baptist Schneider, kurpfölz. Geh. Secre- 
tair und Expcditor, unter Verändenmg des Namens in: v. Schneidheim. 
Der Emptanger des Diploms, geb. 1745 und aus einem ursprünglich 
rheinländischen Geschlechte stammend, wurde später als k. bayer. 
Geheim. Taxator in München in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern 
oingeti-agen. 

V. Lang, S. &87. — W. B. des Kgr. Bayern, Vin. 58. 

Sehneidt, Schneid, auch Freiherren (Stammwappen: in Silber 
zwei mit einem silbernen Ringe verbundene, neben einander gestellte, 



— 267 — 

schwarze, eiserne Anker und freiherrliches AVapp<»n: Schild g:eviert 
mit, das Stammwappen zeigendem Mittelschilde. 1 und 4 in IBlau 
drei, 2 und 1, silberne Bösen und 2 und 3 in Gold ein rot lies Andreas 
kreuz mit gekerbter, silberner Einlassung). Reichsiidols- und Frei- 
hermstand. Adelsdiplome von 1742 für die Oebrüder Schneidt: Hein- 
rich Joseph, Hoirath, Geh. Secretair und Reiohsreterendar; Veit Franz, 
Hof- und InnerösteiTcioh. Secretair; Gottfried Christian, kurmain- 
zischer Kammermth und Friedrich Ludwig, so wie ebenfalls von 1742 
für die Gebrüder Schneidt: Valentin Anton, ('auonicus zu Aschaffen- 
burg, Franz Philipp, k. k. Oberstlieutenant und Ludwig Carl, Haupt- 
mann im k. k. Intant.-Regimente Freih. v. Danmitz und Freiherren- 
diplom von 1 748 für Heinrich Joseph v. Schneidt, gewesenen Tieichs- 
Referendar. — Ein an der Mosel und am Rhein begütert gewordenes 
Adelsgeschlecht, aus welchem im IG. und 17. Jahrhunderte mehrere 
Sprossen im Kurtriei^schen angesessen waren. Petrus Schneidt, Doctor 
der Rechte, war zu Anfange des 17. Jahrb. kurtrierscher Geh. Rath 
und Hofcanzler, wurde in wichtigen Angelegenheiten des Er/stifts 
oft an Höfe geschickt, wohnte nebst dem Kurfürsten zu Tner 1605 
dem Reichstage zu Regensburg bei , auf welchem er den Reichstags- 
abschied mit ancleren kurtrierschen Ruthen unterzeichnete und starb 
1616. Nicolaus war kurmainzischer Hof- und Regierungsrath und 
der Bruder desselben, Jacob S. , Ober -Amtmann zu Stetten. Von 
Ersterem stammte Franz Philipp v. Scheidt, kaiserl. General-Oberst- 
wachtmeister unter dem Regimente Freih. v. Bamuitz, welcher mit 
einer Freiin v. Beroldingeii vonnählt war und zu St. Polten starb. 
Die Schwester desselben hatte den kaiserl. General Freih. v. Bamnitz, 
Commandanten zu Freiburg und später zu Inspmck, zum Gemahl. 
Von dem zweiten Bruder, Jacob, stammten ab: Vitus Francisous, kai- 
serlicher Hofkriegsrath zu Graetz, welcher ohne Xachkommcmschalt 
starb; Gottfried Christian, welcher zu Aschaffenburg im Mainzischen 
lebte und mehrere Kinder hinterliess und Freih. Heinrich Joseph, s. 
oben, kurtrierscher w. Geh. Rath und herzogl. bayer. Comitialg«^ 
sandter, welcher imter K. Carl VII. kaiserl. (ich. Reichs- Referendar 
und 1764 bei der römischen Köuigswahl Josephs II. zweiter kurbaye- 
rischer Wahlbotschafter in Frankfurt a. ^l. war. Derselbe hatte sich 
mit Esther Genovefe v. Barth , der einzigen Erbin einer elsassischen 
Adelsfamilie, vermählt, aus welcher Ehe, neben mehreren Töchtc^m, 
auch zwei Söhne entsprossten: Jacob Heinrich, kurtrierscher, adeliger 
Hofrath, fürstl. Taxischer dirigirender erster Geh. Rath und kaiserl. 
Reichs-Ober-Postmeister zu 3klünchen und Valentin Anton, des Hoch- 
stifti* Regensburg Domcapitular und Summus Scholasticus, Bischof zu 
Konizien, Suffraganius und Praeses Consistorii, auch lüi'stl. bischötl. 
w. Geh. Rath. — Ausser anderen Gütern besass die Familie auch im 
Nordgau verschiedene andere ansehnliche adelige Güter und Hof- 
marken, namentlich: Ronnspau, Karlstein, Hirsching, Wolfersdorf, 
Klassenberg, Drakenstein, Forchenberg, Stadl imd Spindelhofen. 

Hontheim, Hlstor. diplom. Trnvlr. III. S. 217, »19 und 10»1. — MtgtrU v. MüJd/tld, Erg.-Bd. 
S. 98 und S. 441. — Tyroff . I. 3 und Sübenkeesg, I. S. 50 und 57.: Freih. v. Scheid: au» band- 
•chrifOichen Nachrichten. — Knetehke, IV. S. 379 u. bO. 



— 268 — 

Schneidt, Schneid, Edle. XurpfKlziBcher Adelsstand. Adeb^ 
und Edlcn-Bipiom vom 7. Oct. 1786 liir Desiderius Schneid) kurpfalE. 
Hofrath und Maltheser-Ordens-Canzler. Derselbe, geb. 17Ö3, >¥iirde 
später als k. bayer. G«h. Rath in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern 
eingetragen und gehörte nach Allem zu der im vorstehenden Artikel 
erwähnten Familie. Die Vorfahren waren meist Beamte in der Graf- 
schaft Hai 8. 

V. Lang, S. 636. — W. H. des Kgr. Bayern, Vlll. 67. 

Schnell, Schnellen (in Silber zwei rothe, quer übereinander so 
gelegte Krebse, dass die Köpfe derselben nach der linken Seite des 
Schildes gekehrt sind, oder auch nach Siegeln zwei nebeneinander 
aufgerichtete Krebse). Alles, pommersches, auch in die Neumark ge- 
kommenes Adelsgeschlecht, welches in Pommern bereits 1691 zn 
Dallenthin und 1703 zu Dieck, Hammer und Steinfort, sämmtUoh 
bei Neu -Stettin, sass, dann mehrere andere Besitzungen zeitweise 
inne hatte, die genannten Güter lange behielt und noch 1790 zu Vill- 
now begütert war. In der Neumark stand 1725 der Sitz Zietenfier 
unweit Amswalde der Familie zu. 

Micrael, S. 226. — Ztdler , S6. S. 664. — 2i. Pr. A.-L. IV. S. 186. — Freih. 9. LeOamr, H. 
S. 390 und ni. S. 340. — Siebmacher, V. 15». — v. Meding, m. S. 690. 

Schnell. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1733 für Jacob 

Schnell, Oberösterr. Ilegierungs-Secretair. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 441. 

Schnellen (Schild geviert: 1 und 4 in Schwarz ein aufwachsen- 
der silberner Hund mit rothem Halsbande und 2 und 3 in Both drei, 
2 und 1, silberne llosenV Ein in Cöln und im Jülichschen früher vor- 
gekommenes Adelsgeschlccht, aus welchem Heinrich v. Schnellen 
um 1666 Jülich-Bergscher Vicecanzler und Geh. Bath war. Die Fa- 
milie besass auch den Hof Kamp bei Holthausen , der von ihnen an 
die V. Pütz kam. 

Fdhw, I, S. 891. - Freih. v. Ledebur, II. S. 890. 

Schnellenberg, Schnellenberg v. Schönholthansen , Sehönhold* 
hansen (in Gold fünf schrägrechte, rothe Streiken). Altes, weetphä* 
lisches AdelHgesch locht, dessen gleichnamiger Stammsitz unweit Olpe 
schon 1296 genannt wird und welches 1377 zu Ahausen und bereits 
1590 zu Schönholthausen unweit Elsohne sass. — Goswin und Hef- 
mann S. lebten 1337 auf dem Stammhause Schnellenberg in Weöt- 
phalen, welche Besitzung Casper von Fürstenberg 1594 durch Kauf 
an sich brachte. Der Stamm blühte fort, ging aber, wie v. SteineA 
angiebt, später aus. Nach Allem w^ar der Letzte des Geschlechts Wil- 
helm Carl Friedrich Adolph v. Schnellenberg zu Schönholthausen, 
Capitain in holländischen Diensten, welcher 1747 noch lebte. 

V. BattaUin, 11. S. 316 u. 16. — v. Steinen, II. S. 1612. — Freih. v. Ledebu/r, H. S. 890. — 
V. Meding, I. S. 582. 

Schneller, Ritter und Edle. Erbl.-österr. Ritterstand. DiplöiA 
von 1747 für Anton v. Schneller, k. k. Rath und Geh. Hof- lurf 
Staatscanzlei-Registrator, mit: Edler v. 

Megtrle v. MüM/eld, Erg^.-Bd. S. »>i. 



— 269 — 

Schneilage, Snetiage (in Grold ein rother Greif)- Altes, west- 
phaliaches» namentlich im Osnabrückschen be^tert gewesenes Adels- 
geachlecht, welches auch Oldenburgische Lehne besass und aus wel- 
chem Amelung y. Snetlage noch 1522 Senior des Domcapitels zu 
Minden war. Der gleichnamige Stammsitz der Familie kommt be- 
reits 1226 vor und schon 1248 sass dieselbe zu Quackenbrüek^ sowie 
1Ö30 zu Berchfelde, Dickinghusen und Westerholtc bei Ancum und 
zu Zerlaghe bei Freeren. Wulfiten, eine Burg bei Osnabrück, stand 
dem Stamme noch 1556 zu. 

Freih. v, LedtWr, U. 8. S90 a. 91. — SUbmachw, 1. 190.: v.SvtÜa^, Westphiilisch. — v. Mr- 
Mmg, m. S. 591. 

Schnetter, Edle. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 1783 
für Anton Johann Schnetter, k. k. Hofagenten, mit: Edler v. 

MegerU v. MüJOfeld, ^«r-Bd. S. 441. 

Schnewerding. Altes, längst erloschenes Lüneburgisches Fatricier- 
geschlecht. 

V. HeUback, n. S. 224: nach Büttners Stunm- and Oeschechttrefister der LUnebnrg. adeligen 
Patridergeschlechter. 

SchniBwlin, Schnebelin (Schild von Gold und Grün quer getheilt, 
ohne Bild). Altes schwäbisches Adelsgeschlecht, dessen Name Salver: 
Scheulin v. Landeck, meist aber nur: Landeck schreibt und dessen 
Wappen sich im W. B. des Costnitzer Concils und am Grabsteine des 
1652 verstorbenen Würzburgischen Domherrn Rudolphs v. Stadion 
findet. 

StOmr, S. 647. — SUbmaehar, U. 89. — v. MmUng, III. S. 591. 

Schnirich. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 1738 für Maria 
Theresia v. Tepper, Wittwe des Franz Leopold Schnirich. Landes- 
bestellten zu Troppau. 

Meierte v. MühlfM, Erg .-Bd. S. 441. 

Schnitter, Schneider (Schild geviert: 1 in Gold ein halber, 
schwarzer, an die Theilungslinie anstossender Adler mit roth ausge- 
schlagener Zunge und ohne Fuss (kaiserl. Gnadenzeichen) ; 2 und 3 
in Roth ein silberner Arm mit schwarzem Umschlage, welcher aus 
blauem Gewölke und Feuerflammen von der linken ünterecke des 
Schildes nach der rechten eine Sichel mit goldenem Griffe hält und 4 
in Schwarz zwei goldene Querbalken). Böhmischer Adelsstand , in 
Kur-Brandenburg bestätigt Erneuerter, erblicher Adelsbrief vom 
15. Juli 1562 für die Gebrüder Hieronymus und Onophrius Schnitter, 
sowie für die hinterlassenen ehelichen Söhne ilu*es Bruders Franz: 
Lucas, Georg und Elias die Schnitter, Bürger zu Görlitz, mit Besserung 
ihres alten Wappens, welches 2. Oct. 1536 vom K. Carl V. ihr ver- 
storbener Vater, Franz Schnitter oder Schneider, Bürgermeister zu 
Görlitz, und ihr Bruder erhalten hatten und kurbrandenburgisches 
Bestätigungsdiplom des der Familie zustehenden Adels vom 4. Nov. 
1698. — Die Familie Schnitter war einst in Görlitz und Zittau sehr 
angesehen und hatte auch in der Oberlausitz die Güter Deutsch-Ossig 
und Leschwitz bei Görlitz an sich gebracht — Andreas Schnitter, geb. 



— 270 — 

1618 zu Zittau — ein Sohu des 1658 verstorbenen Rudolph Schnitter 
— wurde Infanterie-Oberst in Schwedischen Diensten und setzte in 
AToftkau seine Linie fort. Später, 1712, war Carl Constantin v. Schnitter 
Commandant zu Peitz und starb 1721 als k. preuss. Oberst, Friedrich 
V. S. aber war in die dänische Armee getreten und starb 1766 als k. 
dänischer Oberst. — Nach (Julemann, Kavensberg. Merkwürdigkeiten, 
1. S. 142 soll die Familie v. Schnitter auch in das Ravensbergische 
gekommen sein. Die Familie wird für ausgestorben gehalten. 

Carpzov, histnr. S^rhauplati d«>r Stadt Zittau. I. S. 106 und ü. S. 109. 

Schnitzenbaam, Freiherren. Ein zu Anfange des 16. Jahrh. mit 
der Hi^rrschatl Saneok in Steiermark angesessen gewesenes freiherr- 
liches Geschlecht. 

Schmutz, m. S. 497. — Sifhmaclier , 111. 30. 

Schnorbein, Sehnorbein, genannt Hoff. Schlesisches, im 17. u. 
in der ersten Hältle des 18. Jahrh. begütert gewordenes Adelsgeschlecht, 
welches die Güter Ingramsdorf im Sohweidnitzischen, Oklitz im Bre»- 
lauischen und Dirschdorlf im Briegisclien an sich brachte und aus 
welchem W. v. Schnorrboin, Hofl' genannt, bekannt als ein gelehrter 
Edelmann, 1715 zu Dirschdorff starb. 

Sinapitu, T. S. 937. — O'auhe, 1. S. 21-27 u. 28. — SUbmacher, U. ßl. 

Schnorr, genannt v. Carolsfeld, Schnorr y. Carolsfeld (Schild 
geviert mit Alittelschild. Im silbernen Mittelschilde die aufwachsende, 
vorwärts sehende, gekrönte Göttin der Gerechtigkeit mit rothemOber- 
und blauem Unterkleide und mit Schwert und Wage. 1 in Gold ein 
golden bewehrter, schwarzer Doppeladler; 2 in Roth vier silberne 
Querbalken; 3 in Koth ein einwärts gekehrter, dopi)elt geschweifter, 
silberner Löwe und 4 in Blau ein einwärts sehender, silberner Strausa, 
im Schnabel ein silbernes Hufeisen haltend). — Reichsadelstand. 
Diplom von 1G87 tür Veit Haus Schnorr, Stadtrichter zu Schneeberg 
und Hammerherr, mit dem von seiner Besitzung entnommenen Prä- 
dicate: v. Carolsfeld. Derselbe hatte als Besitzer bedeutender Hammer- 
werke sich grossen lleichthum erworben. — Später wurde von den 
Nachkommen das Adelsprädicat abgelegt, in neuer Zeit ist dasselbe aber 
wieder in Anwendung gekommen. Das Wappen ist immer unver- 
ändert fortgetülu't worden. — Die Bedeutung des Namens Schnorr v. 
Carolsfeld in der Kunstwelt ist allgemein bekannt. Veit Hans Schnorr 
V. Carolsfeld, geb. 1764 zu Schneeberg und gest. 1841, wurde 1816 
Director an der Zeichnenacademie zu Leipzig und besass, ausser einer 
sehr anerkenneuswerthen Geschicklichkeit im Zeichnen und Malen^ 
eine umfassende Kenntniss der Theorie der Kunst sowohl, wie der 
Geschichte derselben, besonders der Malerei. Von seinen Bohnen 
starb der jüngste, Eduard, welcher grosse Hoffnungen erregte, schon 
1819 zu Wien. Der älteste, Ludwig, geb. 1789, bildete sich auf der 
Wiener Academie und hat sich durch mehrere tretfiliche Arbeiten, 
vor allem durch seinen ,, Faust** nach Goethe rühmlich ausgezeichnet. 
Am Berühmtesten jedoch ist der dritte seiner Söhne geworden : D. 
JaUoB Schnorr v. Carolsfeld, geb. 1794. Derselbe erhielt 1794 einen 



— 271 — 

Ruf nach München und eine Professur an der Acadcmie der bildenden 
Künste, welche er zu Ende des Jahres 1827 antrat und fand vielfache 
Grelegenheit, seine hohe Künstlerschaft zu bewähren und sich für 
immer den Rang unter den grössten Malern der neueren Zeit zu sichern. 
Später nahm derselbe den Ruf als Professor an der Kunstacademie 
zu Dresden und als Director der K Gemäldegalerie an. — Noch ist 
von den Sprossen des Stammes der Sohn des Vorstehenden zu nennen: 
Ludwig Schnorr v. Carolsfeld, gest 1866, K. Sachs. Hofopemsänger. 

HuMbchrim. Notlz«n. — W. B. d. Kgr. Bayern, XT. 90. — W. B. d. sächs. Staaten, IV. 73. — 
V. Hejner, bayer. Adel, Tab. 188 und S. 113. — Kneschke, IV. S. MO a. 81. 

Schnürling, Schnürlein (Schild quer getheilt: oben in Blau ein 
goldener Löwe und unten in Gold drei blaue Querbalken). Reichs- 
adelsstand, im Kgr. Polen und in Kur-Brandenburg bestätigt. Adels- 
diplom vom 18. Mai 1579 für Johann Schnürling auf Aweydcn in 
Ostpreussen; polnisches Anerkennungsdiplom vom 11. März 1652 für 
den Enkel des Johann v. Schnürling: Friedrich v. Schnürling auf 
Molsehnen und kurbrandenburgisches Bestätigungs-Diplom vom 7. De- 
cember 1663. 

N. Pr. A.-L. V. S. 408. — Freih. v. Udebur, II. S. 390 u. UI. S. 340. — Siebmaeher , V. 17. 
— W. B. d. preuM. Monarch. IV. 68. 

Schnnrbein, auch Freiherren (Schild zweimal quer getheilt: drei- 
feldrig. 1 von Gold und Roth der Länge nach getheilt mit einem 
aufwachsenden, der Länge nach ebenfalls von Schwarz und Silber ge- 
theilten zweiköpfigen Adler ; 2 in Blau drei, 2 und 1, goldene Kugeln 
und 3 in Gold auf einem goldenen Dreihügel zwei gegen einander auf- 
springende schwarze Hunde mit goldenem Halsbande, welche im 
Maule zusammen einen grossen Knochen halten). Reichsadels- und 
Freihermstand. Adelsdiplom von 1697 für Balthasar Schnurbein, aus 
einem Augsburger Geschlechte stammend und Freihermdiplom im 
Kursächsischen Reichsvicariate vom 10. Juli 1741 für den Enkel des- 
selben, Gottfried Schnurbein, k. poln. und kursächsischen Geh. Kriegs- 
rath. — Der Stamm hat in Bayern fortgeblüht und ein Enkel des 
Freiherm Gottfried: Freiherr Marcus Jacob, geb. 1769, Herr auf 
Meitingen und Deuringen und in Augsburg lebend, wurde, nach An- 
legung der Adelsmatnkel des Kgr. Bayern, in die Freiherrnclasse 
derselben eingetragen. 

v.Lang, 8.281. — Tyroff, U. TS— W. B. de* Kgr. Bayern, S. I. IV. 6 und v. TfWdkem, Abth.4. 
S. 18 und 14. 

Schobelin (im Schilde ein schräglinker Balken). Ein früher im 
Herzogthume Württemberg vorgekommenes, von Sattler mit Angabe 
des Sigill. Conradi Schobelini aufgeführtes Adelsgeschlecht. 

Satüer, Betchrdtnuif dM Herzofth. Württemberg, n. S. 218. — v. Meding, m. S. 591. 

Schobein y. Schobelnhansen, Erbl.-österr. Ritterstand. Ritter- 
Diplom von 1819 für Carl Friedrich Edlen v. Schobein, mit: v. Scho- 
belhausen. — Eduard Ritter v. Schobein lebte in neuerer Zeit als k. 
k. Generalmajor a. D. zu Kronstadt. 

