(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Reinolt von Montelban, oder Die Heimonskinder"

Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http: //books. google .com/l 



Google 



IJber dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 
Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nu tzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. 
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .coiril durchsuchen. 



f, 



BIBLIOTHEK 



DES 



LITTERARISGHEN VEREINS 



IN STUTTGART. 



CLXXIV. 



TÜBINGEN 

OBDEUCKT AUF K08TSN DU LITTBRAHISOBBM TEBKINt 

1885. 



PROTECTOR 
DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART 
SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG. 



VERWALTUNG : 

Präsident: 
Dr W. L. Holland, professor an der k« uniyerrit&t in Tübingen« 

Kassier: 
Kanzleirath Roller, uniTersitäts-actnar in Tübingen. 



GESELLSCHAFTSAUSSCHUSS : 

Professor dr Barack, oberbibliothekar der kais. nniyernt&ts- und 
landesbibliothek in Straßbarg. 

Geheimer hofirath drBartsch, ordentlicher professor an der g. uniyer- 
ntät in Heidelberg. 

DrBechstein, ordentlicher prqfessor an der g. uniyersitftt in Rostock« 

K. Gotta freiherr y. Cottendorf in Stattgart. 

Bibliothekar dr Klüpfel in Tübingen. 

Director dr 0. y. Klump p in Stuttgart. 

Dr K. y. M a a r e r, ordentlicher professor an der k. uniyersit&t in München. 

Dr Sieyers, ordentlicher professor an der k. oniyersit&t in Tübingen« 

Dr Vollmer in Stuttgart 

Geheimer regierungsrath dr Waitz, ordentlicher professor an der k. 
uniyersität in Berlin. 

Dr Wattenbacb» ordentlicher professor an der k. oniyersit&t in 
Berlin. 

(Geheimer hofrath dr Zarnoke» ordentlicher professor an der k. uni- 
yersität in Leipzig. 



'0 ^ 



o'i'») -^f • ■''.'-•'■■ ■■' 



7 



ßEDfOLT VON MONTELBM 



ODER 



DIE HEIMONSEINDER 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



DR FRIDRICH PFAFF. 



OEDBÜCKT FÜR DEN LITTERARISCHEN VEREIN IN STUTTGART 

■AGB BB80HLU88 DS8 AU88CHU88EB VOM HOyBMBBB 1878 

TOBIMOEM 1885. 



ALLE RECHTE VORBEHALTEN 



DRUCK VON H. LAUPP IN TÜBINGEN. 




Jiis was \>S einen pfingstag ein \oS, 
Abb Karle, der konig, hielt hoff. 
Dar qnameii vil zu syme höbe, 
die riche waren von groliem lolre. 

> Der pabst hobede mit eme 
nnii der patriarcbe von Jhemaaleni, 
der legat von Rome, biscboff und konig, 
der waren vi! in dem ring. 
ÄUe die konig tnigen krönen. 

I u Nie en stich man hoff so schonen, 

als man da hielt zu Pariß oö'enbare. 

Das was in dem schönsten ron dem jare, 

pfingstag was er genant, 

man erte-ine ober niauig lant. 
1 Da waren .xij. herzogen inid .xiiij. graven 

und .XXX. hundert ritter wul bekant, 

da waren .v°, decban und pfaffen von der heiligen kircheOfl 

da waren zebeu hundert kleyrchen ; 

mau mocht da groü freude schauwen, 
I •• da waren frauwen und .jungfrauwen 

vierzehen hundert by der zale, 

eyn teile hatden blyont ane, 

ein teile baten kleyder von golt draden, 

da waren sie köstlich mit beladen. 

> Uan mocht da groü zierheit schauwen 

l BJ. 324 A. 1 B. 3 quam B. r.u sim B. Am rande hofe AB. 
b S. h Upet hofft B. «m B. Am rnnde faofte A. G patri- 
B. 10 QDHab B. U jn vbet B. 17 lieilffeii I! 18 de- 

n 8. 19 treuJ B. Ü2 uin teil Wteo U. B. 23 teil )>altun 
br B. dradan B. 




beide Ton fraawen und jnngfranwen. 

Da waren ritter ron eym schilt hundert oder mere, 

nmb zu erwerben pry^ and ere, 

da was Heyme, der kone, 
so nnd Eymrich von Xarbone, 

da was Hage von Dordone, 

Ejmeriches swesier sone. 

So was da freade sonder raawe, 

zwyschen zwein rittem saß ein franwe 
36 oder ein jangfraawe schone. 

Karle, der konig, dmg selber die kröne. 

Dar diente manich hoch man, 

herzogen and graven sonder wan 

dienten vor dem konig riche 
*o und var dem besten von ertriche. 

Man bracht da mancherley gericht an, 

der ich nit alle beschriben kan. 

Na wil ich von den bliben 

and wil ach von den herren schriben, 
46 wie sie hoffden mit eren in dem hofe 

die zyt mit eren and mit gro^m lofe. 

Man spilte da mancherley spil 

wol za maßen, nit za vil; 

da was groß ereheide. 
60 Nu soUent ir hören, waz ein ritter det, 

myn herre herre Hag von Dordone, 

er was Heymen swester sone 

und hatt geel krusich hare 

ufiP syme heupt ofifembare; 
r>5 u£P sin roß er sprank, 

vor dem keyser det er einen gang 

* 

30 emerich B. 31 buge t. dardone B. 32 Emerichs B. Da 
meist nur lesarten von B zu verzeichnen sind, lasse ich diese von hier 
an ohne eigene Bezeichnung. 33 freud sunder. 34 Zwuschen. 
35 jungfrauw. 37 manig. 38 sunder. 39 rieh. 40 ertrich 

41 geriecht. 45 hofften B. 46 zytt. 47 spielte, spiel. 48 viel. 
53 gel. 54 sym heubt offenbare. 55 sine roße A. sprangk B. 

56 gangk. 



■ toi».' 
H^ in j^oC 

I 

I 



(by ime die keyseryna saß 

in gro&er eren and hoher etat), 

cor knyede uff erde vor ine beiden 
m nnd sprach mit großer hofeacheideu : 

»Herre keyaer, got müüe uch bewam 

Uüd myn frauwe, die keyserynn, spam 

und fürt alles ir gosinde, 

das ich mit uch und mit ir finde!« 
u Na sprach er: iHer sint kommen 

zu hofe myne ömeu, 

der eyn heißt Heyme, der kone, 

der ander Eymerich von Narbone. 

Si« haut uch gedieuet maHnich zyt, 
f« sie hant in uwerm dienst gehapt manchen stryt, 

sie hant erslagen mit der haude 

Spanigen und alle Yülant 

and mangen heyden degen. 

Nu aal ich uch ein botschaft sagen, 
Tt sie baut mich her gesant 

and dunt uch by mir bekaut, 

ob ir ine wollent geben zu lene 

beyde bürge und stene. 

Ir hant ine gegeben zu keinen zyten 
• orße, da sie uff rytten; 

na b^fftent sie wol mit eren 

nnd dunt sie frolich von uch keren!« 

Der konig sprach; »So waa mir dar nach geschyt, 

ich «Dgebe ine alwegen nit. 
M Sie hant geheischen manchen tag, 

dos ich nicht geben en ma;^, 

di& sagen ich uch zu foreu.* 

Des hatte Huge großen zcjreu. 

»Nu bt verwaet nnimermere 



&7jm. icejterjn. 59 jn, 60 hol'escbeiden. 6 t mnß- 63 325 A. 
kefaerjB. 6.i herre. 67 2 B. 68 Emerich. 69 mantch. 70 
RvÄaU. 117711. 71 der band. 72 Hinpaniea. TS berre. 78 \mtg. 
60 BoO. oS. 83 damofb. 84 JD. 85 geacheiscbeD A. 86 en- 
m»g. 67 luToren. 8S hiig. 




»0 uwer pryß, lob und ere.« 

Des hatt der keyser zom und haß, 
das er ine vor sinen äugen versprach, 
und zoch ein swert von gutem snede 
und slug ime das heupt abe zu der stede. 
96 Also Huge was erslagen, 
da sprank uff Heyme, der tegen, 
und Eymerich von Narbone 
und auch manig ritter kone. 
Da wart ein groß geschalt, 

100 sie wappenten sich über all, 
iren neffen, der da was erslagen, 
hüben sie uff mit großer clagen 
und befulhen die sele 
unserm herren got zu teile 

106 und sprachen, sie solten ine so rechen, 
das man da vil von solt sprechen. 
Zehen hundert ritter hatten sie, 
die strack waren und snell da by. 
Der keiser waffente sich hie entgen 

110 mit manchem stolzen tegen. 
Er hatt vierzehen tusent man, 
zu hulffe kamen ime die Leuwen an, 
die von Reymen und von Meylan 
kamen stark, als ich han verstau. 

116 Er hatt Burgundyen und Vlemynge beyde, 
Brabant, Hoene, Schotten und Vryesen mede. 
Ime dienten Saßen und noch manch edel man, 
die zale was vierzigtusent sonder wan. 
Da hatte Heym nit mee entghen, 

HO dann .xxx®. herzogen kinder und greven, 
und gingent mit gelut 
all zu der porten wyt. 
Da wart ein groß geschalte. 



92 jn. 94 jm. 95 hug. 98 manch. 100 wapenten. überall. 
108 starck. schnell. 112 jm. lewen. 117 sabsen. edelman. 

121 32ü A. 122 Alle. 



>Narboiie1< rieffen sie alle. 
> Alsiu ryten sie zu dem keiaer wart, 

da er sin folk hatt geschart, 

und fieleo zu sanien mit solcher krafft, 

das da znbrach manige schafft. 

Heym sprach: >Ir edeln herren, 
1 helffent mir diesen zom keren 

van herren Hngen myneo ncfen !< 

Ejrmerich sprach vil efen : 

»Daa sollea wir tun alle bereyt.« 

Da riten sie zu samen mit großer übermötikeit, 
i das ine der siege gebrachen 

«rnd mit den awerten stachen. 

Da wart manig heim durch slagcn, 

als ans die hystorie kan geeagen. 

Die von Narbone wollten nit sparen, 
>** sie mfisten sterbeu oder sich bewaren. 

Dabj fochten sie alle gader, 

als üb Heyme wer ir vader. 

Sie fochten zu der dunkeln nacht, 

da wart groß mort volbracht. 
' Karl verloß der sinen .xx". oder mere 

und Heyme, der herre, 

hatte da vierhundert verlorn 

von riehen luten wol gebor d. 

Er Qi5st tvychen von not, 
u* want sines volks was vil tod. 

»Irer beyder nbermnt 
verkanfFt mangen helt gut. 
Den herren Hu gen tod 
wart mangem pin grot; 
w* Heimen und dem keiser mede 

und all den besten von der cristcubeit 
^L wart es sere zu suren, 



I 



128 manch. 130 diaen, 
15 JD. sieg. H'.' iiiust. 
156 ftlien. emtenheide. 



131 VoD hern. 133 3 B. 

wytben A. 150 Wann. 



want man dick stark mnren 

dar umb zarstort und brach. 
i«o Horent, wie der keyser sprach! 

> Laster grofi ist hie gerächt, 

uns hat gescheiden die finster nacht. 

Ich sol sie des landes verdriben sicherliche 

und bannen sie u£ mynem riche.c 
i«& Und rieff alle sin höchsten man, 

da sin rat meist stund an, 

da er mit tedingte hastelich 

und det sie bannen u& sinem rieh. 

Da must Hejme rumen das lant. 
170 Da rytte sich der wigant 

mit achthundert rittem stolz, 

wol gewaffent und Hejmen holt. 

Ir iglicher fürt mit sich holde 

seumer, geladen mit golde. 
176 Sie hielten sich des tags in wilden foresten. 

Hie soUent ir hören von Hejmes gesten. 

Wie ine Karle hat vertreben 

mit achthundert siner nefen, 

beide mann und mage, 
180 Heyme urlogte alle tage 

uff den keyser, da er mocht, 

by nacht und mangen wrene socht 

und slug ime abe in den zyden 

alles, das er künde beryden. 
iB» Er brant und raupt mit krafft, 

diu dete er meist by nacht. 

Er zerstort kirchen und klusen 

und zubrach alle gots husen 

und destruerde und brant; 

100 alsus lag er in des keysers lant. 

* 
158 wann. 163 sioherlich. 167 teydingte. 177 vertriben. 

179 man. 180 tag. 181 327 A. 182 manigen. vrene. Am 

rande freuel, aber durchstrichen, mit yersetzungszeichen A. Das zeichon 
über wrene ist radiert A. 183 ab. 185 raubt, mit krafft bis meist 
fehlt B. 187 zuratort 189 destroirt 



I 



Er alug tiod Karies moniche, 

pfaffeii und canoiiiche, 

so det er auch alle die clerlie; 

alsns enterte er gotes werke 
ut uad macht alle wuste u^en Paryü. 

Dae halS* ime herre Malagy^. 

Das golt von unser lieben fraweit altare 

das raubete er offenbare 

und slug es den pferden under die fuße; 
Mt alsus nam er der kirchen gute. 

Diß urlug wert .xvj. jar nnd .svj, Wochen mede, 

Bonder zii machen einichen t'rede. 

Do sprachen von Frankrich die genoßeu, 

das sie Uten pine groüen, 
» waut sie musten umraer stryden, 

ak Heyme wolt zu allen zydeu, 

nnd dete sie leben niit ungcmach. 

Da fanden die herren diese sach, 

das sie solten byteu den konyg, 
»• das er Hejmen böde solich ding 

von sinem neben zu der sttint, 

den er zu dem tod hatt gewunt. 

Der konig must der sache folgen, 

wie hart das er was verbolgen, 
. u* nnd' sprach, das er iren willen 

solt tun lüde und stillen. 

Zu dieser selben stund 

lag Heyme zu Pyerlepout. 

Da embot ime der keyser, daz er sinen uefen 
■• nnn werbe mit golde wolt wegen. 

Di& hatt Heyme gar unmere. 

Da embot ime der keyser raere 

er wolt ime ein wip tun triiwen, 

192 CaDOniche AB. 193 doU. clerick. 194 AIbob 

198 rauble. 199 fuß. 20ü 4 B. gut. 201 vrlofi. 

203 Da. 205 Wann. 208 <lie. 310 Bokb. 212 

210 lut. 217 diser. 219 Mnem Ä. 220 Nun werb. gold. 




8 

sin swester Ayen, die jungfrauwen, 
a» und wolt ime geben da by 

sin gut quit und fry, 

das er es von niemant hett zu lene, 

dann von got van Nazarene. 

Da sprach Heyme, der degen stolz, 
280 er sich balde beraden solt. 

Er rieff Emerich von Narbone und Wilhelm von Oryngen 

und bat rat zu diesen dingen, 

er rieff dem greven Gyllyn 

und dem herren van Orynpin 
236 und darzu mangem barone. 

>Ir herren, sprach er, was sollen wir tunpc 

und sprach, daz er gerne sehe zu der stede 

beyde sone und frede 

und gern neme uff truwe 
240 sin gut qwit und die jungfrauwe. 

Also embot Heyme, der kone, 

dem keyser eyne sone 

mit dem underscheyde zu tund, 

so lange als die weit stunde, 
246 das die herren ir laut zu lehen 

von nieman hielten, dann von got von Nazaren. 

Sie wolten auch fry sin von pinen, 

das sie gewonnen uff die Sarracynen, 

darzu solt er iren nefen, den toden, 
260 sechzig werbe mit golde beroden. 

Diß embot er dem konig zu Paryß, 

hie was über rat herr Mal^yß. 

Der keyser det die brieff lesen, 

er sprach: »Bott, diß sali wesen.c 
265 Diß begunde ine allen alle wol behagen, 

225 jm. 226 qwit. 227 lehen. 228 von. 231 In beiden 
hss. in zwei zeilen geschrieben, doch hat A nach Narbone ein =, wo- 
durch angedeutet sein soll, dass das folgende noch zu diesem verse 
gehört. 282 zu] von. 234 von. 236 tune. 238 süne. 241 
328 A. kSne. 242 ejnen s6ne. 243 zuthßnd. 244 stünde. 248 off. 
sarrazynen. 250 beraden. 252 vber. Malagyß. 254 soll. 255 jn. 




Il 



dem keyser and allen sinen magen, 

«raim sie hatten manige pine 

gebapt von dem greven Heyniyn 

und darzu von einen nefen, 

die mit ime waren verdrybea. 

Der keyaer embot Heyuien, daz er füre zu SenlyS, 

und sprach, das er zn Paria 

Bolt vergadern sin manne kone, 

da zu machende frjd und aotie. 

Emerich wolt nit vermyden, 

KU Senlys wolt er ryden. 

Karle, der konig, kam ime engegen 

mit mangem stolzen degen, 

die mau da mocht schauwen 

mit frauwen and jungfrauwen. 

Zu den zyten trug Karle die kröne, 

das zu sehen gar schone. 

Heyme zoch darin mit gewalt, 

der konig bleib uff dem felde 

und det \>S slahen sia pavelane 

und kam, umb sooe zu tone, 

wüUen und barfuß 

and sucht Heymes otmut groß 

Tor Eymerich von Narbone, 

Bo kam her zu syner sone. 

Do sprach der keyser gereyt: 

rieh han mifatan, daz ist mir leyt; 

ich wil uch heltfen nacht und tag 

mit allem dem, das ich vermag, 

und tun uch myn swester Ayen 

zu haut zu eym wip vertmwen.* 

Heyme sprach : >Key8er, herze, 

des danken ich got, onserm herren«. 

Die jungfrawe kam ime vore. 

il pLB. 'iö8 graiiea ha;finyn. 250 ainem A, 2l3D ver- 

£04 rried. 2Ö& 5 B. 266 Eenlis. 207 entgeKCD. 

273 (latjntu 271 oiT. 275 off. pauiloa. 27G lon. 

i. 279 omericli. 281 Da. 289 jm. 



10 

890 eyn bischoff furt si by der hant 

und der stolz grewe Bulant. 

Man vertruwete sie ime da zu der stede 

und brachte ime das golt mede, 

da man Heymen dem degen ^ . 

296 synen toden nefen, 

dem solt man . Ix . gewicht von golde roden, 

das gab man ime ober synen nefen, den toden. 

Er gedacht: »Wer das golt noch so gut, 

noch dann sol man mit mannes blut 
800 mynen nefen gelten, c 

Und der keyser gab ime nochdann 

fry beide, mage und mann, 

das sie keyn gut beiden zu lene, 

dann von got von Nazarene, 
306 und das er uflF die heyden gewunne, 

das bleibe ime unvergunne. . 

Do bat Heyme den keyser riebe 

mit ime zu sine genedigliche. 

Der keyser wart des zu rate 
310 und spr^h, das er des nit endäte. 

Herumb zornt Heyme mit ubelm mute 

und füre zu Kerlepont mit syme brüte 

und der keyser für wider zu Paryß. "* 

Da sprach Heyme: »Ich sal hoff halten, des sint gewyß, 
316 umb des konigs zom und myner mage kracht 

vierzig tag und vierzig nacht. 

Durch so ein ding, das er mir det, 

enthalten ich lenger keynen fred 

von diesem tag zu allen zyten; 
320 wa ich die sinen mag beryten, 

so wil ich sie krenken an lip und an eren.c 

Das was leyt manchem manne und den herren, 

die da nit dorsten sagen enthegen. 

291 greue. 292 jm. sied. 293 med. 296 gold. 297 jm. 
298 5 B. 301 jm. 303 lehen. 305 320 A. 306 bleib jm. 

307 Da. 308 genediclich. 311 vbeln A. 312 brut. 313 wieder. 
314 wiae. 320 der. 




warff er gar mit unwerde 



11 

Als die frauwe horte diese aale, 
> da wart sie bleych und fale. 

Sie wolt, das sie zu der zyt geweest were 

über tuseitt mylen oder raere. 

Die bnitlofFt det man groß, da dient maiige hoch man 

Tor Heymen iind ainen mageo dan. 
' Man macht frolich die frauwen, 

wann sie was befimgen mit rauwen. 

Die tag diicht sie ein kurze stonde. 

Mim begabt die gar schone, als man pflichtig was zu tunde, 

man gab ine cleider und pferde, 
■ eym iglichen nach sinem werde. 
Da mac slaffen solte gao, 

s)^l 8 wert wyder die erde 

und switr by got vom paradyse 

ond by dem guten sant Dyonise, 
I das er Karies möge solt elaue, 

wa das er sie mocht gehan, 

und nenien ir lip und ere. 

IM« frauwB wart betrübet sere 

nnd gieng by ire bete genot. 

Sie kett lieber geweste dot. 

Sie det irs selbes ere 

und halüt iren berren 

imd knEte ine vor sinem mnnt 

fruntlich zu der stund, 
u« da gewan er ein kint by ir 

»das gut wart in nrloge, als man sol hören. 
Die frauwe was in groUen fureo, 
nie det dos beste, das sie luocht, 
mRiiigfelt waren ir gcdeclit, 
>• sie trag es -xiTJ. wocheu mit solcher liste, 

3^ gewest 329 daotL äül '! B. 382 atond. 333 aone. 
d>niM;li toiei pftraerftpheu seichen A. zutun. 334 Jn. 33Ö solt. 

In ticidfn hn. Ut da warlf bis nnwerde nla besondrer vers ({esc tiri eben. 
ZU jr bctt«. VenetzuDf^BEcichen über genot. am rande 
■it venetaungBzeichen AH. 345 gewest. 3 IT huüt. 

IfcttDl jn. 354 niaDigfnit. 




12 

das es Heyme nit enwiste, 
one es wyste ein jungfrauwe, 
die gut was und getruwe. 
Sie riet ir, das sie solt faren 
860 in das closter, da ir nyfftel waren. 
Hye enbynnen sach nit Heyme er, 
want er was hart in orloge seer. 
Die frawe für zu dem closter wert, 
da sie van eynem kynde genäse. 
866 Als das kint geboren was, 
da det man es kristenen 
und wart Bitzart geheißen! 
Sint wart er ein ritter von loben. 
Der erzbischoff van Riemen, Turpyn, 
870 wart der pfetter sin und der greve Gyllin. 
Sie bestatden das kint zu der stet 
und gaben der frauwen siegel und brief met, 
das er was gewonnen und geboren. 
Sie bat, das man es zu foren 
876 dem konen Heymen nit enbrecht; 
so wol kente sie sin gedecht. 
Sie sprach, sie must es emberen, 
sie en mocht es nit weren. 
Ee sie zu kirchen wer gegan, 
880 hye enbynnen was Heyme gekomen an 

imd hatt gelegen uiF dem Ryne durch niemants gebot 
an alles umb got. 

Da kamen sie zu huß uiF einen tage. 
Noch enwiste Heyme da nit abe, 
886 das er hett eynich kint. 
Aber lag er by der frauwen 
fruntlich mit allen truwen. 

♦ 
361 Heym. 362 vrloge sere. 364 von. 366 330 A. 367 
Bitzhart. 368 Sitt. 369 von. 372 siegel. 374 zaforen. 378 
enmocht. 379 were. 380 hye inne. 381 Ryn B. In A ist dieser 
vers auf zwei seilen zerteilt, doch durch ein zeichen (=) nach Ryne 
angedeutet, dass das folgende dazu gehört. 382 one. 383 einem A. 
tag. 384 enwüst. 




\ 



18 

Ein kint gewan er nff die nacht. 

(DiS was alles by gotes krafft.) 
I Di& trug sie, daz Heyme davon nit enwiste. 

Sie fner, da sie läge zu foren, 

von ir wart ein kint geboren. 

Da det mans kristeuen und hielj Fritzart. 

Das dritte kint hieü Adeliiart. 
> Die frauwe füre zu hufi wart. 

Hie zwischen was Heyme gefareti zu eyni orlnge swäre, 

da beleyb er wol sieben jare. 

Die frawe treib jamer groü, 

sie Ternam, das Heyme were dot. 
• Aller er kam nff den selben tag mit sieben groüer wunden. 

Sie drat bervor in kurzen stunden 

nnd knflte ine an sinen muut. 

Als Heyme an »ach die frauwe, 

wol snelt bekam sie emo, I 

I er drat nyder in das groß 

lind leyde sie in eyn, da er allein was, 

und entgert sin swert und det ufFdiekofienvondenbeiuen. 

(Nu bort, was ich nieynen!) 

Oebmiden heims wonnen sie ßenolt. Nu hatt er vier kinder. 
) Der jnngst wart stark, groü, lang über die andern. 

Und der keyser hatt einen, der hiefj Ludwigh. 

Ir zweyer alter was gelicfa. 

Da Bi« gewachüon waren 

EU iren vierzehenden jareii, 
t da was Renolt über Ludwig eyuen fuß vorwar, 

da waren sie alt fiintfzehen .jare. 
Do kam es an uinen ptingst tag, 

das Karle hoff zu halten pBag. 



388 pewwm. 390 da non. enwiat. 391 zaforen. 3M Adal- 
Iwrl. 3»8 7 H- «waschen. Hejm. vrlog. .^97 blejb. ADO In 
A iwet i«ilen, mit zeicfa^n nach tag wie 381. 402 Nach tÜMem versa 
ein« Male frw AB. 403 Vor Ala parn^aphenzeichon AB. 401 achnell. 
M7 ■■ iwei teilen doch mit verbindungBieichen nach vff AB. 409 
Beaalt hü kinder als vers IDr sich AH. 413 gewah»en. 4lr< vur 

<m. 417 D%. pfingttag. 



14 

Da sprach der keyser und rieff sinen hoff baronen 
«20 und sprach, als er pflag zu done, 

er rieff dem konig von Yspangen 

und dem konig von Almangen, 

darnach dem konig von Dennmärken, 

den man dick sach wonder werken, 
*26 und dem konig von Engelaut 

und von üngem dem konig Steffan 

und manig man wol getan 

und sprach: »Ich mag übel waffen tragen, 

want ich bin alt von tagen, 
480 darumb wil ich uff geben beide land und kröne 

und geben Ludwigen, mynem sone, 

und machen ime undertan 

alles das ertrich hat bevan.« 

Da sprach der bischoff Tulpin: 
4?6 »Herre, diß enmag nit gesin; 

al ist Ludwig wol von magen, 

er enmag doch kein kröne tragen. 

Ich wider sprechen ime die kröne, 

want der hoff enist nit voUenkone.« 
440 »Was embrichet dar an?« 

sprach Karle, der edel man, 

»Ich han hie herzogen und grafen, 

bischoff und cardinalen 

und die besten von der kristenheit.« 
446 »Hie enbrist einer, der ist von den hohsten komen, 

die ye lebeten under der sonnen, 

darzu ist er unbezwongen ; 

des ist hut .xvj. jare und .xvj. wochen, 

das er mit krafft füre durch uwer laut 
450 und stifft raub und brant. 

Er verstörte kirchen und klusen 

und alle gotes husen. 

421 Yspanien. 422 Almanien. 424 wunder. 426 331 A. 

Ungarn B, ügern A. 430 oif. 432 jm. 436 all. 438 wider- 
sprechen jm. 439 vollen kone 446 lebten. 447 vnbezwungen. 
449 für. 451 verstört. 




15 

pit, das er in der kircli«ii fant, 
r den pferilen uff zu hant.c 
•Ja, sprach Karle, das ist Heyme, 

r dick ieyde getan; 
er gewan auch die dornen kröne, 
die got gedruckt wart uif ein heupt schon, 
er gewan auch die nageln, 
!•• die got durch ein hend und fü& worden geslagen, 
er liat mynen dot gesworen echt. 
Begriffe ich eyn von slneni gealecht, 
die jme woUent stan zu ataden, 
die sol ich Ton dem lip entladen. 
I Wa niocht ich einen boten tynden, 
den ich zu Heymen motht senden ? 
Tulpyn, her zu gebent rat! 
ir wisseut wol, wie es stat.c 
>Den besten rat, den ich kan finden, 

■ das ir uwem hole . sl . tag dunt verlengen 
imd emhietent Heymen t'rede 

und swerent ime fast gelede 

uff zwo die besten von dem riebe 

and halten ime getruweliche, 
I *o nu^ent ir in kurzer stand 

senden umb Heymen zu Pierlepont.« 

Karle sprach, er enwiste, 

«ICD er dar senden mocht, 

want da enwere niemant ao fcone, 
• der die botachatl't durste tun. 

Tiilpiu sprach: >Ich sol vier kiesen, 

da ir nit an solt Verliesen.« 

Die botdeu worden gekoren, 

die rieh warn und wol geboren. 

■ Der erst was der grefe Rulant, 

der ander was Wilhelm von Oryngen, 
der drytt was der kone Bertram, 



liK gevaim. 458 off. 460 S H. worden. 461 gcHwora. 463 jm 
405 wo. 467 henu. 172 jin. 474 getruwelicb. 483 wurden. 



16 

der vierde was herre Bemhart. 

Diese waren vnferfärt 
490 und solten die botschafft tune. 

Karle hieß bereiden die herren schone. 

Nu mogent ir hören, 

wie ir cleider waren, 

die man ine det machen. 
495 Grüne samet g^en rot scharlachen, 

dar under hermel feile, 

die waren wisser, dann der snee. 

Man bracht ine zu den zyden 

hemmede und bruche von wisser syden, 
ßoo man bracht ine schuch rieh und gut, 

die man det an ire füß. 

Ir har was gel und schone, 

das uff irem heupt wol stonde. 

Da spen man eym iglichem zwey sparen 
606 von rotem golt ußerkoren. 

Man bracht eym iglichen ein mantel gut 

und einen schonen hobant gut, 

darinn stunden miranden, sophire und robin. 

Da bracht man eym iglichen eyn rosside 
610 mit cowerturen von syndale, 

das was durch slagen mit golt draden, 

das blenkt durch die covverture. 

Ire pferde waren stark von libe. 

Is was alles suberlich und schone 
616 beyde breydel und vorbricht. 
* Was es von yseren sin solt, 

das was alles von gutem golt. 

Iglich hatt ein rode tiere 

von eym großen olyvyere. 

620 Nu rytten die ritter kone 

* 
488 vierd. 490 332 A. 492 In den hss. ist dieser ^ers mit dem 
folgenden zusammengeschrieben. 495 grün. 496 dar under. 497 
sehne. 499 hemde. 502 schon. 504 iglichen A. .508 sophiren. 
511 traden. 512 conuerturen. 514 Es. schon. 615 Brydel. 518 
tier. 519 olyuiere. 




I sehen 



17 

umb ir botschaßt zu tone, 

by banden rytton sie und aungen, 

eyn igliche nach ainer zungtiii. 

Sie lyten hin zu Pierlepont. 
HB Heyme hielt hofe znr selben stund, 

er hatt dryasig hundert ritter. 

Als Heyme hofe zu halten pBf4^, 

was sin syte manchen tag, 

das er gewappeut hat achthundert manu. 
MO Da was freude sonder ruwe, 

tund Erawe Aye, die schone frauwe, 
I. L was ror eyn fenster gegan hin ul^ i 
und sach in das tale da neden, 
da die ritter kamen gereden. 
p> >Den fordersten ban ich bekent, 
[ sprach sie, es ist myii nefe Kulant, 
Der ander bt der greve Wilhelm von Oryngen. 
Der drytt dunkt mich Bertram sin. 
Der vierde ist myn berre Bemhart. 
**» Ich forcht sie ryden in den dot hart. 

Ich woU, daz sie über tusent milen weren.c 

^Sie sprach zu der pfortener einen: 
»Gang gegen die herren, die da komen her, 
bringe ine diese hobande veir. 
Den besten gib Rolande, 
sage ime, das in ime sin mumme sende, 
tmd gib den andern eym iglichen eyn, 
das sie got wilkommen seyn. 
Den pferdeu, den tu wal 
•M und bring die ritter in den sal. 

Sie kommen von dem mechtigsten man, 
der stat oder bürg ye gewan.t 

In den zyten kam Heyme und ain hoch barone, 

534 Uen. 527 B. 628 qi,. 530 aunder. 531 achoo. 

533 biadi iweheD. 536 Bulant. 537 gtane. Oriogen. 539 rird. 
US gtg«a den. her] herre. 544 Vor veir hat A vier, doch durcb- 

itridhn. H7 den] der. 548 wilkomen. 54S wol. 553 



18 

Bti,88.die fyn waren und kone. 
666 Da waren gewaffent achthundert man, 

die ye stat oder laut gewan. 

Der Übermut was da groß. 

Eyn iglich hatt uff siner schoß 

eyn scharff swert von snyden 
MO und gut von starken ecken. 

Heyme saß zu den selben zyden 

in eym bliant von grüner syden, 

die ture was und gut, 

da manich edel stein an stund. 
666 Er saß, ob es ime alles were undertan, 

das die cristenheit hat befan, 

und er hatt mit siner zongen 

alle den hofe also bezwongen, 

das da nieman sprechen dorste, 
670 weder ritter, noch greve, oder furste. 
Die Tier ritter kamen aUe zu male 

Yor Heymen in den sai 

und grüßten Heymen mit wirdikeit 

und alles, das sie da inn funden, 
676 ritter, frauwen und jungfrauwen. 

Da was niemant so kone, 

der dorste sagen wilkome. 

Sie bogen vor Heymen alle vier. 

Er enwas nye uff dem symie, 
680 das er wolt uff sie siene. 

Da sprach Rolant, der grefe: 

»Wir sint boten zu uch gesant here 

und kommen von dem keiser. 

Er bittet uch, das ir koment 
686 und Ludwig spannen die kröne; 

dann daen ist niemant so edel, noch so schone, 

der sie yme baß spannen mag. 

155 gewappnet. 559 acharpff. 566 Criatenheit. 567 simgeii. 
568 beiwongen. 569 niemant. dorat. 572 aale. 574 daijnn. 

576 knne. 577 dorst. 579 off. 581 Bnlant. 582 herre. 586 
•ehon. 



19 

aii,n.Der hoff ist rerlengert .xl. tag. 

Er hat ach gesworen frede 
w Tor den besten in der feriatenheit.« 

Heyme horte diese zale 

nnd er sweig alzu male. 

Da er sinen fiant vor iiue s&ch, 

da wart er fale und bleich, 
M» er enwolt sprechen nit ein wort, 

want das kam yme alles von ubermot. 

Hette er sie mit ereo mögen slan, 

ne enhetten nit lebend von ime gegan. 

Anderwerb sprach Rolant, 
•M «yn gut ritter wol bekant: 

»Sprechent zn nns durch uwer ere 

amb wol tun nmmermer! 

Wir bitten nch gnedtgÜcb 

m sagen nns ob ir wollent krönen Ludwig. 
••• Ir Bolt antworten eym dieb oder eym morder, 

all wer es, das er verurteilt were, 

ir sollent dar sprechen gegen.< 

Noch sweyg Heyme, der degen. 

Ein ighcher sacb uff den andern an 
n« roa den landes herren. 

Do stimt uff frauwe Aye zu haut 

and nam ein guldin schale in ir hant 

nnd ging /u dem besten win. 

>Drynk, greve Rolant, uwer schenk wil ich sin.« 
«• Und hieü sie alle willekommen sin. 

Hemmb zomte der greve Heymyn. 

Sie »prach: lEMeler herre, 

sprechent und diuit das durch nwer selbes ere 

gegen diese vier herren, 
•H das ir swigent, daz ist zu uwem nneren.f 

Ee sie daa wort u£ gesprach, 

WS Ix A. 589 fried. 592 schweig. 593 10 B. 506 Tbor- 
mML &99 Ralant. 602 vtnnet mer. 603 i^edidich. 609 iah. 
«11 Da. &»nw. nthaot. 616 Bikyiajn. 617 334 A. 6ia telb*. 



20 

Bt 1,130. gab Heyme der frawen eynn großen slach, 

das sie weder hord, noch sach. 

Da endorste niemant sprechen »laß!€ 
636 noch dann das ir das rode blut 

kam gelauffen biß uff ir fuß. 

Da diß sach Rolant und Bertram, der wigant, 

herre Wilhelm von Oryngen und Bemhart, 

sie sprachen, der tufel muß diß walten, 
680 das sie ungewappent kommen solten. 

Sie hüben uff die schone frauwe. 

Ungern solt die greflfynne 

brechen die grüße der mynne, 

sye sprach: »Ir herren, ich enhan kein not€ 
686 und zwug sich selber von dem blut 

und ging dar, da Heyme stund, 

und kuste ine an sinen munde 

und sprach: »Sprechent, lieber herre, 

des bitten ich uch ummer mere.< 
640 Da ime der ubermut verging 

und er zu wort verfing. 

»Was sol ich sagen Pc sprach er zu der frauwen 

und sprechen künde mit freuden, 

»ich bin der unseligste man, 
646 der ye -sele oder lip gewan.c 

»War umb, sprach sie, lieber herre? 

des enhoffen ich nummermer.« 

»Ich sagen uch, frawe, das ist war, 

ich han uch gehabt mee dann .xxx. jare; 
660 hette mir got des gegunnen, 

das ich hett kynt von uch gewunnen, 

die zu den waffen weren gut 

und mine mark hetten behut! 

Nu sol blyben alles myn laut 
666 mynen dot fiant. 

622 Hejme. eyn. slag. 623 sah. 630 komen. 631 off. 
Bchonen. 632 grefynne. 636 stunde. 641 verfing. 646 Wammb 
647 nnmmer mere. 651 gewunnen. 




21 



«Er wirt 80 stark in knrzen tsgen, 

das er on^ a£er Und eol jagen, 

du er nympt myne mage echoii. 

Nu wil er, daz icli ime spanne die krön. 
•M Ich baßen ine mee dann den vater syn; 

künde ich, ich wolt das tun schin. 

Solt mjn gut ime bliben, 

lieber ließ ich mich entliben.« 

Da sprach die greffynne: »Ob es wer, 
w daa ir hettent kynder, 

woltent ir aie toden ?« sprach die frauwe. 

>NejTi, sprach er, by myner traiiwe! 

Ich wolt sie hüten alle gader, 

&ls schuldig ist zu tun. ein vader 
") zu hüten sine liebe kint, 

die er für all die weit mynt.« 

>In tritwen, herre, so sint verloren 

die ejde, die ir hant gesworen. 

Mir gedenkt des, das ist war, 
»>i,ui.de8 ist vergangen zwey und drieaig jare, 

daa ir erat lagent by mjnem lip, 

als ein man by sinem wip, 

da swarent ir mit krefft 

m toden alles myn gesiecht, 
■ ir Hwnrent by eyden groß, 

gewQnt ir kint, ir singt sie dot.« 

»Neyn, frauwe, so was geschieht, 

bezwangen eyde hetudent nicht, 

want bezwungen eide 
' die sint got leyde. 

Bett ich kinder, so wer ich fro 

imd danken got siner gnaden ho.« 

»Neyn, herre, ir swerent dann frede 

DUR 664 grafyn. were, 669 lutun. 672 herre flb«i 
k. 673 geawoni 675 So weit das ente brochstDck de* 

iximg. 680 korr. nua iw&rent A. 681 hinde 698 '38S A. 
684 eid. Dieser vers bildet mit dem folgenden ehi»'i6fle"B? 



22 

uwem kindem hie zur stede, 
690 das ine die eyde nit hindern, 

villicht mocht ir finden kinder.c 

»Franwe, ich sweren gern frede, 

aber ir sagent wonderliche rede, 

ich wen, daz ich und ir nie kinder gewunnen.c 
<M »Nu gant mit mir, ir solt sie schwauwen.« 

Da sprach Heyme: »Nu sint wilkommen, 

herre Eolant und herre Wilhelm, 

herre Bertram und herre Bemhart, 

ich wil mit uch zu hoff wart. 
700 Min kinder wollen wir erst sehen, c 

Da giengen sie für ein kemnaden, 

da die jungherm inne waren. 

Da sprach Heyme: »Sizt uff, Ryzhart, 

und weder stend unverfart 
706 und helffent rechen das blut, 

das got ug sinen wunden gut 

gofi durch unser menschlich sunde, 

want verlorn was all gesiecht und kunne. 

Ich was untedig und von tugenden lere, 
Tio das ruwet mich vil sere. 

Nu wesent ritter von pryse 

und hofelich in alle wyse. 

Ich engebe uch erbe, noch laut, 

ir gewynnent es dann mit ewem swerten off gots 
716 Ich sol uch beerben alle gader, 

als mir det myn vader. 

Alles das gut, das ich ye gewan, 

sprach der oberste stolze man, 

des endarff mir niemant vergunnen, 
7S0 want ich hau es mit krafft gewunnen 

und mit mynem swert uff die gotes fiant.€ 

Hie kam ein jungeling, was genant, 

690 ine] sie. 693 wunderliche. 694 wene. 695 gant] \ 
697 Wilhelm] Bernhart A. 698 fehlt A. 701 gingen. 704 
fiurt vnaerfart A. 708 künde. 712 all. 



H das was Adelhart, der tegen. ^^^^| 

H Er bracht an sinem h&]& getragen 
^|ni ejn swert. So kam er Heymen zu foren. 
^B Ime waren gespannen zwen sporen, 
^K Er gurt ime daa swert xa stund 
H und macht ime ritter nammen kunt. 
f An den hal£ er ine slug, 
»» das er schone verdrug. 

»Gedenkt, das got wart geslagen, 

das er umb uns wolt Tertragen. 

Dj& enist oit getan ein spile, 

want zu der ritterschafft gehöret vil. 
w Ich engebe uch keine land, 
^ dann daz ir gewynnent uff die gots fiant.« 
^M Hie enbynnen kam Fryzhart. 
^1 Herme macht ine zu der selben fart 
H ritter da zur st«de 
^■M und sprach, das er for mede 
^1 ID den heyden offenbare, 
^M als Karies hoff gehalten wäre. 
^M Damach kam Reynolt, 
H der mnttig was und stolz. 
^V* Da must Heyme uff ein bank stan, 
^P 9olt er ine an des halß slan. 

Da ine Heyme au den halä slug, 

Aa& Tcrtrug er schone genug. 

»Siz off, sprach er, Reynolt gut, 
M und habe des espen riaes mut, 

der den karfuakel treyt, 

seltm verlorn hat er den siege. 

üch gebe ich, Reynolt, Pierlepont allein, 

Montagut und Falkenstein, 
»das das gut uwer eigen sy und blibe 
1 dem ende von uwerm libe. 

S Adalhart. 725. »chwert. 726 12 B. 727 whwert. 728 

733 (rethon. apiel. 734 viel. 737 eiiiwa»clieD. 

Mm 740 fifr. 746 jn. T47 336 A. 750 hab. 



24 

Noch dann solt ir nit zu allen zyten 

deste nöder uff die beiden 8tr7t;en.€ 

Man bracht ine vier orse fore, 
760 die gut waren und ußerkoren. 

Man gäbe Beynolt das ober die andern stunt, 

hoher gewachsen eyn fuß, das was kunt. 

Noch dann ducht es Reynolt all zu klein. 

Er name das allein, 
T66 die haut er uff hübe, 

zwyschen die oren er es slug, 

daTes zur erden fiel und nit wider uff stunt. - 

Er kült da mit sinen mut, das was kunt. 

Er sprach: »Das orß was mir zu swach, 
770 darumb ich ime gäbe einen slach.c 

Di£ hatt die frauwen wonder grofi, 

sie sprach, er solt sie alle slan dot, 

die man ime mocht bringen yoren. 

Des hatt Heyme großen zoren. 
776 »Stille! sprach er, liebe frawe. 

Laßt Reynolt sin macht proben. 

Ich wil ime hundert vor bringen, c 

Da bracht man ime zu der stat 

ein orß, das hoher was dann das. 
780 Das slug Beynolt auch damyder. 

Man bracht ime das dryt wider. 

Dem slug er den ruck enzwey. 

Es nam ine groß wonder sere, 

als diß Heyme mit äugen sach, 
786 so gesach er nye liebem tag. 

»Sone, ich weiß nu zu der fart 

ein orse, heißet Beyart. 

Das hat nun orßen krafft 

und stet zwyschen muren yerwarcht. 

758 ryten stryten. 759 roße. 760 ußerkore A. 762 ge- 

wahsen. 764 nam. 766 zwnscheii. 770 jm gab.- 771 wunder. 
772 all slagen. 774 hett. 776 Am rande prilfen B. 777 bander A. 
779 roß, 80 immer B. 780 dar nyder. 783 wunder. 784 sah. 

785 tagb. 787 feblt B. 788 nun. 789 swoscben. 



25 

■ Tme endar tüemant gene1)en, 

Ein drommedarius was sin vater gehei&en. 

Er hat die krafft alle gader 

als der drommedarius, sin vader. 

Umb sante Johanns miße 
w wart es geboren gewiß. 

Sneller ist es dann eiu sperwer mag gesin, 

gmä etarkeit ist ime kein pjne, 

eym ritter dem wolte gelingen, 

der Beyart künde bezwingen, 
■« er solt zu der fart 

einen vt^el uff Beyart.« 

[Da sprach Reynolt: 
»Das orae ist recht myn genot.« 
Da sprach Heyme, der edel man : 
>Son«, dunt Qwer walTen an ; 
dem orse endarre niemant naiien, 
Aet 69 mt^ gefahen.« 
Di sprach Reynolt nnverfert: 
»Sal ich mich waffen umb ein pfert, 
da es alle die sehen von dem lant, 
das were laster und schände.« 
>Sone. ich rat es uch wol zu tun, 
Ana 0T& ist feil und kone.« 
Da det Reynolt, der edel man, 
"» eyn rilich spaldier an 

nod einen halsbei^ dar ober 
nnd Evro hosen von brunem stabel 
und ein kufBe äff sin hobant 
und einen kolben in die haut, 
• der was wol acht fnü lang. 
Da ging Reinolt snell 
zu dem orS, das was feil. 
Imp folkt«n frauwen und jungfrawen, 

ni dronmluiiu. to immer B. 793 13 B. T9i miße A. 797 
TW «olt. 805 Rdelman. 807 mag. 611 337 A. 812 
8U Edelman. 816 darober. 818 tuTie A. 830 liingk. 



26 

die den stryt wolten schanwen. 
885 Sie lagen oben nfF der muren 

dar umb zu sehen die abentnre. 

Da sprach der greye Heymyn: 

»Difi orfi ist ummer dyn.€ 

Do gieng er ime darinn. 
880 Die tore slofi man wider zu nach ime. 

Das orfi sinen fuß uff hub, 

an das heupt es ine shig, 

das er lange wil lag, 

das er hört, noch sach. 
8S6 Frauwe Aye rieff mit angsten grofi 

und sprach: »Ach, Heyme, myn kint ist iotU 
• Da sprach der greve Heymyn: 

»Sone, stant uff, das orse ist din.< 

Di£ hört frawe Aye und sagt: 
840 »Er ist dot, secht wa er ligt.« 

Da sprach Heyme : »Hat er eyn ader yon mir, 

so soll Beynolt uff stan bald und schier. 

Und ist es sach, das ich in wan, 

so enist da kein zwyfel an, 
8« des mogent ir sicher weeen. 

das Reynolt myn son wol sol genesen, c 

Reynolt schampt sich, das er da lag, 

want ime wart ein großer slag. 

Er want Beyart damyder slan, 
860 Beyart wolt es nit also han, 

er warff Beynolt für sich in die kripen 

und det den halsberg' brechen, 

das er yerlofi funffhundert ring zu der fart. 

Da slug er wider uff Beyart. 
866 Und warff ine wider uff die erde, 

Das er die fÖ& uff kerte. 

Hette er yon schänden mögen, 

825 off. 826 zusehen. 827 Heymyn korr. ans HeyuK 

829 Da. jm. 830 tur. 831 off. 834 sah. 837 Heymyn 
aus Heymen A. Heymin. 840 seht wo. 843 loh jn gewan. 
kripfen. 855 ofL erd. 




er were von Beyart gezogen. 

Dbt umb daa ine sahen die frawßn, 
• facht er deat raee mit truwen. 

Das orse menlichen er hielt balt. 

Beide fielen mit gewalt, 

BO was er oben, so was er imden, 

er facht dar gein zu manchen stunden, 
M er stach ime den breidel in den munt 

und det das zu der selben stund, 

er sprank dar off mit genalt. 

Do floch beide, jung und alt. 

Bejnolt, der man wol geboren, 
■n gab ime breydel nnd sporen. 

Das arg was von großer tracht, 

«t tmg ine aber zwen graben mit krafft. 

Iglicher was zu der zyt 

mee dann vierzig fu& wyt. 
"* Da gingen sie nyder von der muten, 

die das or& weiten beschanwen. 

Da drat Reynolt, der herre, 

nyder uff die erde 
I und tmckent mit ayme gern 
■>* von dem blut und von dem aweyfi. 
P Db sprach der greffe Reynolt: 

»Diß or£ engebe ich nmb kein golt.« 

Diu orfi atunt Tor ime und bebet, 

«in fuß lacht es zu Hamen beide 
■' lind neyg Reinolt zu der stet. 

Da kam Heyme, sin vater, 

tmd sin brüder alle gader. 

Reynolt das orß also gewent hatt, 

daa da hy mocht gan jung ucid alt, 
*■ «Q« die «8 wolten schauwen. 

Ea was wi&e binden an den hoven 

tmd was swarz als ein rabe 



|>U 14 8- Dammb. 868 Da floh. 874 meno. 



l ftbti der wQe A. 



) et Qber der zeile Ä. 



28 

und hatt ein heupt als ein lepart 

und stark yon sneller fart. 
896 Reynolt, der edel man, 

1^ dar einen satel an 

und gurt es mit vier gurten, 

ob die zwen uff sprangen, 

das die andern zu drangen. 
»00 Heyme bereyt sich mit sinen vier kinden. 

Sie begunden die heim uff binden, 

sie waren gewaffhet oben und unden mit coyyerture yon stale. 

Da waren ander cleider yon syndale. 
. Sie fQrdten auch zu der stede 
•06 gar düre cleyder mede. 

Mit ine für Bertram und Rolant, 

herre Wilhelm und Bernhart, die herren wol bekant. 

Das was in cleyn zu Genlys, 

sie musten faren zu Parys. 
»10 Reynolt saß uff Beyart 

und reyt, das die erde bebet. 

Manich stück groß und die cleynen 

sprangen von den harten steinen. 

Dar kam Beynolt, der wigant, 
»16 yor sinen vater gerant, 

auch waren sin bruder uff gesefien 

und waren stolz und yermefien. 

Ir banner wart entwunden, 

als sie das beste yiseren künden. 
920 Von Rcftne der kone t^en 

sant ine botden engegen, 

er bat durch got und durch gnade 

das er sin folk entwappen det. 

Da entwappent sich Heym und all, die by ime waren. 
»u Da kam Karle mit rittera und frawen gefaren 

und uß gezoge hastiglich. 

♦ 

895 edelman. 902 Von mit an neue seile, doch nach unden yer- 
bindungszeichen AB. 904 fürten. 911 erd. 919 visieren. 920 
kome A. 922 gnad. 924 15 B. entwapent. 926 yOgesoge. 



Dar omb zornt sieb Ludwig. 
Er sprach: »Wollent ir gniBen den man, 
der uch keyner eren en gan ?< 
>Swigt! sprach er, ich wil das urlfige versonen. 
Die fede hat lange gestanden.» 
Alle die jene, die da waren 

ttnd die da kamen geriten und gefaren zu der scharen 
mit dem konig Karle kostlich 
w und sin sone Ludwich. 
Da der konig Hejmen sach, 
da wünscht er ime guten tach. 
Heyme sprach: >Oot mü£ ücb Ionen !< 
Lndwig der ine wol sacb komen, 

Fder engah jme keinen grüße 
ror großen oid und zorne. 
Diß war der erste tag, 
das Kerl Heymen entwaffent sBcb 
wol bynnen zwey und driasig jaren. 
Rolant bat, die da waren, 
das sy Heyraen solten grufien, 
des bat er auch Ludwig, den genoßen. 
Da sprach Ludwg, der kone, 
er en hett mit ime nit zu tun. 
I M Da fragten sie alle zu male 

ob Reynolt Heyraens sone wäre; 
sie enhetten under des bjmels thron 
gesehen keinen so menlich, oder so schone. 
Dar KU hatt er ein roß beatryden, 
* das tapffer was von schonen gelyden. 
Es enwas auch keyn so schon uff ertrich. 
Du mute sere Lud wich, 
der die schönste was 

! Beynolt, als ich laß. 

B n fehlt 930 Trlogs versdnen. 932 ihene. 933 gefarn, 

ig. 936 Mb. 937 tag. 942 33» k. erst. 943 sab. 

m] jnn. 949 enhett. 954 Doted. beatryden korr. aus 

B A. b«tT7tt«n. 9S7 mod. Ludwig. 958 der der icboiiste. 

9&9 nebit 



80 

•60 Reynolt was lenger einen faß, 

schöner yon allen geliden und grofi 

und hatt ein besser orfi bestreden. 

Ludwig sprach: »Ich en hört nie keynen 

gesagen yon yeman, 
•w das Hejme ye kind gewan. 

Er hat sie entlehent alle gader. 

Wenent ir, das Heyme sy ir vader? 

Er hat sie entlehent mit gut, 

das er zu hofe her kern mit mut.€ 
•70 Horumb zomte sich der konig, 

er sprach: »Sone, ir sprechent tomme ding. 

Ich weiß wol, das di£ sint die kinder sin.€ 

»Sie bestand mich weder grofi noch klein. 

Ich sol wol prüfen ob Beynolt sy von mynen gesiechten.« 
•76 Ludwig kam under ein lynde gerytten, 

da er Reynolt sach. 

Er sprach: »Nefe, got gebe uch guten tag!» 

Reynolt sprach: »Herre, 

got gebe uch gut und erelc 
•80 Er sprach: »Nefe, wolt ir mir di£ pfert geben? 

sie priesen es alle von schonen gelyden.€ 

Reynolt antwort ime mit syden, 

dar zu mit züchten und geberden: 

»Gebe ich es yemant, es solt uwer sin. 
•86 Mich en mag kein anders getn^en so fin. 

Ludwig, nefe, ich wil uch gern dienen, 

difi rofi enstet mir nit zu emberen.€ 

»Ja, Reynolt, sprach er, hören sone, 

ir sint gebens ungewone, 
•90 als ich diesen herren geben sol; 

so sol es mir stan harte wol, 

ob ich uch gebe grofi oder cleyne.€ 

Reynolt sprach: »Pfach! uwer gaben begem ich kein. 

Min yater ist so rieh ein man, 

961 gledden. 962 bestreten. 963 enhort. 969 kerne. 970 
■omt. * 978 bestonde. 981 gelyden korr. ans geleden A. 98S 
dano. 985 enmag. 990 16 B. 992 ach über der zeile A. el^jD. 



31 

I nwer gaben icb nit za tun hau.* 

Da gingen sie in einen baamgart ringen, 

da der könig inn pSag zu teydingeo. 

By wilen fielen sie zu dctn schachten, 

bj wilen zu den swerten und den schilten. 
I Da mocbt man frolikeit scbauvren 

TOü herren und von frawen. 

Sie spilt«a bi& an den abent 

mit frolikeit, die sie da hadent. 
Do man aolt gan essen 
» und die Inte waren gescsaen, 

da bieti Ludwig, das man des grefen 

Heyms kynder nit solt zu essen gefen, 

da befal er den, die da dienten mit sjte. 

Herren und grefen und mangeni ritter mit 
' man gab da baut wasser zu f'oren, 

die rieh waren und daz best geboren. 

Man sazt alle die herren 

nach dem, als sie weren. 

ZwQacben rittem mocbt man schauwen 
n &auwen sizen und jungfrawen. 

Da waa freude groß nach der wiae. 

Da sprach Reynolt: >Ich wil laufTen unib Gpise.< 

Zu der kQchen lieff er mit dem fuä 

und gab ir einen stoß, 
" das die ture zu stucken sprang, 

da« es in dem sal erklang. 

Sieben scbu&eln er in der kuchen greiff, 

wem es leide waa oder lieff. 

Der koch hielt ine mit dem gere, 
■ er sprach: >Laß stan in des dafels ere!« 

Da stieä ine Beynolt mit dem fuB, 

dM er winselt und den selben fu£ verstieß. 

I tattut. 999 KliwerteD. 1000 frolichkdt. 1002 spielten. 
1004 Da. 1007 geben, 1008 befaihe. ajt. 

1011 S40 A. 1016 Docb. wis. 1019 ir korr. aot 
1081 «rdug. 1022 iloßel (die» dnrchBtriebeti) schuQeln A. 

nmn. leid, lieb lieff (1). 



32 

Noch hielt er Reynolt by dem geren, 

er enwolt nit la&en noch enberen. 
1080 Da slag ine Reynolt mit der fast mit nyde 

&dn arm und bein entzwey znr selben zyde 

und drug die spise vor sin brüder alle samen. 

Da bracht man vor den konig mit clagen, 

das sin koch were erslagen. 
1086 Er fragt wer es hett getan und wer so stolz. 

Sie sprachen: »üwer nefe Beynolt.€ 

Da sprach der keyser, imd daz sach: 

»Dank hab er, das er ime gab den slach! 

Ich sach wol, das er saß 
1040 und weder trank noch en aß. 

Got yerwäte den koch in aller wise, 

das er versagt mynem nefen die spise! 

Solt ich myne mage vertriben 

und solten fremde lute mit mir bliben, 
1046 so were ich tull und sot; 

neyn, ich nit, so helff mir got! 

Diß nemen ich uff mich. 

Yeder man sehe für sich!« 

Sufi sprach der konig difi wer sin wille. 
1060 Da swigen sie alle stille. 

Der gene, der das brot drug, 

der gab Reynolt brots gnug. 

Der schenk sprach: »Herre, woUent ir ytP 

üch ensol gebresten nit, 
1066 ir soUent han wins genug 

und morat, darzu pum^ranaten ouch.€ 

Man diente ine erlich. 

Da zomte sich ser Ludwig. 

Hie zwyschen kam der druchseß zu den, die da s€ 
1000 der da diente zu dem essen 

und die gericht yor drug 

gar kostelich und sere klug. 

1085 were. 1040 enaß. 1049 Soß. were. 1056 17 R 
granaten. 1058 sere Lod^ch. 1059 zwiuchen. 



^^M 



> Junger man, ir hant misaetan, 

der koch lyt zu dot erslan. 

Der hifel iiwer walt!< 

Da sprach zn ime Reynalt: 

»Der vil drauwet und wenig dut, 

des lob ist nit aere gut. 

Gebent ir mir einen slag, 

dar an lege uwer lest« tag.« 

>D»s wil ich prüfen, sprach der truchseß, 

tind wersta noch ao ungemeüe.« 

Sjmen spiße er uff hübe, 

nach R«jnoU das er slug. 

Reynolt slug den arme vor den slag 

and wider slug ine, das ime der hals zerbrach. 

ItejDolt was zornig und irre, 

m warff ine drissig fuß ferre. 

der keyser woi nnd suell, 
ih der degen wer feil. 
Ludwig sprach: »Vater, dunkt iich gut diese schände? 
Ir sint doch herre von dem lande.« 
Da kam vor den kejser raere, 
du der dmchseü dot were. 
Da gebot der kejser fryAe, 
du man Keynolt nit endet. 
Hie nach befalhe Ludwig 
alle den genen uamelich, 
das man bette mere und mynner 
sonder als des greven Heymes kinder. 
Da sach Reinolt, das die gesellen 
■ich alle hatten gelacht slaÜ'en mit snellen 
Bod alle gader gebetet weren. 
Da Bprach er zn sinen bruderen: 
Ich wil umb myn heupt wetten, 
wir wollen han von den besten betten.« 



L. 1063 en fehlt 1072 werertn. 
1UT6 zarbrach. 1079 341 A. 



1078 ipieße. I 
1087 befalb. 



> 



34 

Reynolt einen halßberg nam zu der selben stund, 

die slaffen waren, alle gader er die jagen bestund, 

das kint über den yater sin 
1100 und der vater über das kint, daz was da wol aohyne 

da niemant den andern sparte, 

so lange, das er ir .xxx. verjaget hatt. 

Sye clagten den keyser über Reynolt 

und batten, das er ine berichten solt. 
1106 Der keyser sprach: »Das ist schände 

großen luten von dem lande, 

das ir alle clagent über einen man, 

der uch so wol uff wecken kan. 

Ich enweiß die warheit nit, 
1110 ich wolt gern wenden uwer verdryeß.c 

Das achte wenig Reynolt 

und ging ligen mit gewalt 

in das schönste von dem sale. 

Sie lagen wol und warme, 
1116 igUcher in des andern arme schon, 

des greven Heymen vier sone, 

byß morgen, als man den tag 

zytlich kommen sach; 

da Sprüngen sie uff mit lobe 
iiso und gingen zu des keysers hofe. 

Der keyser kam ine engten mit schall, 

von dem rieh die besten alle 

und wolten gan zu Ludwig. 

Der keyser kam mit rittem drissig 
1126 und dryzehen herzogen und anderen herren bekant, 

er kam, da er sinen son Ludwig fant, 

und sprach : »Stand uff, es ist zyt, 

und biß gehorsam und versmehe diß nit. 

Ich sal dir geben schone 
1180 myn laut und myn kröne 

1097 derselben. 1101 nimant. spart. 1104 batten korr. t 
betten A. 1107 uwer A. 1113 schonst. 1114 warm. 1118 kom« 
1121 entgegen. 1122 18 B. U24 mit über der leUe A. 1129 i 
1180 krön. 



35 

und machen d!r nudertan 

alles, das die kristenheit hat beraii.< 

Da riebt man nff den edelman 

und det ime sin cleyder an. 

Heyme, der greve, halff ine cleyden 

nnd der biachoff Tulpyn under ine beiden. 

Ime diente noch dann 

manig edel man, 

iwen konig ynie die armen veaten 

gar kostelich von den besten. 

Da bat der kejaer Heymen, 

das er sin kjiider ließ dienen, 

einen iglicben von ejm ampt. 

Da hieß er, daz man Reynolt keller machte, 

und man macht druchseß Ädelbart. 

Er b«t, das vor ime dienen wolt Rizhart. 

»Herr« Rizart, ich biten nch hUden, 

dxs ir mir dienent in htibscbeiden. 

Frizbart eol dienen den bischoffen in dem sale 

und den andern herren, der ist ein große zole.i 

Sie sprachen, daz sie es wotten gern tun 

gar kostlich und schone. 

Do fürt man Lndwig zu der kirchen wart. 

Vor iroe gieng Ryzhart 

der ime wert daa folk, 

by syten gieng ime Reynolt, 

off der andern syten ging Adelhart, 

kinder ime ging Frizhart. 

Da waren rittet atolz und küne, 

die trugen oben yme ein pellin grüne. 

So leyt man ine zu Parya in den köre 

gar mecfatig und .schone. 

Mit pellen was es befan, 

da Ludwig solt« stan. 

9U3 «£ Bdelnun &. 1138 edelmiLn. 1145 Ad;ilhart. 1147 

1149 Fritshart. IlSO gioße. 1153 ün. 1154 gin;. 

in. 1166 King. 1159 kone. Ilöl cbore. 1163 Kbon. 
1164 wlb 



36 

1106 Reynolt ging in den köre und sin bruder alle gad( 

und giengen stan by iren vader. 

Heyme saß by dem keyser von dem rieh. 

Es en ist kein man in Frankrich 

so edel noch so schone, 
1170 die mögen tragen kröne, 

ist das wäre, da man beschriben fint, 

er en sy getruwet kint, 

und uff sinen licham muß man singen meße 

und got unsem herren sacreren gewiß. 
1176 Man lacht Ludwig uff unser lieben frawen altar. 

Der bischoff Tulpin sang meß dar. 

Der den dienst det mit ime, ' 

das was der patriarche von Jherusalem. 
• Da der dienst was getan 
1180 und man opffem solte gan, 

da leyte man Ludwig zu dem altare 

und er opffert eyn bysant yon golt dar. 

Reynolt ging opffem zwey bysant von golde, 

als er billich solt. 
1186 Da Ludwig das sach, daz ducht ine schände sin, 

das so krank was das opffer sin, 

und kerte wider zu dem altar 

und opffert zwey bysanten dar. 

Reynolt kerte wider 
1190 und opffert bysanten vier. 

Als diß Heyme, der greve, sach von ferr, 

da sprach er: »Ich wolt, daz myn gut wer 

halb verkaufft und in bysanten geslagen 

und du sie zu opffer soltest tragen.« 
1196 Ludwig lag uff dem altar, 

ime kam kein oley oder daz er han solt dar. 

Da bat der keyser riebe 

got vil demutiglich, 

« 

1165 Chor. 1166 gingen. 1168 Franckerich. 1169 Ed 
1172 ensy. 1173 lichnam. 1174 sacrieren. 1175 legt. 117^ 
1183 gold. 1185 saL daz mit durchstriclmem z A. 1188 1 

1191 ferre. 1192 werre. 1195 off. 1198 demntiglidien. 



das er Ludwig hude ge1>en wolt 
■ alles, Abs er han solt. 

i kamen vier eogel von her oben 
ich in einer tuben wyß geflogen 
d brachten, das man haa BoJt. 
D« daz pater n oster gelesen war darnach balde, 

• da bracht man die kröne, 
die ddre was und schone. 

Sie was wert zehen mark von golde, 
rit w e Ton recht solt. 

I besaict mit edeln steinen, 

) schone scheynen, 

i stunden zwen stein 
der karfunkel heyueii genieyn 
and auch zwen robin, 
die lachten als der sonnen schyn, 

• mirand und gaphire, 

die richlich warpn und türe, 
carbnnkel und serpentjn. 

Na rieff dem ^even Heyme und dem bischoff Tulpin 
nnd Bmerich von Narbone 
> und dem patriarchen von Jhenisalem. 
Da man Ludwig die kröne uff sin beupt sazt, 
dar KU er großen ubermut hatte. 
Da ime stund die krön ufi* sinem heupt 
nnd die erone ime spen zu der stedt, 
s[)en man ime einen sack dar zu. 
Das betudet uns also: 
die kröne nnd der sack 
betudet freude und nngemach. 
Und als man einen keiser macht, 

• m gtlrt man ime urab eyn swert nackt; 
mit dem awert sol er fechten 

I und die criatenheit berechten. 



1905 krau. 1206 ichon. 1307 go\A. 1210 schon. 
1214 343 A. 1231 off. l'^SS <)ivniii. 1224 Cron. 



38 

Der bapst gyng beneben ime 

und der patriarcbe von Jherasalem. 
lau Die bischoff, die da waren, 

gyngen ime nach zu der scharen. 

Vor die bischoff ging Karle von Frankrich 

gar schon gezieret kostelich. 

In der scharen mocht man schanwen 
1240 zwüschen zweyn rittem zwo franwen. 

In den zyten drug Ludwig die kröne, 

Heymes kinder waren vor g^an zu hone^ 

eyn iglicher zu dienen nach dem ampt sin. 

Reynolt ging zu dem win, 
i>46 Adelhart bericht die herren, 

als er schuldig was zu tun zon eren, 

Ryzhart ging zu der taffein balde, 

da er dem konig dienen solt, 

Frizhart gieng dienen vor den bischoffen all. 
1360 Nu sint die herren wider komen in den ^aL 

Da sazte man die herren 

nach dem, als sie geboren weren. 

Der keyser und die keyserinne 

saßen zu samen dainne, 
1866 der bapst ging sizen by Ludwich, 

zwen bischoff dienten mit Frizhart sicherlich. 

Adelhart bericht sie alle zu male, 

die da waren in dem sale, 

nach dem, das er solt dienen. 
iMo Heyme saß zu des keysers tafelen, 

da was by des bapst urloye, 

und fort nyder saß die koniginne, 

darnach saßen die andern herren 

und bischoff mit großen eren. . 

w« Zu der tafeln Frizhart diente 

und zwen greven mit yme. 

* 
1234 Patriarch. 1238 geziert köstlich. 1245 Adalhart 
son. 1251 'säest 1254 20 B. 1259 noch B. dem aber der sc 
1268 bis 68 in B wiederholt , in klammern gesetzt : Ya[ . • . 
1266 ym. 



Nach den bischoffen ta&ea herzogen, 
n«ch dea herz(^en sa&en die greven, 
darnach saßen die besten ritter, 
» darnach saßen ritter von eym scliilt. 
Nu laß ich rou dem essen bliben 
□nd wil das ander fort schriben. 
Da daa essen was getan, 
da bracht man wasser die hende zu zwan. 
< Da zwugeo aller erste, 
die riebest waren und geerat. 
Da was Freude sonder ruwe. 
Da daa waeser was genommen, 
da ist der schenk gegan tcommen, 
er det da oberflojen den wie. 
Da begunde man diir apeUn, 
ein iglicb von sinem spUe 
irol zu ma^en und nit zu vWe. 
Eonig Karle gieng slaSen 
mit rittem und mit knappen, 
wol rierdhalh hundert bj der zale. 
Da sprach Ludwig: >Ku folgent mir all, 
wir wollen in den baumgarten gan 
und da schone djng bestaii.< 
Da ging er schone gaben geben 
konigea, herzogen und grefen, 
darnach den besten rittem 
und darnach den rittem von ejm schilte. 
AU begabte er sie alldar, 
sonder Heyms kinder, daz ist war. 
Da gingen sie alle gader 
und Seiten daz Heymen irem vader. 
Ala Bejme hört diesen wort: 
»Ich Bol es clageo dem keiser fort.« 
Cnd ging zu der kemnienaten, da er lag, 

i twflgen. 12T6 ge erst A. 1 278 tcenomen. 1280 obar 

\iai 344 A. 1282 spiel. IZ83 riel. 1289 mrbalb A. 



40 

und sprach zu dem keyser, als er ine sach: 

»Herre, sie sint b^abet alle besonder, 

ane allein myn vier kinder.« 

Da sprach der kejser: 
1W6 »Holent mir myn nefen her, 

sie soUent nit sin verdrehen 

durch sterben noch durch leben.« 

Sie kamen, da der keyser lag, 

sie sprachen: »Ohem, habent gaten tag!« 
1810 Der konig sprach: »Wilkome, nefen! 

Ryzhart, sprach herre, daz wart mir geseit sa foren 

das ir ersten worden geboren. 

Ich geben nch schaz und habe 

und machen uch yon Spangien graye. 
1816 Adelhart, stolzer wygant, 

ich gebe uch Polgen das riebe laut 

darüber zu bliben ummermer 

marggraff und herr. 

Frizhart, ich gebe uch mit truwen 
1890 die sesten schilt zwischen Parys und Louwen 

und den yöß zu Monis yon dem berg. 

Das soUent ir hau yon mir one sorg 

und den sehsten pfennig darmede.« 

Reynolt rieflf der keyser zu derselben stet 
18» und sprach: »Ich sol uch geben Artöß 

und Angers und Bloys 

und das gut laut yon Plantone, 

auch geben ich uch, ritter kone, 

yon rodem golt einen bylant zur stund, 
1880 der wug wol funflfeehen pfund.« 

Da knieten die ritter gut 

und küßten des keisers füß 

und empfiengen das gut zu leben, 

Heymes kinder gemeyne. 

1305 herre. 1309 oheym. 1312 wurdent. 1314 21 B. 
Adalhart. 1317 zubliben vmmer mere. 1318 herre. 1320 sehi 
awuBchen. 1321 yaO. 1323 da met 1328 kune. 1329 susi 
1330 w6g. 1333 empfingen. 




41 

Dis kam Ladwigen vor gering, 
d«e halt er groS zom in ninem sjniie. 
Beyme kam vor Ludwig und ein kinder. 
»Herre, schon ding gab uch niyn herre 
nnd HWern kinden zu foren ; 
aber ich en wil es ine nit waren, 
die zwey teil von mynem riebe, 
ich sol sie uch nemen sicherlich. 
Ich wil ouch sehen mit den aagen 
ob sie Waffen tragen mögen. 
Sie mQßeu prüfen alle gmeyn 
ir kraöt an eym stein.« 
Ludwig sprank uff zu der fart 
und rieff: »Ich vermessen mich des hart, 
das hie niemant bo starke en ay, 
der diesen stein verwerffe my, 
iaa en sy der beste, der da lebet, 
den die weit iiff erden hebet, 
von krefften und von Schönheit 
lind darzu von starker manheit, 
der mir den stein verwerffen sal, 
er enhabe dann gut gefall.« 
Da zomt sich Reym nnd sprach mit feil: 
>Wir kennen wol, das ir sint dapffer und anell. 
Latent stan nwer groüen wort, 
sint ir gut, das kSmet wol fort. 
Hie ist einer von fünfficehen jaren, 
wolt ir sin krafft sehen und laSen offenbaren, 
er werff diesen stein nnd sol auch brangen.* 
Da Rprach Ludwig: >lr alter mit den grisen wangen, 
ließ ich es nit durch myii ere, 
ich wolt ach slan so sere, 
das ir mit allen 
in der erden mQstent lallen. 



anvll. 1341 rieh. 1348 345 A. 1349 es*;. 1350 Am 
■Dir Bit v«rwtiungumefaen AB. 1359 oB. 1355 «ol. lüBO 
1388 ilagen. 



42 

Nu wil ich, das uwer kinder gemeyn 
1370 ir kraift prüfen an diesem stein.« 

Ludwig warff sinen mantel u£F die erde, 

er nam den stein mit gerde, 

er wart verbolgen und irre 

und warflF ine zwolff fuß ferre. 
1876 Damach wurffen hastiglich 

die besten von Frankrich, 

sonder die kinder des greven Heimen, 

sie waren des steins auch war nemen. 

Da en was niemant so krefiRig, 
1880 Ludwig entwarff in allen eyn faß lichtlich, 

und hatten versucht ir macht 

darzu ir sterk und kra£Pt, 

er nam den stein und yorwarff ine allen. 

Da sprach er: »Mir ist gefallen 
1886 schone abenture hier 

gegen diesen herren vier. 

Herre grise, wa sint uwer kinder, die greven ? 

warumb en gan sie nit her werffen? 

Gand hin und holent Beynolt. 
1890 Ir sagent, das er mich verwerffen solt, 

ich wene, das ich uch selben so horde. 

Ich sol uch ziehen by uwerm grysen bart, 

das uch in kurzer stunde 

die zen sollen fallen uß dem munde.« 
1896 Do zomte sich Heyme von Narböne 

und sprach: »Ir en sint nit so kone. 

Kommet uwer haut an mynen bart, 

ich Sprech das en keme nit von guter art, 

ich sagens uch zu foren, 
1400 uwer haut wirt verloren. 

Wenent ir mit treuwen gewynnen, 

ir müßent es anders begynnen.« 

•- 

1870 prüfent. 1371 off. 1875 hasteglich. 1377 der. 
en was. 1880 22 B. 1882 8 in sterk korr. aus 1 A. 1888 vor ii 
1885 abentar. 1387 wo. 1388 engaii. herre. 1889 faien. 
Da zornt. 1396 eosint B. nit über der seile A. 1397 komei 




43 

r & flokfinde sieb nit bezwingen, 

t n^nfiten uß sinen äugen springen 
1 hart. 
t rinen kindern wart, 
■ SU' saSen and sungen mit den jungfrauwen, 
da WHB groß freude zu echauwen. 
Reynolt die freude ließ alle gader, 
Uli da er sach weinen sinen vader, 

er Sprech: »Was ist uch, daz ir nit sint zu freden?« 
Heyme sprach: »Verstant mich, ich sol dich bescheiden. 
Ludwig hat mich versprochen, 
ich ensterbe nummer, ich sy gerochen. 
"» Er hat verworffen gemeyne 

den herT«ii mit dem sweren stein 
and er sagt, das niemant enwere 
so stark, noch so menltch als er. 
Er hat so vil gesprochen mit dem mund, 
um des ich nit lenger gelyden enkunde. 
Ich sprach einer von funözehen jaren, 
wolt er sin krafft offenbaren, 
er verwurff ine zu der stund; 
da schalt er mich glich einen hund. 
UM Liebes Hnt, ich biten dich, 

das du mich nit laüeat lUgenhaETtig.* 
B«ynolt sprach: >Vater, irtund übel sicherlich, 
das ir ach sezent wider Ludwig ; 
was Lndwig miisdiit uns all gader, 
Hl das hat gebessert sin vader. 
^H Das kompt ime von tonunen sjnnen, 
^r VI ktui 68 noch nit bau erkennen.« 

Hejme sprach: >Du must eyna werben sicherlich, 
ob ich sol von mwen sterben gewerlich.« 
Jgi B«ynolt sprach : >Sü was geschieht, 
^m wider ine enseze ich mich nicht, 
^1 WAtit der konig ist unser herre.« 



» &vwL I4I-I 34Ö A. 
llAitwicIu li3t tiuuaen. 



1419 munde. 



1424 e 



44 

Da sprach Heyme: »Sol ich dann bliben ein Ifigener, 

mir wer lieber, das ich blibe dot, 
1440 ee ich das lyt, das er mir dut.« 

Do sprank uff Reynolt stolz, 

der da gering was und holt, 

und gieng mit sinem vatder. 

Da folgten sie ime alle gatder, 
1446 beyde ritter und frauwen, 

die das werffen wollten schauwen. 
Ludwig stund zu denselben zyden 

in eim blyant yon roter syden 

als ein übermütig t^en, 
1460 als die erde mocht getregen. 

Nu was komen Reynolt mit Heymen, sym vader. 

Da prysen sie alle gatder 

sin Schönheit und sin krafft. 

Da nam Reynolt den stein mit macht 
1466 und sazte ine uff sin haut 

und warff ine eyn fuß über Ludwig zu haut. 

Des zornt sich Ludwig und warff nider unschön 

beide mantel und crone, 

er hat des großen zoren, 
1460 das ime Reynolt warff zu foren, 

und warff mit gewalt 

einen fuß darüber schalt. 

Da warff Reynolt über sie alle. 

Da was lob mit großem schall. 
1465 Als Ludwig werffen solt schone, 

da enkund er des nit getun; 

noch dann schoß ime zu der stund 

das blut uß nase und dem mund. 

Da sach Heyme uff Reynolt und bat ine, 
1470 das er wolt prüfen alle die macht sin. 

Da rieff Reynolt mit ylen groß 

der stein wer sin genoß: 

* 

1439 were. 1441 Da sprang. 1446 23 B. das] da. 1447 c 
in zyden korr. aus t A. 1455 off. 1460 znforen. 



45 

»Bringent mir den steyn, Fryzhart!« 

Da bracht er ime den atein zu der fart, 

RejrooU, der edel man, 

lacht alle sin macht daran 

and warff den stein sonder wank 

Ewen mannee fuQ lang. 

Do sprach der grefe Raymin: 

>R«ynolt rnftia gebenediet sin!« 

Alle, die daa aehen, 

prj&den Reynolt, den d^ea. 

Ludwig sprach: >Es iat ein schone ding, 

das ir alle prjsent einen hurling. 

Ich bins sicher und gewili, 

daa er herzu gehiiret ist; 

tU ferre, als ich gemerken kan, 

«> ferre wirfft ein gebor dan, 

ata da dut ein edel man« 

Dod kert sich umb und wolt hin weg gau. 

Da sprach Heym, der d^en : 

»Sone, DU ist Beyart din eigen.* 

Da sprach Reynolt: »Herre, 

ich danken uwer gaben sere.i 

»Qort, sprach Heym balde, 

wie mochtent ir enthalten 

K> lesterlich uwer krafft? 

Uettent je geworffen uwer macht, 

ir hettent den stein groü 

forter geworffen einen foß.* 

Do schampte sich Ludwich, 

hin weg ging er für sich, 

da kam ime in sin geinute zu stunde 

Gavelone, da sin rat an stund, 

und Hardricb, die waren zu hofe verredere. 

Oarelotie sprach: >Herre, 

IT& Bdelman. UTö legt. 1478 Ungk. UT9 Da. H84 
1489 da korr. aoa det A, dann B. Kdelman. 1492 aSn. 

)•. Ludwig. 1502 Unweg. 1503 sustunde. 



46 

wer hat den pryse yon dem stein 

vor uch gewonnen allein ?€ 

Ein ander sprach: »Er daran 
1510 Reynolt hat uch laster getan. 

Herre^ wollent ir behalten loff, 

ir müßt wider keren in den hoff 

und helsen Reynolt und sin bmder 

und danken got und siner lieben moder, 
1616 das ir haut alsoliche nefen. 

Mochtent ir machen, das sie bj uch bieben, 

bjtent Reynolt und Adelhart, 

das sie mit uch gan zu der fart 

in uwer kemenade bynnen; 
1620 ein ander spil wollent ir begynnen 

und spilen schach in kurzen zyden. 

und tund sie gan sizen zu uwem syten 

und sagt, das man den edel man 

by Schach spil erkennen kan. 
1626 Dar er des nit tun, so sagent das, 

das er sich zur stund vermaß, 

das ers baß künde dann ir, 

und legent die zugnisse uff mich 

und uff den herren Gavelonen 
1630 und uff Hardrik, den konen; 

wir sollen wisen dar, 

das es alles sy war, 

also hie ist geseyt zu foren. 

(Da mogent ir falscheit hören.) 
1636 Dann sezent dar uff uwer pfant, 

der erst, der uff den gewjmnen kan zu hant 

funff spile sonder wan, 

der sol dem andern das heupt abe slan. 

All hett Adelhart uwer heupt gewunnen, 

1508 gewännen. 1512 24 B. 1513 helffen. 1514 mad 

1515 alsolche. 1517 Adalhart. 1519 bjnnen. 1522 uwer. 11 
Edelman. 1528 zugniO B. mich, darÜbergeRchrieben mir A ; mir 
text, am rande mich mit Versetzungszeichen B. 1533 znforen. 1' 
daroff. 1536 suhant.' 1538 abslan. 1539 gewonnen. 



47 

i'er en solt es och nit vergönnen. 
Ohetu, nu verstaut was ich meyn, 
SU& mogent ir tonig bliben allein. 
Von uwenn libe mogent ir tiwer spil gewynnen, 
sft enla&t ine nit verdingen 
umb alle, die ye lip empfingen, 
80 enlaiit ine uch nit entspringen, 
ir dnt ime slan abe sin henpt schone. 
Hettent ir das heupt von Ädelbart, üeimes sone, 
80 werent ir gerochen Ton den schänden, 
"" die nch Ileynolt hat getan in dem bungarten, 
so mogent ir ummer mit eren 

Iuwer rieh alle zyt gemeren.c 
Da antwort Lndwich: 
»Macharius, ir s^ent war sicherlich. 
In rechtem spile weiß ich es vrol, 
das ich es bau kan, dann ejnich man soI.* 
Lndwig ging vor ein fenster atan, 

tda er sach Adelhart kommen gan, 
und begunde ime zu winken. 
Da wände Adelhart er wolte drinken 
und nam mit win ein goldin schale 
nnd dmg sie Ludwigen in den sale 
und sprach: >0ot behiit uch, herre Lndwich, 
Karies sone von FrankrichU 
Darumb zomte Ludwig, 
der jung konig von FrankritA, 
and alug nyder das heupt sin 
and xprach kein wort groä noch klein. 
Da »chamte sich und sprach der kone Adelhart: 

t»Hat ach ytraiant kit getan, konig zart, 
des ir räche wollent empfauP 
ban ich etwas wider nch getan ?< 
Hit sara nam er die schal Adelfaart uß der haut 
40 



» 



D «wolt. 1542 «oß. 16A3 Hb. 
ISSO 348 A. bangarten. 
Ml gn]d«B. 1563 LadwiKh. 1564 s 

M! log A. 1370 Tinaiit. 1572 ettwaa. 



154S Adalhart. 1519 
>ö8 komeo. 1560 wolt. 
1. 1566 Franckceicli. 



48 

und warff sie wider ein steinen wani. 
1675 Da wolt zu hant Adelhart 

wider keren in der fart 

Da sprach Ludwich, 

der jung konig von Frankrich : 

»Ich wände mage und man 
1680 han, da ich sie nit enhan. 

Ich han in mjnon lande 

mine dot fiande, 

das ist Rizhart und Frizhart 

und den greven Adelhart 
1686 Dar umb das Reynolt in dem hofe 

von dem stein hat das lofe, 

er sprach, des hat sich vermessen Adelhari 

Schach zu spilen mit mir uff der fartc 

»Da wil ich mit ime umb fechten 
1690 wider den, der es uff mich dar sprechen. 

Solich verretnisse und solch mort 

enwart noch nie gehört. 

Ich wills nemen einen kampff 

und fechten sonder schympfif.« 
1696 Ludwich sprach: »Di£ en ist nit; 

gand mit mir, was des geschit.« 

Ludwig nam ine bi der hant 

und leyte ine, da er es schone fant. 

Da waren die herzogen von hohem ton, 
1600 Macharius und Gayelon 

und Hardryk er da fant, 

die da Urkunde solten geben zu hant, 

das es Adelhart hett gesprochen. 

Sie stunden da eynen rat mit falschen. 
ieo6 Er fant da yierzehen greben drat. 

Das ine der konig leyte zu solcher stat, 

das det er dar umb, ob ime Adelhart 

1578 25 a 1585 darumb. hoff. 1586 loff B, lose A. 
fehten. 1591 solch verretniss. ' 1595 Ludwig. 1596 ges 

1598 schon. 1602 yrlranden. 1607 darumb. 



40 

uff der selben fart 

a, das sie aolteu 
i Ädelhart halten. 
r3>efat yme das schachbret vor, 
1 schone und ußerkore, 
da stunden an geschriben tbgel von ^olde, 
wie sie fingen in dem walt. 
i Ludewig mocht es nit verheln, 
1^ sprach: > Adelhart, wir mu&en spiln 

i pfaiit lunb unser heupt schier. 
Der zu erst uff den andern hir 
mag gewynnen fnnff spile, 
< da» enwer nit zu vile, 
in sal dem andern das heupt nemmen zu der fart.< 
Da antwort Adeihart : 
»Nefe, edeler wigant, 
ich apile nit umb so dnre ein pfant. 
> Das were wonderlich ding 
IQ Bpilen iimb das heupt von eyni konig. 
Edeler konig, soltent ir uwer henpt legen gegen daz myn? 
La^ uns spilen umb castell nnd markt, mag daz ain.« 
■Ich bin konig und enm^ nit liegen 
■ oder niemant bedriegen; 
by myner konigs kröne, 

' mu&ea spilen umb unser heupt schon. k 
Da sprach Adelhart zu inie: 
>In gotes namen ich des begynne.c 
' Da sprach Gavelone zu Hardrik stille: 
>nerre, iju han ich myneti will ; 
terlore der konig, des bin ich gewiß, 
ich trug die kröne zu Parys.« 
Sie sazten das spile und begiinden 
1 spilen, als sie beste knnden. 
; zoch vor Ädelhart, 

D U RKD A. 1013 nCer köre A, vßericoreii B. 1G13 geschriben. 
1Ü1T 3J9 A. 1618 XU über Her leile A. 1619 

irere. vil. 1631 nemen. 1022 Atlallmrt 1025 
erlioh. 162S marck. 1633 jm. U:)ä spil. 1641 toh. 



50 

das was uff der selben fart 

darümb, das er konig was gekoren, 

must er das han zu foren. 
1646 Adelhart sprach: »Got muß es walten. 

Ich muß mich anders stdlen und halten, 

ich han des noch ungefall, 

und ich hoff, das mir got helfen 8oll.€ 

Want Ludwig, der herre, 
1C60 gewan dru spil sonder kere 

und sprach: »Uwer bruder hat allein 

den prys von dem stein ; 

by dem guten sant Dyonise, 

hie von bin ich uwer meister yon pryse. 
106S Ist das ich uwer meyster blibe, 

das heupt sol ich tun slan yon dem lip.c 

Adelhart sufiEste und wart erfert 

und slug sin heupt nyderwert. 

»Neve, sprach er, ob ir myn heupt gewunb^it abe, 
iGco mag ich nit verdingen umb hab&?< 

»Neyn ir nit, herre marggreff fyn, 

das en mag nit anders sin; 

all mochtent ir geben alle wasser und win 

und alle berg rot guldin, 
1665 daruff yersehent uch wal, 

ich uch das heupt ummer nemen sal.« 

»Nu helff mir got, sprach Adelhart, 

der durch unßem willen gekruziget wart, 

der muß mir geben mit eren 
1670 von hynnen zu keren.« 

Da sazte Adelhart daz spil zu der stat inn, 

da wart Ludewig gram in synem synn, 

das er das spil sach verloren, 

des hett er wol emboren. 

1076 Ludwig wart endan, 

* 

1642 off derselben. 1644 26 B. zuforen. 1650 spiL 16 
bn A. uwer fehlt. 1658 nyder wert. 1661 marggraf. 1662 c 
mag. 1665 wol. 1667 Adalhart. 1668 gekraczigt. 1672 syi 
1673 sah. 



Adelliart begunde uff ine gan 
mit eym ritter und aprach uff der fart, 
das er dea nit koiide erweren, konig zart, 
er gewönne ine sigeloÜ 
mit eym spile, das er verloß. 
Da sprauk uff Adelhart 
und sprach alles unverfart : 
>üwer heupt hau ich gewonnen, 
av ich en wil es uch nit vergönnen. 
Edeler konig, sprach der wigant, 
nnjnmer spilt umb so ture ein pfant. 
Der uch diesen rat gab, 
der engebe umb uns beide nit ein kab.< 
Als dilä sprach der juugeling, 
darumb zomte siuh der konig 
and hat das schacbbret uff gehaben 
and hat Ädelhart einen slag gegeben, 
das tme nase und miind blut sicherlich, 
und sprach: »Putenkint, spricbatii wider mich?* 
Adelbart wart betrübt in syueni mut, 
das in der kouig gehandelt hat so snode. 
Er hub fiS sineii gern und hielt vor sinen mund 
lind ging in den stal, ,da Beyart stund. 
In dem kam Reynolt, sia bruder, 
und Bscb binden ainea broder, 
m hant sprach er zn dem tegen : 
>Wer hat dich gewondet so mit siegen?« 
Addhari sprach: »Niemant, 
das aal uch sin bekant.« 
'* Reynolt sprach : »Ich bore dich liegen, 
weoatn mich also zu bedriegen V 
Wir sollen sin mit lobe 
die hohflteu in des konigea hofe. 

1679 aiegeloO. )G80 spil. I6B3 350 A. 1684 av] 

«niril. TergiiiuMai. 1G86 titrä. 16B8 Am rande «pra mit 

HMchen EU knb AB. 1Ö91 oS- 1092 Adalhart. 1693 blSt. 

I Uiit. 1690 inod. 1C97 ni<)iid. ITOU bruder. 1702 gc- 

ITtfit njinaiit. 1704 aol. ITÜü wenentu. zubcdriegen. 



42 

Nu wil ich, das uwer kinder gemeyn * 
1370 ir krafft prüfen an diesem stein. € 

Ludwig warff sinen mantel uff die erde, 

er nam den stein mit gerde, 

er wart verbolgen und irre 

und warff ine zwolff fuß ferre. 
1876 Damach wurffen hastiglicli 

die besten von Frankrich, 

sonder die kinder des greven Heimen, 

sie waren des steins auch war nemen. 

Da en was niemant so krefftig, 
1880 Ludwig entwarff in allen eyn fuß lichtlich, 

und hatten versucht ir macht 

darzu ir sterk und krafft, 

er nam den stein und vorwarff ine allen. 

Da sprach er: »Mir ist gefallen 
1886 schone abenture hier 

gegen diesen herren vier. 

Herre grise, wa sint uwer kinder, die greven ? 

warumb en gan sie nit her werffen? 

Gand hin und holent Beynolt. 
i8»o Ir sagent, das er mich verwerffen solt, 

ich wene, das ich uch selben so horde. 

Ich sol uch ziehen by uwerm grysen bart, 

das uch in kurzer stunde 

die zen sollen fallen uß dem munde.€ 
1896 Do zomte sich Heyme von Narbone 

und sprach: »Ir en sint nit so kone. 

Kommet uwer haut an mynen bart, 

ich Sprech das en keme nit von guter art, 

ich sagens uch zu foren, 
1400 uwer haut wirt verloren. 

Wenent ir mit treuwen gewynnen, 

ir müßent es anders begynnen.€ 

1370 prüfent. 1371 off. 1875 hasteglich. 1877 der. 1879 
en was. 1380 22 B. 1382 s in sterk korr. aus 1 A. 1888 vor warff. 
1385 abentur. 1387 wo. 1388 engan. herre« 1889 faien. 1396 
Da zornt. 1396 ensint B. nit über der seile A. 1897 komei. 



I 



Er «nkfinde aioh mt bezwingen, 

Die treten muSteo uSt siuen äugen springea 

ober sinen gryaen bart. 

Da ging er zu sinen kindem wart, 

ih sie saien und sungen mit den jungfrauwen, 

da was grolj freude zu echmiwen. 

Kejnoh die &eude lie& alle gader, 

da er sach weinen sinen vader, 

er sprach: >Was ist uch, da?, ir tiit aint zu fredenP* 

Reynie apracb: ■Veratant mich, ich sol dich bescheiden. 

Ludwig bat mich versprochen, 

ich ensterbe nummer, ich sy gerochen, 
iwa Er hat verworffen gemeyne 

den berren mit dem awerea stein 

and er sagt, daa niemant enwere 

so stark, noch so menlich als er. 

Er bat so vil gesprochen mit dem mnud, 
»«i d<s ich nit lenger gelyden enkunde. 

Ich sprach einer von funScehen jaren, 

wolt er sin krafft ofiTenbareu, 

er verwurff ine zu der stund; 

da schalt er mich glich einen hund. 
>«M Liebes kint, ich biten dich, 

daa du mich nit la&est lUgeabafftig.c 

Rejmolt sprach: »Vater, irtund übel sicherlich, 

das ir uch sezent wider Ludwig; 

was Ludwig miüdut uns all gader, 
UM iaa hat gebessert sin vader. 

Du kompt ime von tommen synnen, 

•r kan es noch nit bau erkennen.« 

Heyme sprach: »Du niust eyns werffen sicherlich, 

ob ich sol von ruwen sterben gewerlich.« 
UM Bejnolt sprach: >So was geschiebt, 

wider ine enseze ich mich nicht, 

want der konig ist unser berre.t 



1414 346 A, 
1431 t 



141» munde. 



1424 ei 






54 

von myner hant ime drinken geben solfc, 

und fnlt mit win ein guldin schale 
1780 und drug sie vor den konig in den sale. 

Die guldin schale nam er mir u£ der hant 

und warff sie ungemelich wider die want, 

wider die muren, daz sie zubrach alle gar. 

Als ich wart gewar, 
1786 das der konig was verbolgen 

und das er sinen zom uff mich wolt verfolgen, 

da wolt ich u£ der kameren gan. 

Als der konig wart gewar und es als ich san, 

das ich umb keren wolt, 
1790 des der konig hart sere clagen begunde 

über un£ bruder gemeyn: 

by got, sprach er, von Nazaren, 

wir weren in sinem lande 

sin tod fiant. 
1796 Auch sprach er, das mich vermefi 

wa ich ging und sefie 

schach zu spilen gegen ime, 

des ich sicher unschuldig bin, 

want ich nie stont, noch ensaß, 
1800 da ich spilens mir vermaß. 

Min unschult bot ich daran, 

da sprach der konig: »Wir mufien gan 

in myne kemenade bynnen, 

ein ander spile mußent ir begynnen.c 
1806 Gavelon nam mich by der hant, 

mit dem konig gingen wir zu hant. 

Da wir in sin kamer kämmen, 

da sie waren zu samen, 

da funden wir Hardrich, den losen, 
1810 und Macharius, den bösen. 

Hardrik, der tegen fyn, 



1783 «u brach A. 1784 Und als. geware. 1786 ainen] myoen. 
1788 geware. 1700 hart fehlt 1791 vm. 1794 fiande. 1796 wo. 
leO. 1797 jm. J802 müßen. 1807 kamen. 1808 sosamea. 



55 

schenkte den knien win, 

Macharins bracht ein knssin, 

darnjBT saß der konig fin, 
isift Hardrich det bringen 

das Schach spil, als ich nch sol segen. 

Von not mnst ichs begynnen, 

solt ich dem konig abe gewynnen, 

das muß got bekennen, das ichs not det. 

Alons zwongen sie mich zn der stet 

zu spilen nmb hohe dink 

gegen Ludwig, den konig; 

umb die heupt, die wir trugen, 

yederman mocht sin bestes zogen. , 

Der da erst gewunne spile funff, 

der solt den andern syn heupt slan von dem lip. 

Da gewan ich alzu haut 

ffun£F spile sonder wider staut. 

Da bat ich den konig sonder helen, 

das er nummer solte spilen 

nmb so ture ein pfant 

Da zomte sich der konig zu haut, 

das schachbret er yerdrug, 

Tor mynen münd er mich slugh 
18» so s^re zu der selben stund, 

das mir brach nase und mund, 

das mir das rode blut 

nyder storzt uff myne^fufi. 

Da wart ich betrübet in mynem mut, 
1S4« want der konig an mir zeugt sinen ubermutc 

Reynolt sprach : »Wir enhan kein eigen guder, 

Ton yader, noch von müder 

enverteilten wir nie groß, noch dein. 

By Jhesus von Nazaren, 



1814 daroff. 1816 segen. 1817 351 a A (ursprünglich bei der 
«ahlimg in der bs. übersprungen). 1818 abegewynnen. 1820 zwungen. 
1821 diag 1824 bieten. 1826 slagen. 18;H slug. 1835 derselben. 
1837 rote. 1839 betrübt. 1840 saugt 1841 29 K 



52 

Dir ist myßdan, ich wil sehen, 
1710 ob es bliben sol verholen allein. 

Du solt mir sagen, wer es dir det und wer er was« 

oder ich nemen dir das leben farbaß.€ 

Da antwort Adelhart dar: 

»Als ich in den stal wolt gan zwar, 
1715 an die hamede ich fiel, 

des mocht ich nit abe komen snell.€ 

Da antwort Reynolt bereyt: 

»Adelhart, das ist lögen geseyt 

Du solt mir sagen wer 'es dir det, 
1720 oder du solt sterben hie zur stet.c 

Das swert er uß der scheiden zoch, 

das Adelhart kome vertrug, 

und ging zu sinem bruder wart. 

Als ine sach komen Adelhart 
1725 und sach, das er verbolgen was,. 

da rieff er lut mit gewalt und was nit laß : 

»Sint mir gnedig, degen, 

ich sagen uch wer mich hat geslagen. 

XJch was gegeben Beyart, der vrene, 
1730 darumb das ir vorworffent den steine 

Ludwigen, dem konig, in depoi hofe, 

nu solt ich zu Beyart komen mit lobe 

und wolt ime geben essen zu voren ' 

beide heu und koren, 
1786 da zomte sich zu der fart 

der edel fre€h Beyart 

und hat mich vor den mund geslagen, 

das ich ime han moßen vertragen.« 

Da sprach Reynolt: »Marggrave, 
1740 komment dieser wort abe; 

ich han Beyart also gewent, 

das er alle unser syten kent, 

1710 27 B. 1718 lügen. 1722 Adelhdt kam. Hg? Am 

rande frech, Über diesem und über vrene yersetzungszeichen AH. 
1780 stein. 1733 zu voren. 1738 mußen. 1740 afe, mit verseiiongS' 
zeichen; am rande ab ebenso. 



ich kennen Beyart wol, 

wer ime das herz zomea vol, 
»«* als er ist von großer macht, 

er zwaage den künig mit der kralft; 

aber Eteyart ist so saii£ft, 

der des b^ert und besucht, 

nnd wer es ein kynt yon eyiii jare, 
"•• ich weil» das wol offembare. 

ea Qiocht gan vor und affter 

und tun was ea weit sonder laster. 

Bejaii hub ait uff einen fuß, 

das er jemant mocht geben einen stoß.« 
in* Vort nam er mit der fart 

bj dem heupt Adelhart. 

Als er ine by dem bar name mit der hant, 

das swert zucht er, daz was bekant, 

da rieff der t«gen stolz : 
ina >Gnade, bruder Reynolt ! 

»Ich sagen uch wer ea mir det, 
ee ich zorn von uch hett. 
Da ir hattent allein 
Ludwig vor geworffen mit dem stein, 
"•* da zeugte er sinen ubelen mut 

nnd Bchiet von nns in eym ubeln mutt 
und der konig Liidwigh 
ging bin weg kurzlich. 
Da sacb ich ine dar 
i"» vurm eym glaae venater atan dar 
nnd by ime dry herzogen schon, 

»der ein was der herzog Gavelon, 
und Macharius und Hardrich. 
alle winkten mir die herren sicherlich. 
'•'' Da bekunde ich darwert keren ; 

darumb das ich was truchselä gekoren, 
wände ich, das der konig wolt 

ITiV äil A. 1753 off. 17S4 ytniiDt. 1TS7 harre. 1765 uugt«. 
II« hhivag. 1775 dar werL 1770 28 B. trochMÜ. 1777 wonde. 



54 

von myner hant ime drinken geben solfc, 

und Mt mit win ein guldin schale 
1780 und drug sie vor den konig in den sale. 

Die guldin schale nam er mir u£ der hant 

und warff sie ungemelich wider die want, 

wider die muren, daz sie zubrach alle gar. 

Als ich wart gewar, 
178Ö das der konig was verbolgen 

und das er sinen zom uff mich wolt verfolgen, 

da wolt ich uß der kameren gan. 

Als der konig wart gewar und es als ich san, 

das ich umb keren wolt, 
1790 des der konig hart sere clagen begunde 

über unß bruder gemeyn: 

by got, sprach er, von Nazaren, 

wir weren in sinem lande 

sin tod fiant. 
1796 Auch sprach er, das mich vermeß 

wa ich ging und se£e 

schach zu spilen gegen ime, 

des ich sicher unschuldig bin, 

want ich nie stont, noch ensa£, 
1800 da ich spilens mir vermaß. 

Min unschult bot ich daran, 

da sprach der konig: »Wir mufien gan 

in myne kemenade bynnen, 

ein ander spile mußent ir begynnen.c 
1805 Gavelon nam mich by der hant, 

mit dem konig gingen wir zu hant. 

Da wir in sin kamer kämmen, 

da sie waren zu samen, 

da funden wir Hardrich, den losen, 
1810 und Macharius, den bösen. 

Hardrik, der tegen fyn, 



1783 zu brach A. 1784 Und als. geware. 1786 sinen] mynei 
1788 geware. 1790 hart fehlt. 1791 vns. 1794 fiande. 1796 w< 
leO. 1797 jm. ^1802 müßen. 1807 kamen. 1808 sosamen. 



55 

schenkte den kulen win, 
MMharios bracht ein kiiaein, 
dantff atkb der konig tin, 
k Uardrich det bringen 
das Schach spit, als ich uch sol aegen. 
Von not miist icha begynnen, 
9oit ich dem konig abe gewynnen, 
das muß got bekennen, das icha not det. 

• Alons zwongen aie mich zu der atet 
m spilen uiiib hohe dink 

gegen Ludwig, den konig; 
umb die heupt, die wir tnigen, 
yedennan mocht sin bestes zogen. 

> Der da erst gewnnne spile fiinff, 

der sott den andern ayn heupt alun von dem lip. 

Da gewan ich alzu haut 

ffunff apile sonder wider stant. 

Da bat ich den konig sonder heleu, 

* das er nummer solte spilen 
umb Bo tore ein pfant. 

Da zomte sich der konig zn baut, 
dw sobachbret er rerdrug, 
Tor lujnen mund er mich filugh 
> Kjn zu der selben stund, 

r brach nase und mund, 
r das rode blut 

; uff mynefutä. 
D« wart ich betrübet in niynem mut, 

> want der konig an mir zeugt üinen uberniiit.« 
Rdynolt sprach: >Wir eoban k«in eigen guder, 
von Tader, noch ron müder 

snTerteilten wir nie gro^, noch dein. 
bj Jbesus von Nazaren, 



I IBM daraff. l<!ia N(t«i. lAM 5fil a A (iirttprün glich bei der 
( ia der b«. nber^ningen). 1S18 itlieKewynnea. ISÜO iwiinKen. 
nH bMt«n. 1S26 «lagen. lÖJl »Ug. l»3b Uerselheii. 
IftlQ betrübt. 1&40 taugt. läit WO. 



56 

1846 was uwer gewin dein oder vil, 

das tn kunt zu diesem zyl, 

sprach Reinolt der wigant, 

sollen wir hie in diesem lant 

la&en also tnre pfant 
1860 sonder lone und sonder dank, 

das heupt von eym konig, 

das wer ein unschöne dink.c 

Sie giengen zu irem vader dar 

und deten ine verstau diese dink clar, 
1866 also das was mer, noch mynn. 

Reynolt sprach zu dem vader sin: 

»Leydent uß^uwer pfert zur stund 

und waffent uch zur fart, daz sv uch kunt, 

und aUe uwer ritter mede 
1860 und ziehent heymlich uß der stede, 

so das das blibe sonder nuwe mere, 

das man des nit were gewere. 

Dont die orße zu feld trecken 

und mit converturen bedecken. 
i8«6 Bruder, sprach er zu Adelhart, 

zauwent uch und sadelt Beyart; 

wir hetten es not, das sagen ich dir, 

all hetten wir Beyart vier, 

want, by got von hymmelrich, 
1670 ich sol holen das heupt von Ludwig, c 

Da ging Adelhart zu dem stall 

und det die pfert sadeln all 

und det sie ziehen uß der stat wart. 

Reynolt und Adelhart 
1876 waren wol gewaffent beyde 

und hatten mit yligkeit 

und hatten in iren henden 

zwey gut schar£f swerde. 



1849 tur. 1855 mer*. 1859 med. 1860 sied. 1862 ge^ 
1864 cöuertaren A, coaueriaren B. 1870 Ludwich. 1871 Adal 
1872 pferde satteln. 1878 swerd. 