Megerlt v. MüJdfeld, Erg.-Bd. $. 204. — Mflitair-Schenutism. d. ö$terr. Kaiaerth. — Kneickke, 
IV. 8. 881 Q. 82. 



— 272 — 

\ Schober (Schild quergetheilt : oben ein doppelköpfiger Adler und 

unten schräg gegittert) Böhmischer Adelsstand. Diplom von 1560 
für Wolfgang Schober, der Arzneikunde Doctor und für den Bruder 
desselben, Gotthard Schober. Schlesisches, im 16. u. 17. Jahrh. zu 
dem begüterten Adel gehörendes Greschlecht, aus welchem Sigmund 
Friedrich v. Schober, Herr auf Endersdorf und Weitzenrode im 
Schweidnitzischen, stammte. Derselbe vermählte sich 1688 mit Ro- 
sina Elisabeth v. der Dahm aus einem alten schlesisch-lausitzischen 
Geschlechte, hatte aber aus dieser Ehe keiuen Sohn, dagegen lebte 
noch 1726 ein Herr v. Schober, welchem ein Antheil von Stonsdorf 
im Jauerschen zustand. 

Smapius, II. S. 974. — Gttuke, IT. S. 1038 a. 39. — Freik. «. Udebur , 11. S. 891 und Hl. 
S. 391. 

^ Schoberg, Heinsch v. Sehoberg, auch Freiherren. Böhmischer 

Adels- und erbl.-österr. Freiherrnstand. Adelsdiplom vom 15. Dec, 
1660 für Melchior Heinsch oder Henisch, mit v. Schoberg und Frei- 
hermdiplom von 1712 für die Gebrüder Schoberg: Johann Michael, 
Johann Matthias und Franz Joseph. — Schlesisches, später nach Böh- 
men gekommenes Adelsgeschlecht. Adam Melchior Heinisch war 
1681 Herr auf Gross-Obisch und Golschwitz im Glogauischen und 
dessen Erben, da er bald darauf starb, sassen zu Nieder-Leschcn, 
Sprottischdorf und Ebersdorf im Sprottauischen. — Franz Carl v. 
Schoberg auf Johnsdorff im Xeisseschen starb 1713 und schloss in 
Schlesien seine Linie, doch blühte eine andere in Böhmen fort und 
noch 1720 rechnet Redel das Geschlecht zu den angesehensten Adels- 
familien in Böhmen. 

Jiedel, Sehenswürdige» Prag (im Jahre 1720). — Sinapius, II. S. 975. — Oauhe, D. S. 10S9 u. 
40. — Megtrlt v. Mühlfeld, Erg. -Bd. S. 98. — Freih. v. Ledebur, IT. S. 891. 

Schoderstädt. Niedersächsisches, im Braunschweigischen schon 
1190 vorgekommenes, später erloschenes Adelsgeschlecht. 

P/f/ßnger, II. S. 976. — Zedier, 86. S. 624. 

^ Schoebel v. Rosenfeld. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 

11. Juni 1670 für Georg Schoebel, mit: v. Rosenfeld. — Die Familie 
war im Breslauischeu angesessen und kam auch in das Magdebur- 
gische. 

Zedier, 35. S. 626 nach Lucae schlesische Merkwürdigkeit«>n. 

Schöfner v. GrünthaL Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1789 lür Joseph Sclioofner, Hauptmann im k. k. Infant.- Regimen te 
Franz Graf Xinsky, mit; v. Grünthal. 

MegerU v. Mühlfeld, Erg. -Bd. 8. 442. 

* Schöler (Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein nach unten ge- 

zinnter, schwarzer Querbalken und 2 und 3 in Blau drei silberne 
Pfähle, von denen der zur Linken nur halb ist). Adelsstand des Xgr. 
Preusseu. Diplom vom 21. März 1769 für Johann Friedrich Wilhelm 
Scheeler, k. preuss. Ingenieur-Capitain. Derselbe, geb. 1732 zu Hom- 
burg, stieg zum Generalmajor und Brigadier im Ingenieurcorps und 
starb 1817. Von ihm stammten zwei zu hohem Ansehen gekommene 
Söhne: Friedrich v. Schöler, k. preuss. General der Infanterie und 



— 273 — 

ehemaliger Bundestagdgesandter in Frankfurt und Moritz Ludwig 
Wilhelm v. S., ebenfalls General von der Infanterie und früher Di- 
rector im Kriegs-Ministerium. Aus der Ehe des Grenerals Friedrich 
V. S. mit einer Tochter des verstorbenen Generals v. Kunizki ent- 
spross A. V. S. , Generalmajor (1858) und Commandeur der IG. Infant. - 
Brigade und aus der Ehe des Generals Moritz Ludwig Wilhelm t. 
Schöler mit Eleonora Reichs- und Burggräfin zu Dohna a. d. H. Lauck 
ein Sohn: G. v. Scheeler, k. pr. Generalmajor und 1858 (>hef der Ab- 
theilung für die persönlichen Angelegenheiten in Kriegsministerium. 

N. Pr. A.-L. IV. S. 186 u. 87. — Freih. v. Ledebur, U. S. 391. — W. B. d. Preus«. Monarch., 
IV. 63. 

Schoelersheim , Freiherren, s. Schellcrsheim, Schellhass 
V. Schellcrsheim^ Ritter und Freiherren, S. 123 — 26. 

Schoeller, Schüller, Scheeler (in Gold ein nach oben und unten 
gezinnter, schwarzer Querbalken). Altes, niederrheinisches Adels- 
geschlecht, dessen gleichnamiger Stammsitz unweit Mettmann schon 
1290 genannt wird. Dasselbe sass 1526 zu Bellmen bei Grevenbroich, 
1650 zu Grund bei Mettmann und zu Sochtem unweit Bonn und noch 
1708 zu Schöller. 

Fahne, I. S. 392. — Freih. v. Ledebur, II. S. 392. 

Schoeller, Scheeler, Edle. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1817 für den k. k. Gubernial-Rtith und Protomedicus Schoeller 
zu Graetz, mit: Edler v. — In neuer Zeit war Joseph Edler v. Schee- 
ler k. k. Hauptmann Auditor zu Klagenfurt. 

Mefferle v. Mühlfeld, S. 260. — Militair-Schematism. d. »sterr. Kaiscrthums. 

Schoeller v. Schoellein. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1760 für Johann Baptist Schoeller, Secretair und Expeditor bei dem 
k. k. Münz- und Bergwesen in Steiermark, mit: v. Schoellern. 

MegerU v. MühlfOd, S. 260. 

^ Schoen, Freiherren. Erbl.-österr. Freih errnsta,nd. Diplom von 

1820 für Anton Schoen, Major bei dem k. k. General -Quart iermeister- 
Stabe. 

MegerU v. MüMfeld, S. 84. 

* Schön (Schild quer getheilt: oben in Blau eine goldene Lilie und 

unten in Gold drei blaue Rosen). Im Kgr. Prcussen anerkannter 
Adelsstand. Anerkennungsdiplom des der Familie zustehenden alten 
Adels von 1792 für den k. preuss. Amtmann Schoon auf Schreitlauken 
bei Fischhausen und Schlagenthin bei Amswaldc in der Neumark und 
zwar auf Grund eines kaiserl. Adelsdiploms vom 3. Oct. 1586 für die 
Gebrüder Schoen : Nicodemus, ('hristoph, Tobias, Jeromias, Wolffund 
Hans. — Die Familie blühte im Besitze mehrerer Güter fort und ist 
namentlich zu hohem Ansehen durch D. Heinrich Theodor v. Schoen 
gekommen. Derselbe war 1806 k. preuss. Geh. Finanzrath für das ost- 
nnd westpreussische Departement, wurde 1809 Geh. Staatsrath und 
Regierungs-Präsident zu Gumbinnen, war später Ober-Priisident der 
Provinz Preussen, lebte dann als preuss. Staatsminister a. D. und 

Kneteihhe, Dcnfr«ch. Adel»-T/»T. Vin. lg' 



I 



-• 274 — 

hatte sich 1802 mit Lydia Eloonora Amalia v. Auerswald vermähli 

— Nach llaucr basassen 1857 v. Schulische Erben das Gut Preuas. 
Arnau bei Königsberg und ein v. Schön war im Kr. Grumbinnen Ken 
auf Blumberg und Samohleu (Kölmergut). 

N. Pr. A.-I.. IV. S. 187. — Freih. v. Udehur, 11. S. 398. 

Schiin V. Schoenenfeld. Erbl.-ö.sterr. Adelsstand. Diplom von 
1765 für Christian Schoen, Waldtor «ter zu Temeswar, wegen 47jäh- 
riger Dienstleistung, mit: v. Schoenenleld. 

nffgerle v. Mühl/rUl, S. 200. 

Schoen v. Treuenwerth. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1819 für ^lichael Schoen, k. k. Oberstlieutenant des Ottochaner Grenz- 
Ke^iments, mit: v. Treuc^nwerth. 

ßfegerle v. .Vühf/ehi, S. 200. 

Schoena, Schoenaw. Ein von Knauth früher zu dem im Meissen- 
Bchen begüterten Adel gerechnetes (ireschlecht. Derselbe sagt von 
demselben: ,, weiland auf Schöna bei Freiberg u. s. w., Dalilcn bei 
Elsterberg im Voigtlande u. s. w." 

Knauth, S. WVS. — /fdUr, 3h. S. (Wl. 

Sclioenalcli , Freiherren und Grafen (Stammwappen: in Gold ein 
grüner Eichenkranz mit vier rothc^n .Bänd(^rn umwunden; die rothen 
Bänder als Zeichen, dass der Kranz beblutet war;. Rcichsfreiberrn-, 
(irafen- und Fürstenstiind d(is Kgr. Preussen. Frcihermdiplom von 
1548 für Fabian v.Schoenaich (gest. 151)1), Herrn auf Muskan, Parch- 
witz und SprotUui, kaisci-l. Obersten und Kriegsrath und Ausdehnung 
des Freiherrndiploms vom 28. Juni 10 IG auf das ganze (fesehlecht, 
mit folgendtjui Wappen: Schild <juei"getheilt: oben in Gold das 8tainm- 
wappen: der oben bescliriebime EicIuMikranz und unten in Roth ein 
goldener Löw(\ (irafendiplom tur Hans George Freih. v. Schoeneich, 
seit 1098 fri;ien Standesherrn in Beutlu^n, vom 5. Februar 1700 
(Schild mit gekröntem Mittelschilde. 1 u. 4 in (fold ein gekrönter, 
an die Theilungslinie angeschlossener, schwarzer, halber Adler und 
2 und 3 in Roth ein gekrönter, nach der rechten Seite schreitender, 
gewöhnlich doppelt geschweitler, goldener Löwe, welcher mit der 
rechten erhobenen Vorder -Pranke ein blankes Schwert omporhält) 
und Fürstendiplom vom 7. November 1741 tur Hans Carl Graten v. 
Schönaich, k. k. Geh. Rath, zunächst nach demllechte der Ei*stgeburty 
am 14. Jan. 1753 aber mit Ausdehnung auf alle Nachkommen unter 
dem Titel: Prinzen und Prinzessinnen v. (. arolath-Schönaich , s. dem 
Artikel: (-arolath- Beuthen, Bd. 11. S. 2'M. — Bei Erhebung in djen 
Fürstenstand bliel) das beschriebene gräÜ. Wappen unverändert, nur. 
wurde der Mittolschild mit dem Fürstengute bedcickt und zu den drei 
Helmen kam nur ein vierter als dritter Helm, welcher einen go- 
kröuton, schwarzen Adler trägt. — Ueber die Freiherren v. Schönaioh» 
genannt v. Hoverbeck findet sich Näheres im nachstehenden ArtikeL 

— Eins der ält^isten und berühmtesten, schlesischen, adeligen Häuser, 
reich au Sprossen und Gütern, dessen Name und Wappen, naeh der 
Sage, die auch, aljs der Fürstenstand in die Familie gekommen , in 



— 275 — 

das Diplom aufgenommen wurde, wie folgt, entstand. In der Her- 
mannsschlacht sank ein Ritter, bedeckt mit Wunden, unter einer 
Eiche nieder. Der Anführer der Deutschen belohnte die Tapferkeit 
desselben nach der Sitte der damaligen Zeit: er setzte dem Ritter 
einen Eichenkrauz mit den Worten auf: so sollst Du von nun an 
Schoenaich heissen. Das Blut floss aus den Kopfwunden über den 
Eichenkranz und daher kommen die vier rothen Bänder, welche den 
Eichenkrauz im Ötammwappen zieren. — Wahrscheinlich kam das 
Geschlecht im 12. Jahrh. nach Schlesien. In der bekannten Schlacht 
gegen die Mongolen bei Licgnitz, 1241, sollen Schönaiche gekämpft 
haben und schon vorher, um 1200, wird Baltha.sar Schönaich als 
Canzler des Herzogs Boloslaus in Schlesien genannt. Später zeich- 
neten sich Sprossen des Stammes im Kriegs- und Staatsdienste der 
Landesfürsten, so wie auswärtiger Mächte, besonders des habsbur- 
gischen Hauses, aus. — Im 15. Jahrh. wai* das Geschlecht namentlich 
in der Lausitz angesessen und breitete sich von da in drei Linien in 
Schlesien und in zwei in Preussen aus. Freiherr Fabian, a. d. H. 
Sprottau, H. oben, als Feldherr und Rath um König Sigismund IL, 
August in Polen, K. Carl V., K. Ferdinand I. und Kurfürst Moritz 
zu Sachsen sehr verdient, erwarb, neben den oben gcnamiten, ihm 
zustehenden Gütern, die Herrschaften Carolath imd Bouthen, so wie 
den Freiherrnstand. — Als derselbe ohne Nachkommeu gestorben, 
belieh K. Rudolph II. den Enkel seines Gheims, Georg v. Schoenaich 
aus dem Hause Tzschecheln, königl. Kamnierrath und Vice -Canzler 
von Schlesien und der Lausitz, mit Carolath- Beuthen , welches so- 
dann allodificirt, 1601 zur freien Standesherrschatl erhoben und 1610 
zum Majorate der Familie bestimmt wurde. Das vom K. Matthias 
28. Juni 1616 in die Familie gelangte Freiherrndiplom wird von 
Einigen nur als Bestätigung des Freiherrnstandes , von Anderen als 
das eigentliche Freiherrndiplom aufgeführt. Auf (feorg folgte des 
Bruders Sohn^ Johann Freih. v. Schönaich, welchem die Güter, wegen 
einer für die schlasischen Stände übernommenen Abdicationssendung 
an Friedrich III. von der Pfalz, vom kaiserlichen Hofe eingezogen 
wurden, doch erhielt dieselben auf brandenburgische Verwendung der 
Bruder desselben, Sebastian I. , 1650 wieder zurück. Der Enkel des- 
selben und der zweite Nachfolger im Majorate, Hans Georg, s. oben, 
— Sohn des Freih. Hans — wurde 1698 unter K. Leopold I. freier 
Standesherr in Schlesien und 1700, wie angegeben, Reichsgraf, Hans 
Carl aber — Sohn des Grafen Hans Georg — k. k. Geh. Rath und 
Ober-Fürsten-Rechts- und Ober- Amts- Regienings-Präsident, erhielt 
vom Könige Friedrich IL von Preussen, nach Besitznahme von Schle- 
sien, 1741 den Fürstenstand des Kgr. Preussen, mit dem Namen: 
Carolath-Beuthen , wobei die genannte Standesherrschatl als Fürsten- 
thum erklärt wurde. Die fürstliche Würde wurde zuerst für den erst- 
geborenen Nachfolger im Majorate erblich bestimmt. Auf den Für- 
sten Hans Carl folgte 1761 der ältere Sohn, Fürst Johann Carl, k. 
pr. General-Lieutenant der Cavalerie, welcher 18. Jan. 1753 die Aus- 
dehnung des Fürstenstandes aoi' alle Nachkommen unter dem Titel : 

. 18* 



— 276 — 

Pursten von Carolath-Eeuthen erhielt. Der Xachfolger desselben 
war seit 1791 der Fürftt Heinrich (^arl Erdmann, und diesem folgte 
1817 der ältere Sohn: Fürst Heinrich Carl Wilhelm, geb. 1783 und 
gest. 1864, k. preuss. General-Lieutenant und Oberjägermeister a. D. 
Da Letzterer männliche Nachkommen nicht hatte, succedirte Fürst 
Carl, geb. 1845 — Sohn des 1862 verstorbenen Ludwig Prinzen von 
Schoenaich - Carolath aus der Elie mit Wanda Grl". Hcnckel v. Don- 
nersmarck a. d. H. Ober-J^euthen , geb. 1826 und verm. 1843 und 
Enkel des 1820 verstorbenen Prinzen Carl v. Schoenaich-Carolath — 
Bruders des Fürsten Heinrich Carl Wilhelm — verm. mit Hermine 
Grf. V. Pückler-Muskau. — Näheres enthält der oben angezogene 
Artikel: Carolath-Beuthon, Fürsten, Bd. IL S. 230. — Der Mannes- 
stamm der Grafen v. Schoenaich - Carolath ist mit Otto E,. - Gr. v. 
Schoenaich-Carolath, geb. 1801, Majoratsherrn auf Amtlitz und Möl- 
lendorf, Herrn auf Gaifron und Biegersdorf in Schlesien — Sohn des 
1829 verstorbenen Grafen Carl Fried ricli Gottlob Alexander, Herrn 
auf Klein-Gaffron und Breitke, aus der Ehe mit Hem^iette Grf. zu 
Dohna-Kotzenau — im Mai 1832 erloschen. — Von den Freiherren 
V. Schoenaich, genannt v. Ho verbeck handelt der nachfolgende Ar- 
tikel. 

Ctupari Domavü (gest. lG3ä) Quercus hieroRlyphica. ot evcrffeteH christianos, ubi praecltn 
illustr. Schoenaichiorum stirpis decora celcbravit. — Henel, Silesiograph. renov. S. 497. — Sinapiu*, 
1. S. 148 und 11. S. 216. — de Sommersbtrg , Scrlptor. rer. Siles, III. S. 315. — Gauhe. I. S. 21M 
tt. 29. — ZtdUr, 35. S. 631—42. — Biograph. Lfxio. aller Helden, III. S. 407. — Jacobi 1800, I. 
8. 518—15 u. II. S. 32i). — Allg. Geneal.- u. stallst. Handbuch. 1824. I. S. 774. — S. Pr. A.-L. IV. 
S. 187—89. — Deutsche ürafenh. d Ooffenv., III. S. 35H— 60. — Freut, v. Ledebur, U. S. 398 u. 
94. — Goth. Hofkalcnder 1826, S. 69 — 71. 1859, S. 104—106 u. ff. Jahrgg. — Geneal. Taschenbuch 
der gräfl. Häuser, 1859. S. 743 und histor. Handbuch zu Demselben, S. 280. — Siebmaeher, I. 60: 
Die SchOnciche, Schlesbch, u. II. ZH: Frh. v. S.— W.B. der Preuss. Monarchie, I. 4: Fst. v. Carolath* 
Schoenaich. 