57 

Tun wa» das lolk zu male 

wider kommen in den sale 

und Ludwig, der kontg, 

fltund, da manig mau sin lehen empfing. 

Da kamen die zwen ritter gut 

gegan mit hohem mut, 

da riefien sif alle und m^nnder : 

>Raiuent dea greven Heymes kinder!* 

nud der keyaer von dem rieh 

*as gtstan by Lud wich 

mit cleydeni von grüner syden. 

R«yiiolt qwam zu denselben zyten, 

da er den keyser sach, 

and sprach: »Ohem, habent guten tach, 

niid die herren alle gemeynlich, 

•onder der kunig Ludwich. < 

Da greiff er Ludwig unschöne 

by dem halse und by der krons 

und slug itne übe dos heupt zu der fart 

nnd gab es da Adelhart. 

£r sprach zu ime: >Du machest din clage 
i beide by nacht und by tag; 
! clsgextu nber Ludwigh? 

CT hat dich bezalt erlich.c 

£r bat itne geben daz heupt in die haut, 

das eni solt werffen wider waot^ 
r hett wo) zu werflFen geducht, 

ib«?r die hant bebet ime, daz er nit enmocht. 

»Gebent mir das heupt, sprach Reynolt, 

ich werffen es, der tafel habe es dann gewolt.« 

Mit der krönen er daz uaui zu haut 
I tmd warff e» wider die want, 

las Karle, dem keyser gut, 

Wyde bime und das blut 



1886 352 A Grei>«n A. 1891 aab. 18S2 ofaeim 
la» vBMbon. I8H bali. hrgn. 1901 Ludwich. 1907 90 B 



S8 

kam geflogen wider sin angesicht, 

so das Karle, der herre, sin gesicht 
1916 das blut hime abe wischede seer truriglich 

und sprank uff gar zomiclich 

und rieff: »Edele baronen, 

die menlich sint und kone, 

helffent rechen mynen zom i 

1920 von mynem kinde, daz ich hut han verlom, 

des bitten ich uch offenbare, 

über Reynolt, den mordere.c 

Da Sprüngen uff die baronen 

und die ine zu helff wolten komen 
1925 und wappenten sich alle gader, 

zwenzig hundert by gezale, 

die dem konig bystunden in dem sale. 

Reynplt und Adelhart musten wichen, 

uß dem sale gingen sie strychen, 
1930 sie hatten gezogen ire swert snelliglich 

und gingen hauwen gar mannlich. 

Die von Lumberdyen und Meylan, 

die dem keyser sint undertan, 

die rumten da den sale sonder keren, 
1936 uff Reynolt und Adelhart, die herren, 

slugen seer und fachten, 

das diese zwen nit mee en mochten, 

das sie müde waren beide gader, 

ee sie kamen zu ihrem vader. 
1940 Da sahen sie wa Heyme hielt 

mit sinen rittem uff dem feit, 

mit acht hundert, die waren sin man, 

die alle waffen hatten an, 

mit schildea und mit bannieren. 
1946 Hir bynnen kam Reynolt, der degen, 

und rieff: »Ludwig ist erslagen. 

* 

1915 truriclich. 1920 hat' 1922 mordare. 1923 Baronen A& 
1926 bj der zale. 1928 AdalhaH. 1930 jr. 1931 manlich. 1988 
Lomberdien. 1835 off. Adalhart. 1937 enmochten. 1939 im. 
1940 wo. 1944 banniren. 1945 jnnen. 




59 

I Borenfc was ick Dch sagen : 
gebenfc mir myn orse Beyart, 
laßt DUR rydeu unser fart, 
es ist DU kein laster flien.« 
Hejme sprach: »Das mag nit geachien; 
der von Narbone daz ist eyn diet, 
das zo fliehen nit en pfltgt.« 
Reynolt sprach : »Das en ist kein schände, 
da waren die besten von dem lande, 
lait uns rumeD, lieber herre.< 
»Das en geschieht nummer mer. 
Wir wollent hie halten mit gewalt 
and beiden dea kt^isers gezalt 

• und legen uns zu der were 
gegen den keyser und »in here. 
Der einen fulj mir empfiut, 

ich hange ine*, sprach der herre gut. 

R«yi]olt saß uff Beyart 
' und zwang ine mit den spuren hart, 

er en waß trog, noch latJ, 

darza snell und kalä. 

Sia brnder uff gesehen waren 

Hnd bereiten sich und wolten sich weren 
> Hegen den keyser, der da kam. 

AI« Reincrit das vemam, 

da iihig er das orß mit siner krafft, 
{ in nner hant hatt er ein schafft 

L liebt den keyser kommen verdecket 
Ugeui orse getrecket, 
ich: »Vader, das »y uch kuut! 

■h ml Beyart zu dieser stund 

Eafao Uttffen uff den keyser niUt, 

im ieh kennen by dem schilt.« 

• Do atacfa er den keyser mit gewalt 



U>Sa 353 A. enpSigt R. I'.>M acluind. 1B55 Und 
\%i ipoiR. ll)<»i <.-nwuU. l'Jiiä olf. 11173 81 B 
1076 getreckt. 1 9äO Da. 



60 

durch schilt und ring ungezalt, 

er det dem keyser große porse, 

das er ine feilet mit dem orse. 

Ee er das swert ziehen mocht, 
1986 was er geslagen imsanfft. 

Beynolts bruder sazten sich zu were, 

das manig man must bekauffen sin ere. 

Es waren ritter unverfert, 

'sie zogen ire swert 
1090 und werten sich, so sie beste mochten, 

want mangen man sie da besochten. 

Sie weren da gebliben alle gader, 

on das Heym qwam, ir vader, 

der det en h'aw das er vermocht, 
1996 und alle, die er mit ime bracht, 

Yachten wol ußer maßen. 

üff den orsen, da sie saßen, 

sie wüten in dem blut rot, 

sie slugen alles, das ine vor kam, dot. 
3000 Von dem keyser mogent ir hören 

was er sprach und det im großen zoren! 

Er rieff, daz man sie umb rite, 

Hejrmen und all sin gesellen mit, 

die mit ime da waren; 
2006 da zugen sie zu der scharen. 

Da sprach Heyme: 

»Hie en muß niemant flien.c 

Er facht so lang und siner kinder segen, 

das der keyser Heymen, den konen degen, 
3010 alle sin folk hatt abegeslagen, 

das sie kumme mochten verdragen. 

* 

1991 besuchten. 1993 one. 1994 enhalb. 1996 TochtoD. 
1998 waten. 1999 jn. kam vor A. 2000 Vob hier an werde ich mr 
noch die wirklich wesentlichen abweichungen von B mitteilen, ohne dk 
bisher angeführten orthographischen und grammatischen mehr su be- 
rücksichtigen. Ich darf wohl annehmen, dass die mittheilung sftmmtp 
lieh er abweichungen durch 2000 verse genügen wird, um ein Md der 
hs. B in jeder beziehung zu geben. 2011 küme A, knm B. 



I 




I 



61 

Die fcbder fuchten alle gader 
mit Heymen, irem roder; 
da wart Hejmes orse gestochen dot, 
da stnud Heyme in grolier nnt. 
Rcynolt wände sonder wan, 
das sine bnider dot wereu gealan, 
wan er enknnt ir iiit gesehen ; 
da DOppet er Beyart mit den sporeii sin. 
Das orä ging bysaen und slan^ 
daa niemaiit alles kan gesati, 
«» verbeiß ir mee mit den zenen, 
dann ir Heyme ersJug mit den heuden. 
Sie brachen durch die schare mit kratft 
und brachen halsberg und schafft. 
It^ynolt reyt vor ilff Beyart, 
sie folbten ime zu der fart, 
sine bruder kone. 
Franzusen nnd Burgon 
rit^n ine nahe mit krafft * 

nnd deten ine gar unsaSt, 
daa sie ine solten entryilen. 
Und Adelhart ist zu den zydon 
«in or& dot gebliben, 
rid«»i mnBt er sich begeiwn, 
nnd ee-sich Rizhart besieht, 
en mncht sin orü fnrter nicht, 
Krizharts url bleib auch dot; 
tafi waren sie in großer not. 
Ala diu Keinolt ersach, 
»Siient uff Beyart!« er da sprach. 
Dar zwischen hant sie uff Beyart ir »etcl gebunden 
und sint dar uff gesprungen, 
sich zur flucht, 
orß gelauffen mucht. 



«•■. 2019 3&4 A. 2020 aliLgei). 2021 gesitgen. 2027 
90B3 Adalhart. 203S mDutJ macht A. 20:)7 en nnclit A. 
ttB. - 3042 han A. 



62 

Er gab ime sporen und zugel, 

Beyart floch als ein fogel. 

Da hatt sie der konig verloren, 

dies hett er ruwe und zoren. 
2060 Hie wil ich laßen von Heymes kinder zu diesai zyd< 

und wil uch sagen von Heymes stryden, 

der da bleib stan zn faß 

und mangen ritter slug stolz. 

Da iriefP Tulpin : »Heym, gebent uch ge&ngen 
2066 und dunt das ich uch Sf^en.c 

und Heyme dar wider seyt : 

»Ich tun es, bischoff, uff uwer geleyt.< 

Der bischoff rieff dem konig, 

das er Heymen, den herren, fing. 
2o«o Der konig sprach darzu: 

»Ich wil, das man es tu.« 

Noch dann facht Heym gut, 

da er stunt in dem blut. ' 

Do must^es da also ergan, 
2066 das Heym wart gefan. 

und Karle det zu hant 

Reynolt bannen uß dem laut 

und sine bruder mit. 

Heymen det er fangen zur stet 
2070 und det zu der selben stont 

frawe Aye holen von Pierlepont. 

Karle, der kone wigant, 

Weß. das man Heymen zu hant 

sin heupt abe solt slan. 
2076 Da sprach der bischoff Tulpin : »Daz solt ir lan, 

herre, das en mag nit sin, 

daz wer uwer schände und auch die myn; 

er det dorperheit groß, 

der einen gefangen slug dot. 
2080 Ich han ine genomen uff myn geleit, 

2049 er fehlt A. 2078 Am rande tompheit A , tSmheit B m 
venetzungszcichen. 



S3 


^H 


das ir ine fiengent, als ich seit. 


^^^^^H 


Ich 9oI Heymen in diesen tagen 


^^^^^^^1 


lielSen mit mannen und mit, niügen.« 


'^^^^^^^1 


»So sol ich auch«, sprach Kolaiit, 


■ ^^^^^^^1 


der beste ritter, den mau faut. 


.^^^^^^^M 


Da sprach Kolk: »Es ist ubetdat. 


^^^^^^M 


das man einen gefangen slat. 


'^^^^^^^1 


I«&t ine verdingen, da« ist uwer ere. 


,^^^^^^^1 


ich sach ine hat lechten sere.t 


i^^^^^^^l 


Da sprach der keyser fya : 


i^^^^^^l 


>Icb aol tun henken Heymyn 


^^^^^^^1 


und brennen mit in kui-zer stunt 


^^^^^^^1 


fniuwe Aye von Pierleponf,, 


.^^^^^^M 


daa sie das kint ye getmg, 


^^^^^^^^^ 


t äfiT mynen sone Ludwig dot sliig.« 


^^^^^^^^1 


Kolont sprach zu faant: 


^^^^^^^H 


»By got, da werent ir mit geschant, 


l^^^^^^l 


du- über sot nieraant stau, 


^^^^^^^H 


wann ir wolt Heymen henken lau.* 


^^^^^^^^M 


1 Karle sprach zu haut: 


^^^^^^^M 


»Seaeat du dich wider mich, Rolant?« 


,^^^^^^^H 


Bolant sprach: »So was geschieht, 


'ü^^^^^^l 


gegen iich, herre, enaez ich mich nicht; 


.^^^^^^^1 


tber dos enduchte nicht, 


^^^^^^^1 


> dos ir schentdent uwer gesiecht, 


^^^^^H 


das ir toteiit Heyinen und uwer »weüter niede. 


^^^H 


Lafient hüben hie zu stede, 


^^^^^H 


wir wtllen ec dar wider stryden 


f^^^^^^^M 


und helffen ine zn den zyden.« 


^^^^^^^^^ 


■ I>a sprach Dunaymela zu dem lionig, 


^^^^^^H 


da er verstund wie doa es ging : 


^^^1 


•Berre, ob Bertram, myn kint, militedig wer 


gegen ^^M 




^^^M 


i»» wer last«r ummermere, 


^^^M 


■ nnimers iat er von Beyern ein herre ; 


^^^^ 


»UM der greve ReinoU 


^^^^H 


^BB^A- 810S3SB. 2111 er reUlt A. 


J 



64 

grefe und sin bruder stolz. 

Herre got han sie verbrochen alle gader, 

was wolt ir dann verwissen irem vader?« 
2120 Da sprach der keyser: 

»Wil Heyme versweren sine kinder, 

ich laß ine qwyt und fry, 

wil er sie mir bringen hie, 

das muß er sweren hie zur siede.« 
2126 Der bischoff Tulpin hieß, daz er es det. 

Da must er sweren durch die not 

siner vier kinder dot, 

diß was jamer, doch must er es tun. 

Vor manchem hohen baron 
2130 swur er by sant Dyonise, 

das er dem konig von Paryse 

solt bringen sin kinder hastUch. 

Da det der konig die vier genoßen riebe, 

und deten ine sweren zu haut, 
2186 wa sie Reynolt in eynichem laut 

und syn bruder mochten erfaren, 

das er ir keinen solte sparen 

und das er sie solt binden 

und Karle zu band senden, 
2140 diesen eyde hant sie gesworen. 

Nu wil ich uch fort don hören 

von Reynolt, dem wygant, 

er endorst nit nahen in das lant. 

Von Heymen wil ich laßen bliben 
a"6 und wil von sinen kindem schriben. 

Die waren ußer maßen müde 

und besprenget wol mit blud, 

sie riten berg und tal, biß sie vemamen 

das schloß Pierlepont und dar qwamen. 
2160 Die zu hofe waren bliben, 

fragten umb Heymen und frau Aye, ob sie noch hetten 

das leben. 

2136 mochte. 2139 Karolo. 2151 In den hss. als zwei verse ge- 
schrieben, aber mit Verbindungszeichen nach Aye A. 



Da antwort R«ynoU und det sie verstau, 

das er wer tod oder gefan: 

>Ieb wene, das er st erslagen, 

das mn&en wir ummer clagen.« 

AU sie die wort Terstunden, 

viel ktmune sie sprechen kuaden 

and driebeji großen ruwe. 

DaixwTBchen kam ein frawe, 
' die schone was and offenbar, 

ir angesicbt waz wi^ und dar, 

mmn mocht in keyner wisen 

ir Bcbonlieit vollen prjrsen, 

and ist zu den herren kommen: 
I »Wa« sach haut ir vemommeo?« 

Reynolt sprach: »Der tufel hab ea dank! 

Wir han erslagen Frankrich, das laut, 

and haben erslagen Ludwigh, 

den jungen konig von Fraukrich.« 
' Als das bort die frawe, 

danimb treib sie große mwe, 

want sie gedacht wol, daz ir nefeii 

im Undes musten sin verdreben, 

and nmb iren ohem Hejrmyn 
> liatte si« große -pjn, 

Dc wand ine nommer Bclisuwen 

nad bat vor ine unner lieben fraweo, 

das aie iae so hofe most bringen 

nad wider Karle mocht Tczdringco 
■ Die jongherreD m cascn waren gegen. 

and da die mahjt wm getna, 

da baten die hnren, das nan ine ein scüinier lüde 

nüt goh and mit andern gode. 

Ab die iimwe da« tentmid, 
* da dii m daa ian andem auch knnt, 

hiefi aie die bu^ieo ond ganoo. 

die henyi wann, n bin. 



tue BMA. tm dwai 1170 M B. 217« IbraMa. 



66 

Da sprank off Conrat 

all zu derselben fart 
ai9o und ist zu der kammem gegan, 

das er nit mocht gelan, 

da sie das gut funden, 

und haut das zu haufi* gebunden. 

Als der seumer was geladen, 
ai96 da gingen sie sich beraden 

und gedachten zu denselben zyten, 

das sie nirgen baß en mochten ryten, 

dann zu Safforet, dem herren, 

der sol tun groß eren, 
2200 want hulff en stet ime nit enberen. 

Nu saßen uflF die edeln herren 

und ryten ir straß, was sie mochten, 

da sie die herberg suchten, 

zu Spangien in das konigreich 
2205 kamen sie vil hastelich 

geryten uflf den vierden tag. 

Es ist war, das diß geschach. 

Ir vader was gewest alldar 

enthalten wol sieben jar. 
2210 Der konig kante die ritter milt 

by den wafiFen und by dem schilt. 

Er sprach : »Ich sich ginder 

komen gerytten Heymes kinder. 

Begerent sie der herberg myn, 
2215 die mag ine nit geweygert syn ; 

durch die liebe irs vader- 

sol ich sie halten alle gader. 

Haut sie irs vader mut, 

so sint sie mennlich und gut.« 
2120 Da ging der konig zu tale nyder. 

Von Beyart stunden die ritter, 

sie grusten den konig schonen. 

Der konig sprach: »Got muß uch Ionen!« 

* 

2209 jare. 2215 geweygart. 



1 fra^i 



;e sie, was ir 



begerde 



idt sprach offeoliare mere, 
I were, 



I er enthalten l 



r ime ein gioü fröd scre 

und sioen brudem mit, 

daa einer von dem andern nit enschitsd, 
I die stark sint und snell, 

guter baut und nit feil. 

Da antwort ime Safforet: 

>WoUait ir glauben an Appolin and Miichmet:''< 

>Neia, sprach Reinolt, das wtiiü gut wo), 
i det ich da», ao wer ich bo&beit voL 

Ich wil ({leuben an got nnd tun nahe- der crinten syt, 

dia mau päigt in der kristeobeiU 

nnd dienvii nch nmh 8olt, 

du ir uns den geben wolt.« 
> Safforet sprach: >Helfft mir uff lut'n saüen, 

wb ensol och nit gi?brest«n taÜen, 

ir soUoit za dem casteU faren, 

den ich nch wiaen mit nwer scharen. 

Otbent mir nwem »cbaz, ich wil ine uch haltten mit rrcn,. 
t and als ir von mir wollent keren. 

■ol ich ine och widi^r geben mit lobe, 

and woUent ir bliben hie zu hobfe, 

ab lange ich sol leben. 

wil ich nch gnog geben.« 
■ D» gaben ne ine iren «haz 

und wann dam nit Uli. 

SalÜDrH, der kotie dagm, 

det ine XU den nnea trag^ 

Beyoolt nnd ain brndcr 
• lytoi, dar oan ae «Üt ait de>t ouder. 



Su hHhn hj dm ktmäg al dar 



tUB »71. SBS SaCamt 8al«A TZM ApfalBa. <SW »I 
tH7lMUaMa. 



68 

(das ich sagen, das ist war) 
2260 und dienten, wie er wolt, 

beide mit speren und schilt, als man solt, 

orlogten sie tag und nacht 

manlich mit großer kra£ft, 

ir kleyder kamen selten uß, 
2266 daz ysen hatt sie durch gessen von dem heupt byß a£Fdie fufi. 

Alsus dienten sie dem konig dar 

ein wenig mynder dann dru jar, 

dar under er ine keine ere endet, 

guter zieren, noch hubscheit. 
2270 Da bat Reynolt, der grefe, 

das man ine iren schaz gebe. 

Man sprach, daz man es tun solt, und enthielt ine noch dann, 

darumb zomt Reynolt, der edel man, 

und sprach: »By got, unserm herren, 
2276 gibt er uns nit gern den schaz mit eren, 

ich tun mit ime des geUch, 

als ich det konig Ludewich, c 

»Was sagt ir? sprach Adelhart, 

by got, der gecruziget wart, 
2280 bruder Reynolt, slugent ir den konig dot, 

wir enfünden keyn enthalt und kemen in not.€ 

Reynolt sprach: »Hetten wir golt rot, 

das wurde kupffer und lot. 

Gang hinweg, sprach er zu eym garsone, 
2285 und frage Safforet, den konig kone, 

ob er uns wol cleyder geben ane! 

Wil er uns nit geben dann, 

so sage ime, das ich sagen das, 

das er uns gebe unsem schaz! 
2290 Dut er des nit, das sol ine ruwen. 

Yerstant wol, waz der konig sagt, und wilt nit schuwen 

und sage mir wider die warheit!« 



2261 Sporen. 22G4 kamen yn. 2267 ein A. 2273 20m. 

2275 den schacz nit gern. 2283 lot, am rande bly mit Versetzungs- 
zeichen AB. 



Der bot det, das ine Reynolt hieti, 



der t 



I lieff zu hant, 



r garson 1 

ds er den konig fant, 

er grüßt ine hovelich, 

darnach sprach er: >Herre konig rieh, 

min herre byt uch sere, 

du ir dunt uwer ere 
I nnd bekleident die ritter stolz 

and gebent ine ir gut und iren Bolt, 

den schaz, den aie her brachten, 
I sie nwer herberg sachten.« 

Der konig sprach: lUin weg aoitu gan, 

tön böse ende mußestu han 
I auch mit djnen herren, 

w« sie sich hjnnen keren. 

Ich wen, das ich sie sol tua fangen 

and by ir kelen dun hangen.! 

Der konig sprach zu dem druchsala balde, 
I man den botden sian solt. 

Der druchsaä die hant äff hub, 

vor den mand er ine slug, 

daa iuie nase und leffz brach, 

das er uff der erden lag gestracb, 

und mit den futien er ine stieß 

und Zftge ine durcli daa fuer heiß. 

Der garson sich off huh und kam, da er vemam 
' Reynolt qwam, 
I ime lieff zu der selben atunt 

das blut uß nase and mund. 

Ala Beynolt den garson sach, 

borent, waa er zu ime 



sprach : 



er gan .■'' 



*Wer hattea dir getan 
dM es dir so übel ist 
•Safforets schenk hat mich geslagen, 

I ich dati komme mag gesagen.« 
Beynolt sprach: >Er det naere. 



SSM 358 A. 2302 SS a harre. 8824 hatt« m. 



70 

Warumb slug er dich so sere?« 
if38o »Ich enweiß, by unserm herren, 

wanimb er mich slug so sere.« 

Da sprach Reynolt: »By myner truwen, 

da er dich sing, das sol ine ruwen ic 

Reynolt sprach: »Was eß umb das, 
2336 das du hieschest unsem schaz, 

unser gut und unser habe?« 

»Er sagt, das er uch nit engebe, 

weder cleyder, noch pferd, 

er sagt, ir werent es nit wert, 
2340 weder gut, oder schaz.« 

»Ja, sprach Reynolt, sagt er das?« 

»Und er sagt, ir detent als ein feile diet, 

als Judas, der got verriet, 

das ir slugent uwem herren.« 
3345 Darumb zomt Reinolt gar seren'. 

»Herre, wa bistu, Rizhart? 

Laß Beyart uß der fart, 

tu das orß verdecken wol, 

als man billich sol. 
2360 Dir und Frizhart 

bevelhen ich Beyart. 

Wappent uch und leydent es uß 

stille sonder lute. 

Adelhast, sprach, horent ir, 
2366 gang du mit mir. 

Wir sollen uns wappen hart 

und nemen unser swert beide uff diser fart.« 

Reynolt sprach aldus: 

»Entruwen, helt er uns unsem schaz alsus, 
2360 ich sol ime tun des gelich, 

das ich det konig Ludwig, 

so das er nummer enluget, 

noch guten man betrüget. 



2833 das] da A. 2352 es] uch. 2355 Nach gang verBetsangs- 
zeicheiii am rande dazu Reynolt A. 



71 

Ich n«meti sin beiipt zu pfniit 

I mit mir uß dem Und.« 
&del)iart zu bant: 
I wbaz ist das eyn böse pfant.! 
>Wu ist dann? spracb R^-ynolt, der ritter gut. 
ich erkalcn damit rnjnen mut.< 
Sye j^gen zu dem sale wert 
Diid drug ejn iglicher mit ime siu Bwert. 
Dje andern zwej bielten Beyart, 
want es stont ine »oi^lich und burt. 
R«jmoIt und Adelhart 
gingen zu dem konig wart, 
da die ritter alle zu male 

i mit dem bonig in dem sa\e. 
I, Dm t at ober tysch mit d^o ritteni sau 
t zweyn henogen und ag, 
, wie vor ime bogen R*>ino]t und Adelhart 
l knye zu der fart! 
Sk bat«n dem konig guten tag, 
der konig sie nie au gesach 

1 gab ine nie kein antwort, 

I das er sie wol bort. 
> sprach: >Herre, des i§t dru jar geleden, 
T uch hftnt gedient mit gutem freden 
geiniwelich als uwer frund, 
ab ir selber wol bekent. 
I Wir ban rertreben uwer fiant, 
gewonnen, das ir hatten verloren in uwerm lande, 
wir han georloget tag und nacht 
tiod Bad darzu getan unser macht. 
Ir oihant uns nie gegeben, konig suß, 
) einen sporen an unser fuü. 
Hettea wir anser golt, 
■■ wurde kapffer, sprach R«ynolt. 
König, lafit ea ach erbarmen.« 



' A. 2868 S7 S. isn jne lorglieh korrigiert kui 
»71 nBrnn A. 8397 iprachl A. 2398 laß A. 



72 

Beynolt zeugt sin bloßen armen, 
Moo und sin kleyder waren verslyssen 

und der rost von dem hamasch durch bissen. 

Der konig was nie in dem synne, 

das er wolt uff sie siene. 

und als sie dise wort gesprachen, 
3406 die trehen ine uß den äugen brachen. 

Reynolt ersu&te sere 

und sprach: »Eonig herre, 

woUent ir uns nit cleyden, so dunt uns daz 

und gebent uns unsem schaz, 
8410 so wollen wir hau urlobe 

und rumen uwem hoff 

und faren, dar uns got wiset, 

da wir mochten werden gepriset. 

By got und myner truwen und ere, 
2415 das myn garsone wart geslagen so sere, 

das er wart geslagen von dem druchsaß, 

da det er an groß unmaß. 

Ich sagen es in truwen, • 

es sol ine noch wol ruwen.« 
2420 Der konig sprach: »Ir machent groß uwer clage, 

ir sollent stan die nacht zu dem tag, 

ee ich uch schaz oder cleider gebe.c 

»Warumb?€ sprach Reynolt, der grefe. 

»Danunb, das ir fremde syt, 
9426 und des en ist nit lange zyt, 

das ir mißdetent sere 

imd slugent dot uwem herren, 

das was uwers ohems kint. 

Gant hin weg, ich gebe uch nit eii;i quint.€ 
2430 Do sprach Reynolt, der greve stolz: 

»Ir solleiit, der tufel enhab es dann gewolt, 

und sollent gelten uwer mißdat alzu haut« 

und zoch uß das swert mit siner haut. 



2399 zejgt. 2401 und von dem rost der h. 2431 tufel hab 
2433 360 A. 



73 

Der Ifonig rieff gnad und sprach das : 
»Ich geben uch golt, sylber iiiid scbaz.« 
Du slug Refnolt, der grave, 
SaffoTflt sin beupt abe 
und sprach: »Bruder Adelhart, 
b]iid«nt äiSt beupt otf unser pfert zu diser fart, 
wir mtiäen das furen uü dem lande, 
oder wir kernen in große schände.« 
Ds faren sie off in dem aale, 
im wart ein groü gescbal. 
Aquintine bieß die stat. 
• Die storme glock man sahen dat, 
da Waffenden sie sieb und gingen zu wer 
und vei^aderten ein groß here. 
Beinolt sprach: »Das her ist in der stat vei^^ert, 
ich sehen es ein teil konunen herwert. 

> Sallbreta bruder Rjant, 

der Tart ein sper in siner bant, 
er wt leyder sere 
mit ime in dem here.< 

t oaßen uff Beyart in den etonden 
' und hatten uff ine gebonden 
' banner von sjdwerk stolz, 
■lle vier zogen sie ir swert bolt. 
Dft sprach Reynolt, der df^n fry, hir: 
■ Bejart, hut bilff mir! 

> Solt ejnich orü drinken win, 

dir »olt sin gnug geschenket sin.« 
Beyait die wort wol verstund. 
Ryant kam gefaren zu der stund 
lind fiir äff Reynolt und fuüt ine allein, 

I nie inie folgten gemejn. 
lUynolt nun mit yltgkeit 
BB «wert nß der scheyde, 

t fry Beyart den zanme all 
I gerant mit schall 



9446 bor] hara. 2457 «wer k. 



74 

2*70 und reyt uff den, der vor ime hielt, 

und stach ine all zn dem schilt 

und durch den buch, daz er fiel und waz tot, 

das derselb ß,ie kam in so groß not. 

By syten Kam ein ander heiden 
2476 und want Reinolt dot slan mit ylikeiden 

und slug uff des schiltes rank, 

das da ein groß stuck abe sprank. 

Als er by Adelhart wolde, 

da slug er ine mit dem swert bolde, 
2480 das es durch das heupt wut zu stet 

und clobete ime die brüst met. 

Da began ein groß lyden, 

nieman gesach so sere stryden, 

als die vier ritter daten. 
2485 Sie waren so sere beladen, 

hett ine got nit geholffen hart; 

zu staden stont ine das orß Beyart, 

es slug und beiß mit gewalt, 

das das blut lieff in das feit ungezalt. 
2490 Das gute orse Beyart, 

das slug als ein leopart. 

So lang slugen sie und stachen, 

das sie die schare durch brachen. 

Sie waren ussermassen *mude 
2496 und seer besprenget mit dem blut. 

Beyart wart gewont zu manger stet 

und darzu sin herre mit. 

Sie ryten so ferre, das sie bonden 

ir große, dieffe wonden. 
2600 Bynnen dem kam ine ein her by syten, 

da sprach Reynolt: »Wir mußen anderwerb stryten.4 

Da sprach der fry degen Adelhart: 

»Stond der rat an mir zu dieser fart, 

und hett von dem orß krafft, 
2606 ich besocht myne macht, 

♦ 

2500 39 B. Bynnen] vnder. 



ich lieber uß der not, 
dum ich alsus blibe dot.< 
D» sprftch ßeynoU: >Dea en rua^f nit »in, 
da aller liebster bruder myn.« 
Da fochten sie noch so lan^^ ein wite, 
das man mocbt gan ein myle, 
da» er begnnde da verbluden, 
lie brachen da durch mit ubermoden 
und riten, da sie wolten. 

Sie hatten von iren achilteii nit als nie solt«n, 
noch von heim nit heile 
bitbnlten den dritten teil. 
Da sprach der greve Adelhart : 
»Nn enweiß ich nit, wb wir aollent ryten hart., 
wir mochten feren iimb enhott.* 
>So en dna ich auch« sprach Beinolt. 
[>■ 8j)rach Rizhart, der herre : 
■ Ich mweiÜ war hin boI sin unser kere; 
by got Tou Nazaren, 
die weit wirt uns schier zu rlpin. ' 
Kizbart sprach zu sineni bmdi-r Ileynolt: 
»Ich weiü noch gut entholt. < 

»Wa ist das?« sprach Reinolt schone. 

»Das ist zii Yven uff der Dardone. 

König Safforet, der wigant, 

m» Bio nieist«r Sant, 

vnnt «r ring dot Yveos, dra konigs, vader 

nnd sin bnider beide gader, 

« hat darzii dm castell geteat 

b Yren lant, da es was das bent.« 

Bnnult «prach; «Si faren wir darwarL« 

»Das wollen wir tum sprach Krizhnrt. 

Da tvrva m femv bynmm dryn tagen, 

bifi daa sie Yven bui^ gesahen. 

fij dem ca«tell von Vaucolone, 

dk wooie Yre nnd sii) barone. 

2(S8 brnaea] vader. SMO Vuicolon«^ 



76 

Btii,246Als Bizhart die bürg an sachf 

mit gutem mut er da sprach: 

»Ich bin sonder sorg, 
»46 want ich sien Yvens burg.c 

»Welch ist es?€ sprach Reynolt. 

»Secht an das hohe castell stolz, 

da die muren imib gant oben, 

mit tieffen, großen graben, 
3560 da ist es, da wir ryien sollent, 

das wir nit laßen woUent.« 

Da sprach Adelhart : »Laß uns ruwen zu den stunden. 

Eyn iglich bynde dem andern sin wonden, 

sie hatten manig ture sprach. 
2566 Da ryten sie hin weg mit hast 

und namen das heupt von Safforeten, dem d^en, 

und stachen es uff einen schafft verw^en 

über ir banner schone, 

Reynolt bant dar uff die krön. 
2660 Alsus ryten sie sonder sorge 

vor des koniges Yven bürg. 

Yve, der konig, stont zu der zynnen 

und wart gewar der vier ritter mit synnen, 

er sprach: »Ich sehen fremde sede, 
3665 davon sol uns komen freud mede; 

vier ritter kommen her geritten 

und haut all vier ein roß beschriten, 

sie schynen von schonen syten, 

das orß ist schon und groß von gelytden.c 
»670 Da lieffen uß ritter und frauwen, 

die das orß mit rittem wolten schauwen, 

imd Yve, der konig, ging mit schall, 

da er die ritter sach komen all. 

Da traden sie vor den konig mit züchten 
2676 und grüßten ine, als sie schonst mochten, 

sie knyeten vor den konig schon 

und gaben ime das heupt mit der cron. 

« 

2566 40 B. 2570 362 A. 



KEri 



77 

I das heupt und sprach zu hant: 



>Ir sint mir wilkome, Aas sy nch bekant. 
' Ich aol uch geben brot und win.« 
Reynolt sprach: »Des lone ucli got, der herre myn! 
' Wir wollen nch dienen t^ und nncht 

ntid hewisen hy uch alle unser macht.« 
Der konif; sprach: »Wer es nch beqweme, 
MM so trist ich awem nani gern.« 

Beynolt sprach: »Wir sollen alle gsder 

(oniiem namon nennen und unsero vader. 
Ueyme, des greven name ist kiint, 
WOB unser rader zu aller stunt; 
min altster bmder heilit Kyzhart, 
der ander Adelhart, der dryt Frizhart, 
R«ynolt ist niyn name, als ich von recht sol; 
I nn wiasent ir unser namen wi>l.< 

Der konig Yve eiiiptieng sie, nls ob er jr vader 
*M* hptte Keweiit alle gader, 

«r det ine allen cleider machen, 
grün snjnmrt gegen scharlachen, 
dimI Yve det zu den selben stunden, 
aufjtier machen im iren wunden 
MM und det sie ine heilen zu der stnnt, 

•o das sie in sehli wochen worden gesunt 
nnd Beyart, don gut nrtü, mede, 
das mit ine ^ewundot was iu dem atryt. 
^_ Da det er ine machen nuwe schilt 
^^p und ir swert Tervegen den rittern milt, 
^H ir bATnasch det man schnren, 
^ «ie deten machen converturen 

allr gader von cym zeichen zu den zyt^n. 
Das hatten sie getan, umb Yven heißen stryteo. 
•«• Sie bereiten sich zu der fart, 
mid anch ir orse Beyart 
leyta man uü wul^ln ulf dm feit, 
und mit fyD(>m mnt »nben uff die hctt. 



MOS veroegen. 



78 

Btii,864Yve vergadert hastelich 
2616 in »ins selbes riebe 

eyn groß ber und für in sins selbs lant, 

da er die castel fant, 

die Safforet bett tun macben. 

Sie slugen tod alles, das sie fanden 
9620 und geracben künden, 

sonder wip und kinder; 

das was ine kein binden 

Da faren sie bastelicb 

in Safforets konigricb, 
2626 da lagen sie in sinem lant 

und stiften raup und brant 

und urlogten ein wenig mynder dann dm jar, 

und det Tve castell macben dar, 

war das sie qwemen, 
2C30 das sie alleweg den sig namen 

und waren dem konig bolt, 

er gab ine gaben manigfalt. 

Die berren waren dar 

mit dem konig sieben jar. 
2636 Bynnen diesem verstont uff ein zyt sicberlicb 

Karle, der konig von Frankrieb, 

von eym speber, der qwam dar, 

der die berren vernommen batt alle gar; 

da sant der konig zu der stund, 
2640 ejmen bodten name kunt 

und embot dem konig in ejnem briefe, 

das er ime durcb sin liefe, 

also als icb ucb embiete: 

»So sendent mir die bösen diebelc 
2646 Suis was es, als icb läse, 

gescbriben in dem brieve fürbaß, 

das er bat genediglicb, 

das er ime wolt senden sicberlicb 



. 2615 sin. 2616 sin. 2628 Yve] yne. 2632 41 B. 2635 Vnder 
2636 363 A. 2638 hett. 2646 beschriben. 



78 

■in^Milm genen, der ime erslug iu Frankrich 
MM Binen soue Ludwicb. 

Als der bot kam in Gascongeu lant, 

iIh {ragte «r uach dem konig su hont. 

Man wiste ine inie alle xu hant. 

Er fiel üyder iiff sine knie, daz ist bekant, 
wt* und sprach : >Uch dut grutJen gruiJlicU 

Kvle, der konig von Frankrich« 

und gab ime die brefe in die hant, 

der kunig iase yne alle zu hant, 

dft «r inn bcfichriben fant Karle» will, 
»M daa er ime aente die diebe still, 

die ime erslugen in Fraukricb 

»nucn soDe, kon ig Lud wich. 
Als er die botttcbafCt verstont, 
wart er betrübet in syiii miit zur stund 
w» und rieff sinem rat mit grolien listen, 
da« e« die Tier Herren nit euwisten. 
>lr herren, sprach der konig, wie ratlent ir zu diesen dingen, 

I ana wol mocht gelyngen? 
Mir ermbadt Karle, der kone, 
^inpll fleyues sÖne von Dardune. 
) ich Hie nit dem konig gut, 
V'Wn ich ttincn tibehi miit. 
Wa« mdiiit ir hie zu, ir heren, 
sprach der konig, daz ich blibc in ureti V< 
• Do sprach Ontcl von Ri]wmont : 
>Ich rerstandeu zu ruanger »tnnt, 
du sie gruü Iast«r tadeu 
ileni konig Karle in hihlt kemenadcn 
Qod enlngon jemerlich 
■ tioen aone Ludwig. 
Kadi tnynem rat utili ir Hie ntS gi-l)eii 
and behalten uwer laut und iiwi-r leln-u. 
War ir ue ime nit ensnnt, 



96U PaUt A. 



l I.adwiMh A. 



26CJ (frolion foliU. 



80 

Bt 11,467 und der konig daz yernympt, 
M86 so kompt er in uwer lant 

nnd stifftet raub nnd brant, 

nnd mag er nch gefangen, 

zu wynde sol er uch bangen.€ 

Hnge Ayemois sprach mit disen: 
S690 »Der rat mu£ verdammet wesen! 

Herre, sprach er, wollent ir uff geben die ritter, 

man solt nch heißen eyn bogen yerreder. 

So manchen dienst hant sie nch getan, 

solten ir sie dann alsns yerraden han? 
»«•6 Die heyden hant sie vertrieben 

nnd sint by uch gebliben. 

Und uwer fane treger Adelhart 

und ein gut ritter ist Frizhart 

und er ist uwer druchsag, herre; 
2700 verriedent ir sie, unmag das were. 

Gebent ir uff diese herren, 

so soltent ir ine groß laster zu keren.€ 

Do sprach herzog Ysoreyt: 

»Huge, ir hant war geseyt.€ 
S706 Da sprach von Galsongen, daz were der synn myn, 

Reymar, ein ritter kone und fin: 

iVerlorent ir diese vier herren, 

ir werent enteret mit uwer eren. 

Wollent ir sie uff, summen myn leben, 
2710 mit verretnisse uff geben, 

so sint sie von hohen magen, 

sie solten umb uwer laster jagen. 

Wer ist in Polgen oder in Galcane, 

uch stond davon zu empfan 
2716 groß laster, das weiß ich wol. 

Da ist manich ritter snell, als er sol, 

die ine nahe sint bekant, 

die daz nemen solten zu großem undank. 

Und in Gicilien mogent ir nit kommen, 

2698 42 B. 2705 364 A. 2709 summe. 2719 GedUdn. 



81 

^Srwit lieh kern davou groli unfroinnien; 
komeDt ir in Ungeryen und Kriechen lant, 

1 Nonnandven und Engelaat, 
oder koment ir in Frankrich, 
fti« bnt«n ha&en ucb von dem rieh. 
BcKra iren großen magen 
nogvnt ir keinen fryden tragen. 
Dorrent ir sie Tor Karle nit haJten 

1 wolt ir nit sin gescholten 
«n iren fmndew und inagen, 

du sie auch nit bosee von uch eosagen. 
ao moSent ir sie laßen von uch wichen 
1 ein ander kouigrich hastelichen, 

im sie Karle 'nit entsyen 

und ime mogent entflien.« 

Do sprach der herre Laniprecht eben : 

»So maß ich mit eren leben, 

ich hört Anceline hut geben gaten rat 

I fruntechnfft, da« es kern zu guter dat. 
Vollfint ir nie dem konig wider aan, 

■0 BoUent ir finden daran, 

nnd wollent sie halten wider ine, 

alfi det Johann von Latine, 

der hie beforen machet stryt 
1 Karie zu ainer unzyt.« 

Ab Lambert sprach die^e wort, 

im sornte sich Ysoret und drat fort. 

ttml sprach: >Drr nch den rat gab, 

der en geh umb uch nit ein hab; 

an konig so) kein verrnter wesen. 
>Dm ir Reynolt und sin brttdi'r ufT geben, 
I det ine pin oder nem ine das leltr^n, 

to h«U«n ir sie bolilich uff gegeben : 

mr ir aoUent sie faron lauen 

■nd wiaen sie utf die reclil«' Ktralii^ii 



2722 KoruuuidicD. 



82 

Bt 11,584 in Polgen, oder in ander lant, 

da sie bliben ungeschant.« 

Tve ging fort und sprach, daz er es gern dei, 

ave ine jamert sere zu der selben stet 

von Reinolt und sin bruder zu for^, 
2760 »das sie mußen von mir faren, 

want sie mir wol dienen sonder wan, 

und ich nit mag empfan 

den nyde von Karle, dem konig, 

des wer mir zu groß ein ding.c 
S706 Avemais sprach harte halt an, 

der by dem rat was gestan: 

»Konig, ich sagen uch zu foren, 

kein gut man solt hören 

nach dem rate, den sie geben, 
2770 Ancelin und Lambert, die zwen nefen; 

die sint beide von den gesiechten, 

das sie nu guten rat brechten. 

Ave, konig, spllent ir han ere, 

so sollent ir Beynolt, den jungherre, 
2776 Claradys, uwer tochter, geben, 

so mogent ir froliche leben, 

und die roth und die Geronde mede, 

dunt ime ein huß sti£Pten zu der stede« 

Mocht der ritter von pryse 
2780 kinder gewynnen von Glaradyse, 

Beynolt ist von hohen magen, 

sie selten die fede wol getragen 

gegen Karle, dem konig stolz.« 

»Herre Avernais, ir sprechent wol, als ir solt. 
2785 Mocht mir noch kommen, so das Reinolt, der wigant, 

bliben mocht in mynem lantlc 

Do embot der konig Yve Reinolten 

und sinen brudern, daz sie zu ime komen solten« 

Da sprach Reinolt, der tegen schier: 
27»o »Edeler konig, was gebietent ir?« 

* 

2764 43 B. 2773 365 A. 2774 jungherren. 2776 froliehen. 



■tiMMYTe sprach: »Orefe Ueinolt, 
edel ritter kone uad stoU, 
her hat embotea sicherlich 
Karle, der konig vou Fraukrich, 
nw du ich uch fang und als dieb binde 
oad ach rier hastUcben sende 
gefangen in Frankrich. 
L Na vil ich kein rerreder we»eii sicherlich; 
H aber hj got, ritter gut, 
Hn za swer wäre mir sin iibel mut. 
^B Are wollent ir fareii, grefe Keinolt, 
^M in Polgen, und uwer bruder stolz, 
^M in Calabre oder über die see, , 

^B ieh enlafi och kein gebrech ban ummermer 
^Ba mit schaK oder mit gut. 
^" Nu bereyt uch, degcn, mit gutfim mut.* 
Der grefe Reinolt sprach zu haut : 
■Edeler herre, dos iat uns wol b«kant 
KU sorg«t gar jemerlich 
an* gegen dem konig Ton Frankrich. 
W«r, das nwer gnade unu gunde, 
eyn ruth stet uff der Geronde, 
berre konig, wolt ir sie uns geben, 
wir walten ncfa dienen die wile wir leben. 
MU Ich wolt sie sicher niach«n gern, 
stond« sie uch zu embeni, 
dar uff will ich ein hiiÜ tun festen, 
kern Karle mit sinen mach und d<:n l)e»ten, 



ich hoff wir sollen t 



> iaet, 



wir engel>en nit danimb ein bast, 
daa uns der konig jrt getun cuocht 
mit alle dem, das er vermocht.« 
Do sprach Vve, der konig stoLt: 
>Oebe ich uch die rothe, Reioolt, 
I die off der Qeronde stat, 



ktm rraaekvridi. 2803 (toll. 



r mc ':»li it^tt. 



84 

Bt 11,696 so hette ich verloren mjnen rat; 

als helff mir sant Amand, 

ir bezwangen da mit alle diß kmt 

und Gascongen mede.€ 
8880 lieh enwil, herre, by warheide, 

des geben ich uch myn truwe, 

also helff mir unser liebe frawe. 

Hye en wont nieman in dem lande, 

mißdut er uch, sie en sin unser fiand, 
2886 nnd wir zeugen ime unser macht 

imd darzu alle unser krafft, 

ich und myn bruder alle gader, 

als ir werent unser vader.c 

Da sprach konig Tve: »Ich wil mich beraden balde.€ 
9840 Da sprach der kone tegen stolz: 

»Ir herren, hie ist Reinolt zu diser stund 

byttende mich umb die roth uff der Geronde. 

Wil ich sie ime geben sonder sparen Pc 

Da sprachen sie: »Ja ir, herre, wol zu foren.c 
9846 >Nu wil ich ein huß tun machen 

uff die rothe in waren sachen 

so stark und so fast, 

kem Karle von Frankrich mit last 

und mit siner. macht da wolt stormen, 
3860 noch dann solt Reinolt sich da enthalten. 

Diß wil ich tun sonder wan; 

er hat mir mangen dienst getan 

in sieben jaren, die ritter kone; 

hie wollen wir machen eine sone.€ 
Mßft Do sprach der herzog Ysoreyt: 

»Und Glaradys uwer tochter mit, 

so enweifi man in kristenheit 

nit uwer gelicheit, 

hoher konig, dann ir syt 
2860 mee entsehen in kurzer zyt.« 

2827 sanct. 2828 bezwungent. 28S0 44 B. 2833 niemand. 
2834 ensint. 2841 366 A. 2854 einen. 



85 

Mti^nüt sprach Lambert: »So wolt ir den konig wise 

scosn g^en Karle von Parise ? 

Yaoreyt, diß were schände, 

das toftn den konig solt hangen 
f» aoi den graven Reynolt 

and sin bmder stolz.« 

AI« diS sprach Lanibrecht, der herre, 

da zomte sich Avernais sere 

und greiff ine by dem hare 
iw» nod fllng ime ayn hals entzwey sonder fare, 

«bo iaa er mit allen 

ED der erden kam gefiillen. 

Da sprach der herre Ävemais: 

*Nn en sprich ntt mee als ein dwaisl 
wn Vth vergeit, als es best vergan raag, 

ir hant aweni testen tag.c 

Da sprach Yve, der konig fry: 

»Dise mi£dat nemen ich uff my. 

Also behut mir got myn leben, 
■•• Reynolt wil ich rayn tochter geben, 

ao »ol er mir behulBlicb sin.< 

Ab diese wort waren geschien, 

da rieff er: »Reinolt, 

wollent ir mir sin von tniwen holt 
MM nnd awer brudi?r mit, 

m> wil ich nch die nith geben uff dieser stet 

and auch mjn tocht«r Claradise 

und wil nch geben vnn mynem schaze, 

•0 mogent ir machen mit gewalt 
■^ ein castell groü und wol geMtiUtc 

K«inolt xpracii: >Dus nch Oot lone! 

Berre konig, uwer gal)e ist schone. 

Ich danken es uch mit groUer ere, 

gvbent ir *lf mir sonder lob berat, heTe.< 
BM Man macht die bruloffl groß. 



W14 Am laude nur mit tvrMUuogndcbea a 
■irj nh A. SSai beUlffUtb. 



dwai« AB, 



86 

Btii,739ReinoIt zymmennann embot 

und stein mezen in alle lant, 

das sie zu ime kernen zu hant, 

und alle, die gelt wolten gewynnen 
3900 und des werkes wolten begynnen. 

Sie kamen alle, die diß Yemamm, 

der was v^. zymmermann 

und sieben hundert stein mezen, die dar kamen. 

Nu wol Renolt sonder sparen 
2906 'von den meisten, die da waren, 

don Testen die roth zur stund. 

Reynolt, der name kimt, 

det ein castell b^ynnen 

mit muren und mit zjmnen, 
2910 und zwey par muren darumb gan. 

Als diß geschach, als ich uch sage, 

da embot Reynolt, der kone, 

alle durch Gascone, 

so wer das vememe, 
2916 das er zu der roth kerne, 

Rejmolt wolt in hovestet geben 

und halten ine fry alle leben. 

Als die lute das vernamen, 

man und wib zu der roth kamen 
2020 80 vil, das Reinolt schier 

hatt Yergadert ufiF den ryvier 

zwenzig hundert by gezale, 

und stiffk da zu haut ein stat schone zu male. 

Da embot Reynolt mit großen eren 
2926 Tven, dem konig, sinem herren. 

Der konig ist zu dem berg kommen, 

als er das von Reinolt hat yemommen, 

da sprach Yve, der konig wyse: 

»Reynolt, by got vom paradise, 
2930 ir haut gemacht ein huS schon und stolt; 

sagent wie sol sin jsine name, Renolt ?€ 

2896 45 ß. 2904 Reynolt. 2910 367 A. 2980 stolti. 293 
nane A. Beynolt. 



97 

l«ii.»»*B«ynoU antwort: >Horent was ich iich san, 

di& ist off einem berg geetan, 

der ist all gader marberyn; 
«« Montelban ist der name syoe.« 

Der konig sprach: »So mir myn leben, 
■iii,n*ejneii guten namen hant ir ime geben.« 
Dar nach riet e» in korzen tagen, 

aia ich ach wil sagen, 
MM da« Karle, der t^en kone, 

and Bolant, sjner aweater son, 

wansn geriten ire fart 

recht zu Sant Jacob wart. 

AU der konig Karle wider kam, 
M hört was er vemame, 

er wart gewar oben off dem berg stan 

das kastell von Moutolbao. 

Karle sprach zu haut: 

»Na sebent, nefe Holant! 
wm wer macht in so kuraer ryi 

difi cast«Il uff den berg wyt? 

In all Oascongen stet kein so fast, noch so gut, 

noch ¥0n moren so wol bebut.c 

>By got, sprach Rolant, der grere, 
M« berre konig und liebe nefe, 

wie mocht man es gewannen ? 

E« ist BO hoch za den zpmen.« 

Da aotwort Karle zu der salben 17t: 

»Bj got, ir bcrren, ich m wei& es nit. 
BM Bolant, ir solt lyten und fragen, 

wer in ho knran tagen 



•o g«>7i^; >md aoeh m meU.« 
Do rejt Kolant und «ach wn klug, 
i «inen ackennaa, der tr«ib naen pflug. 
Bdaiit aprach: >Frunt, daz dir got gebe ere ! 
Wv ist TOD dieaem caatell do bcne?« 



l hoTML 94,1 Moataikaa. 9W3 41 B. 



I 



88 

Da antwort der ackerman zu stund: 

»Herre, als ich hau yerstanden und mir ist kund, 
2970 so hant das uff gehaben grefen, 

die uß Frankrich sint vertriben.c 

»Wie heißt der greve? sag an.€ 

Da antwort ime der ackerman : 

»Reinolt ist der name sin. 
«976 Dry bruder hat der tegen fin, 

Rizhart, Frizhart und Adelhart, c 

Da kerte Rolant zu der fart 

zu dem konig und sprach zu hant: 

»Herire konig, das sy uch bekant, 
3980 das kastell hat Reinolt, 

uwer nefe, gestifft und sin bruder '/jtok, 

und das castell heißt Montelban, 

darzu kostlich und wol getan.€ 

Als der. kong diß verstont, 
298. da verirrte ime alle syn mut zur stund. . 

Da embott Karle, der kone, 

Yven, dem konig von Gascone, 

on mynne und ubelen mut, 

das er die vier ritter gut, 
2990 die da weren sin fiant, 

enthielte in sinem lande 

und er Reinolt hett erhaben, 

das er ime laut, erbe und lehen hett gegeben. 

Alsus reyt Karle sin fart 
2996 und für zu Frankrich wart. 

Da sie kamen in Frankrich, 

da det briefe schriben der kong rieh 

und embot mannen und magen (hört was ich uch sagen!) 

und für besizen Reinolt in sin laut zu allen tagen. 
3000 In Gasconigen für der degen 

und hat Montelban belegen 



2979 368 A. 2982 Montellan. 2985 aller. 2996 in] su. 
2998 In beiden hss. als zwei verse geschrieben, doch in A verbindongs- 
seichen nach magen. 8000 der] den. * 3001 Montewan. 



89 

1 stifft in Reinolts tftnt 
[ beide raub und braut. 
I AI« Reinolt diu« gesacb, 
\ d«D groäen jiimer, der da geschach, 

nnea und magen er emboi, 
das sie ime hulffen in der not. 

IAlsos urlogte Reinolt dar 
gegen dem konig ein ganz jar. 
Die welschen sagent das vor war, 
das Karle viel verlob alldar. 
Tnd aia Karle, der legen, 
vor Montelban ein jar was gelegen, 
da gab er urlob den landee Kerren, 
das sie widerumb in Frankrich solten kereu. 
Hie wil ich den konig la§en bliben 
und wU vou Reinolt echrtben, 
wie der tegen unverfart 
rieff sinem bnider Adelbart 

tnoi) sprach: >Wa8 rata wolt ir mir geben? 
Ir lint oiyD trost und rat in mjnem leben, 
BD ach myn znrerlab ület. 
Die zji sich nit anders verguet. 

Hot ist es liebeii jar und me«, das ich myn muter aacb, 
■I» noch von ir hört gewach ; 
DO oufi ich myn frawen, 
das ich sie mit mynen angen schüuwe, 
^m oder kh bliben Ton ruvren dot, 
^H want ich han verlangen gro&.< 
^Pl D» sprach Adelhart, der greff bolt : 
I »Was sagent ir, brnder Reinolt? 

Dunurn haut gesworen unser müder und vader, 
war das sie unn befangen alle gader, 
so Bollent sie uns gerynge senden, 
■■' odsr der kooig wolt sie anders schcndmt, 
Idi wcäfi das wol za foreo, 
kcmiiuo wir dar, wir sint rerloreo.« 



S47B. 



90 

Da sprach Reinolt: »Ich muß mjn müder schauwen, 

oder ich bliben dot von ruwen.c 
S040 Da sprach Adelhart: »Ich han fleftmden «raten rat, 

wir mußen aUe vier gan in den walt zu foß dmt 

und warten umb pylgerin «ere 

und biten sie durch des riehen gotes ere, 

das sie uns geben ir slavyn 
8046 umb unser cleyder pelljm, 

das wir gan nach pilgeryms site, 

des danket mich das best zu diser sted.c 

Suß ließen die herren gemene 

Beyart, iren frene, 
8060 und schieden von irem castell und von Glaradise 

und irem ohem Malagyse 

und befolen sie got von hymmelrich. 

Also wolten sie gan in den walt sicherlich, 

da sie der pilgerin wolten beiden. 
8066 Alsus befulhen sie sich in gotes geleiden. 

Nun muß sie got nemen in sin hüte gewyfi, 

das ine da got und irem ohem Malegyse, 

zu Montelban u\ ir castell 

enkeren nummerme {sicherlich so snell. 
8o«o So lange warten die herren in dem wald dar, 

das sie vier pilgeryn worden gewar. 

Gegen sie ging Bizhart, 

Frizhart, Reinolt und Adelhart. 

Reinolt sprach, der tegen fin: 
8066 >Wilkommen mußent ir sin, 

das ir mit eren mußent leben ! 

Wollent ir uns uwer .slavynen geben 

umb unser cleider fyn, 

die da sint von pellyn? 
8070 Der pylgerin sprach : »Herre Reinolt, 

wie lang haut ir gelegen in diesem holt 



3041 fuß] 8uß A. 3048 gemeyn. 3049 369 A. 3051 Malagys. 
3058 Montewan. 3060 dare. 3067 slavynQo korrigiert aus fla.. A. 
flavynen B. 3071 Am rande holcs mit versetzongsseiGbeii ABL 



Ol 

eyn achwher und ein morder gewesen ? 

Ir ensolt der nit kunnen genesen, 

BO helff mir got und gunnc mir der eren, 
—n dis ich in Frankrich wider keren, 

dem konig sol ich über ucli clagen und sagen ime balde, 

das ir ein reuber sint iu diesem wald.c 

Um a& der pilgerin sprach, 

dA lomt Bich Reinolt, zur stunt er ine an sach 
*••■ and ergreiff den pilgerin by dem bart 

nnd zu sinem swert er sich karte 

und wolt ine hau geslagen dot, 

an den unmut, den die andern hatten in großer not, 

nnd fielen Reinolt uff eine fuß 
MM und sprachen: >Gnad! sehent, waz ir dont, herre bu&! 

^Wir sint pylgeryn unser fi-auwen 
and kommen recht u& Snyryen von über see 
ofi dem lande von Oalüe, 
Sint ach unser slavynen gut, 
80 wollen wir, dab ir damit dut 
ftUen uwem willen 
bade lut und stille.« 
>Pnmt, sprach Reynolt, du bist gut; 
ich bat des durch gotes deumat.« 
MN Da deten sie abe ir slaTynen, 
iglich nam den ainen. 
Dei deten die andern grotien spot. 
8v& nainen die pilgerin wider die cleider gut. 
Vit besser waa, das sie gaben, 
UN dutn das sie wider namen. 

^Da «prach Adelhart: 
»Wie wol stet uns diese wat so zartl« 
Sie gingen berg und tale 
m der Dwdone wart bIzu male. 
Man weiii nit wie ril ös detvai der tagfart, 
•eben lagen ne sftnSt off der (art, 
■ie endorsten sich nit offenbaraa. 



80M 48 B. 3091 wille A. 



92 

noch tun zu wissen wer sie waren, 

sie giengen, das sie zu Dardone kamen. 
8110 Kumme konden sie dar geramen, 

da rurt Beinolt, der jungeling, 

vor der pforten den großen ring. 

Als der pfortener hört den schall, 

da sach er durch daz fenster die pilgerin nitt gezaL 
3116 Da sprach Reynolt, 

der da was kone und stolz: 

»Durch got von dem paradise, 

laß uns vier pilgerin inn lise! 

Wir sin geweßt ferre und wyt, 
siao wir wollen got for dich biten in unser zyt. 

Wir sin auch gewest zu Bethlehem 

und in dem lande von Jherusalem, 

noch nie enkamen wir in die not, 

da wir hetten hunger also groß. 
3126 Nu laß uns inne 

durch des riehen gotes mynne !c 

Der pfortener sprach: »Diß enstet mir nit zu tun^c 

»Wie so?€ sprach der jungherre kone. 

Da antwort zu stunt der pfortener : 
8180 »Uns ist komen böse nuwe mere 

gestern abend gar jamerUch 

uß dem lande von Frankrich, 

das Karle hat gefangen unser vier Jungherren schon, 

und darumb, pilgerin, enstet uns daz nit zu tun. 
3186 Enwere nit so lang gewachsen uwer hart, 

so solt ich sagen, das irs werent zu dieser fart 

Reynolt, der jungherre. 

By got! sprach der pfortener, 

ich engesach in diesem riche 
8140 eynichen man, der Reynolt so wol geliche.c 

Reynolt sprach: »Gut frunt, mag daz sin, 

laß uns in durch willen der jungeling fin! 

Das got sie muß meren, 

3114 nitt] mit. 3115 370 A. 



I 



it, ir lob mit groQ cren ; 
*!«» und ob sie Karle halie gefan, 

d»s sie mit eren nitt^en entj^aii ; 

und ob sie sint erslogeu, 

i»» got dann ir sele luuÜ pBegen ; 

and ob sie aucli sint in .stryten, 
(u* das me got erlöse in korzen zyteii!« 

Ab di& sprach R«ino]t, 

da [acht der pforten^r balt 

und sprach: >Icb sol uch laßen schauweu 

and leyden uch in daz castell zu myner frawen, 
nM die ucb sol geben essen und drinken still 

durch ire lieber kinder will, 

da die edele ^auwe 

arab trybet so großen rauwu.c 

Da sprach der edel Reinolt : 
•■ >Got muä dir Ionen, pforten«r stolz!« 

Die hystorie sagt uns wal, 

das sie giengen in den meyaten sal, 

da ne ir mnter sahen, > 

als UOH diu buch ist sagen. 
!•• Hrynolt sprach: >Gut, der daz wol vermag, 

der miiEi uch geben guten tag!« 

Da sprach die frawe edel und iin: 

»Wilkommen niulient ir sin!< 

Betnolt sprach : »Frauwe, 

w sint ftTT geweat sonder rauwe, 

o kämmen wir nie in die not, 
rtr betten huuger iiUus g^>ti. 
bitten zu iMtcn imib got, den sulien, 

das ir t«ilhaSlig wewn mu^nt 

alle der wage, die wir han g^an, 

und luuier guti* werk, die wir han getan.« 

Die franwen iprach: »So nnib ich mit eren leben. 

ich wil tich zu nvwn gehen. c 



|>..S1U tf B. int. 3W vgl. 3166 odi gtima mit TcrMbonK»- 
3170 na A. 3173 alw. 



04 

Dye frauwe det den tisch Weiden, 
8180 dar sie nit von mochten scheiden, 

and Ueß ine bringen brot und win 

und herste von wilden eberswin. 

Die frauwe dient ine selbes zu dank, 

die zyt enwart ine da nit lank. 
81S6 Man gieng in den keller zu den tunneü 

umb den besten win zu kunnen. 

Da fant sie alten win, 

das was der beste, der in stock mocht sin. 

Des wins ein schal sie da fult, 
8190 die war groß, als sie solt, 

damit kam sie vor die tafel gegan, 

da die vier graven saßen wol getMi^ 

Die schal gab sie Beynolt, 

dem greven kone und stolt. 
8196 Beynolt sazte die schale zu dem munde 

und drank sie u& zu dem grünt 

und sprach zu ere, 

ob vcm dem win dar mee were, 

das man es ime geben wolt. 
8900 Des wondert die frauwe und sprach bald: 

»Lieber frunt, wie machtu diesen starken win 

gedrinken und nit drunken sinpc 

Da sprach Reinolt: »Ach, ich nem es so gern mere.< 

Die frawe holt des wins sn^ und sere 
8806 mid drug ine in den sal und gab ine,Beinolt in die hant, 

do trang er ine aber uß zu hant. 

Als die frawe difi sach, sie sprach: »Sag a&i 

wa her komestu, pilgerin, edel man? 

Wie machtu so seer gedrinken, 
8910 das ich dir kumme mag gnug geschenken? 

Wer ich geseßen mit .xxv. rittem fyn, 

so endrurSen wir aU nit den win.c ^ 

Da sprach der greve Beinolt: 

3183 871 A. 3197 Mit dem folgenden verae losammengeichrie- 
ben B. 3198 mee da. 3201 macht da. 3208 her] herre. 3109 



>£Uuat ir des mere in tiwenu gewalt, 

wie gern neme ich des mere 

iimb die gotes erel« 

Di<^ frauwe schaaide sich aere 

und det za dem keller ir leere 

und hat gebracht von dem win 

und gab den Reinolt in die hiint sin. 

Rcinolt nam den napÖ' von (^olt 

und drank ine tili zur stund bald. 

AU di& die frau sach, 

da hatt es sie wunder und sprach : 

»Wa her bistu, tufel, komeni* 

Kompt dir difi von dinen frommen C« 

Da sprach Renolt von Montelban srhartf: 

iDrunk ich noch eyns, by got, der vor uns starb, 

und by dem hjmmelachen throne, 
I ich gebe amb Karle nit ein bone.t 

Als difi sprach Keinolt, da zomt Ädelh&rt 

und atie& ine mit dem einbogen hart, 

dal «r weich an ein syte hin. 

Er was ao dmoken von win, 
t im une gäbe sin miit«r wul getan, 

das er nmmer «laSen mulit gun. 

Da drat die fraw fort zu der atunt 

nod kuste Reynolt vor sinen luunt, 

sie kuste so den degen gut, 
■ das ine beiden zu uiwe iiud niunt lieff \iü das blut. 

£n hette getan Adelhart, 

da« er sie in den anue nam uti' der fnrt 

uikI toch sie von lieinolt zu haut, 

ak una di& buch dut bt*kant, 
t sie wer da ta dmii*elbea zydeti 
Uibvn aonder myden. 
I me Buß stunden, hatt »ie ein speher gesehen bald 



I SO a iiU wnndtr feblt A. 323& berre. 3227 lUy&olt. . 
3237 fraw] fro A, XliQ Hacb munt verbiaduDfftMicliQBi 
B teile A. SÜh t;tt«a. SM myUm. 



96 

und sprach: »Franwe, dont von uch Reinald 

und sendent ine hastelich 
8260 Karle, dem konig von Frankrich, 

want, &awe, ir hant gesworen, 

der eyd ist anders verloren. 

En dunt ir des nit, so wil ich myn orß beschryden 

und zu Karle, dem konig, ryden 
8266 und sagen ime offenbar, das ir Reinolt, 

den greven kone und stolt, 

uwer sone von Montewan, 

in uwem sal hant empfan; 

so komet Karle in uwer lant 
8260 und stifftet raub und brant 

und sol sie laßen fangen 

und Heymen mit und an ir kelen hangen, 

und uch, frawe Aye von Pierlepont, 

dut er toden in korzer stunt.c 
8266 Diß sprach der speher, da er stund. 

Die frauwe empfing farwe, daz waz kunt, 

sie sprach: lYerwaßen moßestu wesen in zyde! 

All det mich Karle sweren by sant Dionise, 

all swor ich mit dem munde, 
8270 min herze en~ gedacht nye zu der stunde, 

ir en wil ich nit begeben 

die tag, die ich geleben, c 

Der speher lieff zu Heymen, da er stunt, 

der verreder sprach, das ist kunt: 
8276 >Uwer fier kinder sint hie zu male 

in diesem sloße und in dem sale, 

die den konig Ludwig 

dot slugen in Frankrich. 

Herre, fahent sie zu hant! 
3280 Karle mußent sie werden gesant. 

Herre, woUent ir sie nit fan, 

so wil ich zu Karle, dem konig, ryten und gan 

und sagen ime diese wort alle, 

3252 372 A. 3256 stoltz. 3257 manto wan A. 3967 syn« 




97 

I hie «int in uwenn sale. 
i 8oI komme» zu liant 

und Bol sie fangen in uwerni lande 

nnd frauwe Äyen, uwer wip, 

and sollent werden gebunden stylf, 

er Bol Dch alle fiinlf hangen tone 
I an den galgen zu Monfaucone.« 

Ab diu der verreder sprach, 

da zornt Heym und gab ime einen stach 

and slug iuie den halß entzn'ej snell, 
I «r zu der erden fifl. 

liprach Heyme: •Von dir enwlrt nit gesprochei 
i der halß ist dir ajrbroihen.« 

Heyme sprach: »Ich höre sagen, 

alle Tier ulT m)*ner bürg »n. 

Nu gant uch waffen zu der furt, 

liebvn herren und degen zart.» 

Als sie gewappent waren all, 

zu Dopdone füren sie mit schall 

Des wart Adelhart gewar und sprach zi 

»Nu belff uns got und sant Amant! 
> Nu ist diS 11T1S zu sorgen kommen 

und mögen des hau keinen frommen ; 

hie komet gegan myn vader 

mit sinem volk alle gader.« 

Adelhart sprach: lilie sol man schauwen, 
" wie wir kiinuen mit uDsern »werten hauweii, 

want « Uli an nnser leben gat. 

Kraawe müder, an uch stet unser zh verlaß 

nnd unser belff und unser trost, 

oder wir enwerden nit erloßt, 
* want Reynolt en kan sich nit geweren, 

•o wa« ge«chicht den herren.« 

Die frawe spruch: >In gene kammer aolt ir in tragen, 

da en mögen ne ine uch nit abe jagen, 



: die kinder myn 



I hant: 



4 mIL 3289 61 B. 32d0 HoDfancone. 3296 lutbrochen. 



9g 

want die muren, die daran syn, 
3320 die sint fast marberin, 

darin tragent Rejnolt, 

den greven von Merewolt, 

und werent uch tag und nacht 

gegen uwers vaders macht.« 
3326 Da gingen zu der fart 

vor die kamer mit den swerten hart. 

Do kam der greve Heyme 

und hieß, das man fienge die kinder sin gemeyn, 

man, mag sonder wider keren: 
8330 »Gant fort und fahejit dise vier herren 

und dunt sie fast bynden; 

konig Karle sol ich sie senden.« 

Da sprach Adelhart: 

»Ir herren, ziehent hinder wart! 
3386 Die genen, die mich soUent fahen, 

die wil ich mit dem swert slahen.« 

Da Sprüngen sie vor die kamer hart, 

als ein lebart stont Adelhart, 

fintlich slug er mit syme swert, 
8340 den er rächt, der ging zu der erde. 

Groß wonder Frizhart volbracht, 

mit manheit slug er unsanfft. 

Suß fochten die herren gut 

und durch slugen heim und hut 
3346 und werten sich mit macht 

einen tag und ein nacht; 

do slieff noch fast Reinolt. 

Nu ist der ander tag gekommen stolt, 

das Reynolt uß dem slaff entsprang 
8360 und hört der swert klang, 

da sprang er uff und greiff zum swert 

und lieff in solichem geberde, 

als er uß den synnen were, 

zu slahen was sin begere, 

3319 synt. 3321 373 A. 3349 sslaif A. 



9Ö 

and sprach: >AdeIhart, 

dret bau binder wart. 

Beyde, Rizhart und Frizhart, 

ich bin so lange gespart, 

DWer siegt sint zu klein, das ist mir bekant.« 
I Da tradeu sie hinder sich zu haut. 

Reinolt sprach und zoiche sin swert: 

»Wir wollen vor ine sin unverfert. 

Got mnß mich verwarn 

und in myiien noden laßen, 
1 ob ich sparen groß oder deyn, • 

all wer es myn vader allein. 

Kompt er mir zu gemut, 

ich g«be ime solich grulj 

aad reden ime also we, 
t na kynder eii sieht er numnierme.c 

Er sing man nber man, 

dM daa birtt in dem eale rau ; 

Tor ime ermiocht niemant stan, 

dw er mit njrde wolt slan. 
k AI* Heyme das geaach, 

dif sich Reinolt so wol vermag, 

da fpracb er eu ainem folk dar hinder: 

»Dngefangen blibent myne kinder. 

Rejnolt vermag sich bau allein, 

* dann altes tnjD folk geweyo, 
er bat auch das beste swert, 
das je gemacht ward oder werd. 
Lftfit nns fliehen, wir hau des not, 
ven er rächet, der blibet dot.< 

t Da äuhen sie alle zu hant. 
R«inoH hat Klontberg iu der hant 
und wiste nit baÜ zu tun in den tagen, 
dann di« da fluhen, diu zu jagen. 
So Til folgt« or sinen vader, 

• du er die schare durch brach alle gader, 



BUB. 



33«1 loh. 



3363 Terwaluen. 33S8 S74 k. 



100 

das swert hatt er verhaben 

und wolt sinen vater geslagen haben, 

en hette getan Adelhart, 

der edel lebart, 
8896 der ine ergreiff by dem gere. 

»Last stan, Reinolt, edel here! 

Slugent ir unsem vader dot, 

des solte man uns sprechen schände grot, 

und wir versonten nummer mit eren 
8400 gegen dem konig, unserm herren.« 

Da sprach Reinolt zu haut: 

»Mich verdamme sant Amant, 

ich lere ine, das er sin kynder so geswynde 

dem konig nummer also gesende!« 
8406 Mit deüi nam er ine hastelich 

und leyt ine uff ein bank ungemelich 

und baut ime fu& und hant 

und det Heimen, synem vader, große schände 

und sneyd ime abe hande, nase und mund, 
8410 eynen boten nam er in korzer stund, 

und lacht ine uff ein pfert 

und sant ine zu Frankrich wert. 

Da sprach Renolt: »In Frankrich, 

das sprechen ich, bot, sicherlich, 
3416 mustu faren, du schöner jungeling, 

und bringen diß present dem konig, 

und sage Karle, das ich ime diese presant gebe, 

Reinolt von Montelban, sin nefe, 

das er ime das selbe sende 
3420 und dabey Reinolt bekende; 

wann hett er mich selbs aldar, 

er solt mir diß tun offenbar.« 

Der knecht lieff tag und nacht, 

fluchende Reinolt all siner macht. 
8426 Suß macht uns die hystorie wys, 

* 

3418 Beynolt. 3417 Nach das ich durchstrichen A. 3418 Montewan. 
3421 53 B. 



101 

das er ine bracht zti fary«. 

AIh die burger den aeiimer sagen, 

da begimdei) sie zu fragen, 

ob er der tiifel wer, 
' d«r uff dem seumer leg in groüem seer, 

M wenig kanten sie Heinien, den degeii, 

der da leyd groü p}'n, als sie sehen. 

Sufi kamen sie in den aale, 

dM folk mit Heymen aonder zaie. 
' Vor den konig kamen die iiiere, 

da8 Heym, der greve, kommen were 

gobtuiden uitsanfft beid fuÜ nnd band. 

Karle bieä Heymen wilkonien t^in, als er ine bekand, 

imd sprach als ein lierre verkoren: 
• »Wer det neb diesen zoren?« 

>HeTTe, dos deten die kynder myn. 

Die vier Herren kamen zn Dardon in, 

da wolt icb sie fangen zn hant 

und wolt sie ucb bnn gesant; 

■ fiinffhnndert man baut sie mir erstagen, 
da« tn^'l' l^yt enstat nit zu sagen.* 
AU der konig diu verstund. 
da erwärmte im sin mut zur stund. 
Karle macht ein grog geschalt 

I and rieff sine wappener all 
und apmcb: *Icb sol sie taugen tun.« 
Da füren nie zu Dardune. 
ReJDolt was oben an der zynnen gelegen beitulicb 
tiod sacb den kunig von Krankrich 

■ komen mit manchem stolzen man, 
die man komme gebesneni kan, 
und fliugen ufl' ir ger^elt 

vor dem castell uff das feit. 
Do rieff Keinnlt in korw*r stont 

■ nner mudnr von I*ierlepont 
und sprach : »Frati. nu ist «s nns zu sorgen | 



m]t 



34S0 • 



mU«. 3455 875 A. 



102 

liebe mnter und frawe zart, 

der konig hat uns belegen. 

Ich wer vil lieber blieben 
8466 in dem kastell zu Montelban, 

das sagen ich uch sonder wan, 

want mag er uns gefangen, 

er sol uns all vier tun hangen. 

Frau muter, nu gebt uns guten 'rat, 
8470 an uch stet all unser zuYerla&.c 

Die frau sprach: »Outen rat sol ich uch geben, 

das ir behaltent uwer leben. 

Nu fiiehent uß dieser postemen 

nnd ziehent an uwer flavinen.« ' 
8476 Sus floch alle zu haut Reinolt 

und ließ hynder im sin bruder stob. 

Das ruwet ine darnach ußer ma&en, 

zu truren en mocht er nit gelaßen. 

Man sagt, sie mynnten ine mer aUein, 
8480 dann alle andern deten gemeyn. 

»Owe, was ist ime geschiet, 

das er uns nu lat in großem leyt! 

sprachen die bruder. Reinolt, 

wie mochtent ir ims entgan so baltlc 
8486 Die irau sprach: »Das endet er umb kein ding, 

dann das Karle, der konig, 

uff ine verbolgen me were zwar 

dann uff uch andern offenbar, 

und er ubeler mocht entgan, 
8490 dann ir, wordent ir gefan.c 

Nu hat sie den dryen rat geben, 

das sie sich by den henden nemen yil eben 

und gan barfuß zu dem konig gut 

und suchen sinen oytmut. 
8496 Suß gingen die dry herren gut 

mit großem ruwen sonder spot. 



3464 blebeo. 3465 Montewan. 3487 54 B. 3488 vffenbare. 
8494 ottmut. 



103 

biß das sie den konig fanden 

lind fielen uff ir knye zu den stunden 

und baten ine umb sine gnade, 
uoo und ine vergeben wolt drade. 

Karle, der konig von Frankrich, 

det sie fahen hastelich 

und det ine binden hend und fuß, 

ir freud wart gewandelt gar unsuls, 
AM» so das ine zu den stunden 

blut lieff ufi iren wunden. 

Als diu die frauwe sach, 

da fiel sie nyder uff ir knie und sprach 

und bat genad oytmodelich 
3^*10 den konig von Frankrich, 

das er iren kyndem wolt geben 

ir gelyder und ir leben. 

Karle sprach: »Das wer umb nit, 

das sie alsus blieben, waz mir darumb geschieht, 
s&ift biü das ich han Reinolt, 

den greven von Merewolt, 

dann sol ich sie alle fier zu Monfaucone 

an den galgen henken tune.« 

Alsus det sie füren der konig wise 
SU» in den kerker zu Parise 

und hielt sie in sinem behalt. 
Nu horent von dem Reinalt, 

wo das der fry herre 

sine bnider lielä in gro&em sere 
iftjft und kert zu Montelban in daz castell, 

sin not clagte er da snell, 

wie sin bruder weren verlorn, 

de« hatt er grolien zom von den uüerkom. 

Diu clagte er got von dem paradise 

and sinem ohem Malegise. 

Da det er in kurzer fart 



3510 •ytmudiclicb. 3517 Monfancoae. 3522 Reinolt 3523 
37« ▲. 3525 Moniewan. 3530 MalagiM. . 



104 

satdeln sin orß Beyart. 

Suß reyt der tegen kone 

zu dem galgen von Manfaucon 
36g5 und hatt ruwe und zoren, 

das sin bruder waren verloren. 

Her umb swur Reinolt, 

der tegen kone und stolz, 

brecht man sin bruder zu der galgen halt, 
»MO er wolt sie neraen mit gewalt, 

yme en gebreche dann Beyart 

und sin gut swert uff der fart. 

Mit diesen reden sach Reynolt in den grund, 

eyns boden wart er gewar zu stund. 
»546 Der bot was eyn kone man bekant, 

einen stab hatt er in siner band 

groß und lang eylbeu fuß, 

da slug mau mit sieg gar unsuß, 

und was gebunden mit yseren benden 
3550 und beslagen mit negeln biß zu den enden. 

Da sprach Reinolt in sinem mut: 

»Volget mir dieser durch gut oder in ubelem mnt?< 

Mit der ein hant hielt er Beyart, 

mit der andern greiff er zu dem swert uff der fart 
3556 und sprach: »Folgestu mit gut oder in ubelem mnt?€ 

Da antwort zu hant der bot: 

»Meynte ich uch mit übel, daz wer unrecht; 

ir sint myn herre, ich bin uwer knecht; 

ich hau in uwer muter bürg 
8560 alle jar sonder sorge 

zu rente vierdhalb hundert pfont 

in der bürg zu Pierlepont.« 

Da sprach Reinalt: »Sag mir dinen nammenic 

Als sie waren kommen zu samen, 
3566 da antwort der bot zu hant: 

>Kart von Napels bin ich genant.« 

3534 Monfancone. 3538 stolt. 3553 55 B. 3554 äff der} lor. 
8561 pfunt. 



Da Spruch Keinolt, der te^eii : 

>So musta mir ein botsclidiit tregen 

ZD Parjs in den eale, 
' Xn bore mjn zale ! 

Ich bin eins dings beraden, 

d» mii tril ich dich beladeu, 

die sberksten viur von Frankrich 

m dmgen ir nit werlich.* 
I Der bot sprach mit synnen stolz : 

»En verferent uch nit, Reinolt, 

ich Bol sie ttm gar snelligiich 

TOT d^m konig von Frankrich.« 

»So sage dem koiig durch sinen oytmot, 
■• daa er min bruder sparen niot, 

die dry landes herren gemeyn, 

Idie er helt in synem kerker von stein ; 
all vollen und barfiiü 
ich wille gern nff sinen fii^n suchen sin demut, 
W> ma ich ban missedan, 
des wil ich gegen ime zn bu^n stan 
nnd wil ime die meyste sone geben, 
wil er mir verzyhen und »ergeben, 
die uff ertrich ye kein man 
ober den andern ye gewan ; 
Ludewig, den degen. 
wil ich mit gold wegen, 

Lieb wil tun machen einen man, 
ob ich eynichen meister finden kan, 
so lang als er von golt und so groß 
nnd geben den vor Ludwjcha dot; 

nnd wil stifTUn ein kirch, die Nchon sol sin zu achauweo, 
in der vtv xtnnrr lieben frauwen, 
da wil ich dry pfaffen zu erben. 
••• die er seien sollen gnod erwerben ; 
und so wyt als die weit tst, 
•0 will ich ime tuD siDgeo ein meä 



r Wn apuAL 3S64 g%' A. 3&Vt 377 X. Um Ladwig^ 



106 ' 

in allen gotes liusen, 

es syn kirchen oder kluseu, 
8M5 das got der sele muß geben 

mit ime das ewig leben ; 

und wil ime geben Beyart, mynen frene, 

und Montelban wil ich von im halten zo lehen 

und wil ime dienen werlich 
S610 vor alle die weit erlich. 

Mag er mich nit sehen in dem lande, 

so wil ich faren über see zu haut 

mit mynen brudem zo foren 

eyn zyt von sieben jaren. 
3616 Diß sag ime, ob es gefiel, 

das er über qwem snell, 

so wolten wir ime stan zu staden 

mit mannen und mit magen und alle, die wir mochten geladen, 

den konig wolten wir nit begeben 
8620 durch sterben, noch durch leben. 

Bode, das dir got gebe ere, 

sag diß dem konig, mynem herre. 

Und ander sone, wil er sie empfan, 

und alles, das er uns heißt bestan, 
8626 das wollen wir gern kiesen. 

off das wir den lip nit verlilBsen. 

Mag ime das genogen nit, 

so ist ime und uns übel geschit, 

so sol ich kommen in sin laut 
8630 und stifften raub und brant; 

ich wil rauben alle gotes huß 

und nemen silber und golt daruß 

und wil es mynen luten geben, 

die mir dienen in mynem lande vil eben. 
8086 Bot, das dich got behut in eren, 

sage das dem konig, mynem herren. 



3608 Montewan. 3618 In zwei zeilen geschrieben AB. Nach 
magen Verbindungszeichen A. Mit und alle beginnt bl. 56 B. 3622 
herren. 



107 

Ea njmpt er nit uff diese sone, 

M wl er wissen, dos ich im wil itbel tun; 

ich m1 ime spilea baatlich 

< JM selbe spU gewerlich, 
du kli det Lodwich 
inn sina selber ricli.« 
Noch sprach lt«noU fort : 
»Fnmt, Terstant myn wort, 
das dir got gebe ere, 
noch Mg dem kong niere : 
ieb ban in kurzen Rtnnden 
«jn bjrseichen an ime funden, 
du er gern des nachtt» uff stet 

I and sin mett«n zu halten pflegt. 

dann soll ich da »iu, wiU got* 

ailt ejnem gnyp sonder 8j>ot, 

den kernig sol ich dot atvchen 

aod djunit myn bruder recheu, 
' di6 Mge ime in waren suchen, 

de* libce sol ich ine quit mAcheo.t 

»Stallt sprach der bot fry, 

der riche got verbiede es lay, 

du ich Karle, mynem herre, 
I en mjssebiedo uommerniere ; 

ich hui ime so vil nii&dan, 

ich coweiä nit wie id bußun itol stau.« 

D» sprach Reiuolt zu dem stolzen Kart: 

«Lieber bot. nn halt dich hart! 

< Du dir got g«be giiU* ding. 
sage mir Doch mer dem konig 

and imrta gruäe mir zti Pariae in dem aale 
11711« mage sonder helen und jvonder zaic, 
gn& mir Rolant, den niAii, 
' der Ferragnt« 1 



at4l Udwidh. »48 ilii. ^6*3 Re^nolt. 3«52 kajv- 3669 
HCl S79 A.. nißdun. 3662 wmli. 9668 müg*. 




108 

da geschach ime ere groß, 

das er den Sarratzyn slug dot, 

da der konig stond in groiser sorge 

zu Parys in siner borge.« 
3«76 Auch sprach er: »Gruß von Jeneven holt 

den greven Olyvier stolt 

und grüß mir dama zu haut 

den herzogen von Ardanne wol bekant, 

grüß mir auch Ryzhart, den fryen, 
8680 der kampff macht da bedyen, 

grüß mir von Burgundien den konen man, 

der so menlich stryten kan, 

und Bernhart von Mundisdiere, 

grüß mir Sampson von Reviere 
3«86 und Anteline, den guden tieren, 

der in Burgundien helt Ryvieren, 

grüß mir Bemhart von Brosbande, 

ein man one schände, 

darnach grüß mir Wilhelm von Oryngen, 
3690 ich bin auch von sinen maglingen, 

und Bertram, den palasyn, 

und beide die sune sin, 

Oerhart und Ganelin, 

und von Remen den bischoff Tulpin 
3696 und sag ime, das ime befeie 

min dry bruder uff geleyt sonder quele. 

Den vorgeschriben sage, daz ich sie bit inniclich 

umb gotes willen von hymelrich, 

das sie riden*, noch en gan, 
»700 da man myn bruder soll han. 

Wil sie Karle dann verdömmen, 

mit krechten so wil ich mich berümen, 

und sage ime ine truwen, 

man sol mich by dem galgen schauwen, 



3672 Sarrazyn. 3678 sorg. 3674 bürg. 3675 jenene A 
3680 dabedyen A. 3684 57 B. 3685 Anoeline. 3693 Gauelin. 3695 
befeien. 3696 quälen. 3697 jnniclichen. 3698 hymmelriehen. 



100 

mir i-ngebreche dann Beyart 
und myo gut swert hart 
ood die kraffl von myneu armen ; 
ich sol mich in sinem blut wernieii 
und castyen ine mit aolclier lere, 
ma min brnder euhenket er nummermer. 
Bot, das dir got gebe ere, 
aagv dem konig dise niiwe mere. 
Bot Bprach Reinalt, der degen, 

»ob Alt dieser botachafft wollest pflegen, 
so nym dar geleyt fast, 
M d» du mit eren mögest f&ren one last 
1 und keren, das du ungeschant blibest 

von der botschafft, die du trybest.« 
Da sprach der bot von Napels Kart : 
>n> »Rdnolt, entsint nit vertärt, 
uwer botachaSl wirt wol getan 
in Frankrich, ob ich den konig mag han.« 

tD«r bot lieff, da er vemame, 
btfi das er zn Puryä kam. 
Ala der bot den konig Bach, 
da knyet er nider uff sinen stab und sprach, 
want im« flaa dunhte, 
das er die botschafft dun mncht, 
Aa bot schämte sieb oere, 
an* vor ao eynem groben herre 
m tbw mit sinem «ta^ie, 
nocb dann enirnlt er dea nit stan aW, 
ier bot wa» ron prya gut, 
er legt den stab unter sin fiiü behnt, 
«M «r sprach: »König, edeler berre, 
ich bringen nch ein starke mere.« 
IH sprach Karle: »Wilkome moEi uns sin, 
gnt mere zu forwi «under pin. 
~ I sag sie URS ffondcr sparen, 
• die mere, da da mit körnest her geCaren!« 



I a7U Baisett. 37» Mh. 37S7 379 A. 3140 li 



110 

»Herre, so müßent ir mir geben beide 

festen fryd und gut geleit, 

so das ich mit eren 

mu£ gan und keren 
8746 von mynem Übe ungeschant. 

Mocht man boten unteren zu hant, 

so weren dick nit so bereit 

zu senden in die weit breyt.€ 

Der konig antwort dar: 
S760 >Bode, ir sagent wäre, 

das en ist kein so gut oder so wol bekant, 

als den ich uch sol geben zu hant.€ 

Aber sprach Karle, der wigant: 

»Qeleytent ine, nefe Rolant. 
8756 Bode, wiltu geleit han zu hant, 

so njrm mynen nefen Rolant, 

so en mag die nieman nit zu keren 

oder mit einichen dingen dich enteren, c 

Der bot wider rieff zu hant 
3780 Rolant, den wigant: 

»Lieber hette ich einen bürgen, 

den ich köre sonder sorgen, c 

Da sprach der konig: »Grave Olyvier, 

geleydent diesen boten hier. 
3786 Frunt, wollent uch diese zwen herren 

geleyden, so en mag uch niemant zu keren.c 

Der bot wider rieflF schier 

den herren Olyvier: 

»Ich hett lieber ein andern bürgen, 
8770 den ich köre sonder sorgen, c 

Da sprach der konig syn : 

»Geleydent ine, bischoflF Tulpin. 

Frunt, wollent dich diese dry herren 

geleyden sonder wider keren, 
3776 so enmag dir niemand schaden 

umb der botschafft willen, da du mit bist beladen, c 

« 
3745 on gescbant. 3750 58 B. 3755. 56 fehlen B. 



Der bot kone und fyii 

■neh: »Lieber berre Tulpyn, 

t lonieiit lieh nit amb das, 

h antrag aS iich keinen haä ; 
ich hett lieber einen andern borgen, 
d«n ich kure sonder sorgen.« 
Da sprach der konig schier : 
»Geleydent ine, grave Ogier. 

• Wollent uch dieee vier geleiden, 

»o en mag die oiemana args erbieden, 
sooder got von dem throne 
minag niemant wider dich getun.* 
Da wider rieff der bode echier 

• den edeln berren Ogier 

lind «pracJj: »Hie entkan mir nit an genügen, 
berre konig, ir tauüeut das anders fugen.« 
Do zoml Karle so strack: 
»Der tufel »ol dich geleiden! er do sprach. 
> Wanunb bistu alaus feil ? 
Ko& din geleyt selber anell.« 

Der bot sprach: »Oebent mir urlob, Iwirgen zu kyesen, 
so eo mag ich myn ere iiit Verliesen.* 
Der konig spra(:h : 180 kiiac zu hant 

• war da wilt in all niyiiie laut.« 
»Berre, ao enzoment uch nit, 

■o kiesen ich dch selber, waz mir danimb ^esrhyt.* 

D« sprach Karle, der berre : 

»Got lone dir, bot, du tuflt mir ere. 
t Ich aol dich hüten zu recht 

gegen berren und knecht.« 

Alma Bwnr der konig, das ist knnt, 

by der krönen, die ob Rinei» heupt ntoaä. 

Ds Bpnch der stolzv t«gen ; 
■ »Mjiier botachairt wil ich pfli^cm, 

want eiu konig en niti& nit liegen 

md flDaol auch niemant betriegen.« 



9mm A. 3802 gMdiicbt 



112 

Do sprach der bott: »Nu wolt mich hören, 

herre, ich sagen uch zu voren 
8816 uch grüßet der biderbste man, 

cler ye von muter lip kam, 

der aller beste ritter ein, 

den die sonne ye beschein, 

und die biderbste creature, 
Mao die ye muter wart zu sure, 

das ist Reinolt, der kone 

jungeling, uwer swester sone, 

und embudet uch zu voren, 

das ir sine bruder woUent sparen, 
»826 die ir, edel konig, gemeyn 

haltent in uwem kerker von stein. 

Auch sprach Reinolt, daz er gern kern 

itnd sucht uwer oytmot, wers uch genem, 

mit eren und gut all wuUen und barfuß 
8830 und wolt uch bitten, konig suß, 

von dem, das er hat myßdan, 

wil er gern zu büßen stau 

und wil uch die schönsten sone geben, 

Ludwich wil er mit golt wegen, 
3886 die yeraan über den andern gewan, 

und wil laßen machen einen man 

so lang von golt über Lodwichs dot, 

Reinolt en kam nie in so groß not. 

Karle, vil edele landes herre, 
8840 noch ander sone vil mere; 

er wil tun ein kirchen buwen, 

zu eren unser lieben frauwen, 

da wil er dry pfaflFen zu erben, 

die ime alle tag soUent meß halten und selikeit erwerben 
8846 Diß wil er uch geben, konig, edeler herre, 

und noch ander sone vil mere.« 

Anderwerb sprach der bot holt: 



8818 59 B. 3822 sune. 3828 oyt mot AB. 3831 myßdann. 
3844 In zwei zeilen, doch mit verbindungszeiclien nach halten A, 



113 

*So wil er uch geben Beyart, aiuen wrea stoU, 

nnd sin castell Montelban 

Bol och sin undertan. 

Herre nnd edeler tconig, 

aocb saget er schone dink, 

er embodet uch werlich, 

K> wyt als sy gin rieh, 

> so wil er stifilen in allein gota htisem ejrt myß 
ra siiter seien gedechtniüe. 

So getan sone wil er uch geb^ii, 
wollent ir sine bnider laßen leben. 
By got, sprach er. von dem thron, 

► er embttdt uch ein sone schon ; 
mogent ir ine nit sehen in dem lande, 

•0 wil er faren über see sieben jar lang zn band 
mit sinen brndem sicherlich, 
nad wollent uch nummer sin schedelich, 
t Konig. edeler landes herre, 
und ander sone tu niere; 
TJel est also zu tag oder zn jare, 
das ir über die see kement dar, 
■o wil er uch stan zu »taden 

• mit ainer macht und nch entluden, 
er en wil uch nit begeben 

darch sterben, noch durch leben, c 
Do tpracb Karle, der herre; 
»Embudt mir Reinalt nit nier?* 
k Da sprach der bot hastiglich : 
»Ja er, by got von hymnielrich ; 
ea Mgi Ton Montelban Reinolt, 
en mag iich diu nit gnugen, konig sUilt, 
•o ist uch übel geschien, 

• daa ir in knnter frist werilent »eben. 
ao soi Reynolt, dt-r wigant, 
■ÜHttii ranb nnd brant, 



rwKD. 38G2 381 A. 



114 

er sol rauben iiwer mark allen reyne 

und verderben und verbrennen uwer dorffer gemeyn, 
M86 er wil dale brechen die clusen 

und rauben alle gotes husen, 

er wil selber das silber und golt nemen 

und geben sinen luten, die uch helffen zemmen 

und die ime dienen uß sinem lande 
S890 und ob uch mochten dryben schände.« 

Noch sprach der konig hold : 

»Embudet mir diis myn nefe Reinolt, 

von des tiifels macht muß er wesen, 

das huren kint! Wils got, ich sol genesen.« 
3896 Noch sprach der bot : »Ich sag uch vor war, 

was er uch mer embudet zwar; 

er sal mit uch spilen hastlich 

das selbe, das er mit Ludewich 

spilte, uwerm lieben sone, 
3000 dem er das heupt abe slug gar schone 

und gegen die mure warff zu haut, 

das sin blut uff uwer fufs sprank.« 

In unmacht fiel der konig fyn, 

und da er wider kam in daz gedechtniß sin, 
8»o6 er sprach: »So muß ich lang leben, 

die mere weren mir lieber bliben.« 

Aber sprach der konig stolt: 

»Embudt mir diß myn nefe Reinolt, 

von großer krafft muß er wesen, 
8»io en mochten wir nit vor ime genesen. 

Embudt er uns nit mere?« 

Der bot sprach: »Ja, herre, 

so was er uch embut, 

des en wil ich helen nit, 
8»i5 er hat ein Wortzeichen an uch fonden, 

des nachts pfl^t ir uwer metten zu halden, 

er sol da stan an uwer syte 

« 

3883 Reyne. 3884 60 B. 3896 zwart A, tware B. 3898 mit 
korrigiert aus det K. 3899 snne. 3915 funden. 3917 da stan] 



1 tag. 



wol bereyt uff iich mit nyt** 

und sich lesterlich rechen 
■M und Bol ach zn dot stechen.« 

Aber sprach Karle an : 

• Emtjodt mir diu lU'inalt von Mont^lban, 

Ton starker macht, mufi er wesen, 

das ich ;e von jemand han gelesen. 
»» Embudt er mir yt mere?« 

»Ja, herre konig, edel herre, 
^ er gniüet such sin hohe mag', 
^h herre Rolant, den hohen man hut :; 
^a dinniHch grutit er Olj-vier, 
^B|M den konen man gar schier, 
^B and Bernd, damai-h Ogyr, 
^L den konen, und den herzogen von Bayvyre, 
^^b^^HBacb den herzogen von Ardanue 
^H|ä Bfzart von Normanne. 
^^BF AlÜloniiis und herre Giere 
I) imd den konen R«niere 

and Sampson, den d^en, 

and Wilhelm von Oryngen, 

dainB gru&t er von Burgunden den konen 
>Mi md von Brosbande und sin zwen sone. 

Bernkart und Bertramm scbnn und hart, 

daniMh gni&t er Ancelin und Qerhart 

nnd dm bischoff Tulpin. 

Er csnbudt Tulpin, dem herren fvn, 
m» doa er rin bmder wolle eren 

nod iren schaden nit wnll meron. 

Damarh embut er alle nnen mögen, 

doM nc er1>armeD nner clogen 

tutd dar nit enr>-t«n, noch en gan, 
■•• da ir aine bmder wallen hon. 

Wollcnt ir •» doon verdone mit krechteo, 

ih och dicnai unb oolt mit iren rechten. 



3S«S hmymrn k. 



116 

so mogent ir des getruwen, 

das man ine bv dem galgen sol schanwen, 
SM6 Reynolt sonder sparen. 

Wil er sin swert la&en faren 

und castyen mit siner lere, 

herre, siner bruder en hangent ir nnmmenner.c 

Her nach sprach der konig bolt: 
S9M »Embndt mir di& Beinolt, 

von gro&en krefften mn& er wesen, 

en mag niemand vor ime knnnen genesen.c 

Er sprach: »Nu laßt sehen, 

wer sol hie sin, der von mir sal gein 
S966 und gan zu solchem morder stan, 

den sol ich tun hangen zu vor an, 

wer sie sint von sinen magen 

und R^inolt wollen behagen.« 

TJmb diese wort zomte sich der bot, 
S970 want er was ein kone man, by got; 

sinen stab nam er in sine haut, 

zu Reinoltes magen drat er zu hant. 

Der erste was Rolant. 

»Herre, sprach er zu haut, 
S97& laßt mich wissen, daz ir mit eren mussent leboi, 

sint sie nit uwer nefen, 

B^inolt und sin bruder mit?c 

»Ja, sprach Rolant, ir mag wil ich sin zur stet.« 

Der bot sprach: »Hettent ir anders gesprochen, 
S980 ich hett Reinolt an uch gerochen, 

ich hett uch mit diesem stab geslagen, 

das irs komme hettent kunnen vertragen, 

das hett ich getan sonder sparen 

und hett den zom nit mögen laßen faren, 
3fd6 das es uch uwer leben mocht ruwen.c 

Rolant sprach: »Bot, ir meynt uwem herren mit trawen^c 

Zu bischoff Tulpin drat er zur stet : 

»Bischoff Tulpin, ist Reinolt uwer neffe nit mede?€ 

a960 mir reinolt diß Reinolt A. 3d67 wer korrigiert aoi wie A. 



in 

\u vr, t)cit, ich en verleuliens uieht, 
*»• so was mir danimb beachieht.« 
Er fragt auch Ogyre 
^_ and den greven Olyvieiv, 
^h oh fr&irv. Aje iisserkoren 
^B ir Wider mag were zu voren. 
^*i »^t^ sie, bv sant Johann, 

wir en verleukeo ir urah keinen mann.« 
Er fragte des di«> andern herren, 
di« da inn dem sale weren, 
da was nieman von kleinen, noch von großen 
•^ ander allen den genoGen, 

die ir rerleoben wolteu. Und al:« das hört der bode, 
da nprach er: »By got 
und by dem guten tag, 
Retnolt hat hie gut niag. 
«Mi di« nne vcrleukon nicht, 

was ine auch darnach geschieht.* 
Do sprach Karle hediicht: 
»Der tufel hat diesen hotten her bracht. 
Wanner sechtu Reinolt?« 
-*» sprach der konig zn dem boten stblt 
lOesbem« antwort er von gnten seden. 
»Sag mir, frunt, mit warheideii, 
•echtu ine zu fuii oder geryteni'« 

»Herre:, da ich ine nach, da hatt er Beyart bescbrjten.« 
mu Der konig antwort: »Gut wol wei&, 
b; goi, bot, da« i«t mir leyt.( 
Karle «prach aber znm boden stolz : 
»Wilto verleuken Rdaolt« 
und woltjttu mich Reinolt iriaen bolt, 
«^ ich gtHx dir fuofT oeamer gdadca mit goU 
and ich wil ucfa halten sn recht 
gcgCB hemn und knedit.« 



tmWA. 4WI I» b«*An b«. ia a««i *««n «§. 
b »«rfcilaJaacwilfhw Mek woH« A. ¥M htm. «SN | 
t A, vaaa ner a 491b « B. 



118 

Da sprach der kone diet: 

»Tmwen, herre, das nnmmerme von mir geschie 
4036 Ave ich wil uch sagen vor war, 

Dnd verstände das offenbar, 

wer ich und solt by Reinolt stan, 

und ir ine woltent fahen, 

mir gebrech dann stab und hende, 
40S0 ich solt uch slahen in uwer zende, 

Reinolt, mynen rechten herre, 

en sollent ir fangen nummermer, 

so was darnach geschiet.c 

Karle sprach, der kone diet: 
4085 »Frunt, darumb wil ich nit haßen dich; 

hett ich einen knecht in mynem rieh, 

verkannt er mich durch habe grofi, 

ich Sprech, er wer Judas genoß. € 

Hie nam urloff der bot 
*o4o und befal sins herren frunt got. 

Nu laß ich von dem boten hüben 

und wil von Reinolt schriben. 

Reinolt gedacht und clagte got 

wo so lange hiebe sine bot, 
4046 er forcht, das er gefangen 

von Karle wer oder gehangen 

mit sinen brudem sonder wan, 

hie von hat er ruwe empfan 

und mit also großem zoren, 
4060 er want sie hetten all verloren, 

und wand all da zu band 

Reinolt sin schone hende, 

das die negel splißen zu foren 

in die palme sonder sparen, 
«066 also das daz rode blut 

qwam gelauffen uff sine fuß. 

Er treib groß missebare, 

er rank hende und bar. 

4024 geschieht. 



119 

E(9 i§t wiir, da* man seyt : 
"• nie ruwe, grola leyt. 
Sl^ffeii begiinde K^inolt., 
er woU oder en wolt, der tegeii aUdt, 
iider 8jn lip daruinb laüeii, 
»wiD ine sleffert iissermnÜi^'n. 
*** Dft also reyt Reinolt 
nfieo in den walt, 
d« M rejt der t(>geii fyn 
ein wenig aü dem wege sin, 
nnen KhnGFi er in die «rde rutik, 
Bermrt bant er daran an einen straiik, 
ds ging Reinolt mit gewalt 
•in wenig slaffen in den waide; 
lang Blieff der jungcling, 
ime mi schänden erging. 
Hunger groß batt Beyart 
und lieff das grati essen zu der fart. 
Du* Kwjscbeo remommen haut 

3 and xwenzig man wol bekaiit, 
di« da tcgdingf^ 
pAigen m ziuhen timl> fntering. 
jLIb fie Bevart nahen, sprachen »ie : >(iut von 

-nt hie Beyart, Iteynolts frene ! 
Ltikt uns daH urb umbryngeu. 
«b an« yt wolle gelingen. 
lloclit«n wir en fau, sommer iiniter leben, 
wir wott«D e* dem konig geben, 
w wolÜ er unt in waren itachen 
■n« gidar riebe machen 
ud adi ww erheben 
fnd fil gntea geben.« 
Dm wfi fingen ne in haat 
ni hnchtaD du gto Fmnkrieh in daz lant, 
As Kall* bun die nur«, 

M war] «El A. MM »I 



120 



das Beyart gefangen were. 
4095 Gein Beyart lieff xx& beide wip und man, 

der konig ist in der zynnen gestan, 

by ime stunt Rolant, 

ein ritter von pryse wol bekant, 

und sahen alle beide 
4100 das folk lauffen uff der beide. 

Da sprach Karle, der herre: 

»Rolant, man fechtet sere. 

Wer ich selbes dar, 

ich solt sie scheiden vor war.c 
4106 Da sprach Karle, der herre: 

>Ir stryden forcht ich sere.« 

»So tun ich auch, sprach Rolant, 

wer ich da, ich schiede sie zu hant.« 

In diser fart 
4110 sol dem konig komen Beyart. 

Als der konig das sach, 

verblyde er als der tag, 

da sprach Karle, der wigant: 

»Sich, lieber nefe Rolant, 
4U6 Beyart bringen sie mir gefangen, 

die herwert kommen gegangen.« 

Da sprach der konig al zu hant: 

»Diß orß geben ich uch, Rolant.« 

Roland was der worde snel: 
4iao »Herre, ich das nemen sol, 

und got lone uch, herre, ir sagent woL« 

All still sprach er bynnen den zenden: 

»Lieber hett es mir behalten by sinen henden 

der edel grefe Reinolt, 
4186 der degen kone und stolz. 

Wie waren die knecht nu so stold, 

das sie fiengen das ors so bold? 

Lieber weren sie mir gehangen. 



4100 uff] vß. 4122 bynnen] jnnwendig. 4125 rtolt 
bald. 



121 

iana iaa sie Bejart hati gefangen. 
■* Mich Tordomnie dann got, ich sol rat aa slati, 

iIm an ir leben bast mag gan ; 

entoD ich sie hut nit hangen, 

dem golgen eint sie noch nit entgangen, 

■0 maö ich verderben zu hanL< 
■ Mit diwen Worten, dos ist bekant, 
aint sie in den sole kommen, 
das ine klein bracht frommen. 
Sie knieten nff die erde 
nnd sprachen: »Herre, sehent Beyart, 
^ediger konig und edel herre, 
den geben wir uch durch uwer ere.< 
Der kong vrm der wort itnell, als er aol, 
und sprach: iGot lone nch, kirider, ir dont ^ 

Aach Bprai;h der konig fry : 

>Wa fiengent ir das orS? das sagent my.« 

Si« «i>rachen: »Herre konig, 

in jenem wald, da es ging.« 

Aber aprach der konig mere: 

»Wiaient ir nit von sinem herre?« 

Su sprachen: »König, ne}-n, 

keyn ding grob, nock klein.« 

Her kooig sprach zu sinem nefen Kolant: 

»Nenent ditj or& in uwer hant 

und duat da mit iiwem will 
> beyde lut und still.« 

Atteh «prsch Karle, der kong holt : 

*Na en mag sich Reynolt 

in keinem lant enthalten, 

ich aoU ine tun behalten 
I richten da über HtilJ 
■ heizen will.« 
r antwort dar: 
, herre, ir aagent war. 



4IS1 885 4. 4I«0 «deler. IU7 



122 

Herre, sprach er, durch gnaden 
«i<6 laßt ucb ein teil raden, 

enzoment iich nit, das ich uch sage; 

gebent zu halten vierzig tag 

den knechten das orß uff bui^en 

uff ir heupt in sorgen, 
*i7o ob sie Beyart Verliesen, 

das sie den lip verkvesen, 

das sie dar umb sollen hau, 

la&ent sie Beyart gan.< 

Der konig sprach do: 
4175 »Kynder, ich befelhen uch also.c 

Die knecht nameu es zu hant, 

av sie worden dar über geschant. 

Der konig sprach ufi erkoren: 

»Gebent ime gnug wicken und koren, 
4180 want ich en wil nit, 

das es swächlich iM.€ 

Diß sprach der konig zur stund: 

»Ich verlöre lieber dru pfunt.c 

Als der konig sprach diese zale, 
4186 da kam ein Jungfrau u& dem sale, 

eyn schon wip und darzu wise, 

eyn Jungfrau von Parise, 

sie sprach: »Rolant, durch gnaden, 

ich frages uch, sint irs beraden, 
419Ü mir zu sagen durch uwer warheit, 

wanner sollent ir ryton Beyart, daz schone diet, 

uff der wart ußen Parys? 

Des machent mich nu wyse 

und latent die hohen frauwen 
4196 den lauff und die sprung schau wen.« 

Da sprach Karle, der herre: 

»Nefe Rolant, ich gunnen uch der ere, 

dont da mit uwem will 

beyde lut und still. 

4174 da. 4191 wannee. 4198 386 A. 



123 

»« Rolaat, edeler jungherre. 

TenUnd, was ich uch 1fr, 

»n| uch gut geschieu mit truwen, 

das mutj uch komen von frauwen.« 

Snfi 9ol der grefe Rolant 
M* kenn zu der frawen zuhant. 

Nu kam Rolant g^an 

zu der frauen wol getan 

und sprach: >Kiesent, fraiiwp, 

DU oder enitonnetiig, uff myii trauwen, 
n* so sol ich uch ryten Beyart 

a£en Parja uff der wart.« 

»So sotlent ir off hubecheiden 

XU dem Sonnentag beideu, 

so soilent «s hit vemeuien 
o» Toa manger manieren daz urs zu kennen, 

die herwert sollen zyden 

Qnd Iteyart sehen ryden.« 
Nu laßt ich von diesem wesen, 

DQ bort von R«inott lesen! 
M Wie er entwacht über lani;^ 

ood ufi sinem alaff sprang, 

nn angen er unib elug, 

ua»b Beyart er »ie trug, 

ftli er Beyart nit en ssch, 
i* da en hatt er nie betrübtem tag. 

Der edel, kooe man 

Tiate uff sinen fu&eo ran, 

den schafll nani er in die hani balt 

und sucht ß<>yart ftll unib in dem wald. 
■• All CT Beyart ntt enfant, 

do ging ime an niwe zu Kant, 

dm vprftch Keinolt verkoreo : 

»Owe, Beyart hsn irh verloren ! 

Wo] mag ich btn ruwen gro6, 

421S 66 BL SoasMtaff. 4217 Bcjrart «ollaa • 



rfj 



124 

4386 das ich dich verließ in dieser not. 

Es ist mir nbel ergangen, 

Karle hat myn bruder tun hangen 

zu Monfaucone, durch die not 

wer ich selber lieber dot. 
4240 Als geluck hat ein man, 

gern kommet ime ein anders an, 

und als ein man hat ungefall, 

gern komet ime ein ander mißfall. 

Es ist mir also ergangen, 
4345 min bruder sint mir abe gehangen, 

darzu han ich nuwen zom, 

das ich Beyart han verlorn, c 

Da sprach Reinolt hastlich: 

»Ich vermaß mich großlich, 
4260 das ich Karle myne bruder stolt 

wolt nemen holt; 

got enwil nicht die ding, 

er hat zu liebe den konig, 

man mag ime nit geschaden, 
4366 noch mit rat oder taden. 

Das det ime got wol schyne 

zu Ingelheim uff dem Rine, 

da er ine det by nacht 

gan Stelen mit Elegast. 
4380 Reynolt zoch sin har, 

er det groß mißbar, 

so sere er sin hende rang, 

das das blut daruß sprang, 

und sprach Reinolt, der ritter fyn : 
4366 »Was sollen mir diß tufel an den fußen myn ? 

Diese zwen guden sporen 

(diß sprach er in großem zoren) 

und myn beingewant von stahel 

en mag ich nit lenger gehalten wale ; 
4270 sie wegent mir zu hart. 

* 

4238 MoDfanoone. 4259 ganj san. 4266 387 A. 4269 woL 




125 

wenig wngeii sie Beyart!« 

>lt stund JQ HiiMer klage, 
iiü dem hage, 

ein von solicher dat, 
der kond banneD den tufel qnat 
beide lut und stille, 
das er miiat tna sinen will. 
Der nuin was gnt und wise, 
geheissen was er Malegys. 
Sinen gramadet laß er dar, 
oh fi da beachrilien wäre, 
nod by den steinen, die er liatt in ainer hant, 
wart Mal^js, der wTgant, 
beide alt und krank, 
d«r bart zu der brüst lang, 
4ie aogenbrae biß uff das kin, 
«r Bcbeiu in der geberde sin, 
ob er von zwej hundert jaren wer. 
Des manns verwondert sich Itcinolt sere. 
Er leynd ufF sinem stab, als er Reinolt aach, 
nnd sprsch: >Got gebe uch gnten tag!< 
»Pilgerin, de« lone uch got, 
der über all hat gebot 
nnd alle ding vermag ! 
Guten dag ich nie versag, 
lint daz myn muter von mir geuaQ.« 
UaletOTB sprach offenbar da«: 
»Oot ist vol gnaden, 
«r ttotg sin frnnt wul beraden. 
So mir got, der mir gebot, 
•la man ist in der meisten not, 
M iiit ime neh^t gotm trost, 
•n hat ine da aü gelobt 
gotea gnad, die ist grott, 
«r bringet «n frunl uü dm- not.« 



7 wUlaa. 42T9 IM B. M»1a«rt. 
1. mi U^. 



42S0 



126 

Reynolt sprach: »Wol muß dir gelingen! 

Da uß ensol mich niemant bringen; 

in mynem herzen han ich zom, 

das myn bruder sint verlorn, 
4S10 Karle hat sie gefangen, 

ich sorgen sere vor hangen. 

Darzu han ich andern zom, 

Beyart han ich auch verlorn, 

der besten frene eynen, 
4316 der ye gelieff uff vier beinen. 

Ich wolt, das der dot kern 

und mir das leben nem.« 

Malegys sprach: »Durch gnaden 

got, der mag uch wol beraden. 
4320 Ich bin geweßt verre und wyten, 

da man mag gan und ryten, 

nie en kam ich in das lant, 

da ich so schonen man fant 

befangen mit so großer betrubekeitt 
4326 Da wider sprach Reinolt, der kone diet: 

»Pilgerin, ich en mag des nicht.c 

Da antwort Malegys: »Haut ir icht, 

das ir mir durch got geben, 

das uch got spar uwer leben, 
4380 so solt ich don in mynem gebede 

uch und uwem brudem mede, 

das ir teilhafftig musten wesen 

an aller woldat, das ir mußt genesen, 

so wa das ich bin gegan, 
4386 da man woldat hat getan, 

ob uwer bruder sint gefan, 

das sie mit eren mögen entgan.« 

Reinolt sprach : »So muß ich mit eren leben, 

ich enweiß nit, was ich dir sal geben, c 
4340 Er gedacht in sinem mot, 

4311 sogen A. 4320 wyt. 4328 gebent 4338 wol di 
4334 388 A. 



127 

daz er hett zwen Bporen gut, 
die waren von goll. clur, 
die wolt er ime ^eben dar. 
Za der erden böge er sich vil bald 
und apen abe die sporen von gold. 
»Nym, sprach er. pilgeriu, 
min sporen von guldin, 
(borent, wie da R«inolt sprach !) 
difi waa die erste gab, die ich sacb, 
I die wir gab min mnder Aye, die frawe, 
^t lata sie leben in {apider trauweU 
SuB sprach der degen bekant, 
er gab sie Malegys in sin hant: 

■ Ir mogent da wol uff zeren 
> sieben pfnnt mit grotien eren.< 
llalcffja nam die guldin sporen 
Qod stockt sie in sineu sock, daz sie nit worden verloren. 
Noch sprach Malegys mere : 
»Hont ir der gaben yt mere, 

Keinolt, edeler jungherre, 

die ir mir gebent dnrcK gotes ere, 

Ml det ich nch in myn gebett zu hant 

«nd Hwer bruder in Frankrich lant.« 

Da sprach Reinolt, der tegen ^ : 

•üoltent ir mit mir uwem spot, pUgerin ? 

In tmweu. enwer es nit miüedan, 

das man bedeler solte slan, 

ich solt uch slan so sere, 

ir enbedent mich nommermer.« 

* Molegya sprach zu der i>elbeii stund: 
•Edeler herre, so detent ir sunde. 
Beten sie mich all gefllagen, die ich han gebeden, 
ich faett vor hundert jaren deti dot geledten.« 
Bejrnolt ontwort dar : 

* *Bj obenturen, ir sagent war. 
Hettoi ir nach rittvrschafft gtJydea pin, 

«UM B. iit» uwwn. 



128 

als ir geiroDt sint bedcler zd nh, 

so werent ir ein ritter tod prm 

and der besten i>m» der kptc »Jm. ^nch Mikgjse, 
43M ob icb niemant enbeie die wüe ich lAe^ 

und ancb mir niemant nit ei^ebe.c 

Benok sprach: »Ir sagent war, 

zn der not ist die bete gat zwar.c 

>Das ist wäre sprach Malegyae, 
*i» der zeaberer gnt und wise. 

>Hant ir noch jt behalten. 

das ir mir das geben woUen, 

so tnne ich och in m jn gebeet, 

darzn anch nwer bmder meLc 
43M Da sprach Beinolt, der tegen fyn: 

>Xymf pilgenm, den mantel mjn, 

der da ist Ton schariach gewant, 

da mogent ir in iglichem lande 

drissig pfant off zeren 
43» mit frenden und mit eren« 

Difi geben ich nch, das got gelejde 

myner bmder sele behut Tor leyde, 

die ich sorgen das korzUch 

sint erhangen jemerlich, 
4400 nnd das got ma£ geben, 

das ich Karle mjn leben 

moß entragen zu allen zyden, 

das er mich bj sie nit enhenk so anbliden.€ 

MalegTS nam den mantel balde 
4405 und lacht in in dry falt 

nnd stieß ine in sinen sack. 

»Jongherre Reinolt, er da sprach, 

en hant ir zu geben it mere, 

das ir mir woUent geben, herre? 
4410 Ich nemens aUe mnb got.€ 



4382 KeTDolt. 4383 gut die bett zware. 4384 Malegyi. 4888 
gebeie. 4402 389 A. 4403 nnbliden mit Tersetzungsseicheiiy am rande 
»betreubten oder Tnfrolicheii« AB. 



I. 



120 

>Ja, sprach Keynolt, haltent ir mit mir uwem 8pot?< 

Das swert iiff linb Heinolt, der dcf^en, 

itnd hat Malegy» aii gan^ii aitt siegen, 

hin{l«rwert spraug Mal^[is 

und etnpfieDg als ein man wiae 

den slag uff sineu stab groü, 

das niufit er tun von not. 

Da sprach der zeuberer : 

>Keinolt, en slacht mich nit mere. 

SlugeDt ir mich uier, ich wolt mich weren 

and uwer dariiin nit sparen oder eren ; 

das eiihatteiit vor keinen spot, 

ich xlug nch wider, so mir ^t.< 

Da sprach wider der t«geii fin: 
*«• »Wio wolt«fitu dich weren, pilgerin? 

Wer uwer so vil also hold, 

als hie bauin stan in dem walt, 

die wolt ich also slan, 

ir eosolt mir keiner engaii.< 
•*M >Ja, »pTach Malegjs, der kotie, 
^^ ir eowiasent nit, was ich pfleg zu tun.» 
^^L Abi Malegjs diß sprach, 
^^M B«]FiioIt ime naher drat und ine baÜ au sacb, 
^^^^. florfiberg er nS hub so klug, 
^^^■Hrii Malügya er sere sing, 
^^^HBF'4n- kfine Malegjs 
^^^^*1NÄ hinderwert drat gar wys, 

und äff Htucn stah 

«mpGeng er den sweren slag. 
MM Da begunde der zeuberer 

ainu gramadet zu lesen sere, 
and b; den steinen, die er drug, 

•» «praag er in dun heut«! gt^fug 

{hie niogent ir groü wundt-r h'>r<?n) 
•Ml dft er was ime zu rurcn. 



4411 08 & 4419 nit) Dir A. 4420 «ol A. 443» «ah. U87 
4U1 grammadei. 44U biej dl* A. 



130 

Da by Malegys geschach das 

erscheyn ein gut ritter, als er was. 

Als Reinolt das ersach, 

da eusach er nie so verferlichen tag 
4460 und sprach alsus sonder wan: 

»Otmüdig got, den ir woUent slan, 

der en mag uch nit engan, 

aber er wil darwider stan. 

Es ist mir leyder also ergangen, 
4456 das myn bruder sint gehangen, 

darzu han ich großen zoren, 

Beyart, myn orß, han ich verloren; 

nu ist her komen ein geselle 

als der tufel uß der hell 
4400 und wil mich slan, 

got laß mich mit dem lip engan! 

Ich en wiLs ime noch nit verladen, 

sprach er, und solt ine got verwaßen, 

ich sol an ime prüfen myn krafft, 
4466 des bin ich wol bedacht, c 

Das swert hatt er verheben 

und wolt Malegys geben 

einen slag freyßlich, 

der was zu sehen verferlich, 
4470 da sprach Malegys: »Wie sint ir sus bolt? 

erkennent ir mich nit, Reinolt ?€ 

>Neyn ich, sprach Reinolt unberaden, 

machent es mich wise durch gnaden. c 

Er sprach: »Wollent ir des wesen wise, 
4476 ich bin geheißen Malegys. c 

Als diß Reinolt verstont, 

da fiel er nider uff sine knie zur stont: 

»Sint mir, ohem, gnedig, 

nehst got stet myn leben an uch sicherlich. 
4480 Es ist mir also übel ergangen, 

min bruder sint mir abe gehangen, 

4448 ersah. 4470 890 A. 4476 69 B. 



131 

andern zorn han ich iJHrzu, 
Beyart han ich verlorn, ich enweiß wo.« 
Da Hprach zu ime 4er zpiiberer: 
»IU>tn(>U, wollent ir tun, das ich nch lere, 
mit myner leryngeo 
ion ich uch Beyart vor tioh brinjifeii.* 
Beinolt sprach : »Ohem, was ir mir gebiet, 
des en wil ich laäen nit.* 
>Nu neiuent hie, nefe R«inoIt, 
diese flavyne selber atidl, 
dont sie aber uwer walf>>n an« 
^racfa IMale^ys, der kone man. 
8i« en hat kein loch, dann da ilaz heupt. durch ging, 
ne was groä \ind lang und nit gering, 
ober die fiiü waa sie gut. 
Kr MZt nff das heupt einen hut, 
4arui stunden zeichen von zynne, 
vff das man die pitgerin da by bekenn. 
D* det Malegys, der kone man, 
«D ander slavine an 

imd aazt nff sin henpt einen filzbut zur stund, 
^ mutich zeichen an stund, 
alt die pilgerin dragen 
Boch hat and zu niangen tagen, 
ivomb das er wolt, 
MIh nan sie vor pilgerin hielt 
Malagys ainen gramadet blonde 
ID kaO) tu der selben stand, 
4a macht er zu haut 
B«3molt alt und krank, danu nnbekant, 
d«D baii zn dem iiabel gan, 
kjjm die attgenbran. 
beide dar, 
ich wer von zwejhundert jare. 

Rrinolt wol bedacht: 

»Wai den tnfel hant ir na gevarcbt? 

1501 fl»uiae. 4S17 




132 

Ich bin so siech, ich en mag nit gan, 

ob mich nu yemant wolte slan, 
4620 ich enkunde mich nit geweren, das weifi got.« 

Malegys sprach: »Halient ir mit mir uwem spot? 

Latent mich damit walten halt; 

ich weiß behendikeit manigfalt.€ 

Alsus gingen die herren stolz 
4626 ZU Parys wert snel und halt. 

Als die herren niemant sahen, 

so waren si^ stark und jung von tagen 

in der wise von zwey und drissig jare, 

diß sagt uns die historie vor war, 
4680 und als sie yeman sahen, 

so waren alt, darzu siech, von tagen 

(das ich uch sagen, das ist wäre) 

sie ließen, ob sie weren von zweyhundert jare. 

Sus gingen Malegiß und Reinolt 
*&36 wandeln in den walt. 

Da sie dar uß kamen, 

an einer syten sie einen bäum vemamen, 

an der andern syte stont ein doren. 

Nu legt uns die hystorie das zu voren, 
4640 da sach Reinolt und Malegys, 

das dut uns die hystorie wys, 

das sie vier monch worden gewar. 

»Sehent, Reinolt, hie koment vier monch gefaren har, 

sprach Malegys zu Reinolt, 
4646 den wil ich wesen holt; 

vil sund ich getan han, 

zu ine wil ich zu bicht gan.c 

Reynolt antwort ime: »Ich sol das gerne han 

und, lieber ohem, das dunket mich wol getan, 
4660 woUent ir uch von uwem sunden claren ; 

ir soUent vil deste baß faren.c 

Des ging der degen uß erkoren 

stan under einen doren. 

4535 dem. 4539 391 A. 4542 70 B. geware. 4553 ein. 



133 

I, der degeii, 
f^Kft^ den monchen engegen, 
der vil siinde hatte jj^etan 
imd wol darvnn bulii eiapfan. 
Er sprach: »Ir herren, guten tag! 
Got itr alle ding wol vermag.« 
Die monich antworten dem alt«u pilgerin : 
*Gcrt nmlj ower lone sin, 
got mofi ach guden tag geben ! 

iWaranib leBt iich gut ao lang leben ? 
Wie mangeii hoben man hastii verlept, 
dM ist ein ding, das uns wunder hept.< 
Da «prach der tegeu Malegys: 
»Dm dut gut, der wise, 
das mir die tute sollent geben ir altuusen, daa got be- 

kqwemlich sj, 
und da§ ich und sie von snnden werden tij. 
Henre, «pr&ch Mnlegj^s nsser koren, 

woltvnt ir myne bicht hören V« 

Die monich antworten im dar: 

>j(u den pfaffen muüent ir giin üwar; 

wir ban hast, wir inußen farcn zu bant, 
•Ml wir «okunnen uwer nit getvart«n, des üjt bekaot.« 

Malegjrs sprach: >\Vas ist diß mere? 

Ich bin ein alt man und gan nff mjTier zyt »ere, 

btiben ich in diesej» nyde dot, 

kh werden Lucifem genoß. 
<M* Ich hatte Itide zu mjnem t«ile, 

die han geledcn also viele 

in dvD wald vun Kvinolt, dem herren, 

der mir auch ril leides det aere. 

Ich hatt Tergadert mit leyde * 

MM fanff und zwemig ftcbilling zu ejm cleyd, 

di» tuun mir Heynolt, 

der gnre, in ieta walt. 

«M "htritfL 4UK iMac daa» A. I&68 Hii >ir< «Mgiaat aeu« 
mDc A. 4S74 bafi. 4581 viel. Uftt Idt 



134 

Hir umb ist, das ich on nyde. 

Ich wil myn bicht sprechen by zyde, 
4690 er hat mich gehandelt, in truwen, 

das mich das leben mag niwen; 

nochdann behielt ich verborgen, als got woli, 

vier bysanten von golt, 

die behielt ich mit Ust, 
4696 das des Reynolt nit enwi&t, 

die wolt ich uch geben zu foren, 

woltent ir mich myn bicht hören, c 

Da sprachen die monich in latin: 

>Wir wollen sie verdrynken in win.c 
4600 Do sprach ein monch zu voren: 

»Eoment, ich sol uch bicht horen.c 

Da sprach Malegys vil drat: 

»Herre, sint ir gut von ratPc 

»Ja wir, frunt, des sint gewys. 
4«oR Wir solten wesen zu Parys 

en Sonnentag und manig man, 

mee dann ich genennen kan.c 

»Ach, herre, sprach der degen Malegys, 

was rades da geslagen ist, 
4810 mit gutem herzen biten ich uch, 

das ir nit entsparent nu ; 

wie die warheit sy bekart, 

das sagent mir zu dieser fart.€ 

»Frunt, by got von dem thron, 
4«i6 en Sonnentag sol Rolant, der schone, 

Beyart ryden in der fart.t 

Malegys ime antwort drat : 

»Ach, herre, ist das war?« »Ja, frunt, in truwen, 

ir mogent es en Sonnentag selber schauwen. 
46S0 Karle hat Beyart gegeben 

Rolant die wile er hat das leben, 

dann so wil der konig siner swester kinden 

4588 od] yn. 4606 392 A. Sonnentag A. 4608 71 B. heen 
4618 Mit >Ja« beginnt neue zeile AB. 



} diet. 



13fl 

don henken, das soUent ir finden.c 

Hilflgyi sprach : >Sint sie noch nit geban, 

■o mochten nie noch wnl eiit^un.c 

Der monich sprach: »Neyn sie. by dein Kuten 

Der konig sol beiden zu dem sonneiitag, 

Hfl went er vil halt 

kri^en tatii-n nefen Reinalt. 

• Wir §ollen ine zu bann tun in Karlen laut, 
doa ime verkauffen sol nieniant 

MBCD, Doch driuken, noch nichts, 
so en mag nü langer leben der ki 
Hocht Malegys nu leben, 
«o wer der bann beger hüben.« 
Da sprach Malegya zu hant: 
njder ufF diti laut 
it got Tor myn leben, 
mir myn sund woll vergeben 
ir («ilhafllig muüent wesen 
in Hlhtm mynem lesen 
tiod alle die weg, die ich hau gegan, 
tuid alles, daz ich vort sol beütan.« 
Der monich kny«d uA' die erde schon 
und bat got in dem throne, 
da« er dem pilgrin flin trand irolt rei 
da er lang hatt inn gelegen. 
Da nam Malegya, eyn degen atolt, 
ejo yaeren tn der twi holt, 
llalegys nit enapart, 
«r alt^ den monich hart 
uff ain heupt, das er mit aOen 
dot kam vor ine getaUen. 
Ab die aodem tnonicb da« «eben, 

* da fincfatm ne rieh aen vor den slegeo, 
rie wonUn im« estfliea von dan, 

aW lie «omoclitca ime nit entgao. 
Maligja, der kooe dcgen, in den selben tagen 

4M Bsbalt. S«*7 eV Jm L 



tag! 



136 

hat die vier monich tod geslagen. 
46«o Da rieff Reinolt von Montelban: 

»Ohem, was den tufel hant ir getan? 

Sint ir suß zu bicht gegan? 

Mich dunkt, ir wolt sie all erslan. 

Solche bicht muß sin verwaßen, 
4M6 die bicht wer beßer gelaßen. 

Sie gaben uch aplaß, 

mich dunket, ir dont undat.€ 

»By got, sprach Malegys, 

icli Hol uch sagen die wise; 
4«7o die büß, da sie mich mit beladen, 

din WIM mir zu swar zu halden. 

Oeleul)t es mir, nefe Reinolt, 

Nie waren allzu seer stolt. 

Gant her, helifent sie mir entkleiden. c 
4«76 Ohem Malegys, das ir diß deten, 

das wer zu mal übel getan,- 

Hprach Iteinolt, der tegen, sonder wan, 

ich enhülff uch klein, noch groß, 

was ir damit wollent, das dut, 
4ÖH0 iiyiupt die cleyder, ob ir sie begeren, 

kleyt oder pfert en wil ich nit zu mir keren.c 

Suß sol Malegys sich bereideu 

und die monich entkleiden, 

by ein lacht er die kleider und uff ein pfert er sie bant, 
4686 die monich lacht er in den pfat zu hant. 

In ein gotshuß solten sie faren, 

da sie das gut solten bewaren. 

Das closter stont ußen Parys, 

dar kam Reinolt und Malegys,, 
4690 da fragt der zeuberer 

umb den apt, wa er wer. 

Man wiste ine in den reventer. 



4672 gelubt er mir. 4673 72 B. 4674 393 A. 4675 detent 4680 
nempt. begerent. 4688 Paryse. 4689 Malegyse. 4691 were. 4692 
dem. reventer korrigiert aus reuentar A. 



137 

SU dem abt da ging er 

■nd Hpradi: >Herrt; abt »itolt, 

:h diit gruben Reinolt 
md BtMidet ucb dicae vier pfert 
Dod diese kleider mede, 
das ir ioe dunt in uwer gebeet, 
want er in groüen sunden lebt. 
Diese gäbe sendet ucb der herre, 
Beinolt enwiate uch zu senden nit mer. 
Dnd sagent mir zu hant, daz ich wider keren. 
was ir tun woUent vor den herren 
und bittent ummers vor Reinolt 
tmd vor sine brader stolt, 
das sie got versone 

Karle, dem herren kone.< 
Da begunde der abt fragen sere, 
war Reinolt die urse kernen her 
and auch die kappen ntede. 
Da sprach Malegys zu der sted: 
Entruwen, herre, ich Ragen uch balde, 
BÖQolt halt in dem walt 
BKHiich vier, 
liBfier aendt er uch hier, 
n SU ir gat gemeyn, 
lieide groß und dein.« 
Rejmott antwort uff die wort: 
«HalegTs, ir haut getan den mort, 
ir beliegent mich als ein diep, 
das b; uch leyt oder lieb.c 
Ke Reinolt sin wort voUenbracht, 
«ant er aich nit wol be<lacht, 
mit sinem fulJ 
loit einen grogen stoß. 
Renolt in sinem mut, 
iteaberer ducht gut. 



4713 Hit dem foli^ndsn t 
47M Da«. Uernolt. 



188 

Renolt dacht fromdp syn, 

das Malegys, der degen fin, 
*73o solt 4iber sagen solich wort, 

das er hett getan den mort. 

Der apt sprach: »Was Reinolt so ungefog, 

das er die monich dot slug, 

sie slieffen hie zu nacht, 
4786 got yerdomme sin kraffi! 

Was mir darnach geschit, 

siner gäbe en wii ich nit; 

Reinolt, der wigant, 

ist hie zu bann in diesem laut, 
4740 und sollen ine usser maßen 

in unser kirchen verwaißen.t 

Da sprach Malegys, der zeuberer : 

»Ich sol zu Reinolt tun myn ker 

und sol, by got, unserm herren, 
4746 über uch Reinolt klagen sere, 

also das ir hant tun machen, 

das sol er brechen in waren sachen. 

By dem guten sant Dyonise, 

so wol kenne ich Reinolt von pryse, 
4760 von hundert monichen und funff 

en ließ er ir nummer eyn by libe.« 

Als diß sprach der zeuberer, 

da erschrack der apt vil sere 

und sprach: »Durch gnaden, 
4765 ich bin eins andern syns beraden. 

Frunt, sprach er, ich bitten, das ir 

Reinolt nit über mir 

oder über myn bruder claget, 

noch hie von yt gewaget. 
4760 Reinolts gäbe nemen wir gern, 

ir enstet uns nit zu embem, 

der edel greve Reynolt 

4728 Reynolt. 4736 geschiet. 4740 73 B. 4743 kere. 4^ 
394 A. 



Biit nnen brndem stols, 

du sie tf^ilhafftig mutieii »esen 

ftUe der tue&en, die wir nio^en lesen.« 

Da apriicb Malogys yme engegen 

als ein stolzer tegea : 

»Herre apt, na aint ir gut 

und ais eiu gut man dut, 

und in solcher maßen 

«ril icli uch das gut lalaeQ.« 

Das gut liant sie da gela&en, 

zu Parys woltea sie sich saßen, 

■ie gingen biü sie vemammen 

tmd gein Parys kamen. 

Nn waa der sonntag komen, 

da sie hatten vernommiii, 

das Rolant solt ryden Heyart 

bn&ra Parys off der wart 

vod la&en den hohen frauwen 

die leulf und die sprung scbauwen. 

Da die taeü waa getan, 

die berren solt^n zum tisch gan. 

D» kam It«inolt und ATaiegys 
^Tor d ie bürg zu Parya. 
^^^^^pB hatt einen arm rol strofi 
^^^^■dit es vor die bürg lo&, 
^^^HV saß der tegen 

rad sprach «yue neben engegen : 
<0 wi<, geselie, er sprach »Iso, 

«ie aolta nyder kommen off das stro? 

Wie sure wirt dir das lange stan! 

Es da nyder körnest, sonder wan, 
wirt dir sure, gewlle myn, 
weis ich hy mir selber wo) die pin.« 

Ualftgys hat einen man vemoEomen, 
üb der kircben kommsn. 



4779 baün] 



4788 gaaj ga A. 



140 

er rieflf: »Koment, süße herre, 

das uch got gebe ere, 
4800 helffent mir mynen gesellen 

nyder uflF diß stro feilen.« 

Der man nam Reinolt, den d^en, 

der ine swar dacht wegen, 

und sazt ine uff diis stro. 
4806 Einen pfennig hatt er do, 

des enwiste er nit baß zu bestaden, 

Reinolt durch got geben imd darmit beladen. 

Reinolt, der kone wigant, 

lacht ine Malegiseu' in die haut. 
4810 Mal^ys nam ine in den zyden 

und verbarg ine by sytden. 

Da fragte der gute man, 

ob sie herberg wolten han. 

»Ja wir, sprach Malegys zu haut, 
4816 das uch got lone, wa wirt uns uwer huß bekant?« 

Er sprach: »Frunt, des nemment war, 

vor genem gruneü bäume dar 

werdent ir fynden 

eyn gut wirtynnen.« * ^ 

48io Malegys sprach: »Das lone uch got, 

das ir uns biedet solch gebot !« 

Soß schied von dann 

von den zwein der gute mann. 

Do die maizyt was getan, 
482» da wolten die herren uß gan. 

Mal^ys hatt sich bedacht 

und hatt dar einen kopff bracht, 

der gemachet was von golt, 

den sazt er zwischen sich und Reinolt. 
4880 Der kopff was sere gut, das was kunt, 

want manig edelstein daran stimt, 

der kopff was so getan, 

als uns die hystorie dut verstau, 

4805 74 B. da. 4807 da mit. 4811 395 A. 4816 wäre. 



141 

man mocbt dariiin ein kint badeu offenbar, 

diu« da wer von eym halben jftce, 

maii moclit machen in dem kopffeu 

dry und drissig soppeu. 

Du* nach gog der tegen fyn 

darin den allerbesten win, 

dar nach macht er dolen trank, 

da die lut von worden krank, 

•o wer d» ein soppe n^ nam, 

ec er von der stet qwam, 

nam er sie in sinen raunt, 

er enwurd dnrvon ungesiint 

von alle gar siner glede 

und musten slaiFen uff der stet. 
Diß det er mit gaukelye 

und mit nigromancye, 

«r gedacht, das der konig solt 

komen zu dem kopff von golt. 

I)a gab er sinen nefen Iteiaolt 

die iporen wider von golt, 

da Rprach Mal^ys, der degen suü: 

• Dniit diese Sporen an uwer fiiLi.i 

RetDolt fr^t vil ball: 

■Was den tafel sollen mir die Sporen von golt? 

Ich bin so gar nngetnn, 

doa kh flnmog nrt^n. noch gac« 
I Ualegys sprach offenbar: 

>Dar unih ensint nit in farp. 

7jebeDt dar über ewo widf holten von cordewan 

■nd lafient mich damit began. 

Mit mjner leryngen 

rt vor un- bringen, 
r ayt nol man nch daniff setzen, 
; «oder syt fallent wider abe aonder lexent^ 
man nch, rittpr, zwir ataxn uff den fr« 
mt ach allein«, 



ml w. 



142 

4870 zwir soUent ir da fallen abe. 

Was man sagt, das achtent nit ein kab. 

Dann zum drytten male, jungherre reine, 

so halieDt uch fast uff dem firene, 

dann wil ich uch gemacht han 
4876 dapffer und stark sonder wan.« 

Mit dieser rede und dieser zale 

kamen die herren \x& dem sale, 

vor ine kamen lut zwaren 

eyn schare von bürgern vor gefaren, 
4880 darnach kamen zwo ander scharen 

von dorffluten gefaren, 

darnach kam, als man mocht schauwen, 

die drjt schar von claren frauwen. 

WoUent ir wissen die vierde schar, 
4886 die was von rittem uffenbare. 

Da sprach ein schone jungfrawe : 

»Gespylynne, in guter truwe, 

das ir ewiglich wol mu£ent faren, 

der warheit sollent ir nit sparen; 
4890 welcher ist der schönste man, der hie huden 

über diese brück ist gereden, 

oder der noch hut her komen salPc 

Die jungfrawe antwort al : 

»By got, das ist Rolant, 
4895 Karies nefe, al zu hant.c 

Eyn ander frawe sprach mit dem, 

die ir antwort von den: 

»Es enist, es ist sin gesell Oly viere.« 

Da sprach ein ander von guter tiere: 
4900 »Es ist nit allein der, 

es ist der herzog von Bavier.« 

Da sprach ein ander mit dangiere : 

»Der ubermudig und der fier 

herre Bertram von Massagier, 

4871 75 B. 4878 396 A. 4885 offenbare. 4891 gerieden. 48( 
8ol. 4901 banier. 4902 dan giere A. 



r wdI Behau wen hier.« 
1 andpT sprach als ein koiie tier : 
^Efl ist sin bruder Rytschier-< 
Dk sprach ein ander frawe fyn : 

Es ist der bischoff Tulpio.t 
Sin ander frawe antwort mit dem, 
die nie gesehen hatt vüd den : 
s£ntmwen, ee enist nit der aicht^rlichi 

ilt nit lenger swigen werlich 
»e« ist Heinrich, der wigant, 
Amoldes sone von Benlant.« 
Da antwort ein ander frau starb: 
»Wo la&ent ir Ogyer von Denneinark ? 
Das ist der schone mann, 
der hat hie ist, by sant Johann, 
oder noch hut aol kommen hier.« 
Sin ander fran, die was (ier, 
£e sprach: >lr üegent, by sunt .lohnn, 

ist heiTog Diederich von Ardan.« 
Db antwort ir ein frye: 
»Entruwen, es ist Ryzhart von Normaodie, 

XU Viachamp machen det das, 
£e richtiob abdie in die stat.i 
Shi ander sprach in knrter üyt; 

Ea ist von Bnrffonien der kon^ diet.« 
D> sprach ein ander: >Er ist es nit, 

üt Bernhard von Mondisdiet.« 
üa ander sprach : >Al8 ich wanc, 
■i wt Oerbart von V'yane.« 
"ijn ander frau, die was snell: 
»E* ist Reynier, beseht ine weL« 
D* Mpradi ein edel frawe: 

>Ich sage es nch by mjrner tramre, 

ib gnbe mir got pardoo, 
litt dar herzig Sampaon.« 



k. IM» Barsnndic, 4932 i 
«n 7« & 



144 



4940 Eyn ander frau sprach mit großer here: 
»Es ist von Antoengen wyt der herre, 
besehent ine wol und merkt darzu.c 
Ein ander frauwe antwort do: 
»Es ist Wilhelmns son von Qryfoen, 

4945 der gar kone ist in sinem ton.c 
Da antwort ir eine das, 
die was clarer dann ein glaß, 
sie was die schoneste, die da was, 
sus urkundet sie es, da ich es laß: 

4960 »Noch weiß ich einen schonen man, 
so helff mir got und sant Johan, 
dann eynicher ist von diesen, 
der hie hut ist gesehen, c 
Da begunden sie alle fragen sere, 

4966 wer der schone ritter were. 

»Entruwen, kennent nit den ritter stolz? 
Es ist der ewyle und heißet Reinolt, 
der enist nu hie nicht, 
alsus ist es mit ime geschieht ; 

4960 und moste der edele wigant 
ryten und gan in dise laut, 
er wer der schönste und der beste getan, 
der hut über diese brück sol gan.< 
Da folgten sie ir in rechten truwen, 

4966 die da waren, alle die frauwen, 
das er der aller schönste were 
beide von hüte und von hare, 
von figuren mid von gedane 
sonder zwifel und sonder wan. 

4970 Als die jungfrauwe sprach das, 
Reinolt lachte, da er saß. 
Malegyse den einbogen uflF hub, 
Reynolt er unter sin syten slug 
und sprach: »Ir mussent lachen nit, 

4975 so wie es mit uch geschyt.« 

4940 her. 4944 Wilhemus. 4946 397 A. 



145 

»Onadent mir, uhem, ich hat es vergeben, 
to ich nch vor war wi&en, 
l Reinolt, der tegen wyß, 
i die frawen Parys.« 
• Nftdi dieser frauwen scharen 

quam dar gefareti 

Karle, der edele wygant, 

und neben siner syten Rolant 

und fiirt in siner hant 
> das beste spere von cristenlant. 

Da det der landes herre Beyart 

Tor ime leiten uff die wart 

mit cweyandzwenzig knechten, 

die das or& solten verwaren zu rechten, 
I igUcher mit eym sevl vil groß, 

alu zu den dingen hören muß. 

Zwischen des wart Karle gewar 

der pylgerin. die saßen dar, 

da sprach Karle, der wigant : 
I >S«h«nt, lieber nefu Rolant, 

vor jenen pilgerin stan 

einen kopff guldin wol getan, 

mich danket, ich endet nit 

abo einen kopff, als ir da secht, 
■ machen mit allem inyneiri gii^n golt, 

du ich von gut zn lone halt.« 

Kotant antwort dar: 

>By got, herre, ir aagent war.c 

Da sprach der kontg gegen: 
»Wir miiüen die pilgerin fr^en, 

waDDen ine kome der kopff goldin, 

ob M mit ircm willen mocht genn.« 

Sos txm Karle, big das er Ternam 
I n den pilgerin gefaren kam, 



fiUL 4984 Diewr «en mit dem rolgeoden TwUni 
TOB b und a die riobUg« lUllong aii| 
«atasB A. 



146 

ftoio da det der landes herre Beyart 

vor sie leiden uflf der fart. 

Und als Beyart Reinolt 

geroch under der molt, 

mit dem winde^ als er dar lieff, 
6016 geflochten kniens er vor ine stieß. 

Da sprach der konig sonder sparen: 

»Pilgerin, got muß uch bewaren, 

wannen kompt uch dieser kopff guldin ? 

als helff mir sant Martin.« 
6020 Malegys antwort und löge: 

»In allen landen ist goldes gnog. 

By myner sele, hett ich diesen kopff 

gwant Verliesen, als ich off 

sazte vor alle, die hie hut 
6025 beyde gingen und ritten still und lute! 

Ich han sin nit geraubet mit myner macht, 

ich han ine von so ferre her bracht. 

Dank habe der konig von Frankrich, 

er beheltet alle tier gelich 
6030 syme armen man sin gut, 

als er eym riehen dut.c 

Da sprach aber der konig: 

»Pilgerin, ich fragen umb ander ding. 

Wannen ist dir kommen der kopff guldin? 
6036 Der wil ich ummer sicher sin.« 

Malegys antwort sonder wane, 

als der mit boßheit was befan: 

»Diesen kopff han ich gebetten, 

das ist wol zweyhundert jar geletten, 
6040 beide in kirchen und in klusen, 

in abdyen und gotes husen. 

Der kopff ist cristen gedan 

und ist geheißen Cristian. 

Diß ist derselbe kopff', 
5045 da got uß nam die soppe 

5015 398 A. 5021 gnug. 



147 

alT den grünen donrstng, 

da er iglich ayme apoftte] zu sag. 

Es geschacfa, da? dar iitf schone ^ewy& 

d«r pabst von Ronie sang ein meü, 

die gnsd hat der kopff empfangen, 

es enist niemant so sere befangen 

in der weit mit eynigeu runden, 

da er mit sy gebunden, 

mocht «r R& diesem kopff 

allein nemen ein sopp, 

er wurde toc Binen aunden rein, 

also das was Maria Modalen, 

die Bei zn gotes fa&en zu den stunden, 

nnd er Tergab ir all ir sunden.' 

Bionen dee begund der gut Be^j'art 

vor Reynolt zu knyen zu der fart. 

Do sprach Karle, der wygant: 

»Ach sich, lieber nefe Rolant, 

difi Hint zwen engel, das weiü ich wo!, 

got bat Hie mir gesant, ob ich daz Hprecheti i 

Sehent wie daii stumme tier bj stad 

von diesen luten beg^ gnad.« 

Kol&nt antwort dar: 

»By got, herre, ir aagent war.« 

Düe rede nnd dieae wort 

lut Halegys gebort 

md hat sinen rtab erhaben 

und Beyart ein slag gegeben. 



i sprach Karle, der konig frti : 

, «amnb ahbent ir das rofi 
1 abw HalqjTi, 



myn?' 



riiwer n>fi yt hartar w 
rorbafi getrnlen do, 
■ fallt DTiieo geseDoi gcriagen. 



I koRfckrt aw «««ab A. MW mjU. 5057 dai) da. 



148 

der by mir hie ist gelegene 

sprach Malegys, der zeuberer. 

»Dunt uwer roß durch die gotes ere 

enwenig baß hinder sich leiden, 
6086 das wir uns en wenig mögen r^en 

und von uwerm orß mögen fliehen, 

das wir so sere entsehen. 

Hett es ein wenig baß getreden fort, 

es hett mynen gesellen zu stucken zerstört, 
6090 das sin rippen weren zurbrochen.c 

Da Mal^ys diß hat gesprochen, 

da hieß der konig wol gereyde, 

das man Beyart hinder wart leydte. 

Do sprach Karle, der name kunt: 
6096 »Gib mir ein sopp in mynen munt, 

ein soppen, pilgerin gut, 

das got din leben lengen muß, 

in ablassunge myner sunden, 

da ich mit bin gebunden, c 
6100 Da sprach der konig name kunt: 

»Ich wil dir geben hundert pfunt.€ 

Da sprach Malegys, der kone: 

»By got, das stet mir wol zu tun 

nit mee dann umb got, 
6106 wann ich bin gottes bot, 

enwere er der selben truwen, 

die ich schuldig bin unser lieben frawen 

und Dyonise, dem heiligen sant, 

erst solt er mir den konig von Franken lant 
6110 wysen und laßen mich besehen, ob ich ine bekenne 

sprach der pilgerin mit dem. 

Der konig antwort ime do : 

»Man sagt, das ich bin also.c 

»Ach, herre, das sollent ir nit 
6116 zomen, das mir ist geschyt 

5082 399 A. 5084 ein wenig. 5085 ein. 5090 ziir brocfaen A. 
5091 hatt 5093 leydet. 5101 hunder A. 5106 mwen A. 5110 
bekenne. 5112 ine. 



149 

und das ich so warle&lich 

eprach zu uch, konig rieh.« 

Earlp sprach zwaren : 

>Neyn ich, frunt, wol muläent ir faren, 
> dftnn gebent mir ein soppe 

in mjrnen munt uh uwerm kopff, 

ich geben dir von mynem gut 

hundert pfunt; nii tu als der frut.« 

M»]eg7s, der t^en frut, 
t Bpnch, ala der wyse dut, 

zu dem konig mit großer gere : 

>Dtß stet mir wol zu tun, herre, 

ich sage uch, was ir tun maÜent, herre gut: 

alte der weit venyhen uwem ubeln mut; 
t ir wiieeiit wol, das got alles vergab, 

da man togent von raerkeu mag, 

daa man ime in sin ejieii stach, 

da da« rode blut uQ brach.« 

Der konig antwort dar: 
k »Bj got, firunt, ir sagent war. 

Ar mir hat so vi] Reinolt 

getan by sines sel)>e8 scholt 

gegen mir, ich mag es sonder wan 

ninnm«r in bu&en stan. 
I By der tniwen, die ich bin schuldig sant Dyonise, 

Dndi vil mee hauen ich Mal^yse. 

Pylgerin, gib ein soppen mir 

Q& dctn kopff, sprach der konig schier, 

daa Dch gut lone, zu ventucheii in mynen mund 
I xa Terlasanng mjrner sunde.« 

«Herre, sprach Malegys. der tegen schier, 

aün arme gesell, der da liget hier, 

t hat der rierzigite tag, 

I geselle nie geaaefa 

I kleb, noch grot. 



5I3S T» B. Sm adialL 



SUI 1 



150 

Sommer der got, der mir gebot, 

noch ein fesen nit 

er enhat gehört, was mir ist geschii, . 

noch mit sinem mund 
&156 ensprach er nit in langer stund; 

das gesach an sonntag zu nacht im an 

in eyner stat, da er lag, sonder wan. 

Egestieren, sprach Malegys, 

da wir lagen in eym gotshufi gewys, 
6160 da fanden wir ein wises wip, 

ich sagen war, sommer myn lip, 

herre, des mogent ir mir getruwen, 

sie pflegt mit den farenden frauwen 

des sonnachtes uß zu gan, 
6166 herre, das det sie uns yerstan, 

das wip sagt uns schier, 

mocht myn gesell all hier 

ryden uff Beyart zu haut, 

er solt sin genesen zu der fart, daz wurde bekant, 
6170 so solt er bald zwaren 

sehen, sprechen und hören.« 

Karle sprach offembar: 

»Pilgerin, frunt, wer das wäre, 

so wer diß orß zu guter zyt 
6176 gewonnen, des wil ich, daz ir sicher syt« 

Da sprach mit synn Malegys: 

»Alle ding muß man begynnen, konig wise.« 

Da antwort der konig wol getan: 

»Frunt, gib mir in mynen mut san 
6180 eyn soppe durch Jhesum von Nazaren, 

ich sol mynen guten frene 

Beyart dinen gesellen laßen ryten 

sonder eynich wider stryten.c 

Malegys sprach da mit synn: 
6188 »In gotes namen ichs begynn. 

Konig und landes herre, 

5175 des] das. 



ir.l 

ir wistuait wol, das got, unser herre, 

zti Bethlehem was geboren 

nber mang jare hie beforen, 

in arme tucfalin gebenden was, 

ir mogent mir wol gleuben das, 

du det er alles, got weyB, 

tlorch sine groä demntikeit.* 

Aber sprach Mal^js : 

>Bedent ir iglichRn bogen wya 

ime midert«nig sollen wesen.« 

Do sprach der konig mit desen : 

»Pilgeryn, es ist war, by sant Michel, 

iglicher man bat nit me dann ein sele.« 

Da antwort Malegys: 

»Herre, des aint sicher nnd gew^, 

also vU hant mit recht 

z» Verliesen gene knecht, 

die dort stant still, 

ipncb Malegys mit gutem will, 

als By er, herre konig ußerkoren ; 

lafient die kneclit zu foren 

mit och, kouig, tandee herre, 

i^cher neme ein durch iiwer ere.* 

Der konig antwort »au: 

>By got, frunt, dos wirt getan.« 

Karle, dirr konig, hieä xii hant, 

da« det der konig, das was bekant, 

ond det die knecht alle fort ^an 

und iglichen ein soppe empfan. 

Die knecht aint xu Malegys kommen, 

ir iglicher hat ein »oppe genommen, 

ir beode hielten sie zu samen beide, 

baden Malegys umb gaad und gleide. 
yot, wie wenig wisten sie das. 

Iniecbt, wie sie daten oder wie es waa! 
All äe das bmt hatten zwfischen iren zanden. 



mmn n B. «ieher wUe. &215 401 A. 



152 

sie enhetten langer nit gestanden 

umb alle das gut von Frankrich, 
6235 so waren sie verirret sicherlich 

von der soppen, die ine was geben, 

das ine kosten must ir leben, 

wann sie enachten Beyarts nit 

kleyn, noch groß, was ine geachyt, 
5380 wann sie waren in dole 

mit Mal^ys falscher schole, 

das sie wisten, was tun oder kisen. 

Sie beliben ligen uff der strähn, 

der einer uff den knien, der ander uff den einbogen 
5886 als ob sie got solten loben do, 

das er ine hett getan so grog ere, 

sie beliben slaffen fest und sere, 

Beyart ließen sie alleine stan. 

Rolant ist dar zu gegan 
6S40 und greiff by dem zugel Beyart, 

als einer, der es sere begert; 

ime wer lieber gewest nochdann, 

das es hett gehabt Reinolt, der edel man. 

Darnach solt Karle zu gan , 

5S46 und ein soppe auch selber empfan, 

da want der herre allein 

von Sunden werden rein, 

und es wer werlich ding ; , 

ave es halff nit den konig. 
5260 Da er gesmackt von dem prysone, 

(nu horent, was er bestont zu tun!) 

er begunde sehen her und dar, 

er was in sorgen und in fare 

umb zu fallen von sime pferde, 
6265 zu got bat er gnad und b^erde, 

das er ime behielt synn und gedacht; 

da wart ime wider schier sanfft, 

das ime schadt kein ding, 

* 

5239 Bolant A. 5249 ave] one. 5257 fanfPt A. 



159 

di& det gfit durch den konig. 

Do d«t Karle uff der fart 

Tort bringeo Beyart, 

dk apntch er vü schier : 

»Rohwt, nefe, d^n fiere, 

Aaai noa lydeD diesen pilgerin so 

durch got und der bete myn lileo.« 

Oera, sprach der greve Rolant, 

in siiMii armen da« er in brnnt, 

der ime sware wegen docht. 

Uff Beyari er ine swank; 

ftn einer syten saß er mank, 

■a der andern syten er abe fiel 

äff die erde all sonder wan und snyl. 

Andenrerb sazt er ine uff wider, 

und er rie! anderwerb wider nyder. 

Da xprach Malegys: 

>]r dtiDt grob aunde, herre konig von prys, 

ir BpoUent mit mynem gesellen ; 
iA forcht, das ir an iine die hellen 

bojagen, konig, herre! 
•r nt geqwetscbt, des forcht ich sere, 
Bwer rofi, daa ist ho groü. 
Mit er noch eins abe, er blibet dot« 
Da Rprach Karle, der wygant : 
»Ach, lieber nef« Rolant, 
•del rtlt«r stolz und gut, 
balten fest« den pilgryn, das ucb mofi 
^t Ionen in siiifm hymmelrich^ 

Kftrle, d» bitten ich nch herzlich, 

i pilgrin rein 
Ton dem fren.« 
ine uff der grafe Kolant, 
mit den ■larynen er in prant, 
dai er mocht glyden, noch fallen. 



r 81 ] 



I g«qwrtrt. focht A 5288 402 A. bKi 



154 

Nu hielt sich Reinolt mit allen 
6296 so faste ufif dem edeln frene, 

das er die faß und die bein * 

sazt rischlich zu handen 

in die guldin stegebanden ; 

da waren die knecht gemeinlich 
6800 enteret von erbe von dem rieh. 

Reynolt sprach do gemeyn: 

»MocU ich, ich rytt wol allein.c 

Da antwort der konig in kurzen zyiea: 

»Rolant, lassent den pilgerin allein rytenic 
6806 Da sprach Malegys, der herre: 

»Geselle, des habe got lob und ere! 

mogent ir sprechen, sehen und hören ?€ 

»Ja ich, min groß leit han ich verloren. c . 

Der konig antwort san: 
6810 »Gbt habe dank ! Beyart hat mirakel getan.c 

Ander werbe sprach er zu der fart: 

»Herre bischoff, nit enspart, 

dunt luten die glocken in der pfort 

(der bischoff hat die zale gehört) 
6816 und dunt geryng bringen schon 

beyde cruz und kröne! 

er ist wol wert, sprach der herre, 

got hat uns getan groß ere 

durch Beyarts willen, mirakel offenbar, 
6820 des mogent ir in alle werden gewar.c 

Do begund Malegys, der kone, 

sinen gramadit zu thun, 

zu hant sprank der tegen Reinolt 

in sin bestes getun mit gewalt. 
6826 Der wigant unverfert 

sach über schultern hinderwert 

und begunde merken dar, 

das man nam vil wenig war 

und| Beyart, den guten frene, 

* 

5802 moch A. 5306 das. 5328 wil A. wäre. 



155 

e merken in synem syjin altem, 

d» cporte er vil balde 

Beru-t mit den sporen von goLt, 

und als Beyart mit gewalt 

gefult« sinen herren Eeinolt, 

b«giinde er sich strecken zwaren 

beide binden und foren 

und sitzte sich zur flacht, 

ms er geUuffen mocht. 

Den enten sprang, den Beyart apnuig, 

der was vierzig fu& lang, 

ja vierwerb zwenzig oder raee. 

Die knecht waren enteret sere. 

Reinolt gab ime sporen uud zugel, 

Bej'art floch beider dann ein tbgel. 

Da rieffen die herren, er solt fallen, 

•n ein gelut wart da von ine allen, 

4m die knecht worden wa(.'ben. 

Dh sagen ich nch in waren Sachen, 

iaa die knecht waren in fare, 
IM entsprungen oflenbare 
Beyart nit ensahen, 
iden sie Beyart sere clagen, 

nnd ir ungetall ; 
mit recht, glaubent mir daz all, 
te darumb alle miist«n hangen, 
Beyart hatten gefangen. 
Bngieng ine uä den ongen, 
it musten also getaugen. 
Fftlegys das eraach, 

nu horent, wie er det und jach! 

Er spraok uff und nyder, 

TOtt tmd widor, 

«r tpradi: >WaK hant ir mir Rewisaen ! 

Hyn gtwil, der uff Beyart ist gOMfien. 






1, am tande rort, ^39 Si B. 



156 

B866 er wirt den hals zubrechen werlich, 

des forchten ich sicherlich, 

uwer roß sol uff ine getoreden heben 

und zubrechen ime alle sin riben.« 

Mal^ys treibe groß missebar, 
6870 umb sinen gesellen reufffc er sin hare. 

Karle, der konig von Frankrich, 

rieff den zwolff genossen hastelich. 

Ogier der sporte fort 

mit Sporen sin ors Brayfort 
6376 und Rolant, der tegen fin, 

Sporte sin orß Volatyn, 

das er für in einer stunde 

gewonnen hatt in Aspermunde 

an eym heydenischen konig, 
^380 das was ein wäre ding. 

Naymes, der frye, 

Sporte sin ors von Ortanye 

und der degen Sampson 

Sporte sin ors Farron. 
6386 Alsus ryten sie mit krafft do 

nach Reinolt, was die orß gelauffen mochten so. 

All sahen sie den degen fin 

eyn myle wol vor ine syn. 

Da sprach der helt unverfert 
6890 über die schultern hinderwert 

und sach, das ime folkten offembar 

sin hohe mag mit einer schare, 

da sprach der helt schone: 

>Got, herre von dem throne, 
6896 weder folgent sie mir in gude, 

min mage, oder in ubelen mudePc 

Da sprach der tegen unverfert: 

»Folgent sie mir herwert 

durch boßheit und durch zoren, 

5865 zu brechen A. 5367 haben. 5368 zu brechen A. 5375 
sin A. 5378 Aspermonde. 5398 herwer A. 5399 Dieser vers 

fehlt B. 



1 

157 ^H 


M das Hweren ich ioe hy got zu foren, ^^^^^^^H 


kb aol mich lieber rechen daran ^^^^^^^H 


duB über einen fremden '^^^^^^^| 


Hit einer hant hielt er Bejart, ^^^^^H 


mit der andern greifT er zu dem awert:: ^^^^^^^H 


•• >lr herren, sprach der b^en G.n, ^^^^^^^H 


weder folgent ir mir durch die gute myn t^^^^^^^^^M 


oder in nbeln mut oder umb böse doA'i ^^^^^^^^H 


des fragen ich ach sonder lo& berat.« ^^^^^^^H 


Da sprach Rolant, ein helt ^^^^^H 


■u »Wir wisten es nit, Reinott, ^^^^^^^| 


das ir es selber wart.« i^^^^^^H 


>Ja« sprach er nnverfart. ^^^^^^^^^| 


Da fiprach auch der bischoff Tulpiu : ~ ^^^^^^^H 


iSint irs, Ileinolt, der nefe rayn?« ^^^^^^^H 


tu »Ja ich, herre.« Da sprach Ogier ^^^^^^^| 


•RajDolt, wir wisten uch nit hier.« C^^^^^^f 


Da tprach Ogier, der degen gut: "^^^^^^^ 


»BcDolt, da« ir mit eren leben mut, 1 


wer ist der pilgerin, der neben 


dem konig ist verliben?« 


»Ich wilf« uch sagen zwaren. 


wollent irs wissen, stmder sparen, 


sprach Beiuolt, der degen wys. 


in rechter tniwen, es ist Mal^ys.« 


Da sprach Rolant: »Als belff mir got. 


gar wol belt Malegya mit dem konig syn «pot.« 


Dar wider sprach Reinolt, 


dar legeo wis und stolz: 


»Bolant, oefr-, edeler herre, 


1 das neh got gebe freude und «n», 




^H^^M ktnig, onaenn herren 1< 


^^■hpoHBolut«: 


^^^1. Mfe, dM wer nifidaB, | 


^^^■kB. UOiesa UM vMdsr. UlB BaraolL nllL 


^^^B MalwsB. M28 stolt 



158 

6486 melt ich den herren Mal^ys. 

Neyn ich, by got von dem p^radyslc 

Da sprach Reinolt, der tegen fyn: 

»Von Bemen bischoff Tulpin, 

das uch got gebe freude und ere beide! 
6440 min bnider bevelhen ich uch uflf uwer geleyde.€ 

Bynnen des kam ein tegen kone, 

Fauken schiltknecht von Melyone, 

er was geryng und sträng, 

Beyart er by dem zugel brant 
6446 und sprach zu hand zwaren: 

»Reinolt, ir sint hie verfaren, 

nu wil ich uch liebern zu haut 

dem konig von Franken laut, 

der uch mit uwem brudem geswynde 
5460 sol henken zu Monfaucon zu wynde.c 

Beynolt antwort schier und holt 

dem schiltknecht stolz: 

»Frunt, vor solchem dot mufi mich 

got behüten! sprach der degen lobelich. 
6466 Ich hoffen, das du solt liegen 

und din wort dich betriegen.« 

Mit den ougen begund er zu sieben 

und uff den schiltknecht übel zu sehen, 

das swert hat Reinolt erhaben 
6460 und hat ime einen slag gegeben 

und traff ine zu den schultern in oben, 

das das heupt zu der erden kam geflogen. 

Da sprach Reinolt: »Frunt, zwaren, 

ein tegen ußerkoren, 
5466 ich blibe ungefangen nu von dir, 

du enfürst mich nit von hynnen mit dir.c 

Hir umb lachte Rolant sonder wangk: 

»Das ir das datent, des habent dank.€ 

Da sprach Reinolt, ein t^en kone: 

5435 Malegyse. 5441 Vnder. 5453 muß A. 5458 leh» 
5467 84 B. 



15» 

»Ich b*te!hen uch von dem throne 

aiuemi herren got von hymelrieh 

and allen siaen eugeln geinejnlich ; 

ich bevelhen uch auch die bruder mjn 

off uwer geleyde, das was die bede siu, 
nijiien oheui Malegyn 

bevelhun ich nch in derselben wyse. 

Ich entar hie nit lenger bliben mer, 
bevelhen uch got, unserm herre.« 

Als nam Reinolt iirloff aane 

nnd Bcbied von den herren aonder wan. 
Abu8 solten die herren 

wider xu dem konig keren, 

d> tprsoh der bischoff Tulpin : 

»W«s ftol hie der dot glag sin? 

Uff si« dQrren wir liegen yt?« 

Da ttpratrh Uolant, der kone diet: 
»Ir herren, daa wil ich nch san, 

iA wil sagen, das ichs han getan.« 

Mit der haut in kurzen zyt«n 

4m scfailiknecht uff eyn ronsyten 
geawuQgen und datten mit. grotien eren 
vor d«n konig ein wider keren. 
Als der kouig Rotant sach, 
erlachtet wart sin herz als der tag, 
da sprach Karle, der degen Ironiiiit^: 
■Oot und mir üint willekomme ! 
BoUnt, bringent ir gemeyn 
Bayarl, den edeln wrene?« 
Da sprach. Rolant, der konp diet : 
>By got, herre, ich cnbriogr des nit.« 
»Rolant, wer ist der, der also knniirt getragen, 
dai ir da bringent m eniagen? 
■praeb Karle, der degen fyn. 
\ deradbe pilgerio?« 



MT8 hi>rr«n. MM ron ijten. &49S 4 
I wUlekUmma. S4U8 tna». 



160 

6506 »Neyn es, herre, sprach Rolant, der kone, 
es ist Fauken knecht von Morl7one.c 
Da sprach Karle, der konig recht: 
»Wer erslug den schiltknecht?€ 
Rolant sprach: »Herre, enzoment ach nit, 

6610 es ist mir selber geschyt.€ 
Der konig antwort san: 
»Rolant, nefe, das was missetan.€ 
Rolant antwort hastlich 
Karle, dem konig von Frankrich: 

6616 »Herre, ir kennent Beyart wol, 

als er es b^ynnet, so ist es feiles yoI, 
und als er ist verbolgen, 
so kan ime niemant hinden nach gefolgenc 
sprach der grefe unverfert. 

6620 »Als wir ime kamen nachwert, 
das wir ine mit den äugen sahen 
und wanten ine wol belagen 
(der man was von tagen, 
das ors begund ine hin w^ zu tragen) 

66» wir wanten es han gefangen wol, 

wir waren da wyt von, als ich sagen sol, 
da kam Fauken schiltknecht 
und folgte ime nach als umb recht 
und wolt Beyart, den frene, 

6680 mit siner krafft fahen allein. 
Sin swert zoch er zu der fart, 
von unverfören wart schue Beyart 
und begunde fliehen von fare, 
als ob ine ime der tufel were, 

6686 zwischen dem für er in das kom, 
'da hatten wir Beyart verlorn. 
Des hatt ich in dem herzen zom also, 
den schiltknecht slug ich darumb do.c 
Der konig was der zale snel und vol: 



5507 Da] Ja. 5510 geschieht 5518 hindann. 5529 der 
5532 verf&reiL schuwe. 5533 85 B. 



161 

»40 »By got, Rolant, ir tadent wol; 

der knecht mufi haben schände, 

das er vor uwem handen 

Beyart wolt fahen also getan, 

das ir ine singen t, daz waz nit missetan.c 
Mft Aber sprach der grave Rolant: 

»Herrev ich wil, das man da rieht zu hart 

ober alle die knecht und dunt sie hangen, 

das sie ine Bey&rt ließen entgangen. c 

Da sprach der konig wol gemeyt: 
»M »Rolant, ir habent geseyt 

ein wort, das wirt getan. c 

Do det der konig die knecht fan 

und det sie sonder einich lang gedenken 

alle zu einer sneyzen henken. 
MS Das was ir lone sonder wan, 

das sie Beyart hatten getan. 

Nach mynem wan, sie hetten es baß 

la&en gan all sonder haß. 

Do det Karle, der lants herre, 
»••• zu Parys wider sin kere, 

da sprach Malegys, der zeuberer: 

»König, edeler landes herre, 

was bant ir getan mit allen? 

Min gesell sol sicher fallen 
iMi Ton Beyart, das dut mir sicher wee, 

und brechen ime sinen halü entzwey.« 

Snfi treib er großen ruwen 

umb sinen gesellen in truwen, 

er Bcbrey und rau£Ft sin hare 
UM und macht groß missebare. 

»Ach, konig, sprach er, lieber herre, 

umb mynen gesellen, den pelmenere, 

so wil ich faren über die see 

in das süße lant von Galilee. 

iwt Mit äugen ensehe ich nummerme 

# 

S567 406 A. 5575 Nach ich och getügt A. 

11 



162 

mynen gesellen, das thut mir von herzen wee-c 

Da sprach Karle, des landes herre: 

»Frunt, laß stan din groß serelc 

Auch sprach Karle, der tegen kone : 
6680 >In eym closter wil ich uch verpfl^en schone« 

by dem herren, der mir gebot, 

dar inn soUent ir haben brot 

sonder zwyfel ewiglich; 

und kan ich erfaren sicherlich, 
6586 sprach Karle, der kone tegen, 

das din gesell dot ist bieben, 

so wil ich stifiPben und fryen 

in der ere sant Marien 

ein vil schone kirche, 
6b9o da man inn sol tun gotes werk, 

und thun dir das gewiß 

iglichs tages singen ein miße 

über dinen gesellen werlich, 

das machstu wißen sicherlich.« 
6696 »Got lone es uch, sprach er, herre! 

Ich mag mich nit hyndern mere.« 

Urlob nam da Malegys, 

doch det ime geben der konig wys 

so vil von clarera golt, 
6600 als er selber haben wolt. 

Da srach Karle, der degen, sane: 

»Ich sol mich rechen über den mann, 

der mir nam Ludewich, 

das swere ich sicherlich.« 
6606 Alsus saget die hystorye wal, 

das der konig kerte in den sale 

und swore über die untaden, 

der ime Reinolt zu zorn hatt beraden, 

da det er die jungherren begegenen 
6610 leyden uß dem kerker von steinen 

* 

5580 schon. 5593 dinen] dingen A. 5599 86 B. 5602 mane. 
5605 wol. 5609 Am rande 1. begeynen B. 



und SU der statt vor ine brengen 

mit nagen vertxinden und mit den henden 

in der gelich nnd in der geberen, 

mk üb §ie alle dlep weren. 

Als di£ der byschoff Tulpin sach, 

horent, wns er do apmch ! 

Tulpin sprach: »Konig, herre, 

uch got gebe groß erc. 
Iftäent unser nefeljogen 
XU d«n schöpfen tun bringen, 
difi sprscb der byschoff gut, 
■ie dnt uwer fleyach und nwer blut, 
die aynue sint iglichem zu sware, 
Am» sagen ich uch vorware.« 
Karte, der konig, spnkch: >Was des geschiet, 
berre bischoff, es ist all unib nit. 
Ich wil hut vemuwen myn sere, 
ich mag mich erfreuwen numniermer. 
leb Bol myner swester kinde 
dun henken zu wynde.i 
Der byschoff sprach sonder lag: 
>Dar tu haut sie zu vil mag, 
die node sollen das gedogen, 
das ir sie hingen vor iren äugen.« 
Da sprach Karle, ein de^en frj: 
■ Wollent ir uch sezen wider my ?< 
Da sprach Tulpin, der kone diet: 
• By got, herre, neyn ich nit. 
Det ich da«, ich det unrecht; 
ir sint myn hi;rr«, ich bin uwer knocht.« 
Da sprach Knrli', der edel liaron : 
*By got, ich wil sie henken ton, 
ich ao) mich rechen über die undatirn 
und über den zorn, den sie mir hant bcradeu.« 
Der biacboff das «rider sprach tm syent: 
>B; got, konig, ir ensollent; 

B «r? A. 5MS thtin. 



164 

sie sollen in diesem sale bynnen 
dar zu zu vil guter frunt gewjnnen, 
gots haß haben sie alle gemejn, 

6660 ob sie ir laßen henken ein.c 
Da sprach der konig wys: 
»Was radent ir, Fauke von Parys? 
Wil ich sie verdyngen laßen san, 
myner swester kinder wol getan, 

6«66 von myns sons Ludwichs dot, 
da ich ruwen umb haben mot, 
das ich sie laß leben so, 
das ich ine dann vergeben also 
muß, das haben myssedan, 

6M0 die ich von Reinolt empfan 
mag, wirt icht mißdan, 
der er mir sicher wolt geben, 
uff das ich myn nefen laßen leben, c 
Fauke antwort und log: 

6«66 »Herre, ir sint wise genug; 
sprach der tegen ußerkom, 
konig edel und wol gebom, 
ensehent ir nit, das Tulpin 
inmier wider uch wil sin? 

6670 Hie ist niemant inn Parys, 
des mogent ir wol sin gewiß, 
er ensage es by caritaten, 
das irs soUent laten 
durch zwang von iren 

6675 hohen magen z waren, c 

Do swor der konig einen eyd, 
das wart ime dar nach hart leyd, 
und swur da vil schone 
by siner werden kröne, 

6680 er enließ siner swester kynder 



5651 wyae. 5656 mot mit versetsung^eichen, am rande maß AB. 
5664 löge. 5665 87 B. 5670 in. 5673 laten mit versettnngneicheiii 
am rande laßen AB. 5677 hart] fast. 



165 

noch mee, noch mynder 
umb kein gut verdingen, 
das man ime mocht vorbryngen. 
Als der konig das gesprach, 
der bischoff treib groß ungemach 
und zomie sich sere umb das 
und sprach zu dieser stat 
und antwort ime gereit: 
>Ir ensollent, wem lieb oder leytic 
»Ja, bischoff, strytent ir wider mich?€ 
sprach zu ime der konig rieh 
und hatt sine fust erhaben 
und nach dem bischoff geslagen. 
Der bischoff was koner vele 
und greiff den konig by der kele, 
auch waren da etÜich ander herren, 
die den konig griffen by dem geren 
und ander, die ine stießen unsanfft, 
das ime der ruck zurbrechen mocht. 
Da sprach zu ime der konig fyn : 
»Nu wil ich wissen, wer sie sin. 
Das ist der bischoff von Remen, 
der mich nit wil beschirmen. 
Nu wil ich die begeben, 
die sterben solten und leben 
mit mir und andern herren, 
der mich nu wil enteren.« 
Der bischoff sprach offenbar: 
»Nu bitten ich myne hohe mag, 
die in myner helff wollen wesen, 
das sie mir helffen mit desen.« 
llit der fart dar sprang 
sonder eynich verziehen zu haut, 
das was der selbe Amolt 
von Bamlant, ein tegen stolt. 

« 

m nel. 5098 itieffen A. 5699 macht] woni. for hnthi$ü A. 
166 A. 5715 Beiiilant 



166 

Er sprach : »Herre Tulpin, 
ich wil in uwer helfif sin, 
mit mynem swert stan ich uch beneben, 
der uch übel dut, ich neme ime sin leben.c 
5720 Da sprang aber in korzer zyt 
von Burgonien der kone diet 
und sprach: »Herre Tulpin, 
ich wil in uwer helflF sin, 
ich wil uch stan beneben, 
6726 der uch übel dut, ich neme ime sin leben.« 
Da sprang aber ein koner frye, 
herre Ä.nser von Pavye, 
und sprach : Herre bischofif Tulpin, 
ich wil in uwer helfife sin, 
B730 ich wil uch stan beneben, 

der uch übel tud, ich nemen ime daz leben.c 
Aber sprang Rizhart 
von Normandyen unverfart, 
er sprach: »Herre bischofif Tulpin, 
B786 ich wil in uwer hulfifen sin, 
ich wil uch stan beneben, 
der uch ubels dut, ich nem im das leben.« 
Aber sprank Dunamel von Roynyer, 
mit ime Bertram und Rizier, 
5740 sie sprachen: »Herre Tulpin, 
wir woUent in uwer hilfif sin, 
wir wollen uch stan beneben, 
der uch ubels dut, wir nemen im daz leben.« 
Aber sprang von Genefen schyer 
5746 Olyvier, der grave fyer, 

er sprach: »Herre bischofif Tulpin, 
ich wil in uwer hilfif sin, 
ich wil uch stan beneben, 
der uch ubels tud, ich neme ime sin leben.« 
5760 Rolant was da nit zu gebeten, 

* 

5721 Burgundien. 5731 88 B. 5735 hilffen. 5738 Royi 
5740 sprach A. 



167 

nochdaan sprang er über mit den 
und sprach : *Herre bbchoff TulpiD, 
ich wi! uwer helffer sia.t 
Da sprach Karle, der tegeti fin : 
. »Ja, Rolant, lieber uefe myn, 
han ich es «o bestadet nn, 
das ich von kinde hau uch 
gehalten in mynem hoff 
mit grofien eren und lobe, 

> und ba» uch, nefc Rolant, 
gemacht wjt bekant 

nnd dami den besten ritter niiti 

der da ist in der cristenheit? 

Zu dieser not so wotlent ir 
t be^ben mich, des dunket mir.< 

Rolant sprach, der kone diet: 

*Berre konif^, ich enm^ es nit. 

Ir mogent es uch wol schämen, konig gut; 

ja sint sie nit uwer fleisch und blut? 
» Wollent sie uch helffen. die vier herren, 

uch «nmag niemants schaden, noch irren, 

Moder got, uns«r herre, allein, 

weder gro&, noch klein.« 

Da sprach der konig wise: 

► »Wie radent ir, Fauke von Parys ? 
Wil ich niyner iiwest«r kinder 
beide nie«.-, noch myndvr 

hüten gan und uff banden sao 

amb scbax, den ich bringen sott dan?« 

• Fanke antwort und löge: 
»Des sint ir selber wise gnng. 
Eatsehent ir nit uwer hohe mag, 
da ir mit soltent haben läge, 

in gao in uwem rerholen rat 

• bejde fhi und spat, 

m not mit wap«t befan 



»TUa 



&77S Patuk. S79I tOB A. 



168 

und dem bischoff in hulff gestan. 

Man solt sagen, bj caritaten, 

ir forchtent sie und dorsten es nit laten 
&790 durch bezwang von Iren magen, 

herre, diß endorffent ir micb nit fragen. c 

Do antwort der konig dar : « 

»By got, Fauke, ir sagent ware.€ 

Der konig swur einen eyt, 
6795 er war im dar nach gar leyt, 

er swur dar vil schone 

by siner königlichen kröne, 

das er siner swester kinder 

weder mee, noch mynder 
6800 nummer mee ließ verdingen 

umb aUes, das sie mochten bringen. 

Her umb zomt Ogyer, der starke, 

Gotfryts kind von Dennemark, 

vort sprang der grave dar 
W06 und greiff Fauken by dem har, 

sin swert hat er verhaben 

und hat ime sin heupt abe geslagen. 

Da sprach der stark Ogyer, 

der grave kune und fier: 
ft8io »Zweywerb hastu gesprochen also 

dinen willen zu punten so.« 

Vor sprang er zu haut 

und den dryen herren ir hend embant. 

Da sprach Tulpin da über all: 
6816 »Nu wollen wir sehen, wer sie henken sal.« 

Da sprach Karle, der konig rieht: 

»Herre bischoff, sezent ir uch wider michPc 

Da sprach Tulpin, der kone diet: 

»By got, herre, neyn ich nit! 
M20 By dem guten sant Dyonise, 



5787 hilff. 5789 laten mit versetzungszeicheii, am rande laßen 
5793 Fauck. 5795 ward. 5797 89 ß. 5802 her' A. 5803 Gottf 
5805 hare. 



^^r ^^^^H 


woltent ir verleuken einiger wise . ^^^^^^^| 


off Juden oder nff Sarrazin, ^^^^^^^^H 


ich wil uch helffen mit deu krefften myn, ^^^^^^^^^| 


da ml ich by ucb zu foreu ^^^^^^^| 


uai Ij-den lejt nnd auch zoren, ^^^^^^^| 


ifs wil ich zu male berejt ^^^^^^^| 


■n, BO wie es mir darnnch get.« ^^^^^^^| 


Karle ontwort dem bischoff do, ^^^^^^^| 


wia der ime woU sprechen zu ^^^^^^^^^H 


des laEen nit, v^^^^^^^| 


iras mir darnach gescbiet, ^^^^^^^H 


ich wil myner swester kint also getan ^^^^^^^H 


nn tun heaken sonder wan I^^^^^^^H 


Bnd vernawen myn aere, ^^^^^^^^^H 


ich mag mich erfreuwen iiummermer; ^^^^^^^^^^1 


ich wil sie zur galgen leiten taD ^^^^^^^^^| 


mit myDen knechten und garsone; ^^^^^^^^^H 


ab einen großen alag mag er alan, ^^^^^^^^^| 


der ni« rittet wart getan, i^^^^^^^H 


•li der Wappen hat ^^^^^^^H 


las weyfi ich wol sonder ^^^^^^^H 


Da iprach RoUnt vil friachlich ^^^^^H 


■Seaent ir uwer knecht wider mich?« ^^^^^^^H 


„In obelem mut bat der tegeu i^^^^^^^| 


Dareotal« nitlicher, das «wert, «rbeben ^^^^^^^H 


u>d nach ejmem knecht geelagen ' t^^^^^^^^H 


vai traff ine wol, als ich uch sagen, 4^^^^^^^^H 


Kcht za den achultern in oben, «^^^^^^^| 


das <!r in« ztirkloben '^^^^^^^1 


daa heupt von dem buch i^^^^^^^H 


»Almw wit don anschin, ^^^^^^^H 


ipraeh Rolant, der tegen riscbticb, ^^^^^^^H 


£b ir wsent wider ^^^^^^^H 


ich wolt sie all mit mfner haut ^^^^^^^H 


vol eraian, by Rant A.mant.« -^^^^^^H 


' w^^^^H 


M Vmät iprach >nl freitlich« getilgt A. 5650 410 A. fi»I^^^H 


^^^^1 


^^^^^k 







170 

Als der konig di£ ersach, 

das er nit geschaffen mag 

synen willen, da pensete er und dacht, 

wie er sich beste gerechen mocht, 

68«o und sprach zu den selben stunden: 
»Herre bischoff, ir dunt groß sunden, 
ir wissent wol zu foren, 
das ich han gesworen 
by myner konglichen krönen, 

6866 das ich sol geben zu lone 
myner swester Ayen kinder, 
das ich sie sol tun henken gynder.' 
Das ist ir recht umb solich dat, 
wann der bruch an ir leben gat. 

6870 Ich bin konig, das got weifi, 
herre byschoff, mynen eyt 
wil ich nit laßen zu nicht bliben, 
auch wie es geet mit dem libe 
von mir und mynen mannen, 

M76 das wil ich bestan danne. 

Nach dem, als ir das wol wissen, 
es solt uch so recht leyt wesen; 
werent ir ein gut man, ir soltent den eit 
helffen halten, wem lieb oder leit.« 

6880 Der bischoff das wider rieff do: 

»Es ist uch anderwerb geschiet also, 
das ir uch versworent, herre, 
darumb achten ichs nit so sere.« 
Der konig antwort gereyt: 

6886 »Das ist, des ich nit enweifi. 
Han ichs getan, das ist mir leyt, 
so dunt mir bessern dann den eyd!< 
>Ja, sprach der bischoff wys, 
by dem guten sant Dyonise, 

M90 uch gedenket des vil schone, 
das ir swuren by uwer kröne, 

♦ 

5863 90 B. 5876 wissent. 



171 

das ir Amjse, den Olynden, 

wolten ihun henken zu wynde, 

wan der stolze d^en 
w by uwer tochter hatt gelegen; 

nu hant ir so liep den mann 

omb das, das er so wol dienen kan, 

des weiß ich wol die warheit, 

das er sie nam durch ir Schönheit, c 
M Da sprach der konig riche: 

»Ich verbieten uch werlich, 

gene mich zu plejten und dingen, 

ich wil mich nit wider uch mengen, 

ir sollen mir enwenden myn kröne 
oi mit uwem worten vU schone.« 

Da sprach Rolant: »By lieber lade, 

woUent ir thun mynen rat, 

so soUent ir diese dry herren 

in den kerker wider thnn keren 
10 und la&ent sie leben noch zwaren 

und sie biß morgen sparen. 

Hye enbynnen solfent ir uch beraden 

by guter lieber laden, 

ob got wil, in uwem mut 
ift das es sol kommen all acu gut.« 

Karle der antwort do: 

»Bolant, ich sol thun also.« 

Nu det sie thun der konig wys 

wider in den kerker leiden zu Parys. 
» Nu lafien ich too diesen blyb«D 

und wil Ton Malegy» Hcbribeo. 

Als difi kam vor die mitt^marbt. 

großer trost wart d^n drreo b«rr<ni braebt, 

da lieff und ract M^lcg}« 
» Tor die bürg zu Parr». 

By den wortec. d:*? *rr kpnch da ufrwu 

det er die pforuwi ^1 *rts*AjA0fti^ 

S0O4 knm. yXjft Tcrun A. y^lt twmmm. Wißt 411 4. 
7 



172 

die bmgk fiel zu tale, 

Malegys lieff in den sale. * 

59S0 So lang lieff er, das er vernam 

und zu dem kerker gegangen kam. 

By den worten, die er da sprach, 

der kerker gegen im uff brach. 

Vort lieff er, bys er vernam 
6986 und in den kerker kam. 

Die wort, die er sprach stiU, 

daten entsUeßen die ryng. 

Da sprach der stolz Adelart, 

der koner was dann ein lebart: 
6M0 »Ach, Reinolt, lieber bruder kune, 

nu meynt uns der konig zu verdon!« 

Da sprach Rizhart zu foren: 

»Ach, Reynolt, wie haut ir uns verloren Ic 

Alsus begunden die jnngherm zu karmen. 
SMS Mal^ys begunt es sere erbarmen, 

do er difi hört und sieht, 

er sprach zu ine: »Entsehent uch nit, 

in rechten truwen ich machen es uch wys, 

ich bin uwer ohem Mal^ys.« 
MM Da sprach Adelhart, der degen fry: 

»Ohem, unser leben stet an dy 

nehst got, unserm herren von dem paradise; 

gnadent, ohem, wir bitens uch in truwelicher wise.« 

Da sprach zu ine Mal^ys: 
5W5 Ar herren, des sint gewys, 

ich wil uch leiden u& dem kerker stein 

und von Parys al gemeyn.« 

By der haut hat er sie genommen 

und ist mit ine ug kommen. 
6M0 Da leyt er sie in dieser wise 

über die brück von Parys 

und sprach zu ine da vil sane: 

»Ir herren, ich hau übel getan, 

5929 91 B. 5948 yje A, wise B. 



178 

das ich sonder urlob wil gan 

des koniges; ir sollent hie stan, 

ich wil nrlob nemen gan 

ane zwivel und sonder wan; 

als helff mir got, ane urlob 

scheiden ich nit von des konigs hofe.« 

Da sprach zu ime Adelhart yil sane: 

>Lieber ohem, neyn, laßent uns gan; 

des bin ich sicher und gewiß, 

er geb uch nit urlob unib all Parys.c 

Malegys antwort vil getan: 

»Ich wil ummer urlob neramen gan 

zu dem konig sonder wan, 

and ir mu&ent hie so lang stan.« 

Malegys ließ stan die herren, 

die bliben da,' und er sol keren 

und gan zu der kammem inn 

zu dem konig mit gutem synn. 

Mal^^s ging, da er vemam 

und zu dem konig in die kammer kam, 

sonder eynich ander wett 

ging er syzen vor des kongs bett. 

»Herre, sprach Malegys, 

ein tegen kone und wise, 

got, der es wol vermag, 

der gebe uch, kong, gut gelag; 

der sufie got mufi uch bewaren 

und uwer lip mit eren sparen 

und lang dar zu ze leben, 

das ir got mnssent geben 

ein schone sele dar na 

und mit ime zu komen dar 

in das hymmelrich hie oben, 

da die engel got loben.« 

Noch sprach er mer nach diser lere: 

»Ich han myn dry nefen, herre, 

M86 412 A. 5»dS 92 B. 



174 



6000 u& dem kerker genommen, 

es gee uch zu schaden oder zu frommen, 

sie stant, des synt sicher und gewiß, 

vor der brücken zu Parys. 

Herre, wollent ir mir urlob geben, 
•006 das got uwer seien muß pfl^en, 

als uwers lebens nit mee en ist, 

ir solt des wesen aU gewyß. 

ich wolt sie leiden offenbare, 

da iglicher willkommen were, 
6010 in irm castel zu Montelbane, 

da sie niemant forchten dann 

got von hymmelrich; 

das ist war sicherlich, 

by dem guten sant Ändrese, 
6016 sie geben umb uch nit ein fese.« 

Als diß gesprach Malegys, der fier, 

der konig kerte sich umb schier, 

die äugen er uff slug, 

uff Malegys er sie vertrug, 
6020 Karle sprach mit süßem synn: 

»Mal^ys, süße mynn, 

tu da mit dinen will 

beide offembar und still.« 

Ich wiste nie slaffenden mann, 
«026 der so wol antworten kan. 

Da ging Malegys zu heupt wert, 

da sach er die kröne xmd das swert, 

das swert nam er vil balde 

und lacht es an eyn syten behalten, 
6o?o das es der konig mit sinen magen 

nit konde fynden in vierzig tagen. 

Da det zu hand der zeuberer 

zu den jungherren eyn kere 

und fürte sie vil balde 



6001 fir8mmen. 6006 lebent A. 6008 offenbar. 6010 Montelbf 
6023 stille. 6028 bald. 



175 

so irem bruder ßeinalde. 
Als El«inolt ain bruder swh, 
wjn hurz erlucht im &\s der togh. 
Die Herren füren ir fart 
idft hyne zu Mont^ban wart, 
Nu lau ich dise rede verlyben. 
, horent vort von dem konig achrib«n ! 
'Der Ug b^i^d 1 nebten da, 
Karle igocht nit mee sladen so, 
ibt der konig uberkoreu, 
Ualegys waa' kommen vore 

in syn tranme, 
er großen gaume, 
er ein gefangen genommen 
^t nnd dar wer kommen, 
im batt er vil gro&en zom, 
lu er HJe batt verlorn. 
Mit dem hat sich der konjg gut 
alleiD gekteydet und geschuet 
Ud lieff, biÜ das er vemaui, 
■• dem kerker das er kam, 
itmd faot dun wyt offen stsn, 
Nnd die gefangen waren nä gan. 
Vil xomig wart der herre 
■nb sin gefangen sere. 
Als wider kerte der konig 
Md zn Hiner kamem er in ging, 
tkni «dein lante bemi gut 
Ikwn Holant in ain getaut 
tmd ipiacb zu ime mit deseni: 
»Zu guter zyt mu^nt ir uff wesen; 
}üi waat neb sycber bereytcn 
liett gebolffen ucli cleyden 
■chabeu.t Er opracb: >Neyn, ich nit, 
ist ailB ander ding geachyt. 



In IbirttkIdB. 



Ü hien. C055 413 A. iOdl B 



176 

6070 Verstände, was ich uch sage 

und was ich nch vor lege! 

zu nacht, da ich lag 

uff mynem bett und slaffes pflag, 
* da kam mir aldar zu foren 
•076 der diep Malegjs verkoren, 

in mynem träume ducht mich, 

das er sprach: »Eonig rieh, 

ich han die jungherren rein 

genonmien u£ uwerm kerker steine, 
0080 und bat mich sonder wan, 

das ich sie Heße gan 

in das castell zu Montelban, 

sonder zwyfel und wan 

sie geben umb mich in keiner wise 
•086 groß, noch klein, sprach Mal^^. 

Mich ducht, das ich ine sach 

uff mynem bete, da ich lag, 

und das ich ime gebe myne urlob 

mit den luten zu rumen den hof. 
•000 Da sach ich ine mit mynen äugen 

in der kamem gan, ich mußt vertaugen, 

da nam er mit der selben fart 

min kröne und myn swert 

und det es in sin behalt also doch. 
•006 Mir enhelffe got, ich wil wenen noch, 

das ich alles des nummermer 

fynden möge, by unser ere.€ 

Da antwort ime Ilolant: 

»By dem guten sant Amant, 
•100 ir haut unrecht, verwißt irs ime, 

und ich auch des wol sicher bin, 

als von dem rauwe, des ir gewagent 

und darumb ir alsus clagent, 

in dem das ir im gabent urlob 
•106 mit uwerm willen zu rumen den hoff.c 

6073 slaffens. 6080 won. 6098 antwolt [1] A. 



177 

D» sprach Karl«: >Wei& got, 

riati nefe, titi machent ir iiwern spot; 
Becfat«nt ir wol einbpren, 
ir mit mir icht hielten uwem schem gern.« 
I Hit dieser wile und dieser zaie 

kftiu ein bot in den stde. 

Der konig sprach zu hant alldar: 

ȧy got, una koniment nuwe mer.< 
' Da atttwort Bolant tya : 
'*Qai mere raupen wilkome siu.« 

Uit diaer zale und diesem geding 

kam der bot vor den konig geryng. 
' »Herre, sprach der t^gen, 
I Ak von Eolen sint bellen. 

tJch dat gru^n die stat sonder nyd 

Ton CoIen und die herren mit, 

▼ort grüßt uch der konig von Colwi wys, 
^nch, konig von Paryse, 
fnnd dut uch zu wissen, das bekennent, 
I dM ir ime Rüccineii sendent. 
t Dont ir des nit, sonder wan 
I er muß daz uff geben one einicfa wider aan.« 

Da sprach Karle, der wrgant : 
i »Sofier nefe Rolant, 

broit und belfft Kolea, der «tat wol bekant, 

frier mann gebe ich ach mit zu hant.« 

■BoUat bot in sinem rat, 
'■im er ä gern det drat. 

. Da iprach OlTTter, drr kooc di«i : 

•Za Colm en (arm ir alleto nit, 

idi ao) mit aeb, by »at Johan. 

Biit driaaig hnnftert rnjiter maaii.« 




>^)m apiwek im gi«n Ogy«*, 



«Mi VW fM 4. «tt • 



178 

der kone was und fier: 

»Rolant, by dem guten tag, 

beide mit mannen und mag 

wil ich mit ach zu Kolen faren, 
«146 des wil ich des nit emberen, 

mit zwein schonen scharen 

von achtzehenhundert mannen zwaren.€ 

Rolant was der rede snel, als er sol: 

»Got Ion es uch, herre, ir sagent wol; 
6160 nochdann wil ich sye mit gewalt 

sehen lodieren in dem feit.« 

Da begunden die landes herren 

wider zu der herberg keren. 

Der da erst u& fuer, das waz Olyvier, 
6166 der stolz was, stark und fier, 

der kam mit eren, als er wol kan, 

mit drissighundert siner mann 

und für uff dem feld grün und schone 

uff slahen zelten und pauwelone. 
•160 Bynnen des was Karle, der d^en, 

und Rolant zu dem pallast gel^^n. 

Do sprach der konig: >Nefe Rolant, 

merkent, was ich uch tun bekant, 

sehent ir ein schone schare, 
6166 got neme ir selber wäre, 

sie haut einen guten herren mit, 

got der sy in irm geleyt!« 

Bynnen des des zoch uß der grave Ogyer, 

der kone was und vier, 
6170 mit einer schönen scharen, 

mit .xviij*'. mannen zwaren, 

imd snewiß halsberg an 

hatt da yglich edel man, 

und foren mit gewalt 
6176 da loderen uff dem feit stolt. 



6158 schon. 6160 Vnder des. 6164 schar. 6166 herre 
6168 des das. 6171 sware. 6172 ane. 



179 

Da sprach Karle, der konig: 

»Rolant, gewerlich ding, 

seheni nu zwo schone scharen, 

got mofi sie wol bewaren, 

sie hant aach eynen guten herren darzu, 

got geleyt sie fort roee also!« 

Damach für Dunemals her, 

ein t^en kone und fier, 

und mit ime zwaren 

achtzehen himdert mann mit einer scharen. 

>Got mufi sie bewaren, 

wo das sie hin faren, 

sie hant ein guten herren mit, 

got muß sin in irm geleyt!« 

Do gieng Rolant mit gewalt zu hant 

uß Parys spacieren uff das lant. 

Des morgens ryden sie ir fart 

und füren hin zu Kolen wart 

80 lang, das sie vemamen 

und vor Kolen kamen, 

da sie zu denselben stunden 

der Sarrazyn vil funden. 

Do det Rolant faren 

sin heer vil wyt scharen. 

Da war aldar ein groß geleuff, 

das heer schoß all über einen hauff, 

der schympff wart gar groß, 

manig man bleyb da dot, 

da was angst und groß not, 

das feit begont sich ferliea rot, 

das blut lieff nvder ru tale 

gelich eym rivier fall. 

Dang habe got! die .Sarrazine 

hatten da die meisten pine. 

In dem blut mocht man wol waden dar, 

188 hme 6193 £*5 B. 6198 4U JL «207 faU. 6208 
ia. 

J2* 



172 

I 

die bmgk fiel zii tale, 

Mal^ys lieff in den sale. * 

6980 So lang lieflF er, das er vernam 

und zu dem kerker gegangen kam. 

By den worten, die er da sprach, 

der kerker gegen im uflF brach. 

Vort lieflF er, bys er vernam 
fi»86 und in den kerker kam. 

Die wort, die er sprach stiU, 

daten entsließen die ryng. 

Da sprach der stolz Adelart, 

der koner was dann ein lebart: 
6940 »Ach, Beinolt, lieber bruder kune, 

nu meynt uns der konig zu verdonic 

Da sprach Bizhart zu foren : 

»Ach, Reynolt, wie haut ir uns verloren Ic 

Alsus begunden die jungherm zu karmen. 
6M6 Mal^ys begunt es sere erbarmen, 

do er difi hört und sieht, 

er sprach zu ine: »Entsehent uch nit, 

in rechten truwen ich machen es uch wys, 

ich bin uwer ohem Malegys.« 
6»6o Da sprach Adelhart, der degen fry : 

»Ohem, unser leben stet an dy 

nehst got, unserm herren von dem paradise; 

gnadent, ohem, wir bitens uch in truwelicher wise-c 

Da sprach zu ine Malegys: 
6966 »Ir herren, des sint gewys, 

ich wil uch leiden uß dem kerker stein 

imd von Parys al gemeyn.c 

By der haut hat er sie genommen 

und ist mit ine u& kommen. 
6960 Da leyt er sie in dieser wise 

über die brück von Parys 

imd sprach zu ine da vil sane: 

»Ir herren, ich hau übel getan, 

5929 91 B. 5948 vys A, wise B. 



177 

Do sprach Karle: »Weiß got, 
Rolant, nefe, nu machent ir uwem spot; 
des mochtent ir wol emberen, 
das ir mit mir icht hielten uwem scherz gem.« 
«w Mit dieser wile und dieser zale 
kam ein bot in den sale. 
Der konig sprach zu haut alldar: 
>By got, uns komment nuwe mer.« 
Da anirwort Rolant fyn : 
"» »Gut mere mußen wilkome sin.« 
Mit diaer zale und diesem geding 
^ der bot vor den konig geryng. 
»Herre, sprach der tegen, 
die von Kolen sint belegen. 
•** Uch dut gml»en die stat sonder nyd 
▼on Colen und die herren mit, 
vort grüßt uch der konig von Colen wys, 
-Uch, konig von Paryse, 
^^d dvit uch zu wissen, das bekennent, 
^ ii" ime süccines sendent. 
*^nt ir des nit, sonder wan 
^ mnß daz ufiF geben one einich wider san.« 
"^ sprach Karle, der wygant: 
^®^ßer nefe Rolant, 

^^"'^^t und helfft Kolen, der stat wol bekant, 
^»- mann gebe ich uch mit zu hanU 
V^^^nt fant in sinem rat, 
!p^ er es gern det drat. 
t& »^ sprach Olyvier, der kone diet: 
• ^^ Colen en faren ir allein nit, 
7^ 8ol mit uch, by sant Johan, 
^ drissig hundert myner mann.« 
^^lant was der wort snell: 
,^ot lone es uch, ir sagent wel.« 
^^ sprach der grave Ogyer, 



lio 



c«^ 



*^* ^ 6127 94 B. 

***^ 12 



178 

der kone was und fier: 

»Rolant, by dem guten tag, 

beide mit mannen und mag 

wil ich mit uch zu Eolen faren, 
8146 des wil ich des nit emberen, 

mit zwein schonen scharen 

Yon achtzehenhundert mannen zwaren.€ 

Rolant was der rede snel, als er sol: 

>Oot Ion es uch, herre, ir sagent wol; 
8160 nochdann wil ich sye mit gewalt 

sehen lodieren in dem felt.€ 

Da begunden die landes herren 

wider zu der herberg keren. 

Der da erst u& fuer, das waz Olyvier, 
6166 der stolz was, stark und fier, 

der kam mit eren, als er wol kan, 

mit drissighundert siner mann 

und für ufP dem feld grün und schone 

uff slahen zelten und pauwelone. 
•160 Bynnen des was Karle, der degen, 

und Rolant zu dem pallast gelegen. 

Do sprach der konig: >Nefe Rolant, 

merkent, was ich uch tun bekant, 

sehent ir ein schone schare, 
6166 got neme ir selber wäre, 

sie hant einen guten herren mit, 

got der sy in irm geleyt!« 

Bynnen des des zoch uß der grave Ogyer, 

der kone was und vier, 
6170 mit einer schönen scharen, 

mit .xyiij°. mannen zwaren, 

und snewiß halsberg an 

hatt da yglich edel man, 

und foren mit gewalt 
6176 da loderen uff dem feit stolt. 



6158 Bchon. 6160 Vnder des. 6164 scbar. 6166 berre 
6168 des das. 6171 zware. 6172 ane. 



► 



Da Bpncb Karle, der koiiig: 
Rolont, gewer Lieh ding, 
•elunt nu zwo schone scharen, 
malt sie wol bew&ren, 

aach eynen gut«n herren darzu, 

sie fort raee aUo!< 
für Dunemab her, 
kone und fier, 
id mit ime zwaren 

len hundert tnaun mit eiuär scharen. 
Got muß sie be waren, 
wo da« sie hin faren, 
sie bant ein guten herren mit, 
got muü sin in irm geleytlt 
Xki gieng Rolant mit gewalt zu hant 
u& Parjs spacieren uff das lant. 
Dn morgens rjrden sie ir fart 
und fnruD hin zu Holen wart 
BD lang, das sie remamen 
tind vor Kolen kamen, 
da itie zu denselben stunden 
der Sarrazjn vil funden. 
Bo det Rolant faren 
■in h<'er vil wyt scharen. 
Da war aldar ein grotj geleutf, 

heer »choß all über einen bauff. 
der Bchj-mpff wart gar groü, 
Dan bleyb da dot, 
waa angst utid groü not, 
> Mt begout sich ferben rot, 
I btat liefi* nyder -zu tale 
ich eym riTier fall. 

habe got! die Sarrazine 
da die meisten pine. 
dem bint mocht man wol wadeii dar, 

6103 ab B. Ö198 415 A. «207 f&le. 



176 

6070 Verstände, was icb uch sage 

und was ich uch vor lege! 

zu nacht, da ich lag 

uff mynem bett und slaffes pflag, 
* da kam mir aldar zu foren 
eo76 der diep Malegys verkoren, 

in mynem träume ducht mich, 

das er sprach: »Eonig rieh, 

ich han die jungherren rein 

genonunen uß uwerm kerker steine, 
6080 und bat mich sonder wan, 

das ich sie ließe gan 

in das castell zu Montelban, 

sonder zwyfel und wan 

sie geben umb mich in keiner wise 
6086 groß, noch klein, sprach Malegys. 

Mich ducht, das ich ine sach 

uff mynem bete, da ich lag, 

und das ich ime gebe myne urlob 

mit den luten zu rumen den hof. 
6090 Da sach ich ine mit mynen äugen 

in der kamem gan, ich mußt vertaugen, 

da nam er mit der selben fart 

min kröne und myn swert 

und det es in sin behalt also doch. 
6096 Mir enhelffe got, ich wil wenen noch, 

das ich alles des nummermer 

^nden möge, by unser ere.c 

Da antwort ime Rolant: 

>By dem guten sant Amant, 
6100 ir haut unrecht, verwißt irs ime, 

und ich auch des wol sicher bin, 

als von dem rauwe, des ir gewagent 

und darumb ir alsus clagent, 

in dem das ir im gabent urlob 
6106 mit uwerm willen zu rumen den hoff.c 

6073 slaffenfl. 6080 won. 6098 antwolt [I] A. 



177 

Do sprach Karle: »Wei& got, 

Bolant, nefe, nu raachent ir uwern Hpot; 

ie» mochtent ir wol emberen, 

das ir mit mir ictt hielten uwern scherz gern.« 

Hit dieser wile und dieser zale 

.ksDi ei» l>ot in deu sale. 

2)er konig sprach zu haut alldar: 

»»By got, uns komment nuwe mer.< 

tDa aatwurt Roknt fyn : 

SGnt mere mußeu wilkorae sin.« 

llit diser xale und diesem geding 
' kam der bot vor den konig gerjng. 
' »Herre, sprach der tegeu, 
il^ie Tou Koleo sint belegen. 

Cch dut grutien die stat sonder nyd 

Ton Colen und die herren mit, 

Tort grüßt uch der kunig von Colen wys, 

.nch, konig von Paryse, 

und dut nch zu wissen, das bekeiinent, 

daa ir ime sQcctnes sendent. 

Dont ir des nit, sonder wan 

er mnü daz uff geben one einieb wider aan.< 

Da Mpnich Karle, der wygaiit : 

>Saäer nefe Etolant, 

brent und helfft Kolen, der etat wol bekant, 

rier mann gebe ich nch mit zu baut.« 

BoUnt ftuit in sinem rat, 

'iu er es gern det drat. 

Dft sprach Olyrier, dtr kone diet: 

»Zu Colen en faren ir allein nit, 

ich sol mit uch, by sant Johau, 

mit drissig hundert myner nianti.c 

iBoUnt was der wort snell: 

»Got lone es uch, ir sagent weL* 

D» sprach der grave Ogyer, 



8118 D 



6122 T 



6125 



178 

der kone was und fier: 

»Rolant, by dem guten tag, 

beide mit mannen und mag 

wil ich mit uch zu Eolen faren, 
6H6 des wil ich des nit emberen, 

mit zwein schonen scharen 

Yon achtzehenhundert mannen zwaren.€ 

Rolant was der rede snel, als er sol: 

>Oot Ion es uch, herre, ir sagent wol; 
8160 nochdann wil ich sye mit gewalt 

sehen lodieren in dem felt.c 

Da begunden die landes herren 

wider zu der herberg keren. 

Der da erst u& fuer, das waz Olyvier, 
6166 der stolz was, stark und fier, 

der kam mit eren, als er wol kan, 

mit drissighundert siner mann 

und für uff dem feld grün und schone 

uff slahen zelten und pauwelone. 
•160 Bynnen des was Karle, der degen, 

und Rolant zu dem pallast gelegen. 

Do sprach der konig: >Nefe Rolant, 

merkent, was ich uch tun bekant, 

sehent ir ein schone schare, 
6166 got neme ir selber wäre, 

sie hant einen guten herren mit, 

got der sy in irm geleyt!« 

Bynnen des des zoch uß der grave Ogyer, 

der kone was und vier, 
6170 mit einer schönen scharen, 

mit .xviij". mannen zwaren, 

und snewiß halsberg an 

hatt da yglich edel man, 

und foren mit gewalt 
6176 da loderen uff dem feit stolt. 



6158 Bchon. 6160 Vnder des. 6164 schar. 6166 herri 
6168 des das. 6171 zware. 6172 ane. 



188 

and wil sie dem konen degen 

yierfaltig mit golt wegen; 
M» das ors, das da bafi mag laufPen, 

das i^il der rieh konig kanffen 

and geben es sjm nefen Rolant, 

dem edeln und konen wigant, 

and sal da uch damit bezwyngen, 
M* moht er es also Yolbringen.t 

AJs Beinolt difi vemam, 

er iprart zornig und gram 

luid sprach: »Was sagestn res? 

(Sennert mustu wesen des! 
•*•• Wo 8olt der konig gemeyn 

^den mögen einen frene, 

d®i" Beyart mocht vor springen? 

*^^B enmag er nit volbringen, 

^^^ 8oI niemant mögen sehen, 
*** ^^ easol auch nit geschehen, 
•P^'Äch Beinolt, ein tegen wys, 
*« lidff mir sant Djonise! 
-^^^tt mirs myn ohem Malegys, 
*^ '^nl ich faren zu Parise, 
'^^t syme rat wil ich vysieren, 
*a« ich die kröne wil ?alengi;ren, 
^^^ wil sie dann bringen mit 
'^^^^ her by guter warheit.€ 
^^'•i dieser selben zale 
-• ^_ Malegys kommen in den sale. 

^i^olt sprach: »Ohem, thunt wol und horent 
^'^^•enig nach myner zale und nit enzoment 
^^Ä. machent mir kunt und wise. 
^^^*^e kompt ein bode von Parys 
^^^ s&get, das der konig gut 
"^"^^ bann kreyeren dut 
^^^^ sin mark alle, 

^^ ^7 B. 6339 Pari«. 6842 417 A. 6343 herre mit gut«. 