Schoenaich, genannt v. Hoverbeck, Freiherren (Schild der Länge 
nach getheilt: rechts ge viert: 1 u. 4 in Silber ein schwarzer Sparren, 
von drei, 2 und 1, gestümmelten , schwaraen Vögeln (Merlettes) be- 
gleitet und 2 und 3 in Schwarz ein silberner Querbalken , über wel- 
chem drei silberne Merlcttes neben einander schweben: Ho verbeck; 
links quergetheilt: oben ein grüner Eichenkranz mit eingewundenen 
Eicheln und rothen Bändern und unten in Roth ein nach rechts schrei- 
tender, gekrönter, goldener Löwe, der in der rechten erhobenen Vor- 
derpranke ein blankes Schwert schwingt: Froih. v. Schoenaich). — 
Die Freiherrien v. Schoenaich, genannt v. Hoverbeok oder Hoverbeck, 
genannt v. Schoenaich, sind aus dem alten aus Brabant nach Kur- 
Brandenburg gekommenen adeligen und frei herrlichen Geschlechte 
V, Hoverbeck — über welches sich Näheres in dem Artikel : Hover- 
beck und Hoverbeck, genannt v. Schoenaich, Bd. IV. S. 493 und 94 
findet — durch Adoption entstanden. Es nahm nämlich Samuel Jo- 
hann Dietrich Freih. v. Hoverbeck auf M^itteldorf, Director der ost- 
preussischen Landschaft in Molirungen, in Folge von x\doption Seitens 
der verwittweteu Generalin Sophie Charlotte v. Schoultz, geb. Freiin 
V. Schoenaich, 1805 mit Königl. Erlaubniss den Zunamen „genannt 
V. Schoenaich" an und vereinigte auf angegebene Weise mit seinem 
angestammten Wappen das Wappen der Freiherren v. SchönaicL — 



— 277 — 

Von dem Freiherrn Samuel Johann Dietrich stammte Freiherr Eduard 
(I.), geb. 1799 und gest. 1856, k. preuss. Landschaftsrath und Majo- 
ratsherr auf Klein-Tromnau im Eeg.-Bez. Marienwerder, welcher den 
Stamm in der Ehe mit Doris v. Rosenberg-Gruszczinska, geb. 1803, 
fortgesetzt hat. — Haupt des freiherrlichen Hauses ist jetzt der älteste 
Sohn aus dieser Ehe: Eduard (II.) Freih. v. Hoverbeck, genannt v. 
Schönaich, geb. 1827, Majoratsherr auf Klein-Tromnau , k. pr. Pre- 
mierlieutenant a. D., verm. 1856 mit Camilla Freiin v. Buddenbrook 
a. d. H. Plaeswitz in Schlesien, geb. 1827, aus welcher Ehe, neben 
zwei Töchtern, zwei Söhne stammen. Der ältere von diesen, Alfred, 
wurde 1860 geboren. Die drei Brüder des Freih. Eduard (II.), neben 
drei Schwestern, sind: Freih. Joseph, geb. 1832, k. pr. Prcmierlieu- 
tenant im westpreuss. Cuirassier-Regim. (Nr. 5), Term. 1855 mit Lina 
V. Wulifcn, geb. 1833, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, ein 
Sohn lebt, Curd Eduard, geb. 1857; Freih. Paul, geb. 1833, k. pr. 
Premierlieutenant im Garde-Füsilier-Regimente und Freih. Philipp, 
geb. 1837, k. pr. Lieutenant im Schlesisch. Cuirassier-Regim. (Nr. 1) 
verm. 1859 mit Bianca v. Sihler. 

Freih. v. Ledebur, ü. S.384. — Gencal. Taschenb. der frciherrl. HSuser, 1861, S, 715— 18; 1864, 
6. 736 u. 37 und 1866. 

Schönau, Freiherren (in Silber vier, 2, 1 und 1, fünfblättrige, 
rothe Rosen). Erbl.-östorr. Freiherrnstand. Diplom vom 27. Jan. 
1819 für Julius Wenzel Johann Nepomuk v. Schoenau, Herrn auf 
Aicha-Dallwitz und Schocnlied: eine Erhebung, welche Megerle v. 
Mühlfeld, wie folgt, angeführt hat: Schoenau, Ritter, Johann, Besitzer 
der Güter Aicha und Nallwitz. Altes, böhmisches Adelsgeschlecht, 
aus welchem der Kämmerling Wenzel Vincenz v. Scönow schon 1534 
in der böhmischen Adelsmatrikel als dem Ritterstande zugehörig auf- 
geführt wurde und Georg v. Schoenau mit seinen drei Söhnen, Johann, 
Isaias und Nicolaus 1583 das böhmische Incolat erhielt. Der eigentliche 
Ursprung der Familie, welche sich früher Schoenau, Schoen v. Schoe- 
nau oder auch Seen v. Ssön und Ssönow schrieb, ist zwar unbekannt, 
doch kann dieselbe zu den altadeligen, ritterbürtigen Geschlechtem 
Böhmens gerechnet werden. Victorin Wikhart v. Schoenau bekannte 
1543, dass er das Gut Kaletz, welches die Vorfahren schon seit zwei- 
hundert Jahre besessen hätten, von seinem Bnider übernommen habe; 
Ernst Bernhard v. Ssönow, Herr auf Meinitz, starb 1585; Christoph 
Ssen V. Ssen, Herr auf Kostomlat, kommt 1589 unter den Rittern und 
Wladiken vor und Arnold Schön v. Schönau kaufte 1620 die Dörfer 
Auporz und Poradicz, Georg Wilhelm v. Schönau aber 1656 das Gut 
Schönlied. — Die älteren Ahnenproben der Familie beginnen mit 
Georg Wilhelm Schön v. Schönau. Aus der Ehe desselben mit Eva 
Salome v. Steinsdorf stammte, neben den Söhnen Adam Christoph 
und Wolfgang Julius, Christoph Franz Edmann v. Schönau, geb. 1656, 
verm. mit Catharina Ludmilla v. Wiedersperg und aus dieser Ehe 
entsprossten drei Söhne, Anton Wilhelm, Franz Joseph Carl (welcher 
das Gut Aujezd ob der Mies an seinen Sohn, Johann Christoph, ver- 
erbte, der dasselbe bis 1749 besass) und Ferdinand Joseph Erdmann, 



— 278 — 

Von Letzterem stammte aus der Ehe mit Maria Aima Metz v. Waldau: 
WoU'gang Julius Johann, geb. 1726, Herr auf Dallwitz, k. k. Gubermal- 
Kath und Hauptmann des leitmeritzer Kreises, vcrm. mit Maria Abbh 
Catharina Hera v. Oczelowitz, aus welcher Ehe Freih. Julius Wenzd 
Johann Kepomuk, s. oben, geb. 1753 und gest 1821, Herr auf Aicha- 
Dallwitz und Sehönlied , verm. mit Maria Antonia Beatrix Walpurga 
Anna Freiin Zessner v. 8pitzenberg, geb. 1749 und gest. 1820, entr 
»pross. Derselbe hinterliess drei Söhne, die Freiherren: Franz de 
Paula Friedrich, Johann Nepomuk und Yincenz. Von denselben ver- 
mählte sich Freih. Franz de Paula Friedrich, geb. 1785 und gest 
1850, k. k. Gubemialsecretair zu Prag, 1820 mit Henriette Freün 
Vernier v. Rougemont und Orchamp, geb. 1798 und aus dieser Ehe 
lobt, neben vier Töchtern, den Freiinnen: Mathilde, geb. 1822, Maria, 
geb. 1824, Bertha, geb. 1828 und Henriette, geb. 1833, venn. 1856 
mit Carl Freih. Mac-Enis v. Atter und Iveagh, Herrn auf Lazan- 
Mileic und k. k. Kämmerer, ein Sohn: Freih. Jaroslav, geb. 1826, k. 
k. Hauptmann und Kämmerer. Freih. Johann Ifepomuk, geb. 1787, 
ist als k. k. Kämmerer und Obernt-Lieutenant in d. A. 1859 unver- 
mählt gestorben; Freih. Vincenz aber, geb. 1795, k. k. Kämmerer, 
Herr und Landstand in Oesterreich - Schlesien und General-Lande»- 
Bestellter zu Troppau, vermählte sich mit Marie Freiin v. Eolsberg, 
aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Freün Melitta, geb. 1835, 
verra. 1854 mit Arnold Köves v. Aszod es Harkaly, k. k. Major, ein 
Sohn stammt: Freih. Oscar, geb. 1843, k. k. Lieutenant. 

Megerlt v. Mühl/eld, S. 84. — Geneal. Taschenb. d. fteiherrL HXuscr, 1853. S. 414—16, 186T. 
S. 683 u. 84, 1863. S. 869 und 1865. 

Schoenau, Schoenau-Wehr, auch Freiherren (Schild von Schwiury 
imd Gold quergetheilt, oben mit zwei neben einander stehenden, gol- 
denen Eingen und unten mit einem schwarzen, dicken Einge belegt). 
Erbl.-österr. Froiherrnstand. Diplom vom 2. Mai 1668 für Johann 
Dietrich v. Schoenau-Wehr, Verwalter der Waldvoigtei Hauenstein 
und für die Brüder und Vettern desselben, die Brüder; Franz Ru- 
dolph und Johann Ludwig von Schoenau-Wehr, beide Domherren zu 
Basel und die Vettern: Otto Heinrich, Joseph Friedrich und Franz 
Keinhiird v. S. -W. — Altes schweizerisches und tiroler Adelsge- 
schlocht, dessen tirolische Linie schon 1356 erloschen sein soll, doch 
hat Siebmacher noch 1605 die Familie dem tirolischen Adel zuge- 
zählt Die schweizerische Linie erlangte das Erb-Truchsessen-Amt 
im Stifte Basel. Heyens (Hyrus) v. Schoenau wird schon 1165 ge- 
nannt; Babo und Evradus waren um 1209 Eäthe des Herzogs Hein- 
rich von Meranien, Conrad S. 1340 Landes-Hauptmann an der Etsch 
und Petennann Burggraf in Tirol. Später, 1364, kommen die v. 
Schoenau als Gross-Mayer des Stifts Seckingen vor: ein Amt, welches 
bis zur Aufhebung des genannten Stifts dem Gaschlechte verblieb, 
Melchior v. S. war um die Mitte des 16. Jahrh. Land Voigt der vier 
Waldstädte; Johann lludolph und Johann Casper v. S. machten sich 
im Anfange des 17. Jahrh. als kaiserl. Generale bekannt; Franz v. 8. 
starb 1656 als Bischof zu Basel und Franz Heinrich Fridolin Freih, 



— 279 — 

V. S. war 1704 Domherr zu Eichötaedt. — 1628 theilte sich die Fa- 
milie in die Tier Zweige zu Wehr, Zell, Schwörstetten und Oeschgen. 
Die drei letzteren sind wieder erloschen und es blüht nur noch der 
Zweig zu Wehr. Die Ahnenproben dieses Zweiges beginnen mit dem 
obengenannten Joseph Friedrich Freih. v. Schönau zu Stein und Wehr. 
Aus der Ehe desselben mit Maria Barbara v. Eemhausen entspross 
Freih. Franz Anton , verm. mit Clara Helena v. Liebenfels zu Werb- 
ungen und von Letzterem stammte Freih. Franz Anton Fidel, verm. 
mit Sophie v. Baden zu Zell. Der Sohn des Letzteren, Freih. Joseph 
Anton Xaver, geb. 1772 und gest. 1839, grossh. bad. Kämmerer, 
verm. mit Josepha Freiin v. Gemmingen-Hagenschiess, gest. 1840, 
hat den Stamm weiter fortgesetzt und das jetzige Haupt des freiherr- 
lichen Hauses ist der ältere Sohn aus dieser Ehe : Adolph Freiherr v. 
ßchoenau, geb. 1804, Herr zu Wehr, Stein, Ober- und !Nieder-Schwör- 
Btetten, Kieder-Dossenbach , Oeschgen, Weilbach etc., verm. 1832 
mit Thecla Grf. v. Thum-Yajsassina, aus welcher Ehe, neben einer 
Tochter, Freiin Caroline, geb. 1833, zwei Söhne leben: Freih. Arthur, 
geb. 183ß imd Freih. ßoderich, geb. 1839, grossh. bad. Lieutenant 
im 2. Dragoner-Kegimentc. Die beiden Brüder des Freiherm Adolph 
sind, neben einer Schwester, Freiin Bertha, geb. 1810, verm. 1841 
mit Hypolyt Bancalis de Pruyne-Pnines, die Freiherren Otto und 
Eudolph. Freih. Otto, geb. 1806, Herr auf Schwöi-stetten, verm. sich 
in erster Ehe 1834 mit Sophia Grf. v. Aucrsperg-Purgstall, geb. 
1815 und in zweiter Ehe 1849 mit Maria v. Ow zu Wachendorf, geb. 
1821 und hat aus erster Ehe vier Töchter, von welchen sich Freiin 
Emma, geb. 1837, 1857 mit Emil Freihen'u v. Schowenburg-Herlis- 
heim, Grundherrn zu Gaisbach, vermählte. Vom Freiherrn Eudolph, 
geb. 1809, grossh. bad. Kammerherm und Hof - Jägermeister, verm. 
mit Sophie Gulat y. Wellenburg, stammen, neben zwei Töchtern, drei 
Söhne: Max, geb. 1837, Adolph, geb. 1841 und Friedrich, geb. 1852. 

Spangenberg, Adelsspiegel, Bd. IT. — Fantaleon, UJ. S. 483. — Jivcelim SU-irnnatogr . P. IV. — 
G€mhe, I. S. 2129 n. 80: auch nach fir. Biandij«. — v. HatUttin , I. S. 519 und 111. 8uppl. S. 135. 
Zedier, 35. S. <'46. — Caat, Adelsb. d. Gro»>hpizoKth. Baden, AMh. 2. — Frtih. v. Ltdebxir, U. 
S. 894 u. 95. — Genealog. Taschenb. d. freiherrl. lUiuscr, li-.\'*. S. 417 u. 18, 1857. S. 684 u. 86, 
1864. S. 737 u. 38 u. 1866. — Submacher, L 44: v. Sthönau, Tirolisch. 

Schoenan (in Silber neun, 3, 3 und 3, rothe Münzen). Altes, 
rheiüländisches Adelsgeschlecht, dessen gleichnamige Stammherr- 
schaft bei Aachen lag. — Reynart v. Schonawe lebte um 1346. 

Kindlinger, Semmlang merkwürdiger Urkunden, S. 82. — Fahne, I. S. »92. — Freih. v. Le- 
dehur, ü. S. 395. 

Schoenan (in Silber fünf, 2, 2, 1, rothe Rosen). Altes schlesi- 
siches, auch nach Böhmen gekommenes Adelsgeschlecht. Dasselbe, 
dessen Stammsitz die spätere gleichnamige Kreisstadt war, wurde im 
Schweidnitzischen und Jauerschen begüteil und sass später in Böh- 
men zu Jenowitz. — Johann v. Schoenan lebte um 1422. 

ßinapius, I. S. 833. — Freih. v. Ledebur, U. 8. 3<*5. 

^ Schoenan (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Schwarz der 
Kopf und Hals eines weissen Pferdes und links in Roth ein halber, 
schwarzer Adler). Ein zu dem früher in Ostpreußsen begüterten Adel 



- 280 — 

zählendes Get*chlccht, welches zu Bellen unweit Heiligenbeil eass. 
Dasselbe soll aus Franken gestammt haben, wo, wie im Yoigtlande, 
ein Geschlecht dieses Kamcns vorkam. Ullrich von Schoenaw zu Koi- 
taw kommt 1397 vor und Nickel und Hans v. Schonaw -treten 
1460 auf. 

Krtyaig, Beiträge zur Hi«torie der Sächsischen Lande, I. S. 62 u. 68 und U. S. 224. — Frtik, 
V. Ledebur, II. S 395. -- Sielmaehtr, V. 174: v. S., Preussisch. 

Hchoenau, Schoenow. Altes, noch im 15. Jahrh. vorgekommenes, 
meklenburgisches Adclsgcschlecht, welches zu den Vasallen, der 
HeiTen v. Wcrle gehörte, wie ein Lehnbrief von 1404 ergiebt. Hen- 
necke und Merten gehörten 1425 zur Ritterschaft des Landes Waren. 

Franke, Alt • und Nen-Me-klenburg, YIH. S. 199. — Li»€h, Urkunden der y. Malzahn, H. 6. 666. 

— Frtih. V. Ledebur, II. S. 895. 

Schoenav. Ein im 14., 15. und 16. Jahrh. in der Mark Branden- 
burg begütert gewesenes Adelsgeschlecht. Dasselbe sass, namentlich 
in der Zauche, zur Zeit des Landbuches K. Carl IV, 1375 zu Alt- und 
Neu-Derwitz , Alt- und Neu-Langerwisch , Sedin, Stücken, Wilden- 
bruch und Zauchwitz und hatte das Gut Langerwisch noch. 1480 
inne. — Hans v. Schlabbemdorf wurde 1565 mit den Lehngütem des 
Joachim Schonaw belehnt. 

Frtik. V. Ledebur, 11. S. 396. 

Schoenaner v. Liebenthal. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1778 für Franz Sebastian Schoenauer, Mauth-Amts-Controleur zu un- 
garisch- Altenburg mit: V. Liebenthal. 

Megerle v. Mühljeld, S. 260. 

Schoenbeck (Schild durch einen goldenen Querbalken getheüt: 
oben von Blau und Silber der Länge nach gcthcilt, mit je einer Lilie 
von gewechselter Farbe und unten über g^nem Boden ein strömen- 
des Wasser). Beiohsrittei-stand und in Kurbrandenburg anerkannter 
Adelsstand. Keichsrittei'stands- Diplom vom 1. März 1686 für Carl 
Schönbeck, aus Stendal gebürtig und Anerkennungs-Diplom vom 
1. Sept. 1691 für denselben als Neumärkischen Regieningsrath. Der 
Sohn, Carl Friedrich v. Schönbeck, starb 20. Nov. 1735 als Canzler 
der Neumärkischen Regierung. 

N. Pr. A.-L. V. S. 403. - Freih. v. Ledebur, ü. S. 395. — W. B. d. Preusi. Monarchie, IV. 5S. 

Schoenbeck, s. Schönebeck. 

Schoenberg, Schoenbnrg, Schönenbarg (in Schwarz drei, 2 u. 1, 
silberne, gemeine Kreuze). Altes Adelsgeschlecht aus den Trier- 
schen Landen. Die Stammgegend war die obere Eifel und das Gre- 
schlecht sass namentlich zu Schoenberg, oder Beaumont zwischen 
Prüm imd St. Vith. Die Sprossen des Stammes waren theils Amt- 
leute, theils im Besitze von Hartelstein, Hillesheim, Prüm, Schön- 
ecken und Uelmen. Johann von Schönenberg (Schönburg), war von 
1581 bis 1599 Erzbischof und Kurfürst von Trier und Georg v. 
Schönenburg von 1580 bis 1595 Bischof zu Worms. Als der Letzte 
des Namens starb Philipp Dietrich v. S. 27. Sept. 1632. 

Humbracht, Tab. 221. — v. MatUtein, I. S. 621. — Oauhe, I. S. 2146—48. — Zedier, 86. 8. 
662—09. — Freih v. Ledebur, II. S. 896. — Siebmacher, I. S. 123: v. Schönenburg, RhdalÄndifch, 

— T, MediDf» I. S. 686: ▼. SchOnborg, Scbonenlmrc. 



/ 



_ 281 — 

^ Schönberg. Mit den Schilden (in Roth sechs, 3, 2, 1, silberne 

Schildchen). Altes Adelsgeschlecht auf dem Hundsinick, dessen 
ßtammsitz Bchönberg bei Ober- Wesel war. — Mit dem angegebenen 
Wappen siegelten: 1285 Henricus Dominus de Sconinburg; 1325 
Fridericus miles burggravius in Lainecke (Lahneck), in einer zu 
Ober -Lahnstein ausgestellten Urkunde, mit der Siegelumschrift S. 
Friderici militis de Schoninburg, sowie 1331 Johannes, Lambertus 
Fratres et Humbertus milites de Schonenburch scabini Wesalienses. 
Hierher gehören, nach Freiherr v. Ledebur, auch die v. Schoenberg, 
genannt Schmidtburg und v. Schoenberg, genannt Homburg, auch 
scheinen desselben Ursprunges die v. Schoenberg zu sein, nämlich 
die mit Einem Schilde im Schilde (bei Siebmacher, IL 104: in Gold 
ein rotheö Schildchen, mit dem !Namen Schonperg, Rheinländisch) 
vorkommen, wie sich bereits von 1260 ein Siegel mit der Umschrift: 
Sigillum commune dominoruni in Sconenburg findet. Der alte Stamm 
ist 1534 mit Otto Hombrecht v. Schöneberg erloschen. 

Humbraeht, S. 213. — Gauhe, I. S. 21M u. 55. — Freih. v. Ledebur, U. S. 896. — v. Meding, 
I. 6 633. 

Schoenberg, Schoenberg auf Wesel (in Silber ein kleiner, 
schwarzer, französischer Schild von acht goldenen Lilienstäben, die 
in der Mitte an einem Ring zusammenlauten, überzogen, oder auch 
in Roth ein blauer, spanischer Schild mit dem beschriebenen Lilien- 
stäben). Der Stammsitz war die Burg Schönberg bei Ober -Wesel 
und mit dem angeführten Wappen siegelte bereits 1265 Humbertus 
miles de Sconenburg. — Zu diesem Stamme gehörte der berühmte 
Friedrich Graf v. Schönberg, oder Schonberg, gewöhnlich v. Schom- 
berg genannt, welcher Graf v. Mertola und Grand von Portugal, 
Marschall von Frankreich, zuletzt Herzog von Leinster und Baron 
von Trefort und 1687 General en Chef in kurbrandenburgischen 
Diensten war. Das Wappen desselben bot eine Vereinigung von den 
in den letzteren drei Artikeln angeführten Wappenschildern und eben 
diese Vereinigung der ursprünglich geschiedenen Wappen ist wieder 
in das Wappen der Reichsgrafen v. Degenfeld-Schonburg oder Schom- 
burg in Württemberg, s. Bd. IL S. 437 — 38, aufgenommen worden. 