170 

Als der konig di£ ersach, 

das er nit geschaffen mag 

synen willen, da pensete er und dacht, 

wie er sich beste gerechen mocht, 

6860 und sprach zu den selben stunden : 
»Herre bischoff, ir dunt groß sunden, 
ir wissent wol zu foren, 
das ich han gesworen 
by myner konglichen krönen, 

5866 das ich sol geben zu lone 
myner swester Ayen kinder, 
das ich sie sol tun henken gynder.' 
Das ist ir recht umb solich dat, 
wann der bruch an ir leben gat. 

6870 Ich bin konig, das got weiß, 
herre byschoff, mjmen eyt 
wil ich nit laßen zu nicht bliben, 
auch wie es geet mit dem libe 
von mir und mynen mannen, 

5876 das wil ich bestan danne. 

Nach dem, als ir das wol wissen, 
es solt uch so recht leyt wesen; 
werent ir ein gut man, ir soltent den eit 
helffen halten, wem lieb oder leit.€ 

6880 Der bischoff das wider rieff do: 

>Es ist uch anderwerb geschiet also, 
das ir uch versworent, herre, 
darumb achten ichs nit so sere.€ 
Der konig antwort gereyt: 

5886 >Das ist, des ich nit enweiß. 
Han ichs getan, das ist mir leyt, 
so dunt mir bessern dann den eyd!« 
>Ja, sprach der bischoff wys, 
by dem guten sant Dyonise, 

5890 uch gedenket des vil schone, 
das ir swuren by uwer kröne, 

5863 90 B. 5876 wissent. 



185 



lea hundert, by sant, Johann, 
abentare, ob es ging £u dem boeen rode, 
man den pongis uff uns det, 

das sie ans zu staden mögen komen, 

SD fortel und zu frommen.' 

Alsus det alles Reinolt, 

das tme riet sin obem stott, 

Ualegjrs, der listig fronde, 

als den genen, den es dar etonde. 

Reinolt det breideln gerynglich 

B^yart und sadeln dem gelich, ' 

als einer, der bestelt ain fart, 

m ryten gegen Parys wart. 

Mit yle sie uff safieu da 

und fiiren die recht strass also, 

bi& das sie vernamen, 

das sie zu Orligens kamen. 

Til bnrger each man dar stau, 

die b^ndeu fragen an, 

wer die ritter wereu, 

die da kamen get'aren. 

Da fragt Mftlegys also 

umb die beste herberg do. 

Mao «ol ime zu kurzen zydeo 

wiaeo, dar sie mochten ryden 

u der herberg in die beste 

Toa aller der guten stat rest. 

Za hant zogen sie dar wart. 

A.ls sie kamen zu der fart, 

bjmieD des det Malegys, der wise. 

keuBen die beste apyse. 

Das buch sagt all sonder wan, 

die tpise was bereyt vil sane, 

die tafeln ging man richten 

beide garsooe und die knechten ; 



172 

die brugk fiel zii tale, 

Malegys lieff in den sale. * 

B980 So lang lieflf er, das er vernam 

und zu dem kerker gegangen kam. 

By den worten, die er da sprach, 

der kerker gegen im uflf brach. 

Vort lieff er, bys er vernam 
6986 und in den kerker kam. 

Die wort, die er sprach still, 

daten entsließen die ryng. 

Da sprach der stolz Adelart, 

der koner was dann ein lebart: 
6940 »Ach, Reinolt, lieber bruder kune, 

nu meynt uns der konig zu verdonic 

Da sprach Rizhart zu foren : 

»Ach, Rejmolt, wie haut ir uns verloren Ic 

Alsus begunden die jungherm zu karmen. 
6M6 Mal^^s begunt es sere erbarmen, 

do er diß hört und sieht, 

er sprach zu ine: »Entsehent uch nit, 

in rechten tmwen ich machen es uch wys, 

ich bin uwer ohem Malegys. c 
6960 Da sprach Adelhart, der degen fry : 

»Ohem, unser leben stet an dy 

nehst got, unserm herren von dem paradise; 

gnadent, ohem, wir bitens uch in truwelicher wiae-c 

Da sprach zu ine Malegys: 
6966 »Ir herren, des sint gewys, 

ich wil uch leiden uß dem kerker stein 

imd von Parys al gemejm.« 

By der haut hat er sie genommen 

und ist mit ine uß kommen. 
6960 Da leyt er sie in dieser >vise 

über die brück von Parys 

imd sprach zu ine da vil sane: 

»Ir herren, ich han übel getan, 

5929 91 B. 5948 vys A, wise B. 



187- 

MM und smyrt ine mit dem ding, 
dtts er mit ime dar det bringen. 
Der swarz was als ein rabe an, 
der wart wifi als ein swan. 
Darnach sprach Adelhart : ^ 
M« »17u sint ir enzeichent, gut Beiart, 
heupt, buch, bein und nalle.« 
Da lachten die bruder alle. 
>Al8o mufi mich got verbogen, 
hett ich dich nit mit mynen ougen 
^'^ gesehen, sprach der herre, 
80 ensolt ich nummermer 
göi'aden, das er were Bejart, 
'^^lÄex wrene in keiner fart.« 
^ sprach Rixhart, der kone: 
•*'» >AI^ hglff nur got yon allem tone, 

"^ Me ist verzeichent Reinolt, 
^7^^ bruder, vil manigfaltc 
^ ^rach Frizhart wol gebom : 
*J» ist niemants, das weiß ich wol zu fom, 
4M der "kennen solte Beyart 
^^^ Reinolt in keiner fart. 
fl^'^'ti ich auch nit gesehen, 
^ "Were mir nummer geschehen, 
i*^ ich Sprech, es were Reinolt, 
^ txo^h Beyart in keyner gestalt.t 
D^ sprach der stolz Malegys: 
»Wir mu£en faren zu Parys.f 
Beinolt det sadeln do 
und bereyt sich, als der ryten wolt fru. 
f^po In einer kurzen wilen von denn 
bat ine ein speher gesehen behende. 
Der verspeher gelaufPen kam 
zu siner herbergen und vemam, 

6465 lint korrigiert aus sehent A. eczeichent AJB, über e- steht 
f^ A. 6467 all. 6468 verhoben. 6469 angen. 6476 enoxeichent 
i^ Ober esc- steht Ter A. 6488 419 A. 



174 



8000 uß dem kerker genommen, 

es gee uch zu schaden oder zu frommen, 

sie stant, des sjnt sicher und gewiß, 

vor der brücken zu Parys. 

Herre, wollent ir mir urlob gehen, 
6005 das got uwer seien muß pflegen, 

als uwers lebens nit mee en ist, 

ir solt des wesen all gewyß, 

ich wolt sie leiden offenbare, 

da iglicher willkommen were, 
6010 in irm castel zu Montelbane, 

da sie niemant forchten dann 

got von hymmelrich; 

das ist war sicherlich, 

by dem guten sant Andrese, 
6016 sie geben umb uch nit ein fese.c 

Als diß gesprach Malegys, der fier, 

der konig kerte sich umb schier, 

die äugen er uff slug, 

uff Malegys er sie vertrug, 
6020 Karle sprach mit süßem synn: 

>Malegys, süße mynn, 

tu da mit dinen will 

beide offembar und still. € 

Ich wiste nie slaffenden mann, 
6026 der so wol antworten kan. 

Da ging Malegys zu heupt wert, 

da sach er die kröne und das swert, 

das swert nam er vil balde 

und lacht es an eyn syten behalten, 
6030 das es der konig mit sinen magen 

nit konde fynden in vierzig tagen. 

Da det zu band der zeuberer 

zu den jungherren eyn kere 

und fürte sie vil balde 



6001 {rfimmen. 6006 lebent A. 6008 offenbar. 6010 Montelba 
6023 stille. 6028 bald. 



189 

»Kofi mir gnt geschehen also, 
"^ Vch such ine zu Orrligens, herre, 
Sestern mynder, noch mer, 

\>eyde Rizhart und Frizhart 

Und iren bmder Adelhart 

und den zeuberer Malegys, 
^ des sint sicher und gewifi.€ 

Als der konig difi verstont, 

ime wart betrübt synn und mut, 

da sprach Karle, der degen kone: 

»Was sagent ir hie zu, Fauke von Morlyon? 
»M Das uch got gebe grofi ere, 

Werder konig stavel von beere, 

vier wil ich uch geben zu, 

die all stolz degen sint so, 

und wartent nu vil bald 
iM6 mynes nefen Beinalt 

beyde' in wegen und in walt ; 

sin heupt vil balde 

wil ich uch wider wegen mit rodem golic 

F&uke sprach mit gedacht, 
«60 er det gern darzu sin macht. 

Also hat Fauke, der degen, 

die w^e all belegen; 

es en tuwe got, der uns gebiet, 

durch sin grofi otmodikeit, 
•W6 er mag entryten, noch entgan, 

er werde sicherlich gefan 

und geliefert dem konig 

Ton Frankrich, daz sint wäre ding. 

Da zwischen kam Reinolt und Malegys 
««o vier mylen von Parys 

in einen plane grüne, 

da det sye der Mal^^s kxme 

beiden. Horent, waz er sie begone leren! 

# 

6&80 Orligeiü. 6541 konig stanel. 6549 ffauk. 6551 Faocke. 
558 420 A. 



190 

Er sprach: »All hie ist schone graß, ir herren, 
6566 all hie sollent ir bliben zu diesen zyten, 

Reinolt und ich wollen fürbaß ryten. 

Adelhart, das uch got bewar sere, 

ich machen uch konig stavels von dem here, 

sprach Malegys, der herre ¥rys, 
6670 wir wollen ryten zu Parys, 

ich und uwer bruder Beinolt. 

Zu abenturen sol ich halt 

by mir füren ein hom, 

•ob uns wider für einich zom 
e676 und ob man uff uns det ein pongys, 

so wolt ich das hörn blasen hertlich; 

Adelhart, ob ir das hom vemement, 

das ir uns dann zu helffen komentc 

Adelhart was in guter rede 
•680 und sprach, das er es gern det. 

Alsus sollen die herren zwaren 

zu Parys wert snellich sin gefaren, 

also für Reinolt und Malegys 

in das fordeste ußen Parys. 
6686 Da sprach Malegys, der degen: 

»Was man uch sprichet engegen, 

in brytons sollent ir antworten, 

als ir beste kunnent in kurzen worten.c 

Nach diesen worten ist das geschehen, 
«690 hat ine Fauke von Ferres gesehen, 

uff sin pferd sprang er zu haut, 

die gelene nam er in die hant, 

die stark was und lang. 

In dem ist das geschehen, 
6696 das ine Reinolt, der tegen, hat ersehen, 

da sprach Reinolt, der grave, schier: 

»Ohem Malegys, was thun wir hier? 

Fauke von Morlion, den herre, 

6568 konig stanels. 6569 wyse. 6590 101 R Fandu 
glene. 6596 da] das A. 



191 

h&n ich gesehen mit sinem spere, 
du ist der meyste Baut, 
den ich h&n in diesem lant; 
ohem, wir mulaeii durch uwer er« 
SU anBern gesellen thun ein kere, 

tD<^en wir noch hint mit, guter niub 
tn Parya tyten ein ander strati.« 
Halegys antwort und touge: 

B«inolt, ir sint nit gang 
wite in dieser zale, 

stau ich an ucb wale, 
mag dun von den andern, 
bat er uns hie sehen wandern, 
er solt unaer gesellachait npiheu ; 

len wir dann yerspehet in dem, 
vir mögen kunime entgau, 
Irir wurden geslagen oder gefon. 
pljtent fort und habeut kein fare, 
i'Buui iwl uch, noch Bei&rt zware 
JDogen izunt bekennent nit, 
^o den hären, was uch geschycht; 
id rotten sie mich bekennen waL 
geben ine zu helffen all 
tufel u& der hellen 
Bsd all« sin gesellen.« 
,Dr iporte Fanke bald 
ilinen frene mit sporen von golt 
ind reyt zu Reinolt wert 
krafR und unverfnrt, 
I du di4s ura «rlanfTen movht; 
mit einem fynen gedecht. 
rr das kint entwaiient sach, 
■champt er aich nie »o vil uff «in«D tag 
sere, als er da det, 
■B der teilten «tut 



I WU mochten kum. W20 nicb] Tch. wol. 



192 

ließ er sin glene fallen 
6085 zu der erden nider mit allen. 

Fauke was licht und stark, 

Reinolt ime by dem zäume wart, 

da sprach Fauke da zu foren: 

»Jungherre, wannen sint ir geboren? 
6640 By dem herren, der mir gebot, 

nie ensach ich so schon ein ro& oder so gut, 

sprach Fauke über lange, 

so wol hat es Beyarts gang, 

wer Beyart von solichen hare, 
6646 so wolt ich sagen, das er es wäre.« 

Reinolt, ein t^en ußerkoren, 

sol sich in brytons verantworten zwaren 

und sprach : »Herre, ich bin gebom 

in Britanien hie zuvoren. 
66M Mit recht ist myn or& schon und gut, 

es aß anders nit dann kom und brot, 

das ist ein sicherlich ding. 

Von Britanien waz ich eins greven kint, 

versazt hau ich beide 
6656 pfort'und castell mit, 

mark und hohe lehen, 

die ich von got hatt gemeyn. 

Nu hören ich sagen, das Karle, der edel man, 

hat getan sinen ban 
•e6o über all sine mark schone, 

das er sin königlich kröne 

wil thun füren in den plane 

zwuschen Monmarters und der Seyne, 

so wer sie da mag gewynnen, 
Mtö es sy mit storme oder mit mynnen, 

der konig wil sie losen zwaren 

gegen ime all sonder sparen ; 

das ors, das da beste mag lauffen, 



6642 Fank. 6647 zware. 6649 Brytanien. 6658 Bfytaniei 
6656 102 B. 6662 plan. 



193 

du sol der riebe konig kauffea 
' nnd geben es siuem uefen Rolant, 

das er da mit in iglichem lande 

ito\ zwingen Keinolt, »inen nefäii, 

«b lang, sla er sol leben. 

Wult mir got der abenturen gebengen, 
■ das dieser frene so raocht springen, 

das ich die kröne inocbt gewynneu 

Bunder wider stryt mit mynnea, 

so solt ich losen wol da mit 

beide pforten, kastei und stet.« 
I Da sprach Fauk, der fry: 

>Fnind, aprich franzoya oder pickardye, 

dm» dich g<it verdomen muß 

und sant Maria, die maget sulj, 

diner zale verstau ich nit 

> ffTOÜ oder dein, sprach der diet. 
Fare, der tiifel inu& dich geleiden!« 

Sut gwtchacb die rede zwuschen ine beider 
Dnnaniels was ein koner wygant, 
Malagys er by dem tawtn nani zu hant, 
t im ^nch der U^en u&erktirn: 
• Wannen ist dieser junglierre geborn, 
der enweg ryt davor allein l-*« 
Halegys was ein degen rein, 
er aotwort ime wale 

> in &anzoy8 und schöner zale: 
»Herr«, by dem giit«-ii tag zwaren, 
ia Britanien ist er geboren, 

das ist aicberlich ding, 
er was eines graven kint ; 

> Ter»nzt hat er alle sin »teet, 
pforiPD und kaMtell met, 
mark und groüe leben 

nod was er anders guts hat gemeyn.« 
Da antwort Dnnameb schier: 



MM 4S2 A. 6699 hinweg. 0694 woli-. fi700 *t«tL 



194 

6706 »Wannen kam ime diß Arene, daz schone tier? 

das da ist also ein schone frene, 

so helff mir got von Nazaren, * 

by unserm herren, der mir gebot, 

ich sach noch nie kein ors so gut, 
6710 noch so groß in ejnchem lande; 

so wol hat es Beyarts gang, 

sprach Dunamels, der wygant, 

und den louff sonder wank, 

wer Beyart von solichen hären, 
6715 so wolt ich sagen, das er es wäre.« 

»Herre, sprach Malegys, 

der degen kone und wys, 

by dem herren, der mir gebot, 

mit recht ist es stark, groß und gut, 
67S0 es aß anders nie nit werlich 

dann kom und brot, herre, sicherlich. 

Nu horten wir sagen daran^ 

das Karle, der kone man, 

dut sinen bann kreyeren wyt 
6726 über sin marke in iglicher syde, 

das er vil schone 

sin königlich kröne 

wil thun füren uff den plan 

zwuschen Monmarters und der Seyn, 
6730 da wil sie der edel barone 

uff vier stehe richten thun, 

wer sie da mag gewynnen, 

es sy mit storme oder mit mynnen, 

der konig wil sie losen zwaren 
6736 gegen ime all sonder sparen 

und wil sie dem konen degen 

dann vierfeltig mit golt wegen ; 

das ors, das da dem andern mag vorlauffen, 

das wil der rieh konig kauffen 

6709 vor gat groß getilgt A. 6722 108 B. 6727 kton. 
xQjueii A. 



195 

innd wil es geben ainem liefen H-oland, 
i(r sol da mit in iglitheni lande 
^jDolt mit zwyngen vod Montelhane, 
■Bild darzu all cnstenheit vil aan, 
pWyl. ime gol der eren gannen, 

dfts er die kröne mag gewynnen, 

Ibt joQglierre .wlt da mit 

ioeen pforten, caatel und stet 

Bd vergelten mir balde dann, 

Üb icli ine sieben jar gehalten ban.< 

Dunamels batt der wort spot, 

IT sprach: »Warent ir wise nud gnt? 

Ku sagent, das uch got gebe ere, 

Vysaent ir von Keinolt eynich mere, 

irii»ent ir imt zu sagen von Reynnlt?« 

Kalegys antwort wider gar stolz : 

»Ton R«inolt weiß icli weder groü, ncjcb klein 

10 helff mir got von Nazuren; 

Ml weneii, das er sy binden oder foren 
i,-imd Bol spehe nach des kooigs zoren. 

Baut ir ine lieb, ir nniüent »in warten 

beyde binden und vor gar ungesparten.« 

Nil kam Ibtnamels, der kone, 

Rt Fauke von Morlyon 

md Hpnch: «Wir ban verstan 
rofi dtnumheit sonder wan. 
■s wir dun knuen [i«inolt 

^llea warten in dem wolt; 

Isfa bin sin sicher und gewiü, 

iteiDoU kern nit zu Parys, 

■ocbt er da mit gewynnen prys 

Uoya und Senlys, 

StunH und Orligens 

1 die gut stat Amieus.« 

Tanke antwort dar: 
' got, DiitiaineU, 



sagen t i 



I MoatanMU. 6761 133 A. 



ir] raren. 6767 wult. 



196 

Word er sin gewar zu Montelban Reinolt, 

der kone grave und stolz, 

da mit halten den spot sin 

und sprechen, der degen fyn, 
6780 das er in Frankrich ist entsehen; 

was mocht uns von beschehen.c 

Dunamels antwort dar: 

»By got, Fauk, ir sagent wäre. 

Wir wollen balde mit dieser fart 
6786 ryden zu Parys wart.€ 

Alsus sollen die herren 

wider vor den konig keren. 

Als der konig Fauken sach, 

nu mogent ir hören, wie er sprach, 
e7»o er sprach: »Lieber Fauke suß, 

sagent mir die warheit all uß, 

wie ist es uch ergangen? 

Bringenfir mir Reinolt gefangen ?€ 

Da sprach wider der kone diet: 
6796 »By got, herre, nein ich nit.« 

Dunamels antwort dem konig dar: 

»By got, herre, ir sagent wäre, 

wir hatten bestanden den pfat gut, 

das wir in dieser not 
6800 bestonden zu waren Reinolt 

in wegen und auch in walt; 

mit urlob bin ich des sicher und gewys, 

Reinolt kompt nit zu Parys, 

meinte er auch mit gewynnen Oligenz, 
6806 Stams und Amiens, 

Bloys und Parys 

und die gut stat von Senlys; 

der teden weyß wol zu foren, 

keme er in Frankrich, er wer verloren. c 
6810 Der konig antwort dar: 

»By got, Dunamels, ir sagent war. 

6787 den] der A. 6788 104 B. sah. 



197 



i ut von iiwern nesten magen, 
f nch, das er uch ist entfaren, 
l Karle, der edel barone, 
le wil ich ucli henken thiin.« 
Wn^ sprach Dunamels, der jungherre: 

rat wil ich uch geben schier. 
I Ir sollent alle die pforten besliessen tun, 
I die ^mden ritter und barone 
i aoUent ir all da aßen lauen, 
1>ralie^n, bjr rechter caritateo ; 
vort sollent ir thun sezen dann 
^ vor iglich pfort drissig maa, 
^B die alle sollen wapen tragen, 
^B da sie mit das folk thun s^en ; 
^B ud ob mau Reynolt verneme, 
^■du er ZD eynicher pforten kerne, 
^■'PO soH man ine fahen und byndeu 
^■nod uch, konig, vor uwer fuß senden. 
^m Also kiin uch R«inolt jii kejrner wjs 
V cotrj'ttm von der stat zu Parye, 
Doch entgan in allen »^(«u 
brjrde ferre und auch wyten, 
kompt er her, er wirt gefangen 
I zu Monfaucon erhangen.« 
i sprach Earle, der tegeti : 
KsOuten rat hastu gegeben.« 

i det der kone barone 
Halle die pforten besUelien thun 
||Ud all die froiuden ritter met, 

I dar komeu waren uff die selben stet. 
I iglicher pforten det er dann 
I Ariaaig gewapender mann, 
t der konig wys 
I die pfort«u von Ptkrja. 
ffie lafien ich von dem kong, nu hört 
I RctooU und Mtüegys vort! 



I iJM A. 



Ö84U i 



198 



Nu ist Reinalt und Malegys 

zu der pforten kommeu von Parys. 
6860 Malegys und der jungeling 

rorten an der pforten den ring, 

also saget uns das liet, 

sie klenkten fast, man hört sin nit. 

Und als Malegys gesach, 
6866 das er in die pfort nit komen mag, 

sag er do also gewerte 

von dem orß uflF die ert, 

das heupt er zu eym loch inn stach, 

nu horent, was Malegys da sprach! 
6860 Er sach einen gewappenten mann, 

mit schöner rede ging er in an: 

»Ach got, su&er herre, 

sagent mir die nuwe mere, 

wie ist der konig so dul, 
»866 oder ist die stat so vol, 

das er die pforten dut besliessen 

und alle die fremden rytter lest da nfien ? 

Wenet Karle, der herre reine, 

da inn hau alle die guten frene? 
6870 Neyn er nit, des bin ich gewyß, 

sprach der zeuberer Mal^ys, 

alhie ist noch solich ors ußen ordys, 

es ist besser dann alle, die sint in Parys. c 

Der gute mann antwort sane: 
6876 »Herre, es ist durch Reinolt getan. 

Wissent ir nit zu sagen von ime 

groß oder dein? das macht mich inne.c 

Malegys antwort gaflF: 

»Von Reinolt weiß ich nit ein kaflf; 
«880 ich wenen, er sy binden oder foren 

und spehet umb«des konigs zoren. 

Nu horent fort diesen brieff: 



0848 Reinolt. 6854 105 B. 6861 ane. 6868 nnwen. 68 
rein. 6869 dainnen. 6876 im. 



190 

I dee konigs ere lieff, 
' (lii mit sia ummer tun wart«ii 
beide foren uiid binden Kurt'arten.« 
]□ d«s stund da ein rybalt, 
ävr WBS geheimen TybaH, 
er kant« Reinolt wel, 
(got muß ime werden fei!) 
«r Sprache: >Sach ich Reinolt ye, 
w> wetfi ich wol, das ich ine sihe. 
ah belff mir gut bolt, 
dieser jtmgeling ist R«inult; 
als helff mir sant Marie, 
,;*» difi bat getan Multigys mit siner zeuberv 
difi wi& ors ist Ueynrt, 
«0 mnfi ich faren giite fart.< 
Dm was ein wäre ding, 
Bejart verstont diä ba&, danu ein kint 
WM veratOD mocht in der xjt sicherlich, 
d«8 wart MalegjE vil frolich, 
den forderst«n füg er nff biib 
und Dach dem rybald er »lug 
nnd troff ine mit solicher krafft 
«M Qod mit »olicher mncht 
form uff die brost so sere, 
daa der rybalt gesprach nunim<Tmer 
und ime das herze vil aa 

tin syme libe zu brach alda 
und er dot mit allen 
vor ir fuä kam valleu. 
Nu horent, was da ^«prach schier 
HalaKys, der tegen tier! 
>Waa der tufel das, dieser knecht 
•■« dankt mich Terwüdet sin über recht.« 
Die herren soUea antwort geben: 
>£• ist recht, so uiiiswn wir leben 
mit erea ummer mer; 



eSM Maria. AWl i 



> A «m itiien. 



200 

er hat das orß belögen sere. 
6930 Wie mocht gesin dys Beyart, der frone? 

sprachen sie da alle gemeyn. 

Die selben, die da swigen, 

die hat das orß nit geslagen. 

Wir kennent wol Rennolt, das ist war, 
•936 er ist alter dann • xxxij . jare ; 

by unser sele, by unsem synnen, 

dieser hat nit .xv. jar, das was ¥rir begynnen; 

wir kennent Beyart wol vor wäre, 

alt ist es von xvij jare, 
6930 Beyart, der gute frene, 

ist swerzer dann ein rabe allein; 

di& ors ist wißer dann ein swan zwaren 

beide von hüte und von haren.€ 

In des daten sie wyt uff die pforten zu den zj 
6936 und ließen Reinolt und Mal^[ys inn ryden. 

Umb die beste herberg von Parys 

begunde fragen Malegys. 

Man sol sie in kurzen zyten dar 

Malegys wisen vorwar. 
•9«o Zu dem essen gab Malegys, 

der zeuberer klug und wise, 

sinem wirt ein zeltend pfert, 

es was wol drissig mark wert. 

Also sint die zwen herren 
6946 des nachtes in der herberge bliben mit eren. 

Der wirt was mit sinen gesten frolich, 

er ging zu markt zytlich, 

nach guter spise er socht 

und kaufft sie, so er beste mocht. 
69:o Die nacht begunde her by glyden, 

sie giengen slaffen by der zyden. 

Des morgens, als es tagen begond, 

Malegys ist, als er erste kund, 

ufi sinem slaff entsprungen 

6920 106 B. 6924 Rejnolt. 6927 das fehlt. 6928 ^ 
besten. 6947 marck. 6948 sucht. 6952 begunde. 



r 



201 



und fruUch ein liütghiii gemuigen, 

in den stall lieff er zu der fart, 

da tun fant er stan Beyart, 

mit eym har hat er 
|inie den rechten faß gebunden zwer, 
iet ging zu bant sonder sparen 
[snen graniandiet zu lesen xvtireo, 

md b; den st«inen, die er trug 

in synem geren nach gefug, 

Ies wart mager Beyart, dae pt'ert, 
Bnd 80 kräng, das er nit echeyn vier pfennig wert. 
Swayg wart der frene 
über sineu einen fu6 gut allein, 

nieman war da in dem lande, 
{ der inie unib Beyart in ain bant 
l bett geben einen pfennig, 
, das waren wäre ding. 
; Als das sacb der wirt uff der fart, 
; daa so verwandelt was Beyart, 

da sprach der degen kiine 
i za ime: >Wa8 hastu getan, garson? 
I Dich verdonime sant Marie, 

die edele unget und die frye, 

du hast Bo verzeic.hent diesen freue, 

by got von Nazarene, 
■ des bin ich sicher und gewya, 

dn bist der zeuberer Male^^. 

Nummer me e&en ich brot, 

fleisch und fisch durch die not 

oder dringen kein klareyt, 
> <c werde dann dem konig geeeyt.« 

Bcinolt aotwort san: 

»Snfier herre, waz han wir neb mifidon, 

das ir von uns woUent tbnn verstau 

eyniche lugeu sonder wao 



MT «tu fehlt. e»(jl Krammadiet. 6971 426 A. 69711 ■< 
Kuia. «984 kUrheii 9»<M 107 B. «S81 mißdaan. 



202 

6990 Karle, dem edelen konig? 

Das wer ein erbermclich ding; 

av ist mir geschiet diß ungefall, 

das myn ors geergert ist in uwerm stall. € 

Der wirt antwort styflf: 
6996 >By der truwen, die ich schuldig bin mjnem wip, 

ir sint Reinolt, der tegen, 

ich wil es hut dem konig vor legen 

in gar kurzer lyse.c 

Herumb balch Reinolt, der wyse, 
7000 und greiff zur linken syten gereit 

und zoch sin swert, das sere wol sneyt, 

und slug nach dem wirt mit njden, 

das heupt det er ime Ton dem lip glyden. 

Da sprach der wol gebom Reinolt, 
7006 der grave von Merewolt: 

»Von dir, gut frund, gereyt 

en wirt es nummer mer ge6e7i.c 

Als das des wirtes wip gesach, 

sie riflf vil dick: »Auwe! Auwachic 
7010 und mißhielt sich usser maßen sere 

und rieff: »Gnadent mir, lieber herre, 

ich sihe hie mjnen man erslagen, 

das hat getan dieser tegen. c 

Da sprach zu ir Malegys vil lyse: 
7016 >By der truwen, ich schuldig bin sant Dionise, 

roffent ir yt mee hie mit, 

das heupt slach ich uch abe zur stet.€ 

Da begund swigen das wip, 

die sere entsach irs selbes lip. 
7020 Nit lenger endorsten die herren bliben 

in der herberge mit dem wip, 

sie sadelten und begonden ryden 

uß der herberg by den zyden 

vor Pariß in ein ziegelerye. 
7026 Da hielt Reinolt und Malegys, der frye, 

7003 Up] heubt. 7008 gesah. 7019 iraelbes. 



203 

alsDS sagt uns dw buch souder wan, 
bj6 das die mal^ was getan 
zu des koniga Karies hole 
mit eren und mit f^roßem lobe. 

• Na solteu ajle die herreu hy zydeu 
afi dem sale and u&wert rjden. 
Der da kein pfert gewyitDen macht, 
ime was zu mat gar uuaanfft. 

Der konig klug von sachen 
> det off dry stachen 
richtan die kroue gut, 
di& det er alles joa zornigem mut. 
Al«us aint die hen-en zu der fart 
gerjden zu der krönen wart 

• nnd füren zu den rechten wegen, 
da die seyh waren geslagen. 

Als diS sach Malegys nnd R«inolt, 
kamen sie mit ylen balt 
geslagen in der herren scharen, 

• ala die die nnverfert waren. 
Da die herren das eraalfen, 
mogent ir na hören, was sie pflageo, 
sie hielten ihren achymff zwaren 

mit den zwejn, die dar gefaren 
•• kamen mit yle in ire schare, 

da sprachen sie alle offembare : 

>WejQ got, das ist werlich ding. 

das diS ist Reinolt, Heymes kint, 

der hie sus schone kompt gefareo 
>• nff diesen schon orß zwaren, 

008 dankt wol in unserm Bjnn so, 

im er Beyart hat beschreden also, 

wir wenen, das er noch hat sicherlich 

die kröne by siner mennlikheit 
^ roo dem felde hin weg aol tmgeat 

wir wiuen nit, wie ee dem kong seit behagen.* 

'038 koalg. 7040 437 &. T1K>2 108 B. 705S Hhon«it TOÖI «ol. 



204 

Suß hielten sie alle iren scherz sere 

mit Reinolt, dem edeln herre. 

Da sprach Reynolt mit mynne 
7o«6 in eym vil schonen synne: 

»Also vil mocht mir got wol geben 

erei\ in mjnem jungen leben, 

das ich gewunne noch hut die kröne 

in diesem plane vil schone, c 
7070 Eyn pfortener antwort dar: 

»By got, herre, ir sagent war, 

endete, das ir darzu sint nu 

in seliglich gereten, sagen ich ach, 

ir hant eyn yerdompt rabyt 
7076 beschryten in dieser selben zyt, 

dunt da mit mynen rat 

und kerent wider in die stat 

und entlehent einen esel fyn, 

ir soltent vil baß geryten sin.c 
7080 Bynnen des hatt der konig sonder byten 

urlop geben wyd und syten, 

das man die seyle enzwey slug 
* nach iren willen mit gefug. 

Die da uff den besten ro&en saßen, 
7086 die wolten die andern nit verlaßen, 

sie sporten sye an die syten 

und taden sye das feit uberstryten 

und reden zu der krönen wert 

mit großer gere all ünverfert. 
7090 Alsus was Reinolt, der degen snel, als er sol, 

ein schoß male binden bieben wol 

von allen den herren, die da geryten waren; 

mit nide und mit großem zoren 

huckte der zeuberer Malegys, 
7096 der klug was und wys, 

er fing zu siner lynken syten styff 

* 

7063 herren. 7078 entlehent mit yersetzangi zeichen » am rand 
myetent A. 7080 Ynder. 7091 schdß 4pal. 



205 

nnd hat gezogen «inen knyff 

nod enbant deti freaen gut 

Bey&rt aiaen rechten fuß. 

Sinen gr&niadit blonde er zu lesen san, 

ab er dick bat getan. 

B; dem selben stein, den der herre 

dmg in ainem rechten gere, 

sprang Beiart schier san 

ia sinem besten gedan, 

die er hat zu foren, 

(nu mogent ir ein gut spiel hören) 

er «rart gut und stark, 

Reinolt hett sin nit nmb tusent mark 

geben in den selben gezyten werlich, 

«o frolich wart er sicherlich 

Ton der dat, die sin ohem det schon. 

Da sprach Malegys, der kone: 

»Reinolt, gedenkt nmb wol zu tun, 
das bevelhen ich tich by myner 80U.< 

>FareDt za gotc sprach der herre 

mit fro liebem synn vil aere. 

»Ich <rU durch Parys wider thun eyn kere, 

«prach Malegya, der zeuberer, 

aS der andern sytten der Seju gemejn 

wil ich awer warten allen. < 

AUus Bol thnn der zeuberer 

zu Parys einen kere 

und Keinolt, ao hellt mir myti leben, 

i«t ewey schoß male binden hieben. 

Da Hprach Reinolt. der grave : 

>Ach, Beyart, nn biß der tragkeit abe. 

Sol ein ander man die krön 

hin Wege füren vil schon 

»on dem feit vor uch, Beyart, 

des mogent ir uch Hcbamen xu iglicher fart, 

•0 mußent ir auch in igltcheiii lande 

h08 4SSA. TU8 109 B. 712S ein. im bUben. 7I$S land. 



206 



uch schämen vor der schände. € 

Da sprach anderwerbe Beinolt 
7185 zu Beyart, dem frenen stolz: 

»Sollen wir die kröne gewynnen, 

ander synn maßen wir b^^nneni 

wan es dunket mich mißetan, 

das ir so gemechlich wollent gan«€ 
7140 Also sprach der jungeling, 

Beyart yerstont es baß, dann ein kint 

mocht yerstan in den zyten da, 

des was und wart Reinolt vi! frolich so. 

Und do begonde strecken ußerkoren 
7146 Beyart sin gelyder und die oren 

und lieff in der gebere, 

als ob in ime der tufel were, 

so sere lieff der firene gut 

in einem yerirten mut 
7160 und brach mit dem lauffen dar 

graß blmnmen, das irt war; 

vor alle die andern kam vil schier 

gelauffen Beyart, der fier, 

gUch als uß einem bogen 
7166 ein pfyl kem geflogen. 

Da sprachen alle die herren zwaren, 

die dort her kament gefaren: 

»Sechent, mit dem machten wir 

all diesen tag unsem spot hier !c 
7160 Da sprach der gute mann: 

»Als helff uns allen sant Johan, 

got sol yme den sig wol geben 

hut diß tags in dem leben, 

das er die kröne kostlich 
7166 sol gewynnen und redelich.« 

Mit dieser selben rede aldar 

wart der konig sin gewar, 

da sprach der degen gefier: 

• 

71S7 gegynnen A. 7150 laoffem A. 



ao7 

>Sehent, Rolant, iwfe, sokier 

das ors, das hie hat den tlaf^e 

als ein qnadrel uü einem böge 

and das so wol mag Unffen, 

wil ich noch hut ummer kaaffen, 

BoLant. vil sii&er nefe inyn, 

difi ors sal sia ummer diu, 

Kwiuge mir damit Reinolt, 

da» sagt der konig stolt, 

in iglichem lande vil schone 

und allm, das da ist under de« konigi« krön.« 

»Gern, sprach Rolant. 

Besefaent di& ors wol zu haat, 

wann es hat recht Beyarta gang 

and Biuen htnff sonder wank, 

wäre Beyart von sulichen h&ren, 

80 Bolt ich sagen, das er es wer zwaren.* 

Ifit dieser selben zaie 

touD R«nolt geryten wale 

za der krönen mit Beyart 

mit einer vil snellen fart 

nnd nam sie alda zur stnnd 

mit Beyart, dem frenen nanien kuut, 

und lacht sie aS ainen haltj 

mit der yle alles <ind aln 

tnid SBzt sich zn der flucht init, 

WM das ora von der stet 

,t gelauffen init vier beynen so, 
■t uhi'n ime alle binden nsch do. 
Do sprach Karle, der konit; : 
>Prunt, das iü warhafFlig ding, 
gib mir die kröne in niyn hedorffen frolich 
wider, ich wil dir ii-- sie viermal werlioh 
tun wegen mit genialem golt 
in rechter truwe vil balde. 



7m 49» A. 7IM 110 ß. 



7i87 B«jDolL wol. Tm di« ä 



208 

Das ors, das da so wol kan laoffen, 
7806 wil ich wider dich kauffen, 

so vil gutz wil ich dir geben 

umb das orß, behalt ich daz leben, 

by Jhesu Crist von Nazaren, 

der Inich macht von sunden rein, 
7310 das du nummer beknmmert man 

in diesem leben mögest sterben dann.c 

Da antwort der grave fin: 

»Dingent ein anders, diu ist myn. 

Wa wenent ir finden eynichen frenen 
7216 also gut als Beyart allein, 

der ime solt entspringen yt? 

In alle der kristenheit nit. 

Herre konig, ensahent ir mich nie bald, 

alhie mogent ir sehen uwem nefen R^inolt 
7220 vor uwem äugen, uwer swester kint, 

das ist wäre, als ir das sehent.€ 

Also das verstont der konig gut, 

ime wart betrübt synn und mut 

und sprach vil truriklich 
7286 mit sinem synne werlich: 

»Sint ir das, Reinolt, lieber nefe? 

Das uch got vil freuden gebe, 

gebeut mir wider myn kröne, c 

»Ich tun sin nit, by got von dem thron, 
7280 antwort der tegen Reinolt, 

ich wil von der krönen pelen das golt 

und geben es mynen mannen zu haut, 

die mir dienent in mynem laut, 

die riche und kostlich stein 
72»6 wil ich sezen zu Montelbane vil rein 

uff myn fest kasteil 

und laßen sie schauwen ih all die teil, 

die da gan und ryten, 

die wil ich tun al sonder beiden myn, 

7221 ist] ir A. 7227 geb. 7235 reine. 7236 kutelL 



2Ö9 

Reinolt, der degen fyn, 
der von Rome kompt pilgerin, 
utxd. iril das thun in solichem synn, 
i^^ sie das sollen schauwen und sehen, 
Ic^^i^Tre, diß muß ummer geschehen. 
b Konig, oheim, by dem guten tag, 
kaviffmann sollen kein kröne tragen, 
«® 'were gar große schände 
in iglichem hofe und lande; 
^8 ist vil besser ein rechter herre 
7SM und, verstand, was ich uch lere, 
^M sie hat ßeyart, der gut 
fr^ne und der frodt, 
'^Änn, by sant Johann, 

^^b eyn ors zu kauffen wolt ir sin ein kauffmann.c 
t«6 Bo antwort Karle, der gut: 

>Ich machen dich vogt von allem mynem gut. 
Adelhart sol wesen der druchseß myn 
and Rizhart, der sol schenk sin, 
Frizhart sol sin myn schiltknecht, 
mo das sagen ich über recht; 

were es nit, mit großer trubheit 
seit ich mir Ionen und mit arbeit 
und alle, die mir die kröne 
sollent empfuren vil schone, c 
rt<6 Beinolt was der wort snel: 

»Herre, endienten wir uch nit wel? 
Ir Wanten wol finden einen frene, 
der ßeyart mit vier beyn 
seit mögen vorspringen yt? • 
rjTo Entruwen, sprach er, neyn ir nit, 
das ensal nit mögen geschehen, 
auch sol sin nieman mögen gesehen. 
Na blibent zu got, ich faren da hinn, 
blibent alhie mit süßer mynne.€ 

7242 ■yxme. 7247 430 A. 7250 111 B. 7264 schon. 7266 wol 
^^ wootent. 7278. 7274 na blibent alhie mit süßer mynne B. 

14 



210 

7876 Bynnen des spornte er ine in den plane, 

Beyart lieff in die Seyne, 

vil bald was über Beyart, der fier, 

dann ein fischer über ein rivier. 

Da stont er abe nider uff die erde 
7280 und druckent die beyn vil werde 

Beyart, dem wrenen gut, 

da det er ime sanfften mut, 

da sprach der grave Reinolt 

in eym süßen synn stolz: 
7286 »By got, Beyart, . edeler frene, 

ich wolt nit, das ir allein 

ein huff golts gemalen wert, 

so helff mir got in dieser fart, 

und nit enweren myn, 
7290 sprach der edel grave fyn, 

wann ir haut einen nam gezeme, 

der mir wol ist bequeme, 

ir sint der aller beste frene, 

der ye gelieff uff vier bein.c 
7296 Vort sprach der degen namekunt 

und kuste Beyart vor sinen mund. 

Bynnen des kam Malegys, der tegen, 

feste mit sporen geslagen, 

siner rede was er feil, 
7800 er sprach mit einer lutem kele : 

»Haut ir die kröne gewonnen bolt?€ 

»Jac sprach der greve Reinolt, 

eyn t^en stolz und wys, 

»des habe got dank vom paradiß 
7806 und ir, ohem Malegys, 

und auch Beyart mit flys.« 

Vort sprang da vil sere 

Malegys, der zeuberer, 

ein degen name kunt, 

7275 Vnder. 7281 frenen. 7284 stolt. 7291 nam] t^^ 

7297 Vnder. 



211 

und kuste Beyart Yor sinen munt: 
»Beyart, by unserm herren, 
ir hant des den namen sere, 
der mir yU bequem ist; 
des bin ich sicher und gewys, 
> das ir sint der beste irene, 
der ye gelieff uff Yier bein, 
sprach Malegys, der fier; 
ich wolt nit, das alhier 
ir all gar guldin wert, 
^ 80 helff mir got in dieser fert.€ 
Do sprach Karle, der degen wys: 
>Sint ir das, herre Mal^ys, 
radent Reinolt, uwerm nefen, 
das er mir myn krön wider gebe, 
** 80 geben ich ime all offembare 
friede hundert tag zware. 
Bynnen den hundert tagen 
mag er sone gegen mir bejagen, 
so mag der tegen kone 
''^ faren zu Dardone 
ztt siner mutter zware, 
das sagen ich uch wol Yorware, 
üe der stolz jungling wys 
niynnet vor aller dieser weit prys.c 
:» Da sprach Mal^ys mit synne: 
»Koment her über, konig, mynne, 
^ helff mir got in mynem leben, 
iie kröne wil ich uch wider thun geben.c 
1^ verirrte der konig fier, 
'"*^ €r sprach : »Folgent mir, Ogier und Olyvier, 
^« bytten ich uch, edeln baronen.« 
*^ sprach Mal^ys in fromdem don : 
*h rechter truwen das sweren ich uch, 
^ keine enwerde hut nu 
^^ von allen sinen magen so kone, 

* 

7818 431 A. 7319 112 B. 7321 wyse. 

14* 



212 

das er die tomheit bestont zu tun, 

das sie mit uch her über quemen, 

es sy ime zu schaden oder zu frommen, 

by den worten, die ich kan, 
7360 thun ich sie all erdrynken dan, 

ir mogent mir des glauben wel, 

ich thun sie zu gründe faren snell.c 

Karle sprach da zu haut: 

»Weyß got, böser dieb, tyrant, 
786» was mir darnach geschieht, 

in die Seyn kome ich allein nicht, 

hetten ir mich da über z waren, 

in gefenkniße soltent ir mich tun faren. c 

AIsus saß uiF Reynolt, der herre, 
7360 und Malegys, der zeuberer, 

und wolten ein kere thun 

zu iren gesellen und barone, 

mit großer freuden kamen sie gefaren 

in ir schare, die da hinder bliben waren. 
78C6 Nu laßen ich von Reinolt die zale 

und wil uch fort sagen alle zu male 

von dem konig. Der ist gebleben 

in großer betrupniße und swerem leben. 

Nu begonde es den pfingsten nahen, 
7S70 das der konig nit mocht Iahen, 

er must tun machen ein ander kröne 

rychlich und auch schone; 

also saget uns das liet, 

daß er die krönen mocht gehaben nit, 
7376 die ime Reynolt, der kone man, 

in dem plan zu Monmarters empforte dän 

vor allen sinen stolzen baronen dar. 

Horent fort, was geschach dar nach! 

Nu began es pfingsten nahen, 
7380 das der konig hofe wolt machen Iahen 

7346 suthon. 7348 zufruinmen. 7351 wol. 7367 gebli 
7378 darnah. 



213 

'^^ vil hohen luten, 
'otv Crjen und von geduieu. 
By hatt geboten in dem lande behende 
^it Y>oden zu fuß und rydende 
^^le die graven und herzogen, 
^ie sie finden mögen, 
Äarzu bischoff und cardinal, 

abt, pryor alle zu male, 

pffaffen, klerken darzu mit, 
"* alle die barone von iglicher stet, 

das sie alle zu Parys kemen, 

da der konig sinen hoff det samen. 

Das was uff einem pfingstag, 

das der konig mit mannen und mag 
"•• hielt großen hoffe zu Parys 

mit schönem done in mancherley wise. 

^ die malzyt was getan, 

Karle ist zu haut uff gestan, 

ZQ konig Yven von Oaschonien ist er gegan, 
'** die historie dut uns verstaue, 

^ narae ine by sinem gere 

und sagt: »Sprechent zu mir, herre.« 

Iq eine kamer leyte er ine besonder, 

da ffiragte er ine umb groß wonder, 
•** ßf sprach: »Herre, werent irs beraden, 

das ir mir woltent stau zu staden 

^ dieser großen not zwar, 

da ich inn bin vorwar ?€ 

Da sprach Karle zu dem herren balde: 
"* *Nu mußent ir mir verkeuffen mit holde 

"^ern sone Renolt, 

ich wil uch darumb geben von golde 

^«r wol geladen seumerc 

^fach der edel landes herre. 
'**^ Als Karle der seumer gewoich, 

^^ 113 B. 7888 432 A. 7392 det einen hoflP. 7403 lejer 
^ 7404 großer. 



214 

Yve von Gasconien loich 

und sprach: »WoUent ir mir geben bolde 

vier seumer geladen mit golde, 

80 wolt ich uch verkauffen schier 
7420 minen sone Reinolt fier.c 

Als Karle das gesach, 

das er Yven verleyten mocht, 

Reinolts sweher herre in der zyt, 

antwort von herzen blyde 
7436 Karle und sprach als eyn helt kone: 

»Herre, wie wollent ir diß bestan zu tun, 

das ir die vier Heimes kinder zwaren 

sollent gewinnen sonder faren 

von uwers selbes libepc 
7480 Da antwort konig Yve 

mit eym clugen synn und loch: 

»Herre, des bin ich wise gnug, 

ich wil uch die ritter kone 

senden geryten in Valcolone 
7436 uflF mulem von Arrogone 

in uwer gewalt, in uwer thun, 

in iren henden sollent sie füren 

lylien mit den blommen, 

an iren helsen schone mentel von scharlachen, 
7440 sie sollen auch bringen keine waffen, 

noch Beyart, iren frene, 

oder fromer ritter keine; 

so wyl ich sie uch senden alle gemeyn 

zu Falcolör in uwer stein, c 
7446 Vorte sprang Karle name kunt 

und kuste Yven vor sinen munt. 

Da sprach Yve mit uneren: 

»Laßent uns her uiF zu den herren keren 

wider in den sale, da sie sin. 
7450 Als helff mir sant Martin 



7418 gold. 7428 gewinden. 7429 lib. 7431 log. 7438 b 
7448 kaßent A. herre uff A. 




215 

in das verste von mynem leben, 

guten rat ban ich ach geben.« 

Nu Bint die Herren iiff komen, 

saß haut sie iren rat genommen. 

Die herren, die sie da fiinden, 

stonden uff g^en Karle in den stunden 

nnd sprachen all getueyn, 

da« sie alle woltea gern sin 

nnd scheiden von dem hofe mit eren 

und wolten zu yren landen keren. 

Der konig lobesam Spruch do: 

>Ir herren, ich la^en uch nit von mir also; 

in diesen selben zyteu 

aiutient ir all frolich ryten 

mit Yven, dem konig kone, 

«u der »tat von Falcalune, 

dar Hol er uch senden Reiuult 

and sine bruder stolz. 

Wer sie mir mag bringen, 

das heupt von Reinolt, dem jungelingen, 

ich wil es ime thun wegen 

rierfaltig mit golt l>ealageu.< 

Die herren waren n^er maÜen fro, 

sere lujmnteu st« das gut do. 

>Fanke, sprach Karle, der kone, 

fiertusent mann in Falcolone 

wil ich mit uch tun fareu vorware 

und machen uch alle offenbare 

konigiitavel von dem beere, 

das gereden ich uch vor war 8»?ere,« 

Fauke antwort mit krafft: 

•Uerre, ich so! tun alle myn macht 

in diernr selben fart, 

by dem guten saut Bembart.« 

Hbl IM B. 7456 ii& A. 7458 Vor nn geUlgt wboD K. 

746Ö •chola A. 747i) du] da A.. 7477 vor war. 7491 hU 
U«n durob ai>enspriiigen von ieere 7480 aar seece 7485 0. 



216 

7486 Da det sich Fauke bereiden seere 

beide mit wappen und mit spere, 

ryden zu Falcolone wart 

vil frolichen und unverfert. 

Konig Yve, der det 
7490 zu den zyten alle gar mit 

sin harnasch zu hauff bereyden 

Reinolt zu thun ein böse gelejde. 

Alsus für Yve die weg, die da lagen 

zu Montelbane geslagen. 
7406 Als Yve, der konig, vernam, 

das er zu Montelbane kam, 

da er wände fynden Reinolt 

mit sinen brudern vil balde, 

also saget und dut uns die hystorie kimt, 
7600 als er dar kam und sin nit enfant zu stund, 

da was jagen gefaren Reinolt 

zu Bordous in den walt. 

Da hatt er gelegen mit krafft 

zwen tag und zwo nacht 
7606 und bat der tegen zu den stunden 

dry geise gefangen mit funffzehen hunden 

und ander rynsone darzu 

dry seumer geladen all fol do. 

Alsus für Reinolt und die bruder sin 
7610 uß dem walde sonder pin, 

und als die herren vemamen, 

das sie uß dem walde kamen, 

uff sie fiel ein zeichen smal, 

die hund betrübten all 
7616 und Reinolt, der grave milt, 

ließ sinken sin heupt an den schilt. 

Da sprach sin bruder Adelhart, 

der koner was dann ein lebart: 

»Reinolt, das uch got gebe gut ewiglich, 
7630 was macht uch so truriglich? 

♦ 
7502 Bordons. 



217 

Sagent mir, lieber bruder inyn, 
des wil ich ummer sicher sin, 
das ir mir der warheit nit ensparent, 
so helfF uns got, wann wir von hynnen farent.« 
WS Da antwort Reinolt, der kone diet: 

»Ach, Adelhart, bruder, ich mag sin nit. 
Min heupt sweret mir so sere, 
ich mag mich erfreu wen nummermer.c 
Adelhart wider sprach das besonder: 
*"• »Reynolt, bruder, das enist kein wonder, 
IT hant so lang in dem walt gelegen 
^ind nach hirzen uch vertragen, 
^e sonn hat uch das heupt durch schinen; 
ich hoffen zu Jhesu von Nazarenen, 
^erent ir in uwerm kastei, by got, 
^d essent von uwerm brot 
^ind drunkent von dem claren win 
°^d ir da alle sonder pin 
^wer gemach mochten triben 
Z*^* nwer firawen und uwerm wibe, 
'^*^ hoffen, das ir soltent alle 
-^^ balde uberwynden uwer missefal. 
^^ rydent auch in diesem r^en, 
j^ ,T ^"^^ Adelhart, der degen, 

^^ heiß von unsem pf erden sind naß.€ 
"^^^ her, diesen pfade ryten wir baue, 
^ *''^ort Reinolt sinem bruder, 
^Z^ vater kint und müder. 
^^^8 füren sie, biß sie vemamen, 
« Aiontelbane 'das sie kamen, 
^uu;h Reinolt, der grave rein, 
^ontelbane uff den stein 
^^chen schonen mann, 
sprach kurzlich ann: 
"^ilff, got von Nazaren, 



«0 



^^ hat zu Montelbane gemejm 
^** 115 R 7525 484 A. 7546 herre. für baß. 



218 

die herberg so kurzlich beslagen? 

sprach Reinolt, der edel degen. 

Wa sint ir, frauwe Glaradys, 
7660 und lieber ohein Malegys? 

Der bin ich unsicher und unwys, 

nu helff mir got von dem paradyse.€ 

Da Reynolt, der degen name kunt, 

alsus 4n der clage stund, 
7666 SO hat ine kurzlich in dem 

ein von synen rittem gesehen, 

der ein orß mit yle bereyt 

und gegen sinem herren reit. 

Der ritter sprach offenbar: 
7670 »Reinolt, herre, enhant kein fare, 

hie ist kurzlich vernommen, 

das uwer s weher herre von Oasconien ist kommec^ 

Da sprach sin bruder Adelhart, 

der koner was dann ein lebart: 
7676 »Zu guter zyt füren wir 

jagen umb wilpret, sprach er schier, 

wir sollen damit empfan den herren 

und thun ime da mit groß eren.« 

Alsus füren sie, das sie vemamen 
7680 und sint damit in die bürg kommen. 

Die pforten waren wyt uff getan, 

die herren solten da iim ryten san; 

knecht und garsune 

waren ime bereyt dienst zu thun 
7686 und schotten ime die stegereyff bereyt; 

die orß wurden in den stall geleyt 

und lachten ine da zu foren 

beyde heuwe, wicken und koren. 

Reinolt ging, das er vemame, 
7690 in den sal das er kam, 

da hat er in kurzen stunden 

Yven, sinen sweher herren, funden. 

* 

7561 ungewiß. 7567 yhi. 7574 lepart. 7588 116 B. 



219 

Da sprach der t^en froinme: 
>0ot and mir sint wylkomme, 
lieber sweher herre, mit uwem barone.c 
^Reinolt, ich han wol zu tun.« 
»Das ist mir lieb, sprach Reinolt, 
der graye edel und stolz, 
lietten ir mir emboten zu uwerm bedurfft 
1000 mit eim knecht, ich were bereyt gewest 
und wer kommen mit großer zale an, 
mit funffisehundert myner man.« 
Sin sweher herre antwort und loch: 
»JBntruwen, des bin ich gewyfi gnug; 
'*^ av kein bot8cha£Pb ist so gut, 
al3 ein man selber thut. 
rr^^er paz han ich getan 
n dem konig lobesam, 
hat es getan durch myn bede 
^'® uz:i.d durch uwer hohen mage mede.« 

Reynolt das yerstont, 
erhubt synn und mut, 
antwort Reinolt, der wyse: 
<8 lone uch got Ton dem paradise, 
were nit so firolich 
alle dem gut u£F ertrich 
von den froden zwuschen dem ohem myn, 
^^*^ mogent ir wol sicher sin. 
^'^^"^her herre, sprach Reinolt, der jungling, 
sone sol ich geben dem konig? 
^ sol ich fallen zu Karies fuße 
suchen sinen otmut süße?« 
^^ antwort syn sweher herre kone: 
*-l«iebe8 kint, zu Falkalone, 
^ ^ soltu vor den konig sone 
^^8 steet dir wol zu tun, 

"^^^ fromme. 7594 wilkumm. 7595 435 A. baronen. 7603 log. 
< P^ mit yerteiximgszeichen , am rande frid A ; frid B. 7608 

'^■•^ 7617 freuden. 7624 Falcolone. 



15 



220 

wulleii und barfuß 

und suchen sinen otmut suß.« 

Als diß Yve, sin sweher herre, sprach, 
7630 Reinolt, der grave, vorbaß drat 

und wolt Yven an sinen munt 

kußen zu derselben stunt, 

da sprach Yve, der kone diet: 

»Reinolt, laßent und kußent mich nit, 
7635 mir swerent die oiigen und das heupt so, 

ich mag kein kußen verdragen nu.c 

»Herre, sprach Reinolt, der kone, 

ich wil faren zu Falkalone, 

aldar so wil ich vor mich 
7640 foren, das sagen uch ich, 

ffunffzehundert myner mann, 

suß vril ich ryden dar und danne 

zu der abenturen, ob es so keme, 

das man einen spongys uflf uns neme, 
76« das myn folk mir zwaren 

zu hilff kome al sonder sparen.« 

Zu haut sin sweher das wider rieff: 

»Reinolt, ir sollent das thun nit, 

ir mußent nit mit uch füren 
7650 Beyart, uwem frenen ußerkoren, 

oder von uwem rittem nit einen, 

Schiltknecht darzu keinen ; 

uwer sone ist also getan 

gein dem konig vil sane, 
7656 demutlichen mußent ir faren, 

ir und uwer bruder zwaren, 

ir sollent ryden mule von Arragone, 

das stet uch wol zu tun, 

in uwem henden sollent ir füren rein 
7660 schon lilien, die blommen allein, 

an uwem helsen cleyder von scharlaken, 

7654 117 B. 7655 demuticlichen. 7657 Arrogone. 7660 liben ^' 
7661 scharlachen. 



221 



fc Airent ander kein wapeD.< 
>Wie, herre? sprach der grave. 
fioment dieser wort abe. 
Sül ich in Folkalone so faren?« 
,>Ja irc Bprach er wider zwareii. 
iln des hat sin herre, her Yve, 
^glichem einen montel lauen holen styff, 
an ritter hat sich da bedacht 
and ir iglichem einen mantel bracht. ' 

Da iiprach der grave wider sane: 
»Von dieser fart stet mir wol 7.» raden lan, 
«owrre rayn son nit getan 
gegen dem konig lobesani, 

>irer ich dann ^^o groß als der herg vnn Bnlkane, 
ich konde dem konig nit entgan.« 
Alhie 90I Heynolt, der grave, 
•cheydeti von ayme »weher herre abe 
■ttnd wil sich beraden styff 
IDit ClaradjB, sinem wip. 
Da sprach der tegen wjs: 
tWas radent ir mir, IVanwe Claradys? 
iAlht« han wir vernommen, 
flr»e, Qwer Vater, der ist komen 
teid itpricht, er habe mich verarmet ctarlich 
^ider den kouig von Prankrich. 
I'muwe, ich were nit sn frolich 
tou alle dem gnt uff ertrich. 
Kk ich wer von dem fryde sin, 
iem rechten herren niyn. 
■Cr BSget, der dc^en kone, 

■ooe habet er gemacht in Kalkalone. 
t^rswe, sprach dirr degon fry, 
■in boB zeichen lyt da by, 

sagt mir iiwer vater rein, 
ich mag dar nit foren mynen Freue 

4M A. 7979 mir] «w A. T6TS WIeane, md rüde al Im]- 
2478 beratw. 7AB0 Clari(l;i. 7G92 liftb. 



222 

oder fremde ritter nit einen 

oder Schiltknecht keynen, 

sonder ich und myn bruder kone 
7700 mußen ryden uflf mulen von Arrogone, 

in unsem henden musen wir füren 

lilien und blomen sonder zoren, 

an unsem helsen mentel von scharlachen 

und anders kein wapen. 
7706 Das hat sich uwer vater bedacht 

und hat die mentel für uns bracht, c 

Dye frauwe Claradyse wider ryet 

diese wort : »Ir farent dar nit, 

by got, herre, das sagen ich uch, 
7710 verstent mich ein luzel auch; 

hint, da ich uff mynem beten lag, 

da ducht mich, das ich sach 

in mynem träume all offenbare, 

ich was in sorgen und in fare, 
7716 das Beyart, der frene gut, 

were gewunt in einen fuß 

und Montelbane, unser hoch castell, 

were gefallen in manig teyle. 

Herre, also muß ich mit eren leben 
7720 und also muß mir got freude geben, 

myn vater ist verreder gewesen 

in aller Sachen mit desem; 

ich raden nit, das ir dar fart, 

in rechter truwe raden ich uch fort.« 
7786 Als diß gesprach die frauwe also, 

Reinolt zomte darumb so 

und hat uff gehaben sin hende 

und slug die frauwe vor ir zende, 

das ir das rode blut 
7730 nyder fiel uff ir fuß gut, 

er sprach: »Got verdome sie alle gader, 

* 

7700 miSlern. 7702 liben A. 7718 oflfenbar. 7720 
7722 diesem. 



228 

die bofiheit sprachen von uwerm vader! 
Was han ich ime mißtan, 
das er mich solt verraten gan 
■^ geg^n dem konig von Frankrich? 
By got, das were gar schamlich; 
er defce es nit omb alle die habe, 
die in der weit ist, der sie ime gebe, 
so schone kynder han ich mit uch, 
"♦• in dieser weit got sy dank anch.c 
öa schied Reinolt von sinem wip 
^öd nam urlob von irem lip. 
^ deten sie gotes zeichen alle gader 
''«inolt und Yven, irem vater, 
"*• and daten sich uff die fart 
«ud faren zu Falkalone wart. 
^^ frauwe hatt umb Reinolt, den herren, 
®P*lKe ußer maßen sere, 
^^ rieff irem swager Rizhart 
'^^d sprach: »Swager, koment herwart, 
*^^^ nch got, unser herre, Ion, 
^^^^ent diese vier swert schone 
«^4 farent sie under »wem menteln stiU 
^"•Xili des riehen gotes will, 
^^ es Reinolt nit enwiße by karitaten; 
^^^^stes Reinolt, er solt sie hie la&en. 
, BoUent noch sehen soliche stund, 
^^ S^bent ir nit vor zwey hundert pfunt 
^^ snodest von den vieren c 
'** *P^"ach die frawe guter zieren. 
^^^hart sol antwort geben : 
^^i^uwe, sprach er, mit eren mußt ir leben, 
^**B ir gedachtend diese dat.€ 
*^ swert fort er hin weg by irem rat. 
*"•* *^e herren haut Montelban gelaßen 
^^ foren hin wege ir straßen, 
i •lang ftire hin weg Reinolt 



^487A. 



224 

und sin dry bruder stolz. 
Die gut frauwe weinte sere 

7770 und befalhe sie unserm Herren. 
Die Herren ryten alle den tag, 
ir nie keiner uff den andern sach, 
Reinolt was ussermaßen schrang, 
mit luter stymme er da sang. 

7776 Da sprach sin bruder Adelhart, 
der koner was dann ein lebart: 
»Reinolt, das uch got Ionen muß, 
eyn man, der da ligt alsus unsuß 
in so starkem urloge, 

7780 ensolt nit singen also hoch 

eynich gesang, das sagen ich uch.€ 
Zu haut sprach wider auch 
Reinolt: »Adelhart, ich mag es nit, 
min heupt ist sware, by got, sehent yt, 

7786 ich solt mich gern, wist ich wo mit, 
erfreu wen in dieser stet.€ 
Da antwort Adelhart snel, als er sol: 
»Ist uwerm herzen dann nit wol, 
lieber bruder? Das sagent mir.« 

7790 »Nit nit also« antwort er. 

»Was ist uch dann, süßer, bruder, 
mins vater kint und mynre müder?« 
Und Adelhart antwort uß wisem mut: 
»Myn herz saget mir nit dann gut. 

7796 Nu faren wir dann in gotes hut, 
got behut uns vor armut 
nu und nummermee vor wart.« 
Da ryten sie fort all unverfart, 
alle diese vier zwaren 

7800 sonder eynicherley sparen 
die jv^ege berg und tale, 
die zu Falkalone wert lagen wale. 
Als die herren das vemamen 

7786 119 B. 7790 ere. 7793 müde. 7802 438 A. 




225 

id aie zu Falkalone kamen, 

der K^üfe, hat mit den 
baiinier gesehen, 
der grave Keliiolt, 
'4er MpI waa, kune und stolz: 
»So helJr mir ^t, der mir gebot, 
jr herwn, wir rydent all in den dot. 
•rliont dort Pauken standhart.« 
Da warden sie alle sere verfart, 

pracb Reinolt mit suläen syiinen : 
bDer niylte got lielff uns von hynnen ! 
hcTTcn, uns onhelff dann got, 
I sagen ich uch alaonder äpot, 
fana sol uns fa!ii>n zu haut 
^~"' füren uua zu dem konig von Frankenlant, 

ins mit unserm gesynde 
vol henken thun zu winde; 
«T mit Bweher herre sol mich vemunen nu, 
■tr lieii mich nit verderben also 
mnb »lies da« gut utl' ertrich, 
des byne ich gewys sicherlich, 
mnb die kinder schone, 
die ich hau by einer tochter Clarion.* 
Da fiprach Adelhart vil suäe: 
»Reinolt, da* uch got verdommen muü 
and «wer «weher herren, ir htrnt uns verkauSl 
and in Falkalur bracht, daz hant ir im gelaubt.« 
8ere waren sie mi uugemach, 
ir iglicher greiff sinen stab 
Ton den dryen brudem dar, 
dii urknndt nns die hie tone vor^'ar, 
ich want sie Reinolt, den degen, 
jot itfF der »tat hetten geslagen, 
■T du der degen unverfert 
iMh aber sin schultern hindemert, 
da sprach R«inolt, der kone : 



"*-* »Ij IirTTrC- "»Tt Tt-StCiiE*: ir IS taii?c 

-rstfi Dfc sr<r;biL Bcttivhi : S> keg nir got mjn lebeOf 
T^sic^* ir. d^ yrk -xk v^h h egtb e u , 
Lkkzi 'srakr. ir di««' do«? 
y*m ich nh. :<t wü <* den dot 

m 

ffTÜfistn TOT ach ilkc mh ««rcc 
't&> Dft ^p^ach AdeliiArt. der Imre: 

»Wollcait ir uns kelffeii. jimgii«n«. 

tio enbitten ich von got nit mereLc 

>Ja. sprach der degen rick. 

ich wil Dch helffai sicherlich: 
7fu ob ich Qch wolt begeben. 

HO idq£ mir got knrzec mrn leben, c 

All za hant ist das geschehen, 

das ine Faoke von M<^ion hat gesehen. 

Fauke was ein knner wrgant^ 
TMf» nif sinen frene sprang er zn hani, 

den schilt hieng er an den hal£ bekant 

die glene nam er in die hant, 

die stark was und lang, 

das ysen was lang drr fuß one wang, 
7M« da slag Fanke vil balde, 

den frene mit sporen von golt 

und reit zu Reinolt mit krafft, 

was das ors gelauffen mocht. 

Siner wort was er feil, 
7W0 er rieff mit einer luten kele: 

»Reinolt, ir sint nu mit bösem rade, 

als ir Beyart mit feller dat 

verloren hant, uwem frene; 

nu wil ich ueh fahen allein 

7852 120 B. 7853 Rieh. 7857 das] es. 7858 Pauk. 
Kauk. 7865 bald. 78Ü6 golde. 7870 439 A. 



227 

wft und thun uch bynden gerynklich 

und senden uch dem konig von Frankrich, 
der nch mom mit uwerm gesinde 
zu Monfaucone dut henken zu winde.« 
Reinolt antwort schier da, 
^^ als er die wort hört also: 

»Ich hoffen zu got, ir sollent liegen 
nnd uwer wort sollen uch betriegen, 
got sol mich wol bewaren nu 
solichs todes, daz sagen ich uch. 
'* Pauke, rument mir die straße 
und laß mich ryten mit gemach ; 
niin sune ist getan 
JT^en dem konig lobesam.« 
^ Fauke antwort balde do: 
'^ »Ir liegent, ir sint verkaufft nu also 
önab vier seumer von rodem golt« 
^^^ sprach er do zu Rejnolt. 
^« Beinolt verstont die wort ungut, 
*^ betrupt ime synne und mut, 
*^iiiolt sprach zu Fauken : 
*^«fe, got friste dir din leben, 
*^ylff mir sune bejagen, des byt ich dich, 
ff^u dem konig von Frankrich, 
®^ xtiuße ich mit eren leben, 
^ **^yart wil ich uch zu eigen geben 
^*^d Montelbane, myn rieh kasteel, 
^^s wil ich von uch halten ein teil 
^^ leben mit beiden henden 
^^^d laßen uch herre sin von dem lande 
•5^** ^Uid darzu werden uwer mann 

^*^d dienen uch vor all der weit dann, 
^ lange als ich sol leben, 
^ wil ich uch nit b^eben, 
L ^ das irs mir wider dut 

I '•*• ^d helffent mir suchen demut 



^^^ Honfaoone A. 7888 lobesan. 7901 kastell. 7906 werlt. 

15* 



228 

an dem konig, mynem herren, 

des ich vor aller der weit geren. 

Fauke, by dem hohen throne, 

so mogent ir mich nit in dem lande schone 
7»i6 gesehen vor uwem äugen, 

ich wil darumb gern taugen, 

das ki-uz wil ich nemen mit, 

ich und myn bruder in kurzer stet 

und faren über zu dem guten lande, 
79ao zu dem heiligen grabe alzu hande, 

da wollen wir dienen sieben jar. 

Fauke, feilet es eyniches tags dar, 

das wir das vememmen 

und ir dar über kernen, 
7fta'i so wolten wir uch stan zu staden 

mit mannen und mit taden, 

wir wolten uch nit begeben 
• durch sterben oder durch leben 

oder durch nyt, noch durch not 
7»so oder durch den angst vor dem tod.« 

Fauke sprach wider, der kune diet: 

»By got, Reinolt, ir redent umb nit. 

Gebeut uch gefangen zu haut, 

ich sol uch schicken in Fauken land 
7986 und lieberen uch dem konig zwaren, 

der uch morgen sonder sparen 

mit aUe uwerm gesinde 

dut henken zu Monfaucone zu winde.« 

Als das gesprach Fauke, der name kunt, 
7940 Reinolt zomte sich, da er stund: 

> Fauke, ich hoff, ir sollent liegen 

und uwer krafft sol uch betriegen; 

ee ir mich fahent mit uwer krafft, 

vil ee fluget Senconis mit großer krafft 

7912 werlt 7913 thron. 7918 121 B. 7921 jare. 7938 M 
faoone A. 7940 440 A. er korrigiert aus zu A. 7943 mioh] i 
7944 flöget] aluges A. 



22!i 

by» zu Atmcht zwaren 
und Atrscbt zu der stat von Baren 
und Barv zu der stat von Remcn« 
iäs sprach er durch ttpot mit den 
>d«e rant sicher und gewyü, 
von R«uien zu Senlys, 
tia diese stet Sie^^ut zu samen, 
M werden ich uwer gefangen in gotea nammen.« 
Abi das Reinolt gesprach ako, 
Faoke zomte e<ich darumb do 
usd lieü da sinken ein sper<; 
and wolt Reinolt stechen mit gru&er gere. 
Alao BSget uns das )ied, 
Reinolt endorst des atichä beiden nit, 
er lieb sich in kurzeu zjteu 
^er von dem mule glyden, 
dt enweifi ich, wie aich Fanke bedacht, 
liy finger breyt er ine in das fleisch gerächt, 
Be glene hatt ine sere gesnytten, 
Fbuke ist beneben vort gerytten 
■it gar großer krafft, 
■lodig fürt er sinen schafft. 
Auwe! Ach arme! sprach Ui^hart litolz. 

it ist myn bruder Reinolt '.* 
Ja dil* gesprach Ryzhart, 
ioolt uff ainen fuü drat, 
!r Ijegent, arger ritter atolz* 
sprach der hübsche Ki^inoH. 
dem sprang vort Ryzhart, 
d^^ kun, unverfart 
bat Reinolt zu haot 
loraberg geben in sin hant. 
te sprach Ryzhart, der degen wyii: 
Bwert sendet nch Claradys.« 
[t Flomberg aach, 
lOrhicht ime al« der tag, 



lA. 7967 Bicsbar A. 7077 w^te. T9T9 nb. 



230 

da sprach er mit worten kone: 

>Wa sint ir, Fauke von Morlyon? 

Ob ir uch nit kerent zu frommen, 

so muß uch got selber verdommen, 
7986 und fahent mich gebunden und gefangen na 

und furent mich zu dem konig also.c 

Das hat Fauke gehört, 

Reinolts zale und wort, 

er warflF in kurze hier umbher 
7990 das ors umb nach sins herzen geer 

und da det der herre 

uff Reinolt einen kere. 

In des hatt Ryzhart, der wyse, 

geben Adelhart Manbyt von pryse, 
7996 das gut swert, in sin haut 

und sprach: »Frau Klaradyse hat es uch gesanb-* 

Da liefä Fauke sinken sin spere 

und sazte sich sere zu der were 

und wante stechen mere 
8000 Reinolt, den edeln herre. 

Reinolt hye ime nach mit krafft 

und kürzte ime den schafft. 

Fauk was snell und stark also, 

er nam ine by dem zäume do, 
8006 da sprach der grave Reinolt, 

ein degen kune und stolz, 

der ein herz hatt recht als ein leone: 

»Laß sehen, Florsberg, was kanstu tune; 

en bistu nit gut in dieser fart, 
8010 ich rumen dich nummer einer bonen wert.€ 

Mit dem wort hat er daz swert gehaben 

und Fauken einen slag g^eben 

und traff ine uff den heim so wol und snell, 

das ime das swert in das heupt viel, 
8016 das der heim begunde zu splüaen, 

7983 T22 B. 7989 kurczen. hier fehlt. 7990 amb fehlt' 
Claridiß. 8000 herren. 8008 Florberg A. 8011 441 A. 




I sir«rt iK'gundp die kofyen bitien 
I platte begonile wichea also, 
I beitpt begoude spijtieti du. 
l dua swert mit keyner suien luyiine 
i ine luoffen biß zu dem kyone. 
Do sprach der degeu ryslich : 
»Hu lali sehen, wer sol faheu mich. 
b dunt des »it. das dunket micli, 
mr uch bliben ich nngefangen frylich.* 
plit diesem wort der wigant, 
ilff Fauken ora sprank er zu haitt, 
'^aa nie fuß kam in st.egebant 
pia eynicb zäume ia »in haut. 
pw gre wua gut und stark, 
I WBS besser dann hundert mark. 
I des das Reinolt, der degen, 
pauken ors hatt beecbredeu, 

l hat von den brudem iglicher dar 
■inen ritter gefellet vor wäre, 
{lieber hatt •>iii nn lu-xtredeii 
\,Bai zn hofe geredet). 

I Worten rieff san : 
Efort, Reinult Von Uont<.'lbaiie, 
W'^tür r7t«n a& dieser fart und not : 
rdan wir gefangen, wir »tut dot, 

Yve hat uiw verkauSl, 
I ich ime nit hett zu geUubt.« 
141 zu hant Üugen die Romere, 
len und ßurgoniere, 
I heer »choß über vinen hauif vor war, 
I gad«g ward vil groU nldar. 
\ mocht man mit den äugen dar 

I manchen heim klobeu otTe-nbar, 
t hmlaberg slugen sie zu iitucken 
I die wambuBone vil dickt>. 



I riaUcb. 8033 diut dr«. 

804» m B. 



B(K)2 bell. S043 fliiKon. 604B 



232 

BUS hyewen sie mit den swerten* 

die fiant zu der erten. 

Die herren daten großen raort aldar, 

wen sie gerachten, das ist wäre, 
8066 der mocht dem dot nit entgan, 

vor ine mocht niemant da gestan. 

Da mocht man mit hohen synnen 

tomey und schone spil begynnen. 

Sye durch slugen mangen schilt halt 
8060 und mangen draten sie mit gewalt, 

sie machten wytwen pnd weisen 

und fuchten mit großen freisen, 

sie slugen durch heim und platten 

und machten bludig nacken 
8o«6 und auch durch den besten hut, 

an iglicher syten ran das blut. 

Sie fuchten all mit großer sput, 

als der wilde eher dut, 

der sere ist verbolgen, 
8070 ee er wil versligen, noch folgen, 

der da stet und dringet gein dem spieß 

und leßt sich stechen, ee er fluhet, und daz wol W 

also sazten sich die herren 

vor Falkalone sich zu weren. 
8076 Reinolt, der edel degen, 

der kond großer sieg pflegen, 

und der marggrave Adelhart 

föchte aller unverfart, 

so vil erslug er Ryzhart, 
8080 das vor ine kam, daz was ungespart, 

und Fryzhart, ein degen kone, 

facht glich eym leon. 

Also sazten sich die herren 

ein iglicher vor den andern zu weren 
8086 imd slugen von den schilten so 



8051 nit A. 8059 bolt. 8070 verfliegen nach. 8078 
8081 442 A. 



233 



spen, die flogen vor dem wynde do, 

die syten und die cantele 

vielen nider in den plan nit alleyne. 

Da sacli man sterben Romere, 
••• Pranzoysen und Burgundier. 

Alsus fochten die herren kone 

all den tag by an die none. 

Bynnen des sprach Reinolt, der wise: 

*By got von dem paradyse, 
*•• wir sint entwappent besonder, 

^ wir leben, das ist wonder.c 

Kfi sprach Reinolt, der unverfert, 

nnd drat nider von synem pfert: 

»Diese toden wollen wir entkleiden 
■"• ^d des nit lenger beiden, 

gut Wappen wollen wir gewynnen anc 

•«0 sprach der edel man. 

Zu haut waz er in die wapen gestigen do. 

»Ich ^ Yor uch fechten allen also 
■"• ^d machen vor uch so wyt die stra&en dan, 

^ tich nieman genahen kan, 

^ ^olt von Plorsberg sterben 

^^ den dot ako erwerben.« 

^ Bafien die ritter abe zu fufie 
•"• uni wappenten sich mit der spute. 

"^i^olt, der edele herre, 

^*^t da allein vil sere. 

^'^is schudten da die helt kone 

^ den Wappen die barone, 
•"* den giß hatten genommen das leben, 

^d das sie dot waren bliben. 

™^ Wappen was besonder do, 

^ Welten sie geben Reinolt so, 
^ sprach zu ime ^delhart, 
** w kuner was dann ein lebart: 
»reinolt, mit eren mußent ir leben. 



^ flQC[eiL 8087 cautele. 8093 Vnder. 8115 124 B. 



226 

7840 »Ir herren, was gedenkent ir zu tunpc 

»Ich weiß nit, sprach der kone Rizhart, 

er ich mynen bruder in dieser fart 

ersloge, Reinolt, den degen kun, 

ich wolt ee sterben in Falkalone.c 
7846 Da sprach Reynolt: So leng mir got myn lel 

wenent ir, das ich uch wblt begeben, 

lieben bruder, in dieser not? 

Neyn ich nit, ich wil ee den dot 

erkiesen vor uch allen mit sere.€ 
7860 Da sprach Adelhart, der herre: 

»WoUent ir uns helffen, jungherre, 

so enbitten ich von got nit mere.€ 

»Ja, sprach der degen rieh, 

ich wil uch helffen sicherlich; 
7866 ob ich uch wolt begeben, 

so muß mir got kurzen myn leben, c 

All zu haut ist das geschehen, 

das ine Fauke von Molion hat gesehen. 

Fauke was ein kimer wygant, 
78<o uff sinen frene sprang er zu hant, 

den schilt hieng er an den halß bekant 

die glene nam er in die hant, 

die stark was und lang, 

das ysen was lang dry fuß one wang, 
7866 da slug Fauke vil balde, 

den frene mit sporen von golt 

und reit zu Reinolt mit krafft, 

was das ors gelauffen mocht. 

Siner wort was er feil, 
7870 er rieff mit einer luten kele: 

»Reinolt, ir sint nu mit bösem rade, 

als ir Beyart mit feller dat 

verloren hant, uwem frene; 

nu wil ich uch fahen allein 



7852 120 a 7853 Rieh. 7857 das] es. 7858 Fai 
Fauk. 7865 bald. 78G6 golde. 7ö70 439 A. 



235 

»Weryn, herre, das wer mir leyt, 
ond dut mich henken der konig dar, 
«« groß laster und schände vorwar 
sollen es han myne mage, 
die dem konig dienent alle tage.« 
In des ist gewappent der grave Reinolt, 
der da gering was und holt, 
o« und begunde fragen umb Rjrzhart, 
ob ex- noch wer uff der fart. 
Da Antwort ime Adelhart, 
der leoner was dann ein lebart: 
»Reixiolt, es ist uns also ergangen, 
^^^ Weryne von Morlyon hat ine gefangen.« 
Da sprach Reinolt, ein tegen f rüder: 
*Snell, wir entschutden unsem bruder.« 
Da sprach Adelhart, der tegen: 
I^^^nt, Reinolt, das ir mit eren leben, 
i« miu Balsberg ist durch slagen sane 
^d Fryzhart hat tieff wonden empfan, 
^ txxvre dann got, unser herre, 
^^ S^nißt ir nummermere, 
"Y dem thron dar und ußerkoren, 
^ besser ist einer verloren, 
**^*^^x wir alle gemeyn 
vßrlSj^jj lip und ere rein.« 
^^ sprach Reinolt, der jungling: 
*>Vaa sagestu, arges puten kynt? 
»Ja solt der konig von Franken lant 
^^^^^^m bruder henken zu schände, 
^" es hie nach also keme also, 
^^ wir fryde mochten bejagen do 
^^^ ryden in Karies lant, 
%ito TOan golt sagen zu hant: 

^Jient, wa Heymes kinder ryten, 
^^ gene, die den konig wolten bestryden, 

BH^ Wmit. 8181 125 B. 8184 argees A. 8186 latchand. 
dl87uchke]ne also. 



236 

das erging ine zii großen schänden, 

Karle det iren bruder hangen ;^ 
8195 wann by dem guten tage vorwar, 

di£ wer ein sehen tlich wort dar.c 

Do slug fort mit sporen in kurzer stund 

Beinolt das ors, das Fauke pryßt vor .i^» pfimd, 

Reinolt, der degen kone, 
8800 en pryßte das nit vor ein bone" 

gegen sym ors Beyart, 

hett er es gehat uff dieser fart. 

In des hat Weryne, der degen, 

Ryzhart in hude gegeben 
8206 wol vierundzwenzig rittem kone 

ine zu füren in Falkalone. 

Sie namen ine in ir wart 

und fürten ine hyn ir fart, 

sie sprachen alzu haut alldar: 
8210 »Ryzhart, ir sint gefangen vor war, 

uch enmogen nit verdingen 

alle, die ye lip empfingen, 

wir sollen uch alle zu haut 

liefern dem konig von Franken laut, 
8216 der uch mit syme gesynde 

mom thut henken zu wyndcc 

Da sprach Ryzhart, eyn d^en wys: 

»Gnade mir, got von dem paradys! 

Herre, myner seien mußestu pfl^en dar, 
8220 der lichnam muß ende hau vor war. 

Herre Reinolt, lieber bruder, 

mynes vater kint und myner muter, 

uch befelhen ich in diesem stryde lyse 

dem rychen got von dem paradyse, 
8226 diß sprach Ryzhart, der herre, 

ich gesehen uch nummer mer, 

imd mynen bruder Adelhart 

8198 hundert. 8200 ein fehlt. 8203 hett. 8215 syme] ui 
8219 sele. 8220 444 A. maß fehlt. 8223 dißen. 



ijbefelen ich got zu der hinderaten fart 
^d Fiyzhart, mynen bruder, 
bdelen ich got und siner müder. 
Bin awegeryniie, frawe Clariae 
pefelhen ich got von dem pHrädis« 
piad mjnea ohera Malq^y^ 
iMfeUien ich saut Dyoui^e, 
[Beyart, unaem guten freue, 
befelhen ich got von N^azareu 
tand Montelban, unser caetell dar, 
Muehen ich nummermer vor war.c 
pi des kam B«iiiolt, der tegea, 
VPfm on gesport mit großen siegen 
IJD den selben gebaren, 
|<^ oh in ime der tufel were, 
(der aporen siege was er milte 
l^and bracht under Minen schilt 
jlFlcmberg, sin gut swert, 

dM er liep hat und wert 

>nd reyt zu Ryzliart mit kralFt, 

Vis das ors gelauffen mocbt. 

In des hant sie ine vernommen, 

4k ime der zorn von was kommen, 
llie sprachen: >Seheut, dort kompt Reinolt, der grave, 
fgUch ob der tufel da her drabe, 
Itr kompt verirret mid verbolgen, 
Ik abelem mut wil er uns folgen, 
j vir mußen 8iehen und han des not, 
fwen «r gerarhet, den alecht er dot.« 
|8tifi sBch man fliehen die Romer, 

Franzojsen D&d Bui^onier. 

Abo beMchudte Keinolt 

'Byzhari, einen bruder stolz, 

'BÜt siner groben inannheit, 

got wei& wol, wie er in das here reyt, 

■Bwr me. 8347 I2ß B. H2ö7 Homere. 82&3 Bui 



238 

der erste, der ime sal begenen, 

unsanfffc sol er ine gruben und nemen, 
8266 er slug ine zu der schultern inn, 

das er kam zu der erden gefallen hyn. 

Da ließen sie zu haut vil sane 

Byzhart, sinen bruder, stan 

und sazten sich zu der flucht, 
8270 was iglich ors gelauffen mocht. 

Reinolt sprach in kurzer stund: 

»Wie stet es mit dir, bistu gesunt 

oder hastu einich gedere, 

das du dich so uff gebest sonder were?€ 
8276 Ryzhart antwort zur stunt: 

>Neyn ich, herre, ich bin gesunt.€ 

»Ja, puten kjmt, ließestu dich fahen do, 

sprach Reinolt zu haut also, 

sonder eynich wider stoß? 
8280 Ir kamen doch nie in kein jamer so groß. 

Oot gebe dir schände, man hett dich gehangen, 

das du dich also ließest fangen c / 

sprach Reinolt zu haut also. 

»Ich mocht sin nit, sprach Ryzhart do, 
8286 under mir was myn pfert gestochen, 

von den fianden konte ich mich nit gebrechen, 

imd ee ich uff mocht kommen, 

was mir min swert genommen, c 

Reynolt, der degen, sprach do: 
8290 >Zu dieser zyt sy es dir vergeben so; 

av mich verdomme unser herre, 

geschieht es dir ummermer, 

ich wil dir solche pin geben, 

des du gedenken solt all din leben.« 
8286 Bynnen des ist gesehen, 

das ine Weryne hat ersehen, 

8263 sol begeinen. 8266 gevallen zn der erden. 8270 igüc' 
8274 sonde A. 8280 doch] noch. 8290 445 A. 8291 an. 
Vnder. 



239 

er rejt g^en Reinolt mit krafiFt, 

was das ors gelauffen mocht, 

und schoß nach ime mit den henden 
NO und sprach : »Ir blibent alhie gefangen, 

Reinolt, arger puten sone, 

got muß nch verdomen tnne. 

Das ir ie in Franhrich kament 

und Fauken sin leben nament, 
^ daramb so wil ich nch fahen zur stunt 

wd liefern nch Karle, das wirt nch kunt, 

der uch mit sinem gesynde 

8ol henken tun zu wyndcc 

Eyn tromme von eym spere 
*• bat er genommen mit großer gere 

und gab Reynolt einen slag, 

«as er bort, noch ensach, 

^d sprach: »Verdomet mustu wesen, 

^yme swager nemestu das leben, 

Pauken von Morlyon, 

^ büß ende mustu han.c 

ßymien des hat Reinolt 

^haben Florsberg stolz, 

**®iixolt was koner dann ein leon 

^^d sprach: »Laß sehen, waz kan Florsberg thun.c 

^^ dem hat er das swert erhaben 

^^ Weryne uflf den schilt geslagen, 

"^ der schilt blonde splyßen 

^d die kofie begunde zuryßen, 

^d Ueß mit großer unmynne 

^ swert in kauffen zu dem kynne, 

^ das er all mit allen 

^ der erden kam gefallen. 

^ sprach Reinolt, der herre: 
•* >Han ich dir getan diß sere? 

^ie geet es dir nu, Weryne kune? 
Wiltu mich nu yt liefern dem konig schone, 

* 

^13 m B. 8317 Ynder. 8332 schon. 



NU 



240 

der mich sol zu Monfaucone 

an den galgen henken tune? 
8336 Ich hoffen, du sollest nit sehen, 

und es sol auch nit geschehen, 

das mich Karle, der konig rieh, 

fangen sol in Frankrich.€ 

Als Weryns manne di& sahen, 
8340 da begonden sie ine sere zu klagen 

und sprach: >Wir han verloren sere, 

Werjrne ist dot, unser herre, 

imd ine hat erslagen zu dieser stunt 

Reinolt, der tegen namme kunt. 
8S46 Wir wollen ine fahen imd bynden ine zu hant 

und bringen ine Karle in Franken lant.€ 

Da slugen uff ine die Romer, 

Franzoysen und Burgonier, 

sie hatten ruwen und zom, 
8860 das sie im herren Weryne hatten verlorn. 

»Monsoyelc rieffen sie stormelich, 

des kongs zeichen von Frankrich, 

und slugen zu mit nyde 

uff die herren an iglicher syde. 
MW Die herren werten sich kunlich 

und slugen wider englich, 

nye enfacht so sere Rolant 

oder Ogyer in eynchem laut 

als Reinolt und die bruder sin, 
8360 das wart an den Franzoysen wol schyn, 

die da verloren ir leben 

und auch erslagen bieben. 

Nu fort bjmnen des ist geschehen, 

hat sie der grave von Salonß gesehen, 
8366 der grave kreyerte da 

und slug sere da hinzu. 

Reynolt det ime schaden groß 

8344 nammen kunt. 8360 446 A. 8362 bUben. 836^ 
8367 große. 



l stach ine under sin orß dot bloß, 
hibelem inut bat der t^en 
p graveti oinen sIe^ gegeben, 
I er Aa mit allen 
Ir sine fnß kam gefallen, 
^olt was ein tuner wygant, 
Fsiaen freue sprang er zu baut; 
ID gewau lli^nolt, der grave, 
hj ors in dem tage. 
r Bhrt was so groß, 
pich man bleib da dot, 
Imocht man sehen mit synnen 
J^j und stryts begannen ; 
|ki Heß alda man ich pant. 
Blich fuü und manig hant, 
|ki »ach mit den angen da 

£ich heupt fallen zn der enlen so. 
I* hielten eie den stryt 
rai der hohen vesper zyt, 
«ip des tage» nit «nfyrten 
f fechtens nit vennitten, 
i mit den awerten 
lfm der erden. 
b das bnclie vorware, 
P pTTshart »0 krank wart aldar 
I also nnder komen von dem übe, 

rtt nit nmb fnnff lande sin 
I «wert lenger getragen 

eytien dag zu den Romern geslageo, 
ftocht «ich enthalten nicht 

Btryt, was ime dar niudi geschieht, 
' )>l»t «ras ime von ilcm herten gangen, 
I er nit raix;bt ge^tau langer, 
1 (tiB mnniteii ine begeben 
^ ist in unmacbt bliben. 
I B«uo[t du* »ach. 



||ll38a 8381 iifsDt. 8397 nicht«. 8403 B«7nolt geiacfa. 



242 

so ensach er nye leidem tag, 
8406 da rieff er lute mit der fart: 

»Wo sint ir, bruder Adelhart? 

Wryzhart lyt hie erslagen, 

got muß siner seien pflegen, c 

Adelhart antwort sane: 
8410 »Got, laßent uns räche empfan.c 

Dat der grave von Saloy 

Renolt großen vernoy 

und sinen brudern groß porse 

beide zu faß und zu orse. 
8416 Da Reinolt der jungeling 

hett sehen helsen sinen schilt 

und mit dem swert fechten 

und sich da mit verrechten, 

er solt ine prysen und loben dort 
8420 gein herzogen und graven fort. 

Adelhart facht mit krafft 

und mit aller siner macht. 

Bizhart facht des glich 

mit herzen und mit willen rieh. 
8426 So werten sich die herren 

in Falkalone mit großen eren 

und volbrachten vil großen mort, 

manich helt dot bleib all dort, 

ich wenen man nye vier gesach 
84S0 so gefechten uflF einen tag, 

also gebe mir got wol zu thun. 

Geyn dem graven von Saloyne 

künden sie sich erweren nicht. 

Als Reinolt das gesicht, 
84g6 nu horent, was er pflagh, 

da er den stryt verloren sach ! 

Reynolt was noch gar stark, 

synen bruder Fryzhart er da warflF 

8407 Frizhart. 8424 Das zweite mit fehlt 8429 447 A. 
tagh. 8435 pflag. 



243 ^H 


iiff sinen talß mit knirtt ^^^^B 


and fl()ch, was er geflieh»! mocht, ^^^^^^| 


zu einer hohen fekeu ^^^^^^| 


f(.Ig.le »«>re Adelbart ^^^^H 


and Rfzhart, der wi;^nt. ^^^^1 


mit bloüeD swerteii in ir haut. ^^^^^^H 


Su& werten sich die tegen koiie ^^^^^^B 


FrauKosea und Btiiyoiie, ^^^^^^^H 


di^ K^itKdt vername, ^^^^H 


Am er mit Fryzhart an den rtich kam. ^^^^^^| 


Der rech was marmelin, ^^^^^^^^| 


dar nff dru^ R^iitolt den bnidor ^^^^^^H 


nd hat den tegen gemejt ^^^^^^H 


■ff einen platten atein geleyt. ^^^^^^H 


Bi tuwe got unatir frauwe, ^^^^^^H 


ide mußen scheiden mit raiiwe. ^^^^^H 


jUftua hant die herre» veniomnu^o, ^^H 


jU» sie iilf den rech sint kommt;]!, ^^M 


flu fundcn sie stein ein michel huffe, 


Hie trugen sie uff den rech zu hauffe. 


m iacten sich die vier berren 


fBtit Kteioen faut m weren. 


Vrizhart mast da die uerc begehen, 


Mnnn er waa hy nach dot bieben. 


tber ^prave ron Tsalons det ine folgen. 


idle'iiiu manne sere verbolgen, 
nd machten grobe rluge, 


Hw Rejmolt hett siu nnige 
Hn tagM ao j«nierlich erslagen. 
Wnd AdeUiart, der t«gcn, 


let die rech suchen eere. 


Böoolt werte sich als ein berre 


nd warf mit steinen uiderwert 


(0 tod manu und pfert. 


idethart warff des Melben glichen 


n Mmk A , M immer. &M9 mumelen. 8457 hitlff. &4.'>8 


8ieSUI«bw. 


16 • j 



244 



mit gryrame gar endelichen. 
8476 Bizhart det als, das er mocht. 

Da werten sie sich mit krafft. 

Als der grave das ersach, 

das er den rech nit enmag 

gewynnen, als ine ducht, 
8480 da was im zu mut gar unsanfFt. 

Nu horent, wie Ogyer, der grave, 

Beinolt begonde klagen ! 

Er sprach: »Renolt, süßer nefe myn, 

das uch uwer mag alsus begebent sin, 
848) nu mogens ir uch klagen altoys 

all zu male fruntloyß, 

das wir uch also mußen begeben 

und Karle undertenig wesen; 

unser mag und uwer gesiecht, 
8490 die sich pjmen umb laster und unrecht, 

dragent bezwang von dem konig, 

das ist ein werlich ding. 

Ich weit uch gern zu haut vil san, 

dorst ich vor Karle, in hülfen stan, 
8496 entsehe ich den konig nit, 

so were uch übel geschyt, 

es solt uch wol gezemen, 

das wir zu uch kemen. 

Wie wol ich anders helffen nit, 
8600 lieber nefe, wie es geschyt, 

so enwile ich uch hindern nit, 

was mir auch dar nach geschyt. c 

Diß hat von Tsaloyns vernommen 

der grave und ist zu Ogyer kommen, 
8606 lute rieflF er mit dem do: 

»Ir sint verreder, herre Ogyer, so, 

das sagen ich uch, koner tegen, 

ir woUent verretniß pflegen. 

Ogyer wider rieflF daz zu haut: 

* 

8485 Altoys AB. 8494 hilffe. 8497 448 A. 



245 

»Herre, ich entun, by sant Ämant, 
abo behalt mir f^ot myn ere, 
verreder friwerden kli nummenner; 
dann ich sagen uch sonder wane, 
Seinolt, herre von Montelbane, 
«r i«t myn rechter nefe zware, 
Sme zn heißen oder schaden ich endar, 
■bn enteeheu ich den koriig 
'Karle, das sint werlich ding.« 
J)ct grav« von Tsalons sprach mit dem: 
»Ogyer, ich han es wol gesehen, 
also behalt mir got myn leben, 
■ir wnllent verretniß pflegen,« 
lOgyer Antwort wider gereyt: 
,3lr li^ent, herre grave, got weiß, 
tantaehe ich den konig nit, 
■0 wer lieh nbel geschyt, 
■ai »olt nch wol gezenien 
i4ia henpt von dem lip nenien, 
lifts ir Dummer gnten mann 
:TerTettny& ziegont an.« 
tjDer gmve zornte sich umb da« 
Wd sprach ; >Ogier, in mancher stat vor 
ftet«D ir dem konig gedienet wul, 
|iIlB AdUerent ir, das sagen ich nch wol.< 
fOgyer antwort sarie : 
[*»By got, grave, daz were ul>el getan, 
(Wlt ich niyn xaa^e fangen, 

) sie der konig det bangen. 
tetDtdt ist myn rechter nefe zware, 

e XQ helffen oder schaden ich dare, 

I wolt ich sagen werlich 

r dem konig von Frankrich. 
C At, berr« grave, ist ea uch be<iiiem nu. 
fin kb fare» zn dem reche zu 

1 fragen Reinolt, aiynen nefen, 



246 

ob er den berg wolle xxS geben, 

oder langes krieges pflegen ?€ 

Da sprach der grave: »Ogyer, das wir besehen, 

ich wyl myn folk all sonder lezen 
8660 dun von dem rech sezen, 

ich sol wol hut noch sehen, 

ob ir verrettniß woUent pflegen, c 

Do det der grave von Tsaloyn 

sin folk baß hynder sich tun. 
8666 Ogyer reyt zu dem berge wart 

frolich und unverfart 

imd det nach siner acht, 

den berg reyt er uflf mit krafft. 

So müde was der jungeling, 
8660 das er lente an sinen schilt 

und lach über syne zur erden, 

mit den steinen er sich werde. 

Adelhart det alles, das er vermocht, 

und Ryzhart bewisde sine krafft. 
86«6 Als Ogyer an den berg kam, 

er sprach: »Haltent still, myne mann! 

Uwer keiner sy so kun, 

das ir yt begynnen zu tun !« 

Er rieff mit einer luden kele: 
8670 »Rugent, Reinolt, lieber nefe, 

als helff mir got der gut, 

edeler greve, ir sint müde.« 

Reinolt was müde unmaßen sere 

und sprach : »Ziehent baß hinder sich, Ogyer, 
8676 als helff mir got zur guten fart, 

ich werffen solchen stein nyder wart 

und werff uch und uwer pfert 

zu dot in dieser selben fart.c 

Ogyer antwort in kurzer stund : 
8680 »By got, Reinolt, ir detent sund; 

* 

8551 noch hut wol. 8563 449 A. er] ich. 8568 begynne, 81 
131 B. 



247 

■Is behalt mir gut iiiyu ere, 

Seil dar ach nit helfFen, diu muwet mich eere, 

■Ibo entsehen ich Karle, den konig fry, 

njDen herren, d«i diener ich sy.« 

Iki sprach Renolt, der degen : 

»Verreder, wie mochtestu begeben 

idine mag und dine nefen ? 

AU behalt mir got mjn leben, 

l'Uocht ich von diesem stryde thun ein leere, 

riprach Keinolt, der edele herre, 

in myn lande, wartent niyn dar, 

iu nagen ich zware.« 

Da sprach Adelhart, 

;der koner was dann ein lebart: 

»Farent zu got, lieber nefe myn, 
rgot muä in uwerni geleyt »in, 
Htj dem got, der nrir gebot, 
iir begabent uns nye in keyner not. 
'6an mir got der eren, 

iaa ich von diesem kriege mag keren, 
:,ils helff mir sant Johann, 
jBit beiden hendeu werden ich nwer man, 

Ogier, mogent ir bejagen san 
'■Usern frieden gein dem graven von Tsalous li 
IBeinuIt sprach da mit zoren : 
(aSirig, gut mnü dich verdoren ! 
ibt er DJt unaer rechter swere, 
jler Terreder myiin, noch mere? 
flBr t»r imn nit helffcn in keyner wise 
jpgen d«m konig von Parys ; 
imnnt an mir hant ir einen äant vor war, 
■M sy ucb geseyt ofTembar, 

d> helff mir got zn eren, 

idi TOD diesem alryi ker«a, 

qtracfa fi«nolt, ein ileg«n ßer, 
1 fiant hant ir au mir.« 

IM. 8610 gegem A. 



248 

Da sprach Ogier, der tegen: 

»Blibent zu got, myn lieben nefen, 

was uch dar nach geschyt, 
8620 den berg begebent nit.c 

Da sprach Adelhart, der herre: 

»Ogyer, got muß uch geleiden in eren.€ 

Alsus det Ogyer, der herre, 

von dem reche einen kere. 
8626 Der grave von Tsalons sprach mit dem, 

als er Ogyer hatt ersehen, 

der kun was und fier: 

»Wie trostent ir uns, herre Ogyer? 

wedder wollent sie den reche uflf geben 
8630 oder langes krieges pflegen ?€ 

»Ich enweiß, sprach Ogyer, 

der kune was uud fier, 

was sie jagen und dryben ; 

sye mußen hie gefangen blyben. 
8686 Das sprechent Reinolt und myne nefen, 

sie wollen den berg nit uff geben, c 

Da sprach von Tsalons der grave fier: 

»Ich wiste wol, grave Ogier, 

das ir kein wort sprecht dar gegen, 
»MO noch wollent ir verretniße pfiegen.« 

»Ir liegent daran« sprach Ogier, 

uff den graven begonde er sehen schier 

feil mit bösen äugen, 

übel mocht er den laster dangen 
8646 und sprach mit feilen synnen : 

»Herre grave, wollent irs bekennen, 

ich sagen es uch noch, ich sags uch mere, 

by Jhesu Crist, unserm herre, 

entsehe ich den konig nit, 
86to so were uch ubele geschyt, 

ich wolt uch, sprach der degen. 



8629 weder] mir, korrigiert aus wir A. 8631 450 A. 8643 
8648 unsem A. herren. 



249 

das Henpt von dem buch legen, c 
Da sprach Ogyer, der grave gezeme: 

»Herre, ist es uch bequeme, 
M 80 sollent ir das myden, 

ir sollent zu der reche ryden 

und sehen, ob uch Reinolt, der tegen, 

sins dangk woU die reche uff geben, 

und ich wil selber ziehen dar 
MO uff den berg sonder lezen und nemen war, 

da wil ich warten und sehen, 

ob ime hulffe mag geschehen 

von ferre und nach dan 

oder von dem kastei Montelbane. 
^ Sehe ich ime zu hilff komen yemant, 

da sy uch geseyt und sy uch bekant, 

80 wolt ich da gen faren dann, 

by dem guten stant Steffan, 

^ye sollen zu pfände la&en das leben, c 
*"• Snß ist Ogier, der d^en, 

^ einen andern berg gestegen. 

^r graye von Tsalons, der degen, 

"at Hu den reche belegen 

^^d det da mit nyde 
^^ die rech bewaren an iglicher syte. 

^^ ist es Reynolt zu den sorgen gewant; 

^ tuwe dann got und sant Amant, 

8ie mögen sich behalten nicht 

^ der rech, wie es geschieht. 

^^ grayen lute daten uff gang 

*^ iglicher syten des berges lang. 

"Einölt was seer stark noch do, 

^* großen steinen warff er nyder also, 
den er gerächt, der was nit gespart, 
^ ^ Warff dot man und pfert uff der fart. 
Nu lafien ich von diesem bliben, 
^d horent von andern meren schriben ! 

^ oög. 8671 gestiegen. 8675 syt. 



250 

Reynolt hatt einen clerk lieff, 

der ging lesen einen brieff 
H6U0 in nigromanzien geschriben, 

das Reinolt uff der rech was bliben 

und Yve die vereinig hatt getan. 

Den brieff sol er zu hauff slane 

und ging mit jle in den sale 
8696 zu Montelban all sonder hele. 

Er hat Malegys yemomen, 

und ist uß der kamem kommen 

und rieff mit yle do 

kochen und druchseßen darzu : 
8700 »Ir herren, noch hynt zu abent uns dunt 

gnug bereyten zu dieser stund, 

wann, by dem guten tag, sane 

noch hinnacht kompt Reinolt sonder wane. 

In iglicher schusseln einen swanen, 
8706 einen kappune oder einen krauen, c 

Der clerk das wieder rieff do : 

»Noch hynt kompt Reinolt nit also, 

wann ich hau Reinolt lieff, 

ich laß ime hut einen brieff, 
8710 da inn fant ich geschriben, 

Reinolt ist verraden und vertriben, 

er und sin bruder kone 

uff einen berg von Falkalone.« 

Als das herhört Malegys, 
8716 der da klug was und wys, 

er greiff zu der linken syten 

sonder eynich lenger byten 

und zoch zu haut einen gnypp 

und wolt ime selber nemen den lip. 
8720 Des hatt der clerk groß far 

und sprang fort naher dar 

und nam Malegys by der haut 

und yme den gnyp entwant. 