Humbraeht, 8. 212 n. 13. — Omthe, I. S. 2148— M. -- v. Hattsiein, I. S. 610. — Freih. v. 
Ledebur, II. S. 896. — Siebmacher, I. 122: v. Schönberg, Rhcinländisch. — ▼. Medlng, 1. S. 584: 
V. Schön bergr auf Wesel und S. 584 — 86: Schönhcrg auf We^el, Herzöge zu Leinster, Grafen zu 
Schönberg und Mertola. 

4 Schoenberg, auch Grafen (Stammwappen: in Gold ein von Roth 

und Grün quergetheilter, doppelt geschweifter Löwe, oder auch in 
Gold ein rother Löwe und grätiiches Wappen : Schild geviert, mit gol- 
denem, den Löwen des Stammwappens zeigenden Mittelschilde. 1 u. 
4 in Roth ein an die Theilungslinie angeschlossener, halber, ge- 
krönter, silberner Adler und 2 und 3 in Gold ein schräglinks lliessen- 
der, blauer Strom. Reichsgrafenstand. Diplom im Kursä'chs. Reichs- 
vicariate vom 6. Oct. 1741 für Johann Friedrich v. Schönberg a. d. 
H. Pulsnitz, k. poln. und kursächs. Cabinets- und Conferenz-Minister 
und w. G«h. Rath, Herrn auf Berthelsdorf und Nicder-Ottendorf. — 
Eins der ältesten und bedeutendsten sächsischen Adelsgesohlechter, 



— 282 — 

reich an berühmt gewordenen Sprossen und an sehr ansehnlichem 
Grundbesitz, welches, wie meist angenommen wird, unter dem Kamen 
Belmont um 588 aus Toscana nach Graubündten kam und von da 
unter dem verdeutschten Namen Schönberg sich in Hessen, Sachsen 
und fast ganz Deutschland ausbreitete. — Dasselbe wurde schon zeitig 
im Meissenschen begütert und öitzt seit 1290 zu Rothschönberg, seit 
1351 zu Purschenstein und Plaflfroda mit Dömthal u. s. w., seit 1404 
zu Ober- und NiedeiTcinsberg bei Kossen, seit 1442 zu Tanneberg 
und Wilsdruf, seit 1470 zu Bömichen bei Oederan, seit 1480 zu Lim- 
bach bei Nossen , seit 1499 zu Isieder-ZwÖnitz und zu Gelenau mit 
Thum, seit 1670 zu Xrummenhennersdorf, Rcichstädt, Bomitz, seit 
1681 zu Thammenhain u. s. w. — Aus Hessen und Thüringen kam 
das Geschlecht nach Meissen um 1175 mit dem zu Freiberg aufkom- 
menden Bergwerke , breitete sich hier weit aus und schied sich im 
Laufe der Zeit in mehrere Häuser und Linien. Die am meisten be- 
kannten und wichtigsten sind folgende Kenn: die Linie zu Schönbei^; 
die Beinsbergische Linie; die Sachsenburgische Linie, aus welcher 
die Neben -Lini(} Schoenau stammte; die Schönauische, später Win- 
g^ndorffische Nebenlinie aus dem Hause Sachsenburg, woraus die 
Zweige zu Pulsnitz (später der Ober-Lausitzische genannt), so wie der 
in Frankreich entstanden; die Idittel-Frohnische Nebcn-Linie aus dem 
Hause Sachsenburg, von welcher die Zweige zu Pfaffrode und Biber- 
stein stammten; die Stollbergische, später Gelenauische Linie; die 
Reichenauische , später Krauschnitz-Schmorckauische Linie und die 
Zschauische , später Schwetaische Linie. — Die Linie zu Schönberg 
ißt nach Allem die Hauptlinie, von welcher alle anderen abstammen. 
Dieselbe hat den Namen von dem Stammschlosse Schönberg, insge- 
mein Roth-Schönberg genannt , zwei Stunden von Freiberg und un- 
weit Nossen , welches der Ahnherr , als dei^selbe sich aus Thüringen 
um 1175 in Meissen niederliess, erbaut haben mag und später zum 
üntei'schiede von dem ehemaligen adeligen Schönbergischen Gute, 
dem nachmaligen kursächsischen Vorwerke Grün-Schönberg unweit 
Rechonberg und Frauenstein , Roth-Schönberg genannt wurde. Die 
Linie zu Schönberg blühte fort, bis dieselbe mit Hans Burckhard v. 
Schönberg, anfangs k. schwedischer, später kursächsischer Rittmeister, 
1651 ausstarb: die Güter kamen an die Rcunsbergische Linie. — Die 
Reinsbcrgische Linie erhielt den Namen von dem Schlosse und Ritter- 
gute Reinsberg im Amte Meissen, gegen Freiberg an dem Boberitzsch 
und unweit Roth-Schönberg gelegen, auf welchem Schlosse in frühe- 
rer Zeit eine adelige Familie dieses Namens gewohnt hatte. Da die 
Familie schon 1442 von Kur-Sachsen ansehnliche Lehne erhalten 
hatte , besass diese Linie viele Güter. Der Stifter derselben war der 
ältere Sohn des, gegen Ende des 14. Jahrh. lebenden Peter v. S. auf 
Roth- Schönberg und Reinsberg: Caspar, welcher in der väterlichen 
Erbtheilung das Gut Reinsberg erhielt. Der jüngste seiner Söhne, 
Hans , welcher um 1486 genannt wurde, Herr auf Reinsberg, Wills- 
drufl^ Hennersdorf u. s. w. setzte die Reinsbcrgische Linie fort, welche, 
wie Gauhe genau bis zu seiner Zeit angegeben, in vielen Sprossen 



— 283 — 

fortbltihte. — Die Sachsenburgische Linie, aus welcher die Neben- 
linie Schoenau abstammte, yrurde nach dem ehemaligen, alten Sitze 
Sachsenburg genannt, welches Schloss an der Zschopau auf einem 
hohen Felsen unweit Mitweida liegt und mit der Stadt Frankenberg 
und Kauensorge 1609 durch Kauf an den Landesherrn gelangte 
und ein kursächs. £ammeramt wurde. Der Stifter dieser Linie 
ist genau nicht anzugeben, doch ist gewiss, dass da« Schloee 
Sachsenburg um 1396 Dietrich v. S. besass und dass derselbe mit 
den damals lebenden Herren v. Schönberg zu Eoth - Schönberg und 
Reinsberg in naher Verwandtschaft stand, somit wohl aus der Haupt- 
linie zu Roth-Schönberg abstammte. Von seinen Enkeln gründete 
Heinrich auf Stollberg, s. unten, die Stollbergische, später Gele- 
nauische Linie , Caspar aber auf Sachsenburg und Nauensorgc setzte 
die Sachsenburgische Linie fort. Von seinen drei Söhnen fing Hans 
auf Schönau undEömichen den Schoonauschen Ast, s. unten, an. Der 
Bruder des Letzteren, Wolff auf Sachsenburg und Kauensorge, herz, 
sächs. Rath und Stiftshauptmann zuMeissen, starb 1546 und hinterliese 
drei Söhne, von welchen der Aelteste, George zu Sachsenburg, der 
Stammvater der Mittelfrohnischen Nebenlinie und der daraus ent- 
sprossenen Zweige zu Pfaffroda und Biberstein, s. unten, wurde. — 
Die Schönauische, später Wingendortfische Nebenlinie aus dem Hause 
Sachsenburg , aus welcher die Zweige zu Pulsnitz, später der Ober- 
Lausitzische genannt, sowie der in Frankreich entsprossten , besaas 
jederzeit im Erzgebirge wichtige Güter. Der Stiller dieser Linie war 
Hans V. Schönberg auf Schoenau, ein Sohn des obengenannten Caspar 
zu Sachsenburg, welcher 1532 den Bergrechten zu Freiberg bei- 
wohnte. Von den fünf Söhnen desselben gründete der älteste, Wolff, 
den Schönauischcn Zweig zu Pulsnitz in der Ober-Lausitz und Moritz 
zu Schoenau und Wingendorif setzte allein diese Nebenlinie und zwar 
mit fünf Söhnen fort, von denen nur zwei, Moritz der Jüngere auf 
Auerswalde, Fuchshain und Neumark im Voigtlande und Nicol auf 
Wingendorff und Haynichen, gest. 1602, weitere Nachkommen 
hatten. Der Pulnitzer oder Ober-Lausitzische Ast stieg von dem äl- 
testen Sohne des Hans v. S. : Wolfi' v. Schönberg, herab. Derselbe 
war kursächs. Geh. Rath und Gencral-Feldmarschall im Schmalkal- 
dischen Kriege und starb 1568 als des Kurfürsten August vornehmer 
Rath und Amtshauptmann zu Rechlitz. Von den drei Söhnen des- 
selben fand der Mittlere, Caspar v. S., k. französ. Staats-Rath und 
Feldmai'schall, Graf v. Nantevill, in Frankreich sein Glück, doch er- 
losch seine Nachkommenschaft schon 1686 mit dem Enkel , Carl v. 
S., Herzog v.Halloyn, Pair und Marschall von Frankreich, der älteste 
Sohn des Hans v. S. aber, HansWolif ^. S., brachte Schloss und Stadt 
Pulsnitz, zwei Stunden von Camenz, an sich, war anfangs k. französ. 
Obrist, später aber kursächs. Hof- Marschall und starb 1603. Von 
seinen Enkeln verkaufte Hans George v. S., gest. 1674, das väter- 
liche Gut Pulsnitz. Später gingen aus dem Hause Pulsnitz die Grafen 
V. Schönberg, s. unten, hervor. — Was die Mittel-Frohnische Neben- 
linie aus dem Hause Sachsenburg anlangt, aus welcher die Zweige zu 



— 284 — 

PfaffrodaundBiberetein stammten, so lagderStammsitzMittel-Frohna 
im Amte Rochlitz und wurde 1585 von denen v. Flurstedt erkauft, 
zu welchem später noch andere ansehnliche Güter kamen. Der Ahn- 
herr dieser Nebenlinie war der jüngste Sohn des Wolff v. S. zu 
Sachsenburg: Georg v. S., welcher, nachdem er Mittel-Frohna ge- 
kauft und auch Limbach bei Chemnitz und Sachsenburg an sich ge- 
bracht hatte, 1588 als kursächs. Landrath starb. Yon seinen sechs 
hinterlassenen Söhnen verkauften Heinrich und Christoph v. 8., welche 
Beiden Nachkommen nicht hatten, die Sachsenburg 1609 an den 
Landcsherra, von den übrigen Söhnen aber hinterliess George der 
Jüngere, welcher 1613 als kursächs. Kammerjunker starb, eine 
dauernde Nachkommenschaft} durch zwei Söhne: Georg Friedrich, 
Gründer der Pfaifrodischen und Bibersteinischen Zweige, s. unten, 
und Anton auf Mittel-Frohne, welcher 1638 als Fürstl. Alten- 
burgischer Hof- und Kammerrath starb. Letzterer hatte drei Söhne, 
durch welche seine Linie fortblühte. Die Zweige zu Pfaffroda und 
Biberstein stammten, wie schon erwähnt, von George Friedrich v. 8. 
a. d. H. Mittel-Frohna. Derselbe war kursächs. Rath und Borg-, 
wie auch Amtshauptmann zu Freiberg imd trug 1643, als Freiberg 
die schwere schwedische Belagerung zu erleiden hatte, durch An- 
führung der Bergleute nicht wenig dazu bei, dass die Stadt erhalten 
wurde, weshalb ihm auch K. Ferdinand III. den Freihermstand an- 
bieten Hess, den er aber ausschlagen zu dürfen bat. Kurz vor seinem 
1650 erfolgten Tode erstand er sub hasta die drei Meilen von Freiberg 
gegen Böhmen zu gelegenen Ritt^Tgüter Pfaffroda und Dürrenthal. 
Die beiden Sohne desselben waren: Caspar und Gotthelf Friedrich. 
Ersterer, Caspar auf Pfaffroda u. Dürrenthal, kursächs. Rath, Kammer- 
herr, Ober-Berghauptmann und Amtshauptmann zu Freiberg und 
Grillenburg , hatte das feste Schloss Kriebstein nebst den dazu ge- 
hörigen Gutem bei Waldheim erkauft und starb 1676, nachdem er 
von den böhmischen Exulanten nicht nur viele auf- und angenommen 
hatte, sondern auch auf seinen Fluren für dieselben die Dörfer Ober-, 
Nieder-, Mittel- und Klein-K^eu-Schönberg erbauen liess und fiir die 
Exulanten eine Kirche mit Pastorat stiftete. Gotthelf Friedrich v. 
8. überliess die väterlichen Güter dem älteren Bnlder Caspar und 
kaufte Bibers tein unweit Freiberg, Lockwitz bei Dresden und Trebitz 
bei AVittenberg. Derselbe starb 1708 als k. poln. u. kursächs. Geh. 
Rath und Appellations- Gerichts- und Ober- ('onsistorial -Präsident. 
Seine Linie blühte fort und folgte später auch auf den Rittergütern 
Purschenstein, Saida et<i. — Die Stollbergische, später Gelenauische 
Linie hatte ihren ersten Sitz auf dem Schlosse Stollberg unweit Anna- 
berg an der Böhmischen Grenze, welches Schloss um 1490 an die 
V. Schönberg gelangte, fast ein ganzes Jahrhundert im Besitze der- 
selben blieb und dann mit der Stadt als Amt an den Landesherm 
kam. Ehe diess aber geschah, war das Rittergut Gelenau unweit 
Wolkenstein 1530 von denen v. d. Oelsnitz erkauft worden, welches 
Gut, zu dem auch noch Tammenheim im Stifte Würzen etc. kamen, 
bis zu dem Abgange der Linie derselben verblieb. Der Stifter dieser 



— 285 — 

Linie war, wie schon angegeben, ein Bruder des Caspar v. S. zu 
Sachsonburg : Heinrich v. S. Es scheint, dass die Brüder anfangs 
die Sachsenburg gemeinschaftlich besessen haben , bis Stollberg ge- 
kauft wurde. Heinrich v. S. erwarb 1499 von dem Herzoge Georffe 
zu Sachsen Thum und Oberndorff aus dem Amte Wolkenstein. Von 
seinen vier Söhnen setzte der Jüngste, Friedrich v. S., allein diese 
Linie fort und erhielt, wie angeführt, Gelenau. Die Nachkommen- 
schaft desselben blühte bis in das zweite und dritte Jahrzehnt des 
18. Jahrh. hinein, bis Rudolph zu (ielenau 1718 ohne Erben und 
Hans Dittrich auf Tammcnheim 1728, und zwar ebenfalls ohne 
Erben, starb, worauf die ansehnlichen Güter Beider an die v. SchÖn- 
berg zu Biberstein und Trebitz, s. die Sachsenburg-Mittel-Frohnische 
Linie, verfielen. — Die Purechenstcinisehe Linie hat ihren Namen 
von dem Schlosse Purschenstein mit der dazu gehörenden Stadt Sayda 
und mit den umgebenden Ortschaften, zu denen auch der wegen 
seines Zinnbergwerks bekannte Bergort SeifFen gehört und das ge- 
nannte Schloss liegt im Erzgebirge, hart an der böhmischen Grenze 
und an der Flöha. Dasselbe, früher zu einer weitläuftigen Hcri-schaft 
der Krone Böhmens gehörend, mag imi 1336 an die v. Schönberg ge- 
langt sein. Bald nach Anfange des 15. Jahrh. kommen Hans und 
Seyfried v. S. zu Purschenstein vor. Die Nachkommenschaft wurde 
sehr zahlreich, blühte, wenn auch durch den 30jährigen Krieg sehr 
gelitten, dauernd fort und Gauhe hat bis zu seiner Zeit vielfache Mit- 
theilungen über diese Linie gemacht. — Was die Beichcuauische und 
später die Krausnitz - Schmorkauische Linie anlangt, so lagen die 
beiden ersten der genannten Bittersitze im Amte Grossenhain, 
Schmorkau aber zwischen Dresden und Pirna. Wann Keichenau an 
die Schönbergische Familie gekommen, ist nicht aufgezeichnet : nach 
Anfange des 15. Jahrh. war Hans v. Schönberg, nach Allem aus der 
Sachsenburgischen Linie, im Besitze dieses Gutes. Später hat Hein- 
rich V. S. — ein Sohn Caspars v. S. auf Zschau, s. unten, nach An- 
fange des IG. Jahrh. das Rittergut Reichenau besessen und von seinen 
vier Söhnen setzten Bernhard und Moritz v. S. die Linie dauernd fori 
Uebrigens blühten aus derselben auch die Nebenzweige zu Koitzsch, 
Ober-Lichtenau, Giedlitz und Ortrand. Was die Zschochauische, später 
Schwetuische Linie betrifft, so liegt der alte Stammsitz Zschochau un- 
weit Mügeln im Meissenschen, war aber, wie die dieser Linie früher 
zugehörigen Rittersitze Gross-Zschepe undZschorna im Stifte Würzen, 
längst in andere Hände übergegangen. Der Sitz Schweta liegt bei 
Döbeln unweit Leisnig und stand schon im 15. Jahrh. mit Zschochau 
dieser Linie zu, doch ist dieser Sitz Schweta von dem gleichnamigen 
Sitze im Meissenschen, nach Oschatz zu gelegen, ganz verschieden. 
Die Vertheilung dieser Linie auf Zschochau ist nach Allem noch im 
13. Jahrh. erfolgt. Das Rittergut Zschorna besass bereits um 1450 
Hans V. S. und das Rittergut Gross-Zschepe hatte 1465 Heinrich oder 
Heintze von S. inne, dessen Sohn Johann hiess, welcher allem An- 
sehen nach der zu Ausgange des 15. Jahrh. lebende Bischof zu Naum- 
burg, Johann v. Schönberg, war. Gross-Zschepe hatte noch um 1582 



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Friedrich v. S., Stitlöhauptmann zu Würzen, inne, dessen Sohn, Diet- 
rich Friedrich v. S., Domherr zu Naumburg und Domdechant zu 
Meissen, noch 162U als der Letzte der Nebenlinie zu Gross-Zschepa 
lebte. Nach dem Tode desselben fiel dieses Grut an die Hauptlinie 
zu Zschochau, wurde aber 1647 an die von Hartitzsch verkauft. Von 
den Besitzern des Hauses Zschochau hat Caspar (welchen Namen 
diese Linie beständig angenommen) bereits 1540 Schweta besessen, 
welches Gut Hans Caspar v. S. 1726 verkaufte. — Von den beiden 
Brildem des Letzteren war 1740 Hans Carl, ehemaliger her«, goth. 
Hauptmann, Herr auf Pannewitz und Caspar Joachim, k. poln. und 
kursächs. Hauptmann und späl^^r Kriegr^-f'ommissar, Herr auf Bohlen 
bei Leisn ig. — So weit gehen die freilich hier nur sehr kurz gehal- 
tenen Nachrichten Gauhes, welche für die frühere (jcschichte des so 
weit verzweigten Stammes immer, von neueren Forschungen abge- 
sehen, von bleibendem Werthe sind. — Die Familie hat übrigens 
1675 zu Freiberg den ersten Geschlechtsüig gehalten, welcher später 
alle drei Jahre bei dem (icschlechtsäl testen fortgesetzt worden ist, 
auch gewisse Süxtuta gentilitia i'ostgi'stollt, welche den Bünauischen, 
8. Gauhe, 1. S. 297 und 98, sehr ähnlich waren, auch ist damals die 
Zusammenstellung einer Geschlcchts-Historie im Manuscript verab- 
redet worden. Diese Geschlechts— Historie fing im genannten Jahre 
M. Daniel Hartnaccius, vormals Professor zu Erfurt, der damals zu 
Dresden im Exil lebte, nachher aber Kector zu Husum in Holstein 
wurde, zu bearbeiten an, später aber trug die Familie diese Arbeit 
dem Fiirstl. Altenburg. Rath, C^anzlcr und Consistorial- Präsidenten 
Johann Dietrich v. Schönberg, Mitt(?l-Frohnaischer Linie, Herrn aul' 
auf Langenleuba und Goeltzschau auf, welcher dieselbe auch 1679 zu 
Stande brachte. Vorher, 1676, hatte schon M. Paulus Martinus 
Sagittarius, damals Rector, später Geucralsuperintendent und Ober- 
Hofprediger zu Altenburg, eine »Schrift von etlichen Bogen: de splen- 
dore Familiae Schoenbergicae, Altenburg, 1676, 4., drucken lassen, 
welche Collectaneen über berühmte, aus diesem Geschlechto ent- 
sprossene Männer enthält. Ein weitläulliger Auszug aus dem er- 
wähnten Manuscriptt^ findet sich in D. Budoi allgemeinem historischen 
Lexicon im Artikel: Schönberg, das ganze, doch nicht vollständige 
Manuscript aber in V^alent. Königs Säciisischer Adelshistorie, Bd. IL 
Die von Gauhe gelieferten Nachrichten über die Familie sind dagegen 
ein Auszug einer vollständigen Historie dos uralten, hochansehnlichen, 
adelichen Hausos v. Schönberg, welche 1718 auf Verlangen aus- 
gearbeitet und im Ai'chive zu Pfafiroda aufbewahrt wurde. — Wie 
die Bedaction gehört, hat die Familie angelegentlichst dafür gesorgt, 
dass bald eine neue vollständige Geschichte des so berühmt gewor- 
denen Hauses Eigenthum der Wissenschaft werden kann und werden 
wird. — Die Zahl der in kur- und königl. sächsischen Hof-, Staats- 
und ^lilitiiirdiensten gestandenen, zu hohem Ansehen und zu Ehren- 
stellen gelangten Glieder der Familie ist zu gross, als dass hier aus 
so grosser Zahl Einzelne hervorgehoben und genannt werden könnten. 
Kur über die gräfliche Linie mag in der Kürze Folgendes hier eiitöli 



— 287 — 

Platz finden. Der Empfänger des Grafendiploms: Graf Johann Fried- 
rich, geb. 1691 und gest. 1762, s. oben, ein Sohn des 1659 geborenen 
und 1696 verstorbenen Hans Haubold v. Schönberg auf Berthelsdorf 
und Nieder-Ottendorl', Fürstl. Pfalz- V^eldenzischer Hofraths, aus der 
Ehe mit Erdmuthe v. Gt)etz a. d. H. Hohen-Bucka, geb. 1670, verm. 
1689 und gest 1720, und Enkel des Wolf George v. S., Herrn auf 
Pulsnitz , verm. mit Ursula Margaretha v. Ponikau — war zweimal 
vermählt: in erster Ehe mit Caroline Eleonore v. Bünau a. d. H. Pü- 
,chau, geb. 1692, verm. 1717 und gest. 1718 und in zweiter mit So- 
phie Magdalene v. Kalitsch a. d. H. Dobritz, geb. 1700, verm. 1723 
und gest. 1749. Aus der zweiten Ehe stammten zwei Söhne, die 
Grafen Gottlob Ludwig und Adolph Heinrich. Letzterer, Graf Adolph 
Heinrich, geb. 1734 und gest. 1795, kursächs. Conferenz-Minister 
und w. Geh. Bath, auch ehemaliger erster Botschafter bei den Wahlen 
der KK. Leopold IL und Franz IL, war in kinderloser Ehe vermählt 
mit Sophie Henriette Auguste v. Zanthier, verwittw. Frau v. Bünau, 
Herrin auf Mutschcn und Cannewitz, geb. 1729, verm. in zweiter 
Ehe 1781 und lebte noch nach 18(X). Der ältere Bruder des Grafen 
Adolph Heinrich: Graf Gottlob Ludwig, geb. 1726, vormaliger k. 
franz. General-Lieutenant und Inhaber eines Dragoner-Regiments, 
starb zu Eisenach 12. April 1796 und schloss die reichsgräfiiche Linie 
des Geschlechts. 