* 

8700 451 A. 8709 133 B. 8715 wyse. 



251 

1«>rk sprach zu ime: >Selient, 
K*er, verstaut und Tei'uemmentt 
xl ir nch eelber ^edot, 

nefe were nochtann in der nnt. 

za hant uwer zeuberye machen, 
i, den kooig, und die §in dunt slalfun 
lunt blasen in biisauneu 
Innt ee kundig den baronen 
Xftchent ein groß geschall 
lont sie sich wappen all, 
^«inoldus mann, 
Farent ime zu helä' dann 
3eyart, er bat es also zu tone,< 
sei es tun< sprach der degen kone. 
^yg begann die zeuberie machen, 
;onig Yve and die synen worden alaffen. 
gy» blieö in sin hörn, 
nan gar ser und ferre mocht hom, 
machten ein groß gelut 
aa sale nnd dar iiü 
deteii bereyten in der «tat 

und dein umb das 
det wappe ein gezale do 
tehfin hundert R^inolt mann also. 
ir ging der wigant 
m ttal, da er Beyart fant, 

«att«l er begreiff, 
etart er da lieff. 
ine das ors keinen sach, 
logt ir hören, was er zu tun pfl^. 
Tordesten fnfi er verhob, 
1 dem gereyt er da slug, 
italegyB, der zeuberer, 
IT nttiren flocb ril sere, 
(alegys das ersacb atao, 
, fteff o^reiff er do. 



8738 ton. 



252 

8760 Beyart er mit slug 

und gerächt ine in das gefug 

zwuschen die oren, got weiß das, 

das er uff den knyen saß. 

Beyart was gar verbolgen do, 
8765 nach Malegys warff einen fufi also, 

das der frene sonder wane 

zwen steine uß der kryppen sane, 

so sere slug der frene, 

das sin seyle zu brachen gemeyne. 
8770 Als Malegys das gesach, 

das er Beyart nit nahen mach, 

da sprach Malegys zu der fart: 

»Böse fart mustu faren, Beyart, 

das ich dir nit genahen mag 
8776 hut uff diesen tag; 

gern wolt ich ime zu hulffen stan, 

der uch groß ere hat getan. € 

Als diß sprach Malegys, 

Beyart verstont es bas dann ein kint wys 
8780 und viele vil werde 

uff sine knye zu der erde, 

das heupt bot er dem wygant, 

hett er gehatt ein messer in der haut, 

und hett das wol gepflegen, 
8785 er hett damit gestreden. 

Als das sach Malegys, 

der klug was und wys, 

das sich Beyart, der frene, 

nit enwert groß, noch klein, 
8790 zur yle er den sadel nam zu hant, 

uff Beyart er ine swang, 

er sadelt ine vil süße 

und gurt ine, so er best mocht, 

mit vier syden gurten da, 

8770 452 A. 8775 134 B. 8776 huflfen. 8781 erden, 
geflegen A. 8787 wyse. 



253 



so ^rt er Beyart vil sa 
und mit vier gurtzyngel do 
sol er es fast dringen zu. 
sazte do das vorbrechte 
und wol mit fug vil recht, 
do iet er ime in korzer stund 
den guten zäum in sinen mund. 
yU kone mann 
konverturen det ziehen an, 
äls^UB sich zu Wappen began 

stark degen und koner mann, 
ime zwuschen heupt und knyen 
kejn bloß mocht gesehen. 
Dck spien er vil bolde 

rot Sporen an von rodem golde, 
i^appente sich der herre 
gerinklichen und sere, 
liatte ruwen und zoren, 
«ioen nefen wand er haben verloren, 
da det an der t^en kone 
» ein perpront groß und schone, 
dc^ inn was gesticket glaß, 
icH wenen in dem lande kein besser was; 
dar nach det der tegen snell 
^^ sinen lip ein heren fei, 
** das er faste an sinen lip det stan, 
^^nen halsberg det er darüber an. 
^^^ den halsberg bracht, 
^^ wol er sichs bedacht, 
^^^ ringe waren von stale durch slagen, 
^üch ring durch die andern getragen. 
^J" degen kleyte sich in den stunden 
^^'Xih die angeste von den wunden, 
^ der selben stunt der herre fr; 
^ Tiff zoch ein curysy, 
^le blader, die da inn lagen, 

^ luid und A. 8815 schon. 8825 ander A. 



254 



waren von bninem stale geslagen. 

Do bant er uff das heupt sin 

ein gestickt hubelin, 

daruff sol er bynden 
8886 eyn plate mit guten synnen, 

eyn kofie saß dar oben, 

die mann mit eren mocht loben, 

daruff einen heim von pryse, 

das kein swert ine mocht snyden. 
8840 Der heim was sere gut, 

von golt blenkt er rot, 

manig 'stein stunt daran, 

des ich gesagen nit enkan, 

myranden und sophyre 
8846 und stein von manicher maniere. 

Da gorte er an sin syte 

ein swert von guter snyt. 

Als gewappent was der wigant, 

uff Beyart sprang er alzu haut*, 
8860 die glene nam er in die haut vil sa, 

die stark und lang was alda, 

des macht er sich nit malß, 

den schilt hink er da an den halß. 

Also nam urlop Malegys, 
8866 die benedictio gab ime frawe Claradise, 

so füre Malegys, der kone, 

Reinolt zu helffen in Falkalone, 

und mit ime ein gezale also 

funff&ehenhundert siner mann do. 
8860 Suia reyt er berg und tale, 

die zu Falkalone giengen wale, 

Malegys konde Beyart nit bezwyngen, 

er wolt ummer springen, 

da was der ußerkoren 
8866 zwey scho&male zu foren. 



8838 453 A. 8841 135 B. 8846 syten. 8847 snjten. 
hüffe. 8861 wol. 



r 



255 



lAUtis kam Malegys, der kone, 

in «Ivn tale geryten zu Falkalone. 

"ByDDeu des waz Reinolt ao inude aere 

md Ädelhart, siu bruder, 

rand Rjzhart, der herre, 

ii»a sie mochteu nit mere 

^md wollen diu reche begeben. 

IBynoen des sach Reinolt, der degen, 

lUalegys, den zeutjerer, 

i;md Beyut, sinen freue, von ferre. 

I Alfl Reinolt ainen frene ersach, 

I BD hene erlucht ime als der tag, 

j.itt s[>rarh R«inoIt, der t«^en: 

; »Icli hii» Beyart gesehen, 

i,ir hvrren, by dem guten sant Dyonise, 

iiud den «ubeter Malegys; 

nÜB hvlff mir got, unser herre, 
ins folkes ensehen ich nit mer«. 
H bat Ualegyg vernomen? 

Br üt »onder bilfT her komeo. 

Skbe got und sant Johaon, 

Is» ich hie bett alle myn manu !* 
dos Heinolt gesprach, 

tryzbart hört es, da er lag, 

vnd wart erwachet do 

I eoUprang \i& siueni slaff also, 
b«u[it er do nfT stach, 

«n Keinolt er da sprach : 
>R«ttK>U, durch gnad<- »iigent mir, 
hört ich uch nit Beyart nunneti bir? 
AI» gebe mir got gut gefalle, 
lege ich ine, ich were genesen all.« 
Do ipracfa Reinolt, der grach: 
>Icli Hhen ine in dem dale dur aU>, 
lUlflgys hat ine bedchrytt«!! 
und bringet ine here gcrjrtt^qi. 



256 

Adelhart, nu besehent starke 

Ogyer von Dennemark.€ 

Adelhart: »Bruder, herre, 
890B ir kennent wol den zeuberer; 

all betten sie ine gefangen, 

nochdann solt er ine wol sin engangen 

mit der bebendikeit, die er kan.« 

Da spracb Fryzbart, ein kuner man: 
8910 »HelflFent mir, bruder, das uch got ere, 

das ich möge stan uff mynen beinen, herre, 

imd laßent mich schauwen in den tale 

mynen oheim und Beyart wale.« 

Reinolt hat die wort vemomen 
8916 und ist zu Fryzbart komen 

und nam ine gar süße 

und det ine stan uff sine fuß. 

Da sach er vil wol 

Beyart lauffen in dem tale, 
8920 er wart frolich und sprach mit desem: 

»By got, Reinolt, ich bin genesen 

von mynen wunden all gemeyn, 

ich fulen ir niergen keyn.c 

Nu fort bynnen des ist geschehen, 
8926 das Malegys Ogier hat ersehen, 

da sluge er vil balde 

Beyart mit sporen von golde, 

er ließ sinken sinen spieß, 

so wie es ime darnach geet, 
8930 und reyt zu Ogyer mit krafft, 

was Beyart lauffen mocht, 

und stach uff ime syn speer entzwey. 

Ogier sprach: »Byn ich gein uch hie? 

Malegys, was zybent ir mich nu?« 
8936 Malegys sprach : »Verreder, verwaßen werdesta 

Ensehent ir nit Reinolt, uwem nefen, 



8907 136 B. 8908 454 A. 8913 wol. 8924 ?Dder ^ 
fehlt B. - 



257 

nem großen here belegen 
m dem lip in sorgen befan ? 
rent ime nit zu hilffe stan. 
adent uch, Og>er, fort mere, 

mich sind ir nu feden gewUre.« 

sprach: »Herre Malegys, 
k von dem paradys, 
en ich uwer zeuberye nit, 
r uch übel geschyt; 
verdomme got, der gut, 
It uch strytes machen müde.« 
ys zomte sich unib das, 
vert er uü der scheiden det nit laß, 
it was von prys, 
?yt granim zu ime in siner wys. 

was koner dann ein lebart 
3ch mit yle sin swert uff der fart 
rande Malegys haben geslagen, 
is ors hat ine entdragen. 
t lieflF zur reche wart. 
It sprach zu sinen brudern hart : 
frren, by sant Dionisc», 
n wir als der wyse ; 
enweiß der grave nit, 
a nyden ist geschyt, 
las Malegys ist kernen.« 
veischen hat Reinolt vernonien 
?hen hundert siner mann, 
le hatten halsberg an, 
s frolich und sprach mit dem : 
ban myne manne erxehen. 
h lieü in Montelbane, 
ollent uns zu hilff ntaii ; 
>llen wir uns bv banden neninjen, 
1 Reinolt der degen, 
rollen die reche gau nyder. 

«rrent 81'.>;> aoe. ^:A wart] wju« tmi fnwauthtm A. 

17 



258 

glich als wir uns wollen uff geben dem heer.« 

Alsus kamen die herren wol getaue 
8976 und wolten den berg nyder gane. 

Der grave Tsalons hatt mit dem 

ßeinolt und sin bruder ersehen, 

der grave sprach zu hant do: 

»Ich sehe wol, Reinolt wil nit fechten also, 
8980 nu wil ich sie nemen zu hant 

und liefern sie Karle von Franken lant, 

der sie nit enleßet versonen 

umb alles gut von Dardonen.« 

Der grave reyt zu der reche, mit dem 
8986 hat Bevart Reinolt ersehen, 

als das ors sach sinen herren, 

da lieff es mit großer geren 

Reinolt engegen 

und hat Malegys verdregen. 
8990 Als Malegys das ersach, 

das er sin nit gehalten mocht, 

er wante den zugel her und dar, 

und da des Beyart wart gewar, 

da det er einen sprung vil groß, 
8995 das Malegys durch die not 

rumen must stegereiff und gereyt 

und fallen nider uff die beide. 

Zu Reinolt lieff das ors Beyart 

und Malegys stund uff zur fart 
9000 und greiff gering zu dem swert 

und ging da fechten mit begerde 

und begenet eym Borgelyon, 

der stark was und kone 

und hatt ein schone orß beschreden, 
9006 er kam gein Malegys mit ubermud gereden« 

Da sprach der zeuberer do also : 

»By got, ir laßent uwern freuen hie nu.€ 

8974 137 B. 8978 455 A. 8987 das A. großen. 8992 < 
fehlt. 8993 gewart A. 9000 Vor swert getilgt speer A. 



iDbs awert erhiili Malegys vil sa 

E*-' 1 slug Jen Biirglione alda 
npn tifT sin brüst bnit, 
es inie zu den aclmdem durch scheyn, 
4t»B er alle mit allen 
in der erden kam gefallen, 
K&legys, der wTgant, 
■ff das ors sprang er zu hant. 
gUsus hat der zeuberer da 
fiinen andern frenen vil h&, 
fav slug mit Sporen zu der fiirt 
Wid machte sich zu der reche wart, 
fd* er Reinolt sach kommen, 
^sd als er K«inolt hatt vernomen, 
W sprach : >Nefe, siut sonder fare, 
dfaie ist uwer folk von Montelbane.« 
Haleffys enhinderte sich nit, 
Bit dem er von ime schiet 



Ond b^egent eyueui üant, 
■im er traff all zu haut 
M>en ulf sinen helin also, 

ime das »wert zu den zenn 
Mn brnnen dem ist geschehen, 
>n Tsalons bat 
I orü Beyart 



^esebet 



iffen uff der fart. 

> M4{H uns di« hjstorie Turware, 
tytai lieff zu Reinolt aldare, 
I ReinoK, der wygant, 
t t1« uff Beyart tpnng 



l giwff I 



r ajten 



I socfa sin nrett tod gnter initen. 
bjnlt ea nit Tennjdai, 

I beer wolt «r rjita, 



i awvt aol «r ine gruben, 



M8S rader. MM tSS f 



260 

er slo«li ine in das bellont, 
9046 das das swert zu dem sadel stont. 

Bynnen des ist kommen Mal^ys, 

der klug was und wyse, 

under des graven beer 

von Tsalons in großer wer 
0050 und rieff vil sane: 

»Slahent dot, ir Herren von Montelbanic 

Der stryt wart da groß, 

da bleibe manig man dot, 

da sacb man slan und stechen 
0066 und manchem daz herz zubrechen, 

und manger herre bloß 

und manger ritter heuptloß; 

manich ors wart ledig lauffen, 

das man da sonder kauffen 
9000 mocht haben, wer des dorfft 

und abenture da sucht, 

und das blut lieff da zu tale; 

an beiden syten namen sie schaden wale. 

Also saget uns das lyet, in derselben zyt, 
9066 als der grave von Tsalons sycht, 

das er sich erweren nit enmocht, 

da sazte er sich zu der flucht, 

was die ors mochten lauiFen, 

das mußt mancher dure kauffen. 
9070 Malegys reyt in dem storme dar 

und macht manchen blut far. 

lleinolt facht als ein tegen gut, 

nochdann was er gemut. 

Was Beyart mocht werden in sorgen, 
9075 das ging er mit den zenen worgen, 

und mit sinen fußen foren 

facht das ors ußerkoren 

und mit sinem heupt 

* 

9048 456 A. 9056 Nach herre bleib getilgt A. 9060^ 

9071 fare. 



relieii), da» er deupt, 
B eineii freuen verlotj, 
t eiispart sin nit altotj. 
j8, ein tegeu gut, 
Dien in des graveii geiuiit, 
b«cben was er milt 
'«rächt den graveu uff den schilt 
rol zur köre, 
2hilt stach er ime dorch, 
: er auch, weilj got, 
t lind wapiKin nuk ullBonder spot, 
ulsberg diicht den degen kuiie 
ert sin einer hone; 
;jti det iniL', daa im nbel kam, 
■ch den grav<.'U durch den liciiiiaiu, 
fe er mit allen 
r erden kam gefallen. 
[t«ino1t, der d^en, 
inen andern über rclen, 
wert er uff hub vil sa 
lug den genen da iiiit alda. 
et war, so wir fyiiden daz l)esclirii'ln.-ii 
ig hundert verloren da das leben. 
Ogicr hatt in dem syn orß bestreden 
Cam za hant gereden 
die Dorduuen 
Heinolt, dem kunen, 
f ipnuh in kurzer stund : 
lolt, a«fe, sint ir gesuut? 
Br grare Ton Tsalons dot, 
lat ir uberwonden über uot.< 
ch, heire, by sant Dyomse, 
log dot Qiyn oheni Mslegys.« 
pracb Og>'er, der kune: 
lolt, kompt her über diese Üordane, 
t, sprach Ogyat kunlich, 



rMlc. et06 139 B. »113 DorUüii. 



262 

9115 koment justiereu gegen mich. 

Ich manen uch by der selben tniwen, 

die ir gabent der selben frauwen 

Claradyse, uwenn wibe, 

und by dem guten sant Dyomse, 
»120 ob ir mich mogent gefahen hier, 

so raubent mich von dem lip schier ; 

so laß mich got an schänden, 

Reinolt, mag ich* uch fahen mit banden, 

so wil ich uch liebem dem konig 
9136 Karle, das sint werlich ding.c 

Reinolt antwort gereyt: 

»Ogyer, der dienst ist uch bereyt.€ 

Mit Sporen slug der degen kune, 

Beyart sprang in die Dardone, 
9130 er was uff, der frene gut, alda 

ee ein karpff oder ein snuck vil sa. 

Sus für Reinolt, ein tegen fier, 

justieren gein dem herren Ogyer. 

Die ors sazten sich zu lauff, 
9135 die zugel namen sie by dem knauff, 

mit nyde sie sich under stachen, 

das die starken spere zubrachen, 

das sie beyde fielen gewerde 

mit den sedein uff die erde 
9H0 imd sie von unmachten 

die erde balde suchten. 

WoUent ir wissen, wer da was der mann, 

der in unmacht da von kam? 

Das was Ogyer, der stark, 
9146 Gotfritz kynt von Dennemark. 

So lang Ogyer, der degen stolz, 

das wider off kam Reinolt. 

Reynolt was ein kuner wygant, 

uff sine fuß er da sprang 

9119 457 A. 9131 snuck mit versetzungszeicheii, am randc 
AB. 9145 Gottfritz. 



263 

IM und greyff zur linken syten 

und zoch ein swert von guter snyten 

nnd slug nach Ogyer sonder wank 

nff den heim, das da fuer uß sprang. 

Ogjer was kuner dann ein lebart, 
u» mit dem gehilz nam er daz swert da zu der fart 

und sach Reinolt wider vor ime stan, 

zu ime ging er vil sane. 

Sq£ waren die herren befan 

niit gro&em nyde sonder wan 
1« und singen große siege 

der ein uff den andern in den tag, 

snß sazten sich die herren 

der ein vor den andern zu weren, 

iglicher drat den andern uff den fuß, 
»» das kam ine beiden von ubermut groß; 

sns fochten sie manig pose, 

der ein dem andern groß nose, 

816 machten beide groß geschall 

über berg und über tall; 
nn man mocht hören die swert klingen, 

die sie uff die heim daten springen. 

Sufi machten sie, das got weiß, 

die kalten ysen gar heiß. 

Su8 lieffen die ors baß fort, 
"^ Bayart und Broyfort, 

^d lieffen zu samen mit nyden. 

"^yart wolt nit vermyden 

^'oyfort und lieff zu ime snell 

^d dug ine, das er Ifiel, 
•»• Was das ors lieb oder leyd alda, 

* mußt nyder sizen vil sa. 

Als das sach Ogyer, der degen, 

^ sprach : »Böse tier, daz du hast geslagen 

^yn ors Broyfort in dieser not, 
•^ *^ 8olt dar umb sterben dot, 

•1* «u A. 9162 sacken. 9172 HO B. 9175 Beyart. 9185 dar 
■b idt da. 



264 

das heupt wil ich dir sonder wane 

darumb von dinem lip slane.« 

Beyart forcht trauwen nit also, 

anderwerbe lieflF er Broyfort do 
9100 und wände ine haben geslagen. 

»Nit!« Reinolt sprach, der d^en. 

Beyart verstont Reynolts zale 

und ließ Broyfort gane zu tale. 

Da swur Ogyer hart, 
Ö195 das heupt wolt er nemen Beyart, 

dar wart lieflF er mit dem swert. 

Da sprach Reinolt vil werde: 

»Was wiltu tun, Ogier, nefe myn? 

Beyart ist ein stumme tier hie. 
9200 Merk, was woltestu ine zyhen hie ? 

Was hettestu dinen prys gehohet dann, 

all hettestu es von dem lip geraubet sane? 

Genügt uch strytes and stormes hier, 

ich wil uch fangen, kompt ir zu mir.« 
9206 Suß sprach Reinolt mit gefug: 

»Kerent her, ich sol es uch thun gnug, 

laßent die orß zu hauflF morgen, 

Beyart sol Broyfort worgen. 

By den trouwen, die ich schuldig bin mynem 
»210 ich sol uch rauben von dem lip.« 

Ogyer kerte sich zu ime mit nyde 

und slug nach ime mit kryge, 

Reynolt weich an ein syten 

und ließ den slag zu der erden glyten. 
9216 Sere zomte sich Ogyer, der stark, 

Godfriedes sone von Dennemark, 

und hat noch eyns das swert erhaben 

und Avande Reinolt sinen lip han zurslagen 

und hat ine uflF den schilt gerächt, 
9220 das er sere hat missemacht, 

und hat den degen sonder feien 

9187 slan. 9188 158 A. 9195 er fehlt. 9216 Gottfrieds. 



265 



abe geslagen wol .xv". maligen 
durch halsberg und durch kurye. 
Verirret was Ogyer, der frye, 

•*» der slag was groß und sträng, 

das swert ließ er nyder sonder wank 
und hat den degen durchslagen da 
die splyßen von den kolzen vil sa, 
80 das er dem degen gut 

*^ abe slug die sporen von sinem fuß. 
Jfu vort, ee Ogyer alzu male do 
8"^ swert mocht erheben also, 
^'^g Keinolt ime einen slage, 
"* er ime beste gelag, 

^ und gerächt den tegen milt 
ittit gluck under den schilt, 
11^ den halsberg det er ime schaden da 
und slug ime abe hundert maligen so 
uad gab ime ein wonden groß. 

*** ^ÄB swert zun mittell in floß, 
*l*o daz ime das rote blut 
'^der storzte uff sin fuß gut. 
A^ls das ersach Ogyer, der kune, dar, 
*uunue verleib er by synne vorwar, 
^ ubelm mut hat er erhaben 
^^ swert und wände ine hau erslagen, 
"■^^toolt, den d^en wys. 
^yiinen des kam da Malegys 

^ ^«rbolgen als ein lebart 
^iid Ogyer kerte hinder wart 
^d kere über fuß. 
*^üiolt da vor ine schoß 
^d dende von großen sl^en. 
^t^er want das leben nit zu entragen, 
^*^ saget uns das liet, 
8yer endorste lenger nit 



il fniM^*^®' ^^^ vorware. 9247 wyse. 9248 Vnder. Malegyse, 
^*^ «aß« A. 9254 entregen. 9256 459 A. 



266 

da beiden durch Mal^ys, 

Broyfort must er bestryden 

und ungesadelt von dannen ryden 
»260 und hinder ime laßen sin gereyt, 

das da bleib u£F der beide. 

Suß jagte ine Reinolt, der kune, 

in das rivier von Dardone. 

Als Ogyer in das wasser kam 
9296 und das orß swymmen began, 

do sprach Reinolt, der degen vier: 

>Nu mogent ir fischen, herre Ogyer, 

und fahen die großen und die deinen 

und schenken sie uwerm herren gemeyne, 
•270 Karle von Frankrich; 

a^i by got von hymelrich, 

fahent ir groß und kleyn, 

ir mogent ir geben gut kau£F allein. € 

Da sprach der grave Ogyer: 
»276 »Keinolt, nefe, hett ich uch hier 

beneben mir in der Durdone, 

ich wolt uch fechtens machen müde schone.« 

Reinolt sprach: »Es sol geschehen, 

entruwen, ir sollent mich da sehen; 
9280 wollent ir myne so lange byten, 

das ich Beyart mag beschryten, 

ich komme zu uch vil sane, 

mit fechten wil ich uch bestane.« 

Da lieff der unverfert 
0286 mit großer ile zu Beyart 

und sprang uff ine zu der fart 

und reyt zu Ogyer wart 

und wol slahen in die Dardone. 

Da sprach alsus Rizhart, der kune: 
9200 »Reynolt, was. gedenkent ir zu thun, 

ryter stoltz und kune? 

Hett uns Ogyer wollen sin in hinder, 

* 

9264 käme. 9278 solt. 9286 sarfart. 



267 

Malegya hett uns gehollTen numiner.« 

Da sprach Ryzhart, der degeii : 

»Farent zu got, Ogyer, nefe, 

got niuä ucb bewaren 

and iiwem lip alleweg eparen.« 
I Alhie lauen ich von diesem bliben, 

Dil horent von Malegjä 8cliri)>tiii, 
I. «io d«r degeii bolt 
, k^ geryten gein H«inolt 

und rieff mit einer luter kelen 

(lyner xale waren vielen) : 

i' »Ach. Reinolt, siiüer nefe, ich sagen 
och, hetten ir den Dtmoi» geslagen !< 
RejnciU antwort wider sane : 
r»Entruwen, also hett ich gedone, 
loawere das vor mich wero gestane, 
l«lso gebe mir gote gute fart; 
Pc8 benam mir Ryzhart.« 
»Des glauben ich wol, sprach Malegys, 
jlSizbart ist blöder dann ein wip, 
|Vr ist veizaget als ein kappune 

£ fechten, was er hat getan, 
were baß, by myner tmwen, 

l^xu Montelbane by den frawen. 

i| AI« belff mir sant Dyonise, 

V «piach da Malegys, 
B«yi)oIi, tarent über die Dordone, 
das uch got gebe pardune, 
and slahent Ogyer da dot.< 
»Ich ftol, by g'>t der mir gebtirt!« 
Da «log der nnverfert 
Vcynult mit sporen ßeyart 
und wolt ryden in die Dardone, 
das bename ime Adelhart, der kiine, 
by zäume gr«iff er ine Eur fart, 



' got« g«t« taii JL 



268 

da sprach der kune Adelhart: 

»Reinolt, was wollent ir thun? 
0330 Als helfiF mir sant Symon, 

hett UDs Ogyer wollen schedigen, 

wir hetten uns nit weren mögen, 

wir weren sonder wan 

alle dot oder gefan.« 
»386 Adelhart sprach : »Nefe Ogyer myn, \ 

got muß in uwerm geleyt sin! 

Got von den thron gehire 

muß ueh alle tugent geben, Ogyer! 

»Farent, Ogyer, edeler d^^n, 
9840 got muß uwer eren pflegen! 

Konig Karle sollent ir uns grüßen dar 

und sagen dem konig vor war, 

das er boßlichen den schaz 

hat bestadet, den er umb das 
9345 nu zu diesen zyten hat gegeben, 

das man uns solt nemen das leben 

oder fahen und binden 

und ime zu presant senden; 

und sagent mir Karle, dem d^en, 
9860 wil er es vil pflegen. € 

Alsus sprach Adelhart, der fier, 

zu sinem nefen Ogier. 

Ogyer antwort sane: 

»Uwer botschafft wird getan, 
9855 Adelhart, by sant Dyonise, 

ich ließ sin nit umb ganz Parys.« 

Alsus det Ogyer, der herre, 

in Frankrich sinen kere, 

und Reinolt bereyt sin fart 
9880 und fore zu Montelbane wart. 

Reinolt sprach zu hant aldar : 

»Mag ich zu Montelbane finden vor war 

Yven, der mich hat verraden, 

9833 wane. 9342 wäre. 9358 Franckerich. 9360 wart fd 



Hummermee thun ich inie gnaden, 
«b ich ließ ine nit verdiiigeu 
uub alles das gut von Duringen; 
mag ich den verreder fangen, 
ich wil ine mit silier kelen hangen 
B&d l»aden ime so wee, 
Terreter en wirt er nunimer me. « 
Diese rede und diese wort 
It&t Mutftgj's ril wol gehoi-t, 
tpum ritter rieff er zu iuie dar 
snd sagt« ime vor wäre: 
»Diese rede und die^e wort, 
dieß han ich von R«inolt geliort; 
il» sogen ich uch all sonder wan, 
ir lutiltent fiu^n zu Montelbane, 
HalegTH, der kune mann, 
fea YTen, das er fliech von dann, 
der knnig i^t myner herren e;n, 
ime hiu ich luyu lant zu Ichen ; 
Reinolt gefangen, 
er »ol ine by üiner kelen tun bangen.« 
Der rittiT durst des nit ia&ta Att 
tRtd slug sere mit si>oren zo 
Sod r«;t fnre zu Montelbane 
Und det Vven da Ter»tan 
MalegT» bot«cbaffl aldare. 
AI" der konig das bort Tonrare, 
ia was betnipt in Kiucm innt 
nnd empfing färbe und bint 
Ind »wure: »tiy dna guten tag, 
,aniamer me ich krooeo trage. 
In eym monich wU ith nicfa bcffoben aan« 
BDd myuer xelen pAegca dane. 
lUnnolU endar ich boida nit. 
ao was mir dammb geaebTt; 
ich kennen ßeinr>lta über mtit also, 

WM B. U396 4SI A 



270 

0400 er ist kuner dann ein lebart nu. 

Beaurepar ist hie by, 

da wil ich begeben my 

und kaoffen vier pfrunden oder fonff, 

so han ich gnug zu mynem lib.c 
»406 Zu Beaurepar für der degen, 

in das kloster wil er sich begeben. 

Bynnen des ist Reinolt, der fromme man, 

zu Montelbane gekomen an. 

Claryse, die frauwe fier, 
9410 die, was befangen mit truwen hier, 

sie kam Reinolt engegen, 

als die siner wolte pfl^en, 

da sprach die frawe: »Degen fyn, 

got und mir mußent ir wUkomen sin !« 
»416 »Got lone uch, frawe! sprach Reinolt. 

Wo ist Yve, uwer vater stolz ?€ 

»Herre, sprach sie, zwaren, 

er ist zu Beaurepar gefaren, 

in dem kloster wil er sich begeben 
MW und siner seien pflegen 

und bedenken siner sunde daran, 

die er hie hat getan.« 

Das sprach Reinolt, der kune diet: 

»By got, ich englaubens nit. 
M26 Was hatt ich getan dem degen holt, 

das er mich also verraden solt 

und mich verkeufFen und geben 

umb vier seumer mit golt gewegen ?« 

Do sprach Reinolt, der kune diet: 
»4S0 »Gand uß mynen äugen und flicht.« 

Die frauwe wider sprach aldar: 

»Gnadent mir, herre, ich wist sin nit ein hare.« 

Da sprach Rizhart, ein degen wjs: 

»Reinolt, by got von dem paradise, 
»436 wir betten alle gewest verloren, 

9430 flieht. 



271 

. bett ^etan die frawe wol geboren 

iä wir uns werdeu mit ; 

der frauwen soUeiit ir Terzyhen zu hant. 
I Aie verretniti von inu vater ist ir unbekant, 

wanii es was oDe Iren wissen alles gar, 
■and ich das wol sprechen dar.t 
lDi& sprach Rizbart, ein tegen gut: 
i>Nu vergebent ir uwem ubebi mut, 
{wann, hy dem gutfu tag, vorwar ich ucb s^en, 
i|b Falkalone weren wir eralagen. 

Frauwe, dys boI uch »in vergeben, 

•Is lau .mich got mit eren leben, 
'ob ich wil tun von hynnen ein kere 
|tand kommen zu Montelban nummer mer.« 
I Da sprach Reinolt gut : 
|»Ich vergeben ir mynen ubelo mut.« 
I Die frawe was der wort snel, als sie sol, 
Ine sprach : »Got lone uch, ir dunt wol.< 
iTort »prank K«inolt in kurzer stund 
tsnd kust die fmwe an iren mund. 
Nu lauen ich von diesem bliben, 
[»on Ogier wil ich uch schriben, 

«ie Ogier, der kime man, 
Ifal Frankrich vor den konig kam. 
K4l8 dvr konig Ogier ersach, 
WBi herz erlucht ime ab der tag, 
Rb Bpnch Karle, ein degeu fier: 
bStnt wilkommen, herre Ogier! 
nfie isi ea xa Falkalon ergangen? 
nngmt ir mir Reynolt gefangeaP« 



■ grare 



wider ricff das zu haiit: 



ikEntmwen, herre, neyn ich, by aant Amant.« 
Und sprach Ogier, der degen stolz : 
>t?hel b«8tAdent ir uwer silber und golt, 
I ir konig Yven bunt gegeben 
t vier seamer wol gewegen, 



272 

umb das uch der degen bolt 

solte liefern Reinolt, 

wann, by dem Herren der mir gebot, 
9«76 Reynolt hat geslagen dot 

den graven von Tsalons in dem stryt sicherlich 

und mangen ritter lobelich, 

als det er auch, so helff mir sant Symeon, 

mynen herren Fauken von Morlion 
M80 und Weryne, sinen swägerling. 

Herre konig, das sint werlich ding. 

Er hat ir fdlk by nach erslagen, 

das leben han ich ime kome entragen, 

alsus sprach Ogier namekunt, 
9*8* selber bin ich sere gewont, 

min gereyt must ich dar laßen 

in dem acker, by karitaten 

und by^der guten sant Bryden, 

selber kunt ich kume entryden, 
0490 es wer mir leyt oder liep, 

das det Malegys, der diep; 

so groß hilff bracht ime der herre 

von Montelban uß dem castel sere, 

funffzehen hundert degen kune 
ö*96 bracht er Reinolt in Falkalone.c 

Da sprach Reinolt mit dem vil schier: 

»Das glaube ich wol, herre Ogier; 

die von Dennemark mußen plyen, 

sonder not kunnen sie fliehen. 
9600 Ir sind verreder sonder wan, 

ir emboden zu Montelbane, 

by dem guten sant Dyonise, 

mit eym boten Malegys.« 

Als er diese wort verstont, 
9606 im verirrte synn und mut zu stund, 

mit den äugen konde er plien 

9496 Am rande Rolant von jüngerer band B. 9502 H^ 

9506 bHen. 



273 

"KXä fellich uff Rolnut zu sehen, 

8a rieff er mit der fart: 

plr liegent darnmb, boaer miistart, 

i'ila faelff mir unser lierre, 

|Bie enwftrt ich verrede, 

.ttnd wil es aiK'h jeaiant uff mich segeu, 

■inen kampff wil ich danimb legen.« 

Uff Bprang Kolaiit fier: 
i»Noch sint ir ein verreder, Ogier!« 
"Ogier, der dcgen kune, sprach do: 

•Sehent hie myn wede, daz wil ich prüfen 

Gern hett Rolant gekommen 
iiWd von Ogycr wede genonmien. 
"a hett« i^tan Karle, der wygant: 
li tich wil Goutjre, mynen campone, zu hai 
„|nn Ogier fechten thuii, 
I 4sr ein fechter ist gar si-hon.* 
|0b sprach Karle, der fier: 

i>Giuit hin, empfangt sin wede, Ooiitjre, 
md fabe Ogier und ine li^en done. 
Im er was verreder in Fulkaloue.« 
|)D(>r CHm|>ion antwort saue : 
i*By got, herre, dati wirt getan, 
|pls gebe mir got perdone, 
nper tu}\ ich liegen doue.< 
plit den worten ist Goutire kommen 
|tUI<l hat Ogiers wedde genonimeu. 
M)» sprach Karle, der degcn fier: 

Pßebent ostage, herre Ogier.« 
Ich loben es, sprach der tegen, 
wil ich gern pä^eQ, 
der messagier, 
tmA Danamela «oue von Itavier, 
Hl, bj aant Jobao, 
b«nogen Did,herich von Ardanu.« 
sprach Karle und loch; 



1 aont/re, m immer B. ' 9533 463 A. O&tS lo^. 
18 



274 

>Das sint ostagen genug. c 

Aber sprach der konig fier: 
9646 »Herre Dunamels und Bayfier 

darzu, by sant Johann, 

ir mußent sin in diesem schympff dann. 

Das uch got gehalt in eren, 

enlaßent nit vechten diese herren, 
9660 ir enthun'sie sweren beforen« 

sprach Karle uiserkoren. 

»Herre, sprach Dunamels, der kune, 

alles das man schuldig ist zu thun 

und empfengniß wesen sal 
9666 von uwern baronen über all, 

also sollen sie thun iren eide, 

ich laßen des nit durch lyeb oder leyt.« 

Siis solt man die kempffen beide 

zu dem kreiß thun leyden, 
9660 und als sie vemamen, 

das sie zum kreiß kamen, 

Dunamels det bringen dar 

ein Cruz von heylthum vorware. 

Da sprach der herzog von Bayvier: 
9666 »Ir herren, swerent zu den heiligen hier.« 

»Ich lestet, sprach Goutyre, der degen, 

minen eyd wil ich geben, 

ich bin anleger an den kampff.« 

Do lacht er uflF die rechten hant 
«670 und ging zu den heiligen knyen vil schier, 

des konigs kempff Goutire, 

er sprach: »Ir herren, thunt so wale 

und horent nach myner zale, 

das uch got behut in eren, 
»676 na dem eyt, den ich sweren. 

Ir herren, sprach Gouter, der degen, 

verreder hat Ogier gewesen, 

* 

9548 behalt 9554 sol. 9568 146 B. 9572 wol. ^575 i 
9576 Gonther. 



27S 

iae Sprech ich, in Falkalone, 
aj dem eyde, den ich swiir, 
iu weiß ich, sprach der degeti hier, 
inuin ReiaoU ist sin nefe Ger, 
ibo behalt mir j^ot min ere 
Mnd die heiligen, dar ich uff swere.« 
DnnameH sprach sane: 
>8tant uff, der eyt ist wol gethan.c 
HJff spraug Gouthier, der degeii, 
Ata heupt hat er nyder geslegeu, 
(dss Cruz voU er nit ansehen 
||Bod kerte sich umb von inie, das ist gescheiten, 
r^ kome sach er dar do, 
I'Ik Ogyer ging zum eyde also. 
lipo sprach der fnrste Ogier: 
i'»Ir herren, horent nach mir hier, 
'4ax uch gol gebe vil eren, 
l:Mch dem eid, ilen ich hie sweren. 
'Mb behalt mir got niyn ere, 
]]Vtrreder was ich nie mere, 
liftT Ilej'nolt was myn rechter oefe sicherlich, 
idi dur«l ime helffen, noch hinderen werlich, 
ficb ent«ach also sere 
lionig Karte, myuun herren. 
1^ dem herren, der mir gebot, 
kfal^ya det ime hilff grot 
ted br»dit ime .xt'. mann, 
■Be alle hatten haLsberg an, 
tf*e deten groben murt, 
'^itr grave von Tsalons bleib dot dort 
I Morlion 
1 Wn^n, der iegea htm-, 
B daa gtalecbt, 
r bncbt gerochL 
Riiek nch, xpndi der degen. 



276 



da reyt ich zu kampff gein ine, 
»616 des ich unfro wart und bin; 

er wonte mich, als mir wol schein, 

durch myn halsberg und uff die bein. 

Gern hett ich den degen Reinolt, 

hett ich gemocht, zu dot geslagen bald, 
9620 by dem guten sant Dionys, 

en hett getan die helff von Mal^ys, 

der uflF mich kam mit porse, 

da must ich flygen zu myme orse, 

Broyfort must ich beschr}"den 
»626 und ungesadelt hin weg ryden 

und myn gereyt binden laßen 

in dem acker uff der Strassen, 

als helff mir got, myn herre, 

und die heiligen, da ich uff swere.« 
»630 Dunames sprach sane: 

»Stant uff, der eyt ist getan.« 

Da stund uff Ogier gut 

und knyet vor das kruz und kust im den fufi. 

Nu sol man die herren 
»636 in dem kreyß ordinieren, 

da sprach Dunames von Bayfier: 

>Ir mußent über faren, herre Ogier.« 

Er sprach, das er gerne det. 

Uff die ander syte fore der greve. 
9640 Da sprachen die herren und barone: 

>Dunt, das ir schuldig syt zu thun.« 

Da sprach Gouthier : 
*8M^* >Wollent ir leunen, herre Ogier, 

von der verrettnisse, die ir daten 
9645 in Falkalone, so mag man uch raten, 

so mogent ir, sprach der degen, 

von mir daz leben entragen. 



9620 Dionyse. 9621 Malegyse. 9634 147 B. 9643 leon«» ^ 
Versetzungszeichen, am rande leucknen A, leucken B. 9647 le^ 
eben A. 



277 

Pld ich machen iich ziu' snuen 
MgeD Karle, dem komen. 
Ind wollen t irs leuknen nit, 
> ist och nbel geachyt, 
I sol zu hant, und schier 
b nwer leben nemen alliier. c 
)gier das wider rieö* zu h&nt : 
lOoatlier, nwer tranwen forcht ich nit, daz sint bekant. 
lot maü dich verdomen, 
|nracb Of^er mit trommen, 
I entost, was da magst getnn sane, 
nd Uü diu rumeu stau.« 
Bonther wart zornig und slug sin ors mit sporeo 

l hat Ogier erkoren, 
South er was der siege milte 
i gab ime dry sieg uff den schilt. 
! er dry sieg hat geslagen, 
9per hat sin swert erhaben 
I fliug tiff Gouther einen alag, 
an lag sin letster tag, 
tod traff in» za den schultern in, 
■ daa heupt in den plan kam getlugen hin. 
t d«t Oper wonder groli, 
I «nten slages er ine dut shig, 
d wafl des konigea kampton. 
r »o stark was und kone. 
Ijgier waa noch »o stark, 
i dem Midel er uw warff. 
Bao ich nn gethan, sprach der kun, 

I ich BchuMig was zu thun?« 
Ja ir, sprach Snmitson, 
t itff, da« ach gut gvbe perdon.c 
i selten da die herrcn 
1er rot den konig keren, 
] aU die herren vemamen 
1 Tor den konig kamen, 

S669 465 A. UÖT2 und] du. 



268 

da sprach der kune Adelhart: 

»Reinolt, was wollent ir thun? 
9330 Als helfiF mir sant Symon, 

hett uns Ogyer wollen schedigen, 

wir hetten uns nit weren mögen, 

wir weren sonder wan 

alle dot oder gefan.« 
9336 Adelhart sprach : »Nefe Ogyer myn, \ 

got muß in uwerm geleyt sin! 

Got von den thron gehire 

muß uch alle tugent geben, Ogyer! 

»Farent, Ogyer, edeler d^^n, 
9340 got muß uwer eren pflegen! 

Konig Karle sollent ir uns grüßen dar 

und sagen dem konig vor war, 

das er boßlichen den schaz 

hat bestadet, den er umb das 
9846 nu zu diesen zyten hat gegeben, 

das man uns solt nemen das leben 

oder fahen und binden 

und ime zu presant senden; 

und sagent mir Karle, dem d^en, 
9860 wil er es vil pflegen.« 

Alsus sprach Adelhart, der fier, 

zu sinem nefen Ogier. 

Ogyer antwort sane: 

»Uwer botschaflFt wird getan, 
9866 Adelhart, by sant Dyonise, 

ich ließ sin nit umb ganz Parys.« 

Alsus det Ogyer, der herre, 

in Frankrich sinen kere, 

und Reinolt bereyt sin fart 
9880 und fore zu Montelbane wart. 

Reinolt sprach zn haut aldar : 

»Mag ich zu Montelbane finden vor war 

Yven, der mich hat verraden, 

9333 wane. 9342 wäre. 9358 Franckerich, »360 wart * 



279 

*ii?^*Er hat ii£F geben alles sin rieh, 
•»• m Beaurepar hat er sich begeben, 

flit langer wil er kröne tragen in sym leben.« 
We ^enoßen von Frankrich 
s^'niren da all glich, 
^ er ine zu Beanrepar sane 
•* haugens nit solt engan. 

Sas i/rolten ine die .xij. genoßen 

^ ßeaurepar besezen. 

^^s thut uns die tystorie wißen, 

^lant hat Beaurepar besehen 
•"• und mit ime gemeynlich 

^^ . xij . genoßen von Frankrich. 

A.18 Tve, der konig, das ersach, 

"®Ä Rolant vor dem klaster lach, 

^ embot Yve vil balde 
^ syneni eydem Beinolt 

D^t eym boten zu Montelbane, 

«aa er ime zu hilff kem sane 

S^S^n Bolant, sinem nefen, 

^aiui er hett Beaurepar belegen 
"** ^^^d die .xij. genoßen von Frankrich 

*uiid haut gesworen gemeynlich, 

^^® sie mich wollen fangen 

^^d by myner kelen hangen.« 

^^^ embot er dem graven Reinolt, 
"** *^ er ime zu hilff kommen wolt 

fif^Ken Rolant, sinem nefen, 

^^ "^^011 sich ime gefangen geben, 

^^ das er ime in kurzer stund 

*^ö 2iuig snyde uß sinem munde 

^*^d im uß stech sin äugen da 

^^ abe snyde sin oren sa. 

^^^ embot Yve, der monich gut, 

^^^iiolt, und er im abslug sin fiiß 

^^^ ^ßen A. 9733 lag. 9735 Reinalt 9738 466 A. 



9740 



280 

*9 "^* und sin herz im uß snide, 
»766 da er die verretnisse mit det. 

Diß embot Yve Reinolt dar: 

»diesen dot han ich wol verdient gar.« 

Der bot verstunt diß yil sane, 

zu Reinolt kam er zu Montelbane 
»780 und hat Reinolt wol gemejrt 

Yven bottschafiFt geseyt. 

Reinolt antwort oflFenbar: 

»Mit recht sol der verreter henken dar.« 

Als das verstund die frawe gut, 
9765 ir wart betrübt synn und mut, 

ir kinder hat sie genommen 

by den henden und ist kommen 

vor Reinolt, den jungeling, 

und kust an den mund ire kynt. 
9770 »Adelhart, sprach sie, süßer sone myn, 

diß laster, da wir inne sine, 

diß schände und diß sere 

mögen wir vergessen nummermer; 

das man sol sagen in allen landen, 
9776 das sy gehangen uwer altvader mit schänden, 

des mußent ir uch hie nach schammen, 

das ir hant so einen zunammen.« 

Als die frauwe diß hatt gesprochen, 

die trehen ir uß den äugen brachen 
9780 und weynt so bitterlichen sere 

vor Reinolt, irem herren. 

Reinolt jamert sich umb daz, 

all da er stond, an der stat. 

»Laßent uwer weinen stan, sprach er zu ir da, 
9786 uwem vater wil ich helffen so, 

by dem herren von hjrmmelrich, 

gegen die von Frankrich, 

und ich ine lebendig mag befan, 

ich bryngen ine uch zu Montelbane.« 

* 
9766 149 B. 9787 Franckerich. 9788 man. 



|| frauwi 



frauwe waz wys und von werten auß, 
i nejg dem graven vor sin hih. 
Ir^ott, der kone man, vil sa 
p ruETen zu wappen aber alda. 
b sint sie in kurzen etnuden 
L ire Wappen gebunden, 
Ib ReinoIU mann, 
fr', und haiten halsberg an. 
r OT& Holten sie besryteu 
pd mit Reinolt ryten, 
\, dem kloster furen sie an 
it Reinoit, dem konen nian. 
pd ee sie kamen zu Beaurepar, 
tß buch saget ims vorwar, 
fß Rolant, der kane man, 
kl kloater und die monich gewan. 
pA Yre. der Terreder, 

P flieh nff gebeu Rolant mit großer sere. 
RoUnt det ime mit eym bände 
iden sine hande, 
mit den selben worten snell 
er im daz seyle umb syn kel, 
es ime boee oder gut, 
det er ine laoffen zu ftiß 
det ine leiden mit den banden 
\ dem bäume, da er ine wott bangen. 

leyt ine Rolant sonder fare 
fi in den wald von Beaurepar. 
aach Rolant, der d^en gut, 
Bnnit kommen in einem gemut. 
nd Reinolt rieff: >Rolant, nefe, 
•llent ir mir den verreder geben? 
|h wil ine fiiren »onder wan 
I myii kastell zu Montelbane 



r fanfbebandert, 9798 V««ohrjt«D. 9808 tot wäre. 9 
IKa foltivraog in A ipringt hier roa 4M auf 470, ohne ( 
Mge&llen w&re. S811 kell. 



282 

** ™* ^^^ raden ime also wee, 

»8Ä6 uns verredet er nummermee.« 
Rolant antwort sane: 
»Reynolt, laßen t diese wort stan. 
Als ferre mich got lest von schänden, 
den verreter wil ich noch hut hie hangen, 

»880 das sage ich uch by myner kele.€ 
Reinolt sprach : »Das wer zu vile, ' 
er ist myner kinder altervater, 
sie solten es sich Schemen alle gater. 
Av gebent ir mir ine, ich füre ine dane, 

9885 gefangen halten ich ine zu Montelbane 
in mynem kerker von steinen, 
Da gesicht er nummer man dann einen.« 
Da sprach Rolant, der kone diet: 
»Reinolt, ir bittent umb nit. 

9840 Fligent uß mynen äugen, 

ich kan sin nummer getaugen. 
Als ferre mich got behut vor schänden, 
by siner kelen wil ich ine hangen.« 
>Ir soUent nit, sprach der degen, 

»846 ee wolt ich ine uch nemen eben.« 
Da sprach Rolant vil frylich: 
»Arges pryden kint, wiltu dich 
gegen mich hie sezen?« und er da greiff 
und wolt werflfen über den revfiF 

9860 und henken ine an diesen ranken, 
wem es sy leyt oder zu danken. 
Reinolt sprach: »By sant Johann, 
ich fynden hut so einen konen mann, 
der mynen vater sol henken an, 

»866 es solle ime zum ärgsten ergan.« 
Rolant sprach: »By myner truwen, 
das sol ich an schauwen.« 
Er drat nyder uff die erde 
' mit großem anwerde, 

9881 viel. 9832 150 B. 



283 

' den reiff warfiF er uber Yven 

ond -wolt ine selber henken und entiyben. 

^1b üeinolt das ersach, 

^Äs er ine erbitden nit en mocht, 

da sing er mit sporen Beyart sere 

and greiflF balde zu dem swert, 

»en reiflF hyewe Reinolt enzwey so snel, % 

'®Ä er ime uflF die erde empfiel. 

^i*^clt ergreiflf ine unverfert 

"^d leyt ine uff sin ors Beyart. 

"«^fi beschütte ine Reinolt, der wygant, 

^^ sazt sich zu der flucht zu haut. 

^iß sach Rolant, der degen fin, 

^ Haut sprang er uff Valentin 

^^ slug mit sporen an in der selben stund, 

Ues das das ors gelauffen konde. 

' <^d da hatt der degen milt 

^zogen under sinem schilt 

^^aen guten brant; 

Isus jagt er Reinolt, den fiant. 

Syrier wort pflag Rolant viel 

^^d rieff mit luter kele, 

^ sprach: »Degen fry, 

^ sint ein verreder hie.€ 

««ynolt rieff dar entgegen 

^"^d sprach: »Verretniß han ich nit gepflogen.« 

*lr sint das selber, sprach er, by mynem glauben, 

™ uwer lip wil ich es preuben, 

^ gebe mir got gute fart, 

^ch ensol nit helffen Beyart.« 
•• Da sprach Reynolt, der wigant : 

*U^igeteylt wirt. diser kampff zu haut, 

^Min, by got von Nazarein, 

^" enhan nit mee dann eyn man alleyn, 

^^ ir sint mit rittem vil, 

J^^ fehlt 9877 471 A. 9884 dar steht über der »eUe, dar 
^^ *^ A. 9887 proben. 9892 Naiaren. 



284 

^\ui' ^^ S^^S ^^* ^^^ ^ diesem spil. 

Aber, by dem guten sant Dyonise, 

Rolant, beydent myner in guter wise 

so lange uff diesen tag, 

das ich beer kommen mag, 
Moo SO behut mich got in eren, 
^ gewappent sol ich wider keren 

mynen licham gegen uch zu thun, 

sprach der degen kone, 

in dem das ir die herren 
»906 in Frankrich dont wider keren 

und darzu alle uwer mann.c 

»Ja, sprach Rolant, by sant Johann U 

Da sazte er den konig Yven nider 

und kerte zu Rolant wider. 
9»io Da er hielt uff der wart vil eben, 

sol Reinolt Roland die truwe geben, 

das er dar kommen sal, 

im enlaß dann ungefall, 

und fechten gein Reinolt 
9916 einen kampff alle zu haut. 
Suß det Rolant, der herre, 

zu den . xij . genoßen sinen kere. 

Do sprach zu haut Ogier: 

»Rolant, bringent ir uns Reinolt gefangen hier 
»920 Rolant sprach zu ime: 

>Swig, das dich got verdumelc 

Da sprach Rolant: »Ir herren, 

ich muß zu Beaurepar keren, 

und ir mußent gemeynlich 
»»36 wider keren in Frankrich. c 

Da sprach Ogier, der t^en: 

»Rolant wil penitenzie pflegen 

und beruwen sine missedat, 

den apt wil er bitten umb gnade. c 
»980 Da sprach Rolant, der degen fier: 

9898 151 B. 9902 lichnam. 9920 im. 



285 

>S^trig snell, du böse Ogier!« 
Ogi^T sprach: »By sant Johann, 
ich ^1 swigen, Rolant ist gram.c 
Da sprach der bischoff Tulpin: 
»Sagent uns, Rolant, d^en fyn, 
warnmb sollen wir wider keren 
in Fxankrich zu unsserm herren 
und. ir wider zu Beaurepar? 
Das sagent uns oflTenbare. 
Want ich sagen uch werlich, 
als ymr kommen in Frankrich, 
so -wtI der konig, unser herre, 
von uch wissen nuwe mere.« 
Da sprach der grave Rolant: 
15 >So helff mir sant Amant, 
gegen Reinolt alleyn 
bin ich worden kampff allejn 
dar xxmb das mir Reinolt 
^^t det gewalt, 
«• i^ er den verreder nam, 
^^ umb was ich harte gram 
^nd habe mit got berat, 
^b ime glucket die oberdat.€ 
^^ sprach der bischoff ußerkoren: 
* Rolant, haut ir gesworen 
^inolts dot von Montelbane, 
^ enmag er uch nit engan. 
^^tot, man wirt uch das wol sagen, 
^rt Reinolt von uch geslagen, 
^ ensolt dry dag leben nicht, 
^^ sint sicher und bericht, 
^^ 8ol uch graben under die erde 
^^ gro&em ruwen und im werde, c 
^*® der bischoff die wort gesprach, 
^K^er erfrewet sich als der tag, 
^ sprach zu Rolant der degen gut : 



ms 



mo 



*»»ib«^. 



9945 472 A. 9951 harte] sere. 9964 152 B. 



286 

^lasV' » Bringen t ir ine verfoldes gemut, 

di£ sprach Ogier, der degen kone, 

Reinolt gebe umb uch nit eine bone.€ 
»970 Da sprach Rizhart meere, 

der von Normandien was ein herre: 

»Herre Rolant ußerkoren, 

hant ir Reinolts dot gesworen? 

Wissent vor war, sprach der degen, 
»976 wirt Reynolt von uch erslagen, 

ir endorrent numraer mere 

ili Frankreich tun eynen wider kere.c 

Da sprach der herzog von Ardan: 

»Rolant, edeler man, 
»»80 hant ir by uwerm leben 

den tod gesworen von uwerm nefen, 

ich sagen uch sicherlich, so enmogent ir nit en^g'^'^ 

wir wollen uch by der kelen han.c 

Als dräuten ime gemeynlich 
9986 die .xij. genoßen von Frankrich. 

Da sprach der stolz degen Rolant: 

»Nu ist es mir zu sorgen gewant. 

Wolt ir mir alle wider syn, 

das ist mir ein bitter pin.c 
»»»0 Da sprach Dunames^ der wygant: 

»Hort nach mynem rat, Rolant!« 

»Was rades sol ich hören?« sprach der degen, 

»myn truwe han ich ime gegeben, 

Reinolt, dem konen wigant, 
9996 gegen ime zu fechten in eym kampflF. 

By dem guten sant Dionise, 

ich liegen ime nit in keyner wyse, 

ich sol myn truwe quiten 

gegen Reinolt in dem stryte.« 
10000 »Rolant, laßt diese wort sin, 

als helff mir sant Valentyn 

und der gut sant Amant, 

Ü967 TOT foldeB. 9981 unserm. 9982 engan] genesen. 



287 

ge^ea Reynolt enfechteu ir keinen kampff. 

Ir 8olt uwer truwe qwiten 

^egen Reynolt in dem strytte, 

dann soUent komen sicherlich 

die geno&en von Frankrich 

mit iren swerten zu der were 

und slan uff Reinolt sere; 

^^ er uns dann wichen, 

das sagen ich sicherlichen, 

^ sint ir quyt, greve Rolant, 

das ir ime gelobten in die hant; 

^Qd ynl er uns wichen nit, 

^ ist ime übel geschyt, 

^ii' sollen ine fan alle gemeynlich 

Qnd füren ine zu Frankrich. c 

^Ä sprach Rolant, der degen: 

»Eia falscher rat ist hie gepfl^en. 

tterre Tulpin, sprach der kune, 

'^^ enwil des nit tun. 

Ich qqJ gegen Reinolt fechten kone 

md in dem stryt gein ime verrichten.€ 

S\ig sint sie by Rolant bliben, 
^^d Reinolt ist zu Montelban geriden 
^^^d fort mit im sinen sweher Ive 
'^nd gab ine Claradisen, sinem wip, 

^iid sprach vor ine alle gader: 

*^iuwe, nement hie uwem vader.c 

^Ä dankt die frauwe sere 

^^d sprach: »Got lone uch, lieber herrelc 
*^ det die frauwe uff der fart 
iten vader halten hart 
^^b die untruwe und verretniü mit, 
«» die er Reynolt in Falkalone det. 
^ seit sie loben und prysen 
^ör konig, vor herzogen und vor allen wisen. 
^ dem rieff Reinolt zu sinem vater 

10005 ttryten. 10015 473 A. 10023 verrecLten. 10030 153 B. 



288 

^\uo' ^^^® mann alle gader, 
10040 er sprach : » Vestent mir Yven, mynen herren, 

zu Beaurepar sol ich wider keren.« 

Da sprach der kone Adelhart: 

»Reinolt, das ir wol fart! 

Was wolt ir thun zu Beaurepar? 
10046 Das sagent mir offenbar, c 

»Adelhart, all sonder schamp 

gegen Rolunt hau ich einen kamp.c 

Da sprach Adelhart, der degen ußerkom: 

»Reinolt, was hant ir geswom 
10060 den tod von Roland? 

Das were uns große schände. 

Rolant, der degen, hört, was ich sagen, 

en mach nit werden erslagen, 

er ist der beste sicherlich, 
10066 der wesen mag in Frankrich.c 

Ouch sprach der d^en nam kunt: 

»Und wirt der degen gewunt, 

Reinolt, ich sag es uch wol zu foren, 

vechtent ir mit ime, ir syt verloren, 
10060 und wir versunen nummermer 

kegen dem konig, unserm herren.c 

Reinolt antwort sonder wan: 

»Ich muß ummer die fart bestan, 

ich laßen des nit amb kein not, 
10066 all solt ich darumb lyden den dot.c 

Do sprach die frawe Claradys, 

und die trost Malegys: 

»Frauwe, laßt uch druwen, 

mynen worten solt ir gleuben; 
10070 sol er kriegen lob und ere, 

Reinolt ummermer, 

so er sich mer reche sonder wane 

von dem, das ime yst missetan, 

und Rolant enlest nit den kampff, 

10040 myner. 10046 schampf. 10047 kampff. 10049 ge^^ 



289 

*iiJ,'' das sagen ich uch all sonder schampff, 

der ime gebe alle Orlyenz 

nnd die stat von Amyenz 

und die stat von Parys, 

des sint sicher und gewys, 
*••* er sol dar faren und sol ime by wesen 

und sol, ob got wil, wol genesen.« 

Da sprach Adelhart^ halt : 

»Qot und uch bevelhen ich Reynolt, 

mynen u£erkoren bruder, 
••* das ir syt sin behuder.c 

Zu dem kampff wert für Reinolt, 

der grave von Merwolt, 

den wappente Adelhart 

Qnd sin bruder Rizhart. 
*••• Reinolt für zu kampff wart 

^öit stolzem herzen unverfart, 

^ er globt dem wigant, 
,4,j'dem edeln graven Rolant. 

"1 dem hat Reinolt, den wigant, 
'"* ersehen den edehi Rolant. 

^u horent die otmudikeit, 

die Reinolt gegen Rolant det! 

Die glene er in die erden zwank, 

Beyart er dar an baut, 
"'•^ dar uff lacht er den schilt, 

der unverferte helt, 

^i greiff zu der linken syten, 

das 8 wert entgurt zu den zyten, 

^Q den schilt er da leget, 
^^^ den schonen heim er abe det, 

ej* entwappente sich zu der stund, 

der ritter und degen namekunt, 

^ie Sporen det er abe den fuß 

durch sineu otmut groß 

10083 474 A. 10096 154 B. B wiederholt hier zuerst die verse 
'^öo. 10101 unerferte A. 
*«««öh 19 



290 

loiio und entkleite sich zu dem nidercleit. 

Zu der erden er da kniet, 

Zu samen leit er sine hende, 

uff sinen knyen kam er gegan behende 

und bat gnade demutiglich 
10115 Rolant, Karies nefe von Frankrich. 

Da kuste der degen gut 

die schuch unden an sinem fu£, 

er sprach : >Ir syt myn zuverlaß, 

an uch stet alle myn rat, 
10120 sol*ich versunerl umraermer 

gegen Karle, mynem herre ; 

ir syt doch uramer myn nester nefe, 

trost und hilff mußt ir mir geven, 

ir syt einer von mynen nehsten magen, 
ioia6 der mir best mach dragen 

und helffen umb alsone dynk 

kegen Karle, dem konig. € 

Da sprach liolant, der grafe stolz: 

»Stant uff, nefe Reinolt, 
10130 und flient, das ich von uch nummer 

höre sprechen mynder, noch mere. 

Ich bin her komen, sprach Rolant, 

gegen uch zu fechten so zu haut, 

und ir wolt umb sone sprechen? 
10186 War umb haut ir uch so hoch vermessen, 

das ir mir kurzlich mit lysten nament 

uwern vater? Darumb bin ich zu kanipff komm^*** 

Da sprach Reinolt, der greve: 

»Rolant, lieber nefe, 
10140 enmerkent ir nit die groß demutikeit, 

die ich hut hie vor uch deit? 

By dem guten sant Johann, 

ich enflihen uch nit nochdann, 

wer ich gev^rappent, ich solt uch bestan.c 
10U6 Pa sprach Rolant: »Gat hin, thut uwer wappen ft^** 

* 
10121 herren. 10132 herre. 



} der ritter miit 

* TO syme schilt 

tat sich gescbucht und gecleidet mit 
At sich gewappent zu der stet. 
ewappeut was der herre, 
yart sprang er zu der were, 
teil halß hienk er den schilt, 
lel kune helt. 
ks sach Elolant, 

einölt naui das ä{)er in die haut, 
räch Kolaut, der degen : 
niuEi unser pflegen! 
durch din otmudikeit 

• den jungeling, das er nit 

»ir werde geschant, noch gewout, 
gefangen zu ejnicher stund !c 
a hatt gesprochen diese wort, 
m warff er uinh fort 
bott Ileinolt mit grotier gere 
charpff von sineui spere. 
ileinolt de» gewar wart, 
.uffe sazt er Beyart. 
lopten sie beide holde 
irb mit sjtoren von golde, 
yteii zu samen mit krafft, 
ler bewyste sin macht, 
lorent wie R«inolt, 
frere von Merewolt, 
Dt m\ gemoüen mit macht! 
tach in« uff den schilt mit deui schacl 
to Kulant mit allen 
lem orü niiiüt fitllen. 
laa gcsacb Kolant, 
Ir uff der erden lag zu hnnt, 
dumt« ht sich sere 
wpnag uff am bein als ein herre. 



, 101«0 lö& B. 



292 

Er sprach : »Reinolt, nefe, 

in eren mustu leben, 

als sweren stich hatt ich nie in mynem leben 
10185 noch von konigen, noch von greven.c 

Die hystorie saget uns auch viele, 

das Rolant der nam nie en wyle, 

das der man nye en veyl; 

so enhett er auch, der grefe fyn, 
10190 enhett nit gefallen syn orß Valentyn. 

Vort nam der stolz wigant 

syn swert Durendart in die haut 

und sprach : >Du best, du tier, 

du bist von böser manyer. 
10196 Nu sol ich dir mit Durendale all sonder wan 

das heupt abe slan.« 

Diß sprach Roland so swynde: 

>Ir mogent von eim kinde 

der stich nit gelyden, 
10200 darumb mustu dich mich vermyden.« 

Rolant hat das swert gezogen 

und das nach Valentyn geslagen, 

Valetyn wolt er slan, 

mer Renolt sprach dar wider an 
10206 und rieflf mit luter kelen: 

>Laßt stan, Rolant, die welen, 

Valentvn ist ein beste all sonder wan. 

Was prys betten ir daran, 

das ir das tier hettent geslagen? 
10210 Wem mocht das behagen? 

Die Franzosen sint so dure 

und damit so ungehure 

gegen ir pfert von komen, 

das des herren haben zoren. 
10216 Das mocht got wissen, 

Beyart da ich ging körn messen; 

mer ich legen ime für sonder zom 

10186 viel. 10187 wiel. 10188 viel. 10203 Valentyn. 



293 

^fäe heu und körn, 
was er essen mag 
M beyde nacht und tag.« 
Da antwort ime Rolant dar: 
»Entruwen, Reinolt, ir sagent war.« 
Myt diesen worten Rolant 
uff Valentyn wider sprank 
«* und zoch Durendart stolz, 
und Florfeberg zoch Reinolt 
und wolt gan zu der not. 
By got, der mir gebot, 
die Franzosen das versahen. 
^ Nu horent, was sie da pflagen! 
Sie waren dar zu haut, 
das vorsach Reinolt, der wygant, 
das die Franzosen all zu samen 
uff ine geryten kamen. 
o* Da sprach Renolt al zu haut : 
»Ir hant mich verraden, Rolant.« 
Vor alle den andern kam Ogier zu foren, 
uier Reinolt nopte Beyart mit den sporen 
und det ine das feit über stryden 
■*** und floch mit großem nyde 
und mit großem ungemach, 
das er den kampff must laßen. 
Dick rieff er : »Höre, Rolant, 
wo»' dich verdome sant Amant!« 
"^ ^^u ist Ogier komen zu Rolant, 
w sprach zu ime in spot zu hant : 
»hl beheglikeit det Reinolt großen schamp, 
d* ir zu samen kament in den kampff, 
das ir ine stechen soltent sere 
*•*• uut dem scharpffen von dem sper, 
das er des nit moctt versumen, 
^' must mit Beyart rumen.« 
Da zomte sich Rolant, der kone. 

* 
1Ö22S 476 A. 10226 156 B. 



294 

*uaJ' *Ogier, got muß dich verdomen, 
10966 du mochtest so vil sprechen, 

uff dich solt ich das laster rechen, 

das mir Reinolt, der wigant, 

hat getan in dem kampff.c 

Do sprach Ogier zu haut: 
io2«o »Nu syt ir gram, gut Rolant. 

Mich wondert, wie Reinolt 

Rolant dorste genecken so holt. 

Hett Rolant gewest in Falkalone, 

den lip hett behalten manig helt kone.€ 
10166 Alsus musten die herren, 

in Frankrich wider keren, 

als die hystorie spricht sonder wan, 

und Reinolt für zu Montelban, 

da man den herren 
10270 empfieng mit großen eren 

und Elaradys, sin schönes wip, 

und darzu sin oheim Mal^ys. 
Hie laßen ich von Reinolt bliben 

und wil uch von Rolant schriben, 
10276 wie Rolant reyt zu Sant Jacob wart 

und Malegys wolt ryten zu der selben fart 

zu Bordions jagen in den walt bynnen 

umb hirzen und umb hynden. 

Als Rolant solt thun sinen kere, 
10 »80 do begegent ime Rizhart, der herre, 

Heymes sone von Dordone, 

der in siner dat was kone. 

Der reyt uff ine mit dem orß, 

er kreich von ime böse porse. 
10286 Rolant greyff den zäum in die haut, 

er sprach: »Rizhart, halt still alzu haut, 

ir sint gefangen in dieser fart, 

ir solt mit mir zu Frankrich wart.« 

Da wart betrübet all sin mut 

m 

10267 wane. 10278 hyDnen. 



295 

pond EOcIi sin swert von pryse gut. 
Da sprach d^r dc^en Bolaot : 
»Nefe, fart luit mir zu hant, 
iir enmuf;«iit iich nit erweren, 
|ir nmiJent mit, des kunt ir nit gekereii.« 
RAIs Kizbart das geäat;h, 
< das er sich iiit erwereu macht, 
I or sprach: >RoUnt, eulier nefe, 
I ieh «ril mich geru uff geben, 
{i]B dem das ir mich bereyt 
lin Frankrich ^rent uff uwer geleyt.< 
; Da sprach Rolant: >Rizhart, daz sol gezemen, 
I vS mjn gehyt s») ich ucb nemen. 
' Bj dem guten sant Dyoiiise, ieh globe iich groß, 
Ton uwerra leben enhant ir kein not.» 
Also für der Rtolze Rizliart 
kiit Rolant in Frankrich wart. 

I rede und diese wort 
»t Maleg>-8 gehurt 
Bid rejrt zu Uontelfaane, 
I faot er eiii tejl siner man. 
alegjs sprach zu hant: 
^Reinolt, ich thun uch bekaiit, 

i enbt kein lenger stan. 
iJtolant hat Rizhart g«fan 
linnd fort ine mit ime sin straß.« 

einott sprach: »Er muä ine hii? laßen!« 

I rieff mit schall 
1 den Wappen uV-r all, 
Bid 8tat gewuppent zu der Tart 
eiaott und Adülhart 
1 Frizhart, der berre. 
' Rolant stund ir kere. 
1 »adelt den freu B«yart. 

kut füren sie stark und hart. 



296 

^lösl' ^y^^^^r Rolant, dem greven stolz, 

das er ine vor ime sach und erkant, 

in dem ende von dem lande, 

da hat ine Reinolt errytten 
10330 raffende mit luter kelen mite : 

»Horent ir wol, ritter fry, 

mynen bruder laßt ir mir hie!« 

Rolant antwort: »So ich meyn, 

Reinolt, das sol nit geschien, c 
10385 Da rieff er in der fart: 

»Ir liegent dar umb, böser bastart. 

Wolt ir mynen bruder nit vermyden, 

so sol uch myn swert Florsberg snyden.c 

»Ja, sprach Rolant, 
10840 ich han Durendal in der hant, 

da ich Faragut slug mit 

vor Nazers in eim stryt.« 

Zu hant nam Renolt daz swert uff der fart. 

Dar zwuschen sprang Adelhart, 
10346 er sprach : »Reinolt, das uch got lone, 

Rolant solt ir kein boßheit thun, 

want er ist unser nefe, 

er sol unsern bruder widergeben. c 

Rolant her wider rieff: 
10360 »By got, sprach er, ich ensol nit, 

so behut mich got in eren, 

ich sol ine füren vor mynen herren, 

ich han das bevoren 

by sant Dionise gesworen, 
103^6 so was mir dar nach geschyt, 

mynen eide enbrechen ich nit, 

dem konig sol ich ine geben, 

aber ich laß ime nit nemen sin leben.« 

Da sprach Ryzhart, der herre: 
10360 »Ich fare uff Rolants geleyd uramermer.« 

* 

10330 mitte. 10348 brudern. 10354 158 B, hier roewt 
letzten verse wiederholt. 10357 478 A. 



297 

|^*Da rieff Reinolt, der kune diet: 

»Ick tmwen, Rizhart, ir farent dar nitc 

Rolant das wider rieff: 

>B«inolt, er sol, wem leit oder liep.« 
»»tt R«inolt sprach: »Ir mu^t das liegen« 

and 2M>ch sin swert und ließ es dar fliegen 

^d wolt da erslan Rolant mit nyde. 

Kolant zoch Durendal in dem stryi 

Da hett iglicher den andern erslagen, 
»«»• heit getan Malegys und Adelhart, der degen, 

80 zornten sie sich uff der fart. 

Da sprach Adelhart : 

»Laßt stan, bruder, ich wil wal, 

das Ryzhart mit Rolant faren sol 
^ und das er in neme in sin geleyt, 

ich hoffen, er solle wol von dannen scheiden, c 

Da sprach Reynolt: »Fert er dar, 

^^ Wirt gehangen sonder far.« 

Rolant da wider rieff: 
*** *By gQt^ Reynolt, er ensol nit.€ 

»Das ensol er, sprach Malegys, 

ich 8ol vor ime sin zu Parys.« 

Da sprach Reinolt Reynolt bereyt: 
im'*N^u fürt ine, Rolant, uff uwer geleyt. € 
■* Also sol Reynolt, der herre, 

^der zu Montelbane tun sinen kere. 

Malegys lieff, das er zu hofe kam, 

W^ ging in einen stam, 

^ sucht er krut inne, 
*•*• da stampffet er mit synne 

^t dem knöpf von dem swert, 

^ ^iste wol, was davon solt werden. 
^ er nuzte das krut, 
^ verkert sich an ime all syn hut, 
M^egys wart glych eym wyen fuß. 
% got, der mir gebot, 

10386 Ifoatelban. line. 



298 

sinen gramatig ging er lesen mit gefng 

und bj den steinen, die er drug, 

wart er alt und krank, 
loioo den bart zu der erden lang, 

zu dem kynne waren die augbran, 

einen buch groß sonder wan, 

dick als ein keyme waren ime sin bein. 

Er det an ein ruhen flaTin, 
10406 der was stark und groiä, 

ufif sine fuß er ime slo£, 

und uff syme heupt ein filzhut, 

da manich zeichen an stund, 

als die pilgerin zu tragen pflegen, 
10410 also kam Malegys, der degen, 

vor Reinolt zu Montelban. 

Als er vor ine kam stan, 

frunüichen sprach er sin wort, 

als hie ye worden gehört: 
10416 »Maria, sprach er, die koniginn, 

die muß uch alle mynnen, 

ir herren, sprach der degen, 

dut mir ein malezyt geben, 

das ir teilhafftig moßent werden 
10420 alle der weg, die ich gan uff erden, 

und alles, daz ich han getan. 

Herre, sprach er, ich bin ein recht arm man.c 

Nu solt Adelhart dem pilgerin zu essen geben 

und bracht spyse vor den degen. 

10426 Reinolt des armen maus nit vergessen kan, 
vor die tafel ging er stan 

und sprach zu Adelhart und sinem wip: 
»Das ist ein arm man von lip. 
Ich meynen, das er wol det, 
10480 der ime so vil geltes gebe, 
das er zu sime lip keufft brot, 

* 

10404 riehen A. 10418 mit A. 10419 150 B. 10424 4 

10427 vip. 



299 

las ev nit verdorbe von komers noic 
A^delHaort antwort dar: 
»Reynolt, bruder, ir sagent war.c 
> B^ynolt sprach : »Das ir mir eren mußent leben, 
dont ine dryssig pfont geben, 
das uch got durch sin gnade, 
Ryzhart nm£e komen zu gnade, 
der nn fert mit Rolant, 
^ unserm nefen, in Frankrich in daz lantc 
»Amen, sprach Malegys, 
ich 8ol ine n«nen in myn gebeet gewys.€ 
^it diesen worten nyckt Malegys nider. 
8«ynolt sprach da wider: 
**• »Nu ensach ich nie so armen man, 
noch en ist in keinem laut, daz ich erkennen kan, 
^^ ein arme man und so krank, 
der myn herz also bezwang, c 
Er sprach: »Herre, ich mag nit leben, 
*** «ifi gfut wil ich uch wider geben, 
^ 8olt ir wider von mir nemen 
^d gebent es, da es sich ba£ mag gezemen ; 
idi bin 80 siech, ich mag nit lenger leben, 
die rede vememet eben.c 
^ ßeynolt erbarmde sich sere 
^oer den armen pylgere, 
^ er über gab das gut^ 
^^ sprach mit erbarmdem mut: 
»Sufier pilgerin, wiltu nit 
*^ »ynee gutes ytPc 

Er sprach: »Neyn ich, lieber herre. c 
^*^oIt sprach : »Das ist mir leyt ummermer, 
^ ir syt so alt von tagen, 
d^ ir nit mogent tragen.c 
"^ ^ sprach Malegys, der diet : 

^Ueber Beinolt, enkennent ir mich nit?€ 
"^(At antwort: »Neyn ich, frunt, 

^^ mit A. 10443 nyck. 10446 das] den. 10456 pilgerer. 



800 

ich gesach uch nie zu keiner stund.« 

»Ir sint Reynolt, des sint gewys, 
10470 da ich uch ufif Beyart det sezen zu Parys, 

zwyrent fielt ir abe zu der linken syten, 

das dry t male sazt uch Rolant inn satel Beyart su ryfa 

da nopte ir Beyart mit den sporen von g<dt.« 

Da sprach Adelhart zu Reinolt: 
10476 »In truwen, es ist Mal^ys.« 

Er sprach: »Mag ich gan sonder sorgen zu .Parys?« 

»Ja ir, werlich uff mynen lip, 

uch enkennet weder man, noch wip.« 

Da erfrewet sich Reinolt sere 
10480 und sprach : »Malegys, lieber herre, 

zu Parys mogent ir wol gan, 

all wolt alle die weit vor uch stan.« 

Da sprach der kone Malegys: 

»Blibent zu got, ich fare gein Parys.« 
10486 Zu Montelban rumpt er den hoff, 

sin slavin det er äff 

und hingk sie an sinen stabe. 

Wie klein hielt dar abe! 

Er streich hin zu Parys wert 
10490 noch drater dann ein pfert. 

So sere ging Malegys, 

das er vor. Rolant kam zu Parys. 

Vor Karle gyng der herre stiin vort, 

fruntlich sprach er sin wort: 
10496 »Herre, got gebe uch guten tage!« 

Da sprach Karle: »Got verdimie dich tag und nac 

Der konig hat sinen stab erhaben 

und Malegys ein slag gegeben 

und sprach: »In truwen, des syt gewys, 
10600 man sol uch fangen, ich sehen uch für Malegys. 

By got, der mir gebot. 



. 10485 160 B. 10486 Nach atf durchstricben abe A ; off, 
dem o ein a, mit Versetzungszeichen, am rande ab B. 10493 4 
10495 tag. 



301 

ist er ein ritter gut, 
kan eyn [liigeryn wesen, 
siueu gramat wil l(weu ; 
er iBt jung, er Ut alt, 
«iti kiinst ist nmnigfalt.< 
Malrgys wart erfert iinib lüe ding, 
&1n Ai& guspracli der konig, 
ime käme zu ein fare, 
er enwolt nit sin dare 
nmb alle dos ^ut von ertrich, 
der es ime gt>b(> alle» glych. 
Alsiu stnnd Malegys 
Tor dem koiiig von Parys, 
er slanA und gedacht, 
wie er best antworten moclit. 
Da sprach Malegys harte drat 
mit vyin gut(>u berat: 
>Herre koiiig, des sint beritht, 
■HAH en bedarfT nicht, 
das alle lut dieb sin, 
die da gan abi pilgerin, 
wuin, hy dem guten sunt Johann, 
ich bin g»r ein armer mann, 
der mir ttobheit det in eynigem laut, 
der det «und und schände. 
Dar ich ye hin kam, 
pryst« man mich vor eynen guten man; 
ba ist mir hImiis gescbyt, 
«n lieh, herriü, rnwerde ich nur nit.< 
Karle zu hant her gegen ncH': 
»Pylgerin, ich en niste es nit, 
*o fryst mir got myn leben, 
ich snl uch .XX. pfuiit tun geben.« 
Da ."prach Malegys, der zeulMTer; 
>Na borent hie, konig, herre, 
ntsht kam ich zu Bordions iu di*n nolt, 

■tel? barto] «ere. iriS'aO endirff nit. 



302 

da begegent mir ein herre halt, 

der mir det leyde; 
10640 ich hatt gesammelt .xx. schilliiig za eym deit, 

die selben nam mir Reinolt, 

der gut herre von Merewolt, 

und der marggrave Adelhart 

und sin bruder Rizhart, 
10646 die hant mich so gehandelt in imwen, 

das mich das leben mag gemwen; 

noch mer clagen ich nber Malegys mit, 

der det mir also vil zu leyt.« 

Da sprach Karle, der herre: 
10660 »Glagent mir nit mere, 

drissig pfunt sol ich uch tun geben 

vor das uch namen myn nefen.€ 

»Ja, herre, sprach er, ob ich auch hett 

einen guten man, der mich gelett, 
10666 und großen zom habe ich da gewonnen 

nu in diesen stunden, c 

Der konig wolt ym .xxx. lib. geben lan, 

aber Malegys wolt der nit empfm, 

er sprach: »Herre, das wer zu vil; 
10560 gebeut mir .xx. Schilling zu teil, 

die wil ich gern nemen, 

mer en mag mir nit gezemen, 

das ich es alles neme; 

man solt mich fragen, wannen es mir kem, 
10666 man wurde sagen unverholen, 

ich wer ein diep und hett es gestolen. 

Her umb wil ich . xx . Schilling nemen, 

die mogent mir gezemen. € 

Da det ime Karle eben 
10670 zwenzig Schilling geben. 

Da sprach Mal^ys: »By myns vader sele, 

ir solt es noch kauffen zu teile, c 

Da sprach aber Malegys : »Dut mir ein malezyt gr' 

10551 161 B. 10654 geleyt 



308 

ih gut spar uwer leben, 
'n mit hiuiger befan, 
liati nit lenger gestan, 

teilhafftyg mnüetit syn 
ter guten werk myn, 
t& je han getan, 

IJer der wege, die ich han gegan.« 
räch Karle: »Man sol dir zu essen geben.« 

herre, sprach er, got fryst uwer leben!« 

det Karle, der konig, 
^zyt gi'bcn gutlich. 
Cal^ys was gesessen 
in tische und solt essen, 
briicht im für brot und win, 
onig dient selber dem pilgerin 
■am in sin ßnger, daz ist bekant, 
kor^l von eim feisten kappen zu haut, 
i<im der konig zu der stont 
itieB das Malegys in den mont. 
iconig hatt ime zu nach gestna, 
Vas by nach über iue g^an, 
gj-s hatt den konig begriffen 
•Jen finger by nach abe gebissen, 
konig wart sere befe-rt, 
a wart er gram und unwert 
l^te ine in sin bant 
ging Btzen uff ein bnnk 
Mach uff Mnlegys mit feilen äugen, 
^racfa : >Pilgmn, got la& dich beniwen, 
ch dir inn dinen munt die morljel wolt stoäen, 
diaen zenn hastu mich gebissen. 



du her zn hoff bist komintin?« 
Ipnwh Male^yn, d<T kone diet: 
eler herre, enzurnent uch nit, 
ma mit hunger befangen, 



lU60e hope A. 



304 

10610 als ich den morßel hett empfangen, 

das sagen ich uch, edeler herre, 

ich wände des krygen nummeimer. 

Edeler herre, also kam es, daz ir sint gebysaen, » 

als helff mir sant Johann. 
10616 Herre konig, ir syt ein gut mann.« 

In diesen selben reden 

kam Rolant in den sal gerytden, 

mit im kam Rizhart. 

Da sprach der konig zu der fart: 
10620 »Nu wesent frolich, pilgerin, 

by got, ir solt gerochen sin.« 

Aber sprach der konig zu hant: 

»Wilkomme! nefe Rolant, 

solt mir gut ye bescheyn, 
10626 das sol mir komen von uch allein. 

Rolant, wie ist es uch ergan? 

Bringent ir Rizhart gefan, 

oder bringent ir ine uflF uwer geleyt? 

Des dunt mir underscheit.« 
10680 Rolant antwort all sonder wan: 

»Herre, ich bringen ine gefan, 

nu dut damit uwem willen, 

uwern unmut solt ir damit stillen.« 

Da sprach Karle, der konig fyn: 
10635 »Solich gäbe muße wilkomme sin! 

In truwen, nu sol ich ine henken thun 

an den galgen zu Monfacone 

noch zu abent by siner kele. 

Da sprach Rizhart: »Das wer zu vil. 
.10640 Konig, ir sint nit so kone, 

das ir gedenkent das zu thon, 

die wile das lept myn bruder Reinolt, 

so enwerdent ir nit so stolt.« 

Karle sprach: »Du arger puten son, 

* 

10617 162 B. 10627 482 A. 10629 fehlt B. 10639 BU 
fehlt A. 



305 

M« gedenkstu noch wider mich zu thoii?€ 

und hat einen stab erhaben 

und uff Rizhart ein slag geslagen. 

Rizhart was ein koner mann, 

den konig er by der kelen nam, 
M auch was er ein herre 

und hyelt ine by der kele. 

Da sprach der grave Rolant: 

> Herre, ir sint groß unbekant, 
das ir gefangen slaht, 

M darumb dut ir ubeldat. 

Der angst ist in ime so groß, 

er stet hie uff synem dotc 

Da sprach Karle, der kune diet: 

> Rolant, ich en maches nit, 

«o er sezet sich wider mich so sere, 

Rolant, das vertragen ich nummermer; 

und sprach, Rolant, su£er nefe, 

gefjEmgen habent ir mir ine gegeben 

mynen willen mit zu thim. 
«6 Wollent ir in hangen, ritter konePc 

Da seyt Rolant, der kone diet: 

>By got, herre, neyn ich nit, 

das solt man sere von mir clagen, 

want er ist von mynen nehsten magen.€ 
m Da sprach Karle: >Syt bericht, 

Rjzhart, der endot uch nicht, c 

Zu Rizhart sprach der degen kune : 

>Noch zu abent sol ich uch hangen thun, 

des sint sicher und gewiß, 
^ an die galge zu Parys.€ 

Da rieff Karle, der kune degen fier: 

»Wollent ir ine hangen, herre OlyvierPc 

>Neyn ich, herre, by sant Johann, 

ir soUent kiesen einen andern man.c 

10663 in mir. 10665 htncken. 10670 end5t 10674 nns A. 
^5 den galgen. 

20 



306 

10680 Da rieflF der konig fry 

Rizhart, dem herzogen von Normendy: 

»Ir solt mir Rizhart hangen, 

den Rolant hat gefangen. € 

Da sprach der Norman: 
10W6 »Neyn ich, herre, by sant Jobann.c 

Der konig rieff vord an 

Dietherich, dem Ijjierzogen von Ardan: 

»Das ir mit eren mußent leben, 

woUent ir mir henken mynen nefen?€ 
10690 »Neyn ich, by den guten tagen; 

er ist von mynen nehsten magen, 

ich solt des haben schände, 

war man es wiste und bekande.« 

Da rieflF Karle, der kone diet: 
10696 »Rizhart, der en dut uch nit. 

Ich sol ine noch zu abent don 

hangen an die galge zu Montfacon.c 

Karle rieflf eym degen kone, 

dem herzogen Sampson: 
10700 »Wolt ir rechen myne schände 

und mynen nefen zu winde hangen ?€ 

Der herzog hier wider rieflF: 

»By got, herre, ich ento des nit; 

er ist von mynen nehsten magen, 
10706 hienge er, ich solt ine clagen.« 

Da sprach Karle, der kone fier: 

»Henkent ir ine, Berugier.« 

Der herzog her wider rieflF: * 

»By got, herre, neyn ich nit.« 
10710 Da sprach Karle, der herre: 

»Wolt ir ine hänken, Ogier?« 

Ogier antwort gereyt: 

»Neyn ich, herre, got weyß; 

er ist myner nehsten swester kynt, 
10716 das weren unzymlich ding.« 

♦ 
10684 163 B. 10G94 483 A. 10695 er A. 10697 MonfiMxy 



»07 

Dft rieff Kurie, der kune tier : 

^Benkt ir ine, herzog von Biivier.* 

per heraog difi wider rieä': 

irBv got, ich endo des rit.« 

bft sprach Eitrle achier : 

moiigvQt ine, Bernhart von Moiisdier.« 

W sprach: >Herre, das' eol nit geacheeii, 

■■ ich dar solt seea, 

|ft man bieng den nefen tayo, 

herre koaig, des solt ir Hicher sin; 

idi solt ee mit luyaeni swert 

fen galgen hau wen zu der erde.« 

Dk rieff Karle, der kone diet: 

IrHizbart, diÜ en hilfft uch alles mt.< 

STort sprach der degen kooe: 

»Koch zu abent sol ich uch henkeu thuii.< 

Pb sprach Karle, der koaig tjn: 

»Hangent iue, bischoff Tulpin.« 

Per bischüff dar wider rieff: 

»Sntruwen, ich enthun des nit; 

1^ bin byscboff und pfaffe, 

|n mir ensolt ir da nit schall'eu, 

ni cngab ime kein lebe», 

htK konig, das rerstant eben, 
I eDtnag sich nit gezeuieu, 
I ich ime das leben mog nemen.« 

I bat kunig Karle geme)iilicl) 
; zwolff geuoüen von Fraukrich, 
r enknnd« er keinen Knden, 
r Itixliart «olt bangen zu wiude- 
> sprach uff der stund 

nrppe, der herre von Brouniout, 
r aprach genediglich : 

»E^^er herre von Frankricb, 

!|mU ir mir thun zu haut 

. xij . genuficn von dem land 



I H«DCk«&t. 1072» dafl. 1ÜT31 mI] irU. lOTdO IM B. 



sog 

beide globen und sweren, 

das sie mir nummermeren 

wollen schaden in eynichem lande, 
10766 daruff ir stete truwe zu pfant, 

nach dem das ich Rizhart han gehangen, 

den Rolant hat gefangen, 

das sie mir darnach numniermer 

wollent thun einich seer?« 
10760 Karle sprach: »By sant Johann, 

Rjppe, ir sint ein kone man.c 

Da rieff Karle all zu hant 

die ,xij. genoßen von dem lande: 

»Komet her vor, Rolant und Olivier 
10766 und Dunamels von Bavier, 

gebent uwer truwe zu pfant, 

ir herren, das en ist kein schände, c 

Da rieff der konig fry 

Ryzhart von Normandy, 
10770 Diederich von Ardan, Sampson von Beyeren 

und Bemhart von Mondisteyren 

und More von Mone 

und Gerhart von Rossilion 

und Tulpin und Remere 
10776 und Gelemer und Gautiere. 

Diß waren die genoßen von Frankrich. 

Da sprach der konig ernstlich: 

»Gant fort, ir barone, 

dunt, das ir schuldig syt zu thun, 
10780 gant her all zu hant 

und sichert Ryppen in sin hant, 

als er Ryzhart hat gehangen, 

das ir ime dann kein schanden.c 

»Herre, secht hie ein pfant, 
10786 imser truwe in uwer hant, 

all hat er ine gehangen, 

* 

10758 nummermere. 10760 484 A. 10761 Byppe A. ^ 
Banier. 10770 Dietherich. 10775 Gauciere. 



r 


1 


309 


J 


^tmt ime kein schänden, c 




radi Karle, der herre: 


^^^^1 


e, wolt ir auch truwen raere?« 


.^^^^^M 


pncb, by saut Johann, 


^^^^^M 


sbrätet noch ein mann, 


^^^^^M 


h meer entsizen allein 


^^^^^M 


lie andern all gemeyn.« 


^^^^M 


räch Karle, der kone: 


^^^^^H 


«, Mgent kunnent ir ine genommen?« ^^^^^| 


h, herre, es ist Ogier, der stark, 


^^^^^1 


le» kint von Dennemark.« 


^^^^^1 


racb Karle, der herre: 


^^^^1 


at nwer truwe, Ogier!« 


^^^^^H 


das Widder rieff: 


^^^^^1 


e, des endon ich nit. 


^^^^^1 


ich sichern uch in nwer hant 


^^^H 


wer das by sunt Ajnftnt, 


^1 


nt Ryppe mynen nefen, 


^H^ 


IK ensol er nit leben.. 




»prach Karle, der herre fier : 




nt uwer truwe, Ogier! 




pent es macheu »o lang. 




«nt sie geben sonder nwem dank.« 




enfragte dar nit no, 




»nig er wider rieff da : 




g, ich sagen es uch zu foren, 




il mich daran nit sparen. 




B Ryppe ine vtil hangen, 




n im des selben glichen, ob ich ine mag gefangen, 


fi ine nit verdingen 




üle, die ye lip empfiengen.« 




»nt« «ich der herre »ere: 




uge e» uch, herre %ier. 




i ir mir nit nwer truwe zu pfant, 




rshart toD ich uch henken zu hant.« 




mcb Ogier, der herre fyn: 





310 

»Der mich sol henken, das wil ich 8ehen.€ 

Da wart der konig verbolgen meer 
10826 und sprach zu Ogier, dem herren: 

»Ir thunt mir pyn und zom 

nach dem das ich han verlorn 

die Verlust von mynem kynde, 

das ich ob allen sachen mynde, 
10880 und ir merent mynen ruwen. 

Gebeut Rjppen uwer truwen, 

oder ich thun uch fan und bynden 

und in mynen kerker senden, c 

Als diß sprach der konig zu ime alleyn, 
10886 in dem hat Ryzhart JVfalegys gesehen. 

Ryzhart drat Ogier ufF den fuß: 

»Herre, zu swere ist uch des koniges übel mut; 

mir enmag nit geschehen, 

ich habe Malegjs gesehen.« 
10840 »Wa ist er? das uch gut muß geschehen, 

wo mocht ich ine auch gesehen?« 

Herre Ryzhart sprach: »Sehent, herre, 

seht, wo er stet dort hynder« 

sprach Rizhart zu Ogier in eym guten mut. 
10846 Da sprach Ogier: »Herre, so swer ist mir uwer übel m 

min truwe geben ich uch zu pfände, 

als hett Ryppe Rizhart gehangen, 

ich endet ime des keinen zom.« 

Als Ogier diß hat geswom 
10860 und gesprochen mit dem monde, 

sin herz en dachts nie in keyner stund; 

mer sin herz wys 

det das uff die kunst von Malegys. 

Da sprach Karle zu massen stille: 
10866 »Ryppe, habent ir uwem wille?» 

Ryppe sprach: »Herre, 

ich han des myn b^er. 

Nu mag ich ine wol mit recht 

10826 485 A. 10841 moch A. 10846 pfand. 



Sil 

l dryhundert knecht.< 
pinwh Karle, der degen kone : 
ylent, Ryppe, daa uch got lonel 
Kisol nit easen vor der »yt, 
3r wider kommen sjt.« 
Cktwort Rizhart zu haut: 
äig, das fast^Q Wirt uch zu lang.* 
>r dienen Worten olle 
•^ Ualegys den aale 
Lieff snell und balde 
>iem nefen Re;nalde. 
tut er den d^eu kone 
ea ander Montefaucoue, 
et er auch Fryzhart 

Btnen bmder Adelhart. 

ReinoU Malegysen ereach, 
,, «ras er do sprach I 
ipracb in guter wys: 
it vrilkonie, ohem Malegys \ 

uch got gehe ein gute l'urt, 
ist unser bnider Rizhurt?« 
Rotwort ime in spot Malegys : 
1 was by dem konig von Pary», 
. Schilling det er mir gehen, 

fryst mir got myn leben.* 
I gleuha wol, sprach Reinolt, dpr degen, 
fingen nit nmb uwer gehen, 
fragen uch umb mynen bruder, 
» Tater kint und myner müder.* 
b antwort Malegys 
pot dem d^en wys: 
IDolt, das mocht gut wiseen, 
konig det mir geben zu CHsen 

Halber dient mir der herre. 



kurapt Mabityi! in d. a. 10873 lynera. 10876 wy*«. 

B. Zuertt die verse KWTR W» »pol 10B8Ö wiederholt, lu 
•r drei Mtlen atttht ta . . . c*t B. 



312 

Reynolt, ir solt selzen mere, 

er wolt mir zu der selben stont 
10895 einen morßel stoßen in mynen mund, 

da was er mir zu nach gestan, 

ich greiff ine mit mynen zenen an, 

in sinen fynger ich beiß, daz det ime zom, 

er want ine haben verlorn. 
10900 Do gink er sizen achter uff ein bank, 

feischlichen sach zu mir der wigant.€ 

Da sprach Reinolt, der degen wys: 

»Her umb enfragen ich nit, Mal^ys, 

ich fragen umb mynen bruder, 
10906 myns vater kynt und myner muder.c 

Da sprach Malegys: 

>Got muß mich verdomen in all wys, 

ob ich uch betrubniß seyt, 

da enwer uch nit fortel mite 
10910 »Schaden han ich vil getan 

Karle, dem konig, wolt ir des mich verstau ?« 

»Neyn ich nit in all myme leben, 

zu dem, das uch wil vergeben 

Karle, der konig gut, 
10916 mit lieb sin ubelen mut.« 

»Got lone uch, sprach der herre wys, 

mer, süßer ohem Malegys! 

so muß ich haben gute fart, 

umb mynen bruder bin ich erfert. 
10920 Sagent mir, sprach er, ohem, zu haut, 

wie nam Rizhart war RolantPc 

Da sprach Malegys alle zu haut: 

»Ewiglich, by sant Amant, 

mogent ir danken Rolant. 
10936 Man bringet ine her zu henken zu haut.« 

Reynolt sprach: »Hilff sant Johann, 

wer sol sin der kone man, 

der da sol henken mynen bruder, 

* 
10893 486 A. 10901 feischlich. 10907 wyie. 10916 i 



313 

Flaut und myiier müder?« 
^yn sprach zu der stund : 

wirt thua Rypp vol Beaumont.« 
tülff got, sprach der d^en, 
Ka niemant, der da sprach dar gegen, 
uynen hohen niagen, 
ede dorsten tr^en?« 
■3 ee nit, sprach Mal^y» achter, 

allein der greve Ogier, 
pracfa dar gegen und niemantä mer, 
EAOgent ir mir glauben, herre.« 
», aprach der degen koiie, 
Sys, dos ach got lone, 
Wer leyt, daz ich ine bett geslage» dot, 
' was in der gro&eu not 
är fochten in Falkalone, 
* Hoch über die Dordone.« 
(mich Malegys nl eben: 

fechtent danimb, Reiiiolt, lieb nefe, 
Acb ere muti gescheen, 
ach Rfppe nit möge empflien.« 
' sprach Malegys, der d^en stolz: 
tt nns rjden all her in daz holz.c 
?7t«n sie in den grünen walt, 
^s und Reinolt. 
rtont abe Reinolt, der werde, 
Beyart, sinem pfert. 
macht uns die hyatorie wys. 
beytet auch der herre Malegys, 
Irat er nyder zu der fart-, 
n Fiyihart und Adelhnrt 
gingen aizen luider einen bäum dar, 
ler galgeu wart nanien sie ir war. 
m wollen sie vor war 
bmder warten alldar. 



I^XPpe V. BoanmoDt. 



10945 1«7 Et. 10049 empOiehen. 
lOMl wäre. 10863 487 A. 



314 

In dem worden die harren entslaflfen all gemeyn. 
10866 Da kam Rjppe, als ich meyn, 

zu dem galgen wart 

und bracht mit ime Rizhart 

und reyt by ime be neben. 

»Hie sol ich uch nemen das leben, 
10970 hie mogent ir wol sehen, 

ob uch hilff solle beschehen 

von Reynolt und den brudem syn, 

ob sie uch losen soUent ufi diser pyn.c 

Als Rizhart nit ensach Reinolt, 
10976 noch Malegys, noch Beyart stolz, 

den er zu maniger zyt vile, 

pflag zu hören ein mile, 

da wände er sin vergessen, 

betrüblich begonde er zu sprechen 
10980 alsus in korzer stund: 

»Ryppe, herre von Baumont, 

sprach Rizhart, der d^en, 

min sunde die muß mir got vergeben 

und Reinolt, mynem bruder fromme. 
10986 Er endar mir nit zu helff kommen. 

Dieses todes muß ich sterben, 

hilff got, das mich der hymmel erben. 

Nu laß mich tun myn gebeet.€ 

Da rieffen sie all zur selben steet: 
10990 »Laßent ine beten, den degen kone, 

got sol der seien gnad thun.« 

Da antwort Ryppe stille: 

»Rjrzhart, sprechent uwern wyll.« 

Ryzhart, der kone degen, 
10996 viel zu der erde sins gebetes zu pfl^en 

und bat got, unsern herren, 

herzlichen mit großen geren, 

das er sin sele mußt geleyten, 

als sie von dem lip solt scheiden. 

10964 entslaff. 10976 vil. 10995 erden. 



315 

iHerre, also frydelich, 

ii da kernest uff ertrich 

ind Ton einer mej^t wurdest geboren, 

o mu&estu myn gebete erhören 

md mu&est mir das hjmelrich geben. 

)er licbnam muß ende nemen. 

lo iDufie8tn mir durch diu gnade 

«ergeben &I1 myn myssedat, 

Be ich von kyut an han get^n, 

tnd laß mich penitenz empfan 

le ich Bt«rbt>, lieber herre, 

hirch diner lieben ninter ere! 

Karia, su&e maget f'ry, 

lyttent uwer liebes kint Tor my. 

Im er mir myn sunde vergebe 

md fryst mir myn leben. 

lerre, als du Adam mü der hellen 

Bfitest und Abraham mit iren gesellen 

rd uwer (rund, die da inn waren, 
mofient ir myn leben sparen, 
> Jhesua Crietus Ton Nasar^, 
■u) als Maria Mi^^dalen 
tfier fiel off din futä 
B gro&er demut suüe 
md hat sie mit trehen gezwageo, 
!^ sunde begonde sie sere clagea, 
r baß hat sie empfangen bar, 
pdrackent mit irem har 

sie dich bat demutlich 

I, got von hynunelrich, 

ir Bond gemejm 
fei:g«bwtn ir groß und cleyn; 
ta helff mir aß dieser not 

bebat mich vor dem bumn dot 
hd lafi mich noch mit eren 
mjnen bnidem wider keren!« 



11 186 B. 11086 ir] in A. 



B denuUdicL I lOtffi «68 A. 



816 

Nu ist sin gebeet geschyt 

und stont uff gereyt 

und ist zu Ryppen komen, 

es gee im zu schaden oder frommen, 

11040 und sprach mit betrübtem herzen styll: 
>Ryppe, nu dont uwem wille.€ 
Da antwort Ryppe von Bippemont: 
»Nu klymment uff zu dieser stund, 
• des libes sol ich uch berauben, 

11046 des solt ir gewyß glauben. 

Hye mogent ir hören und sehen, 
ob uch hilff soll gescheen 
von Reynolt, uwerm bnider, 
der wesen wil uwer behuder. 

11060 Nu solt ir hie von mynen banden 

werden gehangen zu großen schänden. 

By dem guten sant Dyonise, 

het ich Renolt und Malegys, 

ich wolt sie henken an uwer syte, 

11066 des en solt sie nit können vermiden.c 

Da sprach Rizhart heimlich in dem mut sin: 
»Got behüte sie vor solicher pyn.c 
Als R^inolt nit ward gesehen von Rizhart stolz, 
noch Malegys oder Beyart, dem freuen stolz, 

11060 da jamert es ine gar sere. 

Die leiter klam uff Rizhart, der herre, 
Ryppe folgt ime nach zu haut 
und trug ein sträng in siner haut. 
Da hatt Rizhart ruwen groß, 

11066 er wände da blyben dot. 

Als er uff die leyter was gestan, 
da ließ Beyart sin äugen umb gan 
und sach Ryzhart, den degen stolz. 
Da slieff noch alles Reinolt. 

11070 Beyart bekant zu hant 
Ryzhart, den wygant. 

* 

11041 wUlen. 11053 Reynolt. 11071 Ryczharten. 




317 

tB hub nff Bejart xiiiün l'uU 

slug It«itiolt uti' tjjiien schilt einen slag groß. ' 
in erwacht« R«iiiolt 
hd sprang uff siu fiili atolt. 

ilff got, Hpr&o.h R«inolt, der herre, 
■ynrt, wie slechstu mich so sere? 
got verdoiue, 
nit gewon.c 
BeynoU einen frene, duz gute pfert, 
sin angen gan z» dem galgeti wert 
1 HScb sinen bruder stan, 
er Holt werden verdtiui. 
» wart Reijiolt eere verfert 
jkA Riirang uff Beyart, da» stolz pfert, 
Dil nopte ine mit sporeu zu der tart 

reyt zu der galgen wart, 
lejrart lieff so luub die Sachen, 

jti« alle worden erwachen. 
UcgjK «prang nff sjni^n freue 

auch die andern und r)-l«n i^emein, 
das sie ?er»aiyei] 
Itd under den galgen kamen, 
lyppe was uff der leytern oben 
Dd aach Reynolt komen doben, 
wart er sere erl'ert 
l sprach: »Sehent, nefe Ryzhart, 
f dem herren, der mich geschuff, 

komet helff gnug. 
ii sehe komen Reynolt 
ft Beyart ah dem walt. 
was mir dar nach geschyt, 
,b all die weit henk ich uch uit; 
I ich dT& det, so helff mir got, 
I det des koniges getwt.* 
, »prach ilizhart, der herre : 



^a. aitt. 11077 169 & 
A. 11101 bO] oC 



11081 vi] gtjn. 1I0B7 dem. 



818 



iRyppe, des mocht ir wol emberra, 
das ir mit mir haltent uwem spot.« 
»Ich enthun, Rizhart, das weiß got; 

11110 tut uif uwer äugen und secht, 
ob ir mir glaubent nit.« 
Ryppe ime sin äugen embant, 
da sach er kommen Reynolt zu bant, 
und Fryzhart und Adelhart 

1111» kamen geryten zu der fart, 

dar kam Malegysen frene gelauffen, 
das von sym lip lieffen die trauffen. 
Als diß Rizhart ersach, 
er wart erfrowet als der t^. 