PeckejisUin, Thcatr. Saxoa., 1. S. 54 — 58. — Albini Histor. des (ir. v. Werthern, S. 70 and 
Desselben Mei.sAeniirhe Chronik. S. 34(». — P. H. Sagittarius , de Spl«*ndore fainilao SohoenlKT^cae, 
AltcnbufK: 1B76; sechs Bogen. — Joh. Chr. Ormrii Schrtnbergische EhreniWalo. Grtrliti 1677. i Bof^«a. 
— H I). V. Schdnbe.ry, Alter, Stamm und hergebrachter, guter Ruhm d(»» Gcsrhlcchts von Schönberg 
in Meissen, 1679: in Val. K<inig, Bd. II, — Abelii Samm^irthani Eloginm illustr. gentis Schoenberg., 
u. s, w. .lenae, 16SH). S. 289- 268. — Ktuiuth, S. 568 — 71. — F. Sehaltzii Laudatio gcatis Schoett» 
bfrgensis. Chemnitz 1700. — Seifert, Adel. Ahnentafel. Tab. 34. — Sinapitu, I. S. 834. — Valentin 
Klinig, II. S. 83ä-1080. — Oauhe, I. S. 2156—2*06. — Zedier, 85. S. 660 — 754. — Dienetnann, 
S. 342, nr, 47. -i- Schi)ttgen u. Kreysig, diplom. und curieuse Nachlese, II. S. 287—306. — Weinart^ 
Literat, der Sachs. Ot^chichte II. S. 627 — 31: viele die Familie betreffende, kleine (ielegenheitsgÄ- 
schichten. — v. Uechtritt, Geschlechts - Eniählungen , 1. Tab. 66 u. 57 und De>selben diplom. Nachr. 
n. S. IIJ) -42: die Linie Rolh-Schönberg von 16iU— 1767 und III. S. 200—14. — Jacob i , 1800, II. 
S. 330: Gr. v. S. - Freih. v. I^edebur , U. S. 3yt; u. 97. — SUbinacher , I. 152: v. Schönberg, 
Melssnisch und HU, ebenfalls Meissnlsch. — v. Meding , I. S. 533 u. 34: v. S. und IL S. 627—20: 
Gr. V. 8. — Tyrojf, II. 126: Gr. v. S. — W. B. d. Sachs. Staaten, IX. 69. 

Schönberg; Frelh. v. Bibran und Modlan (Schild ge viert, mit 
]Mittelschildo. Im goldenen Mittelschilde der von Roth imd Grün 
quergetheiltc Löwe des v. Schönbergischen Stammwappens. 1 in 
Blau ein schräg links gelegtes, blosses Schwert; 2 und 3 in Roth ein 
einwärts gekehrter, doppelt geschweifter, goldener Löwe und 4 in 
Gold ein die Sachsen rechtskehrender, ganzer, schwarzer Adlersflug). 
Von dem alten, schlesischen Adelsgeschlechte v. Bibran, s. den Artikel: 
Bibran und Modlau, Freiherren, Bd. I. S. 412 u. 13, blühte die Linie 
zu Modlau am längsten. Dieselbe erlosch im Mannsstammc 16. Nov. 
1828 mit David Heinrich Freiherrn v. Bibran -Modlau, Landschafts- 
Director im Fürstenthume Schweidnitz-Jauer, Herrn auf Modlau, 
Alten lohm und Primkenau u. s. w. Derselbe hinterliess nur drei 
Töchter, welche durch Vermählung in die Familien v. Kölichen, 
Block und Schönberg kamen. Nach Erlöschen des Bibran - Modlau- 
schen Mannsstammes verband der Gemahl der ältesten Erbtochter, 
der k. preuss. Kammerherr v. Kölichen, mit königl. Erlaubniss Namen 



— 288 — 

und Wappen der Freiherren r. Bibran und Modlau mit seinem ange- 
stammten Namen und Wappen, doch »tarb derselbe schon 1833 ohne 
männliche I^achkommen und nur mit Hinterlassung einer später an 
Louis Freih. v. Senden vermählten Tochter, worauf Egon Heinrich 
Gustav V. Schönberg, Herr auf Griessmannsdorf, k. sächs. Kammerherr, 
als Gemahl einer der Erbtöchter, mit königl. preuss. Genehmigung 
vom 19. Mai 1836 und königl. sächs. von demselben Jahre zu seinem 
angestammten K'amen und Wappen der Freiherren v. Bibran und 
Modlau fügte. 

Handschrift!. Notizen. — W. B. d. Sachs. Staaten, II. 30. 

Schöuberg-Poetting (Schild ge viert, mit Mittclschilde. Im gol- 
denen Mittelschilde der von Roth und Grün quergetheilte Löwe des 
Schönbergischen Stammes. 1 u. 4 in Roth ein entzwei geschnittenes, 
goldenes, unter sich gekehrtes Hufeisen, zwischen welchem zwei gol- 
dene, ins Andreaskreuz gelegte Nägel schweben und 2 und 3 eben- 
falls in Roth ein nach der rechten Seite springendes, silbernes Wind- 
spiel mit goldenem Halsbande). — Rudolph Wilhelm v. Schönberg, k. 
sächs. Major in d. A. und Lands tallmeister, erhielt 20. März 1843 vom 
Könige Friedrich August IL von Sachsen für sich und seine Nach- 
kommen die Erlaubniss, Namen und Wappen des alten böhmisch- 
österreich. Freiherren-Ge.schlechts v. Pötting, s. den Ai'tikel: Pötting, 
Poetting V. Persing, auch Freiherren und Grafen, Bd. VIT. S. 198 u. 
99, zu seinem angestammten Namen und Wappen zu setzen. Der 
Stamm blühte fort und mehrere Sprossen desselben traten in die k. 
sächs. Armee: Carl Friedrich Rudolph v. Schöuberg-Poetting nahm 
als Oberlieutenant im 3. Schützen-Bataillon den Abschied und lebte 
dann zu Haselberg bei Berggicsshübel ; Gustav Bernhard v. S.-P. war 
1866 Hauptmann im 2. Infant. -Bataillon und Hans Ludwig v. S.-P. 
Hauptmann im 4. Jäger-Bataillon. 

Handschrift]. Notizen. — Dresdner Kalender znm Gebr. d. Residenz, 1847, S. 185. -- W. B. der 
SKchs. {Staaten: r. Sch^nberg-Pötting, 

Schönberg v. Hannricz. Kurplalzischer Adelsstand. Diplom vom 
4. Juli 1778 für Johann Caspar Schönberg, Sulzbachischen Landsassen 
von Haunriz, mit dem Prädicate: v. Haunriz. — Der Sohn des Di- 
plomempfangers, Johann Caspar Schönberg v. Haunriz, geb. 1798, 
wurde, nach Anlegung der Adelsmatrikcl des Kgr. Bayern, in die- 
selbe eingetragen. 

V. Lang, S. 537. — W. B. d. Kg:r. Bayern, HII. 59. 

Schrmbom, Freiherren und Grafen (Stamm wappen: in Roth ein 
silberner Schildesfuss mit drei kleinen, in das Ilothe steigenden Spitzen, 
aufweichen nach rechts ein gekrön t.er, doppelt geschweifter, leopar- 
dirter, goldener Löwe schreitet). Beichsfreiherrn- und Grafenstand. 
Freiherrndiplom vom 29. Nov. 1663 für Philipp Erwein v. Schönbom 
für sich und seine Nachkommen, welches Diplom 2. Juli 1697 auf 
alle Glieder der Familie ausgedehnt wurde, unter der Begnadigung 
mit dem erblichen kaiserlichen Ober-Comitiv u. s. w. und mit Ver- 
leihung des £rb-Schenckon-Amt8 von Kurmainz und Gratendiplom 



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Tom 15. August 1701 fiir den Sohn des Freiherrn Philipp Erwein: 
Melchior Friedrich Freiherm v. Schönborn , mit seinen Brüdern (von 
welchen Lothar Finanz, geb. 1655 und gest. 1729, 1693 Fürstbischof 
SU Bamberg und 1695 Kurfürst von Mainz wurde) mit späterer Er- 
langung, in Folge eines Erb Vertrags von 1711 mit dem letzten Graten 
von Puchheim, oder Buchheim, Bischofs zu Neustadt, des K^amens und 
"Wappens des Letzteren und des Erbtruchsessen-Amtes in Oesterreich 
ob und unter der Enns. — Altes, ursprünglich dem Westcrlande an- 
^höriges, auf dem Westerwalde und am Bheine, namentlich in dem 
reichsritterschafllichen Canton Ober -Rhein, angesessenes Adelsgc- 
schlecht, welches zu hohem Ansehen und grossem Güterbesitze in 
Franken, Oesterreich, Böhmen, Steiermark, Ungarn u. s. w. gelangte. 
Die Rittermässigkeit des Stammes ist schon aus der zweiten Hälfte 
des 12. Jahrh. durch Urkunden hinreichend bestätigt und geistliche 
Wahl-Staaten boten später sehr reiche Gelegenheit, die Ehre, den 
Ruhm und den Reichthum der Familie mehr und mehr zu fördern. — 
Der ältere Sohn Georgs v. Schönbom, Johann Philipp, geb. 1605 und 
gest. 1673, war seit J 642 Fürstbischof von Würzburg, seit 1647 Kur- 
fürst von Mainz und seit 1665 Fürstbischof zu Worms und der Bru- 
der desselben, Philipp Erwein, s. oben, geb. 1607 und gest 1T568, 
brachte, wie angegeben, den Freiherrnstand in die Familie, in welche 
später durch den Sohn desselben, Melchior Friedrich, s. oben, wie er- 
wähnt, auch der Grafenstand gelangte, (rraf Melchior Friedrich, geb. 
1644 und gest. 1717, wurde in der Ehe mit einer Freiin v. Boinebui'g 
Yater von eil f Söhnen und tunf Töchtern. Zw^ei der Söhne, Graf Ru- 
dolph Franz Erwein und Graf Anselm, Franz, setzten den Stamm fort, 
von den übrigen war Friedricli Carl, geb. 1674 und gast. 1746, von 
1705 — 1734 Reichsvicekanzler, von 1729 aber Fürstbischof von Bam- 
berg und Würzburg und seit 1718 Herr der Gräflich Puchheimischen 
Besitzungen, welche derselbe mit dem Erbtruchsessen-Amte in Oester- 
reich auf seinen oben genannten Bruder, Rudolph Franz Erwein, ver- 
erbte; Johann Philipp, geb 1673 und gest. 1724, wurde 1719 Fürst- 
bischof von AVürzburg; Franz Georg, geb. 1682 und gest. 1743, 
1729 Kurfüi-st von Trier, 1732 Fürstbischof zu Elwangen und 1732 
Fürstbischof zu Worms; Damian Hugo, geb. 1676 und gest. 1743, 
1715 Cardinal, 1719 Fürstbischof von Speier und 1722 Fürstbischot 
zu Constanz u. s. w. — Die den Stamm fortsetzenden zwei Söhne des 
Melchior Friedrich, Rudolph Franz Erwein und Anselm Franz, ginift- 
deten zwei Linien des gräflichen Hauses : Ersterer die noch in drei 
Aesten blühende Rudolphische, Letzterer die am 25. Juli 1801 mit 
Eugen Franz Erwein im Mannsstamme ausgegangene Anseimische 
Linie, welche letztere früher auch als Österreich-ungarischer Ast des 
Hauses aufgeführt wurde , die später an den Wiesentheidschen Ast 
der Rudolphischen Linie gekommene Herrschalt Hcussenstamm inne 
hatte und nach derselben : SchÖnbom-Heussenstamm genannt wurde. 
— Von der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. an gelangte die Familie 
auch in Franken, besonders durch die aus derselben entsprossenen 
Piirstbischöfe zu Würzburg und Bamberg, zu vielen und grossen Be- 

Kneschke, Deatsch.Adels-Lex.VIII. X9 



— 290 - 

Bitzungen. Die Reichsstandßchall erhielt das Geschlecht zuerst durch 
Erwerb des Stammhauses der rcichsständisch gewesenen Herren v. 
Reicheisberg. Kurfürst und Fürstbischof Johann Philipp, s. oben, 
überliess 1671 den fünf Söhnen seines Bruders, des Freiherrn Philipp 
Erwein , das Reicheisbergische Stammhaus nebst Zubehör als Manns- 
lehn dergestalt, dass sie nicht nur den Titel: Herren zu Reicheisberg, 
sondern auch die Reicheisbergische Stimme auf Reichs - und Kreis- 
Conventen auf der Fränkischen Grafen- und Herrenbank führen 
sollten, während die Reicheisbergischen Reichs- und Kreislasten, 
nach wie Tor, von Würaburg getragen wurden und K. Leopold I. 
empfahl noch in demselben Jahre der Reichs Versammlung die Zulas- 
sung dieser Freiherren v. Schönborn zu Sitz und Stimme auf der 
Fränkischen Grafenbank, welche bald nachher denselben auch zuge- 
standen wurde. 1701 kam durch Vermählung die reichsständische 
Heürrschall Wiesen theid an das Schönbomsche Haus und Kurfürst 
und Fürstbischof Lothar Franz erhielt 1728 vom K. Carl VI. für sich 
und seine Familie als Geschenk die Herrschaft Munkats in Ungarn 
mit Ausschluss der Festung. Ausser dem schon angeführten Erb- 
truchsessen-Amte in Oesterreich erlangte das Haus Schönborn unter 
Philipp Erwein auch das Erbschenken-Amt des Erzstifts Mainz und 
das Erbtruchsessen-Amt des Hochstifts Würzburg. Die Herrschaft 
Wiesentheid wurde 1806 durch die rheinischen Bundesacte standes- 
herrlich der Krone Bayern untergeordnet. — Die jetzt blühende 
Rudolphische Linie hiess sonst gewöhnlich die fränkische zu Wiesen- 
theid. Der Stiller derselben, Graf Rudolj)h Franz Erwein, geb. 1677 
und gest.^ 1754, kam 1701 durch Vermählung mit Maria Eleonore 
Grf. V. Hatzfeldt-Gleichen, Wittwe und Erbin des Johann Otto Grafen 
v. Dernbach, in den Besitz der reichsständischen Herrschaft Wiesent- 
heid, wodurch derselbe seiner Linie insbesondere ein zweites Stimm- 
recht bei dem fränkischen Kreise: das auf Wiesentheid ruhende Sitz- 
und Stimmrecht im fränkischen Grafencollegium (das Reichelsberger 
stand beiden Linien zu) erwarb. Durch das Testament des Fürsten 
Friedrich Cajetan v. Hatzfeldt-Gleichen, dessen Mutter eine Schwester 
des Grafen Hugo Damian Erwein v. Schönborn war, erhielt diese 
Linie 1794 die AUodial-Güter des Ersteren, die böhmischen Herr- 
schaften Lukawitz und Dlaschkowitz (Lukavic und Dlazkovic) und 
folgte 1801, nach Erlöschen der Anseimischen Linie, in den sämmfc- 
lichen, von derselben iune gehabten Österreich - ungarischen Fidei- 
commiss-Herrschaften. Der damalige Chef des Hauses, Graf Hugo 
Damian Erwein, überliess bereits 1802 dem älteren Sohne, Fran«, 
die Herrschaften der ausgestorbenen Anselmischcn Linie und 1807 
die fränkischen etc. Herrschaften dem zweiten Sohne Ei'wein. Nach- 
dem aber der dritte Sohn, Friedrich, 1809 als Domicellar von Mainz, 
Trier und Speier resignirt hatte, theilten, nach dem Tode des Vaters, 
die drei Brüder so, dass der ältere, Franz, die Herrschaften in Oester- 
reich, Steiermark und Ungarn, der mittlere, Erwein, jene in Franken 
nebst Heussenstamm und der jüngere, Friedrich, die Herrschaften in 
Böhmen erhielt Dem Alter dieser drei Brüder gemäss führte auch 



— 291 — 

Klüber im Grenealogischen Staatshandbuche Schönborn -Buchheim al« 
älteren, Schönborn- Wiesenthoid als mittleren und Schönborn-Lukawitz 
als jüngeren Zweig des Hauses auf, doch führen jetzt die gothaischen 
Genealogischen Taschenbb. Schönborn -Wiesenthoid als älteren und 
Schönbom-Buchheim als mittleren Ast auf. — Alle drei Zweige oder 
Aeste des Hauses besitzen übrigens das Indigenat in allen k. k. öster- 
reichischen Erblanden und die Häupter derselben führen auch mit im 
•Titel, als Familienfideicommissarische Successionsberechtigte, die Be- 
sitzungen der beiden anderen Zweige. — Die genealogischen Ver- 
hältnisse der Budolphischen Linie ergeben in Bezug auf alle drei 
Aeste die sehr übersichtlichen Ahnentafeln, welche sich in dem Werke: 
Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart finden, aufweiche Tafeln hier ver- 
wiesen werden muss. — Aus dem neuesten Personalbestande sei Fol- 
gendes angeführt: Haupt des älteren Astes Schönborn -Wiesentheid 
ist (nachdem vor einigen Jahren Graf Erwein, geb. 1805 — Sohn des 
1776 geborenen und 1840 verstorbenen Grafen Franz Erwein Damian 
Joseph , k. k. Kämmerers , Standesherm in Bayern etc. aus der Ehe 
mit Ferdinande Isabelle, Gräfin v. Westphalen, geb. 1781, verm. 
1802 und gest. 18 Ki — Herr der Herrschaften Wiesentheid, Zeititz- 
heim, Krombach etc., Mitglied der Kammer der Reichsräthe des Kgr. 
Bayern, verm. 1833 mit Sophie Grf zu Eltz, geb. 1814, ohne Nach- 
kommen gestorben ist) der Bruder des Grafen Erwein: Graf Clemens, 
geb. 1810, Mitglied der Kammer der Reichsräthe der Krone Bayern, 
Major a la suite in der k. bayer. Armee, verm. 1838 mit Irene Grf. 
Battyany, geb. 1812, aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, drei 
Söhne stammen, die Grafen: Erwein, geb. 1842, Arthur, geb. 1846 
und Friedrich, geb. 1847. Die Schwester des Grafen Clemens, Grf. 
Maria, geb. 1809, vermählte sich 1840 mit Maximilian Freiherm v. 
Loa, k. preuss. Kammerherm und Landrath. — Haupt des mittleren 
Astes: Schönbom-Buchheim, ist: Graf Erwin Friedrich Carl, geb. 
1842 — Sohn des 1803 geborenen und 1855 verstorbenen Grafen 
Carl Eduard, k. k. Geh. Raths imd Kämmerers, Besitzers der Herr- 
schaft Schönborn, Wegerburg, Mautern, Arnfels, Domegg, Schmim- 
berg, Munkats u. Szent-Midos etc., Oberst-Erblandtruchs. im Erzherz. 
Oesterrcich und erbl. Obergespan des Beregher-Comitats, aus der 
Ehe mit Anna Grf v. Bolza, geb. 1806 und verm. 1833 und Enkel 
des 1768 geborenen und 1841 verstorbenen Graten Franz Philipp, k. 
k» w. Geh. Raths und Kämmerers, Oberstlieutenants in d. A., verm. 
1789 mit Maria Sophie Antonie Grf v. d. Leyen u. Hohengeroldegg, 
geb. 1769 und gest 1834. Von den vier Schwestern des Grafen 
Erwin Friedrich Carl vermählte sich die ältere: Grf Maria Anna, 
geh. 1836, 1855 mit Franz Grafen Schaafgotsche, k. k. Kämmerer 
und Major. — Von dem Bruder des Grafen Carl Eduard, geb. 1790 
und gest. 1841, entsprossten aus der Ehe mit Emestine Grf v.Küen- 
burg, geb. 1800 und verm. 1824, neben drei Töchtern, zwei Söhne: 
Graf Erwin Damian Hugo, geb. 1791, k. k. Kämmerer, folgte seinem 
1841 verstorbenen Bruder, dem Grafen Carl Theodor, und trat die 
Herrschaften 1844 seinem Bruder, dem Grafen Carl Eduard, s. oben, 

19* 



— 292 — 

ab. — Dss Haupt des jüngeren oder böhmischen Astes ist: Graf Er- 
wein Damian Hugo, geb. 1812 — Sohn des 1781 geborenen u. 1849 
verstorbeneu Graten Friedrich Carl Joseph, k. k. w. Geh. Ratha und 
Kämmerers, aus der Ehe mit Auua Freiin v. Kerpen, geb. 1784 und 
verm. 1811 und Enkel des Graten Hugo Damian Erwein Franz, 
Wieseutheider Astes, geb. 1738 und gest. 1817, k. k. w. G^h. Kaths 
und Kämmerers, gemcinschatllichen Stammvaters der drei jetzigen 
Zweige des Hauses — verm. 1763 mit Maria Anna Grf. v. Stadion* 
Thannhausen, geb. 1746 u. gest. 1817. — Besitzer der Fideicommisa- 
Herrschatten und Güter Lukavic, Prichovic, Prestic, Malesic und 
Kosolup im pilseuer, sowie der Herrschaft Dlazkovic im leitmeritzer 
Kreise, verm. 1839 mit Christine Grf. v. Brühl, aus welcher Ehe, 
neben vier Töchtern, vier Söhne entsprossten, die Grafen: Carl, geb. 
1840, k. k. Lieutenant in d. A., Friedrich, geb. 1841, Franz, geb. 
1844 und Adalbert, geb. 1854. 

Ifnhof, Lib. 8. c. 10. — DurchUurht. Wolt, Ausgr. von 1710. II. S. 602—10. — Stmhrofekt, 
Tab. 201 u. 2. — Hübn^r, III. Tab. OIW. — Freih. v. Hoheneck , 11, S. 382 u. 88. — J. P. di 
BAiinitza Progr. de insiirn. rev. «t col?. R. J. CV»raltibns de SchOnhorti. Würzb. 1736. — v. Haü- 
stcin, I. S. 511 u. olS. — Gauhn, I. S. 2210—12. — Zedier, 35. S. 767. — 68. — Bied^rmmm, 
Giafenhmiser, Tab. 10<)_'0'.).— Srüvfr, S. 474, .515. 5M, 61.5 u. a. v. a.o. — Jacobi, 1800, ü. S. 91, 

— v.Lang, S. 11.-- Schmutz, III. S.50«".. — AUpem. «ronftil. llandb. 1824. l. S. 776—79. — v. Scilla 
fehl, Ad«'l>-Srhi'nuit. 1. S. lOi— 10. — WViniar. Geneal.-histor.-stitbt. Alraanarh für 1882, S. 385—68. 

— Deufe«rhc Orafenh. d. (tcffonw. II. S. 403— 408.— Freih. v.Udebur, II. S. 397 u. 98. — Gothaisch. 
Hofcal. 1834. S. 201—204. 1840, S. 213 und 1H4H. S. 275 u. Ooth. gen. Taschenb. 18Ö9. S. 2(>4-«6. 
18«'.2. S. 274—76 u. 8(MJ. — Siebmacher, I. 133: v. Schttnborn . RhRinlandwch und V. 82: t. S., 
Frünkisch. — Suppl. zu Siebmachers \V. U. I. 3: Gr. v. S.-P. — W. B. d. Kgr. Bayorn, ü. 14 in* 
V. Wölckcrn-AbÜi. , 2 S. 26— 2i): Gr. v. 8.-W. 

Schönborn, Schönborner v. und zu Schönbom und ZioBendorl^ 
Ritter. Böhmischer Kitterstand. Diplom von 1629 für Georg Schön- 
borner , Schönborn , Grätl. Öchatfgottschen Canzler und Syndicua S5U 
Glogau, sowie königl. Fiscal in Schlesien. Derselbe, geb. 1579 za 
Hartmannsdorf im Freistädtschen, zu seiner Zeit als Jurist und Poli- 
tiker bekannt, war zuerst Gräti. HohenzoUerscher, dann Gräfl. Schaff- 
gottscher und endlich kaiserl. w. Rath, Comes Palatinus und Ober- 
fiscal in Schlesien und in der Lausitz und starb 1637 mit Hinter- 
lassung von zwei Sölinen. Die Familie sass 1624 und noch 1630 zu 
Schönbrunn und Ziesendorff im Freistädtschen und war dann noch 
1720 zu Buchwald und Parchau im Saganschen begütert. 

Sinapius, II. S. 977 u. 78. — Gauhe, I. S. 221«. ^ Zedier, 35. S. 75.5 u. 56. — Freik, 9, 
Udebur, U. S. 3;>8. 

Schönborn, Schönburn. Altes Görlitzer Stadt geschlecht, welche» 
1598 einen kaiserl. Wappenbrief erhielt. — Ein Geschlecht diesem 
Namens besass im 14. Jahrh. das heutige Schönbrunn, scheint aber 
nur ein Zweig derer v. Grossdorff gewesen i^u sein , da Heinrich v. 
Grossdorff zu SchÖuborn, welcher 1403 und Heinrich SchÖnbom, 
welcher 1410 in den Görlitzcr Amts- und Ladebüchern vorkommt^ 
wohl eine und dieselbe Person sind. 

Freih. v. Ledehur, H. S. 3U8. 

Schönborn (in Blau ein goldener Springbrunnen, aus welcheia 
zwei Wasserstrahlen bogenförmig hervorgehen und auf dem gekrönten 
Helme ein aufwachsender Mann, welcher in der Rechten einen Becher 
hält, aus welchem Wasser tiiosst). Adelsstand des Grossherzogthama 



— 293 — 

Warschau, im Kgr. Prcuspen anerkannt. Adelsdiplom von 1812 vom 
Könige Friedrich AnguBt I. von Sachsen, als Grossherzog von Warschau, 
för Martin Schönbom, Kaufmann zu Graudenz und Besitzer der Herr- 
schaft, Ostrometzko und preussischer Seits anerkannt 1829. — Ein in 
Wesipreussen mit sehr ansehnlichen Gütern noch angesessenes Adels- 
geschlecht, welches nach Raucr 1857 zu Ostrometzko (Majorat) und 
Wronie im Kr. Kulm, Gross-EUerwitz im Kr. Graudenz, !Neudorf im 
Kr. Strassburg und Wardengowo und Ossetno im Kr. Loebau sass. 

Frtih. V. Ledebur, m. S. 398. 

« Schönbrunn, Freiherren. Ein gegen Glitte des 18. Jahrh. in 

Bayern vorgekommenes freiherrliches Geschlecht. 

Ranft, geneal. histor. Nachrichten, Bd. UI. S. 469. — Sedier, 85. S. 765. 

Schoenbnchel , Grafen. Altes Grafengeschlecht, welches früher 
in Steiermark die Herrschaft Monsberg besass. 

SekmutM, m. S. 606. 

^ Scbönbnrg, Grafen nnd Herren nnd Fürsten (Schild von Roth 

und Silber vierfach schrägrechts getheilt. Auf dem gekrönten Helme 
steht ein offener Adlersflug, welcher nach Art des Schildes am rechten 
Flügel schräglinks, am linken Flügel schrägrechts gestreift ist). 
Reichsgrafen- und Fürstenstand. Erneuertes Grafendiplom vom 7. 
August 1700 für das gesammte Haus Schönburg. (Genaueres über 
das Diplom s. unten) und Reichsfürstendiplom vom 9. Oct. 1790 für 
das Haus Stein oder Russdorf (später SchÖnburg-Waldenburg genannt) 
in der Person des Grafen Otto Carl Friedrich zu Hartenstein mit allen 
männlichen und weiblichen Nachkommen. — Altes, deutsches Dyna- 
stenhaus, dessen Ursprung nach den neuesten und gründlichsten For- 
schungen des Dr. CA. Tobias: Regestf»n des Hauses Schönburg vom 
urkundlichen Auftreten desselben bis 1326, Zittau 1865, sicher festzu- 
stellen noch nicht gelungen ist und auch schwerlich je gelingen dürfte, 
denselben mit diplomatischer Richtigkeit zu bestimmen. Wenn auch 
die Stammbäume der Familie selbst bis zu einer grauen Hohe zuiück- 
reichen, so ist doch, wie Dr. Tobias sehr richtig bemerkt, „solchen 
Quellen kein Gewicht beizulegen, da die Unhaltbarkeit ihrer Behaup- 
tungen sich sofort ergiebt. Dem Schönburgischen Stammbaume aber ist 
um so weniger Glauben zu schenken, als derselbe erst 1482 aus der 
Tradition angefertigt wurde und wie viele gedruckte und ungedruckte 
Urkunden darthun , nicht allein hinsichtlich der Hauptlinien , sondern 
hauptsächlich in Bezug auf die Nebenlinien , an vollständiger Unge- 
nauigkeit leidet. Ein besonderer Uebelstand stellt sich noch durch 
die höchst veränderliche Schreibart ein, indem man: Sconebure, Sco- 
nebere, Sconebert, Schonenbure, Schonenbere, Sonbure, Sumburg, Ssum- 
burk u. s. w. für eine und dieselbe Familie, oft schon in einer und 
derselben Urkunde verwechselt findet, so dass Schön bürg mit Schön- 
berg nicht selten willkürlich vermischt worden ist." Ehe aber die 
nur mit grosser Mühe und grossem Fleisse erlangten Bestimmungen 
des genannten neuesten Forschers über den Ursprung des Schönbur- 
gischen Hauses mitzutheilen sind, dürfte es wohl am Platze sein, die 



— 294 — 

Angaben einiger älteren Schrittst eil er anzugeben. Mit mehreren der- 
selben leitete Spener die Familie Ton den böhmi8chen Herzögen ab. 
Theobald II. — ein Enkel des 28. böhmischen Herzogs Wladislaus — 
erbaute das Schloss Schönbui*g und der Sohn desselben war Theo- 
bald III., der Enkel Theobald I V. und der Urenkel Hermann, welcher 
den Stamm weiter fortsetzte und 1300 starb. — Nach Ehrenfiied 
Geyer, der im Manuscripte eine Geschichte des Hauses Schönburg 
hinterliess, war Hermann, Herr zu Schönburg, welcher zu Glauchau 
lebte und 1182 das Kloster zu Geringswalde stiftete, der Stammvater 
des Geschlechts. Imhot* konnte Geyers Arbeit benutzen und theilt 
nach derselben die weitere Stammreihe, von Hermann an, mit Nach 
neueren Schriftstellern war Friedrich, Dynast in Schönburg — ein 
Nachkomme des von Geyer genannten Hermann — gest 1383, ein 
entfernter, Ernst aber, Herr zu Schönburg, Hartenstein, Glauchau, 
Waidenburg, Lichtenstein und Hohenstein, gest. 1534, der nächste 
gemeinschaftliche Stammvater der späteren und jetzigen Glieder des 
gesammten Hauses. — Bei der oben angedeuteten Unsicherheit der 
ältesten Geschichte des Schönburgschen Stammes hat Dr. Tobias, auf 
den nun wieder zurückzukehren ist, denselben nicht den bekannten 
genealogischen Nachrichten von der Familie angepasst, sondern sie in 
Form von Regesten in chronologischer Aufeinanderfolge gegeben, 
um schliesslich die Zusammenstellung auf dem Grunde dieser, mög- 
lichst sicheren, diplomatischen Nachweise zu gründen. — Bekannt 
ist, dass von älteren, wie von neueren Chronisten, der Ursprung des 
Hauses Schönburg aus den verschiedensten Gegenden und von ver- 
schiedenen Familien hergeleitet wird. Dass der Name von einem 
Schlosse, welches die Stammväter besessen, herrührt, ist nicht un- 
wahrscheinlich , da ja oft tapfere Heerführer von dem Besitzer ihrer 
Güter den Namen entlehnten, doch bleibt es hier fraglich, ob jenes 
Schloss, oder jene Burg, in Franken, oder Böhmen, oderMeissen, oder 
am Rhein gestanden hat. Je nachdem nun die eine, oder die andere 
dieser Besitzungen und Burgen als ürbesitzung angenommen wurde, 
entstanden die verschiedenen Ansichten über den Ursprung der Fa- 
milie. Dass eine gemeinschaftliche Abstammung der Familie v. Schön- 
burg und Schönberg bestehe, ist, bei aller Verwechselung der Namen, 
wegen Verschiedenheit der Wappen entschieden in Abrede zu stellen. 
Die mindeste Beachtung verdient die Ableitung der Herren v. Schön- 
burg von den Markgrafen der Lausitz und der Grafen v. Groitzsch 
und Leisnig, zu welcher sich Leuber (ap. Mencken, III. 1966) durch 
die Schönburgischen Besitzungen verleiten liess. Die Grafen v. 
Groitzsch besassen zwar Güter in der Nähe von Zwickau und Zwickau 
selbst, also an der Grenze der Schönburgischen Hen^chaften, aber 
nicht selbst Schönburgische Güter. Auch kann die Aehnlichkeit des 
Wappens der Grafen v. Groitzch und der SchÖnburger kein Grund 
für Leubers Annahme sein. Wenn übrigens in der Ableitung die 
Lausitz betont wird, so ist nicht ausser Acht zu lassen, dass die Fa- 
milie V. Schönburg, fast gleichzeitig mit ihrem diplomatischen Auf- 
treten, in der jetzigen Oberlausitz begütert erscheint, (s. die Schrift 



— 295 — 

des Dr. Tobias, Beg. 1234) und daher die Annahme mehrerer Stamm- 
besitzungen, vielleicht früher, oder später, sich doch noch beweisen 
lässt. Nach Spangenberg, Sachs. Chr. F. 19, stammen, wie Dr. To- 
bias angiebt, die Herren v. Schönburg von den alten Sennonen, welche 
ihren Namen von Senno, oder Sünno, dem Sohne des FrankenkÖnigs 
Reichmeyer haben, ab. Dieses aus Rom gewanderte Geschlecht habe 
bald nach Christi Geburt an der Mosel ein Schloss gebaut und diese 
Sennonersburg habe man später die Schonen oder „Schönburg" ge- 
nannt; K. Carl der Grosse aber, dankbar für die Dienste gegen die 
Sachsen, habe dem Geschlechte die Gegend um Glauchau als ein 
Fahnenlehen (Feuda militaria) geschenkt. Hier nun habe die Familie 
eine zweite Schönburg, das Schloss in Glauchau, errichtet Nun giebt 
es zwar am Rhein eine Burg, Schönburg, und dabei auch einen Lich- 
tenstein, welcher letztere 1280 zerstört wurde, aber ein Römerge- 
schlecht, Senno, kommt nirgends vor und ebenso wenig giebt Span- 
genberg einen Grund der Auswanderung an die Mosel an. Ueber- 
diess fehlt auch jeder Beweis dafür, dass das Schloss zu Glauchau 
jemals die Schönburg oder schöne Burg geheissen habe. — Andere 
machen das Geschlecht zu einem Zweige der ältesten Besitzer des 
Pleissenlandes und auch Köhler (histor. Münzbelust 1740, 5. Stk.), 
welcher die Abstammung, wie sie das erneuerte Grafendiplom dar- 
stellt, der Wahrheit gemäss beurtheilt, glaubt, dass die Herren v. 
Schönburg in der alten Reichsprovinz, dem Osterlande, entsprossen 
und darin nach und nach zu dem Besitze ihrer ansehnlichen Herr- 
schaften und Güter gelangt sind. Ferner wird auch der Ursprung 
der Familie Schönburg abgeleitet von der Burgwart Schönburg bei 
Naumburg. Zuerst begegnet man, von dieser Burg genannt, 1135, 
einem Sconenberg. Schon damals gehörte diese Burg zu den Domai- 
nen des Stifts Naumburg, in welcher die Bischöfe eine Besatzung 
unterhielten, so dass die von 1157 bis 1215 als Zeugen unterschrie- 
benen V. Sconenberg nur Burgvoigte sind, die im Dienste und in Le- 
henspflichten der Bischöfe standen, was auch von dem 1166 unter 
den nobilibus genannten Uderich v. Sconenberg und seinem Sohne, 
Berthold, gilt, von welchen verschieden in derselben Urkunde Volc- 
mar v. Sconeberg als Ministerialis aufgeführt wird. Sie waren nicht 
Besitzer der Schön bürg, obgleich sie jener Burg den Namen ver- 
dankten und vielleicht auch durch Kauf oder Heirath erbliche Besit- 
zungen erlangten. Aus mehrfachen, vom Dr. Tobias angeführten 
Gründen scheint zwischen bfeiden Familien ein verwandtschaftliches 
Verhältniss Statt gefunden zu haben und so behauptet denn der mehr- 
fach genannte neueste Forscher, mit den zuverlässigsten Schönburgi- 
schen Chronisten Eckardt, die Ableitung des Schönburgischen Hauses, 
von dieser Burgwart Schönburg, da, wie die Regesten zeigen, auch 
wirkliche Glieder des Schönburgischen Stammes sich Milites schrie- 
ben und nicht Nobiles, worauf man bisher entschiedenes Gewicht zu 
legen pflegte, während sich auch diese Schönburger nobiles nannten. 
Dass diese ursprünglichen Ministeriales zuvörderst in die Lausitz und 
dann vielleicht erst in die meissnischen Lande kamen, lässt sich 