U120 Richart sprach: »By mynem leben, 
ir werent baß zu hofe bieben, 
dann das ir uch haut vermessen lange 
mich als einen diep zu hangen, c 
Malegys ließ lauffen vor Beyart 

11126 und ließ senken sin sper zu der fart 
•und wolt Ryppen so erstechen 
und sinen nefen Ryzhart rechei^ 
aber Reynolt yme nach rieff: 
»Laßt stan, Malegys, endut des nit, 

11180 Ryzhart sol ich also rechen, 

das man davon ewiglich sol sprechen, c 
Do lyeß Malegys Ryppen stan, 
uff die Schiltknecht ging er slan. 
Reinolt, der kone degen, 

U1S5 ist under den galgen gereden, 
Florsberg hat er erhaben 
und Ryppen einen slag gegeben, 
so das er mit allen 
von der leyter kam gefallen. 

uuo Da sprach Reinolt, der kone: 

»Horent ir nu, arger huren sone, 
got, der die weit geschuffe, 

11107 embere. 11109 wiß. 11121 bUben. 



819 

Qch Bchand geben grois, 
idachient zu verthon 

mynen bruder kone. 
ich henken by uwer kele.« 
: es mit Ryppen u^ dem spile, 
>Gnade, Beinolt, 
i kone und stolz, 
nich nu laßen leben, 
nt wil ich uch geben.« 
e Reinolt her wider seyt: 

dieb, das en hilfft dich nit.< 
heim hat er ine genonmien 
it zu dem galgen kommen, 
h Kizhart, der degen stolz: 
bruder Reinolt, 
lir sin wappen an, 
h ryden zu Parys dann; 
i; hat ein schaz behau, 
lir ine gebe, wil ich ine han. 
lir geben bürg und land.< 
räch Kyzhart, der wygant. 

Reinolt sin wappen nemen 
sie Ryzhart geben. 

Ryzhart, der herre, 
ipen mit groüer ere 
nolt, der degen fyn, 
jrppen an die kele sin. 

das sie das deten 
;en under diesen reden, 
in der fart 

und Ryzhart 
egys in dem krfyü 
mannen den lip. 

:t, Ryzhart, war hin wolt ir keren?« 
leynolt mit groUer eren. 

3. 11146 kere A. llir>l uch fehlt. 11153 hilf A. 



320 

Da sprach Ryzhart: »Her wil ich faren 

zu dem konig all sonder sparen 
11180 und heischen das gut zu der stunt, 

das Ryppe solt han von Rippenmont.« 

Da sprach Reinolt: »Nu farent dar 

und nement uwer eben war.c 

Er sazt den fuß in den stegereyflf, . 
11185 Rjppes roß er beschreyt 

und reyt zu Parys wart 

mit frolichem herzen unverfert. 

So lang reyt der ritter wys, 

das er kam zu Parys. 
11190 In dem pallas was der konig gelten, 

mit ime läge Ogier, der degen, 

der sach da Ryppen komen dan. 

Da sprach der konig: »Rypp ist ein kone man, 

Ryzhart hat er das leben genomen, 
1U96 das sol ime zu stadten komen, 

nu sol ich ime bescheren syn Ion 

und- geben ime bürg stede zu son.c 
^ Als Ogier diß verstont, 

betrübt wart ime sin mut 
1120Ö und lieff in der selben stunden, 

da er sin orß hat funden. 

Mit ylen er daroflf sprang, 

die zyt wart ime nit lang, 

der Sporen sieg was er milt 
11206 und fort ein swert under sym schilt 

und reyt zu Montefaucon wart. 

Da wart der konig sere erfert, 

da rieff Karle, der konig fier: 

»Sehent, war ryt der greve Ogier? 
11210 By dem herren, der mich geschoff, 

Rypp sol er slan dot als ein schoff.c 

Der konig macht groß geschal, 

11183 wäre. 11193 köner. 11196 synen. 11206 Motefftooc 
11209 171 B. 11210 geschuff. 11211 schoff. 



321 

er ri^ zu den wappen über all, 
50 '^as er umb Ryppen erfert, 
J©ll>^r gurt er sin swert. 
Öä spen man dem konig gut 
-^wrenÄ sporen an sinen fuß. 
'^^»•X«, der edele wigant, 
^it lasten uff sin ors sprang, 
^^^^Iä Ogier rey#er mit macht 
^ ^inem zom mit ganzer krafft, 
^^** eporen siege was er milte, 
** ^€Drt under sinem schilt 
^^^ gut swert getrecket, 

Ogier des nit en merket, 
'^as dem konig ferre zu foren. 
hatt er großen zoren, 
onde, das Ogier, der degen, * 

hett mit siegen, 
r ist ein kone man 
^T^d rieff lut, was er kan: 
*öi«p, hapt ir gehangen nu 
i^aix^en nefen, so swere ich uch, 
daja uch niemant hilff mag thun, 
ir nußent darumb sterben yzu.« 
Das swert zoch er uß der scheiden do 
^nd wolt mit- nide ime zu. 
Als diß Rizhart ersach, 
^ö« Ogier also ernst was, 
*• da 8p]>ach er: »Kone degen, 
J*^* stan, Ogier, myn lieber nefe, 
^ ^u wolt uns nit begeben 
ö(>ch durch sterben, noch durch leben, c 
^^ Sprach der tegen name kont: 
*^*^cl^t, wa Ryppe hanget von Ryppemont!« 
^*s ^jß Ogier verstont, 
^ Wart erfrot sin mut zu stund 

^^^^ aWr. 11217 umb ein. 11230 köner. 11233 491 A. 
^ ^'^^ 11247 erfreuwet. 

21 



MS 



d22 

und sprach: >Dut mir uwem namen bekant, 
oder ich nem uch daz leben zu hant.c- 
11260 lieh heiß Ryzhart, das wißt ir woL« 
>Dut abe uwem heim snell, 
sprach Ogier unverfert, 
sint ir nit min nefe Ryzhart, 
ich nemen uch das leben, 

11265 ir mochtent lieber da heim sin bieben, c 
Bjzhart dar zu der steet 

synen heim uflf det 
und ließ sich sehen vil schier 
sinen nefen Ogier. 
11260 Als diß Ogier sach, 

er verblyde als der tag. 
Da sprach Ogier unverfert: 
»Blibent zu got, Ryzhart. 
Ich muß zu dem konig keren, 

11266 der mir folget in siner eren. 
Er seit mir nemen das leben, 

hett ich Rypp erslagen, den degen.c 

Alsus kerte Ogier gegen dem konig fry 

und Ryzhart hilt under dem berg da by. 
11270 Da sprach der konig schier : 

»Sagent mir, Ogier, 

warumb en kommet Rypp nit? 

Was ist ime geschyt?« 

Da sprach Ogier zu hant: 
11276 »Er hat mynen nefen gehangen mit siner hani 

Hettent ir nit so nach gewesen, 

ich het ine dot geslagen.c 

Da rieff der konig schier: 

»So kone en werdent nit, Ogier; 
11280 ich sol ine hüten zu recht 

gegen herren und knecht, 

gegen man und wip 

11250 wel. 11266 nemen] neben A. 11272 kommer A. 1 
172 B. 



323 

■nd alle», das da hat lip.< 
Po reyt der konig zu dem Wrg wart 
Wd neS: «Kyppe, kumment fürt, 
bBeut sehen, wer ist also koiie; 
der lieh gedeoket etwas zu don. 
Dwer gut aol ich iich meren sere, 
f|trach Karle, der herre, 
jr eil Fynt nit so kone ein man, 
itr uch jtz getun kan.i 
IDm di& der konig apmch, 
ft Hmte Ryzhart und sprach : 
Bsn konig, solt ir geben 
(dt dem, der mir nenie daz leben, 
9bb 8o1 uch g&n zu schänden, 
taan )K)1 davon sagen in den landen.« 
^ nopte tU balde 
1h >hü mit Sporen ron golt, 
<fie glene ließ er sinken, 
homme tnocht der konig gewenkeii. 
Be nu Kizhart wider reyt, 
4ft was der konig bereyt, 
tfu swert hat er erhaben 
;n]d Ryzhiut einen slag geben, 
liiis er mit dem orß fiel. 
kr was wider uff gar suell 
^d stund utl' smen fugen 
,Bnd wolt den konig entniofieu. 
^i dem kam tteiuult zu der stet 
ii Beyard geryten 

die glene sinken, 
konde nit gewenken, 
gemchet also tU, 
er Ton deni otÜ fiel. 
ÜUi diß R«inult sacli, 

m dem konig er da sprach : 

^Bem konig, sizent widvr uff iiwer pfert 

I 4» k. 11316 Til. 



'_>!• 



324 

und fart wider zu Parys wert.€ 
US30 Der konig sprach : »Reinolt, was habt ir Yemonm' 

sint ir herr zu mynem zom komen?« 

»Ja, herre, an die galge zu Montfaucone 

habe ich gehangen Ryppe, den herren kone.c 

Da sprach der konig: »Daz ist mir leyt, 
11325 das sagen ich uch, got wol wei£.c 

Aber sprach der konig fyn: 

»Wa sint ir, Rolant, lieber nefe myn? 

Reinolt ist hie in mynem lande, 

der mir dut groß schände. 
11880 HelfFt mir, nefe, das uch got ere, 

das ich fangen den mordercc 

Als der konig diß gesprach, 

da zomte Reinolt umb das, 

Ton Beyart er sprang 
11886 und ergreyflf den konig zu haut 

und drug ine zu der fart 

und leyt ine uff Beyart 

und swor by synem leben, 

er solt gehangen bliben. 
11840 Diß sach Rolant und Olyvier 

und manig Franzoß mer, 

die rytten also sere 

zu beschütten iren herre. 

Ryzhart stund in der ward 
11846 und wert sich mit sinem swert. 

Adelhart und Fryzhart, 

die ryten zu der fart, 

und der kone degen Malegys, 

der folgte nach als ein man wys; 
11860 dar enwas kein orß so snell, 

dem vor syme orß der vorlauff vyel; 

der degen hett nochdann 

einen swaren halsberg an 

und einen stab in syner haut 

* 

11341 173 B. FrancEOse mere. 11343 herren. 



325 

^M grofi . xij . fuß lange, 

gebonden zu den banden 

mit starken yseren banden. 

Alsus singen sie uff die Franzosen in der not, 

der da gar yil bliben dot. 
"•• RTzhait, der degen name kont, 

sing uff den herren von Benamont, 

90 das er mit allen 

nyder dot kam gefallen. 

Da greiS Ryzbart zu bant 
"* das ors, in den sadel er sprank. 

Alelhart der det mord groß, 

wol z^enzig slug er zu dot. 

Fiyzhart und Mal^ys 

^nieiü mangem man den lip. 
^* Mit dem slug Rolant, der degen fyn, 

°"* Sporen sin ors Valentin, 

Ojieir und der stolz Olevier 

^J^d IDunamels von Baveren 

folgten Rolant, dem berren, 
^ und daten bjnder Reinolt solicb sacben 

^^^ So großem ungemacben, 

^ ^i: den konig moßt kaßen 

*" ^flr der selben Strassen. 

^^ Keinolt das gesacb, 

^ ^ir ine bebalten nit enmocbt, 
"W^arff er ine von Beyart 

^^^ plat uff die erde bart, 

^ ^^» den konig ducbt, 
^ J*^ Une das berz brecben mocbt. 

^5^^ bruder folgte ime affter. 
^ Franzosen batten laster. 

Ma^j^ haut sie den stryt begeben. 

^le ist in betrubniß bieben, 

^^^ sie ime sint entryten in der fart 

Jfci^ü^^ 493 A. 11374 Nach dieeem verse »und daten hinder Rolant 
^ '^*^«^- dorcbrtriehen A, 11388 blieben. 



326 

11390 und zu Montelbane wart. 

Do mosten die Franzosen keren 

zu Parjs mit großen uneren, 

sie namen da schände groß, 

ir bleyb mee dann hundert dot. 
11896 Dar nach fiel es in kurzen tagen, 

das Olyvier reyt jagen 

in den walt u&en Parys. 

Die hystorie macht es uns wya, 

das er reyt uff einen berg seder. 
11400 Da sach er zu tale nyder, 

da vemam er einen pilgerin alt und krank, 

nochdann hatt er einen snellen gang. 

Als Olyvier diß sach an, 

vil sere ine des wondem b^an, 
11406 das der pilgerin was so snell; 

da gedacht er zu haut wol, 

das es Malegys were, 

der da ging so sere, 

und rieff: »Wolt ir uch uff geben, 
11410 80 mogent ir mit eren leben, 

want ich uch sol in Frankrich 

dem konig lieveren sicherlich, c 

Als Malegys das verstont, 

im erfert farwe und blut. 
11416 Malegys was koner dann ein lebart, 

mit hasten zoch er u& sin swert hart;^ 

und Olyvier sin swert erhub, 

nach Malegys er da slug. 

Malegys sprang an ein syten 
11420 und ließ den slag gelytten. 

Da slug wider Malegys 

in der selben wys, 

und Olyvier, der degen, 

warff sin swert dar gegen, 
11426 da slug ine uff daz swert Malegys, der wygant, 

11394 men. lUOlCda] Ynd. 11411 Franckerioh. 



327 

das ime sin swert fiel uß der hant. 

Als Malegys hatt verloren 

sin swert, daz det im großen zoren. 

Anderwerb er verhub, 
** DÄch Malegys er slug. 

Malegys was dappfer und snell, 

er empfieng den slag wel. 

^^ Malegys, der degen, sach, 

™ö er sich verbergen nit enmocht 
* K^fen Olyvier, dem degen, 

da sprach er: »Ich wil mich ergeben. c 

»Des hant ir recht, sprach der herre, 

ich sol uch faren zu Parys seer 

i^d geben uch dem konig von Frankrich, 
*** das sagen ich uch sicherlich.« 

^ bände ime sine hende dar 

"^d det ime globen by siner truwen vorwar. 

^ dem das sie vemamen 

i^d das sie zu Parys kamen 

^^' den konig in den sale, 

** sprach der konig über all: 

*^lyvier, wie ist es ergangen, 

^nngent Malegys gefangen?« 

*^a ich, herre, by mynem eide, 

JJ^t dar uwem willen mit.« 

^^ sprach Karle, der konig gewys: 

*^ we, ir böser diep, Malegys, 

^^ do hie was gefangen 

^ydiart und man ine solt hangen, 

^* IT scheynent alt und krank, 

^ det ich uch sezen oben an die bauk 

^d gab uch essen und drinken 

^d det uch knien win schenken 

^* Wolt uch zu der stund 
y^ morfiel stoßen in uwem mont; 

iJI^ ^M A. 11442 vor wäre. 11449 Vor eide ede durch- 



828 

das ging mir zu schänden, 

ir byssent mich mit uwem zenden 

vü nach raynen finger entzwen. 

Noch dann clage ich vil mee, 
1H66 daß ir Ryzhart dedent gan 

und Rjppen sahent han.< 

Malegys sprach: »Diß ist der leste dag, 

das ich uch schaden mag.« 

»In tniwen, diep, ir sagent war, 
11470 ir dont mir kein boßhet vor war; 
' got behut mich vor plage, 

ich sol uch thun henken vor tag.« 

Malegys sprach all sonder sorgen: 

»Laßt mich leben bjß zu morgen.« 
11476 Der konig sprach : »Des en don ich nit, 

ir solt mir nit enlauffen, bosewicht. 

Dann solt ich haben zom 

mee dann ich hett zu vom.« 

Malegys sprach: »Herre, des sint bericht, 
11480 ich en sol uch entlauffen nicht, 

des wil ich bürg uch geben, 

laßt mich zu dem morgen leben.« 

Da antwort der konig fyn: 

»Wer sollen uwer bürgen syn?« 
11486 Da sprach Malegys schier: 

»Wolt ich mich verbürgen, Olyvier, 

durch uwer gnade hier, 

das ich dem kong engee nummermer?« 

Olyvier andtwort sonder wan: 
114W) »Es wirt gern getan. 

Malegys, sprach er, der kone diet, 

ich verbürgen uch allein nit.« 

Da rieff Malegys zu haut: 

»WoUent ir mich verbürgen, ßolant?« 



11463 entzwey. 11470 Dieser vers steht außer der kolumne 
am rande, ist durch Versetzungszeichen eingereiht A. 11471 p 
11472 tage. 11473 175 B. 



329 

um >Ja, sprach der herre wys, 

bj myner truwen, Malegys. 

Herre konig, nu sint sonder sorge, 

vor Malegys bin ich bürge, 

ich und Olyvier, der graye, 
>»•• das er nit engee vor tag; 

i^ das er nch mag entgan, 

80 solt ir uns vor ine hangen tun lan.« 

Da sprach Karle mit gefug: 

>IHß ist mir bnrgschafft gnng.c 
W6 Na li^olt der konig ein malzyt geben, 

di« verstant gar eben, 

er det sezen die schrägen 

^^d disch daruff tragen. 

•Syzent zu samen, Rolant und Olyvier, 
ww Danamels und Ogyer 

wnd Sampson von Berengier 

^d Bernhart von Mondenstier, 

^*2ent, her Rizhart von Normandy, 

^d Regent uch der herzog von Ardon fry, 
»"»» sirent, her bischoff Tulpin, 

K^en uch sol sizen an 

^^^ Burgonien der koue man.c 

S^B sazte Karle die herren alle 
^ öut eynem großen schaU 

^^ selber ist der degen 

»onder gesellen bieben. 

^ sprach Malegys, der zeuberer: 

*^^^le, edele landes herre, 

***® die geno&en sint gesessen, 

^^ ir hant myner vergessen. 

"y dem herren, der mich geschuff, 

^^*^ Hiufi sin uwer schussel genoß. € 

^ der konig gehört 
^^8 schympff wort, 

^ w^art er mit zom beweget sere. 



380 

er sprach zu im: »Böser zeuberer, 

wie dort ir alsus sprechen P 

Solt ich mit uch e^sen? 

Malegjs, wer ich, als ir syt, 
115S6 ich erfreut mich nit uff kein zyt; 

so helff mir sant Symon, 

mom sol ich uch henken tun.€ 

Da sprach Malegys: »Koner herre, 

hau ich dann kein frjst mer?€ 
11640 Rolant sprach sonder vei^essen: 

»Swigent, Malegys, und koment esaen-c 

»Gern, herre, by mynem übe, 

ummer wil ich frolich blyben 

und spylen und syngen 
11646 von mynnen imd von solchen dingen. € 

Nu ist Malegys gesessen 

by Rolant und hat gessen, 

imd ee daz erst gericht was gegeben, 

hat Malegys einen gesang erheben 
11660 mit luter stymme so dar, 

das er sich entreynte aldar. 

Da sprach Karle, der herre wys: 

»Glust uch singens, Malegys Pc 

»Ja es, herre, by sant Johann, 
11656 ir gesacht nie so frolich eynen mann, 

als ich bin, sprach er sonder sorgen, 

das ich sol leben byß zu morgen. c 

»Nu wenent ir mit uwerm gesange 

mom dem galgen sin engangen? 
11660 By got und siner krafft, 

ir mu&t in den kerker zu nacht.« 

Zu haut das er da uff sprang, 

Karle, der wigant, 

und greyff den zeuberer 
11666 harte fast by dem gere. 

11631 im fehlt A. 11538 176 B. 11549 erhaben. 11558 g» 
U565 harte] sere. 




"« 



331 



by der haut, 
m kerker det er sinen gimg. 
:oiiig det den kerker ent§liesaen 
lalegys darin n beflliesflen, 
B«reo ketten det er ine befan 
mb einen halS ein jsen alan. 
e, sprach Mal^js, 
Dl gnt«n funt Dyonist<, 
tt mir bitter herberg zu nacht, 
lÜauffen ucb mit niyner krafft.e 
itwort ime der konig sonder wati: 
ent ir mir vor dem tag engan, 
ben ich ucb zo eym gesellen 
aasten tafeln ron der hellen.« 
irach Malegys zn der zyt: 
rheldent myn bürden qwyt.« 
nach Rolant, der degen : 
burgschafft wil ich qwyt mwn.< 
indx Karle, der kone diel: 
burchschafFt enachten icb mt.c 
•racb Halegiä, der te^en: 
«ril ach got befeien; 
Iff mir gotes krafft, 
fn zn Haninwiers zo nacht.« 
meh Karle anveraehen: 
r dieb, wie aol daz geschehen P 
ehe oeh zu eym gewllen 
Bcütot tnfel ron der hdlen. 
il zu nacht in mrem aacliea 



t «««areu den kariwr rimm. 
■d teh ine da» bdclen.« 
Km amt by dem keriur Uümd. 
orten aie by ir c» 



I A. UM Ualefj JL liwn ma. 



832 

Als es kam vor die mittemacht, 

Mal^ys genauwe wacht, 

ejnen gramadet er began 
11606 als in njgromancien getan 

und by der macht von dem gestein, 

die er trug aUein, 

und by den Worten, die er sqrt, 

det er die bant fallen von sinen gleden. 
11610 Er b^an mit siner konst zu machen 

die .xij. genofien fast slaffen 

und darzu alle zu male, 

die da waren in dem sale. 

Malegys lieff, bys das er vemam 
11616 und das er u& dem kerker kam, 

da er in kurzen stonden 

die .xij. genoßen hat fonden. 

Malegys hat sie alle verhaben 

und uff einen huff getragen, 
116S0 die er fant klein und groß, 

er leyt sie all uff einen hauff. 

Er det alles, das er begert, 

und stale ine allen ir swert. 

Do ging er fort inn 
116S6 und entsloß des druchsefi schryn, 

da enließ er kopff, noch schal gemein, 

sylber, gold, noch edel gestein. 

Su£ hat sich der diep geladen, 

das er es nit mocht getragen, 
11680 sus ging er zu der fart 

recht zu Montelban wart. 

Von Malegys la&en ich bliben 

und wil von Reinolt scriben. 

Wie er uff sinem bete lag, 
11636 einen sweren draume er sach. 

Im traumpt in sinem träume, 

11604 177 B. 11608 dem A. 11622 begeret. U^ 
11631 497 A. 



833 

wie das er sech sinen ohem henken an ein bäume. 
Ab er ufi dem slaff ensprang, 
>Hilff got, sprach er, und sant Amant 
M und Maria^ die süße jungfrauwe, 
minen ohem muß ich schauwen 
und behalten in aller wyse 
mynen ohem Malegys.« 
Als das gebeet was getan, 
M mit ylen ist er uff gestan 
wd iivappente sich snell 
von dem heupt biß zu den fußen well. 
In dem sol der degen thun den gang, 
^ er Beyart fant 
»• und sadelt ine vil sanffl 

niit betrübtem mut vor dacht. 
D^ degen spien an sine fuße 
«wen goldin sporen mit großer unmuße 
^d gurt sin gut swert hart. 
"** Sns reyt der tegen zu der fart 
w Malegys castel wart. 
Mit den sporen nopt er das pfert^ 
^ J^yt 80 styll, das ir kein erwachent 
^^ den genen, die darinn slaffent. 
Alsus reyt er, byß er vemam, 
^ er zu Malegys castel kam. 
*^ wechter hört er zu haut, 
*^y^iolt, der wygant, 
"> üne sprach der herre wys : 
•'raut^ wa ist din herre Malegys ?€ 
^^ Wechter antwort im dar: 
***^h enweiß sin nit vor war, 
^^' der zyt das er schied 
^"^ von dieser stede 



lum 



If7l 



^^ Ueff nach uwerm bruder Rizhart, 
^Osach ich sin nie dann uff die fart, 

aW WR ^•■*^*^^ ^^^^ anmaß. 11664 wyae. 11667 wäre. 



884 

des han ich grofi verdrieß zu foreii.c 

»Hilff got, sprach Beynoli, han ich mjn ohem v^loien 

Beyart nopt er in die syten, 
11676 nit lenger wolt er byten, 

er reyt berg und dal, 

als ich uch sagen sol. 

Alsus reyt der grave mit ile 

by dem mone schyn manig myle, 
11680 alsus macht uns die hystorye wise, 

recht zu dem galgen zu Parys. 

Da er da vemame, 

das da niemant hienk an, 

als das Reynolt sach, 
11686 er yerblyde sich als der tag 

und reit, byg er an den berg kam. 

Da sach er komen by dem manen eyn man, 

der was sere beladen 

und drug über staden. 
11690 Als sin Reynolt wart geware, 

da want er, das es der tufel were, 

er hielt Beyart mit eyner haut, 

mit der andern fynk er zu dem swert zu hant, 

da fragt der d^en Keinolt, 
11C96 wer da kem also stolt. 

Da antwort Mal^ys 

Iteynolt in solicher wyse: 

»Reynolt, das muß got wissen, 

myn hant ir gar yergessen.c 
11700 Da sprach Reinolt, der kone diet: 

>By got, ohem, ich enhan nit. 

Ich mane uch by der gotes gnaden, 

wandt sint ir also_ beladen ? 

Das ich uch sach unter dem mane, 
11706 hört, was ich uch saiie, 

da want ich, der tufel kem da gegan.€ 



11675 beiten. 11677 sal. 11691 es] er. 11699 406 A. 
mone. 



11' 



885 

Da sprach Malegys sonder wan: 
»Olyvier hatt mich gefan 
und gelieffert dem konig von Frankrich, 
no (Jas sagen ich uch sicherlich, 

do swur der konig by sinem eyde, 

er solt mich thun henken leyde. 

Da bat ich den konig mit klage, 

das* er mir frist gebe byfi zu dem tage, 
I* bürgen mn&t ich ime geben, 

aolt ich die zyt überleben, 

Rolant hatt ich alldar 

und Olyrier vor war, 

^6 waren difi also beraden, 
» das sie es gerne daten. 

Dem konig genügte darmit wol. 

Da was ich frolich, als ich sol. 

Darumb zomte Karle sere, 

^i' legt mich in den kerker, 
^ er hatt mir in dieser nacht 

^e zwolff genofien tun wachen mit krafil. 

^'i bin ich her komen, 

*^^ swert han ich ine genomen 

^^d han in des koniges schryn 

^^ gelafien golt, noch silber, noch gestein, 

^^pff, noch napff, noch nit mit all, 

***yiiolt, das sagen ich uch wal, 

^*^^ hab mich also geladen, 

^^ ich es nit konde getragen. € 

^^ sprach Reinolt unverfert: 

*r^*Äeim, nement ir Ogyer sin swert ?€ 

r^^Kys sprach: »Des sint bericht, 

^ got, ich l\e& niemant nicht. € 

*^ sprach Reinolt vort an: 

^^y got, ohem, das was nbel gethan, 

8^^ mnfi nch verwafien. 

**^tt«iit ir ime sin swert gelafienlc 



ITM 



WHn 



Vom. 11718 wäre. 11732 wol. 11736 179 & 11737 Du. 



336 , 

Da sprach er unverfert: 

»Reynolt, hett ich Ogyer gelaäen sm swert, 
11746 so solte man sagen yor dem konig offenbar, 

das es alles wiste Ogyer zwar, 

und Rolant, der kone man, 

solt ine verretnisse zjhen .an.€ 

Reinolt sprach: »Sizent off Beyart, herre.« 
11750 Da sprach Malegy^: »Das tun ich gem.€ 

Er gab Reinolt alle die swerde 

und sprang zu haut uff Beyart. 

Alsus ryten sie all sonder wan 

in das castel zu Montelban, 
11766 da sie den konig nit entsahen 

eine bottel von einer hagen. 

Nu laßen ich yon diesem bliben 

und wil von dem konig schriben. 

Die nacht verging, der dag der kam, 
11760 Karle entwachte und alle sin man. 

Nu wand der konig Malegys hangen 

und ist in den sal gegangen 

und sach in dem dage 

sine genoßen, wie sie lagen. 
11706 Da gedacht der konig ußerkoren, 

das er Malegys hett verloren, 

zu dem kerker ging der konig wys, 

mer er enfaut nit Malegys. 

Da wart er sere zu ungemachen 
11770 und die genoßen worden erwachen. 

Karle sprach also zu hant: 

»Owe, süßer nefe Rolant, 

by dem guten sant Dyonise, 

verloren han wir Malegys.« 
11776 Rolant wart seer verfert 

und taste nach sinem swert, 

und da er des nit enfant, 

da ging ime ruwe an zu hant. * 

« 
11765 499 A. 11767 wyse. 11768 er fant. 



~nii 



837 

>T«ch Olyvier, der herre u&erkoren ; 

swert han ich hie verlorea.« 
iLch sprach Ogyer: 

swert Garten han ich verloren hier.« 
arach der byschoff Tolpin: 
^jB mu& verdomet sin, 
•t Teniichtet unser leben, 
rir hatten hie au voren eben, 
le sint unser swert verlorn, 
:harpff waren ußerkorn.« 
clagte Rolont Durendal, 
»■■rt, das da snejd so wal. 
prach Ogyer: 
, od«ler herre fier, 
tn, myn ewert, han ich verlorn, 
r mir gabent zu fom 
ftome in dem kampfT, 
li Bninamont uiit zwang.« 
r dr«ib groü raissebar 
alle die geneu, die waren dar. 
unert den konig vil sere, 
i, den landes herre, 
»wnr, hett er den dieb, 
dU iue henken, es wer wem lejt oder liebe, 
prach Ogier zu den stunden: 
I dm tnfel hant ir denn gewonnen ? 
er noch nnder Muntfaucone, 
1 «olt er ach bald entgan, 
Ik noch darzu das gut entr^en.« 
I begond«!) sie all zu klagen. 
Itonig BWur, er ensolt 
ES Hootelban nit können enthalten, 

ia keinem lande, 

K ine ihtm Fangen zu hant. 

et der konig 

k. 11801 rwiirt A. I1>I02 180 B. 11804 geirandi 



888 

zu hant gebieten groß ding 
11816 und det schriben briefe 

an alle sin folk, leyd oder liebe, 

das sie zu ime komen solten 

uff all, das sie von im helten« 

Diß began Karle, der herre, 
11820 den berren vor zu legen, diß wer sin beger. 

Volkes batt er ein scbone zale, 
' zwenzig hundert tusent man wal. 

Dick swur er by sinem eide, 

das er solt holen die swerde 
11826 und sin gut zu Montelban zware 

oder da for ligen sieben jare. 

Alsus foren sie, byß sie vemamen, 

und das sie zu Montelban kamen, 

und stiefften raub und brant 
11830 all durch Reinolts laut. 

Nu ist Reinolt kommen 

zu sorgen und zu unfronmien. 

Mit sorgen worden sie befangen, 

die da waren in Montelbanen. 
11836 Rolant embott synem nefen, 

das er ime Durendal wider gebe. 

Da antwort Reinolt, der greve, 

das er ime Durendal wider gebe 

und alle die swert mite, 
11840 wolten sie ime helffen zu der steet 

verdienen und machen sone 

gegen Karle, dem konig kone. 

Da gieng Rolant zu sinen gesellen 

sin botschafft zu erzelen. 
11846 Da fonden sie zu yrem rate, 

das sie es gern daten. 

Her off sant in Reynolt 

alle die swert -halt. 

11822 wol. 11824 ewerd. 11828 komen. 11832 500 A. 
Beinolt] Rolant, am rande Beinold von jüngerer band B. 



gingen sie rade 
nnd anch spade. 
[>& sprach Ogyer, der degen: 
►Ir herren, difi sint unser nefen, 
lie der konig hat bellen, 
dns zomes wil er pfl^en, 
er ^wil sie ioden in dem lande, 
und das wer nns gro&e schände, 
das wir daz solten seilen mögen, 
das man sie henge Tor unsem augen.c 
Da sprach Dnnamels dar: 
>0^er, nn hört hier nare. 
Mochten wir bejagen sone 
gegen Karle, dem konig kone, 
80 endorffb nit was habe, 

das dar Reynolt mnb gebe. 
M Nu wollen wir Karle bjrtten umb sone, 

sIb em iglich beste mag don, 

80 sollen ime nff geben zu haiit 

^6 herren bürg nnd lant 

^d gan ime in sin hande 
""* tdr die genofien Ton dem lande, c 

'^i^^ rede and diese zale 

^luiget den genofien wale. 

^ sprach Rolant, der d^en fyn: 

*Wfi wort sol sprechen Tnlpin.« 
*^ ^^ giengen sie in des kongs pavilone. 

D* sprach Tnlpin : »Herre, das nch got lone, 

hört nach den worten myn, 

"^ got uwer lone mofi sin. 

^ontelban stet hie beneben, 
■• itB wir han umb legen, 

und das castel ist also fest, 

06 geben nmb nns, konig, nit ein hast ; 

Qod dar inn sin nwer swester kinder, 

tl8S6 großen A. 11868 181 B. 11872 wol. 11883 inn fehlt A. 

22* 



840* 

durch got laßt ine rechts gehingen, 
11886 und ir mußent ine gnedig sin.€ 

Diß sprach der bischoff Tulpin: 

»Wolt ir sie, herre, empfan in uwer hant, 

sie sollen uch geben bürg und lant, 

und wil sich Beinolt 
11890 diß ufiF geben holt, 

so raden ich wol uff gnaden, 

das ir sie empfahent so drade 

und laßen sie in dem lande ryden, 

so ensol nieman uff ine stryden.« 
11896 Da sprach Karle, der herre: 

»Tulpin, des endon ich nummermer. 

Mer ein ding sol ich bestan, 

ich sol senden zu Montelban 

eynen hotten dar bynnen 
11900 zu ßeynolt und sym gesynnde 

und dun fragen mynen nefen, 

ob er sich wil uff geben 

und komen in myn hande, 

ir iglich mit eim bände, 
11906 so rieht ich darüber nach mynem will 

beide lute und stille; 

alsus mögen sie gemeynlich 

verdingen alle sycherlich.c 

Do sprach Rolant, der greve bekant: 
11910 »Wer sol die botschafft tun zu dem wygant? 

Ir enfynt nit so einen konen man, 

der die botschafft dar bringen kan.c 

Da sprach der konig: »Nefe Rolant, 

ir mußent sie tragen dem wygant 
11916 und sagen Reynolt, unserm nefen, 

wil er sich nit uff geben, 

so enlaßen ich nit in syme lande 

weder stock, noch stein stände, 

und mag ich ine gefangen, 

11892 trade. 11898 501 A. 11899 jnnen. 11902 wol. 



341 

I icli sol ine by der kele dun hangen 
und alle sin kinder mit 
nnd verbrennen Claradys zu der stet.c 
Da sprach Rolant, der degen: 
»XJwer botschafft sol ich tragen.« 
Da reyt Rolant zu Montelban, 
also dut uns die hystorie verstau, 

er reyt in des greven Reinolts sale, 

da fant er die herren alle. 

Rolant sprach: >Got behut Reinolt mit syme gesinde 

und alle, die ich hie mit ime fynde. 

Eyn botschafft hau ich uff mich geladen, 

die ich uch sagen muß gar drat, 

^on Karle, dem konig, 

uid ir ein jemerlich ding. 

Horent, sprach Rolant 

^ Reinolt, dem wygant, 

R«ynolt, uch hat der konig 

^boten große ding, 

^ ir solt konen zu gnaden, 

^e botschafft, mit der ich bin beladen, 

^ 8oIt komen mit uwem mannen, 

^ iglich mit eynem banden, 

dami wullen und barfuß 

^It ir suchen sin otmut. 

Dann sol der konig ober uch richten 

mit mannen und mit knechten. 

AlsQs mogent ir verdingen uwer lip, 

Qwer kinder und uwer wip. 
Dont ir des nit, 
so ist ach übel geschiet, 
der konig leßt nit in uwerm lande 
einen stock nit stände, 
and mag uch der konig gefangen, 
bj uwer kelen sal er uch thun hangen 
^ und brennen Claradys, uwer wip, 

11932 trade. 11934 182 B. 



342. 

und nemen uwem kindern den lip.c 
Da sprach Reinolt, der d^en fyn: 
»Yerwaßen mufi der man sin, 
der umb belegenikeit von eym herren 

11960 uS sol geben sin lip und ere. 
Wann er gewynnet Montelban, 
sol ich yme so vil manne abslan, 
das ime were mee erlich, 
das er bliben wer in Frankrich. 

11966 Rolant, das ach got mofi eren, 
zu dem konig solt ir wider keren, 
und sagent Karle, dem wygant, 
das ich ime gebe marke und lande 
und darzu berg und stet 

11970 und mynen dienst da met, 

und Montelban wU ich ime geben, 

wil er mich laßen leben 

und darzu myne bruder, 

die kommen Sit von myner müder, 

lim und wU darzu werden sin man 
und wU ime sin undertan 
nnd allzyt in sinem dienst stan, 
wiU er diß von mir empfan. " 
Will er inn batalgen faren, 

11980 dar wil ich ime dienen sonder sparen, 
dys wil ich ime stan in staden 
mit mannen und mit daden, 
ich enwil ine nit begeben 
noch durch sterben, noch dur leben, 

11986 by got von Nazaren. 

Mag er uns dann nit sehen, 
so wU ich und myn bruder mede 
faren in daz laut von Jherusalem, 
da wil ich dienen offenbar 



11966 502 A. 11970 mit 11973 Dieser und der folgei 
wiederholt ß. 11982 Vor daten dorch untergesetite pookt^ 
magen A. 11984 durch. 



343 

^ amb gande sieben jare. 
&e£elt das uff einchen tag oder jare, 
das der konig kerne dar, 
so i^olt ich ime stan zu staden 
mii; mannen und mit daden.c 
I>i& sprach Reinolt, der kone diet : 
9^M.skg ime des genogen nit, 
so sagt ime, das er myne wacht 
beide by tag und by nacht, 
so aol ich umb sinen schaden jagen 
f oiri; mee alle tagen. 
Rolsnt, got gebe uch ere, 
sa^cnt di£ dem konig, mynem herre.« 
ALso det Rolant, der herre, 
zu dem konig wider sinen kere. 
* Rolant kam wider vor den konig 
uiia sagte .ime diese ding, 
die ime hatt bevolen Reinolt, 
der degen kone und stolt. 
Als^Jarle diese wort 
»w hat Yon Rolant gehört, 

er sprach: »Hat mir diß Reinolt 
em hotten so stolz ?€ 
^t hasten det er dryben fort 
®J^ gewerbe zu der pfort. 
"^ Nu embot der konig von Parys, 

^^ sie Montriban al umb legen gewys. 
^^'^ ryten die herren zu stryt 
^ Montelban an iglich syt. 
^*Ä ijjß Reinolt sach, mit zom 
»>» det er blasen all die hom 
^ storme bynnen Montelban, 
^^ ^ing weren also getan. 
^^olt und sin man 
^t^n ire wapen an. 
^ Sie gewappent waren gemeyn, 

^l^B 183 B. 12002 herren. 12020 hört A. 12021 jnnwendig. 



[ 



844 

iglich sprang uff sinen frene 

und Yolgten Beinolt zu der fart, 

dem sie hulffen mit iren swerten hart 

Die da zu faß waren, 
12080 die musten die muren bewaren, 

die frawen von embynnen 

drugen stein zu den zynnen, 

sie werten sich mit krafft. 

Die Franzosen kamen zu der jacht. 
12086 Als Reinolt sach die große not, 

er an reyt die Franzosen in ubelm mnt. 

In Yolgte Adelhart 

und Rizhart und Fryzhart, 

und alle die ritter von Montelban 
12040 sint ime gefolget na. 

Funffzehenhundert mann 

bracht Malegys dar an, 

der konig Yve von Gasconge 

sant Reinolt zu hulff schone 
12046 zwey tusent mann, ^ 

als die hystorie uns sagen kan. 

Alsus hatt Reinolt ein schone here, 

das forchten die Franzosen sere. 

Die Sporen slug er Beyart voren, 
12060 Reinolt, der degen ußerkoren. 

Der erst, der im gemot, 

mit dem spere er ine gruM 

und stach einen durch sinen buch 

und det ime groß ungeluck. 
12066 Also Karle das ersach, 

das Reinolt in syme her also stach, 

da rieflf er stormelich : 

»Uff, die genoßen von Frankrich! 

Slahent fort, Franzosen und Normanne, 
12060 und fahent mir Reinolt und sin manne ! 

12081 ?on jnnen. 12034 503 A. 12036 in] so. V^ 
12045 mane. 12046 kane. 



345 

t^i* rixir Beinolt mag kriegen, 
dem ^^ril ich geben zu sinem liebe 
die beste stat al sonder wank, 
die ioli han in all mynem lande, t 
Ml Also diese worte 
die Pranzosen horten, 
da waren ir zweyhundert lobsam 
^ Reynolt und sine man. 
Beinolt empfyeng sie, als er best mocht, 
•*» wie sere sie g^en ime fochten. 
Dar reden sie über houff, 
der stryt wart da groß, 
da sach man stormen u£ der maßen, 
^ blut sach man rynnen uff der straßen, 
**'* da sach man manchen heupt loß 
und manich orß herre loß, 
n^&n sach da laßen manig pfant, 
'i'^Anig fuß und manig haut, 
^'^»n macht' da wytwen und weisen, 
""• saß Ixan ich in der hystorie geleöen ; 
^'^Axi durch stach da mangen schilt, 
die halsberg worden durchslagen milt, 
Diit unsynn lieffen da die pfert, 
^® Herren lagen da uff der erde 
*» etlich dot, etlich gewont. 

^^T xunb zomt der konig zu stund 

wild slug sinen frene mit sporen 

^d l)egont ryden zu foren. 

^* luter stynmie er kreyer: 

* ▼ olgent mir, Rolant und Olyvier 

^^ alle myn genoßen! 

^^^ Collen Reinolt legen einen bloßen, 

ix' behalden wolt myn ere.t 
^^ konig reyt mit hasten sere 
^^ Reinolt und sin bruder alle, 
^ ^eynte sie bryngen zu falle. 



iWk X84 B. 12075 das. 



i 



346 

• 

und als Reynolt den konig sach stolz, 

da floch er von ime in sin her holt. 

Da rieff der konig fry: 
laioo »Kompt, Reinolt, strydent wider mjU 

Reinolt antwort: >Qot weiß, 

konlieit zu stryt ist ach bereyic 

Reinolt nopt vil balde 

Beyart mit sporen von golt, 
laio-. uff den konig reyt er mit krafft 

und stach uff ine mit dem schafft 

und rächt in so wel, 

das er mit dem orse viel. 

Der konig sprang uff zu der fart 
12110 und greiff zu dem swert wart 

und Reynolt zoch sin swert 

von guter snyde und guter wert. 

Da wurden Karle und Reinolt 

fechten mit gewalt, 
12116 da hett der konig abe gelan, 

en hett Rolant, ^n nefe, getan. 

Da ryeff Reinolt von Montelban, 

so uns die hystorie dut verstan: 

»Kommet fort, ir herren von Gasconigen! 
12120 wir über wynden die Franzosen, ist daz ir komen; 

Karle, der konig, hat abe gelan, 

er enmag nit langer stan.« 

Da antwort der konig: 

»Du mußt liegen, du huren kintit 
12126 Da hub Karle sin swert hart 

und wont Reinolt slan zur fart, 

mer Beyart empfloch ime dar 

vor des koniges slag vorwar. 

Aber der konig folgt im nach bereyt 
12180 und slug ine binden uff das gereit. 

Mit dem slag kreyert der herre 



12101 504 A. 12107 wol. 12119 gaatonigen. 

185 B. 



3-47 

off fiin lute harte sere, 

nnd Eeinolt kreyerde sonder wan: 

•Sl&hent fort, herren von Montelbun !< 

Als di£ horten die Franzojse, 

■ie xjien in die not all böse, 
I und Reinolt rejt mit Beyart 

freyülich uff die wardt. 

Hangern man uam er daz leben in den tagen, 

Bejart hat manig orla erslagen, 

■ine bnider fochten wol und anell 

in dem großen not apel. 

Mer wol fechted Malegya, 

darumb zomt der kouig von Parys, 
iDa nopte der konig balde 

ein ors mit sporen von golde 

und kam uff Mal^ys geryten. 
I Ualegys hat sin gebytten 
I nnd bot ime ain epere. 
1 Der kong kam mit großer gere 
I nnd det Mal^ys schaden groü, 

mmt er stach itne sin ors dot. 

Da fiel Malegys zu der erde, mit nyde 
' q>rang er uff und fieng zu dem stryde 

nnd gieng slan in des konges here 

nnd sozte sich wol zu der were. 
,,By den aach Malegys, der degen, 

iffnen wygant kommen gereden, 
imr wn geboren von Beankor, 
Snleraoa nefe was er vorwar, 
l^ar wsB ^beißen Ancel, 
litt nyt uff eyme fovel, 
Viaa dapffer was und stark, 
I^BMi pryade daa orli uff hundert mark. 
BA1> Malegys den genen eicbt, 
Mft «ndet er ändert nit, 

1198 hart«] gtti. ISl» FnuKsayien. 12ltil AdmI. 



348 

mit dem swert ging er ime engten 

stolzlich als ein degen 

und gedacht geben einen slag, 
12170 da er ine best gerachen mocht, 

zu der schultern sing er eben von oben zu talem.. 

das er zu der erden kam gefallen. 

Da sprach Malegys, der herre: 

»Wassal, hie blibet din frene nummermer.c 
12176 Er sazte die fuß in die stegebant, 

in den satel sprang er zu haut, 

das orß hat er besryden, 

in den weg ist er geryden 

und slug man über man, 
12180 das das blut zu tale ran. 

In diesen stryt kam Gyfroyt 

und Aloert, die degen gut, 

und Englens und Macharius, als ich laß. 

Die hystorie lert uns das, 
12186 das sie kamen mit großen scharen 

uff Malegys gefaren 

und uff Reynolt, den degen stolz, 

und uff sin bruder holt. 

Als Reinolt do ersach, 
12190 das er sich erweren nit enmocht, 

da sprach er sonder wan: 

»Ziehent hinderwert, ir herren von Montelban, 

und laßent uns ylen, wir han des not, 

des konigs krafft ist uns zu grot, 
12195 mit diesen ubeln hff gezal 

funffhundert in den sal.« 

Rizhart und Fryzhart, 

Malegys und Adelhart, 

diese vier zogen vor zwareu, 
12200 Reynolt folgte sonder sparen. 



12169 505 A. 12171 tale. 12172 kern. 12175 ftegebant ko 
giert aus stegereiff A. 12177 beschryden. 12194 groß. 12 
186 B. aale. 



^^3» si 



349 



i sie Iren kere mit ayonen 
ttonteibau all bynnen. 
^> der konig, ist du geblebeii, 
*-ndera aiud entreden. 

^aget UU9 die hystone wal. 
den konig kam munig ■/.ah 

l^inolt, was er hatt getlian. 
^frucb der kooig: >Lalieiit diu stau, 
* hat er mir gethan, 

^n kao ich des uit empf«r, 
Tnuä mich darumb erboren. < 
fajg gezelt sie da ufiF sUigen du füren 
4 det machen gi'uü gezymmer fort 
*ä det die uff richten vor die [»iort. 
*t kooig lag dar vor wol sieiwii jare. 
<ktlgen nchaden hat er empfangen dar. 
10 eolt Beinolt eben von siiiem ding 
Ig halten gi^en dem konig. 
leiaoH »prach: >0ot, der an dem iruz hiugk, 
IT luiiQ ucb behiiten, kotiig!< 
•rle sprach: >Des t^naan icb nit 
I dir, böse wicht; 
»fiheit hastn mir gethan.« 
tinoU sprach: >De» wil icb in ba&en atan. 
arre konig, ich wil gern hie zur stet 
r geben lip nnd leyt 
■d das castel von Montelban, 
Rg icb gegen uch, hern- kimg, »wu- hnn.< 
Ifi sprach Keinolt, der greve: 
Dm wU ich uch bürgen geben 
id dienen neb all myn leben. 
br nmb beradent uch, edel konig, eben.* 
b hett der konig Keinolt I>etachteu stan, 
I wolt sich beradeii mit mugeii man. 
fr koiiig Ell ifiium reten kau, 
iKbarins, Hardriet, Korzier und Galeran, 



l JBHO. 



»öl. 



S50 

di£ waren sin rades man 

und die falsche Qavelon. 

Forcier sprach zu dem konig: »Edele herre, 
12240 hört mich durch uwers selbes ere. 

Hie ist zu tag kommen Reinolt, 

der stolz greve von Merewolt; 

en gedenket uch nit der tag, 

das er gab den dot slag 
12246 uwerm sone Ludewig, 

dem jungen konig Yon Frankrich, 

und des styfiFten sonder uwer wiste 

mit 8iner großen lyst 

das castel von Montelban? 
12260 Syt hat er uch gar vil zoms getan, 

uwer kröne nam er mit nyde, 

uwer mag und man hat er erslagen in dem stry** 

in Falkalone, da er facht 

uff uwer folk mit siner krafft, 
12266 Volken slug er da dot und nam ime daz leben 

und Weryn, sinen swager, und von Thalons den ^T^^ 

Da zomte sich schier 

der kone tegen Ogier: 

»Forcier, sprach er, lat mich sprechen 
12260 uff dyn falschen trechen. 

Du ensoltest nummer kommen 

noch zu schaden, noch zu frommen 

zu deydingen von eynchem man, 

da so fil leget an. 
12266 Als fort er hin weg die krön, 

das was nach sinem willen zu thon, 

umb das der konig in der fart 

besser orß wände finden dann Beyart.€ 

Da sprach Forzier, der kone diet: 
12270 »Mich enwondert auch nit, 

das Reynolt gewan so schon 

12238 506 A. gaue Ion B. 12239 Forczier. 12240 uwer. ^ 
laßt. 12264 sol. 



l 



351 



jirys vor Falkalone, 
'* K»«h der ritter kone 
Kt ober die Dardone 

r seytent, er blibe afller 
^S-^ra acker; das ist uch faster.c 
»^lem vaut n&m zu haut 
^i ein hom in die haut, 
^ras gegossen von nfttalle, 
^agt ans die hystorie wall, 

woit Forzier haben geslagen, den de^en, 
der konig sprang dar engegen 
^^ swur by dem guten tag, 
^** kan ans die hystorie sagen, 
**« er so kone nit enwere, 
'^Äa er Forcier sing nunimermer. 
'Ja Eprach Ogier, der degen koTie: 
^Dss idt war, ich was iu Yalkalone, 
4a starb Folke, der degen stolz, 
■»il ere bejagt da lleinolt 
tiDU sin brnder mit recht. 
Ko enwaa er zu unrecht, 
'init ungefall geschoch der mort, 
d*B Ludwig, Dwer kiut, erslagen wart, 

1 konig, des syt bericht. 
'^ enaolten so getan tut nicht 
1 zu uwerni rado, 
die daa sell>e noch wol dat«n, 
niid oiumer bringen sie uch in scbitden, 

I mtltent ir sin unbeladün.« 
Do sprach der byschoff Tiiliün dar: 
»HcTTff Ogier, ir saguiit war, 
fon recht sultvn sie nummermer 
xa rade gan mit eyni landes herre. 
I Auch reden sie iich hio bevoren, 
: urloge niiiatent l'uren 
off den Herren ron Antolyen, das was schyn, 

12302 wäre. lÜÖüi i07 A. herrun. 



352 

das er was mechtig und fyn. 

Also wollent sie uch aucH nu hulden 
12810 in stryde gegen Reinolden.c 

Da sprach der konig fyn : 

»Swiget, herre byschoflf Tulpin; 

manig laster sonder wan 

hat mir Reynolt getan, c 
12315 Alsus schyet der tag mit* dem konig. 

Da sprach Reinolt dise ding: 

>Qot behüte mich vor schände, 

mag ich uch fangen in dem lande, 

ir entragent nummermer 
12320 kröne in Frankrich, herre.« 

Da sprach Karle fry: 

»Huren kint, sezesta dich gegen my?« 

Alsus det Reinolt, der herre, 

von dem koiiig einen kere 
12326 und für in sin vesten, 

ime folgten die besten. ^ 

Do det Karle zu der selben zyt 

das castel al umb legen iglich syte. 

Do begund es sich erst machen zu stryt, 
12330 iglicher begond zu syme orß zu zyt, 

uff einen orß saß Malegys, 

das macht uns die hystorie wys, 

iglicher kose da den sinen. 

Da ging es zu den sorgen in pinen, 
12336 der stryt wart da groß, 

das feit wart geferbet rot, 

das blut lieff nyder zu tale, 

sie storzten ir blut souder zale, 

an beiden syten namen sie schaden, ' 

12340 die stryt en deten keinen staden. 

Was Reinolt gerächt mit dem swert, 

das mußt fallen zu der erde. 

Da do Reinolt den rytter sach 

12327 188 B. 12332 wyse. 12341 gereicht. 12842 erdei 



353 

halt«!! Binen schilt mit groLicr krafft 

iin<l slag firoit alt^c, 

«T litttt einen priester alweg. 

Also det«n alle die herren stoU, 

die da folgten iieinolt. 

Die Franzoren nanien .ichoilen ^rntn 

fiir Montelban io der not. 

Nn hat Rizhart Ortanti versehen, 

uff ine reyt der kone diet 

und ließ synken sin swert. 

und reyt uff ine mit grolier gerde 

und hat ine gentechen, 

das sin heni nmst Itrechen. 

Vort reyt er ki'geii eynein andern, 

der gegen inie kam wandern, 

dem hat er das beupt 

bjD lu dm z«nn gedopt. 

Da kreyerde er sonder wan: 

»Slant fort, ir herron toii Müut«lban! 

lue F'rKnzoiieii xint verloren. < 

Difi hört Mal<?gy8 zu foren 

md reyt nff den konig von Parys. 

■Prejfilich reyt da Maiegys. 

der konig reyt mit grotiem nide 

Malegya zu der zyt- 
60 »ere sie «ich imder ein andiT »taihtn, 
iju ir beiller «pere brachen, 
und vielen beide in onf-nnwlit 
Bnd verloren ir krafft, 
der das also wolt, 

weren Wyde dot hüben halt, 

•le nff stnnd und zucb itin swert 
ging zu Malegyn wert 
hat Halegys genlageti. 

dea kam einer gereden 



I korrigiert »ui ({ewbe A. ü^toclien El. 133«a 
ISSTO M8 A. I2JTI »maeht. 



854 

und slug uff Malegys einen slag, 
19380 da wart Malegys gefangen in der jacht. 

Da swur do ir herre hoch, 

von Lengres der herzog, 

zu rechen Ripe von RyperiAont. 

Sin orß kerte er zu stund 
12386 und gemot dem graven Rizhart, 

dem degeri kone und unverfert, 

uff ine bot er sin spere. 

Da kerte sich Rizhart zu der wer. 

Der herzog stach Rizhart 
12390 durch den schilt uff sein bein zur fart, 

und Rizhart stach ine wider, 

so das er fiel zu der erden nyder. 

Da begonde ryden zu hant 

der stolze Moyant 
12396 und Rizhart gegen ime, 

der ine wenig hat entsen. 

Da hat iglich den andern leyt geraden, 

in die halsberg deten sie schaden, 

so das sie gewont 
12400 zu der erden fielen zu der stunt. 

Da reyt von Brytangen Salmon, 

der gro&e mannheit pflag zu thun, 

er reyt gegen Adelhart, 

der stolzer was dann ein lebart. 
12405 Verbolgen waren die herren fyn 

recht als ein eberswyn. 

Bynnen den kam Fryzhart schier 

gegen Bemart von Mondisdier 

und Emeryn, der frye, 
12410 Philips von Ungern reyt da by. 

Dar gegen rant Fryzhart mit guter krafft, 

wol firnffliundert ritter hat er mit ime bracht. 

12382 Logres. 12383 Rypper mont. 12384 zur.' 123^^ 
Rizhart Rieh getilgt A. 1231)0 sein] die. 22393 189 B. 128^^ 
schaden slahen getilgt A. 12407 Vnder dem. 12406 Bernhi^^ 
Mondißdier. 



3SS 

nach kam ine gemeine 

unffhuadert ryttern entseyne, 

3 den kam der kntiig YtJdier, det 

la was herre ron Pavye, 

lach Reinolt zu hant ' 

stolzen tegen kommen bekant, 
jrach Keinolt, ein tegen fry: 
uent her, stryten gegen mj.< 
ergaderten die zwen einen stryt. 
fii ich aber bliben znr zyt. 
ach begonden sie ryden, 
|en schilt sach mau durch nnyden 
lalsberg zubrechen aeer. 
el manig knecht und sin herre, 
f orß lietf achter feit, 
erren waren in nngeweit, 
prach Rolant, der herre : 

nx^ent sie fechten sere.< 
Jrach Ogyer: »Got durch «in giii 
Beinolt stan zu ataden, 
r es KQ hauff erslahen.« 
lip Tcrloti da manich degfn, 
B groü storme gesrliyed, 
laeot mann bliben da dot iniL 
Mich da mangen ti^en groti 
nront und heopt loü. 
erlofi Bdnolt nerhundert mso. 
1er kooig verloS dar ao vil an. 
rt gebagm UaUgjs, 
Bubsrar klag nnd wya. 
treib R«ioo)t großen raw«n 
icff: »Hvia, nfie frmann, 
bm« Too dem ptndjw, 
h TcritcAen Maiegj^U 
ntwort ime AJtDMit, 



fry. 



IMI «a 1, ib nd il 



IMt4 U UUt 



356 

der degen unverfart: 

»Reynolt, laßent synken uwem ruwen 
12460 umb die lieb von unser lieben frawen, 

want, by dem guten sant Dyonise, 

hie gebricht uns spise, 

want Karle, der tegen kone, 

bat uns verryten die Dardone, 
12455 da mag uns kein spise komen 

noch durch schaden, noch zu frommen.« 

Der konig hat Reinolt also besaßen, 

das sie dar bynnen ein pfert mußten essen. 
Hie wil ich von Reinolt laßen bliben 
12460 und wil van dem konig schriben, 

wie er drauwet Maleigys, 

das er irae nummer enginge, 

er solt ine henken thim zu winde. 

Da sprach Malegys still: 
12466 »Herre, das enwer nit myn will.« 

Zu dem konig ist komen clagen 

von Reinolt und sinen magen 

vor Karle, den konig stolz, 

was ime hett getan Reinolt, 
12470 das Seiten die herre dar. 

Das sprach der konig offenbar: 

»Mich jaraert in mynen synnen, 

da mich Reynolt alsus sol zwingen.« 

Suß hielt er Malegys gebonden und gefangen 
12476 und sprach: »Dieb, ich sol uch hangen.« 

Aber als der konig hört diese clage, 

da hatt Malegys fryst zu dem andern tag. 

Alsus so ist Malegys 

by dem konig von Parys 
12480 uff solich furwort, das ine Malegys 

most globen gewys, 

das er dem konig, den degen, 

12452 und A. 12458 jnne. 12459 190 B. 12462 engiiig. 
stille. 12471 ko konig A. 12473 also. 



357 

t woU berauben, noch steleu, 

entlaufFeD all sonder wan 

m castel zu Munt«lt)an. 

n ich, berre, sprach M^l^;ys, 

ok ir sicher «in nnrf (fwys, 

Ire dauii, das ir in guten syten 

r woltmt mite.« 
t ich mit uch gan 

caatel zn Montelban ?< 
sh der leonig zu Matcgys. 

berre, in aller vrya, 
feolt Dch leyten zu Montelban 
Heinolt, den degen, sonder wan.« 
kigen schaden hont ir mir getan, 
■■ dieb« sprach der kong sonder ivhu. 
k wolt ich furbas abestan, 
cnt ir mich, berre, laßen gan 

lauen, edel konig, veraonen 
koH, den jiwglich koneu, 

Ußen ine koDimtm zu gnaden, 
uch gnt maß beraden ; 
cafien xie iicli alle wychen, 
leben nlT ertrichen.« 
sprach Karle »1 tiondcr vurtrucheo : 
Mer dieb, wie wul kouncnl ir i^pri-chcii! 
khtet die galge, sprach der konig von Parya, 
■ tnnd Hnelliglich hangen Malens; 
irer es nuch oIku spade, 
ml uns entUnffen draL« 
b ensol sonder sorgen, 
•ol ucb sezen gute bürgen.« 
•pracb dvT konig von Parys: 
•r so] uwi-r bnrge sin, HalegyM?« 
Ugys »prach alle zu hast: 
|t ir mja bürge, Kohint, 

lasOI JungUBK kone. I8ri04 MO A. I3S<J6 Kieclitot 



358 

das ich durch keinen frommen 

zu Montelban en kommen^ 
12620 es sy dann, das der konig zur stet 

mir urlob gebe und selb gee mit.« 

Des was sich Rolant beraden, 

er sprach, das er es gern date. 

Wie wenig gedacht der konig wys 
12625 die ding, die gedacht Malegys! 

AIsus hat Malegys fast bürge geben, 

Rolant ist vor ine bürg bliben. 

Nu hört, was Malegys da det! 

Sinen gramadet ging er lesen zu der stet, 
12630 da brachen die bände groß und dein, 

(hört, was er det, so ich meyn!) 

er ging vor des koniges bett stan, 

er wolt von dannen gan 

und sprach zu dem konig holt: 
12686 »Uns hat embotten Reinolt, 

wolt ir gan zu Montelban?« 

Der konig ließ die äugen uff gan 

und sach stan Malegys, 

da enwist der konig in was wise 
lÄMo das sin antwort mochte wesen, 

so hatt ine Malegys beleseh. 

»Ich wolt, sprach, daz wir weren uff der fart.€ 

Da sprach Malegys:« Gan wir dan dar wart« 

Der konig sprach : »Ich en mach nit gan.« 
12646 Uff den ruck nam ine Malegys sonder wan 

und hat ine zu Montelban getragen 

sonder rat von sinen m'agen 

und legt ine uff ein bett dar. 

Vor ging Malegys sonder far, 
12660 da er wyste Reinolt, 

das er lag ir sinem behalt 

und mit slaff was befan. 

Vor sin bett ging er stan. 

* 
12525 191 B. 12549 fare. 



J 359 


1 


le^fys sprach: »Alu ich hab ver§tiin, 




Cr*>ta- fisch ist hie gefan. 


^^H 


L Staat uff, lieber nefe, 


^^^^^1 


le ich uch gefangen geve, 


^^^^1 


*^^er kamer hab ich ine getragen, 


^^^^^1 


Xawet beet ist er gelegen.< 


^^^^^1 


**oU für uff, der degen tjn. 


^^^^1 


K^iTach: lObem, wie mag daz sin, 


^^^^^1 


^ in den konig soltent fangen. 


^^^^1 


* uch zn winde wült dun hangen?* 


^^^^^1 


Sefe, sprach Malegys, dox weiß gyt, 


^^^^1 


■k ensagen uch keinen spot. 


^^^^^1 


ib han uch bracht den konig.« 


^^^^^1 


tt dem stund uff der jnngeling 


^^^^1 


nd ging EU dem bett snellich dar, 


^^^^^1 


k er den konig fant offenbar. 


^^^^^1 


)ft ging Malegys zu Ädulhart 


^^^^M 


fid xa sinen brndern unverfart 




nd weckte sie zur aelben «tunt 




■d det ine die mere kunt. 




|e wurden erfreut zu der fart 




pA giogvn mit ime zu der kamiuern warL 




Evle, dor wygant, 

It erst uß Hinuiu slaff ensprang 






nd want ligeo in sinem pavelon 




bd aach lUynolt, den degen koiie. 




lad ün bnider vor inie Htan. 




IBelff gut, wie ist es mir so er^an^« 




jirach der konig gar vordacht. 




Bat mich der tufel her bracht? 




Kfi hat geUn iler dieb Malegys, 

Ijde moQ ime geüchehtin in alle wy^el« 






h fiel Reynolt uff sin knie, 




HDiittiglicli sprach hie: 




^SM konig, dut mir gnade, 






ua- 


l»;6 Karke A. l^'>^^ onwpnuia A. 12S78 pvniou. 




■ 


, 



360 

zu groß siut myn missedat, 

12690 ich wil mich uflF geben, 
behalden lip und leben, 
und mynen castel von Montelban 
und allezyt sin undertan. 
über mere so wil ich faren 

13606 mit mynen brudem all zu foren 
und bliben dar sieben jar mit all 
in eym tempel oder in eym hospital.c 
Da sprach der konig kone: 
»Noch ee sol ich uch hangen thon.€ 

12600 Darumb zomte sich Rizhart 
und greiff sin swert zu der fart 
und hat das erhaben ^ 
und wolt dem kong nemen daz leben. 
Als ßyzhart ging zu dem konig wert, 

iaw6 Reinolt under fieng das swert, 
in sine arme nam er den wigant 
und warff ine an ein steinen want 
mit siner krafft, die was groß,, 
das ime das swert entschoß. 

12610 Er sprach: »Was wolstu don? 
Das dich got verdome, 
ist Karle nit imser herre?« 
Vort sprach Reinolt mere : 
»Erbarment uch, unser konig fier, 

12616 das wir gnade fynden hir. 
Herre, das muß got wißen, 
unser pferd han wir geßen, 
von hunger sint wir auch beswart, 
wir enhaben niemant dann Beyart.« 

12620 Da sprach der konig stolz : 

»WoUent ir mich laßen gan, Reinolt ?€ 
Da sprach Ryzhart vor war : 
»Neyn wir bynnen diesem jare, 
ee solt ir verderben 

* 
12591 192 B. 12623 jnnwendig. 



863 

Da sprach Reinolt: 
>So fart sm den herren bolt! 
anhalten uch nit, 
uns darnach geschieht, c 
» Da 'was der konig wider keren. 
Reinolt gelejrte den herren 
ii^n der mure von Montelban, 
als die hystorie dut verstan. 
Bi* sprach : »Got, der herre, mufi uch bewam 
^ und uwem lip mit eren sparn. 
Oot laß mich leben noch die stand, 
das ich muß werden uwer frundlc 
I^er lonig ging den berg nyeder 
^ind Beinolt kerte wider. 
'• Suß ging der konig kone 
^der zu sinem pavelon. 
A^Ih die herren den konig sahen, 
^ol das sie siner pflagen, 
want sie wanden zu foren 
»» den konig han verloren 
und das ine Mal^ys, der d^en, 
hett erdrenkt oder erslagen. 
Sie fragten den konig sere, 
^^^ er gewesen were. 
** Da sprach der konig: »Zu Montelban 
™ was ich gefan, 
°^w» so spar got myn leben, 
^^olt hat mir urlop geben 
and ^eleyte mich von Montelban; 
^ dieser wise bin ich entiran.« 

Da 

^ sprach der konig fier: 
iy^ Bint ir, Dunamels von Bavier? 
*^ ^n Rejnolt, mynem nefen, 
^ ^ch got muß ere geben, 
^f^ ime, das er kome gefan 
^ oiring die slussel von Montelban 



1719 



1«70« 



^18 A« 12711 pavüoa. 12722 194 a 



364 

und bring sin bruder mit 

und darzu Beyart hie zer stet 

und wuUen und barfuß 
13736 zu suchen an mich gnade groß. 

Mit mjnen genoßen sol ich mich beraden, 

nach irem rat leben drade.€ 

Da sprach Dunamels, der degen: 

»Dise botschafiFb sol ich tragen, c 
12740 Als uns die hystorie dut verstan, 

so reyt er zu Montelban. 

Als Reynolt Dunamels sach, 

nu mogent ir hören, was er pflach. 

Er sprach zu band mit freuden schier: 
12745 »Hie kommet Dunamels von Bavyer, 

er ist der aller truwest man, 

der ye von muter lip kam.« 

Dunamels ging er engten 

als einer, der siner wolt pflegen. 
12760 Reinolt sprach vil schier: 

»Wilkomen, herre von Bavier!« 

Dunamels sprach da hastelich: 

»Mich sendt her Karle von Frankrich 

und embudet uch zu haut, 
12766 das ir koment gefangen in sin haut 

und bringen die slußel von Montelban 

wullen und barfuß vor ine gegan, 

dann wil sich der konig beraden 

mit mannen und mit magen.« 
12760 »Herzog, sprach Reinolt, was mir geschyt, 

uff des konigs gnad en komme ich nit. 

Mer wil Karle, der herre, 

lip und leben geben uns fieren 

zu bessern, das wir haben mißdan?« 
12766 Dunamels sprach sonder wan: 

>» Reinolt, das ir mit eren leben, 

ich sol uch guten rat geben; 

* 

12757 gan. 12760 Vor was ist ye getilgt A. 



pcach Reinolt: 
fart Dl den herren Iwlt! 

■ anhalten lieh nit, 
uqs darnach geschieht.« 

^"■»a der konig wider keren. 

■«^It geleyte den herren 

** der mure von Montelbnn, 

^ie hyatorie dut verstan. 

'Sprach : »Got, der herre. muß uch bewam 

' «wem iip mit eren spnrn. 

' laß mich leben noch die atnnd, 

ich muß werden uwer fnmd U 
^ konig ging den berg nyeder 

■ Reinolt kerte wider. 
^ ?ing der konig kone 
•^er «11 sinem pavelon. 

'^ die herren den konig sahen, 

t^l dui sie siner pflagen, 

^&t nie wanden zu Foren 

tei konig han verloren 

(tad das ine Mal^ys, der d^en, 

iett erdrenkt oder eralagen. 

Se fragten den konig sere, 

■b er gewesen were. 

W sprach der konig: >Zu Montelban 

li was ich gefan, 

Ber, so spar got mjn leben, 

fteinolt hat mir urlop geben 

nd geleyte mich von Montelban: 

b dieKT wise bin ich entgan.« 

Db sprach der konig fier: 

tVf» rint ir, Dnnainels Ton Barier? 

^ftrt SU Reynolt, mynem ncfen, 

lis uch got miiü üfe geben, 

|igt ime, das er koine gefan 

bld bring die sliissel von Mi>ntelban 

VD8 MS A. 1271 1 pavilna. 12722 194 B. 



366 

lip und leben feylkh geben, 

so kommet Reinolt, der jungeling, 
12806 zu uwem gnaden, herre konig, 

uch wil er bringen in sinen banden 

die slussel yon sinem lande.c 

Der konig sprach sonder wane: 

»Ee sol ich sie all vier hangen.« 
12810 Der konig det fer und wyt 

den kastei belegen an iglich syt, 

auch det der konig fort 

werk triben gegen die pfort; 

mer Reinolt, der herre, 
12816 sazte sich mannlich zu der wer, 

und uff sezen die cantelen 

zwen schone magnelen. 

Des koniges werk waren fast, 

das sie forchten nit einen hast, 
12820 so was die von bynnen 

worffen mit unmynnen, 

das enmocht dem werk nit schaden, 

so fast waren sie beladen. 

Mit hunger waren sie befan, 
13826 die da waren bynnen Montelban, 

so das sie da treben grolien rauwen 

beyde herren und frawen. 

Claradys clagte sere 

den hunger got, unserm herre. 
12830 Da nara Reinolt einen knyp 

und wolt Beyart nemen den lip. 

»Das golt en ist nit so rot, 

es enmocht gan umb brot. 

Beyart mofien wir essen, 
1283& des han ich mich vermeßen.« 

Da rieff Rizhart in der not: 

»Reynolt, stecht Beyart nit dot!« 

* 

12813 der. 12816 cautelen. 12817 maguelen« 12820 
12825 jnnwendig. Motelban A. 12829 herren. 



365 ' 

iCarle, des landes herre, 

^ad und die ere 

1 uch kommen uff myn ^eleyde 

n uch lip und lede, 

gefangen dem degen gut 
id barfuB 

l^t die Rlussel von uwerm lande 
g von Franken lande, 
ikompt dar nicht, 
auch darnach geschyt, 

der konig ist sere qwat 
i sin gemeyn rat.« 
Ii ileinolt, der degen, schier: 
^unaniels von Havier, 

botschafft sol ich uch beladen, 
r sie durch mynen willen tragen 
S dem konen man.« 
Reinolt, hv .sant Johan.« 
Karle vil eben, 
s knie und lip geben, 

wir gern gefan 
;en inie die sluBel von Montelban, 
er uns gel>en beide 

und gut geleyt.« 
n der herzog urlob 
wider zu tale ab. 
, der degen kone, 
des koniges pavelone, 
änt hat er ine genommen, 
:, und hieü ine wilktmien. 
Is, was sagt iteinolt?« 
onig, horent mich br^lt, 
tvas uch Iteinolt 
nd sin bruder stolt. 
ir den stolzen tegen 



12776 nit. 12777 geschieht 12780 schir. 12788 
«filun. 



368 

dem werden bischoff Tulpin, 

davon er hatt in sym herzen pin. 
12876 Er sprach: »Rolant, lieber genofi, 

dis ist jamer harte groß, 

das wir sehen yor unsem äugen 

unser mag von hunger sterben mögen.« 

»Tulpin, so fryst got myn leben, 
12880 wil man uns den vorstryt geben, 

wir sollen darin werffen so vil 

beide kom und mel.« 

Sie giengen zu gemeynem rat 

und baten den konig, daz er wol dat, 
12886 das er Rolant, sinem nefen, 

das vor fechten wolt geven 

und Tulpin, dem herren; 

sie wolten mit großen eren 

ime in korzen stonden 
12890 Montelban geben gewonnen. 

Der konig was in snellem rat 

und sagt, das er es gern dat: 

»Der mir geb das heupt von Reinolt, 

ich soit es ime thun wegen mit golt.« 
12895 Die herren triben iren spot 

mit dem konig, das weiß got, 

sie dryben mit all ire krafft, 

zu Montelban uff die grafft. 

Da sprach Reinolt, der wygant: 
12900 »Nu versuchent uns Rolant, 

Dunamels und Ogyer, 

Tulpin und Olyvier; 

ir keiner ist erslagen, 

want sie still haut gelegen.« 
12906 Da warff der bischoff tunnen dar, 

darinn lag der wyn vil dar; 

mit großer hast warff Ogyer 

* 

12876 harte] sere. 12882 beiden. 12886 geben. 12894 
thun. 12897 Vor krafft bracht getilgt A. 



369 

die ochßen und mangerley tier; 

I>unamels warff kom und mel; 
»10 mit dem selben spei 

warff Olyyier mit wisen synnen 

tunnen wol gefullet von bynnen; 

Rolant warff uff die tach 

erweiß und honen, waz er mag; 
•ift sufi machten sie Reinolt hlyde. 

Ele des morgens zu essen zyt 

hatten sie darinn geworffen yorwar, 

sie battens gnug haß dann ein jare. 

Nu bort, was Reinolt det! 

Er gab Beyart zu der sted 

gutes komes also vil, 

das er wart schier stark und snel, 

sin snotheit wart zu haut gekert, 

er was wol tusent mark wert. 

Von spysen waren sie verböget, 

das ine alle der lip verjoget, 

Reinolt und den herren mede, 

wip und kinder da zur stet. 

Da sprach Reinolt, der degen wys: 

»Hie lyt der konig von Parys, 

wir sint erfreut mit spisen holde, 

doch mögen wir uns nit enholden, 

wir mufien lan Montelban, 

mochten wir komen zu Ardon 

in diesen stunden sonder stryt.c 

Beyart sadelt man da in der zyt 

mit vier gereyden wol getan, 

alsus rjrten sie von Montelban. 

Do sprach Reinolt, der degen wys : 
ffM »Ich muß uch laßen, Claradys.« 

Urlob nani Reynolt, der herre, 

ufi der pforten rant er sere. 

♦ 

12909 517 A. 12912 y. bynnen] darjnnen. 12919 197 B. 1292(> 
s» darüber der, lip A. 12929 wyse. 

24 



I 



368 

dem werden bischoff Tulpin, 

davon er faatt in sjmi herzen pin. 
12875 Er sprach: »Rolant, lieber genofi, 

dis ist jamer harte groi, 

das wir sehen vor unsem angen 

unser mag von hunger sterben mögen.« 

»Tulpin, so fryst got myn leben, 
12880 wii man uns den vorstryt geben, 

wir sollen darin werflTen so vil 

beide kom und mel.« 

Sie giengen zu gemeynem rat 

und baten den konig, daz er wol dat, 
19886 das er Kolant, sinem nefen, 

das vor fechten wolt geven 

und Tulpin, dem herren; 

sie wolten mit großen eren 

ime in korzen stonden 
12890 Montelban geben gewonnen. 

Der konig was in snellem rat 

und sagt, das er es gern dat: 

»Der mir geh das heupt von Reinolt, 

ich solt es ime thun wegen mit golt.€ 
ia8»ft Die herren triben iren spot 

mit dem konig, das weiß got, 

sie dryben mit all ire kraffl, 

zu Montelban uff die graffi. 

Da sprach Beinolt, der wygant: 
12900 »Nu versuchent uns Rolant, 

Dunamels und Ogyer, 

Tulpin und Olyvier; 

ir keiner ist erslagen, 

want sie still hant gelegen.« 
12906 Da warff der bischoff tunnen dar, 

darinn lag der wyn vil dar; 

mit großer hast warff Ogyer 



12876 harte] sere. 12882 beiden. 12886 geben. 12894 n 
thun. 12897 Vor krafft bracht getilgt A. 



\ 



die och&en und mangerley tier; 
DiiiutneU warö' kum uud mcl; 
mit dem selben spei 
wtLrff Olyvier mit wisen Bynnpn 
tuDoen wol gefullet von bynnen; 
RoUnt warff u9' die tiicL 
erweiß und lionen, waz er mag; 
niifi machten §ie Reinolt blyde. 
Ee des morgens zu essen zyfc 
h&ttvn sie darinn gowortl'en vorwar, 
sie battens gnug bati dann ein jare. 
No bort, was Keinolt det! 
Er gab Beyart zu der sted 
gaiet komes also vil, 
da« er wart schier stark und snel, 
ain anotheit wart zu bant gekert, 
«r was wol tusent mark wert. 
Von spysen waren sie verböget, 
das ine alle der li|i verjoget, 
Reinolt und den herren med«, 
wip und kinder da zur stet. 
Da sprach Reinolt, der degen wys: 
>Flie lyt der konig von Parvs, 
wir sint erfreut mit spisen bolde, 
doch mögen wir uns nit euholdeit, 
wir mn&en lan Mont«lban, 
mochten wir komen zu Ardon 
in diesen stunden sonder stryt.« 
Beyart aadelt man da in der zyt 
mit vier gereyden wol getan, 
alsiw ryt«n »ie von Montelbnn. 
Do sprach Reinolt, der degen wys ; 
»Ich mnfi nch laßen, Claradys.« 
Drlob nam Reynolt, der herre, 
itfi der pforten rant er sere. 



*. bjnDHDJ ditrjnoeii. 12910 197 B. l.'g^il 
12929 w;»» 



372 

erbarment uch myner, edeler herrelc 

Da sprach Karle diese mere: 
13016 >By got von Nazaren, 

ir solt mir Beyart, uwem frene, 

geben hie zu der stet.« 

Reinolt sprach, das ers gern det 

»und weder halden yon uch zu leben 
18020 all myn gut groß und deine.« 

Da sprach Karle, der kone diet: 

»Beyart gebe ich uch wider nit, 

ich tu dar mit mynen will 

beide lut und auch stille.« 
18096 Under diesen Worten ist kommen 

Reinolts muter ime zu frommen, 

frawe Aye von Pierlepont, 

und begunt zu grüßen den konig 

umb vil großer ding, 
13080 sie fiel nyder zu sinen fußen 

und sucht sinen otmot. 

Damach kamen dry konig und dry greven, 

die all den konig baten eben, 

das er so wol wolt don 
13036 und laßen ir kynder kommen zu sone, 

und alle des kongs obersten man 

sprachen all den konig an 

und baten gnade demutliche 

umb got von hymelrich 
13040 über Reinolt, den jungeling. 

Da antwort der konig ufF diese ding: 

»Sollent sie myn fruntschafift kriegen in dieser fart, 

so mußen sie mir geben Beyart, 

der so wol kan schryten 
13046 und sie zu mangen zyden 

hat uß der not getragen, 

dar sie dicke inne lagen.« 

18026 frummen. 13031 otmui. 13038 demoticliche. 
rden A. 18047 519 A. da. 



ll>ye frauwe antworfc dem konig kone: 
»Herre, ich sol senden nach minem sone 
xind thon ine fragen, c 

^n was der böte in den sal komen sonder vertragen 
xmd seyt die botschafft Reinolt, 
de da sprach der konig stolz. 

-Als Reinolt verstont das gut, 

^i^ ding, die im sin mader embot, 

«r wart frowe vor dem hotten 

xmd dankte des got. 

Zu rade rieff der d^en gut 

in sinem frowem mut 

sinen brudem zu male, 

die waren in dem sale. 

»Ir herren, sprach Reinolt, 

der degen kone und stolz, 

bort, was der konig ims hat emboten! 

So helff uns got uß desen noten ! 

sprach Reinolt in der wise, 

wir haben verloren Mal^ys, 

daran was alle unser rat, 

unser trost und zuverlat; 
^ sollen wir nu bejagen sone 

gegen Karle, dem degen kone, 

so maßen wir ime uff geben 

Beyart sonder wider streben 

mit zu thun sinen willen 
V6 beide lüde und stillen; 

alsus mögen wir bejagen sone 

gegen dem konig kone. 

Ir herren, sprach Reinolt, 

es stet mit uns in gots gewalt, 
o wir enmogen verdingen umb kein ding 
huden gegen dem konig, 
wir enmofien ime in dieser fart 



13052 199 B. 13059 mute. 13064 und A. 13075 stille. 13076 
1S082 wir muOen. 



374 

uff geben Beyart.€ 

Da treyben sie all jamer groß, 
18086 die da waren in dieser not. 

Adelbart sprach, der tegen gut: 

»Reynolt, mich dunkt, ir syt verwut. 

Wie dort ir des gewagen? 

Ee solten wir ummer tragen 
18090 des koniges ubeln mut und zoren, 

ee wir Beyart verloren, 

ee solten wir faren in Tabren, 

in Polegen und in Calabren.c 

»By got, sprach Ueinolt, der mir gebot, 
13096 ich enmag lenger nit die not, 

noch die urloge tragen 

gegen dem konig und sinen magen. 

Sol ich umb ein orß zu allen zyten 

den ubeln mut von dem konig liden?€ 
18100 Da sprach Adelhart, der degen kone: 

»Wir sollen mit andern dingen versonen 

gegen Karle, als ich meyn, 

dann mit Beyart, unserm frene.« 

Da sprach Rizhart zu haut: 
13105 »Reinolt, ee last uns rumen das laut, 

ee wir unsern frenen Beyart 

geben dem konig zur fart, 

der sinen dot hat gesworen; 

hetten sie ine, so weren wir verloren, c 
13110 Da sprach Reinolt, 

der greve edel und stolz: 

>By got, dem herren uß erkoren, 

zu guter zyt wart der frene geboren, 

da wir mit mögen sonen 
13116 g^en Karle, dem konig konen.c 

Da weynten sie all, 

die da waren in dem sal. 

Do embot Reinolt, der greve, 

* 

18114 520 A. 1S118 200 B. grave. 



375 

das eir ime Beyart gebe 
B sondexT eynich wider spräche. 

Der konig emboi kne strack, 

das sie ine geben one iren dank, 

vant sie machten es ser zu lank, 

das sie ine uff geben 
m sonder* wider streben. 

Do mmpten die herren den sal 

lind g^gen zu hant zu tal, 
da sie dem konig in sin hant 
Tiff K^ben Beyart wol bekant, 
*M» der so wol konde schryden 
und nicht enpflag zu myden. 
Synt das sie uff gaben Beyart, 
waren sie in betrübter fart. 
Da sprach Adelhart, der herre: 
*•*• »Owe, Beyart, ummermer! 

Wie falschem herren hant die gedient, 
^^^ sie mit truwen nit enmeyntit 
Da det ime der konig vorwar 
^iQb sinen hal& ein molenstein swar 
und leyt ine uff den berg von stunden, 

^ er ine wolt thun senken zu gründen. 

^OT der brücken stunden pfaffen, 

*^y8choff, klerik und knappen. 
^ hant det ine der konig fier 

^erflFen in die ryvier. 

^^i* molesteyn was swar, 

^yart gieng zu grund gare. 

'^^^o das sach Reinolt, der degen gut, 
^ betrübte er sich in sinem mut 

^^ fiel in unmacht dar, 
?^^art treyb groß missebar, 

*yriiart der hatt ruwen groß, 
"^delhart lag. vil nach dot. 



IM 



mi 



\^^^ Nach hant dal getil^ A. 13139 molestein. 13141 gründe. 



374 

uflF geben Beyart.€ 

Da treyben sie all jamer grofi, 
1S086 die da waren in dieser not. 

AdeUiart sprach, der tegen gut: 

»Reynolt, mich dnnkt, ir syt verwut. 

Wie dort ir des gewagen? 

Ee solten wir ummer tragen 
18090 des koniges ubeln mut und zoren, 

ee wir Beyart verloren, 

ee solten wir faren in Tabren, 

in Polegen und in Calabren.€ 

»By got, sprach Ueinolt, der mir gebot, 
13096 ich enmag lenger nit die not, 

noch die urloge tragen 

gegen dem konig und sinen magen. 

Sol ich umb ein orß zu allen zyten 

den ubeln mut von dem konig lidenpt 
13100 Da sprach Adelhart, der degen kone: 

»Wir sollen mit andern dingen versonen 

gegen Karle, als ich meyn, 

dann mit Beyart, unserm frene.€ 

Da sprach Rizhart zu haut: 
18106 »Reinolt, ee last uns rumen das laut, 

ee wir unsern freuen Beyart 

geben dem konig zur fart, 

der sinen dot hat gesworen; 

hetten sie ine, so weren wir verloren, c 
18110 Da sprach Reinolt, 

der greve edel und stolz: 

»By got, dem herren uß erkoren, 

zu guter zyt wart der frene geboren, 

da wir mit mögen sonen 
13116 gegen Karle, dem konig konen.€ 

Da weynten sie all, 

die da waren in dem sal. 

Do embot Reinolt, der greve, 

13114 520 A. 13118 200 B. grave. 



877 

lUeinolt, yerwa&en mafitu wesen U 
M Ädelliart lieff und küßt Beyart an den munt. 
^ sprach Karle zu stund : 
»BäihoU, ir gebeut mir Beyart, 
ich tu uch henken uff dieser fart.€ 
^ Ueff Reinolt, das er zu Beyart kam. 
•"» Ach wie sere rank Rizhart da sin haut! 
ÜRd Pryzhart, der herre, 
®^ög sin hende sere. 
*^ vrejmte Reinolt, der jungeling, 
^nd sprach zu dem konig: 
** *Herre, nement nu Beyart 
^uin drytten mal in uwer wart; 
^y dem guten saut Dyonise, 
^^|?eet uch das orse mit dieser wise, 
so sagen ich uch wol, herre, 
*<^h enfanges nummermer.c 
"^ sprach Karle, der degen fyn : 
*ü^niolt, ir ensolt nit umbsehen; 
^^ iasig als uch der freue sieht, 
®^ ^rdrynket er nicht, c 
*^^ sprach Reinolt mit sjrnne: 
**i^rre, was wolt ir, das ich begynne? 
I^^H enfang es fürbaß nummermee, 
*^y^ herrz dut mir also wee.€ 
^-'^ must Reinolt sweren 

Montelban vor den herren, 
er uff Beyart 
^^t enseche in der fart. 
*-^^ det ime der konig gut 
^yr^den an iglichen fuß 
^yiien großen stein 
^^^4 auch umb sinen hals ein, 
^^ir was sere groß und swer; 
^i^r nach enkam er wider nit mere. 
*^ lyeß ine Karle werffen in die ryvier, 

^^tt werden. 18190 mut A. 13198 Reinooh A. 13215 den] der. 



376 

Mer Beyart, der frene gut, 
13166 sach Reinolt, da er uff dem berg stund, 

mit den fußen Beyart in das wasser slug. 

und treyb so groß ungefng, 

das der stein brach, 

das man davon bort einen großen krach, 
13160 und der frene selber zu lande kam 

und lieff in den walt von Ardan. 

Wem er gmut, es wer man oder wip, 

die wanden all Verliesen den lip. 

Karle sprach: »Nu fangent mir Beyart, 
13165 Reinolt, nefe, in der fart.« 

Beyart lieff mit krafft 

zu Reinolt mit siner macht. 

Da sprach Adelhart, der degen : 

»Reynolt, verwaßen mustu »wesen, 
18170 ob du Beyart ummermer 

nffgebest Karle, dem herre!« 

Reynolt sprach do: 

»Swigent, bruder, ir sind unfro; 

wolt ir noch han werlich 
13176 den ubeln mut von FrankrichPc 

Beyart fieng da der degen, 

dem konig hat er ine uff geben. 

Da det ime der konig an iglichen fuß 

binden einen stein groß 
18180 und det in werffen in die ryviere. 

Noch swam der gut frene sere. 

Da facht Beyart mit sinen fußen 

vor und achter mit -großen stossen, 

das er die großen stein dick 
13186 snelliglich zurbrach an klein stuck 

und widerumb zu laut kam 

und lieff in den walt von Ardan. 

Noch sprach Adelhart, der degen: 

* 

13169 vermaßen. 13171 herren. 13180 Byvier. 18182 
13184 201 B. 



377 

üiolt, verwafien mnßtn wesen !« 
lliart lieff und küßt ßeyart an den tnuut. 
sprach Karle zu stund : 
»eolt, ir gebeut mir Beyart, 
t,v och henken uff dieser fart.c 
lieff Reinolt, das er zu Beyart kam. 
wie aere rank Rizhart du sin hant! 
i Fryzhart, der herre, 
' sin hepde aere. 
^reynte Reinolt, der jitrigeüng, 

sprach zu dem konig: 
>Tre, Dement nu ßeynrt 
t drytten mal in uwer wart; 
dem guten sant Dyonise, 
eet uch das orse mit dieser wise, 
>«gen ich lieh wol, herrL-, 

enfongn nummermer.« 

tprach Karle, der degen fyn : 
Bynolt, ir ensolt nit nrnbaehen ; 
lang als uch dpT frene siebt, 
«rdrynket er nicbt< 

aprach Reinolt mit synne: 
vre, was wolt ir, da« ich begynne? 
1 enfiuig es furbafi nummermee, 
n bem dut mir also wee.« 

miut ReiDolt sweren 
I MontelbtUQ ror den Herren, 
I er off Beyart 

enseche in der fart. 

det ime der konig gut 
idm an iglichen fufi 
wn gn^en «(«in 
1 auch umb sinen haU ein, 
r was s«re gro& und Bwn-; 
w nach enkam er wider nit man. 
k lyvfi in« Karle werffen in die ryrier, 



ISIM amt A. ISM IMsoA A. ISS» d 



378 

1S3S6 nit mee moM umb sehen Beinolt, der bene. 

Sere swam der gut fi^ne 

in den gründe mit den beyn ; 

aber der degen unverfiart 

ließ swymmen das guten pfert, 
13S30 ZU dem wald macht sich der herre 

und begunde zu weynen sere. 

Beyart sach ine schryen da 

und begund ime sere frenschen na. ^ 

Als das sach und hört der degen, 
13336 von ruwen ist er nyder geslagen. 

Also Beyart Reinolt sach, 

dass er uff der erden lag, 

do hub er uff mit großer macht 

syn heupt mit der steines krafft 
1SS40 und schrey nach sinem herren, 

want er ensach sin dar nach nummermere. 

In jamer Beinolt sich bedacht 

und sufizet gar unsanfft, 

das er Beyart hatt verloren, 
18M6 des hatt er ruwe und zoren. 

Da swur der jungherre, 

das er frene besryte nummemer, 

noch auch der degen gut 

spen Sporen an sine fuß, 
13260 noch engurte swert an sin syten, 

die wile er lept zu eynichen zyten, 

noch auch solt slaffen in husen, 

in kirchen, noch in klusen; 

er wolt penitenz empfan 
13366 von Sunden, die er hett getan, 

das er Beyart hatt gegeben, 

das man ime nam das leben, 

und das er vor Montelban 

so mangen stolzen man 

13229 swiimmen. 13240 schreyn A. 13244 verlorn. 182 
schryte. 13250 202 B. 13251 522 A [in der hs. fUsohUch 22 



381 

sinen willen da mit zu Üian. 
Da nam Karle, der herre, 
und det erdrenken den frene schier 
und vergab ans sinen ubeln mnt zu stond, 
h und macht mich dannen also san; 
snfi bin ich komen zu Montelban.t 
Frawe Claradyse antwort gereyt: 
>By Rot, herre, das ist mir leyt, 
das wir Beyart han verloren ; 

* av wir enmochten doch den zoren 
Yon dem konig nit lenger dragen 
oder auch von sinen magen.c 

Reynolt sprach: »Frawe, ir sagent war.t 
Da rieff er sinen kindem dar 

• und gab ine erbe und lehen, 
mark, bürg und steden. 
Emeryn, sinem eltsten sone, aldar 
macht Reinolt ritter aldar 

ond gab ime allein sane 
w das casteil zu Montelban. 

Als Reinolt diß hatt getan, 

nach eym schnyder sant er yil san 

und det ime kleider machen 

rock und sarkot von scharlachen 
H und kappen wyt und lang, 

die ime uff den fufi hatten den gang. 

Snß wolt er gan uß Montelban 

des selben nachtes by der mane 

und schied da von sinem wip 
M und Yon sinen kindem von sym lip, 

sach er sie darnach nummermee, 

das det irem herzen groß wee. 

Saß ging er berg und tale, 

die zu dem wald lagen wale, 
Mi so ferre u6 sinem lande, 

158tf also tan ist gebessert aus so zu stont A. 13352 sane. 13358 
Ml 1SS61 mmmier mere. 



382 

das man siner nit mee kant. 

Und in Vierzehen tagen 

in einen walt kam er zu syme gelage, 

da fant er stan einen heremiten da, 
1S370 der nit nuzte deglich so 

dann worzeln und krut, 

des man vil fant und gut^ 

anders nuzte er kein spise 

dann die gnade gots von dem paradise. 
18375 Die det in haben gnugte gut 

und sant ime das hjnmielbrot, 

ein hostie teglich vorwar. 

Alsus lept der heremite dar, 

das sagt die hystorie vor wäre, 
isss* d umb gangs fimfifeehen jare. 

Nu was Reynolt so ferre kommen, 

das er den bäume hatt yemommen, 

und ging da sizen under. 

Das ducht den heremiten wonder, 
18386 dann Reinolt was der erste man, 

der in funflfeehen jaren je za dem baom ka 

Da sprach der eynsidel alsus: 

»Nu helff mir Spiritus sanctus! 

sage mir, mensch, was du meynst, 
13390 wer du syst und wannen du kommest Ic 

Rejrnolt sprach: >By sant Johann, 

ich bin ein gar sundig man 

und eyn das betrubste creature, 

das ye muter wart zu sure, 
13396 wann, by got von dem paradise, 

in vierzehen jaren was ich nie in frolicher di 

oder erfreut mich sint uflF keinen tag 

nit syt dem dot slag, 

den da empfieng Ludwig, 
iMoo Karies son von Frankrich. 

Nu wolt ich gern zu bicht gan 

18881 204 B. 13388 524 A. 13389 meyst 



381 

tlJen da mit zu thun. 

Karle, der herre, 

erdrenken den frene schier 
g&b uns sinen ubeln mut zu stond, 
cht mich dannen also saii ; 

ich komen zu Montelban.« 
[^aradjse antwort Rereyt: 
t, herre, das ist mir leyt, 

Beyart ban verloren ; 
enmnchten doch den zoreii 
D konig nit lenger (tragen 
ch von sinen magen.« 
, sprach: »Frawe. ir sagent war.* 
F er sinen kindem dar 
b ine erbe und leben, 
lurg und steden. 
, nnem eltsten sone, aldar 
fteinoH ritter aldar 
\t ime allein saue 
teil zu Montelban. 
inolt difi hatt getan, 
|rm Bchnyder sant er vil san 
t ime kleider machen 
\i sarkot von scbarlachen 
ppen wjt und lang, 
I uff den fu& hatten den gang. 
>lt er gan nß Montellmn 
ben nachtee by der niane 
nied da von sinem wip 
n Minen kindeni von syui lip, 
■ sie darnach nummermee, 
; irem herzen groß w^•^^ 
ng er berg und tale, 
dem wald lagen wale, 
t n& sinem lande, 



) un Ut geb«Mert am m iii itant A. I:i3>^2 >«iie 13! 



382 

das man siner nit mee kant. 

und in vierzehen tagen 

in einen walt kam er zu syme gelage, 

da fant er stan einen heremiten da, 
13370 der nit nuzte deglich so 

dann worzeln und krut, 

des man vil fant und gut, 

anders nuzte er kein spise 

dann die gnade gots von dem paradise. 
18375 Die det in haben gnugte gut 

und sant ime das hjnmielbrot, 

ein hostie teglich vorwar, 

Alsus lept der heremite dar, 

das sagt die hystorie vor wäre, 
13380 al umb gangs fanffzehen jare. 

Nu was Reynolt so ferre kommen, 

das er den bäume hatt vernommen, 

und ging da sizen under. 

Das ducht den heremiten wonder, 
18386 dann Reinolt was der erste man, 

der in funffi&ehen jaren ye zu dem bäum kam. 

Da sprach der eynsidel alsus: 

»Nu helff mir Spiritus sanctus! 

sage mir, mensch, was du meynst, 
13390 wer du syst und wannen du kommest Ic 

Reynolt sprach: >By sant Johann, 

ich bin ein gar sundig man 

und eyn das betrubste creature, 

das ye muter wart zu sure, 
13395 wann, by got von dem paradise, 

in vierzehen jaren was ich nie in frolicher wise 

oder erfreut mich sint uff keinen tag 

nit syt dem dot slag, 

den da empfieng Ludwig, 
18400 Karies son von Frankrich. 

Nu wolt ich gern zu bicht gan 

13881 204 B. 13388 524 A. 13389 meyst 



885 

tind. det ime sinen sin verstan, 
er sprach : »Herre, ich bliben dot 
^oa liunger, kelten und von großer not. 
*^ Zury&en sint myn kleider so, 

i^ ich ir nit lenger mag getragen nu. 
So krank sin alle myn gelyder 
^ armen und in beinen mede, 
das ich mag, lieber herre, 
**•• nit lenger geleben mere.€ 
^öJ" heremit antwort san : 
*I«ieber bruder, das ist mißdan, 
d*"^ ir uch rWoUent von unserm herren 
^t^«den und zu sunden keren; 
^tej^bent ir so, ir sint verloren, 
^" der hellen moßent ir hören, 
"^^^r lange pin sonder wane 
^^^^.t ir sonder lone getan.« 
^^ weynt Reinolt sere 
"'^^ sprach: >0 got, lieber herre, 
^ muß ich in dem walde verderben 
'"^^ von Unlust sterben.« 
^ ^^ diesen worten kerte Reinolt 
^^^^ ging wider in den walt 
^*>^^ treyb jamer groß 
^^^^ von jamer want er bliben dot. 
^'^d den heremiten erbarmte sin sere, 
*^-^ venien det er zu unserm herren, 
^^ knyet nider und bat vil sa 
w* ^^b der großen fruntschafft da 
^«r maget Marien, unser frawen, 
das er ine kurzlich det schauwen 
sin zeichen von hymelrich, 
das er syme gesellen nemelich 
^m nrnst geben solichen rat 
xa schuhen alle böse dat. 
Da er in sinem gebete lag, 

]8472 nnen rien. 13506 schawen. 

25 



^ 884 

und mit den engein tragen die kron.c 

Reinolt sprach : »Ja ich gern, herre.€ 
13440 »So mnßent ir na fort mere 

verlyben in diesem forste 

und eßen spise glich den besten 

beyde opffel und krnt, 

uwer hemde soUent ir thun n&, 
18446 barfuß soUent ir ach thun, 

nummermer sollent ir ach schoben, 

in uwer kappen sollent ir gan, 

wollent ir got sin undertan.c 

Da sprach Reinolt: »Lieber herre, 
13450 diß thun ich gern und vil mere.€ 

Alsus bleyff Reinolt dar 

mit dem heremiten drye jar 

und hielt, das ime der heremit sagte. 

Auch leyrde er ime manich gebete 
13466 von unserm herren von hynmielrich, 

das er läse alles deglich. 

Alsus det er syme lip wee, 

manig hagel, manig snee, 

manig hyze, manig kelt 
13460 und armut manigfalt 

leyt er for sin sunden, 

da er mit was gebunden. 

Nu was Reinolt, der jungherre, 

an dem lip gekrenket sere 
13486 von hunger und von kelt 

und von armut manigfalt, 

das es an ime selber schein, 

das er es nit lenger gelyden mocht allein. 

Nu hatt Reinolt von frost groß not, 
13470 in dem walt wände er blvben dot 

und kam zu dem heremiten gegan 



18441 foreste. 13442 besten mit versetzungsxeichen , ftO 
tieren AB. 13447 205 B. 13452 dra jare. 13454 leret 
13456 525 A. 



^^i^äel imi 



ime «nen sin verstau, 
ipra«h: »Herre, ich bliben dot 
^ou hunger, kelten und von groücr 
■"Tfien sint luyn kleiiier so, 
■■■ 'cli ir nit lenger mag getragen i 
* krank ain alle myil gelyder 
' **"»nen und io beinen mede, 
^ ick ni^, lieber herrf, 
_*' lenger geleben mert-.< 
™" hcremit antwort »an : 
M«»!»^!. bnider, das ist uiiMiin, 
ir uch ^voUent von 



_. -- . — herren 

'"^ideii ucd zu sunden kereu ; 
**^>rnt ir »o, ir aint verloren, 
^©r bellen moßent ir boren, 
'*=!■ lange pin sonder wan«? 
—^■*>t ir »ooder lone getan.« 
P^ weynt Reinolt «erp 
'***»d sprot^h: »0 got, lieber berre, 
-*** niuQ icb in dem walde verderben 
^bii] von Unlust sterben. c 
Vit diesen wtirten kert« Reinolt 
^nd ging wider in den walt 
und Ireyb jamer groß 
Und Ton jamer waut er bliben dot. 
Dnd den heremitcn erbarmte ain sere, 
■in venien det er zu onsenu berren, 
tJ knyet nider and bat vil na 
umb dr^r großen fruntschafft da 
der maget Marien, unser frawun, 
«r ine kurzlich det scbnuwen 
k lachen von hynietrich, 
r Bjrme gesellen nemelicli 
I geben solicben rat 
1 wliufaen alle lioat- dat. 
' D» er in nnem gebete lag, 



13606 «clinwen. 



388 

18580 die trehen mußten ime uß den äugen springen 

und weynete gar sere 

und befahle ine unserm Herren. 

In dieser manieren schied er von ime 

in der wise eins pilgerynne. 
13685 Do ging Reinolt all den tag. 

Des abents er einen banm ersach, 

da pjnsete er und gedacht, 

das er da allerbast rügen mocht 

die nacht über mit gemach. 
13690 Lesen und pflücken ging er doch 

worzeln und krut, als er fant alda. 

Er hatt nit lang gelesen sa, 

er funde ein schone Ibnteyn, 

die dar ^as und reyn. 
13595 Da saß nider der selig man, 

von dem fonteine er drinken began 

und aß das krut, das er da fant. 

Umb slaffen dacht er zu hant, 

uflF stund der herre san, 
13600 zu dem bäume käme er gegan, 

der da was von esien dick, 

wer wolt, der mocht daruff sizen 

sonder fallen und halten da. 

üfl' den bäum kam Reinolt vil sa, 
13606 da rügte dar der heilig man, 

zu hant kam im ein slaff an. 

Alsus slieff er zu der stimd, 

biß das es tagen begond. 

Uß dem slaff entsprang er do, 
13010 den tag sach er sinen so, 

da klam er nyder und kose den w^e, 

der zu Ungern wert lag. 

Da gieng er durch Ungeryen 

und für in das lant von Slavenyen. 



13588 im. 13584 pilgrin. 13589 527 A. 13594 Reyn A 
bäum] kaum A. 



387 

Wvad blatten vil sa.< 
eh R«inolt mit sulien symieii: 
a namen vil icbs begynoen, 
• XU gan iiber see, 

bit«D ucb, herre, fürbaß luee, 
and nacht dar mede 
or mich wollent biten zur Htede.« 
ch der heremit vil san : 
fmnt, das wirt gethau. 
lab maSent ir bereiden 

scharpff von tiwern kleiden, 
der w^ und der syte. 
cn wil ich (ich geben mit, 
)IIent ir morgen frue 
nd ich sagen neb, wie; 

krnt miißent ir leben fort, 
iliin'h den walt sint kommen dort, 
Dgenl ir, jungherre wise, 
in iglich Hpise ; 
uüent ir fori bitten niere 
■ot, vil edeler herre, 
Eomment zu der see; 

iioUent ir bitton mnc, 
labent uwer apisp fort 
dorffl zu nwerra lii» dort. 
logent ir, jnagherre wisi', 
got »on dem parailise.* 

es lieh nit machen lang. 
lern t^es zu snnuen uffgang 

heremit gelesen 
eet und g^^eben 

und rtore dem jui^jherre. 
[ bin weg und weynte »ere, 
letn heremiteu echiet. 
■emit kont »idi mithalten nit 
b wlber nit bezwingen, 



UT tmwe. 13575 jangbarran. 13&79 207 ft. 



888 

18680 die trehen mußten ime a£ den äugen springen 

lind weynete gar sere 

und befahle ine unserm herren. 

In dieser manieren schied er von ime 

in der wise eins pilgerjnne. 
13685 Do ging Reinolt all den tag. 

Des abents er einen bäum ersach, 

da pynsete er und gedacht, 

das er da aUerbast rügen mocht 

die nacht über mit gemach. 
18690 Lesen und pflücken ging er doch 

worzeln und krut, als er fant alda. 

Er hatt nit lang gelesen sa, 

er fände ein schone fbnteyri, 

die dar lü^as und reyn. 
18696 Da saß nider der selig man, 

von dem fonteine er drinken began 

und aß das krut, das er da fant. 