— ?96 — 

durch die Regeöten von 1221 , 1234 und 1290 mit ziemlicher Sicher- 
Jieit folgen). Vielleicht lä^st sich doch noch einmal daö fdle Hypo- 
thesen entscheidende Wappen der Schönburger bei Naumburg auf- 
finden ! — Für die oben schon gedachte Abstammung der Scliönbur- 
ger von der Schönburg am Ehein spricht Valentin König, bezieht sie 
aber, ganz verworren, auf die Schönberge und vermuthet, dass das 
rheinisch-schönburgische Geschlecht in das Osterland versetzt worden 
und hier zu einer Pflege gekommen sei, in welches es, neben Glauchau 
(Schönburg), ein zweites Lichtenstein baute. — Die Familie v. Schön- 
burg selbst huldigt der Ableitung ihres Geschlechts von dem böhmi- 
schen Herzogs - und Königshause, wie dieselbe oben nach Spener und 
Andern angegeben worden ist. Dr. Tobias hat in seiner schätzbaren 
Schrift diese Ansicht und die in ihr enthaltenen historischen That- 
sachen , so weit sie für die Schönburger sprechen , bei Gelegenheit 
einer Urkunde von 1282 (S. 20 — 23) genau untersucht und beleuchtet 
— Noch sei erwähnt, dass böhmische Schriftsteller das Geschlecht 
der Schönburger durchgängig nicht ein böhmisches, sondern ein meis- 
sensches nennen und dass namentlich diese Abkunft diejenigen beto- 
nen, welche von dem Eindringen der Ausländer in Böhmen schreiben, 
z. B. unter König Johann von Böhmen, s. Baibin. Miscell. Y. 1. 49, 
Palacky II. 2. 20 u. s. w. — Was nun die weitere Fortpflanzung des 
Stammes anlangt, so bildeten sich durch die beiden Söhne Ernste, 8. 
oben, Hugo, gest. 1565 und Wolfgang, gest. 1531, zwei Hauptlinien. 
Der ältere, Hugo, stiftete die ältere, oder obere, oder Waldenbur- 
gische Linie, der jüngere, Wolfgang, die jüngere, oder untere, oder 
Fenigsche Hauptlinie. Die ältere, oder obere Hauptlinie schied sich 
durch vier Söhne Otto Ludwigs, eines Nachkommens Hugos, gesi 
1701, in vier Speciallinien. Georg Albrecht, der älteste Sohn, grün- 
dete die Linie zu Hartenstein, welche mit dem Grafen Friedrich Al- 
brecht IG. Dec. 1786 erloschen ist; Otto Wilhelm, der zweite Sohn, 
stiftete die Linie zu Lichtenstein, welche mit dem Grafen Wilhelm 
Heinrich 14. Aug. 1790 ausging; Ludwig Friedrich, der dritte Sohn, 
gest. 1661 die Linie zu Stein und Kussdorf, welche dauernd fortblühte 
und Christian Heinrich, der jüngste Sohn, die Linie zu Waidenburg, 
welche 1754 mit dem Grafen Christian August wieder ausstarb. — 
Die jüngere, oder untere Hfiuptlinie wurde durch Wolfgangs zwd 
Söhne, Wolfgang Ernst und Wolfgang Heinrich, in zwei Speciallinien 
getheilt: in die Rochsburg-Hinterglauchau-Remsasche und in die 
Penig -Vorder-G 1 auchau - Wechselburgisqjie. Die Bochsburg - Hinte?- 
glauchau - Bomi^aische Speciallinie umfasst die Nachkommenschaft 
Wilhelm Ernsts, welche indessen die Herrschaft Remsa (R^nodssau) 
verkaufte und zuletzt noch zwei Aeste : itochsburg und Hinterglau- 
chau bildete, von welchen der erste, ältere mit dem Grafen Heinrich 
Ernst 19. April 1825 im Mannsstamme erloschen ist, worauf Rochs- 
burg an den zweiten, jüngeren Ast kam. Die Penig- Vorderglauchau- 
Wechselburgische Speciallinie ergiebt die Nachkommenschaft des 
Grafen Wolfgang Heinrich und breitete sich ebenfalls in zwei Aesten 
aus, den Aesten zu Wechßelburg und zu Penig. Letzterer Ast ging 



— 297 — 

13. April 1763 mit dem Grafen August Friedrich au8, und die Be- 
sitzungen desselben fielen auf den ersteren Ast — Die Stammbesit- 
zimgen des Hauses, die Schönburgischen Recessherrschaften, liegen 
im Königreiche Sachsen, unter dessen Staatshoheit dieselben stehen 
und dem sie nun sämmtlich lehnbar sind, und zwar vorzüglich zwi- 
schen Meissen und dem Yoigtlande an der schneebergischen Mulde. 
Die Herrschaften Glauchau - Waidenburg und Lichtenstein erhielt 
früher das Haus Schönburg von Böhmen als Reichsafterlehen, da- 
gegen waren andere Besitzungen, namentlich die Niederherrschaft, 
oder spätere Grafschaft Hartenstein , welche vor 14Bl reichslehnbar 
war, nebst der Herrschaft Stein, kursächsische Landeslehen. Da» 
Haus Schönburg behauptete, dass alle diese Besitzungen, die Herr- 
schaft Stein eingeschlossen , reichs unmittelbare wären und dass ihm 
selbst die Landeshoheit gehöre — Kursachsen aber widersprach. 
Comitial listen der Eximirten von 1512 und 1548 gaben diese Besit- 
zungen als von Kursachsen eximirt an , doch fanden sich Glauchau 
und Waidenburg in der Reichsmatrikel vor, Schönburg entrichtete 
von denselben reichsmatricularmässig Römermonate und Kammer- 
2aele und stellte Truppen zum Reichsheere: Schönburg hatte, ohne 
eine reichsunmittelbare Graf- oder Herrschaft zu besitzen, Reichs- 
standschaft durch einfache Theilnahme an der reichsgräflich wetter- 
auischen Curiatstimme, w^ar also reichsständischgräflicher Personalist. 
Auch erkannte Kursachsen die Kreisstandschaft an und berief das 
Haus zu den obensächsischen Kreistagen. Ein Haupt- und Neben- 
Recess mit Kursachsen, Beide vom 4. Nov. 1740, hoben die Streitig- 
keiten über Reichsunmittelbarkeit und Landeshoheit, indem im Haupt- 
recesse der Rechtszustand der schönburgischen Herrschaften vergleichs- 
weise festgesetzt w'urde: die schönburgische Reichs- und Kreisstand- 
schaft und deren Ausübung w^urde von Kursachsen anerkannt und alle 
Gtsrechtsame festgeordnet. Im Neben-Recesse wurden dem Hause Schön- 
burg in Ansehung der Kursachsen lehnpflichtigen Herrschaften Har- 
tenstein und Stein, bis auf eine Abänderung hinsichtlich des Ertrags 
der Bergwerke, gleiche Rechte bewilligt, wie im Haupt-Recesse den 
böhmischen Lehnherrschaften. In und bei dem Teschner Frieden 
kamen 1779 die böhmischen Reichslehngerechtsame über Glauchau, 
Waidenburg und Lichtenstein an Pfalzbayern und von diesem an 
Kursachsen. 1806 hörte die Reichs- und Kreisstandschaft Schön- 
burgs auf, doch erlitten die Rechtsverhältnisse zum Königreiche 
Sachsen zur Zeit des Rheinbundes keine Veränderung. Auf dem 
Wiener Congresse wurde der Rechtszustand des Hauses Schönburg 
wiederholt besprochen. In einer, der Congrest*acte zugesetzten An- 
gabe der Rechte des Hauses Schönburg vom 18. Mai 1815 verpflich- 
tete sich die Krone Sachsen: die Vortheile und Rechte anzuerkennen, 
welche Schönburg im deutschen Bunde würden versichert werden, 
doch unbeschadet der Gerechtsame, welche Sachsen über dessen Be- 
sitzungen ausübe, so wie den Inhalt des Recesses vom 4. Mai 1740 
jederzeit und nach dessen ganzem Umfange zu halten und halten zu 
lasaen. Später bestimmte der Bund, 7. Aug. 1828, dass dem Hause 



— 298 — 

Schöllburg diofielben perHÖnlirheii und Familietirechte eingeräumt 
würden, welche den 1 bUG mediatisirten, vormals reichsständischen 
Familien zugesichert wären und durch einen, mit der königl. sächs. 
Regierung 9. Oct. 1835 geschlossenen Recess wurde demgemäss Alles 
festgesetzt, der Genuss der standesherrlichen Ehrenrechte, für die 
Häupter der fürstlichen Linien das Prädicat „Durchlaucht", für die 
der gräflichen „Erlaucht** anerkannt u. s. w. — Ausser den Herr- 
scbafltcn Glauchau, Waidenburg, Lichtenstein, Hartenstein und Stein 
besitzt das Hauf? Schönburg auch die Hen-schafben Penig, Rochsburg, 
Wechselburg, Remissau imd die Ziegelheimschen Gerichte im Kgr. 
Sachsen. Ausserdem besitzen einzelne Glieder oder Abtheilungen 
des Hauses Güter in Sachsen, Oesterreich, Preussen und Bayern, 
auch gehen dem Gesammthause Schönburg mehrere Rittergüter und 
Dörfer im Königr. Sachsen und Preussen , so wie im Altenburgischen 
zu Lehn. — Die ältere, oder obere Hauptlinie ist, wie angegeben, 
fürstlich und dauert nach dem Angeführten nur noch in der Nach- 
kommenschaft des Grafen Ludwig Friedrich, dem ehemaligen Hause 
zu Stein und Russdorf, fort. Dasselbe hat die Besitzungen der übri- 
gen Aeste nach und nach geerbt und mit den seinigen vereinigt, anch 
die Herrschaft Remissau angekauft. Aus dieser älteren Hauptlinie, 
welche die Erbtruchsessenwürde der Burggrafschaft Nürnberg ober- 
halb Gebirgs bekleidete, wurde Otto Ludwig mit seinen Vettern von 
der unteren Linie, Christian Ernst, gest. 1718 und Wolfgang Hein- 
rich, gest. 1704, 1709, s. oben, in dem Reichsgrafenstande, bestätigt 
und Otto Ludwigs Urenkel, Otto Carl Friedrich, 1790, s. ebenfalls 
oben, in den Reichsfürstenstand versetzt. — Die obere, oder fürstliche 
Hauptlinie blüht jetzt in zwei Speciallinien: Schönburg- Waidenburg 
und Schönburg Hartenstein, deren Sprossen Nachkommen des Fürsten 
Otto Carl Friedrich (s. oben) sind. Derselbe, geb. 1758 und gest. 
1800, hatte sich 1779 vermählt mit Henriette Grf. Reuss zu Köstritz, 
geb. 1755 und von den aus dieser Ehe stammenden Söhnen haben 
zwei den Stamm fortgesetzt, die Fürsten: Otto Victor und Heinrich 
Eduard. Füi-st Otto Victor, geb. 1785 und gest. 1859, Fürst zu 
Schönburg-Waldonburg, vermählte sich 1817 mit Prinzessin Thecla 
V. Schwarzburg-Rudolstadt, geb. 1795 und gest. 1861, aus welcher 
Ehe, neben drei Töchtern, vier Söhne entsprossten. Haupt der fürst- 
lichen Linie Schönburg- Waidenburg ist jetzt der älteste Sohn : Fürst 
Otto Friedrich, geb. 1819, k. k. Premier-Eittmeister a. D. verm. 1855 
mit Pamela Freiin Lubanska, geb. 1837, aus welcher Ehe zwei Söhne 
leben: Victor, geb. 1856 und Otto, geb. 1860. Die drei Bi-üder des 
Fürsten Otto Friedrich sind die Prinzen: Hugo, geb. 1822, k. preuss. 
Stabsofficier, Georg, geb. 1828, k. k. Major in d. A. und Ernst, geb. 
1836. — Fürst Heinrich Eduard, geb. 1787, Herr zu Hartenstein — 
Sohn des Fürsten Otto Carl Friedrich, s. oben — k. k. w. Geh. Rath, 
Besitzer der Herrsch. Czemowicz, Rothlhotta und Budislaw, ver- 
mählte sich in erster Ehe mit Pauline Prinzessin v. Schwarzenberg, 
gest. 1821 und in zweiter 1823 mit der Schwester der vorigen, Aloise 
Prinzessin v. Schwarzenberg, geb. 1803. Aus der zweiten Ehe stammt 



- 299 — 

Prinz Alexander, geb. 1826, k. k. Kämm., a. o. Gesandter und bevoll- 
mächtigter Minister am k. bayer. Hole, vorm. 1855 mit Caroline Prin- 
zessin V. Lichtenstein, geb. 1836, aus welcher Ehe, neben zwei Töch- 
tern, ein Sohn entspross, Aloys, geb. 1858. — Die untere, gräfliche 
Linie des Hauses Schönburg, über deren Ent^itehung und Eintheilung 
oben schon Näheres mitgetheilt worden ist, blüht in den zwei Special- 
linien : Schönburg-Glauehau mitSchönburg-Rochsburg und Schönburg- 
Glauehau, Penig und Wechselburg. — Haupt der Special-Linie Schön- 
burg-Glauehau mit Schönburg -Rochsburg ist: Graf Heinrich , geb. 
1794 — Sohn des 1762 geborenen und 1842 verstorbenen Grafen 
Ludwig, Herrn der Herrschaft Hinter-Glauchau und Mitbesitzer der 
Herrschaft Rochsburg, k. bayer. General-Major, aus der Ehe mit 
Ferdinandine Grf. zu Hochberg -Rohnstock, geb. 1767, verm. 1789 
und gest. 1836 und Enkel des 1722 geborenen und 1799 verstorbe- 
nen Grafen Albert Christian Ernst, Stifters des früheren Astes Hinter- 
Glauchau, Grafen zu Hinter-Glauchau, k. k. w. Geh. Raths und Senior 
des ganzen Stammes, in zweiter Ehe verm. 1757 mit Magdalene 
Franzisca Elisabeth Grf. v. Schön burg-Wechselburg, geb. 1727 und 
gest. 1772 — alleiniger Besitzer der Recessherrschaft Hinter- 
Glauchau und Mitbesitzer der Lehens-Herrschaft Rochsburg, verm. 
1820 mit Clementine Prinzessin v. Schönburg- Waidenburg, geb. 1789, 
aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Grf. Elisabeth, geb. 1821, zwei 
Söhne stammen: Erbgraf Friedrich , geb. 1823, k. pr. Premier-Lieut. 
a. D. , Besitzer der Herrschaft Hörberg in Steiermark, verm. 1852 
mit Gabriele Prinzessin v. Windisch-Graetz, geb. 1824 und Graf Cle- 
mens, geb. 1829, k. pr. See-Lieutenant a la suite d. Armee, verm. 
1856 mit Ottilie Prinzessin v. Schönburg- Waidenburg, geb. 1830. — 
Der Bruder des Grafen Heinrich, Graf Ernst, geb. 1800, ist Mitbe 
ßitzer der Lehensherrschaft Rochsburg. — Haupt der Speciallinie 
Schönburg-Glauehau, Penig und Wechselburg ist: GrafAlban, geb. 
1804 — Sohn des 1762 geborenen und 1815 verstorbenen Grafen 
Wilhelm Albrecht Heinrich, k. sächs. Geh. Raths, aus zweiter Ehe 
mit Albertine Grf. v. Warteusieben, geb. 1775 und Enkel des 1729 
geborenen und nach 1800 verstorbeneu Grafen Carl Heinrich, kur- 
sächsicheu Geh. Raths, verm. 1756 mit Christiane Wilhelmine Grf. 
V. Einsiedel, geb. 1726 — aus welcher Ehe, neben drei vermählten 
Töchtern und unter ihnen Grf. Ida verm. 1853 mit Fiiedrich Ludwig 
Bernhard v. Fabrice, k. sächs. Rittmeister, geblieben 1866 bei Git- 
schin, ein Sohn entspross: Graf Carl, geb. 1832, k. k. Rittmeister 
in d. A. 

J. M. Sagittatiua, de splendore ftimil. Schocnburg., Altrnb. 1676. — M. Seh, Angerg, Insign. 
Schoenbur^ica declarata. Deutsch. Altenb. 1678. — Imhof, üb. 6, c. 11. — Avemann, S. 229. — 
Durchlaucht. Welt, Ausg. von 1710. U. S. 170—188. — HCbner, 11. Tab. 653—60. — Zedier, 35. 
S. 766 — 77. — J. Vogel, Schönburgrisches Stumnregistcr aus dem SchOnburg. Archiv, guten Hiato- 
ricis und in eigenen Wissenschaften von 930—1668 zusammengetragen in Krepigs Beitrügen zur Hi- 
storie dei sächs. Lande, III. S. 69^-90. — F. L. Anzeige einiger Materialien zur historisch -^tatist.- 
publicist. Kenntniss des Hauses Sch^nburg, in: Weisses Museum fUr die sHchsische Geschichte, II. 2. 
Stck. S. 148—76. — Jaeobi, 1800. I. 8. 604—506 und II. S. 20—23. — Allgem. geneal. und Staats- 
taandbuch, I. S. 779- H3. — Masch, S. 154 u. 65. — Geneal .-histor.-statUt. Almanach für lb82. Wei- 
mar, 8. 888—93. — Deutsche Grafenh. d. Oegenw. 11. 8. 409—13. — Goth. Hoflulender und geneal. 
Taschenb. 1825, S. 132—186. Ib86. S. 222. 1S48. S. 212. 1862. S. 209 u. 210 u. S. 276—78 u. 1866. 
ßiebmacher, I. 81: v. Schönburg und Glauch. Haiten»tein, Herren. — Tyroff. U. 11: FUrst und Gr. 
T. S. — W. B. der. säch». Staaten, I. 9: FUnten r. 8. n. 1. 44: Graf. t. 8. 



— 300 — 

Schönebeck, 8on»t Schönebeck , genannt Onmnnde (in Blau ein 
auH der linken 8childesseite hervorkommender, gehamiöchter, vom 
Ellbogen ab aufwärts gekehrter, linker Arm, der in der Hand zwi- 
schen Daumen und Zeigefinger einen goldenen Ring, worin ein Rubin 
ist, in die Höhe hält). AlteH, bremensche» Adelßgej^chlecbt, welches 
um 1500 das Erbirohnamt und 1566 das Erbkämmereramt im Her- 
zogthume Ri*emen erliiolt. Dasselbe sass bereits 1330 zu Schönebeck 
an der Weser und 1399 zu Lesum, und sass zu Schönebeck noch 
1596 und zu Xührstedt noch 1708. — In älterer Zeit war da» Ge- 
schlecht auch im Isieder-Stilte Münster, namentlich um 1358 zu 
Wachmede im Kirchspiele Haselunne, angesessen. 

Muthard, S. 420. — GavÄe, I. S. 22S3. — Zedlfr, 85. S. M7. — K9hUr, von Erbttnd. Hof- 
«eistcr-Aemtern, S. 62 u. 66. — Freih. v. Ledehur, U. S. 399. — Siebmacher, I. 186: t. Schtfnen- 
becke, Brannsch-vreigisch. — v. Meding, I. S. 537. 

Schönebeck, Schönebeck (nach älteren Siegeln im Schilde zwei 
oder drei Querbalken, oder eine Balkentheilung). Altes, zu dem 
Adel im Münstcrlande zählendes Geschlecht, welches in der Kühe von 
Münster, wo die Familie 1282 eine Freigrafschall besass, begütert 
wurde. Die Familie sass schon 1144 zu Schönebeck bei Roxel und 
1283 zu Aldrup, Dahl, Huboldinghof in Wahrendorf und Schöneflicth, 
erwarb im 14. Jahrh. auch andere Güter, brachte 1582 Nienberge an 
sich, blühte fort und hatte Kienberge und Rüschhaus bei Nienberge 
noch in neuerer Zeit inne. Kach Rauer war noch 1857 Ludwig Wil- 
helm Christo])!! v. Schönebeck im Münsterlande mit dem Hause Nien- 
berge gesessen. 

Freih. v. Ledebur, U. S. 398. — Bauer, Adressbuch, 1857. S. 207. 