Umb slaffen dacht er zu haut, 

uflF stund der herre san, 
13600 zu dem bäume käme er g^an, 

der da was von esten dick, 

wer wolt, der mocht daruflF sizen 

sonder fallen und halten da. 

UflF den bäum kam Reinolt vil sa, 
13606 da rügte dar der heilig man, 

zu haut kam im ein slaff an. 

Alsus sliefF er zu der stund, 

biß das es tagen begond. 

Uß dem slaflF entsprang er do, 
18010 den tag sach er sinen so, 

da klam er nyder und kose den wege, 

der zu Ungern wert lag. 

Da gieng er durch Ungeryen 

und für in das laut von Slavenyen. 

* 

13588 im. 13584 pilgrin. 13589 527 A. 13594 Beyn A. 
bäum] kaum A« 



391 

IIa mu£en wir alle gemeyn sehen, 
das ^wir ime wappen an leben, c 
Der eyner lente ime ein platte san, 
NW der ander ein cofye sonder wan, 

auch ivas ir eins teyls, die an deten 

ein porpont sonder beten. 

Nu hant sie Reinolt, den degen gut, 

wapen an geben zu spot, 
MN da nam er sinen bäum groß und swere 

und kürzte ine zu sinen fd£en dar 

und macht ime selber einen stab, 

^ er mangem den tod mit gab. 

I)en todslag sol er den Sarrazynen geben, 
"*•• behelt ime got yt lange das leben. 

^t dem sint sie von ferrens kommen, 

die Sarrazin, und hant vemomen 

u" schare groß imd breyt, 

™ ir ein teils nit wol en lyt; 

*^e Reinolt, der junge man, 

^^ yle vor ine allen rann 

ejnen bogen schuß oder mee, 

"** det den Torken gar wee. 

^ kam gelauffen in ir schare, 

Ji"ch ob er wer ein sperwer, 

f*" hunger hat und dann sieht 
^ö lerich, die vor ime flucht. 
^^ gUch det R^ynolt dar 
^^^ durch brach der Durken schar, 
'^^^ er mit dem stab gerächt, 
^ S^ib ime drinken, daz er nit mee enmocht, 
^^ slug dot, was vor ine kam, 
^^de orse und man. 

die andern darzu mochten komen, 
^ hatt er wol .xxx. das leben genommen, 
^ treffen die cristen all gemeyn: 
*^^t behot uns diesen pilgerin reinlc 

^^'^l 209 B. 13714 schare. 13720 629 A. drißigen. 



SIR) 

Da duchts got den h«rren, 

das sie sicli solten weren, 

der eyn helt von den Sarraaynea 

sol faren gene den kristen 
13666 und belegen die w^e sa, 

die andern bliben in dem halde da. 

Suß bereyden sich die Sarrazyn 

und wolten faren g^en den cristen 

und solten ine komen ^gein. 
13660 Da wart ein storme yü sere. 

Der beiden schar was so groß, 

die cristen wanten bliben dot 

und yerferten sich gar sere 

und rieffen gnad zu nnserm herre 
18666 und wolten han wider gekert. 

Do sprach Reynolt, ein degen kune und wert: 

»Enkerent nit durch got! 

man solt mit uns halten spot, 

wir sollen fechten alle gader, 
18670 got sol uns helffen, unser vader.c 

Mit diesen worten sach Beinolt stan 

einen pflimien bäum wol getan, 

der was schone und lang, 

darzu macht er sinen gang, 
18676 mit ile er ine prant 

und rupflft ine uß der erde zu hant. 

Da rieffen die scharianten gemeyn: 

»Helff Jhesus von Nazaren! 

was wil dieser pilgerin thun? 
18680 Er hat weder cleyder, noch schuch 

oder Wappen kein mere, 

nochdann wil er sich sezen zu were.€ 

Da sprach ein ander: »By sant Johann, 

diß wer gar ein freißlich mann, 
18686 der diese kraffb all hye hat getan, 

wer er mit wappen befan. 

* 

13654 528 A. 13664 herren. 13668 spolt A. 13676 erd 



391 

ien wir alle gemeyn sehen, 

im« Wappen an leben. < 
ler lente ime ein platte saii, 
l«r ein cofje sonder wan, 
H ir eins teyU, die an deten 
pont sonder beten. 
,t tne Keinolt, den degea gut., 
in geben zu spot, 

er sinen bauui groU luid swere 
rzte ine zu sinen fii&en dar 
cht ime selber einen stab, 
langem den tod mit gab. 
Islag sol er den Sarrazj-uen geben, 
ime got yt lange das leben. 
□ sint sie von terrens kommen, 
razin, nnd hant Temomen 
re groß und breyt, 
sin teils nit wol en lyt ; 
iaolt, der junge mau, 

vor ine allen rann 
»gen scbuü oder mee, 

den Torken gar wee. 
i gelautTen in ir schare, 
b er wer ein aperwer, 
tg«r hat nnd dann siebt 
cb, die Tor ime flucht, 
ich det Ueynolt dar 
rch brach der Dnrken »char, 

mit dem stab gerächt, 

ime drinken, dax er uit niee enmucht, 

g dot, was vor ine kam, 

ose und man. 

andern darzu mochten komen, 

er wol , sxx . das leben genomniKu, 
en die cristen all gemeyn : 
ebnt KOS diesen pilgerin rein !« 



f 



13714 Kfam. 19720 »» A. driOfgea. 



892 

Mit diesen worten dye wygant 

flogen uff ire fiant 
13726 und begegenten ine frochtlich, 

das da manig Sarrazin sin blut storzt gröblich 

und muste storzen zu der erden nider. 

Reynolt facht glich eynem eher, 

der wilde ist und sere verbolgen, 
1S730 er wil weder fliehen noch folgen 

und stet und dringet gein dem spieß 

und blibt da dot, ee er flucht. 

Alsus facht Reynolt, der herre, 

uff die Torken mit großer begere 
13786 vor all den andern, got weiß, 

glenen lang und glenen breyt. 

Die andern scharianten, die da waren, 

die dennten sich sere zur Türken scharen, 

sie fochten mit geweitigen henden, 
13740 keynem konig waren sie gefangen. 

Sus fochten sie mit nyde. 

von der none biß zu vesßerzyt, 

und als es zu dem abende begunde gan, 

ging Reinolt so groß sieg slan, 
13745 das die Sarrazinen sprachen mit diesen: 

»Reinolt ist glich eym resen, 

der hie formals mit dem tufel facht. 

Der tufel hat ine uns her bracht. 

By Machmet, unserm herren, 
18760 siecht er uff ims ycht mere, 

wir verließen all das leben, 

das uns Machmet hat geben. 

Nu biten wir Machmet und Appollin, 

das sie in unsem helffen sin ; 
18766 wir mußen fliehen, wir han es not, 

uff das wir nit alle bliben dot.c 

Mit diesen worten, als sie beste konden, 

Wanten sich die Sarrazen in kurzen stunden 

♦ 

13746 Resen A, riesen B. 13758 sich] sie. 



clagten sie mit grofier swer 
Babilonien iren herren 
baten ine otmutiglich, 
er ir gesellen reche endelich.^ 
swur der soldan : »By Appoline, 
sol den cristen thun an schin; 
^ ich ummer kere zu lande, 
=» wil ich haben in myner hant 
Ll^ das lant von der cristenheit, 
11« ir gut und Up da mit.« 
^^^x soldan det schriben briefe da 
c3 embot allen sinen luten so, 
erbschafft waren in syme lant, 
sie kemmen zu ime zu hant 
aller der krafft, die sie vermochten, 
^'^ sie siner fruntschafft dorfften. 
-^^s sin lute das^ vemamen, 
^^^ bereyten sich zu samen 
^"^^d foren da hin mit krafft 
^'^d mit aller irer macht, 
■* ^nd auch ir herre, der soldan, 
^mbot dem bapst Ealixtian, 
syme herren, das er dete wel 
und gebe hilff gen den kristen snel, 
er wolt faren in der cristen lant 
%M und verdriben Machmets fiant. 
Da wart der bapst gar fro, 
das ime die botschafft kam also, 
und det briefe schriben zu hant 
und sant sie in sin lande 
o und det in iglich stat kastyen 
za fiaren uff Surien 
and perdon und grofi aplaß 
TOD aller sundlicher dat, 
die sie von kint betten gethan. 

13832 otmatigUcheiL 13833 endelichexL 13834 Appolline. 18843 
B. 13866 531 A. 



394 

und gut wapen, die ime wol geiacbten, 
is7y6 alle den tag was er vor der pforten, 

des abents er da uß beslossen wart 

all uff der selben fart 

von sinen gesellen heimeliclien 

und kam under Sarrazin geelichen 
18800 und ging liegen in ir läge, 

dar by das sie alle tage 

wasser namen und machten weg, 

die ime wol waren zur pflege 

zu faren über die kristen; 
1S805 da lag Reinolt in einer casinen mit listen 

und warte da uff der läge, 

wann die Torken uß kemen san. 

By der nacht, da sie wasser namen, 

was ir dar kamen, 
13810 die slug er tod gar endelich 

und macht ine des lebens ledich. 

Di£ herte Reynolt, als ich uch sagen, 

all umbgangs vierzig tagen, 

des tages was er mit sinen gesellen, 
18816 nachtes ging er sich selber quellen. 
Von Reinolt laß ich bliben 

und wil von den Sarrazinen schriben, 

die zu foren waren gejaget 

von dem feit, die hant geklaget 
13820 irme harren und iren magen, 

das sie sint in böser lagen 

hetten gesant da zu foren, 

da sie all ir gesellen hetten verloren 

und also vil Sarrazinen, 
18826 das ine wer an schinen. 

Sie Sprech, das der tufel wer da, 

der alles fecht mit eym stabe sa, 

der so stark ist und groß, 

das man an keynem ende funde sin genoß. 

13800 lag. 13828 und so. 



^ 'klagten sie mit groäex ew« 
tlabilonien iren berreu 
*>«teii iue otmutiglicb, 
^^ ir gesellen reche endelich. 
^-^^ir der soldaii : »By Appoline, 
_*o| den cristen tJiiin im »chin; 
*^^l» ammer kere zu lande, 
"^ "Wil ich haben in mrner baat 
""* das lant von der criatenheit, 
'U« ir pit lind lip dn mit.< 
'*^ Noldan det schriben briefe da 
^d embut allen stnen Inten so, 
oie erbschafft waren in syme lant, 
das sie kemuien zu ime '^ii hant 
mit «Her der krafft, die sie verinochteu, 
ob sie siner fmnt^chaßl dorffteti. 
Als sin lute das vernamen, 
sie bereyten sich /u samen 

Iond foren da hin mit krafFt 
nnd Uiit aller irer macht, 
imd auch ir herre, der eoldan, 
embot dem bapst Kalixtian, 
tyme herren, das er dete wel 
nnd gebe hiltT gen den kriaten snel, 
er wolt faren in der cristen lant 
nnd verdriben Machmeta tiant. 
Dm wart der bapet gar fro, 
das ime die botAchaSl kam also, 
und det briefe schrilien zu hant 
not) saut sie in sin lande 
■ und det in i^Uch stat kastyen 
SU faren uET Sorien 
dttd perdon und grott apiaü 
rm olUtr sundlichvr dat, 
difl sie TOD kint betten geUuui. 



bm iilB»iti( 



olBiiitigUobHL 13833 odtUehen. 138U AppoUin«- 1S»43 
Kl A. 



396 

13805 Der des bapstes zeichen wolt enpfan 

und wer uflF dem weg blibfc dot, 

der wirt Machmets genoß, 

Appollin und Terpigan 

sollen die seien wol empfan. 
13870 Suß lieflFen die nuwemer in den zyden 

in der heidenschafff. ferre und wyten. 

Sin zeichen empfieng da manig man, 

der cristenheit zu trauwen b^an, 

sie Wanten wol Zurien gewynnen 
13876 und ir wonunge machen darinnen. 

Suß bereyten sie sich mit großer fart 

und furien zu Surfen wert 

und wanten die kristenheit bezwingen; 

av got enwolt es nit Verheugen, 
13880 wann er sant ine in der not 

von zweyen mannen hilff groß, 

das was Reinolt und Mal^ys. 
Nu machet uns die hystorie wys, 

war Malegys, der dieb, waz blyben, 
13886 da ich lang von habe geswigen. 

Wie er schied uß Montelban, 

da er den konig hat gefan 

imd gelievert sinem nefen, 

der ime das leben wolt nemen, 
13890 da gewan er den ruwen so großlich, 

das er dar umb wart heremit werlich ' 

und für von^dannen über see 

in das süße lant von Galile. 

In eym walde saß er dar 
13896 all umb gangs dru jare 

und diente da fryschlich 

got, unserm herren von hymmelrich. 

Nu kam zu ime die nuwe mere, 

das di4 Sarrazin mit fare 

13868 teruigan. 13869 empfaen. 13871 wyte. 13876 Saß] 
13878 bezwinget. 13883 wyse. 13884 waz] were. 13896 ^ 



w 


"■ 


397 


■ 


XI iaren tmd he«izeii die krieteTiheit. 




■^rirt er sin getieet, der kune diet, 
Dir den hymolachen got, 


^^^H 


^^^^H 


«km will mulJt sin und don die gnadß, 


^^^^H 


!r balde niocht gan 


^^^^H 


rier kristenheit xu hiltf stan. 


^^^^^H 


wol er wer gewest ein hereiuit. 


^^^^H 


«It werden ein löblich ritter mit flyli 


,^^^^^1 


TOr die cristenheit fechten 


"^^^^^1 


nch mit wappen so verrichten. 


^^^^1 


es got, unsemi herreii, 


^^^^^1 


dank aolt sagen iimmernier. 


^^^^H 


■r kg in diesem gebeet. 


^^^^1 


korent, was got durch ine det ! 


^^^^H 


stymme hört er san, 


^^^^^1 


von got kam gane 


^^^^H 


hiefi ine faren 


^^^^^1 


helffen den cristen »oud**r sparen, 


^^^^H 


\\ 8olt er den konon d(<gen dar 




den, Beinolt, sinen nefen, vorwar. 




da bj nacht und hy tag 




b die Torküii lacht Ug«. 




Malegya das verstont, 




erfreawtfl synn und mut 




, ward frolich u§«er maßen eere da. 




dem wald ging er sich machen so 




1 lieff da hin 7.u Acker« wart 




pilgeryns wisu all t\\v fürt 




de tag and nacht 




aller ainer kraftl, 




1 dad er an lipm andern ta((e 




Ackers kam wo! zu «ynie gtdagf-. 




Ijjttea die beiden »feleKcn 
Htal ir KCTelt uff geslagen 
)gm dem waaaer ulf der see. 








; lobUcW. 13909 21-2 a verriechtcn. i:»'2ä 


WH A. 



898 

1S936 das det den kristen gar wee, 

das sie mit fruntschaffl oder mynne 

des Wassers nit mochten gewynnen. 

Nu hatt Malegys vemomen, 

das er zu Ackers ist inn konmien, 
13940 und sucht Beinolt, den wygant, 

so lang, bys das er ine fant, 

da er was mit sinen gesellen, 

und Malegys begonde erzelen, 

wer er was und wannen er kerne. 
13046 Als Reinolt erkant sinen name, 

Reynolt sprank uff zu hand, 

in sine arme er ine prant 

so frolichen usser maßen, 

er wißte nit, was thun oder laßen. 
18960 Da fragten ine sin gesellen zu hant: 

»Herre, was mannes ist der perdantpc 

»Ich sagen es uch, ir herren, wolt irs wissen, 

ich han sin nit vergessen 

des gutes, des er mir hat getan; 
13966 das weis ich wol sonder wan, 

das ich dick mynen lip hett verloren 

vor mangen tagen hie beforen, 

enhett getan sin kunffb und krafft, 

die er darzu det tag und nacht. 
isöflo Auch machen ichs uch allen wys, 

es ist myn herre, herre Malegys 

und ist der besten ritter eyn, 

den die sonn ye über schein. 

Nie enkamen wir in die not, 
1S9G6 da wir die porse hatten so groß, 

des folks wer luzel oder vel, 

wir deten ine schaden mit unserm spel.c 

Da waren die gesellen frolich 

und bereyten ine beiden kleider sonderlidi, 
13970 Wappen, hamasch und pfert 

18937 gewynne. 13958 kunst. 




;jit;D sie ine mit der fart 
id wollen zu stryt do 
bs undem tages tu £ru. 
|o sang der patriarche ein iiieaa« 
knd det dem folk das gewiüe, 
Ibt in dem strjt blibe dut, 
^ weren alle der eiigel genoß. 
Us die misse was getan, 
|ie kristeiT scharten sich vil flau 
kD gar in der scharen, 
■alt^ys sol vor ine faren, 
■it ime üeff Remolt 
Lit ayme atab vil stolz, 
Kfi daa sie vemamen, 
1^ flie zu den SarrazLnen kamea. 
h dem vorfechtcn was Heinolt 
|dh) Maltas, der t^en stolz, 
lie gingen stechen und slane, 
■Dr ine enkonde niemant gestan. 
ICkltsys stai^h und Ileijiult sing 
feiten ir vil und gntig, 
ran da vor ir hende kam, 
boeen tod es alles nani. 
fnd die cristen, die du waren 
kommen mit df.r ersten Hcbaren, 
lie singen darin mit großem sput 
|tt)d taden manchen Torken xyu blut 
Iftorzen und bliben da dot 
Die beiden batten große not 
hnd rieffen : >Machinel niiib nnx b>-^h 

wir hie nit verderben.« 
lit dem so kam Malegys 
ia dem soldan von Pys 
id atach üne mit ayme spiefi, 
■ er sin nit kund genieben. 



m SI8 a 13075 gawlO. 13d91 taitm. I:t9t>3 533 A. 
I um kameo. I«»4 iplß. 



400 

durch den schilt und durch daz kautele, 

das da inn bleib von dem sper ein teil 

und er es als zu stucken brach. 

Der soldan Malegys wider stach, 
14010 das er mit dem or£ fiel. 

Das ersach Reinolt vil snel, 

umb sinen ohem was erfert 

und sprang gering darwert, , 

sinen stab hat er erhaben 
1401& und den soldan uff den heim geslagen 

und gab ime so einen slag, 

da sin lester tag an lag, 

das er mit allen 

zu der erden kam gefallen. 
14020 Reinolt was ein dapffer man, 

das ors er bj dem zäume name 

und det es sich umb keren 

zu Malegys, dem heri*en. 

Malegys was dapifer und swang, 
14026 zu haut er in den satel sprang 

und dankte vil sere da 

Reinolt, dem herren, sa. 

By dem herren, der mir gebot, 

in dem her was kein orß so gut. 
14030 Da greiff er zur linken syten 

und zoch ein swert von guter snyten 

und gieng under die Torken slan, 

Reinolt folgt nahe vil san 

und was umer by sime libe 
14036 und beraubet manchen synen lip. 

Die Sarrazin slugen sere 

dem riehen soldan, iren herren, 

das er hat verloren das leben, 

dar zu ir gesellen, die da waren bieben, 
14040 und rieffen zu Machmet gnad, 

14018 Dieser und der folgende vers in einer seile E 1^^ 
das A. 



401 

räch : »Wir sint verladen 
lesen cristen, unser fianden, 
Le vor uns sint gestanden. € 
58er clage, in dieser bede und not 
der Sarrazin ein nuwe schar gut 
nit Sporen zu geslagen, 

soldan kamen mit jagen 
ilgipten und von Elondi zu haut, 
iabilonien, das waz bekant, 
rerbolgen und mit krafft 

sie die cristen hinder sich mit macht 
nit siegen gar groß 
wenzig slugen sie ir dot. 
las die Cristen sahen, 
Ligen sie inn mit großer lagen 
laten were gar groß, 
ihen slugen sie ir dot, 
Lian sie nit gezelen mocht. 
*mpfiengen sie unsanffte. 
i^ys was imimer zu foren, 
latten die Sarrazinen zoren, 
jg manchen in dem tag, 
't auch Keinolt mit syme stabe. 
< fochten die helt kune 
dem morgen an biß an die none, 
latt Keinolt ere groß, 

soldan sliig er dot 
•m stomie luid in dem tag, 
letten die beiden l>ose läge, 
»egondeu die beiden 
itark und fast zu Hieben, 
risten wisten, was zu thun, 
die zu jagen, die da fluben. 
ieütm da, das sie dar brachten, 
ir vil, die d<Mi stryt l>ekaufllen. 

U B. Die verHe 14054 bis 57 wiederholt B. 14059 534 A. 



25 



^2 

^lüu* ^^® Sarrasyn slugen fore, 

Malegys slug nach mit sporen 

und feit ir vil und gnug, 

die Rejnolt mit sym stabe erslug. 
14080 Die cristen folgten nach mit macht, . 

die Sarrazin slugen sie dot mit kraflEL 

Suß jagten sie, biß sie vemamen, 

das sie zu Nazaret kamen. 

Dar inn flohen die Sarrazin, 
14086 da musten slan die cristen 

vor Nazaret ir gezelt 

und loyerten uflF dem feit 

und bliben ligen alle die nacht 

und deten groß schilt wacht. 
14090 Da endorsten sie nit bliben 

durch den angst von iren üben, 

zu Jherusalem musten sie faren da 

inn der nacht heymlich also, 

biß das sie vemamen 
14096 und zu Jherusalem kamen, 

da slußen sie die pforten fast 

gein der cristen geste 

und slugen dot, die sie da funden, 

die da cristen waren zu den stunden. 
14100 Als die cristen das vernamen, 

das ine die beiden sint entkommen, 

da kerten sie sich zu Ackers wider hin 

und teilten das gut, das da was verliben ine. 

Nu kam dem cristen nuwe mere, 
14105 das Jherusalem verloren wer 

und alle die cristen erslagen, 

die da inn weren bliben in den tagen. 

Als die cristen das vemamen, 

da namen sie ir folk zu samen 
1*110 und suchten rat an Reynolt, 

* 

14070 for. 14077 Malegy A. sporn. 14083 Nazareth. 
dem] den A. 14103 215 B. 



408 



Reu tlinn soltcD, 
B, den zeiiberer. 
iRWnren sie: »By got, iinwerm herrc, 

twollun all Verliesen das leben, 
sie aolteti iitiH wider gelieii 
I Rtat und oticli äw* grab, 
■ got, unser herre, inn lag,* 
• «wiiren sie all gemeynlich, 
F eristen arme und rieht', 
P sie wolten sonder sparen 
( JhfjnjsaleiD wert fareii 
I. *i"kriegen da heilig lant 
p ihun es üb der Torken haut, 
F du Mint fiant guten von dem paradise, 
W alle dot bliben mit geiiieiiili<')ii'r wyse. 
P*ti ftollen ne »enden /.n hunt. 
gilH«ti in dns lant, 
fTt-ypt-n und zu AuthiiKhien mit 
' %ii iglioher »tat von crintenheit, 
|| »>lier dem niere waren, 
jÄ^^n, wie sie bant gefaren, 
B gebiete» all zu hant 
• ert in alt ir bind, 
•1 heruiialuni siilleti nie fnrcn 
pder einirh langer sparen 

u gewannen da'* beilig lant 
I zu thim uU der beiden bant. 

! cristeu Cro, 
I en gefallen wa» alNo, 
I kmtec gerynge darwert 
I faren zu Jbeni-talein wart. 
L «ich iglich 
I and riebe 
t sich uff die fart 
I sa hant dtirwart. 
b die von Ackero bereyt 



Hllil h«rreii. 14127 &36 A. 



404 

^* Q^» und hant Jherusalem beleyt. 

Des macht uns die hystorie wys, 
da was Reinolt und Mal^ys. 

U160 Ee die von Surien mochten kommen, 
so hatten sie großen schaden genomen, 
wann die heiden deten groß were 
von embjnnen uff der cristen her, 
so das vil waren erslagen sa, 

14165 und vil mee, enwer gewest da 
Reinolt und Malegys. 

Die hatten da allein den prys, 
sie daten da so große were, 
das sie das heydenische here 
H160 hinder sich taden und triben. 
So vil was ir da erslagen bliben 
von den heyden, das da niemant enkan 
die warheit gesageu da von. 
Suß jagten sie sie zu der stat inn 

14166 mit großer pinen und unmynn 
und sloßen die pforten fast. 
Reinolt verleib hie uß mit unrast 
und Malegys, der zeuberer, 

der wartet, ob yemant mere 
14170 uß der stat kommen solt. 

Dar nach kam ine, als got wolt, 

so groß hilff von Suryen, 

von Trypen und Ermenyen, 

von Anthiochien so manig man, 
i«75 das ir drissig hundert was sonder wan, 

und brachten magnelen und pedrieren, 

singeren, tribuken von maueren, 

sogen, talpen und katten, 

das det die Torken sere matten, 
14180 sie richten uff ir werk 

gein den muren zu werk stark. 



14153 von jnnen. 14157 pryse. 14169 216 B. 14173 Ai 
14176 maguelen. 



405 

Bilnlomen der soldane 
ff riehtea ril aane 

magnele und eiu pedriere 

)r&n geiii den cristen schier. 

»emten sie sich in iglicher syt, 

b gein dem anderu mit nyde. 

orffbn inn wert mit großen steinem so, 

isaen schoben sie mit qwadrellen do, 

ionne was &e;&lich groä, 

nb nuutig cristen dot, 

i Tore kamen zustryt, 

te fore zu dem paradjse. 

) selbe aasaut was Malegys 

xeinolt, der degen wys, 

>lteD da mit lezen, 

Ite die andern wolten sie sieb sezen 

8 Tor fechten wol gerejt, 

ras Malegjs ein leyt 

tUÖnolt, dem juogeling, 

Hal^^ ein wond empfing 
7m acharpffen qwadrelle sere, 
moeht genesen nummermere. 
art geschosaen uff sin brost beyne, 
B im zu Bcbolteni durch Bchcin 
lau er all mit allen 
lern ors muxt fallen 
' uiF die gotes erde. 
Dt det er sin gebeet 
bat gnad demuttiglicb 
nnaem Herren ron bymelrich, 
r sin sele muRt beworen 
lenden sie in der engel scharen, 
esegent er IVinoH 
Karle, den degen stolz, 
rin frunt alle gemeyn 

Mbtea. um I»e A. H208 c-A. M209 K«l>er^ 1^210 
w». U211 bjmslricbaB. 



406 

und befahl sie got von Nazaren: 

»Ich mag uch nummermee gesehen, c 

Sin ende nam er da mit desen, 
14320 darnach ensprach er nummerme, 

die sele füre zu unserm herre. 

Als Reinolt das ersach, 

lute rieff er: »Owe und auwach! 

Ohem, das ich han verloren, 
14225 diese sere und großer zoren 

er wirt gekulet nummerme, 

ee ir gerochen werdent, edeler herre. 

Ich sol mynen lip darumb verließen 

und den fryen dot erkyesen, 
14230 oder ich sol uch also rechen, 

das man davon sol sprechen, c 

Alle cristen, die da waren, 

begonden Malegys zu klagen, 

und Reinolt det vil sane 
14235 alle das folk hinder sich stan. 

»Wir sint nu all verloren, 

ir woUent myns rats hören. 

Ich bin gewest in mangen casteil, 

die so stark waren und so geheyl, 
14240 das sie niemant mocht gewynnen 

mit storme oder mit mynnen, 

da unser viant vor uns lagen 

und dick assant uff uns pflagen 

und fochten tag und nacht 
14245 uff uns mit aller irer macht, 

davon wir sere waren beladen 

und erapfiengen von ine großen schaden, 

da spielten sie zu irem besten 

und zuge abe unser veste 
14250 imd belachten uns die passagye so, 

das wirs all worden unfro 

und das uns in keiner wyse 

* 
14221 harren. 14235 217 B. 14238 caaCell. 14246 »e« 



407 

mocht kommen eynich apyse. 

Da waren wir sere zu angemach 

mid unser apiae wir all aßen mit gerach, 

da lyieii wir alle hunger groß, 

wir hatten weder win, noch brflt, 

anwr pfert mnsten wir eSen, 

Bolten wir des hungers vergessen; 

ms waren wir bezwungen 

im kastei zu mangen stunden. 

Alsnf) moßen wirs begannen, 

sollen wirs enichs sjnns gewynuen, 

■mir mnüen ine iu kurzen zyt«n 

die wege verlegen an iglicher sjteii 

und mn&en ir pforteri also verwaren mit krutFt 

"by tag and by nacht, 

ia» ine möge kernen keine spiao 

oder hulff in keiner wyse, 

R> sint sie verloren und endane, 

BUS sollen wir sie gewynnen saue. 

Komet ine hüff von enicbem riche, 

wir slahen sie endeliche.« 

Da rieffen sie all zu der fart 

und sprach; >Difi ist der beste rat, 

den nns Reinolt hat gegeben, 

Iktige mnß er mit eren leben !c 

Da gingen dar alle die scharen 

tiod bcsazten ir läge daren 

und Beynolt, der jnngeling, 

for ein pfort ligen ging, 

da man uB heidenschafFt kam, 

mit lieben hundert kuner man. 

Bub hatten sie bellen die »tat. 

Al< die Torken gesahen dat, 

i» Terferten sie sich gar sere 

imd rieffen an Machmet, irea berren, 

du er sie vertröste 



1 687 A. begindeii 



U3T2 ii 



408 

und uß irer not erloßt. 
14290 Die hystorie saget uns vorware, 

das sie lagen darvor ein ganz jare. 

In des aßen sie alle ire spyse 

und mochten in keynerley wise 

spyse komen groß, noch klein. 
14*296 Sie rieffen zu Machmet allein, 

der hunger det sie sere verderben, 

von hunger mussten ir vil sterben. 

Da rieflfen sie all gemeyn 

über den soldan, iren herren, allein 
14300 und sprachen: »Wir wollen lieber sterben 

under dem swert, dann also verderben. 

Laßent ims faren über die cristen, 

und soll helffen Machmet und Appollin.c 

Mit diesen w.orten hieß er sie san 
14305 alle zu den wapen gan. 

Zu iren herbergen musten sie da gan 

und Wappen sich sonder wan. 

Sie daten uflF ein pfort vorwar, 

die ging zu den kristen wert dar, 
14310 sie dorsten nit dar uß faren, 

da Reynolt lag mit siner scharen. 

Alsus kamen sie zu stryt da 

gein die cristen mit großer pin so, 

sie gingen stechen und slan, 
14815 vil gaben sich uff gefan, 

und als Reynolt das gesach, 

das das beer yme stryt was, 

die sieben hunder, da er mit lach, 

sante er ine zu hilff, so er erst mag; 
14320 av Reinolt wolt der pforten nit 

laßen, so was ime geschyt. 

Als das der soldan sach, 

das Reinolt da allein lag, 

14299 allein] gemeyn. 14301 218 B. 14318 siebenhunde 
14321 geschieht. 



^ 


^^H 


409 


■ 


Aet er dar vi\ Torken faren 




der ejfiiich langer aparen, 


^^^^H 


b das sie gein im solten stryteu, 


^^^^^H 


1 zwigchen wand er wol entryten. 


^^^^^H 


1 Babilonien der soldan 


^^^^^H 


t boee eleider an getan, 


^^^^H 


•n sporn spien er an am fuß 


^^^^^M 


1 beschreyt ein ors von prya gut 


^^^^^1 


t kam geiytten also san 


^^1 


pfort«n, da Reiiiolt was stan 




t ainem stabe gein dye beiden styff, 


^^^^1 


■ er vi\ beraubt von ireiu lip. 


^^^^^M 


ioott hat zu hant vemonien, 


^^^^^1 


t der soldan kam, und sacb ine kommen 


^^^^^1 


oym or& groß und stark. 


^^^H 


• pforten reyt er uß zur fart 


^^^^^H 


] w&nt mit krafft entryten. 


^^^^^H 


BT Beyoolt biet ine beiten in den zyteu 


^^^^1 


ging ime engen na, 




to st«b hat er orhabun da 




fragt ine olFenbärv, 




&r beiden oder tristt-n wÜro. 




mntwort ime nit ein wort, 




Jen Hporen alug er fort. 




ileinolt das ersach, 




er dem orü einen slag 




Knn Iieupt mit sinem stalw da. 




e« nummer mann entrug also. 




vieffen die beiden alle gemcyn : 




M iat onser herre, der soldan reyn. 




Ä«t Belaeburk oder Harlabane, 




mit «ynie ittabe hie i^t gtwtaa. 




bhmet wils auch nit rcrfaengen, 








« mit nyde wil alan.« 




«r GiUt A. .U k. 1432« im Tdül A. 


14^28 S»8 A 


^4« BMiMbab. 


^^ 



410 

Und als das Beinolt hat verstan, 
14360 das der soldan das selber was, 

der da uff dem ors saß, 

da rieff Reynolt von Montelban: 

>Nu gebent uch uff, richer soldan! 

oder, by got, der mir gebot, 
14366 alhie slag ich uch zu dot.€ 

Der soldan rieff: »Gnadent, jungherre! 

gein uch ist nit fechtens mere. 

Ich wiL mich uch gern uff geben, ' 

behaltent ir mir lip und leben.c 
14370 Alsus gab er sich gefangen da, 

sin mann hieß er baß hinder sich stan also, 

und das sie alle gingen in banden 

und geben sich Reinolt gefangen. 

Sie musten thun, das er sie hieß, 
14376 sin gebot dorsten sie laßen nit, 

sie hatten jamer mit großen clagen, 

da sie sich also uff gaben 

ir lip und ire glyt 

Reinolt und darzu die stat mit. 
14380 Da gaben sie Sicherheit balde, 

der soldan und sine gesellen Reinalt, 

sie klopfften all an ir zande. . 

(Noch ist die truwe in irem lande, 

die sie halten, die Sarazinen.) 
14385 Suß was Reinolt mit großer pinen 

die stat allein gewynnen mit sinen banden 

uff den tag gegen die fianden. 

Sus gyng Reynolt in die stat gemeyt, 

nochdann so facht die cristenheit 
14300 und sie enwisten von Reinolt nit, 

was ime des tages was geschyt. 

Alsus kam Reinolt und der soldan 

uff die ander syt der stat g^an, 

U^M mit A. 14366 219 B. 14376 großem. 14384 Sarr»«" 
14387 die] den. 



411 

Ift noch die Criaten 

fe^ea den beiden fuchten mit listen. 

Fqü Babilonien der soldan 

let sin folk hinder sich atan 

Bod BeiDolt sonder liegen 

let die kristen binderwert ziehen. 

Er rieff den höchsten von dem lande sa 

pnd gab inte den aotdan gefangen da, 

las sie tne hielten za den zjteu, 

bifi das die von den Satrazinen 

baat gesichert all das lant 

yrider zu laßen in der cristen hant, 

daun Bol man sie lauen verdingen 

bj Vorworten nnd sycheningen, 

[das er sich nummer enreche 
uff die cmtenbeit oder enfecht, 
|9AIlue von mufient ir ostasie geben, 
i(bs irs wollest halten all uwer leben.« 
lDa sprach der soldan: »Lieber jongherre, 
, das wil ich thun mit großer gere. 
,Ka laUent myn folke Inren zn lande, 
I Tor sie wil ich nch bliben zu pfände; 

des ich nch g^sel han g^ebon, ' 

das ich sol halten alle m^ leben.« 

Da beftazten sie ir Bt«de, 

castol und die lande inede, 

sie gal)en ine iirlub fn>Iich 

und fiiren zu lande gemeynlich, 

Rejmolt für mit dem soldan 

und bat sin bedefart getan, 

die er globte dem heremiten; 

•oR VT ine von ttinen Runden qiriten, 

er mnüt sonder ejmich sparen 

xa dem walde mder faren. 

Nu borent, waa ßeinolt hat gedan! 

Zu den patriarcheo ist er gegan 

ttn &39 A. 14415.10 vor ne tril ieli udi uftal ban g«gah«n B. 



412 

14480 und kniet vor ine vil werde 

vor sine fuß ufF die erde 

und bat den patriarchen dar, 

das^r ime gebe apiaß vorwar 

und perdon von sinen sunden, 
144S6 da er mit were gebunden, 

er wolt zu lande wider faren. 

Als der patriarche des ward geware, 

das Reinolt von ime wolt thun sin kere, 

das mißfiel ime ußermaßen sere 
14U0 und sprach: »Jungherre, des nit endont; 

zu stryt sint ir gut, 

das man nit uff ertrich 

finden mocht uwer gelich, 

ir sint in iglicher were 
14445 zur not besser dann ein beere. 

Beyde, Surien und diß lande 

haut ir getan in der cristen haut, 

Jherusalem haut ir gewonnen, 

des darff uch niemant vergunnen, 
14460 do SO mußent ir spannen kröne, 

auch baut ir von got zu lone 

die freude groß. von bymmelrich 

und uwer sunden sint ir ledig sicherlich, c 

Reynolt sprach: »Vil lieber herre, 
14466 ich mag hie verlyben nummermer, 

ich muß Tvdder über die see 

zu mynem lande; ich sagen uch mee, 

ich globte das dem guten mann, 

da ich penitenz von gewann, 
14460 das ich wider wolte kommen 

nach eym jare, durch frommen 

oder durch schaden nit das solt laßen. 

Herre, sprach er, by diesen Sachen 

so ist, das ich rumen muß 

« 

14432 220 B. 14437 ward] war A. 14438 une] jno. ^ 
540 A. 



413 



nift laut, es sy mir böse oder gnt.c 
Der pfttriarcli sprach: »Lieber jungberre, 
Bu junert es mich von henwn sere, 
dafl ir von hynneii ahnts muiäent scheiden. 
flot mu& lieh geleiden ! 
Die saaä, da ir inn warent bieben, 
4ie aint uch nu alle vergeben. 
Nu bitten ich uch, edeler jiingherre, 
das ir uch hüten vor sunden mere, 
tiad ob die cristen hant za thun, 
■D stAnt ine by, edeler tegen kune.c 
»Also wil ich, herre, alle myn leben, 
mag ich in iiwerm gebett wesen.« 
'«Ja ir. frunt, das muQ got wissen, 
wrtx aal ich nit vergessen.« 
Alsos nam iirlob an sinem herren, 
der patriarche schrey viel seren, 
und alle, die in dem hofe wnren, 
mocht man ainb ine sehen miübareu. 
Da kerte er sich zn sinen gesellen 
und wolte ine alle ding erzeleit. 
Als sie horten, das er wolt 
XU lande keren so halt, 
ciagt«n sie got, unsemi berron, 
and weynten uitemia&en seren. 
Da ging er zu bunt vil sane, 
da sin schiff kam gegan, 
Ond der patriarche, von über see, 
dar kamen hoher luie niee, 
dann ich uch kond genennen by uaiuen, 
Üe mit Heinott zu schifl' kamen, 
beide byschotf und pfafTen, 
'Sptc, monich, prelaten luid knapjieti, 
die ime boten /ierheit nmnigfuU, 
.Jterien, sillter und golt. 
Reinolt sprach: >Ir edeln herren, 

S a\ B. bot«a g«b«u«rt an> erboten A. U*W parlla. 



4t* 

uwers guts wil ich nit me geren, 

dann ich mag komen über see.« 

Da hatten sie ruwen noch mee, 

dann sie hatten betören, 
14506 als sie diese rede horten, 

das Reinolt nit enname 

von dem, das er selber gewan. 

Der Patriarch sprach vor ine san 

und det den schiffman yerstan, 
14B10 das er Reinolt, den jungherren, 

gebe schyffart und ups oaren, 

er wolt ine quiten sin vertun vil sa, 

Suß halfF er Reinolt zu schjrff da. 

Da befale got den jimgherre, 
14616 manig man schrey da sere. 

Nif ist Reinolt in das schiff gegan, 

und die pilgerin also san, 

die über die see wolten faren, 

die gingen in das schyff sonder sparen. 
14520 So deten lierren und knecht da, 

ir gezauwe gingen sie bereiten vil sa, 

sie zogen die seile an den mäste 

und segelten hin weg mit irem laste 

beide tag imd nacht, 
14525 was das schiff gesegein mocht. 

Sus dut uns die hystorie verstau, 

das sie füren vierzig tag saue 

and alle die nacht darzu. 

Sus kamen sie eins morgen fru 
14630 in die haff, weiß got, 

zu Marsylien sonder spot. 

Uß dem schyff schössen sie den bark, 

zu lande rügten sie stark 

mit den pilgerin gemeyn, 
14635 sonder Reinolt, der jungherre, allein 

verleib in dem schyff, umb das er 

* 

14501 mere. 14531 Marsylien all. 14532 541 A. 



416 

plob iieme, das sagt man mir, 
> dem meister und dem lierren. 
dem schyff ealielj er knecbt uder junylierren 
beveihe sie otmu täglich 

herren von hymelrich. 
fo ging Reinolt sizen in den bark, 
Oi befolen sie ine alle stark, 
fuirii sie mit großen eren 
Horsjlien dem jiingherre 
[ sazten ine schier uS* daa laat. 
Ke knecht kerten wider zu Iiant 

id iteinolt bleib in der »tat. 
Me welschen biicher nagen uns das, 
« «r da bleyb nit lange 
nn dry tag umb gange, 
lielf da ein nuwe raer, 
s ein kainpff uff genommen were 
n Karle, dem kunig wyn, 
der etat von Parys, 
id dus ine uff genommen liett w^hoiie 
r hen«^ Wilhelm tüji HomeHun 
pein Reiiiolts son Emmerich, 
er fi.x:hten must aicherli<.'h, 
n er beziegen wer gewest 
dem knnig von verretjiit«e. 
IftchAriiM von di;r Losane 
Bid Osllereane von ttcaucanane, 
ffyck von Ant«-folge, der degen, du 
id Aloreit, t>iii bnider, mit sa, 
uidroes und Knimericli von Lyon, 
Iryfone und Eraolt, 
Iftlygera und llerbolt, 

vntmi verrwler wi hofe, 
lucbdann atunden sie in des konigee lobe, 
waren in »olicher dat, 

ben. 14550 lange l(niTi([i«rt >iim laogiT A. I4U>S 



416 

das sie nie gedachten guten rat. 

Als Reinolt diese nuwe verstont, 

er empfieng färbe und blut zur stund. 
14676 »Hilff, got, sprach er, durch din gnade, 

myn kinder mußestu beraden 

und bewaren sie vor laster und schänden 

und behalten sie vor iren fianden!« 

AIsus wolt Reynolt sonder verziehen da 
14680 zu Parys wert gan vil sa 

und durch siner fiand landen, 

also das sie sin nit bekanden; 

gelich einem pilger 

sus gieng Reinolt, der edele her, 
14686 zu Parys in die pfort. 

Nu wil ich uch sagen fort, 

darumb der kampff was uff genommen, 

also als es vor mich ist komen. 

Da Reynolt, der jungeling, 
14690 schiede von Karle, dem konig, 

und Beyart erdrenket was, 

da jamert es den konig umb das 

und die genoßen alle gemein, 

umb das Reinolt alsus allein 
14696 so betrüblichen von dem konig schiet 

und sin erbe also ließ 

und hinweg ging so allein, 

das numraer mensche kein 

in mocht fynden in eynchem lande, 
14600 das in kristenheit was bekant. 

Da embot Karle, der konig, da 

Emmerich, Reinolt kint, vil sa, 

er gab ime zu lehen alle gader, 

das zu foren hielt sin vader. 
14606 Suß ist Emmerich, der degen, do 

mit Karle, dem konig, bliben so 

14573 Nuwe. 14577 und vor schänden. 14583 pilger kc 
aus pilgerin A. 14584 herre." 14601 542 A. 



■ 417 


nd dient« iaie gar tniwelicli, 


Karle, dem kunig von Frankrich. 


Sie nmb forchten sie aere do. 


Ue veireter all gemeyn so 


and fundeti einen rat. 


ler böse was von ^edat. 


Wwa Nio darzu mochten getun. 


Db sprach der verreter Gavelone: 


■Wir han dick schaden genommen und tu 


■od onser meist mage verloren ein teil, 


fie ReinoH, sin Tat«r, liat erslagen da; 


■ff syme kinde sol werden gerochen sa. 


Binen rat wil ich geben, 


kr Bimmerich sol kosten sin leben. 


tdi tril vor den konig gaii 


Btd Ihun ine vestan. 


Im Emmerich sich hat yermesseo, i 


Im er sinen vater wil rechen i 


nd Beyart, sinen gnten frene, ^^^^^^H 


Im «t solt han zu ^^^^H 


ind aagen, das er sich verwacbt "'^^^^^^H 


iar gein by tag und nacht. ^^^^^^H 


9llB soUent niirs gt^stan, Ir herren, ^^^^^^H 


nd belffent mir zugen und swem. ^^^^^^H 
ffil der jungberre sprechen da gene, ^^^^^^H 


■D«n kampfT ich l^en, ^^^^^H 


«ad mag ich haben ^^^^^^H 


m wil ich ine geben Ton Beaubar ^^^^^^H 


Oilerui, myn«i ^^^^^^H 


)4ar sol yme zu bant nemen das leben.« ^^^^^^H 


■KeM rerreder sprachen ^^^^^^H 


hfitt rat ist gut« sprachen sie also, ^^^^^^H 


l^^iBdoi sie alle geroej-n da. ' ^^^^^^H 


^^^Hl gyng £11 berreu so ^^^^^^H 


^^^Bl'itlc'' '^^^^^^H 


■1 TmtW. U630 223 B. 1463) gojm. IA633 iwuti. ^H 


fclimii IU4U K/n A. ^^M 


- ^ 



418 

und sprach: »6ot gebe uch guten tag, kong £70 

Edeler landes herre wol geboren, 

ein nuwe mere ist mir komen voren, 
14646 das sagen ich uch vorvare, 

das mjn herz machet swere; 

ye was ich uch von herzen holt. 

Nu sage ich uch das, konig stolz, 

wes sich Emmerich hat vermessen all, 
14660 das er sinen vater noch rechen sali 

und Beyart, sin guten frene, 

und sin mage all gemeyne, 

die er alsus hat verloren; 

das wee und diesen großen zoren 
14666 enmag er vergessen nummer mer, 

ee er es gerochen habe, herre Ic 

Der konig sprach: »Herre Gavelone, 

das uch got gebe perdone! 

da sich des vermaß der jungherre, 
14660 horte das auch yemant mere?« 

»Ja es, herre, by mynem lip, 

es horten baronen funff, 

Macharius von der Losane, 

von Beacare Galleran 
14666 und Pymabels, der degen fyn, 

und Mandraes und Emmeryn 

und ander gesellen, die da waren. 

Konig, es sint böse mere zwaren.« 

Da hieß der konig all by namem 
14670 die verreter, das sie dar kemen zu samen. 

Zu hant sint sie kommen fort 

und sprachen diese selbe wort, 

die Gawelone sprach bevoren. 

Der konig hat zu hant gesworen: 
14676 »Mag Emmerich, der wygant, 

kein unschult gethun zu hant, 

14645 vorwaren. 14649 Emerich. 14669 543 A. U 
welone. 



**i\ ich den jungen Emeryn 

^ henken by der kelen sin.* 

^ tut der koiiig fromme da 

^nt nacli Reinolt son einen boten so. 

J» Emmerich das vername, 

B hant er zu dem konlg kam 

ttä gruüt den konig kirne, 

il er schuldig was zu thua. 

ft fragte me der jungeling, 

t er gebot eynich ding. 

BT konig wau uff ine gram, 

r Terretnilie zeig er in an 

B rede und auch die wort, 

B er von Gawelonc hett gehört. 

k antwort ime der jungeling 

kd sprach: »Edeler herre, herre konig; 

ich verdome got, unser herre, 

t iche gehorte yemere 

fich rede oder solich wort, 

t ich die nu hau gehört, 

td ob ich je was in dem ajnn, 

!• ich willen hett, das zu hegynoen! 

|d will« auch yemant ulf mich «lagen. 

Pen kämpf wU ich ime legen 

tt mynem licbnam gein dem sinen 

( fechten zwuschen zwo sonneu schinen.« 

■ sprach Gawelutie: 

teh hört es, by sant Hymron, 

I dsten auch all zu male, 

p hie sint in dem sale.« 

(B hentschu hnt er fnudeii 

ti sprach fort /.» den stunden 

|d bot ine dem jungherren, 

jft ine empfieng mit großer geren. 

|h Bprach l'ynapcl, der d^^u: 

Hefe, den kampff aolt ir mir geben. 



U7(I3 OMtloM. 



420 

und ine sol fechten sonder wan 

min eltster sone Gallerane; 
14716 ist es, als wirs finden, 

so sind sie beide kinder.« 

Von diesem kampff wil ich blib^i 

und Yort von Reinolt schriben. 

Er kam als ein pilgerin 
14720 in den sal zu dem konig schier 

und bog nyder uff sine kniö, 

er sprach: »Herre, got halt nch trjeU 

Karle antwort mit synnen: 

»Pilgerin, got muß dich mynnen; 
147S6 sage mir ! was hastu vernommen, 

das du bist zu hofe kommen? 

Weistu von über mer eynich mere?€ 

»Ja ich, herre, vor war, 

es ist hut der vierzigst tag, 
14780 das ich zu Ackers inn lag, 

da hatten die Cristen große not, 

vil der beiden bleiben dot 

und vil Cristen erslagen; 

hett got getan mit syme segen 
14786 und von der hilff zweyer manne dar, 

verloren weren alle die lant vor war.« 

Karle, der degen, sprach ime zu: 

»Kanstu sie yt genennen nu?« 

»Ja ich, herre, des sint gewys! 
14740 es was Reinolt und Malegys.« 

Da sprach der konig vil sane: 

»Sint sie mit dem lip entgan?« 

»Herre, by dem, der mir gebott, 

Malegys wart geschoßen dot.« 
14746 Der konig was frolich do, 

das Mal^^s waz dot geschoßen also, 

da Aragte er ine offenbare, 

ob er yt wist«, wa Reinolt wer zware. 

14736 $44 A. 147S8 gen^nnen A. 14748 iwar. 



*■ 


■ 


räch: »Ja ich, herre, hy Riint Johann, ^^^^^| 


an ich als ein armer muu.< ^^^^^| 


iT konig das verstont, ^^^^H 


art frolicb mtit und »«ynn zur Btunt ^^^^H 


at Reinolt vi) sane ^^^^| 


en arme befan ^^^H 


prttcfa: >R«yi]olt, außer nefe myn, ^^^^^^| 


id mir mustu wilkomen sin.* ^^^^^H 


lUe die geno&en dar ^^^^^H 


n groQ Freude vorwar ^^^^^^ 


eltster sone Emmerich, ^^^^^| 


u so über ^^^^^1 


ch niemant erzelen ^^^^^^| 


ren nach alle die gesellen, ^^^^^| 


ifl Terreter allein, ^^^^^H 


itten ruwen all gemeyn. ^^^^^H 


»□ig det Heinolt, dem degen, ^^^^^| 


■at« kleider geben ^^^^^ 


l«t ime ril zu gemach. 


erich erzalt ime sin sach. 


r den kampff bett genommen 


Galleran, dem degen frommen, 


jrzalt er alle ding, 


olt han der konig. 


jrach Keinolt, der degen kone : 


liebes kint, enforcht nit ein boue! 


rt Tol aller gnaden, 


1 dich in dem kampff Seraden, 


n den si^ beheltest hier 


1 flallerans nefen, glaiiboji mir I« 


ragt IleinoU mert>, 


as «in ohem were 


Sejme, sin vater. 


re, rie suchen neb all goder 




ie nmntner en keren, 


«r A. U1&8 foi «ara. 14762 22S B MT95 dm A. 



422 

14786 ee sie uch. hant fonden.c 

Da schrey er yil sere in den stonden 

und hat betrubniße in sjme herzen^ 

großen jamer und smerzen, 

das sie by ime nie enkammen 
14790 und sie von ime nit vemammen. 

Nu ist es zu den tag komen, 

das der kampff was uff genommen, 

und man ging die jungberren bereyden 

Wappen und zum kampff kleyden. 
14795 Man kose den kreiß sane, 

dar man inn solt gane 

und zu nemen schampff 

und darzu kommen in den kampff. 

Da sprach der konig vil schier 
14800 zu Dunamels von Baviere, 

das er den Jungherren beide 

Stäben solt ir eyde. 

Dunamels antwort offembare: 

»Der syt hie vor manig jar 
14806 in uwerm hofe hat gestan, 

da nacb sol man es auch nu la&en gan.« 

Nu sint die herre zu dem kreiß kommen, 
• wem es auch sol schaden oder frommen. 

Die heiligen waren da gereyt, 
H810 Dunamels stabte da den eyt. 

Galleran swur da bevoren, 

sin synne hatt er verloren, 

und swur einen falschen eyt, 

allein was es ime gar leyt. 
1481 . Enmierich sprank uff, der jungeling, 

und swur unschuldig ding, 

das er nie gedacht 

die verretnisse, die man uff ine lacht. 

Nu sint die eyt getan, 

14790 yemomen. 14797 zuaemen. 14800 Baniere. 14804 
Nach syt befor getilgt A. 14807 herren. 



423 

"■^ die kempffen sint beide uffgestan, 
ir orfi hant sie beschrytten 
und sint mit nyde zu samen gerytten. 
Oalleram stach den jungen do 
mit siner glenen durch den schilt also 
» nflT den halsberg, und der was zu fast, 
er enmocht fallieren nit hast, 
nnd Emmerich, der jungherre, 
stach ine wider mit großer gere 
oflT das kauteil in die lyniere, 
• das sie beide fielen schyer. 
Zu hant verloren sie ir frene 
lind Sprüngen snell uff ire bein. 
und zuckten die swert da^ 
niit xiide gingen sie einander zu 
i und slugen harte sl^e 
ir ein idST den andern in dem tage, 
sie deckten sich mit iren schilten, 
die spanne flogen in dem wynde, 
ür iglich drat dem andern uff den fuü, 
MO das kam in beiden von müde groß. 
Sufi fochten sie zwo stunde, 
^ ix keiner den andern geschaden kund 
oder gehyndem an dem lib 
wt ein hare von eym wip. 
•" valleram schampt sich sere, 

d«8 so lange vor ime stund der jungherre, 
^^ lüde hat er das swert erhaben, 
^d hat Emmerich uff den heim geslagen, 
™ö das der jung werde 
^ must fallen zu der erde. 
w *^ ^art Reinolt verfert vil sere 
^^ l>at gnade zu unserm herre, 
™ ^^ sin kint mufit beraden 
^^ Von dem kampff entladen. 

\Am 126 B. 14833 ragten. 14842 geschedigen. 14850 erden. 



424 

»*3T^ In des sprang uff Emmerin, 
der jungling stolz und fyn, 
er sach Reynolt, sinen vater, 
sine hende ryngen zu gater, 
da wart der jungeling unverfert, 

14860 in zornigem müde greiff er daz swert 
und ließ den schilt zu haut henken da, 
das swert nam er mit dem knopff so. 
Da merkte der jungherre gut, 
das er ine slug mnb den hut, 

14865 dar engegen deckte sich Ghdleran. 
Des ließ er zu den Bchultem in gan 
und slug abe dem d^en milte 

Da sprach Emmerich, der jungeling: 
14870 »Wiltu noch nit liegen, huren kint?« 

»Neyn ich, by sant Johann, 

ich enliegens nitc sprach Ghlleran. 

Mit dem hat er das swert erhaben 

und nach Emmerich eynen slag geslagen 
14876 und slug abe dem jungherren 

funffhundert ring von sinem geren 

und slug dann noch dem degen gut 

ein wunde in sinen fuß. 

Da sprang hinder wert der jungherre 
14880 und erhub sin swert mit grosser gere 

und slug Galleran abe den heim snell, 

das ime das swert zu den zenn in fiel 

und kam vor sin fuß gefallen dot; 

alsus macht er Galleran des libs loß. 
14886 Do sprach der konig vier: 

>Gebenediet sy din kint alhier !« 

Reinolt, der heilig man, 

fiel zu der erden in sin gebeet vil san 

und dankt unserm herren, 



14865 Oalleram. 14870 liegen du. 14872 546 A. enlies« 
leram. 14877 nach. 14884 de A. 



425 

|Br gro&en eren, 

||e er «lurcli ine hat getan, 

[ sin kint dem kampff waz entgan. 

i det Karle zu bant vil san 
lalleran an den galgen henken sonder wan 
^d die verreder alle gader drat 
|rt er tun von spne rato, 
^ das ir gestecht nummermer 
Jt kein enhabe ere. 
pigua ist Emmerich mit ereii 
■n Parjs wider gekeren. 
Der konig bessert ime sin leheu, 
j^ gab ime bürg und ateden. 
IAIbiis bleib der jungherre 
If dem konig furbaß mere. 
I| Nu wil ich uch machen knnt, 
I Reinolt det in kurzer stund. 

^de det er cleider machen, 

F hin weg sin scharlachen, 
L nacht^ macht er sich daniien, 

I Mndynen was der manen, 
md wolt sieb thun in gro&e pin. 

i ging er still allein 
ttm bin weg in fremde lant, 
Ib er niemant bekant. 
lOm dient der gut man fier 
peynolt glich eym borier. 
boB gewan ein brot der grave Reinolt 
mit wege zu machen und dragen holz, 
idso det er auch mort«r und stein 
■od dient den luten all gemeyn 
{Ud aß tceyner bant ander Rpyse 
iluin gereten brot in der wyse 
fand drank von der fontein ; 

r begert ander »pyiie kein. 
■ emert« Reinolt sinen lip 



I 127 B. 14916 bonier. 



426 

^1888* d^^c^ 8^* ^^° ^^^ paradys, 

byß das umb ging ein jare, 

(das ich sagen, das ist wäre) 

da horte Reinolt nuwemer, 
14030 das ein kirche begänne were 

nnd man embot in das lant sere, 

ob yemant da were 

stein hauwer und zymmerman sa, 

und allen den, die wolten gewynnen pfennig da^ 
14936 das sie zu Eolen inn kemmen 

und sich des we^ks an nemen. 

Da bereyt Reinolt sine fart. 

und machte sich zu Colen wart, 

und als er in die stat kam alda, 
14940 da fragte er umb den meister sa, 

der die kirche machen solt unddet. 

Der meyster leydet ine da zur stede, 

da sie ine zu hattes hatten feinden. 

Reinolt fragte in kurzen stunden, 
14946 ob er wolt gewynnen einen arb^^r sa. 

Da was der meister wol zu gemache da, 

er merkt sin gelider und sin syt 

und sin groß manlikeit, 

auch kam ime in sin gedecht, 
14960 das er es gar wor pynen mocht. 

Da begund der meyster zu fragen, 

was er wolt gewynnen in iglichem tage. 

Reinolt sprach (das sint werlich ding): 

»Ich wil han iglichs tag ein pfennig. c 
14956 Da sprach der meister: »Lieber jungherre, 

ich wen, ir solt verdienen mere; 

woUent ir sin dappfer und snell 

und auch arbeiten mit will, 

ich sol uch vier pfennig geben. € 
14960 Reinolt sprach: »Nein, by myner sde vil eben!« 

4t 

14926 paradjse. 14940 547 A. 14952 in] zu. 14960 22 
^bel. 



*■ 


■ 


lynt der nieister offenbare, ..^^^^H 


linolt irnzymmlich wäre, ^^^^H 


irach : >Ich wil uch gern ^ebi>ii ^^^^^| 


ifennig, wolt ir ine nemen.« -^^^^H 


h, herre, das weiß got, ^^^^^H 


irbe mit och keinen spot.« ^^^^H 


>iiipt arbeiten motten fni!< ^^^^H 


, sprach Reioolt, ich dun also; ^^^^H 


ich es nit zu abent bpi^^neii ^^^^H 


.t einen pt'ennig gewjrnuen.« ^^^^H 


eister sprach: »Vil lieber fmnt, ^^^^H 


it, das ir ine verdient!« ^^^^^^| 


lg ReinoJt arbeiten Rere. ^^^^| 


stein, da funfT oder vier ^^^^^| 


tt«n zu heben gnug, ^^^^H 


t den »Hein wol trug. ^^^^| 




nam dea tages einen pfenning. ^^^^H 


Iget uns das buch vor war, 


einölt alsus diente wol ein jare 


3migte sich selber sere 


et Werkes allein mere 


eynich acht, die da waren da, 


«hdann mee gelts namen a». 


in geaellen gingen eMon, 


It er sins selb«« nit rergcoaen. 


lg tragen große stein, 


übt« er sich aUein. 


n gesellen gingen slaffen. 


lg er faßt mortel machen. 


aß er zu dem tag aUo 


inten brot und nit darru. 


r draak der junghcrrc ; 


h« spyse waa sin lipnare. 


r sin werk hat getan, 


e atcin ^og er liegen san 


Hk> I4W2 «a] ■>»' ^ 



428 

*i9w * und slieff alle die nacht alda. 

£e yemant erkante den tag vil na, 

so was er uff gestan 
16000 und hatt arbeit mee getan, 

ee die andern komen mochten, 

dann eynich zwen in dem tag worchten. 

Da was der meister gar fro, 

das er ime was kommen zu, 
16006 und fragt ine, wer er were, 

wie er hieß und wannen er kemme. 

Des enwolt Reinolt nit 

sagen, was ime darumb geschyt. 

Da gedachten sie ime einen namen, 
16010 der ime sin solt beqwem und ine all samen, 

und rieffen all : >By sant Johann, 

er sol heißen sant Peters werkmann.«;. 

Alsus bleib Reinolt der name, 

was es ime lieb oder beqweme, 
16016 er must ime bliben all sin leben, 

das ime got hatt geben. 

Die werklude hatten großen zom, 

das ine Reinolt arbeit so zu fom 

und er das werk allein det. 
16020 Die meister folgten ime met 

und schulten die knecht sere, 

sus lepten sie mit ungemach sere. 

Die knecht slugen einen rat, 

der ime was in daz ende quat, 
160*26 wie das sie ine mochten entlyben 

und selbs in iren eren bliben. 

Da sprach von den knechten ein: 

»Wir wollen legen einen großen stein 

oben hoch uff ein mure, 
16030 das sol ime werden al zu sure, 

als er wirt komen mit sime laste, 

• 

15007 mit A. 15008 548 A. 15026 229 a 15080 
Bure. 



Im •Otle 



429 



•otleo wir ine nider werffen faste, 
uff sinen hal£ sol er ime fallen, 
•r Bol zu rjasen vor uns allen. c 
Da sprach ein ander : »Man sol nit, 
Aee enwil ich nit, das daz gescliyt ; 
bessern rat han ich funden, 
den man thun aal in kurzen stunden. 
Wir sollen uns mertel laßen hier 
ligen uff solich sach schier, 
Abs wir sollen under iin» funffen kiesen, 
der ine thun sol sin lip Verliesen. 
Die funff sollen darumb wachen 
sn nacht, wann i;r sol ligen slafTen, 
■o sollen sie nenien uns mertel dar, 
damit sollen sie ine entl.vben vorwar, 
■e BoUen ine stecken in einen sack alda 
vnd vil stein mit, umb das er yü sa 
Dt grund möge sinken, 
■Is sie ine werffen in den Rine.« 
Da folgten sie des alle so 
des rate, der da was geben da. 
Wie lozel wisten sie, was .lie taden, 
die ine aus hatten verraten ! 
Da koren sie zu hant funff, 
die tne nabten ron dem lip. 
Uff difi selbe nacht dar na 
namen sie einen großen sack vil swar, 
im hatten sie gefult mit steinen, 
darina atackteo w,w ine all gemeja 
Und dmgoii ine mit großer pyn 
ttff das ober von dem Rin 
«od worffen ine in das waaser dar, 
das wifi was and clar, 
und auch wu im gar tieff, 
and floA harter, dann der Rin liaff, 
•U WM das wasaer snell. 

MM hau 1B089 Biart«iL IMHS nett«!. 




430 

Nu horent, wie 68 darnach gefiel! 

By der gnaden gots von dem paradiae 
iM>7o 80 mocht ine das wasser geiiyben in kein wias, 

man sach klein oder gro& 

Die sele füre in Abrahams .schofi, 

das han wir Urkunde, 

wann er starb one sunde. 
16076 Horent, was ich uch betnden nu, 

was Zeichens geschach do! 

Alle die nacht und den tag, 

(es ist nit lugen, das ich sag) 

die hystorie sagt uns ofPembare, 
16080 die da one tod sunden waren, 

die horten den sufiten sang, 

der ye in menschen ore klang, 

auch sach man alle nacht dar 

die klarheit, ob es tag were, 
16066 und die sonne scheyne clare, 

als ob es mittag were zware. 

Alsus lag Reinolt manngen tag. 

Nu horent, was da geschach 

und was got durch ine det, 
16090 durch sin tugent und sin gebettl 

In der stat was ein wyp, 

die ane sunde led iren lip, 

das saget uns die abenture vor war, 

witwe was sie drissig jare, 
16006 auch sagt man, sie hett verloren 

sehen und hören, 

auch was sie lam in iren glidem, 

in beinen und armen mede, 

so das sie in vieraehen jaren 
16100 nye enkonde so gebaren, 

man muste sie heben und trag^i, 

war sie solt in den tagen. 

Als die frauwe solt slaiBfen gan, 

* 

15075 549 A. 15081 geeang. 15082 oren. 15092 230 B> 



431 

p was sie dick mit ungetnach b«fan 

|Bd ducbt die fraweu vil giin, 

liB sie ZU dem Ririe solt gaa 

jBd das sie da fund einen aack, 

■ ein erslagen mann iirne lag, 

lern solt sie belffen da zu lando, 

pti Hü were sie gene«>en all zu haut. 

[Kü ducbt die frauwen all wegen, 

|mm nie slaffeca aolte pflegeu, 

K» kam es ir all w^en füre, 

10 hatt sie got darzu erkoren 

nber alle apt und prelateii, 

be in Colen sa&en. 

Die &au was rieb von groier habeu, 

tf das Wasser det sie »ick tragen 

Ed det sere ir gebeet 
got and siner muter met 
bnd zu dem hymmelschen trechtin, 
lu ir draume war must sin. 
bie frauwe blonde ir äugen off zu thun, 
fie vor waren zu, 
pb das sie in fnuffzeheii jaren 
feie tag gesach so claren. 
Ke sacb wjrt her und dar, 
,4ft sie des sockes wart gewar, 
Ue sach ine da und ir nam des fremde, 
das er flieüen kam in dem straume. 
})• er kam zu ir wart, 
ftoa irem bett sprang sie zur fort 
jfetid lieff mit ile in dem Kine 

ach: »Gebenedyet muü gut sjn. 
I enfulen kein ungemach.c 

liant ergreiff sie den sack 
nd zocb ine zu lande also. 
) glocken luten sich aelber do 
, die in Colen waren. 



»fcr. 16121 treoktoi. 



432 

16140 Die lute wonderten sich des, was das w&re, 

was den kirclien wer geschyt. 

Die glocken stilten sich nit 

lind laten nacht und tag 

durch Reinolt, der uff dem wasser lag. 
16146 Da kamen bischoff und pfaffen, 

monich, ept, prelaten ui^d knapen 

und brachten mit dem folk forten 

die procession u£ der pforten. 

Suß wolten sie den sack embinden, 
16160 sant Peters werkman da inn finden, 

da fragten sie offenbare, 

ob yemant wiste, wer er wäre, 

Sie rieffen all: »By sant Johan, 

es ist sant Peters mannte 
16166 Do gingen sie dem degen kune 

sinen grisen rock uß thun 

und sin bruch, er hatt nit mee 

kleyder an, dann dise zwey ; 

da bedeckten sie ine also san 
16160 mit eym pfeller wol getan, 

da sahen sie an siner bruch 

einen gurtel richlich gnug, 

des macht uns die hystorie kunt, 

man pryste ine vor funffhundert pfimt. 
16166 Ich sagen uch auch ein wäre ding, 

ein guldin sigel dar an hieng, 

das er also hett behalten, 

es wug wol hundert mark von golde. 

AIq sie da die zierheit sahen, 
16170 sere begunde es ine mißhagen, 

da nam der byschoff all zu haut 

Reinolt sigel in die haut, 

der herre begunde die buchstaben zu lesen, 

die er da an fant mit desen, 
16176 da antwort das sigel san: 

* 
15143 550 A. 15158 231 B. keyder A, 



483 

heiß Reinolt von Montelban.c 

er byschoff das verstont, 

ird betrübt synn und mut zustund 

prach : »Owe, jungherre wys, 

die frende von dem paradyse, 

ant ir verloren uwer leben? 

ich, wer uch den dotslag hett geben, 

)lt ine lieveren zu haut 

, dem konig von Franken lant.c 

3 von Dorpmunde haut di£ vernommen 

int zu Kolen kommen, 

yschoff baten sie durch gnade, 

r iue von Reinolt gebe 

?lyt oder ust von synem lichnam; 

ölten thun machen in sinem namen 

irche alle gemeyn 

lorter und von stein. 

äschofF antwort sonder beraden 

prach, das er es nit entäde, 

»It ine halten ganz alda 

eilen ine nummer anderswo. 

erren rausten da wider keren 

)rpniunde mit großen eren. 

)yschoff sprach zu sym gesind do 

ließ dar bringen einen karch so. 

int bracht man gezogen ine dar, 

ichnam legt man daruff all gar, 

ils sie umb die pfert waren, 

gunde der karch selbes zu faren 

liliF von einichem mann. 

)ysch()ff folgte ir nach iren gang 

er procession gemeyn, 

hett er sie thun keren, 

r künde sie nit gehalten in der stunde. 

ar A. zur stund. 15182 wischt. 15187 gnvid, 15206 
eD. 152()b 8ie] jn. 15209 de] jne. 

28 



434 

16210 Mit dem lichnam lieff der karch ssu Dorpmund^ 

und gieng uff die selbe stat stan, 

da die kirche wol getan 

gemachet ist in siner ere. 

Der bischoff det sinen widerkere, 
1621Ö er mußt den lichnam lafien dar, 

das macht ime sin herz swar. 

Nu machten die herren gemein 

beyde groß und dein 

ein kirche wol getan 
16220 in sant Reinolts ere sonder wan 

von morter und von steinen, 

diß det das folk gemeyne, 

da noch ein kirch steet in sinem namen. 

Got muß sie sin bequem und sinen heiligen. Awa 
16225 Der bischoff sol hotten fynden, 

zu band an Karle, den konig, senden 

imd embot ime offenbar, 

das Reinolt erslagen war 

und in dem Rine wer fanden. 
16230 Des swure der konig zu den selben stunden 

by siner königlichen kröne, 

er wolt in rechen schone 

und er wolt han den selben man, 

der Reinolt das leben nam, 
16236 oder sie solten alle tufe bekauffen, 

die er in Colen mocht belauffen. 

Nu bereyt Karle sin fart 

zu faren zu Kolen wart 

sonder einich langer sparen, 
16240 auch det er in sinem lande faren 

her und dar in allen steten do, 

das sie ime mit folgten so 

mit foUen wappen, mit follen taryne, 

er wolt rechen den nefen sin. 

15210 551 A. 15224 232 B. 15231 krönen. 15239 ** 
15243 tarynen. 15244 synen. 



436 

Isus hant sie sich uffgehalten do, 
r Kolen hant sie sich gelegert so 
1 gingen uff richten ire werk 
fen die mure zu werffen stark. 
- von bynnen slußen da fast 
pfort entgegen die gest 
l sazten sich zu were 
n dem konig und sinem here. 

^orffen innwert mit großen steinen, 

^wart schössen sie mit quadrelen. 
^ hielten sie den stryt aldar 
f tag, das ist war. 
^ taden sie den konig fragen, 
^ er ime heischen wer, das soll er sagen. 
^ sprach der konig wolgetan : 
Eteinolt, mynen nefen von Montelban, 
ir ist in dieser stat erslagen, 
y got, er sol gerochen werden, der d^en.c 
Is der bjschoff das hat vernommen, 
arunib das der konig was kommen, 
i det er die pforten uffslie&en san 
nd ließ den konig darinn gan 
nd alle die baronen. 
a ime sprach der konig kune 
nd fragt ine, wer sie weren und daz daten, 
ie sjnen nefen hetten verraten, 
nd wer so wer ein mann, 
er ime den todslag det an. 
By got, herre konig, es was miüdan, 
Iso antwort der Inschoff san, 
as ir mich bestonden mit wige, 
lit stürme und mit krieg, 
ch sagen es uch offenbar, 
wer nefe dient alhie steinmezen vorwar, 
ie wist niemant, wer er was, 

4G fto fehlt 15247 riechten. 15248 der niuren. 15256 wäre. 
52 A. 15278 vor wäre. 

28* 



436 

15280 bis das ich sin ingesigel laß. 

Da embott ich uch, konig, 

by eym boten diese ding.c 

Do sprach der konig offembar: 

»Nu thunt uns fahen die morder, 
15285 die stein hauwer alle gemeyn 

beide groß und klein. 

Das sagen ich uch all sonder wan, 

die morder sollen hangen san.c 

Da sprach der bischoff: »By karitaten, 
15290 herre konig, ich ensol das nit laßen, c 

Da hieß der byschoflF vil san, 

das man alle die knecht solte fan 

und auch die meister alle, 

der da vil was by zall. 
16296 WasP^er gebot, das was getan, 

gering waren sie alle gefan 

und gelievert dem konig. 

Da waren versunet alle diese ding. 

Sus det er sie fast binden, 
16300 zur galgen sol er sie senden 

nnd fragte sie offenbare, 

ob sie bekenten des mordes dar. 

Sie wolten es laßen nit 

und sagten, wie es wer geschyt. 
16306 Da det sie der konig alle erd renken, 

mit großen steinen in das wasser senken, 

suß det er sie toden all zu male, 

knecht und meister also wale. 

Do wolt der konig keren 
16310 und sehen Reinolt, den herren. 

Der bischoff det ime offenbare, 

wie das Reynolt hett gefaren 

uff eynem karch sonder pfert 

allein zu Dorpmunde wert. 



15290 233 B ich sol. 15300 zum. 15307 znmal. 
wol. 



437 



r konig wolt nit lenger verziehen, 
Dorpmunde wolt er ryden, 
so lang für er, das er vemam, 
ds^ er zu sani Rejnolts kirch kam. 
Ock fant er sie betrübt alle, 

wanden verraden sin zu male, 
Karle, der degen kun imd frome, 
^m1) einen lichnam was dar kommen, 
^^nd worden verfert gar sere. 
1)& sprach Karle, der landes herre: 
"* ^Lieben herren, durch myn bette 
i ^s^nt mich sehen sant Reinolt, mynen nefen.c 
I Sie sprachen : »Edeier konig von Parys, 
■ We zu sint ir uns zu wise, 
I woUent ir uns nemen unsem herren eyn, 
^ der her gefaren kam allein, 
got solt es uch verwifsen snell 
in sinem hymmelrich wel.c 
Da sprach Karle, der kune diet: 
>By got, ich nemmen es uch nit.€ 
m »Herre, wir wollen es gleuben uch 
ond wollen ine uch gern zeugen nu.c 
Da gingen die herren also san 
zu dem faß, da sant Reinolt was in getan. 
Als sie das fa& uff solten thun, 
M das was Reinolt hin weg gefluhen. 
Als die herren das vemamen, 
sie slugen all ir hende zu samen 
und drieben also groü missebar. 
Da must der konig keren von dar 
» und wider umb faren in sin laut. 
Da konig Karle Reinolts nit enfant, 
da betrübt er sich sere, 
der große landes herre, 
er für wider heym in sin rieh 



15315 koiag A. 15318 kan A. 15340 geBohen. 15341 
A. 



488 

16360 und diente got mit ganzem flyäe 

also lang, biß das er starbe 

und gotes hulde erwarbe. 

Das wir die all gewynnen, 

wann wir sollen faren von hynnen, 
i.'856 das unser seien komen alda, 

dar man singet in excelsis gloria, 

das ist in der engel schar, 

das helif uns Maria, die da gebar 

Jhesum, das yil liebe kint, 
16360 dar zu die heiligen, die in den hymmeln sint! 

So helff uns auch der degen holt, 

der gut sant Beinolt, 

sant Reinolt von Montelban, 

das wir der hellen mußen engan, 
163C6 das beschech uns alle samen 

in gotes namen! Amen. 

Sprechent ein pater noster hier 

sant Beinolt, dem hohen man, vU schier, 

das er vor uns byte 
16370 das kynt, das da lag in der krypp, 

wann wir von hynnen faren, 

das uns das kint wolle bewaren 

vor der bittern hellen glut 

und vor dem ewigen dot. 
16376 Reynolt für wider all zu haut, 

das sy uch allen wol bekant, 

mit sinen brudern in die hagedocht. 

Ich sagen uch auch, wer des geröcht, 

das er den herren wolte sehen, 
15380 zu Napels mocht es im beschehen. 
Nu horent, ir lute jung und alt! 

all hie endet das buch von Reinalt. 

Der dise rymen macht zu foren, 

mit got muß er sin erkoren. 

* 

15356 234 B. 15360 dar] daz A. dem hymel. 1536 
samen. 



439 

ie diß buch lesen oder schriben, 
sen alle mit got bliben, 
ine got, unser vader! 
echenb Amen alle gader! 



er diesem ?er8e steht Amen mit roter färbe geschrieben 
i .1.4.8.0. B. 



440 



INHALT DES GEDICHTS. 

An einem pfingsttage hielt könig Karl in großer h 
hof zu Paris. Da war auch Heyme, der kühne, Eymerich vcäNi 
bone und dessen schwestersohn Eng von Dordone. Hag trat nr 
den könig nnd bat seinen beiden Ohmen für ihre treuen dienstti*- 
rechten lohn zu teil iiv'erden zu lassen. Karl schlug das ab. Ol 
sprach Hug zornig : Nun ists für immer aus mit euerm prell 
rühm. Karl aber hieb ihm das haupt ab 94. Da waffiieten 
Heyme und Eymerich und auch der könig dagegen mit fi 
Und es ward eine blutige schlacht, doch Heyme mosste 
und, von Karl verbannt, das land räumen 169. Er hielt sich 
800 der seinen tagsüber in wilden wäldem, brach nachts henv 
und beraubte und verbrannte kirchen und klöster. Dabei half iki 
herr Malegys 196. Da ward den genossen von Frankreich aick 
mehr denn 16 jahi^en kampfs zuviel und sie bestimmten Karl ta 
Heyme sühne für den toten neffen zu bieten. Neun mal wollte or 
Hug mit gold aufwiegen, seine Schwester Aye dem Heyme m 
weihe geben und dazu all sein gut als freies eigen 228. Die rätai 
kam zu stand. Zu Senlis erbat sich Karl wollen und barftiß H0f 
mes Verzeihung. Aye , die Jungfrau , ward Heymen angetraut u* 
das gold für Hugs tod bezahlt. Heyme aber gedachte : Wäre du 
gold auch noch so gut , dennoch soll noch mit mannesblut mdi 
neffe bezahlt werden 300. Da bat Heyme den kaiser in gnadet 
bei ihm zu bleiben , aber Karl schlug das ab. Erzürnt zog a» 
Heyme nach Pierlepont und Karl kehrte heim nach Paris. H^ 
sprach, er wolle 40 tage und ntlcbt« hof halten und, wo er de» 
kaisers verwandte antreffe, wolle er sie schädigen. Darfiber ward 
iVau Aye bleich und traurig und wünschte 1000 meilen davon xv 



W 441 ■ 

■i Da sie au bell« geliu wdllti'u, schwor Heyuie, er wuUa 
■rii vrwandte tÄton, wo er eie ^lndl^ Aye wilre lieher tut ge- 
Bka. Iq dieBer naclit aber gewann sie oin kind von ihm. Daa 
■liehlt« sie Heymen und gebar es insgeheim in einem kloster. Sie 
k6 <H lanfen and Ritzart ncoDen und in der etille anfzielin 378. 
Bch vor ihrem kirchgang kam Hoyme vom Rheine znrück nnd 
•wann in die»er nacbt wieder ein kind von ihr. Uit dem tbat 
• «ie mit Ritzart nnd ließ ei Fritznrt nennen. Das dritte kind 
'm& Adelhart. Hoyme war 7 jatire lang im krieg gewesen nnd 
MD mit 7 wnnden heim. Da gewann er noch gebundneu heims 
M Tieft* kind, Reinolt 409. Des kaisers Bohn Lndwig war gerade 
ialt, doch nm einen fnß kleiner im alter von 15 jähren, 
f Wieder hielt Karl an plingEten hof. Da sprach er: Ich bin 
I will land nnd kröne meinem eobne Lndwig geben. Dem 
iprach der erzbist-liof Talpin, denn der hof sei nicht vollkom- 
Irr Wste fehle. Ja, sprach Knrl , das ist Heyme. Ergriffe 
js geachleclits , den wollte Ich töten. Wo fände ich 
IbobMi an Heyme V Tulpin sdilng vor den grafen Bnlant, Wil- 
jsoD Urj'ngen, Bertram nnd Bemhart abzusenden. Karl hieß 
rieh bereiten 491. Singend zogen die vier, Ölzweige in der 
1 wegi nach Pierlepont. Frau Aye sah sie vom fanster 
men, erkannti> sie mit sorgen, sandte ihnen vier hauptbin- 
1 ließ sii- in dm saal flihrcn 662. Unierdessen kam Heyme 
) gewaSiieten. Kein mann darfte vor ihm reden. Als die 
P in den Baal kamen nnd Ucymen grUbten, sah er sie nlebl an. 
phk da Kolant ihn in di-s kuJKera namen aufforderte Lndwig kd 
MBca, antwortete er nicht. Hätte er lUe vier geisaudt«n mit ehren 
l^pdfen können, so wltrcn sie nicht lebend davon gekommen. AU 
njoe auf eine emente anrede Rolants wieder schwieg, reicht« 
PH Aye Kolant eine goldne »chale mit wein nnd hieS sie alle 
■flUtomnen 616. Sie batHeymen zn reden: dass er schwelg«, g«- 
Rfche ihm selbst zur schände. Da schlug Heyme die frau, dass 
■>■ Uat bU auf ihre falle Homi. Die vier ritler üUmten, daas sie 
'^t wjüTcn waren und hoben Aye aiif. Diese aber wasch alch 
4k« nin, ging zu Heymon, küsst« ihn und bul Um zu reden. Da 
IVieh Heyme: Waii soll ich sagenV Ich bin ilur nnsetigstc mi 
Verdea, denn ich habe In dm 30 jähren unsrer ehe kein kind ' 
^MUMi. Nun wird all mein Und m«inem todfeinde werden. Iba i 



442 

BoU ich nnn krönen, und ich hasse ihn mehr, denn sdnen yat«. 
Da sprach die gräiin: Hättet üir kinder, wollet ir sie töten? Du 
verschwor Heyme und schwor seinen kindem firiede. Aye spnÄ: 
So geht mit mir , ihr sollt sie sehen 695. Nnn hieß Heyn» fii 
gesandten willkommen , ging und sah und schlng seine Bohne M 
rittern. Bei Reinolt mnsste er auf eine bank steigen, nm Dmarf 
den hals schlagen zu können. Heyme schenkte dem Beinolt Piff- 
lepont, Montagut und Falkenstein 754. Nun brachte man vier roff^ 
das größte für Reinolt. Aber Reinolt schlng ihm zwischen ii 
obren, dass es fiel und nicht mehr aufstand. Auch das zweite wi 
dritte fiel unter seiner band. Heyme sah nie einen liebem ti^; 
Er sprach : Sohn, ich weiß ein ross, das heißt Beyart, das hat dii 
kraft von neun rossen, niemand wagt ihm zu iiahn, ein drouM^ 
darius war seinvater, und es ist sehr schnell 801. Da sprach U 
nolt: Das ist ein ross für mich. Heyme riet ihm sich zu wate 
Sie gingen nach dem rosse, und man schloss die türe hinter BeiiiK 
zu. Da schlng das ross Reinolt mit dem fuße nieder, so da» 4* 
glaubte, er sei tot Aber Heyme sprach: Ist Reinolt mein icH 
so wird er davon kommen 846. Reinolt schämte sich seinea th 
gens und wollte Beyart niederschlagen. Aber Beyart warf iha!> 
sich in die krippe. Hette Reinolt schandenhalber gekonnt, er 
wohl von Beyart abgelassen. Nach langem kämpfe gelang es iki| 
Beyart das gebiss anzulegen und aufzuspringen. Da floh jung ol ] 
alt. Reinolt tummelte das ross, stieg dann ab und trockne ff 
mit seinem gewande. Das ross stand vor ihm und bebte, lfl|to 
die fuße zusammen und neigte sich vor Reinolt 835. Reinolt g^ 
wohnte es, dass jedermann dabei gehen konnte. Es war weiß hii- 
ten an den hufen , schwarz wie ein rabe und hatte ein hanpt fh 
ein leopard. 

Heyme und seine vier kinder rüsteten sich zur fahrt Ead 
sandte ihnen boten entgegen, dass sie sich entwappnen soUten, flrf 
zog selbst aus, worüber Ludwig zürnte. Karl begrüßte Heyiaffi 
aber Ludwig gab ihm keinen grüß 941. Damals zuerst seit 32 jäh- 
ren sah Karl Heymen ohne waffen. Rolant bat alle, anch Ludwig 
Heymeu zu giüßen, aber Ludwig verweigerte das. Da fragte jedeF 
mann, ob Reinolt Heymes söhn sei; er und sein ross seien ohne 
gleichen. Das Mrgerte Jjudwig sehr, denn er war der schönste »*<* 
Reinolt , und er sprach : Ich hörte nie , dass Heyme kinder hahe. 



443 

hat ste filr geld geliehen. K-irl verwies Jlim das 972. Ludwig 
■cb: Ich werde prilfon, ob Reinolt von meinem gesclilecliU) ist. 
gr&ßte RfliDoIt nnd bat ihn nm sein prerd. Reinolt antwortute: 
Im leb es jemand, so sollte es ener »uin ; aber icli kann es nicht 
■Ibdiren. Daran) schniilhte ihn Lndwig. Bei tafel verbot Ludwig 
kindern Heyines essen zu bringen. Reinolt ging selbst nach 
D und trat den ItDch, der ihn hindern wollte, zu tode. Uer 
er vemuhm das nnd lulite Keinoltn tliat. Nnn erhielt Reinolt 
lyJiL! genug 1057. Der tmnhseits aber Hchmühte ReJuoU tind scliliig 
ihm. Da erschlag dieser anch ihn. Wieder gebot Karl, Rei- 
io frieden m lassen. Als dann Lndwig Ueymes tiudern nicht 
ktteo ließ, schaffte Reinolt mit gewalt ihnen betten 1113. Bei der 
ftrtnong geleiteten die vier brUder in hoRIrotem den jungen könig 
' kirche, wo Tulpin meHse sang, Nrtcli dem dienst opferte Lud- 
eineii bysant, Reinolt aber gab ihrer zwei Da opfert« Lnd- 
nocfa zwei, Reinolt aber noch vi*r zn Heymrs frende 1194. 
auf besondres gebet Karls brachten 4 engel in lanbengtstalt 
IbM fdr Ludwig. Nnn wx^rd Ludwig gekrUnt. Zur krona 
erhielt er einen sack tind L-in nacktes schwert. Beim krö- 
M dienten die vier brttder nach ihrer pflicht. Nach dem 
ging Karl schlafen, Ludwig aber begab sich in den.banm- 
irad begabt« alle, anßer Ileymes söhnen 12Ö6. Heyme ver- 
dös und klagte es dem kaiser. Dieser beacfaenkt« sie reicli 
\A nnd schätz. Ludwig wollte das nicht xagoben nnd ver- 
von ihnen eine kraftprobe mit einem steine, indem er sich 
stärkste zu sein. Er warf den stein zwiiif ftib weil 
weher als alle, auUer Ileymes kindern, nnd schmähte lleymen, 
die IrUnen über den granen hart rannen 140&. Ueyme 
in R«inolt zu werfen; doch Reinolt widerriet, Emllicli gab 
nnd folgt« ihm tn dem übermiltigen Lndwig. Kuin»lt 
stflin einen fnti welter ala Lndwig nnd behielt, trotz aller 
des kiintg«, dtn «leg, ao dass Ihn jedermann rtlhmte 
Lndwig ii|iradi: Schon, daKS ihr einen burensohn preiitl! 
T wirft wühl welter als ein edulmann. Oavelon, Hardrich 
die Verräter, rtet«n nnn Lndwig fruaudlich zu Ihun 
uhachiplel, die probe deaf<delmanns, anzubiet^'D; wer fSuf 
«faw«, der solle ileni andern das haupt abscldagen. Lud- 
AMhart and warf dlewm vor, er habe aldi vunnnuwa 



444 

mit ihm schach zu spielen. Die drei Verräter bestätigten das 1601 
Um das teure pfand wollte Adelhart nicht spielen, masste aber doA 
daran. Ludwig gewann drei spiele und drohte Adelhart mit im 
tode. Aber Adelhart gewann den sieg und sprach: Edler kMg, 
spielt nie mehr um so teures pfand. Der euch diesen rat gab, te 
gäbe um uns beide kein stäubchen. Darüber erzürnt schlug te 
könig Adelhart mit dem Schachbrett blutig 1694. Das blnt «ik 
Reinolt und drängte Adelhart, den ganzen hergang zu erzählen 1840. 
Reinolt sprach : Wir haben kein eigen gut, sollten wir eüi so teur 
pfand, eines königs haupt, lassen? Er hieß Heymen sich rfista 
und die rosse aufs feld leiten. Adelhart gebot er Beyart zu nt- 
teln und sprach: Nun hätten wir vier Beyarde nötig, denn ich werde 
Ludwigs haupt holen 1870. Eeinolt und Adelhart gingen, du 
Schwert in der band, in den saal, wo Ludwig leben austeilte. Bo- 
nolt grüßte den kaiser und alle außer Ludwig , ergriff Ludwig 
sclilug ihm das haupt ab, gab es Adelhart und sprach : Ludwig hat 
dich 'nun ehrlich bezahlt. Da Adelhart das haupt nicht an die warf 
schleudern wollte, nahm es Reinolt und warf es hin, dass him ml 
blut des kaisers angesicht besudelten 1913. Zornig sprang Efll 
auf und rief zur räche. Da mussten Reinolt und Adelhart wdeta 
und kamen zu Heymen und den seinen. Reinolt mahnte zur flivAt, 
doch Heyme wollte nicht fliehn 1963. Als der kämpf beguo, 
stach Reinolt kaiser Karl nieder. Heyme und seine kinder focht« 
so lang, bis alle ihre leute erschlagen waren. Heymes ross ward 
erstochen , auch die seiner drei ältesten söhne. Da nahm Reinolt 
die briider auf Beyart und entkam mit ihnen. Heyme focht, da« 
er im blute stand, mnsste sich aber gefangen geben 2065. Eid 
verbannte nun seine söhne, ließ frau Aye holen und wollte Hey- 
men das haupt abschlagen lassen ; aber Tulpin widersetzte sich mit 
Rolant und Folk. Der kaiser bestand darauf, Heymen zu hängen 
und Aye zu verbrennen. Da aber Rolant und Dunamels dagegen 
sprachen, ließ er ihn leben; doch mußte er schwören, seine kinder 
auszuliefern 2140. 

Die vier brüder kamen nach Pierlepont und erzählten dort das 
geschehne. Sie luden ein saumtier mit gold und wurden rata n 
Safforet, dem könig von Spangien, zu ziehn 2200. Safforet en- 
pfieng sie wohl, nahm ihren schätz in seine hut und versprach ihnen 
guts genug. Sie dienten ihm fast drei jähre, ohne dass er ihnen 



445 

I gab. Da forderte Reinolt iliren euhat^. AU mau iliuen den 
npncli, aber doch vorenthielt, sprach Reinolt: üiht er den schätz 
idit her. so thae ich ihm wie Lndwig 2277. Trotz Adelh&rU 
rede lieb Reinolt vom köuig kleider oder den schätz verlangen, 
bret ließ den boten misshandeln. Da hieß Reinolt Kizhart nii4 
dtia roM Beynrt rüsten and Adelhurt mit ihm gehn 2383. 
Beldf traten vor den könig, der iliren srmß nicht erwidert«. Hei- 
mix *fnch : Wir haben drei jähre lung tag nnd naclit für ench 
fWritlen, nnd ihr habt nns noch keinen sporn an den fnfi gegeben. 
Wall Ir nns nicht kleiden , no gebt nne unsem schätz , so wollen 
*ir eneni hof räonen. Safforet weigert« beide^ nnd verwies ihnen 
Itdwlg« «rniordang 2429. Da »ching ihm Reinolt das haupt üb 
^gkb es Adelhart. Alle vier saßen sie auf Beyart. Reinolt 
Ihjyut, nnn hilf mir ! Würde ein ross wein trinken , so 
t da dessen genng haben. Nach heißem kämpf darchbraclien 
I Bchaar der beiden. Von sclüld und heim hatten sie nicht 
jritten teil behalten 2h\l. Anf Klzharts rat zogen sie zu kC- 
Vve an der Dardone, dessen grJiüter feiad Safforet gewesen 
[ Als sie Yves bnrg salicii, stuckten sie Saffurets haupt unf 
Yve und die seinen wunderten sich über die vier 
isA£. Sie knieten vor ihm und bot«u ihm dos hanpt 
I bieß sie wUlkomuen und empfing sie, wie wenn er ihr vat«r 
Mwaui wänt ih^ä. in sechs wochen waren sie wieder von ihren 
Wdcn geheilt und kllmirften nun für Yve gegen Safforets rt'Jcli. 
^y* begabt« sin. So waren sia da sielwn jähre 21n14. 

rnterdessen vernahm Karl iliren aafeuthall nnd entbot Yven, 
M mSrder Ludwigs ihm zu senden. L>er könig ward traurig nnd 
llit rat Ober die sacbe. Ünt«l von Rippemont riet Eleymes kiuder 
Aber Hug Aveniois und andere widerrieten das. 
. aber trat lur Ancelina rat ein. Da ließ Vsoreyi die 
VUtf ihres wrga zieitn zu lasaen 27&ti. Avemals sprach: An- 
■cUa nnd Lambert künn<?n keinen guten rat geben. Wollt ihr 
te hab^n, so gebt eure tijcht«r Clarndys dem Ueinolt nnd dazn 
ka fels an der Ueronde darauf ein iclUoas zu bauen. Das geStil 
Vts. Er t^rfilTnet« Reinolt Karla botschaft. KeiDolt bat nm die 
kUpp« fttr rine biirg und getraute sich Karl zu widurstohn 'i^'i'i. 
'»tt rit« stimmten dafür und Yüoreyt riet noch. Ihm <'larady< 
Im u geben. Als Lunibert widersprach , «rgrlff ihn Avemaia 




446 



beim haar und schlug ihm den hals entzwei. Yve sagte BeiDob 
seine tochter, schätz and fels zn. Die hochzeit ward gefeiert. M- 
nolt dang arbeiter und baute ein kastell. Dann sicherte er alki, 
die kommen wollten , hofstatt und unterhalt zu und stiftete wä 
denen, die da kamen, eine Stadt am flnsse 2923. Als Yve die bnf 
sah , fragte er nach ihrem namen. Reinolt antwortete , wdl dl 
auf einem marmorberge stehe, solle sie Montelban heißen. DiflM 
namen lobte Yve 2937. 

Kurz darnach ritt Karl mit Eolant nach Sant Jacob. Da wk 
er das kastell von Montelban und fragte, wer es erbaut habe, nl 
sandte Bolant aaf kundschaft. Bolant erhielt von einem acto- 
mann die auskunft, dass Eeinolt der erbauer des Schlosses sei 2978. 
Als der kaiser das erfuhr, sandte er zornig Yven üble botschaft» 
kehrte heim, versammelte die seinen und zog zur belagenmgm 
Montelban sengend und brennend in Beinolts land. Reinolt Mit 
sich zur wehr und kämpfte gegen ihn ein ganzes jähr lang, diH 
zog Karl mit schwerem Verlust ab 3015. 

Reinolt verging vor Sehnsucht nach seiner mutter, die erd>- 
ben jähre nicht gesehn. Adelhart riet zu fuß in den waldü 
gehn und dort von pilgern schlechte kleider einzutauschen. 8l 
wurden vier pilger gewahr. Reinolt fragte, ob sie die kleideririk 
ilmen tauschen wollten. Einer der pilger sprach: Reinolt, habt ihr 
schon lang in diesem wald als räuber gelegen ? und verspradi m 
Karl zu klagen. Darüber erzürnt, wollte ihn Reinolt erschlagdi 
ließ ihn aber auf bitten der andern pilger gehn. Nun tausdit« 
sie die kleider. Adelhart sprach: Wie wohl steht uns dies nrte 
gewand! 3102. Sie zogen nach Dardone und baten dort als hiif- 
rige pilger um einlass. Der pförtner wollte sie nicht einlatt»! 
weil böse zeitung gekommen sei, dass die vier Junker ge£uigtf 
wären. Zu Reinolt sprach er: Wäre euer hart nicht so lang} i*{ 
würde ich sagen, ihr wäret Reinolt. Reinolt bat sie um der jfiaf 
linge willen einzulassen. Da that es der pförtner gem. Im grt^ 
ten saal sahen sie ihre mutter. Reinolt grüßte sie und bat ^ 
essen 3176. Aye ließ den tisch bereiten mit brod, wein und wiM* 
schweinbraten , and diente ihnen selbst. Sie ließ den besten dtci 
wein bringen , füllte eine schale und gab sie Reinolt. Der tnnk 
sie aaf den grund aus und fragte nach mehr. Die herrin wunderte 
sich und bradite mehr. Reinolt sprach: Tränk ich noch eisin4 



447 

leb ffirehute Earl keine bnhne ^23U. Ailcllmrt xilrtite darüber nnd 
£ den tranknen znr Bsite, der nnn sclilafcn gelin mn»;!«. Die 
rta aber kttsste Keinolt , dasa er aun Dane nnd mnnd blatet«. 
I nh ein Hpliher nnd hieß Keinolt dem kenig Karl senden am 
ü «id« willen, sonat. wolle er et meldeu. Du sie sich weigert«, 
er KD Heymen. HejTiie erzürnt« ob iei bolscEiaft nnd sclilngr 
I v«rr*tpr den hals emtewei 3294, Heyme waffiiete die seinen 
zog nach Hordonc Adelhart sab sie kommen nnd «prach xo 
ler matter: Nnn seid ihr nnser zuverlaäs. Sie riet Heinolt in 
1 tteineme kammer sn tragen nnd sich tn wehren. So wehrten 
ildi vor der kammer einen tag und eine nacht. Als der andre 
||| kam, erwachte Keinolt, hörte den ech werterklang nnd lief wie 
^~~if mit dem schwert« hinzu. Nnn schlug er mann übtr mann 
3374. Heyme sprach . Meine kinder tileiben nngernngen, lasst 
ISehen! Keinolt verTidgte iiin mit dem Bc.liwert«> Florsherg in 
md, erreichte ihn nnd würde ohne Adelharts mahnung ihn 
in haben. Er band Heymen , echnitt Ihm band , naae nnd 
Hb , legte ihn auf ein jjfenl und sandte Ihn als geachenk an 
I>ie bttrgtir in l'aris fragten den Ijoten, oh es der Umfid sei, 
la In •dimerzen nnf dem sannitier liege. Karl empfing Hey- 
eH\ihr den hergang, waflhete die eeincn nnd belagerte Keinolt. 
r «ntfloh auf »einer mntter rat aas einer hintertUr S47lj. Die 
ir, die ihn »ehr liebten, beJdsgten seitr »eine flacht. AnfAycs 
lUta die drei briider den künig barfuU nm gnade. Karl ticii 
Uigni und hinden. Aye bat anutonst fGr »ir, er w<dlt4^ nui-h 
llt fnngt^n und *tf dann nlte vier zn llonfnncon hllngen. ßei- 
kun nach Monlolban nnd ritt auf Beyart nach Uunfancon. 
nveffs fand er einen boten, der einen Ungen eisenbeachlognen 
tng. Rr hieß Kart von Napeht nnd war Aye» diejistmann 
, Btdoolt trug ihm auf Karl xa melden, er bitt« ilui, »dn« 
W MB Mfaoiien , er wolle einen goldnen mann , ho gniB wie 
rig, all Bühne geben, anrJi eine kirebe ntiflen nnd Qbernll (tlr 
Mga aoHe b«t«n laaseo. Anch Hontelban nnd Ueyart wolle er 
fiban and mit seinen brUdern auf sieben jähre Qbor seo fab- 
H14. Wolle Kart das alles nicht, »o werde er rauben und 
HO nnd Karl thnn wie Ludwig. Kr wisse, dau Karl nacbta 
t Beltr bHlte, da wolle er ihn ersl<«ben, Mit grütien un »eine 
nnd der bitte, das» sie nidit der hinrirJititng wlner 



448 

Brüder anwohnen möchten , entließ Reinolt den boten. Eart kia 
zu Karl und bat am bürgen für seine Sicherheit 3748, schlug iUmi 
alle ab außer Karl selbst 3802. Kart wiederholte nun Reinoto 
anftrag 3958. Karl drohte jeden zn hängen, der Beinolt 
werde. Darüber zürnte der böte , nahm seinen stab und trat 
Rolant und fragte ihn, ob Reinolt und seine brüder nicht a€iM 
verwandte seien. Als Rolant bejahte, sprach der böte: Hättet ik; 
anders gesprochen, so hätte ich euch geschlagen. Rolant 
des boten treue 3986. Auch die andern bekannten sich als Bri» 
nolts verwandte. Karl sprach : Der teufel hat diesen boten hff- 
gebracht, und fragte, wann er Reinolt gesehen habe. Ein ywmiä 
diesen boten zum verrat zu verleiten misslang. Kart verspnd^ 
wäre er dabei, wenn Reinolt sollte gefangen werden, so wollaer 
Karl in die zahne schlagen, dass er ihn nimmer fangen solle. SjmI 
war darum nicht böse. Und so nahm der böte abschied 4040. 

Reinolt wähnte den boten schon mit seinen brüdem gehanpi 
und schlief vor großer trauer ein. Beyart lief auf die weide 
ward dort von 22 knechten gefangen, die ihn dem könig bradttBb 
Karl war froh darum 4112 und schenkte das ross Rolant, derll 
stillen wünschte, Reinolt habe es behalten, und den knechten 
drohte. Er riet , den knechten das ross 40 tage auf bfirpohit 
ihres haupts zn halten zn geben. Eine Jungfrau bat Rolant eiM 
tag zu bestimmen, an welchem er Beyart reiten wolle. Rolant b^ 
schied sie auf sonntag 4217. 

Als Reinolt erwachte, war er über Beyarts Verlust sehr tranril 
und w ünschte sich den tod ; gott habe den könig zu lieb, als das 
man ihm schaden könne, wie die geschichte mit Elegast gesd^ 
habe. Indessen Reinolt so klagte , kam Malegys in gestalt dBM 
mannes von 200 jähren aus dem hag und grüßte Reinolt 4SSI 
Er bat Reinolt um eine gäbe und erhielt dessen goldne spoim 
Dann forderte er melir. Reinolt zürnte darum, gab aber noch fxt 
nen scharlachmantel. Als Malegys noch mehr forderte, ging ÜA 
Reinolt mit schwertschlägen an. Darch seine Zauberkunst madite 
sich Malegys wieder jung 4447. Als Reinolt wieder nach 00 
schlug, gab er sich zu erkennen. Er gab Reinolt ein pilgergewai' 
und einen hut mit zinnernen zeichen nach pilgerweise und machte 
Reinolt durch zaubere! alt und schwach. So gingen sie beide nacä 
Paris 4525, wenn mau sie nicht sah, waren sie wie 32 jähre alt» 



■ 449 

■tot den lenten alt und eiecli. Vor ilem walde salien sie vier 
^Bb, bej denen wollte M^ilegys beichten. Die müache wiesen 
^B die welt^iattichen. Bfalegys belog sie, Reinolt liabe ihm 
^^mommeti außer vier bysant«n, die wolle er fSr die beichte 
Bfes. Da Hiirachen die mönclie lateinisch, sie wollten die gold- 
Idie in wein vertrinken 4599. Einer von ihnen bot sich nnn zum 
hMiSren an. Hategya erfahr von ihm, dasa Rolant am eonntag 
Iptrt reiten und Karl dann seiner Schwester kinder hängen wolle, 
b am der mi^nch anf Malegys gebot niederkniete , nm fiir ihn 
I betea. »ehlng Ualegys ihn mit einem eisen tot. So geschah anch 
B udem. Das schien ßeinolt übel gcthan. Hnlegys nahm der 
hKbe kbidw nnd jjferde. brachl« sie in ein kloster vor Paris 
ti erzShlle, Reinolt habe im wald die möncho getQtet und sende 

■ das als geschenk. Der abt wollte erat diese gäbe nicht neh- 
m ud achmlUit« Reinolt, (loch als Halegys mit Beinolta zom 

, nahm er sie erschrocken an 4765. Malegys nnd Reinolt 
Bach Parys. Am sonntng setzten sich beide aof ein bündel 
i den weg. Ualegys halte eine schale von gold mitgebracht, 
^m er eines zanbertrank, der die sinne verwirrte tmd ein- 
Kr gab Heinolt zn dessen verwnndemng die Sporen 
nnd lehrte ihn , er solle aof Beyart gesetzt werden nnd 
1 herabfallen, dann zom dritten male solle er sich fest bal- 
'&. Nun kamen die herm nach tisch ans dem saale. Die 
ncn stritten, wer der schlinstc sei. Die schunst« von ihnen 
I Keinolt vor allen nnd die andern stimmten ihr bei Dar- 
ichte Iteinolt 4971. Nnn kam Karl mit Kolant nnd die 23 
I mit Beyart. Karl sah die pilg«r nnd die goldscliole. Er 
danach tngm. Ileyart erkannte Reinolt Uale^ys erzUblt«, 
ale habe er dnrch 2(iO jalire Kusaroraengebetlelt, sie sei Crt- 
ttaaft, der licrr hahi* am grünen d'>nnerstag daraas »eine 
I gcapeist. Wer ans der schale eine snppe nehme, werde von 
n 5059. Beyart kniete vor Keinolt, da erkannte Karl in 
1 zwei eagel. Uale^s sching Beyart, da dieser fast 
'fB wB eit tot g«tret«n habe. Karl bat am eine snppe. Male- 
t, fln erst den kSnig von Frankenland ra weisen. I)«r kS- 
t ridi sn erkennen. Malegys sprach , eine weise fran habe 
ngt, wenn «ein geselle, dervierslg tage blind sei, anfBey- 
tm iBiue, so werde er gmtnnd 5171. Karl sagte das n. 
H 29 



450 

Ualegys meinte nun, die knechte hätten «gerade so viel za verlkn 
wie Karl , er möge sie vorher eine snppe nehmen lassen. Als ä 
knechte das brod genommen hatten, wnrden sie sinnlos, schüdii 
ein und ließen Beyart stehen, welchen nnn Bolant hielt. Es wft 
ihm lieber gewesen, hätte Eeinolt das ross gehabt 5243. AlsE^ 
von dem gifttrank nahm, fürchtete er vom pferd zn fallen, alf 
gott half ihm. Nun setzte Rolant den blinden pilger auf Bepi 
Zweimal üel Reinolt herab, das dritte mal saß er fest; da wail 
die knechte um ihren lohn 5300. Reinolt sprach : Dürfte ick, iri 
ritte wohl allein. Über dies mirakel ließ Karl die glocken lUm 
Malegys machte Reinolt wieder jung. Reinolt entfloh auf 
Da Beyart verschwunden war, klagten die knechte sehr. Mi 
stellte sich verzweifelt, sein geselle werde nnn hals nnd ri[ 
brechen. Karl rief die 12 genossen zn hülfe. Als Beinolt 
verfolgt sah, hielt er an und fragte, ob man ihm in gater oder 
absieht folge. Die genossen erkannten ihn nnn 5416. 
fragte, wer der andre pilger sei. Reinolt erklärte, dass es 
gys sei und bat, dem zauberer nicht zn schaden. Da kam Fi 
von Melyon schildknecht und wollte Reinolt fangen. Reinolt 
ihm das haupt ab, dass Rolant lachte , befahl den genossen 
brüder und Malegys und schied 5480. Rolant nahm den tot 
auf sich und erzählte Karl ein märchen darüber, so dass ihn ISi 
lobte. Auf Kolants rat wurden nun die knechte in einer reihe tf 
gehängt. Als Karl wieder nach Paris kam, versprach er dem jjH 
merlich thuenden Malegys alles gute und beschenkte ihn mit gil 
5(KX). 