Schönebeck, Schönbeck, Schönebeke (Schild quer getheilt: oben 
Silber und unten von Gold und Silber sechsmal quer gestreift. Im 
oberen, etw^as gi'össern Felde wachsen neben einander zwei roth be- 
kleidete Jungfrauen auf, die Hände in die Seiten haltend und auf dem 
Kopfe drei Straussfedern, eine goldene, eine silberne und eine rothe 
tragend ; oder auch : Schild durch einen goldenen Querbalken in zwei 
ungleiche Theile getheilt: in der oberen, grösseren, silbernen Hälft« 
stehen die beschriebenen, w^achsenden, hier gekrönten, dann mit drei 
Straussfedern besteckten Jungfrauen. Die mittelste Feder ist' blau. 
Die untere, durch den eingeschobenen Balken merklich kleiner ge- 
wordene Hälfte des Schildes ist roth und ohne Bild). Altes, märki- 
sches, unter dem begüterten Adel schon im 14. und noch im 19. 
Jahrh. vorgekommenes Adelsgeschlecht, welche^s namentlich in der 
Neumark ansehnliche Güter an sich brachte, 8j)äter nach Pommern 
und dann auch nach Ostpreusscn und Franken kam, nicht zu ver- 
wechseln mit der 1691 in Kur-Brandenburg anerkannten, 1686 in 
den Reichsritterstand versetzten Familie v. Schönbeck, s. S. 280. — 
Gewiss ist, dass die ältesten märkischen Chronisten der Familie v. 
Schönebeck gedenken, dahin gestellt muss aber freilich bleiben, ob 
dieselbe, wMe Eim'ge annehmen mochten, das kurfürstliche Jagdschloss 
im Amte Schönbeck in der Uckermark, sowie Scl>önbeck an der Elbe 
im Magdeburgischen erbaut habe. — Nach Okolski soll eine Linie 



— Sol- 
des Stammes naoh Polen gekommen sein und den Namen Szcmbeok 
angenommen und den grätlichen Titel erhalten haben. Das Wappen 
des berühmt gewordenen^ polnischen Stammes Szembeck: Schild oben 
in Blau, unten in Roth durch einen mit drei rothcn Hosen belegten, 
goldenen, schrägrech tenBalken getheilt, welcher oben u. unten von einem 
springenden, silbernen Geisbock begleitet ist, deutet ireilich auf gleichen 
Stamm eben nicht. — Heinrich S. wurde, nachdem er sich bei Biom 
wider den König E-upprecht von Appulien wohl verhalten hatte, vom 
K. Heinrich VII. zum Ritter geschlagen. Von Heinrichs späteren 
Nachkommen stand, wie Okolski meldet, Petres S. bei dem K. Maxi- 
milian I. in grossem Ansehen, da er denselben auf einer Gemsjagd in 
Tirol aus grosser Gefahr errettet haben soll. Derselbe hinterliess aus 
der Ehe mitMargaretha v. Schleinitz vier Söhne. Von diesen Hess sich 
der gleichnamige älteste Sohn zur Zeit des Königs Sigismund I. in 
Polen in Preussen nieder und setzte daselbst seine Linie fort, die 
aber später abstarb. Der zweite Sohn, Heinrich, übernahm die Güter 
in Tirol, welche der Kaiser dem Vater geschenkt hatte, doch ging 
nach Allem auch seine Nachkommenschaft bald wieder aus. Der 
dritte Sohn, Eduard, setzte in der Mark seinen Stamm foi-t und zu 
seinen Nackommen gehörte wohl Claus S., welcher bei dem Mark- 
grafen Hans zu ('üstrin die Stelle eines Hotmarschalls bekleidete und 
in der Neumark begütert war. Von den Nachkommen des Letzteren 
wurde Carl v. S. 161^2 Canzler des Johanniter-Ordeus zu Sonneburg, 
nachdem er vorher neumärkischer Rcgieruugsrath und kurbranden- 
burgischer Abgesandter auf dem Reichstage zu Regensburg gewesen. 
Der Sohn desselben, Carl Friedrich v. S., starb 17o6 als k. preuss. 
Canzler. Der vierte Sohn Peters, Bai'tholomäus, starb als Haupt- 
mann zu Stendal. Der gleichnamige Sohn desselben war kurbranden- 
burgischer Gesandter in Polen und wurde dann von dem Könige 
Sigismund August unter den Adel in Polen aufgenommen, wo dessen 
Nachkommen fortblühten. Der Bruder des jüngeren Bartholomäus, 
Christoph, war Domherr in Havclberg und kurbrandenburg. Rath, 
aach gehörten um diese Zeit zu der Familie Johann Carl v. Schön- 
beck, kaiserlicher und des fränkischen Knuses Geuenilmajor und 
Oberst zu Fuss, welcher 1719 auf seinen Gütern in Franken starb, 
sowie der 1722 verstorbene k. preuss. (ieh. Rath und Ober-Accis- 
Director v. S. — Der nach Pommern gekommene Zweig, welcher 
sich gewöhnlich Schönbeck schreibt, sass später namentlich zu Kebr- 
berg und Pakulento unweit Greiffonhagen, welche Güter um 1732 
der k. preuss. Oberst Curt Friedrich v. S. inne hatte, doch war in 
Pommern schon früher, 1375, die Familie zu Dahlow unweit Saatzig 
und im 17. Jahrb. zu Steinwehr, Papkow, Jägersfelde, Bugenhagen 
etc. begütert gewesen. — In der Mark blühte das Gesohleoht dauernd 
fort und war noch 1803 zu Buchholz im Kr. Sternberg, 1832 zu 
G^ilenfelde im Kr. Friedeberg und 1846 zu Rabenstein im Kr. Zauche- 
Belzig gesessen. Von den in der k. preuss. Armee gestandenen 
Gliedern der Familie ist namentlich noch zu nennen : Bernd Christian 
V. S* ^ welcher bereit» 1709 und noch 1725 Generalmajor und Com- 



— 302 — 

mandant zu Colberg war. Ein v. S^ Capitain im Reg. Prinz Heinrich 
blieb 1806 auf dem Bette der Ehre. 

Micraa, S. 526. — Oholaki, UI. S. 203. — Qauhe, I. S. 2180—32. — N. Pr. A.-L. IV. S. 189. 

— Frtih. V. J^dehur, II, S. 398 u. 99 und III. S. 341. — SUhmachtr, I. 168: v. Schftnbeck, sich- 
tifch und V. 160. v. S.. Pommeriijch. — v. Mtding, 1. S. 537 u. 38. 

Schöneck (in Gold ein rother Querbalken). Altes, schon 1064 
vorgekommenes, rheinländisches, mit Georg v. Schöneck, welcher 
noch 1540 lebte, erloschenes Adelsgeschlecht. Die Erbtochter, 
Margaretha v. 8., gest. 1572, war mit jQhann v. Nassau vermählt und 
brachte das Wappen an die Familie v. 8tein zu Nassau, welche das- 
selbe fortgeführt hat, s. den betreffenden Artikel. — Nach Hum bracht 
führte Johann v. Schöneck 1431 als jüngerer Bruder die Bank (einen 
Turnierkragen), was aber seine Nachkommen nach Abgang der älteren 
Linie unterliessen. — Nach Knauth zählte auch eine im Thüringischen 
zu Cannewurff angesessene Familie v. Schöneck zu dem meissenschen 
Adel, doch giebt er nicht an, dass dieselbe von der rheinländischen 
Familie v. Schöneck abgestammt habe. 

Knauih, 8. 572. — Humbracht, Tab. 28vS. — Gavüie, 1. S. 2213. — Zedier, 35. S. 788 u. 89. 

— Siebmacher, V. 127: r. Scböneck: Rheinländisch. — v. Meding, 1. S. 538. 

Schönefeld (Schild geviert: 1 in Silber ein schwarzer Adler, 
über welchen schrägrech ts hinweg ein goldenes Prozessionskreuz ge- 
legt ist; 2 und 3 in Blau auf grünem Hügel eine grüne Staude mit 
liinf goldenen Eicheln und 4 in Schwarz ein silbern geharnischter 
Arm, in der Hand einen Pfeil haltend). Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Eine nur dem Wappen nach bekannte Adelslamilie, deren Wappen 
sich in dem Wappenb. der preuss. Monarchie findet, welches, wie be- 
kannt, in den ersten vier Bänden nur die Wappen von Familien ent- 
hält, deren Standeserhöhungen entweder in Preussen anerkannt worden 
sind, oder welche in Preussen selbst diese Erhöhung erhielten. lieber 
das Diplom der hier in Rede stehenden Familie ist Näheres nicht auf- 
zufinden. 

Freih. v. Ledebur, U. S. 399. — W. B. d. preuss. Monarchie, IV, 58. 

Schönenberg, Schöneberg (in Blau drei schrägrechts über ein- 
ander gestellte, goldene Sterne, von denen der obere im rechten Ober- 
winkel steht und unten drei neben einander hervorwachsende, grüne 
Hügel, von denen der zur Rechten der grösste ist). Altes meklenbur- 
gisches Adelsgeschlecht, welches mit Gottschalck v. Schönenberg im 
17. Jahrh. erloschen ist. — Es blühte übrigens in der Altmark vom 
14. bis 16. Jahrh. ein Geschlecht dieses Namens, welches 1323 zu 
Ameburg, 1496 zu Falkenberg und zu Schöneberg angesessen war 
und aus welchem wohl das meklenburgische Gneschlecht hervor- 
gegangen war. 

Freih. v. Ledebur, U. S. 399. — t>. Meding, ;I. S. 638 u. 39: nach dem Manuscr. abffegans:. 
meklenb. Familien. 

Schönermark (in Roth ein künstlich verschlungenes, grüne» 
Wasserrankengewächs mit vier lilienartigen, weissen Blüthen, zwei 
oben und zwei unten). Im Kgr. Preussen anerkannter und erneuerter, 
und im Kgr. Preussen neu verliehener Adelsstand. Anerkennongs- 



— 303 — 

undEmeuerungsdiplom vom 30. Mai 1768 für die Söhne des k. preusa. 
Greh. Oberrechnungsraths v. S., die Grebrüder: Georg Friedrich Wil- 
helm V. S., k. preuöö. Artillerie-Lieutenant (gast. 1807 als Artillerie- 
Generalmajor) und Carl Heinrich von S., Lieutenant im k. preuss. 
Dragoner-Kegimente v. Zastrow (gest. 1799 als k. preuss. Hauptmann 
a. D. und Postmeister zu Prenzlowj sowie vom 10. Sept. 1786 und 
Adelsdiplom von 1857 fiirJohann Wilhelm Julius Schönermark, Migor 
im k. preuss. 8. Ulanenregimen te. — Der !Name Schönermark kommt 
schon im 14. bis 16. Jahrh. unter den angesehenen Stadtgeschlechtem 
zu Ruppin, Wusterhausen und Kyritz und später auch mit dem 
adeligen Prädicate vor. Die Familie sass im Ruppinschen bereits 
1491 und noch 1694 zu Gartow, sowie 1614 zuCurland bei Rathenow. 
Der alt«, adelige Zweig galt mit Melchior v. Schönermark, der 1687 
noch lebte, lür erloschen, doch war in den früher sächsischen Theilen 
der Mark Brandenburg ein ebenfalls das adelige Prädicat fiihrender 
Zweig bis auf die neueste Zeit begütert, welcher 1593 und noch 1780 
zu Hohen- Alsdorf im Kr. Jütcrbock-Luckenwalde imd 1660 zu Moch- 
litz und Uliersdorf unweit Lübben sass und zu w^elchem ein kursächs. 
und k. poln. Hauptmann v. S., um 1747 Herr zu Ahlsdorf, gehörte. 
Als begütert im Kgr. Preussen führte Raucr 1857 die Erben des k. 
preuss. Premier-Lieutenants v. S. auf Kiederlinderode. II. im Kr. 
Sorau und den k. Amtsrath zu Prieborn v. S. als Herrn auf Gross- 
burg im Kr, Strehlen auf. 

Oituhe, n. S. 1787 u. 88. -- v. d. Ilagen. Beschreibung des Geschlecht» v. Stechow, S. 24. — 
N. Fr. A.-L. IV. S. 18U u. 90. — Frtih. v. Udebur, II. S. 3»9 u. 111. S. 341. v, Meding, 1. S. 539. 
— Snppl. XU Siebnuchers W. B. \1. 26. — W. B. der preuM. Monarchie. IV. 64 — W. B. der sHctai. 
Staaten. XI. 30. 

Schoenermark (in Blau ein auf grünem Boden laufendes, weisses 
Windspiel mit rothcm Halsbande). Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Diplom vom 17. Januar 181(3 fiir Caspar Heinrich Schönermark, k. 
preuss. Ober-Landesgerichtsrath. Derselbe, geb. zu Bechlin im Bran- 
denburgischen , starb 21. Juni 1832 als Ober- Appell ations-Gerichts- 
Präsident zu Posen und gehörte, wie schon das Wappen- ergiebt, 
nicht zu der im vorstehenden Artikel abgehandelten Familie. 

N. Pr. A,-L. rV. S. 189. — Freih. v. Ledebur, 11. S. 399. — W. B. d. preuss. Monarchie, IV 64. 

' Schönfeld, Scliönfeldt, auch Grafen (Stammwappen: in Gold ein 

Schrägrechts, 'oder auch schräglinks gelegter, oben und unten abge- 
hauener, rechts, wie links, dreimal geastt^ter, schwarzer Baumstamm. 
Gi'äfliches Wappen nach dem Diplome von 1704: Schild zweimal der 
Länge nach getheilt, dreifeldrig : 1 in Silber drei untereinander ge- 
stellte, rothe Kosen ; 2 in Gold der links gelegte , schwarze Baum- 
stamm des Stammwappens und 3 in Blau zwei silberne, rechte Spitzen 
und gräfliches Wappen nach dem Grafendiplome von 1788: das un- 
veränderte Stamm wappen: der Stamm ist schräglinks gelegt). Reichs- 
grafenstand. Diplom von 1704 für Johann Siegfried v. Schönfeld, 
Wachauer Linie, Herrn auf Wachau, Liegau, Lieskau, Radeberg, 
Trachau, Petershagen und Döllingen, kurpfölzischen Kammerherm 
und vom 6. Dec. 1788 für Johann Hillmar Adolph v. Schönfeld, 



— 304 - 

Herrn auf Schloss-Theil Löbnitz, Störmthal und Liebertwolkwitz, 
knrsächs. Kammerherrn, Ober-Steuereinnehmer und bevollmächtigten 
Minister am k. k. Hofe zu Wien. — Eins der ältesten und ange- 
sehensten thüringischen und meissenschen Ritterg eschleohtcr, welches 
urkundlich schon im Anfange des 12. Jahrh. vorkommt. Poppe v. 
Schönfeld tritt unter den fränkischen und thüringischen Herren vom 
Adel bereits 1119 in einer Urkunde des Klosters Michaelisfeld als 
2^ge auf und nach einer anderen Urkunde überliess die Familie 1326 
den Friedewald den Markgrafen von Meissen und erhielt für diese 
Abtretung Radeburg mit dem Dorfe Sacka als Lehen. Als einer der 
ältesten Stammsitze des Geschlechts wird mehrfach der Rittersitz und 
das Dorf Schönfeld im Reussischen angenommen. Später breitete 
sich der Stamm nicht riur in Thüringen und im Meissenschen, sondern 
auch in Franken, der Lausitz, Schlesien, Böhmen und Dänemark aus. 
Knauth führt 1692 die Familie zu Döben, Löbnitz, Wachau, Birckaetc. 
begütert auf und fügt hinzu, dass früher auch Belgershain, Grünberg, 
Welka und Steinborn dem Geschlechte zugestanden hätten. Das 
Dorf Wachau bei Dresden soll schon 1260 Melchior Friedrich v. 
Schönfeld besessen haben und gewöhnlich wird derselbe als Stamm- 
vater aller Linien angenommen , welche in den genannten Ländern 
j^päter blüh top. Von diesen Linien sind besonders die Linie zu Wachau, 
die zu Löbnitz und die böhmische hervorzuheben. In jede dieser 
Linien kam der Reichsgrafenstand. Die böhmischen v. SchÖnfeld 
werden von den lateinischen Schritlstellern Elpogneiriani de Schön- 
feld genannt , wohl um dieselben von denen Czeidlitz v. Schönfeld zu 
unterscheiden. Nach Weingarten hielt sich Kicolaus v. Schönfeld 
1648 bei der Belagerung der Stadt Prag sehr tapfer und wurde des- 
halb nicht allein kaiserlicher Kriegsrath, Oberster und Hof-, Lehn- und 
Kammer-Rechts-Beisitzer, wie auch Kammer- Rath und oberster Münz- 
meister in Böhmen, sondern erhielt auch den Grafenstand, soll sich 
aber des gräflichen Titels nie bedient haben. Eine Erneuerung des 
Grafenstandes erlangte durch Diplom vom 16. Dec. 1670 der ältere 
Sohn desselben, Graf Rudolph Wenzel, Herr in Salin, Lambringen, 
Schön wald und Setzsch, kaiserl. Kämmerer und Oberster Yice-Land- 
Jägermeister des Kgr. Böhmen. Dei'selbe hatte 1726 noch einen 
einzigen Sohn, welcher die Peters wald ische oder katholische Linie 
unterhielt, nachdem sein einziger Bruder, Graf Joseph Rudolph, 1704 
als kaiserl. Kämmerer und Reichshof rath, und zwar ohne Nachkommen, 
gestorben war. Die Erbtochter des letzten Grafen v. Schönfeld, Grf 
Maria Anna Victoria , hatte sich mit Fmnz Ignatz Gr. Wratislaw v. 
Mitrowitz vermählt und so ist später Namen u. Wappen der Grafen v. 
Schönfeld , böhmischer Linie, an einen Zweig der Grafen Wratislaw v. 
Mitrowitz gekommen. — So viel bekannt, war das gräfliche Wappen 
nach dem Diplome von 1678 ein gevierter Schild mit Mittelschilde. 
Im goldenen Mittelschilde war der Schönfeldische schwarze Baum- 
stamm schräglinks gestellt. 1 und 4 in Gold ein schwarzer gekrönter 
Adler und 2 und 3 in Roth ein gekrönter, doppelt geschweifter, gol- 
dener Löwe, welcher in der rechten Yorderpranke ein blankes Schwert 



- 305 -- 

hält. — Die Wachauer Linie setzte «pater Hans v. S., anfangs fUrstl. 
hessischer Kammerjunker, dann aber als kursächsischer Rath, bei den 
Ktiriürsten Moritz und August in grossem Ansehen stehend, fort. Von 
ihm entsprossten zwei Söhne, Siegfried v. S., dessen Enkel unten an- 
gegeben sind, und Hans Magnus v. 8. auf Wachau. Letzterer war 
erst kurpfalzischer und dann kui*sächsicher Kammerjunker und Rath, 
welcher bei seinem Tode 1643 einen Sohn, HansTs^icol v. S., Herrn zu 
Wachau, Liegau etc., hinterliess. Hans Nicol v. S., gest. als kur- und 
fürstl. sächs. Kammerdirector, Kammer-, Berg-, Hof- und Justizrath, 
Ober-Steuereinnehmer, Amtshaupt- und Ober-Aufseher der Gralfechaft 
Henneberg, hatte nur einen Sohn, Hans Adam v. S., welcher 1701 als 
kursächs. Rath und Ober-Steuereinnehmer starb. Von demselben 
stammte Graf Johann Siegfried, s. oben. Letzterer wurde 1707 Ober- 
Amtmann zu Kempten und 1 708 kurpfalz. Regierungs- und Oberhof- 
gerichtsrath und Gesandter an mehreren kur- und fürstlichen Höfen, 
erhielt 1711 im kurpfalzischen Reichsvicariate mit seinem Vetter, 
Christoph Heinrich Freih. v. Schönfold auf Thurn in Pranken, kaiserl. 
Rath, kurmainzischem Kämmerer und der freien fränkischen Reichs- 
Ritterschaft Ritterrath (welcher 1722, ohne Nachkommen zu hinter- 
lassen, starb), das Erbtruchsessenarat des Hochstifls Bamberg, trat 
1714 als Kammerherr in k. polnische Dienste und starb 1718 im 36. 
Lebensjahi^e. Aus seiner Ehe mit einer Grf v. Werthorn, verwittw. 
Gräfin zu Lynar, hinterließ»« er einen, ein viertel Jahr vor seinem Tode 
geborenen Sohn, den (irafcn Johann George, welcher am Leben blieb, 
kursächs. Landkammerath war und sich 1 749 mit Sophie Sabine Ju- 
liane V. Pflug a. d. H. Strehla, geb. 1734 und gest. 1796, vermählte. 
Doch entsprossten aus dieser Ehe nur drei Töchter und so schloss denn 
Graf Johann George, welcher 11. Oct. 1770 zu Wachau starb, den 
Mannesstamm seiner gräflichen Lini(\ Die drei hinterlassenen Töchter 
waren: Grl. Johanna Juliane Sophie Auguste, geb. 1765, verm. 1788 
mit Wilhelm Ludwig v. Roemer, Hauptmann im kursächs. Chev. leg. 
Regimen te v. G^rsdorf; Grf Auguste Tugendreich Amalie, geb. 1769, 
verm. 1790 mit Johann Friedrich Heinrich v. Schönberg, kursächs. 
Lieutenant v. d. A. und Klostervoigte zu Marienstem und Grf. Wilh. 
Caroline Luise, geb. 1770. Die Lehngiitor der gräflichen Linie kamen 
an die Lehnsvettern , die damals noch lebenden vier Söhne des füi'stl. 
schwarzb.-rudolst. Hofmarschalls Johann Friedrich v. S. auf Kochberg, 
s. unten. Siegfried v. S. , s. oben — älterer Sohn des Hans v. S. — 
setzte den Stamm fort und hatte drei Enkel: Johann Heinrich auf 
Gross-Kochberg, herzogl. merseburg. Ober-Jägermeister und des Für- 
stenthums Altenburg Ober-Steuer-Einnehmer; Johann Friedrich auf 
Kochberg, 1720 üii^stl. schwarzburg. Kammerrath und später Hof- 
marschall und Christian Wilhelm, um 1736 h. sachs. goth. Kammer- 
junker und Ober-Hofmeister, durch welche adelige Linien des Hauses 
Wachau fortgeblüht haben. — Die Linie zu Löbnitz, Wölckau u. s. w. 
blühte