Nun bescliloss Karl, sich für Reinolts nnthaten zn rächen M 
ließ die 3 brüder mit verbundnen äugen und bänden wie äi 
vor sich bringen. Tulpin mahnte ab, doch Karl bestand dam 
seine neffen zu hängen. Fauke von Paris sprach: Tnlpin wi4 
setzt sich euch immer. Jedermann wird sagen, ihrer hohen t^ 
wandten wegen wagtet ihr es nicht zu thun. Da verschwor sl 
der könig. Als der bischof ihm widersprach, schlug Karl nach iki 
doch Tulpiu griff ihn bei der kehle. Da sprach Karl: Nnn fi 
ich sehn , wer mit mir ist. Der bischof bat seine verwandte, fli 
jetzt beizustehn , und alle standen zu ihm , sog^ Rolant 571 
Fauke sprach: »Seht ihr, wie eure verwandten nun dem Irisch 
Ih^lfim? Jedennann wird sägen, ihr ließet es aus fhrcht vor ihr 



451 

ladten. Da Bchwor iler künig noch ein mal. Ogier wurde 

ecJtlitg Fanken Asls hauiil ab und band den drei brBdern 

iitd« Io8 &813. Karl sprach, er wolle nun seiner schweater 

durch Beine knecht« tiAngen lassen. Rolant echlng einem 

il« das b&npt ab. Als der künig mm sah, dass es bo nicht 

lg, diichte er auf andre wege und hielt Tnipin vor , er d&rfc 

Minen eld nicht, brechen. Allein Tnipin erinnerte ihn an einen 

eben fall mit Amys 6899. Holant schlug vor, die 3 hrSder 

in den kerker zo Llian , vielleicht gebe gott dem kSnig bis 

Ml gntes in den sinn. Das ge6el dem kflnig. Um niittemacht 

HiJegys vor die borg, ftffnel« dnrcli zanberVraft die pforte 

den kt^rker. AdeUiart nnd Rizhart fürchteten, nnn gehe es 

I u« leben. Hategys gab «ich zn erkennen nnd leitete sie 

wtgt« dann aber, er wolle ohne nrlauh nicht von dem ktinig 

den, anil ging znriirk in des ktiiiigs kainmer ö^Bl. Er erxShIt« 

kfini? die befreinng der brilder und dasü er sie nach Uontel- 

leit«n woUe, wo sie nm Karl nichts mehr geben würden. Karl 

die angen anf nnd sprach frenndlich zn Slal^ys, er solle 

tun, wie ihm beliebe. Malegys versteckte Karls kröne nnd 

und führte die briider zn Ileinnld. Als Karl erwachte, 

sinn, dasB Ualcgys ihn nachts im tranm bcsncht habe. 

u genngniss leer fand , ward er eehr zornig 6059. 

Rolant nnd erzlihlt« ihm das abentcnor mit Malegys. 

Italogys recht. Unterdessen kam botschafl von Kßln, 

■udt belagert sei nnd k!lnlg Assjs um hülfe bitte. Rolanl 

hhlfeloUtnng abgesandt, und Ogyer, Olyvier und Dana- 

HML'n «ich ihm an. Vor Kitin fanden sie viele Sarrazynen 

I Mhlugen diese, Holant tntete Ihren kUnig Corsand. Nach 

kehrte Rolant zarQck. niinamela sprach za Karl: Hütte 

wie BT e» milchte, so würde er die ganze well ge- 

I ließe sich woli] machen. Kur! meinte, er würde 

I finden, als Beyart. Hnnamels riet dem künig 

und der Heyne »eEnc knine nbi preis anszn- 

llate roM. Das »oUe er dann für Rohtnt kau- 

B«inolt bezwingen 6295. Rcinolt erfuhr diesen 

I «pahor, ward bOae nnd i]iracb, mit Mategy* 

nach Paria reiten nnd die knme gcwinnm. 

ind billigte d«n vorMtx, er wolle mit ReinolU 

29' 



452 

brüdern auch nach Parys ziehn, um schlimmsten &1Ib hdfn 
können 6393. Sie ritten nach Orligens and dort in die beste 
berge. Nach der mahlzeit gingen Reinolt nnd Malegys in 
banmgarten, wo die blümchen entsprangen. Malegys sachte 
ter , stieß sie mit seines Schwertes knanf and bestrich BeinoH 
mit, so dass er ein ansehn bekam wie ein knabe von 15 ji 
6451. Den rabenschwarzen Beyart machte Malegys weiß wie 
Schwan. Die brüder meinten, niemand werde rosa and reiter 
nen. Aber ein späher sah Reinolt and äieldete flogs dem 
Reinolt wolle am die kröne reiten. Karl sprach: Was saget 
Reinolt wäre verloren , käme er nach Frankreich. Der böte 
beteaerte die 4 brüder und Malegys gestern in Orligens 
za haben. Mit Karls aaftrag verlegte nnn der konnetabel 
von Morlyon alle wege 6558. Malegys and seine begleiter 
indessen in einer ebne nahe bei Parys. Malegys hieß die 3 
der zarückbleiben nnd ritt mit Reinolt weiter. Faake 
sie. Reinolt wollte deshalb umkehren and einen andern weg 
Parys einschlagen 6605, aber Malegys ermutigte ihn. Faake 
sich, als er ein waffenloses kind vor sich sah. Er fragte 
nach seiner herkunft und lobte das ross, das Beyart ähnele. 
Malegys rat antwortete Reinolt britonisch, er sei eines grafea 
in Britanien, der alles versetzt habe, er hoffe nun die kröne 
gewinnen und mit dem gelde, mit welchem sie Karl einlösen 
seine guter zu befreien 6679. Fauke verstand ihn nicht und 
ihn mit des teufeis geleite reisen. Dunamels stellte Malegys 
fragte nach dem Jünglinge. Malegys erzählte dieselbe läge 
berichtete wie Reinolt, das ross sei von lauter kom und biot 
groß geworden. Dunamels fragte ihn , ob er von Reinolt 
wisse, was Malegys verneinte. Dunamels sprach za Faake, es d 
doch große torheit, Reinolt abzupassen, da dieser gewiss nicht lud 
men werde. Fauke stimmte bei und meinte, höre Reinolt das, ■ 
werde er noch darüber spotten, dass man ihn so fürchte. Sie keif 
ten nach Parys zurück und versicherten den könig, Reinolt irari 
nicht kommen. Karl sprach : Reinolt gehört zu euem nftdott 
verwandten, ist er euch entgangen, so will ieh euch an seiner stdi 
hängen 6815. Dunamels riet, alle tore zu schließen und zu besetm 
So geschahs. Reinolt und Malegys kamen an das geschlossne tflf 
Malegys schaute zu einem loche hinein und fragte einen gewaffiseta 



453 

PI tf sah, was das zu bedeuten habe, meine denn der könig alle 
Ita roBse innen zu haben? Jener antwortete, es sei um Eeiiiolts 
geschehn, ob er von diesem nichts wisse, was Malegys mit 
ler rede verneinte. Ein tangenichts namens Tybalt er- 
ite Beinolt nnd Malegys. Beyart erschlug ihn mit dem fuße. 
sprach: Was tenfel, dieser knecht scheint verrückt 6915. 
gmb ihm recht, denn Reinolt sei über 32 jähre alt und Beyart 
als ein rabe. Man ließ die beiden ein, welche in einer 
einkehrten. Frühmorgens stand Malegys auf, sang ein 
gieng in den stall und band Beyart den rechten fuß und 
das ross durch Zauberei mager und schwach. Das sah der 
erkannte Malegys und versprach ihn dem könig zu melden 
Auch Reinolt erkannte er. Dieser schlug ihm das haupt ab. 
Wirtin klagte sehr, schwieg aber auf Malegys drohen. Nun 
die beiden in eine Ziegelei vor Parys. Karl setzte indessen 
kröne auf drei pfählen aus. Malegys und Reinolt mischten 
nter die wettreiter, welche spotteten, das sei wohl Reinolt 
BchOnen ross Beyart, er werde gewiss die kröne davon- 
Eeinolt antwortete freundlich, wenn gott ihm ehre gönne, 
le er die kröne gewinnen. Ein Städter sprach, er sei dazu 
n schlecht beritten; lieber solle er umkehren und einen esel 
7079. Nun ließ Karl die seile durchhauen. Reinolt blieb 
bogenschuss zurück. Malegys band Beyart los und entzau- 
ihn und sagte Reinolt, er wolle ihn jenseits der Seine er- 
Reinolt war nun 2 bogenschüsse zurück. Er ermunterte 
durch zureden. Beyart verstand ihn besser als ein kind 
log aus, als ob der teufel in ihm wäre, wie ein pfeil vom bogen 
Alle die herren sprachen: Seht! mit dem hatten wir unsem 
Gott wird ihm nun wohl den sieg geben. Karl sah das ross 
und versprach schon Rolant, es für ihn zu kaufen. 
kam Reinolt zur kröne, nahm sie und sprengte damit 
Karl versprach sie ihm vierfach mit gold aufznwägen und 
zu kaufen. Reinolt antwortete: Kauft ein andres, dies 
Sähet ihr mich nie, so sehet ihr nun euem neffen Rei- 
7221. Da betrübte sich der könig und bat Reinolt die kröne 
jben. Aber Reinolt weigerte sich nnd hölinte den kaiser: 
late sollten keine kröne tragen. Karl versprach alles m(*)gliche, 
Beinolt nahm abschied, kreuzte die Seyne und trocknete dann- 



454 



Beyart mit seinem gewande ab, indem er ihm lobsprfiche sagte 
ihn küsste 7296. Unterdessen kam Malegys und küsste und 
ebenfalls Beyart. Karl sprach: Malegys, ratet Eeinolt mir 
kröne zu geben, ich will ihm 100 tage frieden geben, dudk 
währenddem söhne erlange und za seiner matter reiten könne. 
legys hieß den könig herüber kommen. Als aber Karl Ogior 
Olyvier aufforderte ihm zu folgen, drohte Malegys alle 
zu lassen. Reinolt und Malegys kamen mit großer frende in 
ihren 7364. 

Als es gegen pfingsten ging , ließ Karl eine andre krono 
chen und die seineu zu hofe laden. Nach der mablzeit nalui 
Yven von Gaschonien allein und machte mit ihm ans, dass Yve 
4 Saumtiere, mit gold geladen, ihm Reinolt verkaufe. Karl 
nun, wie Yve es anfangen woUe. Yve versprach die 4 brüder 
Valcolon senden zu wollen auf maultieren, lilien in den 
ohne Waffen und ohne Beyart. Karl küsste Yve vor freude 
Er versprach nun seinen mannen, wer ihm Reinolts haupt 
dem wolle er es vierfach mit gold aufwägen. Fauke ward 
4000 mann nach Falcolon gesandt. Yve zog nach Montelban. 
nolt war jagen gegangen. Als er zurückkehrte, geschah eil 
chen, die hunde wurden traurig, Reinolt ließ das haupt 
Adelhart suchte das auf die lange jagd , sonne und regen 
zuführen, zu hause werde es schon wieder gut werden 7545. 
sie nun auf Montelban viele leutc sahen, ward Reinolt unrolug 
Claradys und Malegys. Da sah ihn einer seiner ritter, kam 
entgegen und meldete Yves ankunft. Nun zogen sie in die 
Reinolt begrüßte Yven. Dieser meldete ihm, daas er ihm 
beim könig erwirkt habe. Reinolt ward hoch erfreut und 
sogleich, wo er dem könig zu fuße fallen so^e. Als Yve das 
teilte, wollte Reinolt ilin küssen; doch We wehrte: äugen 
haupt schmerzten ihn so , er könne kein küssen vertragen 71 
Reinolt wollte nun mit 1500 mann nach Falcolon ziehen. Yvel< 
ihn, wie die sühne zu stände kommen solle. Reinolt beriet vA 
zunächst mit Claradys. Diese sprach: Fahrt nicht dahin! He^ 
nacht träumte ich, dass Beyart am fuß verwundet und Montella 
zerstört sei. Mein vater war stets ein Verräter. Darum rate Ö 
nicht, dass ihr dahin faliret 7724. Reinolt erzürnte und schlug S» 
heiTin, dass ihr das blut bis auf die fuße floss. Er sprach: G^ 



455 

alle, die ihren vater schelten! Was habe ich ihm ge- 
i, dass er mich verraten sollte? Reinolt zog mit Yve nach 
Claradys hatte große sorge nnd hieß Kizhart heimlich 
sehwerter mitnehmen. Unterwegs sang Reinolt lant. Adelhart 
lie, wer so in kriegsnöten liege, solle wohl nicht so singen 
Reinolt sprach, er wolle sich gern fröhlich machen, wüsste 
^mh. Da sie nach Falkalon kamen, sah Eeinolt Fankes ban- 
ind sprach: Wir reiten alle in den toi Hilft nns gott nicht, 
werden wir gefangen nnd gehängt. Aber mein Schwiegervater 
mich nm der kinder willen gewiss nicht verderben lassen, 
antwortete: Ihr nnd ener Schwiegervater habt nns ver- 
Sie ergriften stäbe, nm Reinolt zn schlagen. Reinolt ver- 
er wolle eher den tod wählen, als sie verlassen. Nnn er- 
Fanke sie 7858 nnd rannte Reinolt an nnd drohte mit fangen 
hingen. Reinolt sprach : Ich hoffe, ihr lügt ; meine sühne mit 
kSnig ist festgesetzt. Fanke antwortete: Ihr seid nm vier 
mit gold verkauft. Reinolt ward traurig nnd bat Fanke 
sühne zn helfen. Fanke aber drohte wieder mit fangen 
hftngen 7938. Reinolt sprach: Ihr betrügt euch, ehe ihr mich 
;, fliegen große städte zusammen. Nun wollte Fauke ihn er- 
Beinolt ließ sich von dem maultier gleiten, ward aber doch 
idet. Rizhart klagte schon Reinolts tod. Reinolt strafte ihn. 
gab nnn Reinolt das schwort Florsberg in die band. Da 
Reinolt froh und rief: Wo seid ihr, Fauke von Morlyon? 
nnn und führt mich zu dem könig! Rizhart gab 
das Schwert Manbyt. Fauke wollte wiederum Reinolt ste- 
doch dieser kürzte ihm den speer. Als Fauke Reinolts zäum 
sprach Reinolt: Lass nun sehn, Florsberg, was du kannst, 
'spaltete Fanken das haupt durch den heim bis zum kinne 8020. 
>lt bestieg Faukes ross, auch die brüder waren zu rossen ge- 
len. Nun gab es ein großes gefecht. Sie fochten wie der 
eher, der sehr ergrimmt ist : ehe er flieht, drängt er gegen 
^ spieß an nnd lässt sich stechen. So fochten sie lange. Da 
H Reinolt die toten zu entkleiden , damit sie waffen gewännen. 
teolt wehite die feinde ab, während die brüder sich waffneten. 
le besten waffen gaben sie Reinolt und beschützten ihn, während 
' sie anlegte 8139. Unterdessen kam Werin von Morlion mit 
100 mann. Ehe Reinolt gewaffhet war, waren die brüder verwundet 



456 

und Rizhart gefangen. Werin wollte ihn dem k5nig aiuMn. 
Nun erfahr Reinolt Eizharts gefangennähme und forderte die W- 
der zum entsatz auf. Adelhart sprach: Besser ist einer 
denn wir alle. Eeinolt strafte ihn and mahnte, wie man dnit 
gen werde : Seht Heymes kinder, die wollten den kOnig bek8a|ii^^ 
aber Karl ließ ihren brader hängen 8196. Werin hatte imi 
Rizhart 24 rittem zur hat übergeben. Ryzhart be&hl gott 
brüder, Claradys, Malegys, Beyart and Montelban. Indeesei 
Reinolt heran and alle flohen vor ihm und ließen Bizhart 
Reinolt schalt ihn, dass er sich habe fangen lassen. Werin 
Reinolt und schlag ihn mit einem speerstück , indem er ihm 
Schwagers Faake tod vorhielt. Reinolt that ihm wie Faoken 
Werins mannen klagten sehr und wollten Reinolt gefangen n 
and schlagen mit dem rafe Monsoye! aaf die brüder ein. Da 
der graf von Salonß die brüder and drang aaf sie ein. 
sciilag ihn nieder imd gewann sein ross. Sie hielten sich sii 
bis spät abends. Frizhart ward kampfunfähig. Sie konnten 
nicht mehr gegen den grafen von Saloyn halten. Da nahm 
Frizhart aaf den nacken and floh mit den brüdem auf einen 
felsen. Dort wehrten sie sich mit steinwürfen 8460. Ogior 
klagte Reinolts hilflose läge, er wollte ihm gern helfen, wagte 
es vor dem könig; wenigstens wollte er ihm nicht hinderlich riL 
Dies hörte der graf von Tsaloyns and zieh Ogier des vemU 
Ogier versprach an den felsen za reiten, am Reinolt zn firagen, ik 
ei; den berg aufgeben wolle oder noch länger fechten. Ogier M 
Reinolt zu, er solle sich ausruhen 8572. Reinolt antwortete, ff 
solle zurückgehn, sonst werde er ihn zu tode werfen. Ogier b^ 
dauerte ihm nicht helfen zu können. Reinolt forderte ihn hentt» 
da er seine verwandten hingebe; aber Adelhart hieß Ogier woU 
fahren und die sühne mit dem grafen von Tsalons vermitteln. Biir, 
nolt kündigte Ogier nochmals feindschaft an. Ogier schied Bil 
mahnte sie den berg nicht aufzugeben. Der graf von Tsalons oek 
ihn wieder des Verrats. Da zürnte Ogier und hielt sich kaoi* 
Er hieß den grafen selbst zum felsen zu reiten, er wolle sehn, ob 
Reinolt hülfe von Montelban komme und diese abwehren 8669. ^ 
klerk, den Reinolt lieb hatte, las in einem zauberbriefe, dass Bor 
nolt in not sei. Dies meldete er Malegys , welcher soeben kdchfi 
und druchsessen zur bereitung des abendessens anhielt; dennhente 



457 

lend komme Reinolt. Als Malegys das vernahm, wollte er sich 
stechen, doch der klerk entwand ilim das messer. Auf seinen rat 
Uäferte Malegys durch Zauberei Yven und die seinen ein, sam- 
dte Beinolts leute und waffnete sie. Dann ging er Beyart zu 
Itteln, dieser aber wollte es nicht leiden, bis Malegys ihm sagte, 
f wolle gern demjenigen helfen, der Beyart große ehre angethan 
1^ 8777. Nun rüstete Malegys Beyart und sich und ritt nach 
jUkalon, er selbst den andern weit voran. Die brüder waren unter- 
tawn 80 müde geworden, dass sie den fels aufgeben wollten. Da 
Reinolt Malegys und Beyart und sein herz ward licht wie der 
8877. Er sprach: Ich habe Beyart und Malegys gesehn; aber 
denkt Malegys, dass er ohne hülfe kommt ? Frizhart hörte das 
sprach: Reinolt, hörte ich euch nicht Beyart nennen? Sähe 
ihn, ich wäre genesen. Reinolt sagte, er sehe ihn im thal, und 
Adelhart auf Ogier acht haben. Adelhart sprach: Hätten sie 
sauberer auch gefangen, er würde doch davon kommen. Friz- 
wollte Malegys und Beyart sehn. Reinolt half ihm auf die 
Da Frizhart Beyart sah, sprach er: Ich bin von meinen 
genesen 8923. Malegys sah Ogier und rannte ihn an. Ogier 
Bin ich gegen euch hier? Malegys, was zeihet ihr mich? 
Malegys ihn Verrats zieh, drohte ihm Ogier. Malegys ritt mit 
Schwert auf ihn ein ; als aber Ogier auch vom leder zog, trug 
den Malegys davon. Reinolt sah nun die 1500 der seinen 
len und stieg mit seinen biüdem vom felsen herab, als 
er sich ergeben 8975. Als Beyart seinen herru sah, warf er 
ab. Malegys erschlug einen Borgelion und kam so wieder 
pferde und zu Reinolt. Reinolt sprang auf Beyart. Der kämpf 
, und der graf von Tsalons ward in die flucht geschlagen, 
focht mächtig mit 9081. Malegys erreichte den grafen und 
lltfabohrte ihn. 2000 mann verloren da das leben. Nun kam 
Her über die Dordune und erfuhr von Reinolt des grafen tod. Er 
Uinte Reinolt seiner herausforderung. Reinolt war gleich bereit, 
tito aber die Dordone und stach mit Ogier. Beide fielen zur erde. 
m fochten sie mit dem Schwerte, dass die kalten eisen heiß wur- 
B 9173. Die rosse Beyart und Broyfort ahmten ihre herm nach, 
ojrfort fiel. Ogier drohte Beyart zu töten, was Beyart nicht 
chtete. Reinolt hielt Beyart zurück. Ogier wollte dem rosse 
den leib, doch Reinolt lenkte seinen zom auf sich selbst. Die 



458 



beiden scUugen einander die panzerrin^e ab. Ogier ward ler- 
wnndet 9242. Nun kam Malegys dazu, und Ogier entflob anf Broy- 
fort. Eeinolt jagte ihn in die Dardone and rief ibm nach: Na 
könnt ihr fischen und Karl eure beute schenken. Ogier wünsdite 
ihn bei sich im flnsse zn haben. Reinolt sprach : Es soll gesdutai, 
und wollte zn ihm reiten; allein Eizhart hielt ihn ab. MakQfi 
kam dazu und wünschte, Reinolt hätte den Dänen erschlagen, fiii* 
hart, meinte er, sei blöder als ein weih und verzagt wie em hr 
paun 9313. Reinolt solle noch jetzt Ogier erschlagen. Diesml 
widersetzte sich Adelhart, wünschte Ogier glückliche reise und hid 
ihn dem könig melden , dass er sein gut schlecht angelegt halie. 
Sie fuhren nach Montelban zurück. Reinolt wollte Yven hSngti. 
Malegys sandte Yven vorher botschaft, dass er entfliehe. Yve puf 
in das klost^r Beaurepar. Dies erfuhr Reinold von Claryse, wel- 
cher Reinolt zürnte; Rizhart aber meldete ihre treue, und BmA 
vergab ihr 9455. 

Ogier kam zu Earl und erzählte den bösen ausgang desai- 
Schlags gegen Reinolt. Rolant schalt ihn einen Verräter. Ogiv 
erbot sich seine treue im kämpfe zu erweisen. Rolant wolltet 
annehmen , doch Earl stellte seinen fechter Goutyre Ogier gßpt 
über. Dunamels sollte kampfwart sein 9550. Beide kämpüsr be- 
schworen vor ihm ihr recht. Gouthier wollte das kreuz dabd liM 
ansehen. Ogier erzählte alles nach der Wahrheit. Im kämpfe addll 
Gouthier drei mal auf Ogier, dieser aber erlegte ihn auf «■• 
streich 9675. Ogier beteuerte nochmals vor dem könig seme nfr 
schuld imd gab an, Yve habe Reinolt hülfe gesandt. Rolant schwor 
Yven zu hängen. Die 12 genossen schworen zusammen einen krieg»- 
zug in Yves land. In Gasconien erfuhren sie, dass Yve zu Ben- 
repar sei. Sie belagerten das kloster. Yve sandte Reinolt botschaft 
um hülfe und erbot sich ihm zur strafe 9761. Reinolt sprach : D^ 
Verräter wird mit recht dort hängen. Seine frau aber kam bä 
ihren kindem vor ihn, küsste sie und sprach zu dem einen: Add- 
hart, diese schände können wir niemals vergessen, dass euer grofr 
vater gehängt ist. Reinolt jammerte das, und er versprach Yv» 
zu helfen. Ehe er aber nach Beaurepar ]^am, hatte Rolant dtf 
kloster eingenommen und Yven gefangen 9807. Er leitete üin <" 
dem walde, um ihn zu hängen. Reinolt kam dazu und wollte Yves 
haben, um ihn selbst zu strafen. Rolant wollte ihn selbst hSng^ 



459 

' '< seil ab, ergnff Yven und 

■itin nach und schalt 

'* t'i*8t 9915. Als 

■anf^en habe. 

Ogrier spot- 

• frage erklilrte 

" tüd geschworen, 

ihr dann keine drei 

r und meinte, Iteinolt 

'.* andern genossen drohten 

. ulant sich betrübt«. Dunaraes 

sein wort halten, aber die ge- 

liinolt weichen oder sich gefangen 

aber einen ehrlichen kämpf kämpfen. 

.1 ^[ontelban , wo ( laradis den veiTHt^r 

nach Beaurepar zum kämpf zurück wollte, 

int könne nicht erschlagen werden, und werde 

sei keine Versöhnung mit Karl mehr möglich. 

jlaradys 1(X)81. Keinolt ritt nach Bejiurepar. Als 

., entwaffnete er sich, kam auf den knien zu ihm 

icüsste seine schuhe und bat Holant ihm zur Versöhnung 

. zu helfen. Rolant sprach, er sei nur um kampfes willen 

^ommen. Reinolt waffnete sich wieder. Rolant bat gott zu 

Lten, dass der jüngling von ihm verwundet werde. Als sie 

snsammenrannten, ward Rolant zu bodeu gefiült. Rolant gab 

rosB Valentyn die schuld und wollte dies erschlagen 10'2(.)3. 

,1t mahnte, Valentyn sei doch nur ein tier, die Franzosen 

zn karg mit dem körn, er messe Beyart nie vor. Rolant 

wieder auf und der kämpf ward erneut. Nun kamen die 

cosen dazu. R^iinolt schalt Rolant verrat s und entfloh mit 

r. Ogier verspottete Rolant. Beide teile kehrten nach hause 

k 10272. 

Rolant reiste nach Sant Jacob, begegnete Rizhart und fing ilin. 
^3 hörte das und meldete es nach Montelban. Die brüder 
a Rolant ein. Reinolt forderte ihn auf Rizhart frei zu geben. 
1 gdffen sie zum schwert, aber Adelhait schied sie. Holant 
li, er müsse seinen eid halten. Rizhart sagte, er gelu' auf 
its geleit. Reinolt widersprach, und wieder wollten sie kilm- 



460 

pfen, doch Malegys and Adelhart trennten sie wieder. Beindt 
sprach, Eizhart werde sicher gehängt, aber Malegys versicherte, er 
wolle vorher in Parys sein. Nun gab Beinolt zu 10384. Malegji 
machte sich durch zaubermittel zu einem alten pilger , so dass die 
brüder ihn nicht erkannten, and kam noch vor Eolant niach Puk 
Karl sah ihn wirklich für Malegys an. Doch Malegys wosste Um 
za belügen, dass er ilim glaubte und ihn beschenkte 10570. Kak- 
gys bat um eine mahlzeit. Der könig schob ihm selbst ein stM 
kapaun in den mund, doch Malegys biss ihm in den finger. Nu 
kam Eolant mit Eizhart. Eolant übergab Eizhart dem kOnig, das 
er mit ihm nach belieben handle. Karl wollte ihn sogleich abendi 
hängen lassen. Eizhart sprach, so lange Eeinolt lebe, werde er 
das wohl bleiben lassen. Als der könig ihn nun schalt und schlaf, 
nahm ihn Eizhart bei der kehle. Auch Eolant missbilligte Eaili 
handlung. Karl forderte zuerst Eolant und dann die andern g^ 
nossen vergeblich auf Eizhart zu hängen 10745. Da erbot sidi 
Eippe dazu , bat aber die genossen zu bestimmen , dass sie vov 
sprächen ihm nach Eyzharts tod nichts zu thun. Sie versprachfli 
das bis auf Ogier, welcher sich weigerte, bis Eizhart Maleg3r8 flk 
und Ogier ein zeichen gab. Nun war Eippe zufrieden. Karl to^ 
sprach nicht zu essen, bis er wieder komme. Eizhart meinte, du 
fasten werde dem könig wohl zu lange 10865. Malegys lief tt 
Eeinolt, welchen er mit den andern zu Montefaucon fand. Malegp 
erzälilte zu Eeinolts Ungeduld zuerst seine erlebnisse mit Karl und 
meinte, wenn er ihm trauriges mitteile, so sei das doch nicht boIa 
vorteil 10909. Endlich erzählte er Eizharts Verurteilung, und da» 
nur Ogier sich widersetzt habe. Sie ritten in einen grünen wald, 
saßen unter einem bäume nieder und schauten nach dem galgea 
zu. Aber alle entschliefen. Unterdessen kam Eyppe mit Eizhart 
Als Eizhart niemand von den seinen sah, bat er Eyppen, ein gebet 
tliun zu dürfen 10988. Er betete lange. Dann hieß ihn Eypp« 
die leiter hinanklimmen und sprach, hätte er Eeinolt und MalegyB, 
so wollte er sie dazu hängen. Als Eizhart auf der leiter staad, 
sah ihn Beyart und weckte Eeinolt, welcher alsbald dem galgö» 
zuritt 11087. Eyppe sah ihn und die andern kommen und woDte 
Eizhait nun nicht mehr hängen, er habe nur auf des königs gebot 
gehandelt. Eizhart sprach: Ihr wärt besser bei hofe gebliebea. 
Malegys wollte Eyppen erstechen , doch Eeinolt wollte selbst die 



461 

, Bclüiig Byppeii vou d(;r leiter ond bUngt« ihn anC 
Utbut sog Ryppes walTen an nnd ritt nach Parys. Karl luid 
>gicr Ugon im fensUr des piillaii. Karl loble Kyppes niot. O^ier 
Ut ihm lüsbftld entgegen. Karl folgte Ogiar in beaorgniüs 
tTppm leben 11229. Ogier rannte Uizliart sogleiuh an, iUe«er gab . 
idi Oiin zn erkennen und erzllhlte den bergang. Ogier meldet« I 
km könige, Kyppe habe Rizhart gehängt. Karl ritt Uizhart ent- 1 
pcgeD nnd verspracli ihm »chatz und schütz. Rizhart rannte Karl 
iB, felill« aber. Karl schlug ihn vom ross 11306. Non kam Kei- 
Mlt und stach Karl vom ross, doch hieb er ihn wieder anfeltzen 
nd heimkehren und meldete ihm Ryppes scbmUhlicben tod. Karl 
■U rtfllant zn faUlfe. Rcinolt erzUmte. ergriff den könig nnd legt« I 
te auf BeyarL Die Franzosen kamen Karl zn httlfe, bo daes Ret- 
Mb den kOnlg abwerfen rnnratfl. Bdde teile kehrten nnn heim 
IlSM. 

Karz darnach sab Olyrier auf der Jagd einen alten pllger, der 
■br «chnell lief, erkannte Ualegys und vollte ihn fangen. Slo 
■Aten ; Uly vier schlag Malegj's das schwert ans der band. Mole- 
ipi ergab sich. Olyvier bracht« ihn zn Karle frcnde nach Parys. 
MiA Wollt« Molegys «ogleich hangen, doch Malegya gab Olyvier 
ri B«Uot ab bürgen, so iaxa er bis morgen leben bleiben dorft« 
Als e« zor mahlzeit ging, wollt« Ualegys Karls schJLsKe]- 
Bolant rief ihn an seine seite. Halegys sang klar 
lliwh. Kaii fragt«: UelÜBtet encb zu Bingen? HalegyB ant- 
t«: Ihr iaht nie einen frühlicfaem mann als mich, da leb bb 
1 leben darf. Karl lirB den Zauberer Im kerkeT In eiMn 
Malegys sprach : Herr, ilir geht mir «chlMhte herberge, ich 
1 11675. Die bürgen wurden ihrer pHlcht cnt- 
Mtitgjt vcnpracb zu nacht in Hanmarters zu sein. Kari 
1 den kerker bewacbeiL Um mitiemacht befreit« 
1 zaoberei von den banden, machte die genoeaen 
, tng sie anf einen hänfen nnd stahl Ihre sdiwerUr nad 
k-kfafaodei So ging er nadi HontaUMU. B«bwlt trtmDte, H»- 
[bmaie («hiLngt, rHt u ]hk«7i kacteD and Utt« dort, iäm 
^ mit «r Bach Rlcfaart UHfetafOB, niebt wieders^dnt ti 
I >ttt RelnaU mn Parlaar galgu md freote OA, Htm 
I Unf . Dtt t^ «r fm »ooduAdB diHB mnu mb 
I daJwriunMwn nnd natete, « mj der tarfs), Ua ridi 




462 

Malegys zn erkennen gab und seine erlebnisse mitteilte. Boiolt, 
fragte, ob er auch Oglers schwert genommen. Halegys sprach, « 
habe das gethan, damit man Ogier nicht des Verrats zeihe 11748i 
Beide ritten nun auf Beyart nach Montelban. Als Karl erwadte, 
spürte er bald den verlast. Die genossen klagten um ihre schwor 
ter. Karl sammelte ein grosses beer und zog vor Montelban. Bil- 
nolt wollte den genossen ihre Schwerter wieder geben, de soilta 
nnr zur versöhnnng mit £[arl helfen 11842. Tolpin fOhrte vor doi 
konig das wort und riet Karl zum frieden. Karl sandte Bdiit 
mit der botschaft an Eeinolt, er solle sich wollen nnd barfiiß Kuk 
gerichte stellen, sonst werde er das land verwüsten, ihn nnd sdH 
kinder hängen und Claradys verbrennen 11956. Reinolt antwo^ 
tete , er wolle sein land dem könig geben , wenn er ihn mit dm 
seinen leben lasse, und ihm unterthan sein. Sieben jähre luf 
wolle er in Jerusalem dienen. Wäre das nicht genug, so möge kt 
könig sich vor ihm hüten 12002. Auf diese botschaft ließ könig Kid 
die belagerung mächtiger betreiben. Reinolt und die seinen madiMi 
einen ausfall. Karl forderte selbst jenen zum kämpf und ward i« 
ross gestochen. Karl hätte ohne Eolants hülfe vom kämpfe al|^ 
lassen 12116. Im fernem kämpf erstach Karl Malegys ross, abv 
Malegys gewann ein andres. Doch Reinolt und die seinen mofltoi 
weichen. Der könig lag nun sieben jähre vor stadt nnd sehlos 
Montelban 12216. Reinolt hielt mit Karl tag des Streites wegv^ 
Karl rief die Verräter zu rate. Diese reizten Karl durch auMhloif 
aller Sünden Reinolts. Ogier legte sich darein und wollte Foniff 
mit einem gegossenen trinkhorn erschlagen. Er tadelte Karl, dan 
er solche leute zu rate nehme, und Tjcdpin stimmte ihm bei Sa 
ging der tag ohne erfolg zu ende 12326. Der kämpf begann T« 
neuem. Malegys und Karl fochten mit einander. Malegys warf 
gefangen 12442. Auch hatten sie in der bürg keine speise mehr, 
denn Karl hatte ihnen die zufuhr auf der Dardone abgeschnittea, 
so dass sie diepferde essen mussten. Karl wollte Malegys hänget, 
ließ ihn aber bis morgen leben, da große klage über den doreh 
Reinolt erlittenen schaden kam. Malegys musste versprechen dea 
könig nur mit dessen willen nach Montelban zu bringen. RoUat 
ward Malegys bürge. Wie wenig wusste der könig, was Malegja 
im Schild fülirte ! 1 2525. Nachts machte sich Malegys durch na- 
berei frei , kam vor Karls bett und fragte ihn , ob er mit nach 



463 

■Iban gehn wolle. Karl antwortete Dhae sinn : Ich KoUto, wir 
I Kbon auf der reise. Ualcg^s nalim ihn auf den rücken 
nichU ihn oacli Hontelban. Dort meldete er Eeinolt, ein 
^Ssch Mi liier gefangen. Beinoll wollte an Karls gefaugen- 
k nicht glaohen, doch fand er es so. Karl erwnclite nnn und 
■t« voll Bchr«cken »eine läge. Reinolt bat ihn faßf^Uig nm 
Karl aber sprach : Eher sollte ich euch noch hUngon lassen 
Rizhart wollt« den könig erschlagen, doch Beioolt hielt 
nriick. Karl fragte Beintilt, ob er Um gehn lassen wolle, 
t wollte Karl mit ihnen hnngers sterben lassen. Karl fragte 
b HaJegys, ob er sterben solle. Der zaaberer hieß Reinolt dem 
t gnade geben. Ädelhart wollte iha nicht entlaaeen, ohne dnss 
t kSnlg von seinem Kom ablasse. Da spracJi Malegys: So will 
U eacb gott befehlen and nieniaU mehr etwas gegen die kröne 
INb Frankreirrh anlemehinen. Er ward ein einHiedel. Karl und 
Idnolt wurden nach langer verhandlnag einig, dass jener znrück- 
^kt«n Dud dann nach Rolauts , Olyviers , Dnnamels nwl Ogier« 
P|b Trrfaliren sollt« 12694. Karl kehrte zu den seinen znriiek. 

£e schon geglaabt halten, Malegys habe ihn ertränkt oder er- 
teil. Dunamels masste Reinolt ankündigen, er solle mit seinen 
rn und Beyart kommen und die schlOasel ron Montalban 
Uocen, dann wolle er mit den genossen über ihn urteilen. Kei- 
Mlt wollt« aber nur auf Sicherheit des leben» kommen. Darauf 
bf ier könig dio bürg noch enger belagern. In der barg wOtet« 
lar hoDger, so daaa Keinolt Iteyart tJilPJi wollt«. Aof AdeUiarta 
nt UeB der marvchoU Beyart sur ader. Sie lebten 40 tage von 
ha blute 12866. Kolant hitrte von der not. Er beschlosa mit 
iMpin jenoB za helfen. Sie baten eich das rnrfecbten aus, riickten 
Mi an den graben vor zn Reinolt« schrecken ond warfen mtt ihren 
|feH^iB«D iBbensmittol in diu bürg. l{«inolt fütt>-rt« Beyart wWer 
IM K« beschlossen aber Uonlelban zu verlassen. Uejines kluder 
^tUm tat Bcyart ans. Koinolt erschluK mehrere Verfolger und ge- 
tann eine Lurg im wald von Ardan , wo de anfa noao belagert 
Umlen lüdOO. Karl und Reinolt verhandelten wegen der tlber- 
piha. Karl ward durch Aycs bittt'n bewogen gnade ergebn xa 
, wenn Bt^yart ihm übergeben werde, R<naolt wars anfrieden; 
■ md Utzhart aber weigerten ihre nutimmnng. ß«lnolt 
I gnter xeit ward das ross gebonn, dase wir douilt den 



464 

könig versöhnen können. Mit schmerzen gaben sie Beyart hin 1313S. 
Karl ließ Beyart einen mühlstein an den hals hängen nnd um ii 
den flnss werfen zu großer trauer Reinolts und seiner brüte. 
Beyart sah aber Reinolt , schlng den stein ab und lief zn BdnelL 
Dieser mnsste ihn dem könig wieder geben, welcher dem roBseii 
jeden faß einen mühlstein hängen nnd es wieder in den flnss stSna 
ließ. Beyart befreite sich wieder. Der könig wollte ihn aber nodb- 
mals haben. Die brüder vergingen fast vor schmerz. BdBclt 
weinte nnd sprach znm könig : Nehmt nnn Beyart zum dritten mik^ 
nnn fange ich ihn nimmermehr 13205. Karl hieß Reinolt wM 
nmsehn , denn so lange das ross Reinolt sehe , ertri^e es niehL 
Als Reinolt nnn sich abwandte, ging Beyart zn gmnde. BeiBoR 
schwor nnn kein ross mehr zn besteigen, kein schwort mehram- 
gürten, in keinem banse mehr zn schlafen nnd keinen Christen mehr 
zn schlagen. Er wollte anch eremit werden. Znvor ging er nod 
einmal nach Montelban. Claradys klagte sehr nm Beyarts toi 
Reinolt schlag seinen ältesten söhn Emeryn znm ritter nnd gib 
ihm Montelban 13350. Dann ließ er sich pilgerkleider machen wl 
ging noch in der nacht ans Montelban. 

Reinolt kam zn einem eremiten. Diesem beichtete er Mbi 
Sünden. Auf des einsiedeis rat lebte Reinolt drei jähre in groß* 
armnt, so dass er sehr krank ward. Er klagte nnn dem ereoitai 
seine leibliche not, so dass dieser sich erbarmte nnd Maria mn eb 
zeichen bat. Eine stimme vom himmel rief, Reinolt solle ins M* 
lige land reisen nnd es gewinnen helfen nnd nach einem jaliR 
wiederkehren 13522. Reinolt hatte aber ritterlichen kämpf abg»* 
schworen , doch der eremit riet ihm mit spießen nnd bengeln 
kämpfen. Am andern tag zog Reinolt ans, schlief nachts anf Mo* 
men und lebte von kräutem nnd wasser. Endlich ftihr er nacl 
Trypeln über und hörte dort, dass Taberyen nnd Ackers in n«* 
seien. Reynolt zog mit dem hülfsheere nach Trypen. Die Sam- 
zynen zogen ihnen entgegen. Reinolt riss einen pflanmenbanm an», 
die knechte liehen ihm waffen; so bewaffnet durchbrach er dfe 
schaar der Türken 1S714. Schliesslich flohen die Sarrazinen vd 
die Christen zogen fröhlich in Ackers ein. Nnn ließ sich Reinolt 
abends stets vor die Stadt schließen, schlich unter die Sarraonen 
und vernahm ihre anschlage 13815. Die Sarrazinen hielten ihn ffir 
den tenfel und klagten dem soldan ilire not. Dieser sammelte die 



und entbot aach dorn pabst Kalixtian, seinem lien-n. gegen 

ia dloist«!! bUire zn senden. Dieser verspracli großen ablass; wer 

it bleibe, der komme zn Uachmet, Appollin nrnl Ternigan. Uale^ 

jt war nach Ualilee gekommen nnd lebte dort als eremit. Eine 

* vom biiumel gebot ihm, den Christen zu helfen, er werde 

Rein'ilt Hnden. Frilhlich eilte Malegj's nach Ackers and fand 

tdnolt dort. Beide fochten vor den Christen und erschlugen den 

I 14UI!). Aber zwei andre ttoldane kamen mit neuen heeren. 

beb wurden die SaiTazinen In die flucht geschlagen nnd warfen 

}A nach Nazaret nnd endlich nucli Jhemaalero, wo sie alle chrliiten 

Bchlngen. Keinoll nnd Ualegy» schworen ihr leben an das hej- 

I grab zn wagen. Nun zogen alle chriBten gegen Jhemsalem. 

Jagten die beiden in die Dtadt und belagerten diese mit vielen 

Igamoschinen 14181. Auch die beiden hatten schlendermasthinen. 

erhielt Ualegys einen pfeüschnss durch die brnst, so daas er 

, Er segnete Reinolt, Karl nnd alle freunde nnd atarb. Reinolt 

I alle idiristen klagten sehr. Reinolt riet nun die stadt durch 

(er jcn zwingen. Alle wege wurden b<?j;elzt. Die beiden litten 

igrr, «1 dase sie lieber durch das scliwert umkommen wollten 

Ol. Sie brachen nnn zu einem tt>re ans. Keinolt sandte die 

MO zn hnlfe. Der soldan sab Reinolt allein, sandte viele Tttr- 

I gfgen ihn nnd wollte inzwisclieu entfliehen. Reinolt erschlug 

wldu» ruiKi und fing ihn. Der soldan hieB die seinen sich 

müt ergeben. Sie gaben Sicherheit nnd klopften an ihre zahne, 

im M ibnea aitte war 14381. So gewann Keinolt di« st«dt 

^L Dm puuM iuid ward den chrishin gesichert. lU^inult that 

nalu wallEthrt zum heiligen grabe nnd wollte alsbald wieder 

prima. Der patrlardi, welchen er um ablass bat, wollte ihn 

htBalg maclien ; docli Reinolt ließ sich nicht anfhalt«n. Uer 

■irch nnd die ganze gelatlichkeil bot^n ihm perlen, gold und 

H; FT wollli' nbur nicht mehr uU s«an relMgeld zur Uber&fart. 

Kaatriarch wio« den iM'hifrer an Reinolt frei abeixnfahran and 

B||dk(lteiL In 44) tagen fnhren sit^ nnn nacJi Har»yllen 14631. 

^^^^« von einem bevorstchondf n kam^ife zwitK-Jien sdnem 

^^^HpHridi nnd dem herzog Wilhelm von Rvroeliim. Reinolt 

HEft Pu7s. 

Uli Belnolt »o ollaiD von Pttj* gegangen war, hatlo Karl In 
Ky,j;Bawrich mit allen guten Belnolt« bdehnt nnd ihn bei 



466 

sich behalten. Das war den Verrätern leid. Gavelon meldete dM 
könig, Emmerich habe sich vermessen seinen vater and Beytrt ■ 
rächen. Die Verräter dienten als zengen. Emmerich ward 
nnd war bereit seine Unschuld im kämpf zu erweisen. 
stellte seinen ältesten söhn Galleran als kämpfer 14715. Nun 
Reinolt zu Karl, der ihn nicht erkannte, nnd erzählte den siei; 
Christen, und dass Malegys gefallen sei. Dann gab er t&A 
erkennen. Karl umarmte ihn. Emmerich war überfröhlicL 
nolt mahnte Emmerich sich nicht zu furchten und fhigte nach 
neu brüdem und nach Heyme. Er ward sehr betrübt darfiber, 
diese ausgezogen waren und geschworen hatten nicht wied< 
ren, ehe sie Reinolt gefunden hätten. Dunamels ward bea 
beiden kämpfern ihre eide abzunehmen. Der kämpf begann, 
wurden vom ross gestochen 14830. Sie fochten zwei stunden 
entscheidung. Galleran schlug endlich Emmerich zu boden. 
Emmerich sprang auf nnd schlug zuerst Galleran den linken 
ab, dann durchs haupt bis auf die zahne. Karl sprach: Gel 
sei dein kind ! Er ließ Galleran an den galgen hängen und 
die Verräter von seinem rate. 

Reinolt ging wieder davon und diente ein jähr lang in 
dem lande als handlanger 14927. Da hörte er von einem kirck^ 
bau zu Köln, zog dahin und bot sich dem meister an. Dieser ftnfl^ 
was er im tage haben wolle. Reinolt erklärte sich mit einem pAi* 
nig zufrieden und nahm auch nicht mehr. Er arbeitete nnn dl 
jähr lang mehr als acht andre, die doch mehr geld nahmen. D> 
meister fragte nach seinem namen und herkommen , aber BeM 
verschwieg beides. Da nannten sie ihn St. Peters werknuinn. W 
andern arbeiter waren ihm feind, denn sie wurden um seinetwilki 
gescholten, und schlugen einen rat ihn zu toten. Wie wenig vn«» 
sie, was sie thaten! l.')054. In der nacht erschlugen sie selbfiil 
ihn mit ihren hämmern, steckten ihn in einen beschwerten sack jd 
warfen ihn in den Rin. Da geschahen zeichen : sündlose holten fl 
dem orte süssen gesang, auch sah man eine klarheit, wie wenn ft 
sonne scheine. In der Stadt war eine fromme witwe, die war blirf. 
taub und lahm 14 jähre lang. Wenn sie schlafen wollte« dSnkt^ 
es sie , sie solle nach dem Rine gehn , dort werde sie ein« si^ 
mit einem erschlagnen manne finden, den solle sie ans land sduiet 
und wäre dann genesen. Sie ließ sich ans wasser trageiL da W^ 



^V 467 

^^pMb den Rack 'laherschwimnieD , sprang vom bette nnd 
ma« Innd. Da lilul^t^n die glocken von selbst 15144. Nun 
) ^istUchkeit daher. Man fand St. Peter» maim in dem 
Als man ibn entkleidete, Rahen eie einen köstlichen gQrt«l 
1 ein goldenes Siegel, worauf stand: Ich heiße Reinolt 
Hit«lban. Nnn ward der bischof über den totachUg betrübt. 
»rpinonder hörten von der gesRhiehte nnd baten den bischof 
Inen teil der leiche zu ^eben, was der biscliof nicht zugab. 
^e ward auf einen karren gelegt, welcher nun von selbst 
h r>or|iinnnd lief, dahin, wo nun eine Virche ta seiner ehre 
1 ist. Der bischof ninwate St, Reinolt dort laasen 1521«. Er 
I Karl bot^cliaft. Der konig schwor Reinolts tod an den KöU 
I mdien nnd belagert« die stadt drei tage lang. Nun tng- 
B Kölner, was der kQnig von ihnen wolle. Ale sie es hOrt«n, 
i der bischüf dem künig die Haclie, dass sie Reinolt gar nicht 
t hatten. Karl lieU die mörder fangen und ertrunken Iä3ü8. 
g der ktlnig nach Dortmund zu St. Reinolte kirclie, worSber 
rptoonder betrübt waren, denn sie glanbten, er wolle ihnen 
I nehmen. Karl beteuerte, dasH ei' das nicht wolle. Als 
I den schrein anfthnt^n, war Reinolt hinweg geflohen. Dar- 
pirden alle tmnrig. Karl fuhr heim und diente gott, bis er 
1 gotl«B hnld erwarb. Dans wir die auch erwerben, dazu 
I Maria, die heiligen im himmel nnd anch St. Reinoll hel- 
ßprechl nun ein patemoster, da«s Keinott fiir uns bitte. 
t zog nieder mit seinen brfldem in die höhle. Wer da will, 
Bui zu Napel» sehn. lUcr endet das hoch von Reinolt. 



468 






UNTERSUCHUNGEN. 

T. Die Heidelberger flbersetznng (P). 

Handschriften. Verfasser. Historisches. VorUi 

Renout van Montalbaen (Et). 

Das hier zum ersten male in vollständigem abdmck 
gedieht ist in den Heidelberger handschriften 340 nnd 399 
liefert. Der Codex Palatinns 340 (A) amfasst 554 papierfoliol 
Anf dem rücken des buchs befindet sich die anf^hrifb «Malagil 
Heimonskinder'^, darunter von älterer band ,Poema Sacmm in 
dem II Dei et egregiorum Virorum". Blatt la, a zeigt den 
„Diß Bnech ist von Malagiß vnnd || von S. Reynholt' Hit 
selben tinte findet sich anf blatt 2 die jahrzahl 1680 gesehrieb*] 
Der Schreiber dieser beiden eintrage ist verschieden von dem 
kontexts der handschrift. 61. 1 a, b steht die jahrzahl .1474 
darunter ATTEMPTO. Im jähre 1474 hat also der Schreiber M 
umfangreiches werk, das ihm ein wagniss schien, in angriff gesoi*] 
men. Bl. 1 a beginnt der Malegys : 

Vater Sone heiliger gei3t 

Der alle ding hat volleist 

Dich bit ich hie am begynne 

Das du erclerest mir die synne u. s. w. 
Der Malegys schließt bl. 323 a. b : 

Nu thun ich uch bekant 

Als ich diß buch in fiemsch fant 
[323 b.] Da must es mir gefallen 

Ynd das man dauon wüst zu kallen 



r 

L 



In dieser oberlenUchea grennycK 

Habe ich dorectiti^^ güuckel wicx 

Gebracht willencltcli darjiine 

Damit iaz auch der eynoe 

VoB groben knuczen worde wlse 

Lop hab yemer gol jme paradlB 

Hie endet | Qtie Remede. mala^ß ', 
it VUitUsr 334 a bis 533 b enthalten dan Keinott, deflsen teit mit 
kv grSßern initiale beginnt. Das ganze bach int von derselben 
■i gcechiiebeD. Aller schmack der haudsuhrift besteht nnUer 
D BrRßeni ioitialeo xa anfang des Malegya and des Reinolt nnr 

■ kleinem rot^n initialen am beginne gewisser abschnitte im in- 
su beider gediciite, 

Cod. Pal. 399 |B) nmfasst 234 beschrlebne papierbUtter in 
Bol Anf dem rflcken des bands steht .HeimanB-Iunder", daranter 
p klUrer band ,P(oeiu]a reg || Barleti \\ et allorum {| .pripri."'. 

■ Iw. itt Seite -234a von .1480. datiert. Die echrlft ist dnrch- 
ft weit sorgfnltiger als die von A. Das bnch ist unvollendet, 
n«r rnbricAtor noch nicht seine arbeit daran gethan bat. F&r 
p taitialen ist an allen abschnitten raam gelassen, doch nirgends 
pgeflUll. Die schriftzüge beider hsa. weichen nicht so stark von 

fidcr nh, dass man nicht annehmen konnte, sie rührten von einer 
dentelben band her. In sechs jährten, 1474 bis 1480, könnte 
die schrin eines mannes wohl so viel geändert haben nm die 
^•oUedenheilen zo erklären. Die schrift ist in beiden hss. klar 
^ uaber, so dass selten ein Zweifel Aber eine lesang entstehn 
Nu. Nnr die nnterscfaeidnng der n nnd n macht Schwierigkeiten. 
I Von beiden handschriften hat nnr A selbständigen wert B ist 
•^rifl von A. Die bedentnng von B liegt nnr darin, dass hier 
iBgcn nnd fehler von A ei^änzt nnd verbessert sind, Jeden- 
R an der dem schreiber B noch mgjüiglicben muL vorläge. Wie 



I IKeeer tchluu d«« Halegys ist nach Cod. Pal. 315 abgedmckt 
H GarvlBfl*. gMch. ü. d. diihtuDg'. 2 amX). 216, anm. 2^1. 2 Der 
ba Aieser aufichrift ist nicht klar. ^Ilt« bei diwem Barletu* un den 
hgnfhM de« Georg CMtriat (genannt SoaDd«rbeg) HarinuM Harlatta 
•ieAt warden kOnnea? Es lige dann «ine verwechflung vor. Sehr 
I «tamait diese aoftchrid wie die de* Uod. Pal. 340 atia 



470 

B ist auch die zweite hs. des Malegys, Cod. Pal. 315, au A 
geschrieben. Der Schreiber A hatte keine deutsche voriige. 
bloße absieht die beiden gedichte, so umfangreich de auch 
einfach abznschreiben würde ihm wohl kaum das kühne At 
entlockt haben. Offenbar ist Schreiber A nnd ver&sser von 
derselbe. Zu dieser beobachtnng wird jeder gedrängt, der 
die hs. durchblättert. Die fehler von A sind aDe nicht dar 
wie wir sie in allen hss., welche nicht autograph des dichten 
Übersetzers sind, zu finden pflegen. Aus graphischen gründen 
sich auslassungen hier nur sehr selten erklaren. Dagegen 
sich die fehler von A durchgängig als solche dar, wie sie ein 
lässiger Übersetzer eines in einer bestimmten spräche ab( 
texts sich zu schulden kommen lassen wird. B aber weist 
menge von lesefehlem auf, und zwar solchen, die sich nni 
aus seiner vorläge A erklären lassen. Dahin gehört folgendes, 
gebraucht häufig für Montelban die form Montewan, so 2935. 
3013. 3058. Dieser fehler versteht sich leicht, wenn man sieht, 
ähnlich in A , und allen hss. des 15. Jahrhunderts, Ib und w 
ander sind. Vgl. 1994. Auch A begeht einmal 3257 den 
mante wan für Montelban zu schreiben, offenbar deshalb wd! 
bearbeiter hier die stelle ganz falsch oder überhaupt nicht v( 
Weiter aber findet sich in B 2947 Montelkan und 2982 Moni 
Ganz unmittelbar auf die vorläge A weist es zurück, wenn B 1( 
liest „wemm es leid was oder lieb lieff*'. Der Schreiber schiM 
hier zunächst nach seinem gedächtnissbilde die zeile und settl 
dann, nachdem er wieder in die vorläge gesehn , gedankenlos lai 
zu. Dem Schreiber B begegnen verschiedne missverständnisse. 8 
874 menn für mee A. 1513 helffen für helsen A. Das lange 
und f werden oft verwechselt. Vgl. 4491 flavyne, 10404 flavin fl 
slavin. Vgl. 1586.9251. 13044. A liest 12234 magen man für itf 
en man oder magen en man, B bietet mangem man. 12843 liest ! 
unsinnig verlaßen für verloeßen A. Vgl. femer 1424. 

An verschiednen stellen hat dagegen B den text verbeseei 
unzweifelhaft an der band der mnl. vorläge. So liest A 588 geg< 
die übrige Überlieferang Ix tag. Vgl. die anmerkung zu dies 
stelle. B stellt die richtige lesart xl her. 704 bietet A das n 

1 So, P(alatina versio), bezeichne ich das hier herausgegebne gedid 



471 

r fart viiaerfart. Vgl. die aiiinerkoiig. li besson lüer 
Btreichung des in folge vuu l'alHclieui leaen cingediiuigiien 
fkri die anebenbeit. 818 koffie B lichlig fiir tnflie A. 2Ü35 
B richüg für moclil A, 2tJ37 eamocbl B Tür en nocbt A. 204Ö 
) richtig er eiu. 'Mb8, welcher vers In A des gleichen achlns»- 
I mit 2Ö6T wegen ausgefallen war , wird von B zugesetzt. 
1 ersflizt B das aus der niul. vorläge anfgenommeue vU von 
ig durch wil. AbnlicUes lilsst sidi durdi den ganzen text 
ta. Eine anzabi dieser besserungen kann nur auf günaue 
M der vorläge von A zuriickgerübrt werden. Diese vorläge 
r Dicht überall zu rnte gezogen worden , daher denn die 
Ddigen fehler von B. Bei einem so nrnfangreichen text« ist 
I nnr eu veretttudlicU, dass ein abschreiber nicht überall mit 
lijchen Sorgfalt verfahr, Bondem aicb manchmal etwas gehn 
> er jedoch an nicht wenigen stellen die mnl. vorUge zu 
«gen hat, ist wieder dne Tiir einen gewöhnlichen scbreiber 
ge Sorgfalt. Es wird sich aUo nicht leicht die venuntnng 
r hood weisen lassen, daes der Verfasser von P selbst diese 
ft verfertigt hat. vielleicht nm die sorgRUtiger gesdiriebne 
Hinten, in dessen dieusten er stand oder dessen gnust er 
le, zu widmen. Der widerHpnicIi, den man etwa darin finden 
I, dasH d«r Verfasser vou 1* den nam«n des berühmten Schlosses 
,-ticlden, Uontelban, in B so oft verketzert haben soll!« , ist 
khl groÖ genng, am dieser vermntnng allen boden za ent- 
Dor Verfasser von P war ja ein uachlilssiger omarbeiter, 
I der Sache selbst angenschetnlicli nicht allzuviel lag; so 
t er wohl in sechs jähren dieser sadie fremd genug geworden 
I bei der anf«rtigung der abschrift B dieaen namen und 
V timo aberlegnng fulscli zu lesen und niederzuschreiben. 

I behanptnng, dass in A die uratu uiedersclirift de« abcr- 
I zu «rblickon sei, l)vdarf für jeden, der gelcgeubeit hat die 
ghrift eioznauhn , keines eignen beweiaes. In sehr vielen IUI- 
l der ttbeisetzer, wie ha bei rasctier arbeit za gehn {iflogt, 
WOfU Magelsuen and dieae dann auf die fehler ant^crk- 
i dsrch Aber* oder oebensiiisoh reiben zugesetzt. Oft 
k konigiert , eiu falsclies wart mittelst ilurdistrelchung. 
r larbe, getilgt. So U)2a sluB'^l vor schlußein, lßl8 
I über der zeile, imft sU vor den stal. 'iSH da 



472 

da vor Was, 2789 sc vor Beinolt, 2792 vnd s vor kone, 2801k||flTi 
vor faren , 3360 sich vor hinder , 3765 geleiden dorehgo 
darübergeschrieben hen*en; nach 3777 lieber herre Tolpin (t|^ 
3778) gestrichen, nach 4071 ein wein Blassen (vgl. 4072) u. &. flh 
nnd da vergaß der Übersetzer auch dieses dnrchstreiehMi, 
ja wohl erst nach beendignng einer seite geschah, und so Uiebe^i^ 
falsche nnd richtige lesnng nnmittelbar neben einander stehn. Bfr 
hin gehört der vorhin angezogne fall 704. 

In B können wir schritt für schritt das bestreben eikflUB 
die reime zn bessern nnd hochdentsche formen für die läufig Mf- 
tretenden niederdentschen oder niederländischen einzuführen. Du 
streben nach bessemng der reime gibt sich besonders darin kn4 
dass die in A oft an länge ungleichen reimworte dnrch anhftngag 
oder abwerfnng des im fünfzehnten Jahrhundert beliebten -e iii' 
geglichen werden. Vgl. 155. 56, 235. 36, 257. 58 u. s. f. Sti» 
men beide handschriften vom selben Verfasser, so ist leicht 
nehmen, dass dieser im laufe seiner arbeit und vielleicht 
ähnlicher art sich ein besseres gefühl für den reim angeeignet wl 
nun den sorgfältiger geschriebnen kodex B auch mit bessern iri» 
men habe ausstatten wollen. Das vermehrte streben nach kuk 
deutscher form lässt sich dadurch erklären, dass zwischen der A- 
fassung beider handschriften eine zeit von sechs jähren vermndiii 
andauernden Heidelberger aufenthalts des Verfassers liegt , in wt 
eher dieser spontan einige niederdeutsche eigentümlichkeiten abg^ 
legt haben konnte. 

Meine ausgäbe bietet nicht mehr und nicht weniger als diNi 
genauen abdruck von A. Auf die Vermutung hin , dass die rds- 
besserungen in B wirklich auf den Verfasser des ganzen zurfickn- 
füliren seien, wagte ich es nicht in allen diesen fällen B zu folgok 
Nur da, wo in A sich eine unzweifelhaft falsche, durch schreibfehhr 
oder nachlässigkeit des Schreibers entstandne les€urt fand , die ii 
B wahrscheinlich unter Zuziehung der mnl. vorläge gebessert WU) 
habe ich kein bedenken getragen B zu folgen. lieber die beidei 
handschriften ist im texte niemals hinausgegangen K Textbe88enmg<n 
suche man in den anmerkungen am Schlüsse. Durch die erstes 



1 Bis auf geringe orthographische änderungen, wie de der Litt^ 
rariflche Verein vorschreibt. 



473 

t venc sind Bämnitlich^ nbweir Illingen von 1! angemerkt, in der 
t> nur noch wichtigere nnd aolclie, in dunen B eelbet ungteiche 
*wort« bietet. [>a B möglicher wei«* des yerfasBei« vun F re- 
ItÜoD Itazter band daretellt, glaubte ich ein solches verfiihreQ 
Chi mngehn zn liQnnen. 

Eioe der »ichtigslen fragen, welche eine nntersachnng wie die 
kriiegejide bieten Itann, die nach dein Verfasser von P, ranas Idi 
Uer einstweilen nngelöst lassen. Der versnch znr lösnog ist 
kn vor 50 jatiren gemacht worden , aber auch nur der versnch, 
■0 Hoffmann von Fallersleben, der beransgeber des mnl. Renont, 
■nie seine behanptnng, dass Johann von Soest der Verfasser von 
ui, nnr ititrch ändere gründe zu sttitzen, die fVeüich der wahr- 
Atinlirhkeil nicht erroangeln. Johann ', der söhn des Steinmetzen 
•Über Gmmelknt, geboren 1448 zn Unna in Westfalen, verlcbto 
B (näßten teil seiner Jugendzeit zn Hoesi. von wo ihn Johann 1, 
grtog von c'leve, mitnahm, am des knaben schöne gesangsgabe 
■Anden zu lassen. Nach wechselnden Schicksalen, die ihn in die 
bdcUnde, nach KSln nnd endlich nach Kassel in die dienste des 
Hfrafen Lndwig von Hessen fBhn^n, begab er sich nach seines 
Iner« Ludwig tode zn ende 1471 oder anfangs 1472 nach Heidel- 
kf an d'^n hof des pfalzgrafen Priedricli des sieghaften , wo er 
b ^gerrnuister ange«t«Ut ward. Hier heiratete er, studiert« me- 
Un ond ward doctor medlcinae. Auch in des nachfolgen von 
^tidricb , Philipp des aufrichtigen, diensten war Johann singer- 
tiiiler ond hufarzt. Nach dem tode seiner fran heiratet« er znm 
ftdton male, miisste dann 1494 nder 95 wegen bofstreitlgkeiten 
Udelberg verla&sen, zog nach Worms, dann nach Oppenheim, wo 
r ak arzi praktiziert«, endlich nach Frankfarl am Uain. Hier 
HdiloMt er am 2. Hai Iä06 sein leben. In der Barth o In nillna- 
Mw findet »ich sein grabstein, anf welchem er merkwürdiger weis« 
b bcinunen Steinwert trOgt. Johiuin war entschieden ein nicht 
iwOhtdJcher mann von begabnng und Strebsamkeit. Namentlich 
I edne g&he sein leben hindurch treu geblieben, die des dtdi- 

I Rlnlg« Hiner dlchlnngen sind vtillstiindig erfaa]l«n, «Inige 
I teile. Ein gedieht von der unbefleckten empfIngniM der 



I MMit Rfidiger, wi« ihn Oervintu, g«acli der deuticbttn dichtuDg *, 



474 

Jungfrau Maria soll sich handschriftlich zu Hamburg befindet*. 
Eines „Wie man wol eine Stadt regyren sol*' befindet sieh hui- 
schriftlich zu kloster Einsiedeln*. Zwei andre, 1) Eyn spndh 
gedieht zu lob und eer der Statt Franckfort. Anno IdOl, 2) J«* 
hanns eigne lebensbeschreibung in reimen, gab J. C. v. Fiekiit 
ans einer ihm gehörigen hs. in dem ersten bände seines Fniit 
furtischen archivs für ältere deutsche litteratnr und geschichte 1^ 
heraus ' und besaß noch ein weiteres werk Johanns ,eine eridftnaf 
des textes der evangelien auf die meisten sonn- und feiertage te 
Jahrs, in reimen, 1503 geschrieben.^ In Heidelberg hat Johan 
auch ein sehr umfangreiches werk , das mnl. gedieht Die Idnte 
von Limburg, in deutsche verse umgesetzt *, Das verständniss dff 
niederländischen spräche musste ihm, dem Niederdeutschen, der Jahn 
in den Niederlanden verbracht, keine Schwierigkeiten bereiten. Dieb- 
terische begabung besaß er. In Heidelberg konnte er leicht fl 
einer hs. des mnl. Renout gelangen, wie er zn der der kinder M 
Limburg gelangte, denn im besitze der Schwester Friedrichs, 
sieghaften, der bekannten pfalzgräftn Mechthild \ befand sich, lil 
Püterichs ehrenbrief ausweist, neben «Malagys' und „Margifli 
von Ltinburg" auch ein gedieht „Reinhart" •, welches, da es hAA 
Malagys genannt wird, wohl nichts anders ist als eine hs. des flL 
Renout. Die hohe Wahrscheinlichkeit der Identität des Beinhiit 
und Renout wird zur gewissheit, wenn wir bemerken, dass der * 

% TT • 

fasser des 1535 gedruckten deutschen prosaromans von den Bfr 
monskindem den beiden der geschichte stets auch Reinhart nemt 
In beiden fällen ist der name Reinhart die ungeschickte, misivtf- 
ständliche Verdeutschung eines fremden namens, des mnl. Be- 
nout und des afrz. Renaut, zweier formen, die sich lautlich sehr 

nahe stehn. Die beiden Übersetzer waren mit den lantgesetzen dtf 

* 

1 Deutsche gedichte des mittelalters. Herausgegeben von ▼• ^ 
Hagen und Büsching. 1. Berlin 1808. 4^ S. XXIH a. 2 Anzeiger für 
künde der deutschen vorzeit. N. f. 12. Nürnberg 1865. 4^ 8p. 468. Ä 
15 S. 75 bis 139. 4 Cod. Pal. 87. Ausgabe des mnl. Originals «• 
van den Bergh. Leiden 1846. 5 Vgl. über diese Martin in ZeüadiT' 
d. gesell seh. f. beförderung der geschichts-, altertumi- und Tolkskund« 
von Freiburg. 2. Freiburg i. B. 1872. 8°. S. 145 bis 272. Straoch. 
Ffalzgräfin Mechthild. Tübingen 18^3. 8°. 6 Adelung (Jacob Pfito- 
rieh von Keic berzbau«en. Leipzig 1788. 4®. S. 10) liest »Rdchartc oid 
denkt an Richard Coeur de Lion, Malagys ist ihm unbekannt ^^ 
unten s. 477 und ebd. anm. 4. 5. 



t 475 

-^hderUndischen and des FranzösiBchen unbekannt, also griffen sie 
^■Mk dem scheinbar lautlich verwandten geläufigen Reinhart an 
^Mb des seltnem Eeinolt '. Ich muss noch darauf aufmerksam 
dass unter Püterichs Reinhart B nicht verstanden werden 
da der ehrenbrief bereits 1462 geschrieben ist, während die 
von P von 1474 und 1480 datiert sind. Dass Johann von 
die Kinder von Limburg aus dem Niederländischen übersetzt 
staht fest, da er sich selbst in der hs. nennt *. Hoffimann ver- 
)t wohl mit recht, dass die daselbst gegebne datierung 1470 
Ich für 1480 steht, da Johann 1470 noch nicht in Heidelberg 
Johann befand sich zur zeit der entstehung unserer hss. A 
B in Heidelberg. So ist es doch gewiss wahrscheinlich, dass 
■to der Verfasser von P angesehen werden muss. Diese ansieht 
denn auch Martin vertreten '. Dagegen hat sie Gervinus ganz 
Leden verurteilt, und ich muss sagen, dass mir dessen urteil 
dieser sache mehr gilt, da er allein von innem gründen geleitet 
konnte, denn er hat die verschiednen handschriften alle selbst 
Er sagt^ „dass der Verfasser dieser Übersetzung [der 
von Limburg] mit den bearbeitem des Reinald, Malagis und 
Eine person sei, wie Hoffinann will und wie sogar Jonck- 
nnbedacht nachschreibt, ist ganz unmöglich.^ Ich selbst kann 
entscheiden, da ich von Heidelberg fem bin; indessen ver- 
16 ich diese angelegenheit aufs gründlichste bei nächster ge- 
NteBlieit zn untersuchen und in der ausgäbe des Malegys oder 
^Bfar klarzulegen. Es gäbe noch ein kriterium, durch welches 
Htti n dnem leidlich bestimmten resultate über die heimat des 
kiArbeiters gelangen könnte. Ich meine die Untersuchung der sprach- 
h s» a n nnd reime von P, der letztem vorzüglich in den abschnitten, 

il^ Bi nr seite steht und man also des Übersetzers eigentum mit 

* 

1 Wabncheinlicb gehört es auch hierher, wenn in der Eoelhoffschen 
i^miuilr von Köln unter den »clusen of capellen dair besloesen suesteren 
i« sine »so sent Reinhartc statt Reinolt angeführt ist. Vgl. Die 
der deutschen städte, 13 (Köln 2), 466, 11. 2 Vgl. Hör. Belg. 
^« 103. aam. 2 und Wilken, gesch. d Heidelb. bücherschätze 337, 
LXXXVIII. 8 Übersicht der mnl. litteratur in Zs. f. d. phil. 1 (1869), 
l77 «nd Verzeichnis der wichtigeren nieder 1. schriftsteiler und schrift- 
^Strk« in band 2 der deutschen ausgäbe von Jonckbloets gesch. d. nie- 
iarL lileratar von Berg. Leipzig 1872. 8^ S. 674. 4 Gesch. d. deut- 
diekiang ^ 2, 72, anm. 88. 



476 

Sicherheit von dem des niederländischen dichters trennen kaim. 8i 
lange ich aber nicht anch Malegys nnd Ogier in ähnlicher wobi 
geprüft habe, verzichte ich darauf meine beobachtnngen aosfühiM 
mitzuteilen. So viel steht fest, dass der bearbeiter ein Niederdcxt» 
scher war, der hochdeutsch dichten wollte. Anch dies spiitehe fii- 
Johann von Soest. Und dazu kommt noch, dass Johann in dt 
gegend, wo der held der Heimonskinder begraben lag nnd ab U^ 
liger verehrt ward, zu hause war. Die orte seines jugendanfent^ 
halts Unna, Menden, Werl, Soest sind alle nicht weit von Dort* 
mund entfernt. Johann konnte also wohl ein persönliches intercM 
wenigstens am Reinolt nehmen. Leider lässt uns die haaptqüelll 
über sein leben, was die frühere Heidelberger zeit bis 1494 angeUil 
gänzlich im stich; die hs. seiner von Fichard abgedrackten lebeaii 
beschreibung hat nämlich an dieser stelle eine lücke, auf d( 
ausfüllung wir leider nicht hoffen können. Da Johann ziemlich 
ständlich sein leben beschreibt, konnte wohl in dem fehlenden 
schnitt auch von seiner übersetzerthätigkeit die rede gewesen 
Was ich von Johanns Schriften kenne, macht allerdings einen 
bessern eindruck als die höchst mangelhafte Übersetzung des 
nout. Einiges, wie zum teile seine lebensbeschreibung , ist 
recht ansprechend. Seine reime sind wohl dialektisch aber 
schlecht wie die von P, die verse sind wohlgebildet nnd ziei 
genau innerhalb der alten regel der vier hebungen gehalten. Doel 
diese gedicbte sind auch in einer viel spätem zeit verfasst, daJ*i 
hann mehr gelernt haben konnte. Begnügen wir uns indessen eioA 
weilen mit Vermutung und behalten wir Gervinus entschiedne ik 
lehnung von HofTmanns bebauptung vor äugen! 

Die erste mitteilung über P machte meines Wissens Friedricl 
Adelung 1796 in den „Nachrichten von altdeutschen gedichttl 
welche aus der heidelbergischen bibliothek in die vatikanische g» 
kommen sind"" *. Doch erst 1799 in den „Fortgesetzten nachrick' 
ten** ' gab er einige proben aus dem Reinolt und Malegys. Jscfll 
Cxrimin besprach dann 1807 im Neuen literarischen anzeiger • Ad» 
Inngs unznsammenhängende nnd unvollständige nachrichten ui 
bemerkte bei dieser gelegenheit, dass der vom Erlanger rezeft 



1 Königsberg. 8^ .S. 24. 25. 32. 2 S. 64 bis 68. 3 Vgl 

nr. 12, 8. 179. Auch kl. sehr. 6, 5. 



477 

bei dem gpdicbt« von Reinolt vermntete ztisammenliELiig 
^einke der fachs sicher ohne gmnd bleibe, denn die geschiclite 
Beiinoiiskioder sei ohne sweifel illter als die erste spur vom 
Du pfingBtfest, fährt er fort, and seine liebliche zeit 
xa gebrUnuhlicher eingung, wozu sich in allen romancn von 
tafelrande belege finden lassen, als daaz sie za jenem schlnsz 
iligen kSonten." Demnach hatte also jener rezensent durch 
UmUcbe einkleidnng des eingangs im Reinke de voa nnd im i 
[t sich za solcher vermntung verführen lassen. Das war nnn | 
li grundlos, denn pHngsten gilt ganz allgemein als die schönste 
M Jahrs (vgl. P 12) nnd daher die geeignetste hof zd halten*. 
fflngvtlAge waren ancli als gerichtstage beliebt '. Nicht nn- 
Ich ist, dass noch eine andre berflhntng zwiscfien der Reinolt- 
Seinhitrtsage den irrtnm jenes rezensenten nnterstätzte. Die 
Ml Reinatt and Keinhart werden nämlich, wie schon erwIUint, 
verwechselt. In dem prosaromane von 11)35 heißt Beinolt 
Aart, und schon der biedere Päterich von Reicherzhansen nennt 
I neben U&lagiis Beinhart *. TTmgekehrt aber hciüt Renart im 
luiislertm texte des Roman de RenaK Raynaldo *. 
iGArres ist der erete, welcher dem Reinolt emste an^erksam- \ 
r widmete. Durch seinen landsnmnn Ferdinand Olücklo in Rom | 
B er znnächst abscbrifl von anfang nnd ende des gedieht« nach 
'damals in Born befindlichen Pßlzer handschrift 399 (il) erbal- j 

Diese fragmente teilte er 18118 in der selbstsnzeigo seiner 
4ft (Die teotschen volksliüchf.r' * iu den Heidolbcrgischen jähr- 
htm* mit. Es sind die vers« 1 hix 111 nnd 1Ö283 bis zn ende, 
ftbschrift ist ma.igeltiaft und ungenau. Dass am anfange bei- 
'■fragmente die initiale fehlt, scheint dex abschreiber nicht b»- i 
ht m haben. Schon hier kündigt UQrres an, das« von Ulßcklei I 
pm elfer fUr die alte lileratur" nicht nor noch eine vollstAndig« 1 
Inift d«* Reinalt, sondern auch noch .eine reiche ausbeute voB I 
r merkwürdigen biblinthek" zu erwarti-n sei. Die grotSe aVi 
Anng der deutschen von der franziisischen beurbeitaiig der Bd* ■ 
Bige brachte Gitrres auf den hier schon gellubcrten gedank(«,J 

1 d. h. in der ErUntfar literktunailatig. DieM i>t mir Biefat rk-I 
1^. 2 Vgl. V 7361' I. » Orimm. ra. '. ■. 621. 4 Zi. f. <L.I 
rtH^ S. *9. Str. 9H, &. 5 Vgl HarUnm anig»!« 2, 3&8 I. bmiwlM I 
ro. fl HddMUirg 1807. S". 7 Jahrg 1. >bt. S, 41« Ul U. J 



478 

dass alte fränkische sagen nnd romanzen zn grande lägen, dkikk 
dann beim zerfallen des Frankenreichs jede nation auf eignttah 
liehe weise angeeignet habe. „So wurde denn aneh dieeer geg»| 
stand in französischen nnd deutschen gedichten unabhängig 1»»| 
beitet, und später erst gingen, wie beynahe alle romane in 
so auch diese Volksbücher durch anflösnng jener dichtungen hemt^ 
Bald erhielt Görres auch ein größeres stück des Reinolt imd jjlalA 
nun eine ausgäbe des gedichts. Er trat deshalb mit FiieUk 
l'erthes in Verhandlung. Der maier Philipp Otto Runge BoUte KJ 
der dazu liefern und war auch aus besondrer lost an der 
sofort bereit, ja er begann alsbald an einem zyklus von zeichBiiiga| 
zu den Heimonskindem zu arbeiten. Anch Clemens Brentano hitt| 
ihm darüber mitteilungen gemacht. Ehe noch zwei dieser 
nungen fertig waren, musste freilich das ganze liegen bleiben, dai| 
Runge hatte es zu gründlich angefangen '. Schon am 22. 
1810 erklärte nun aber Perthes, er könne sich „für die Hc 
kinder nicht engagiren^ '. Doch war diese ablehnung nicht 
endgültig anzusehn, denn am 2. juli desselben jahrs schreibt fllFJ 
res an Jacob Grimm „Die Heymonskinder , ein ganz vortrefflüil 
gedieht von 15,C00 versen, wird wahrscheinlich Perthes übenfr' 
men'^ '. Schon damals trug sich Görres, den Glöckle fleifiigrf' 
abschriften bediente, mit dem plane einer Bibliotheca Vatioaii 
welche eine reihe jener wertvollen in Pfälzer handschriften erinifc' 
nen altdeutschen gedichte in mehreren bänden bringen sollte. Va^ 
weilen mangelte noch der Verleger zu einem so umfangreichen m' 
wenig erfolg versprechenden unternehmen*. Glöckle scheint nnttf- 
dessen, da sein vater ihm weitere Unterstützung weigerte, ft 
absieht ausgesprochen zu haben seine abschriften zu verkaofti' 
Von der Hagen war nun dahinter her; doch er erlangte nicht ?Ü 
Den Lohengrin nahm Görres vorweg und auch die Heimonskbte 
schienen ihm zu gut für von der Hagen *. Wie es scheint, hat J- 
Grimm bei Görres wegen der Heimonskinder angefragt, wahrscMi' 



1 Vgl. Görres briefe 2, 85. 86. Runge an G. 9. m&ns 1810. V^ 
daselbst s. 330 bis 33 und Runges binterlassene Schriften (Hamboig 
1840. 8°) 1, 250 bis 55. 2 Görres briefe 2, 96. 8 A. a. o. 8.106. 4 A. 
a. o. 8. 106. Vgl. auch meine ausgäbe von Arnims Trost Kinsamka^ 
(Preiburg i. B. und Tübingen 1883. 8^) , XVII f. 5 Görres briefe l 
106 und 110, G. an J. Grimm, 23 juli 1810. 



479 

I ^en&nere UllcrarhUtoinHdie daten xa erhalten. GünvH war 
i niKh ninht im Blande eine eiitsclieiduDg zn trefFen , da er 

) htütte des gediclits znr hand hatt«; doch that er achon 
den bemerkenswerten aiisaprach .es wird indeeseii, at^he 
ynM , stein »chwer fallen , der tenlschen literatnr dieß gedieht. 
Ttadixiren* '. Anch Ogier nnd Maleg>-s zog er bereits in be- 
«ht, Dil' erste Stockung im verlanf d«r Verhandlungen über die 
imonskinder trat ein, als ßuiige erkr&nkl«. Noch eclden IVeilicb 
I kranklielt nicht bedenklich , nnd tiiirres sprach schon am \(i. 
lt. 18Hi die bol&inng ans den inal?r rüllig hergestellt alü lieben 
tt tiei sieh in Koblenz zu selin. Dar» Rnnge seinen beistand 
r dh Heimonskioder zngesagt, erfütlte ihn mit vergnügen; doch 
I ihm Rnnges ursprünglicher plan zn gewaltig fUr die vor- 
insgabe nnd er frente sich , dass Rnnge es nicht ver- 
(he seinen malergeist in den kleinen sackpnffer der roiniatnr- 
W mit einznladen : ,MaÖ doch anch der alt« rie»e Reinold 
biem tn^fTlichen Bay&rd hineinreiten in den kleinen kAfigt, 
: Karl der grotie mit seiner massenie zusammengekauert ge- 
ilst*!' lo kleinem fonnate also, als almanach, sollt« der 

II «rscfactnen. Doch Perthes erklärte sich dagegen, mindestens 
bmat schien ihm geraten. Am 17. september 1810 schrieb 
Oflrres, Rnnge wolle gern seine Zeichnungen dazn gfben, 

HJ «r etwas besser , doch trüge bei bnistkranken oft der 
L Die ausgäbe war beschlossen, alles schien nnr an GÖrres 
Igto * Ho teilte er denn alxu am 5. Oktober J. Grimm mit 
Hvymonskinder erscheinen zn ■•e1«m (Dilll] bei Perthe« mit 
■rbildem aus den manuscript«n * and zeichnnngen von Rnnge 
I nettes schiines bnch.' Da traf v(jn Perthes nacliricht ein, 
nf Ranges hülfe zn verzichten sei, da dieser ohne hoffnong 
l«r lieg« *. Am IS, dezeniber Kfarb Runge zn Dresden. Ja- 
tan bewin fortwährend das lebhjifleste inl«ressc am Keinolt, 
ba BT am 16. novcmber 1810 tiörrcs mit, dass von der Ha- 



I brish 2, 112. 8 A. a. o. • 117 trit W. S A. a. o. 

L 82. 4 Aber nicht aui A oder B , da disM ohne bilder tind. 

Bt&h Mllt«n pamende miniatiiren andrer bandachrift«!! wicdor- 

l|BbM w»rd«D. Vgl. a. a. o. a 128 ^ A. a o. ■. 125, 

nl«r mr. 4&), dMMu monattdatiiDi fehlt, tat der ob«ai ■ 

B kklWr BChsr hinter 46 einsumhen. Vgl. i, 330, au 



480 

gen im zweiten bände des Bnchs der liebe die HeimonskiiidaiirMi 
drucken lassen wolle. „Das, meint er, wäre nun ein gnmd ftr !■ 
Verleger Ihres gedichts, den druck zu beschleunigen, weil ihm 
die concurrenz manchen unschuldigen käufer kosten kOnnte.' Ti 
der Hagen wollte aber den prosaroman yon 1535, die ü) 
nach dem französischen, abdrucken, und das schien J. Grimm 
übel, da das Volksbuch, welches offenbar mit dem altdeutachoi 
dichte zusammenhänge, frischer und reicher sei und daher ml 
verdiene nach einer altem rezension abgedruckt zu werdoL 
von der Hagen so glücklich sei diese auszufinden, könne er 
auch zu seiner historischen einleitung Grörres ausgäbe des 
gedichts benutzen '. Von der Hagen sollte also, da der erfolg 
ausgäbe zweifelhaft und höchstens durch die neuheit der sache 
beizufuhren war ', zurückgehalten werden. In von der Hageni 
Büschings Museum für altdeutsche literatur und kunst selbst 
J. Grimm 1811 ' seine hoffnung auf Görres ausgäbe aus. Er 
wartete in ihr „nicht nur ein sehr herrliches bild alter 
sondern „auch wichtige literarische hülfismittel.^ Doch durch 
sclüeunigung der ausgäbe einen erfolg zu erzwingen war 
lieh. Da Eunge gestorben, fiel Perthes auf die alte Weigerung 
rück *. Mit von der Hagens fortsetzung seines Buchs der 
ward es freilich auch nichts ; aber der hartnäckige eifHge mann gik 
sein streben nicht auf, ja er scheint versuche gemacht zu halNi 
das alte gedieht selbst in seine gewalt zu bringen. Auch den M* 
dem Grimm war er mit seiner ankündigung einer Eddaausgabe ii 
die quere gekommen, da sie eben im begriffe waren selbst dieEdift 
herauszugeben ^. Es war damals sehr schwer einen Verleger ft 
altdeutsches zu finden. Die Grimm haben sich oft vergeblich ^ 
mülit. Es zielt sowohl auf diese vergeblichen anfragen als uA 
auf von der Hagens quertreiberei, wenn J. Grimm in einem hrkfc 
an Görres* wünscht: „Möge es Ihnen nur mit den fleimonskindai 
und den andern vatikanischen gedichten, die Sie bereits in hSn^ 
haben, günstig gehn." Von der Hagen hat wohl bei Glöckleii 
Rom ernstliche schiitte gethan um eine abschrift des Beinolt » 



1 Görres briefe 2, 137. 2 A. a. o. s. 144. 3 Bd 2, 227, »«* 
4 Görres briefe 2, 190. 5 A. a. o. s. 310. 6 3. mai 1812. A. i^ «• 
8. 312. 



481 

■iialton. Oörres antwortet einen monat später auf Grimms brief : 
Hagen auch zu den Heymonskindem vorgedrungen und das 
Bayard mir aus dem stall fuhren möchte, ist mir so lächerlich, 
die Edda ärgerlich gewesen. Es wird sich niemand nach Rom 
m, und ihm das zwei finger dicke manuscript noch einmal 
»en; das meinige aber ist einmal für ihn nicht herauszu- 
Er denkt wohl eine gute zahl subscribenten Glöckle zu 
dass der's ihm überlässt. Dem allem wird nun durch meine 
idignng der Bibliotheca Vaticana ein ende gemacht^ Reinolt 
ausersehn in Görres Sammelwerke keine geringe rolle zu spie- 
In der ankündigung der Bibliotheca* nennt Görres Beinold 
Xontalban, bekannt unter dem namen der Heymonskinder, die 
der dichtungen des norpiännischen kreises, „ein werk in 
yersen, das nie genug gelobt werden kann, und die äußere 
ausgenommen, sonst in allem würdig den Nibelungen zur seite 
die Odyssee neben der Iliade.^ Auch die beiden bilder, welche 
Otto Runge dazu geschaffen , dachte Görres noch in be- 
zf\ seiner ausgäbe zu bringen '. Hebt er auch in der 
das Rolandslied besonders hervor, so galt ihm doch' 
M als der mittelpunkt der ganzen Sammlung. Für dies werk 
er sich vor allem. Er hoffte für seine Bibliotheca am 
Stimmung machen zu können, wenn er den Reinolt wieder 
großem publikum näher rückte. So sandte er also an Fried- 
Schlegel für dessen Deutsches Museum eine probe aus P in 
orthogpraphie und teilweise neuer sprachform , welche dieser 
^«ftuLhm *, Nach einer kurzen einleitung in Görres art fol- 
zwei abschnitte des gedichts, I „Wie Reynold seine mutter 
lt.* n „Wie das edle ross Bayard in der Seine ertränkt 
nach unsrer Zählung die verse 3111 bis 3458 und 13058 
13211. An den lesarten meines texts lässt sich prüfen, dass 
nach der hs. B (399) gearbeitet hatte und dass er wenig 
war getreue kopien zu liefern*. 

* 

a. o. 8. 325. 2 Vgl. den anzeiger zu Gräters Idunna und 
nr. 19, 8. okt. 1812. 3 Görres briefe 2, 333. 4 A. a. o. 
.887.346. Deutsches Museum, 4. Wien 1818. 8^ S. 298 bis 320. 

^^ Briefe von J. Grimm an H. W. Tydeman hg. v. Reifl'erdcheid, 
bronn 1883. 8«. S. 93, W. Grimm an T., 29. jan. 1815. 5 Vgl. 

L K 8182. Vgl. Görres über Glöckle, briefe 2, 510. 

31 



482 

Im kreise von Görres frennden war man eifrig f8r die BiU 
theca Vaticana bemüht. Auch Friedrich Grenzer glaubte ihr l 
fall prophezeien zn können '. Am ernsthaftesten betrieben ab^ 
brüder Grimm die sache. Am 14. november 1812 sandten sie G 
res eine liste von dreizehn Subskribenten. Das sei alles aoftre 
bare, denn in Kassel herrsche eine gewaltige gleichgtlltigkeit gef 
litteratur'. Diese gleichgültigkeit war aber auch anderwärts 
hause, wie Windischmann berichtet *. Görres aber war unterdes 
mit aller macht in das politische leben hineingezogen worden. Sil 
Rheinischer Merkur verzehrte ihm all seine zeit. Er mochte m 
selbst zu der ansieht kommen, dass er unmöglich zweien herrn fi 
neu konnte *. Kurz, mit der Bibliotheca ward es nichts *. 

Lange bevor aber dieser betrjäbliche schluss klar gewc 
bethätigte Wilhelm Grimm noch ein besondres Interesse am 
nolt. Er ließ sich ende 1812 Glöckles absohrift von Görres 
den * und behielt sie lange. Wie es scheint, wollten beide bi 
Grimm vereint eine ausgäbe des gedichts veranstalten. Am 6.1 
1814 schrieb Wilhelm an den damals in Paria weilten Ji 
„Wäre es möglich für dich außer dem Reinhardus ein gedieht 
zuschreiben oder abschreiben zu lassen, so würden doch die 
monskinder und der damit zusammenhängende roman von 
(nr. 7183) den Vorzug verdienen, zumal wenn uns Görres die 
ausgäbe überläßt^ \ Es handelte sich also darum auch des 
französischen Renaut zu vergleichung mit dem Reinolt und 
Wertung bei der ausgäbe des letztem habhaft zu werden, 
am 20. märz 1817 gab Wühelm Glöckles abschrift auf Görres W| 
an diesen zurück ®. Görres wünschte die abschrift wieder in 
den zu haben, um danach „die Heimonskinder als Volksbuch, 
verse wie prosa abgesetzt, drucken" zu lassen. Da nun die PI 
handschriften wieder nach Heidelberg gekommen war^i, hatte GÖi 
durch vergleichung mit den originalen die mangelhaftigkeü 
Glöckles abschrifteu erkannt und so auf einen genauen abdrad^ A 
gedichts verzieht gethan. Wilhelm Grimm stimmte Görres bei, ii 
dem er bei der rücksendung an diesen schrieb : „Die handschil 

1 Görres briefe 2, 359. 2 A. a. o. s. 361. 3 A. a. o. «. Ä 
4 Vgl. Briefe von J. Grimm an Tydeman, s. 54, 5. mai 1815. 5 GAB 
briefe 2 , 509. 6 A. a. o. s. 373. 7 Briefwechsel zwischen J. «■ 
W. Grimm aus der Jugendzeit, s. 319. 8 Görres briefe 2, 510. ^1 



48S 

betäen eiemplaren aehr nikchlilBig und das alt« gnliabt ( 
; m gnmrt go^angt^n, unt«r dit^een nmatäiiileD wird f^fiillnb 
Mtte s«tii, eine bloäe prosaübersetzang zn fcebon." E« Iflt j 
knxiuiehint'a, dase W Grimm damals scliou die Iinid«ii haud- i 

1 de« gedJdiU selbst eingeselin liat. ViellHirJil Iiuttti (iKm» 

kklee absctarift die geringen abwrichnti^eii von A an oiniKen 

I notjerl, ho dasa W. Oritnin auch eiimn ainblick in dun ZQ- 

dea texta in A bekommen. Kinstweilen aRbelneR die brfldfiT 

I noch der ansieht (roweaen zu sein, daaa P ein dentadieii 

il Mi. Ala Jacob Grimm noch im jähre 1H17 die beiden 

ihriflen in Heidelberg seitist kennen lernt«, kann dl<-it aeJinii 

•ste meinnng umgestaltet haben. Einstweilen Ict jedorJi 

nichts gewieset davon zu sparen. Von HeidelbiTg ans fragt« 

I bei Gnrros über deasen absiclilcD an, ob er utlmliuh da« giv 

,in prosa lösen nnd EDsdineideu, (»der genau abdrucken laaien* 

In ersten falte würde er aetbat .sich noch mancherlei mit 

t %o thnn machen aiid vielleicht eine firmlldie abttdirift 

n.» Im letzti^n falle mü»iw OlÖcklc« »btichrin nadigeprüft 

b'. Gömw erltlilrte darunf seine alinielit, war gern bereit r.urilel^ 

n tud hielt CS selbst für besser den text selbst .[nnvehlndrrti'j* 

bcn, wenn Urimm glaube, daaa der text aus den baiden haod- ' 

ea Iddllch wieJerhergeatellt wurden ki>nne *. Nun UeUea siub 

Imn nadi Jacobs rllckkehr eine dc>r handschrlfien nach KasMil 

ko. Doch da» leidige abschrelbeu selireckltr ale ab, nnd so 

■ie G&rrea nochmals uui Gl<)cklnt absiJirift. um dieae nth 

ericinal zn vergleiclien. Orirres aairl'- die verHnudiing KU *. 

war geuanem prtlfnng der bai)d*chrifl/-n nnn ■clielnl bei den 

I OtImib die amicbl dnrchgednaiKeit n >rin , Amm l' keine 

MUkteug. Mond«m nur «ine Hbcnetziiitg clm» nimlnrlHudi- 

I lUntcIlit. Ala in Jakm 1880 Hoftnaiin von VMun- 

iriMi 4v iwageAutdiMa Kcnoatbrvehitlelu!, mldm «r obiw 

> «Olli«, an Jacob Oriws undt«*, 



Qami hriA, S. &20. 2 A.a.O. *. i'i*. I A. a ». %tti. U». tW- 
■ v*Aar, am 9. Juli 1820, hatl* nolfniaaii an tjirmaa Bittet- 
fhv ivii p(r|pUD«aU>)Ut«r «nw *tniiMatlielwn llolandnMiaM 
Ami am vnht abtvvadt. waleb> in «iMr bolUwliarfica artt- 
abfMlnadit ««Hra siJll«. TjAmmb Uwokbni dana dU isthÜ- 



484 

ihm dieser die Wahrheit in einem briefe, dessen wesentlidiste b^ 
Btandteile hier vorgelegt werden müssen. Jacob schreibt an H 
angnst 1820: „Das mir mitgetheilte bmchstück eines altholliiit 
sehen lieber: flamländischen gedieht» ist merkwürdig, sdieint 
aber nicht sowohl ans dem roman von Roland, sondern au 
von Reynalt v. Montalban oder den Haimonskindem sn 
Bekanntlich ist das altdentsche gedieht etwan im 14. jahriii 
ans einer flamländischen qnelle, nnd von dieser hätten wir nm 
stück wiedergefunden, übersetzt worden. Zn Heidelberg lieget 
vollständige hss. davon nnd ich zweifle kanm, bei einer reise 
würden Sie die vermnthlich genan entsprechenden stellen zii 
leicht auffinden. Dann lassen Sie doch irgendwo beides dei 
der- nnd den hochdeutschen text drucken, mit den anmerkongfli/ 
welche die vergleichung an die band gibt. Die abkfirzung B 
deutet gewöhnlich Reynolt oder vielmehr Reynout, wiewohl ue uA 
Roelant heißen kann, wie der zus.hang ausweist. In den mir 
getheilten Zeilen finde ich keinen anstoß. Das ansiaßen der 
tion in eelt (held) astelike (hastiglich) scheint auch flämisch, 
goet als 4 (vier) bottoen (soviel als vier knöpfe, d. h. nichts)**.'- 
Wenn nun auch durch diesen brief die natur von P im weMl^i 
liehen erklärt wird, so zeigt sich hier Jacob Grimm doch nockk 
einem irrtume befangen, von welchem er sich scheints niemals ta- 
gemacht hat. Er hielt die beiden datierten handschriften niekfc 
tiir die des dichters, sondern für spätere schlechte abschriften einff 
fassung aus dem vierzehnten Jahrhundert. Nach dem oben mit- 
geteilten fand ja auch Wilhelm Grimm das gedieht in den bsirfr 
Schriften „gewaltig zu grund gegangen", nnd Görres war zweiW- 
haft, ob der text aus den liandschriften leidlich wiederhergesteDt 
werden könne. Jacob (irimms ansieht war, dass die übersetnfflf 
ursprünglicli in rheinisch-westfälischer mundart abgefasst sei. Kfr 
ser dialekt schien ihm wohl für das ganze gedieht auf kritisches 
wege herstellbar. In der zweiten aufläge seiner grammatik, 1822*, 
sprach er noch die hoifnnng aus dnrch kritische behandlung dei 
gediclits grammatische aufschlüsse über diese mundart zu erhalten. 



telun^ an Bilderdijk. Vgl. Briefe von J. Grimm an H. W. TydemM, 
8. 97. 98. 

1 Germania 11 (1866), 379. 380. 2 1, 455. 



48& 

vechselt« also die in ilem weMnLljeli hoolidentMi-Jirii lex!« V 
inog darcbdringende lieimisclie raaudiut du» lioarboit«n mit 
■etwa auzosetzendeii wesIiUliaclien vorläge dor haiidHuhrlfl«!! 
Später bat danii HoffmaDn ües berichtitcl '. 
1 gcdaoken an eine ausgäbe d<« gedieht^ liahen die lirUder 
l in einer zeit, da sicli ihnen bald hölKir« zielte hoUin, ufTiMi- 
c bllcn gelassen. Auch iittree denken aud MU-'!b(^a ward 
b bahnen gelenkt. .SpUt, im jalire 1827, fragte A. L. Fol- 
rch Lasaberg an Gfirres gewiesen , bei diosviu noch olnmal 
t abBchrill an*. Wir erfahren aus diesom bricfe, dau auch 
l die abschrift von flSn-ea zur eiusfcbt erhalten. Auf soU 
mag Olöckles vielgereiste arbeit verloren gegaiigun 
TVenigstens findet sie sich, wie herr dr. Jocliner In ManutiiiD 
t initt«Ut, nicht mehr unter GitrrM papieren. Auch Kit- 
r besab eine abschrift des gedichlx naeh A , an» welcher Hn- 
r nr Uigns-saga mitteilnngen machte '. 

Ohne die vorläge zn kennen , aaa wetdier 1' nachwlsllcli 
, kann man doch nicht uubemerlcl InsKfrn , daM dli-m< vor- 
I In nied^^'rdenbKher oder uiederlündivcber «praclie ntigufa«itt war. 
B dieser sprachstnre begegnen auT schritt nnd tritt. Klnlgn 
Mdg« beisgilele mOgen das erlüDtem. 

Der rerfaaaer von P «elE f und b nicht narji hochdeiitaelufT 
Wm «nwloander sn hall«n. 8o tofT 1, löll d. <i., linff KUü, ga- 
U [= geben) lUUT; abcir hob« 'A, bubodc ö, grulieu ( - grafmj 
tot. Er reimt also onbedenkUcfa vertreben : arfiED 177. 7H. Ebnosii 
k Iberall das nnvcrBchabcne t für hochdentadi«» % zu HaAm. Orot 
li, genot 344, vtmUe 1041, morat itXA. Itaher 4tt,n fortwU». 
m reime t:z. Stobt: boh 171.72, Molx : wit •Oü.m, UayiwU: 
iita 743.44, 1US&.36, sbilz : b»U li41.4V, aul: haU« 1231, «C, 
|t: Tcrdrlefi 1109.10. S«fcraAniMd ckl:ft. KnOHt- knA): 
kAt 815. 16. kr«fft: gadecht «7ti 79, tnehl: kraft H7I.72. K<i 
inMhsdil«!! (= MkalUo). flsttarala wßtnm wUkl htaif aa «toll» 
yiaAiaawAtmme^oltrtmakt4tin»mmK«imtr. HlMfeW». 
MHk:alaeh 7Wl% toA (= Uf} «VT, Mcfc: itaA Mt? M, 
K:nrtir»eh Un&TC 8^ Ittrtg to iiiiitriiiii tMmUk, m 



I Vgl. B«f. B4c. V lAI t Oftrai M* M. «W 



48S 

935, 972 : aber auch Lidwigh 411 nack niederiiiidiMhai kwk 
Kommen daza noch reime wie mede: frede 2Q1.2, itele:Mi 
237. a8, stede: mede 292.93, 371.72, 739.40, det: frei 317.11, 
frede: gelede 471.72, neden: geraden 533.34^ frede: ttede688bHt 
frede: rede 692.93; tegen: getregen 14^.50; konig: ring 7.^ 
konyg: ding 209.10; irre: ferre 1373.74; kone: aoie 24Lt{ 
263.64 n. o.: mwe: tranwe 531.32; wal: aal (=ymA: mOS) IMJ 
66; formen wie destmerde 189, ran 228. 234. 369, laD (=: a^ 
254, sal 1355, wal 549, is (= es) 514, bkben 1816, foB 1600i.«.A 
80 wird man bei einem wie P im allgemdnen hochdeotidiea taiti 
die annähme einer nicht hoch- oder mitteldeotscheii yoriage lU 
von der band weisen können. Eine anzahl von reimen ist ü 
mittel- oder niederdeutsch möglich wie mnte: bmte 311. 12, baiM 
groß 277. 78, foß: groß 1499. 1500; doch überwiegen eigentibU 
keiten niederländischer art so erheblich, dass man jene auf 
oder nd. gebiet weisende formen nor etwa anf rechnnng des 
bers oder etwa des hochdentsch dichtenden md. oder nd. 
setzen kann. Der Wortschatz ist wesentlich niederl&ndisch, 
zeigen vor aUem die vielen ans dem französischen s 
fremdwörter wie assant 14194. 14243, batalge 11979, bovier 1 
caligieren, kalengieren 6514. 6341, campon, campion, kampion 
9528. 9672, caritate 5672. 5788. 7755 n. 9., dangiere 4902, 
geren, fallieren 12961. 14826, forest 6256. 6584. 13441, ge 
6496, lodieren, loderen, loyeren 6151. 6175. 14087, malige 
9238, morßel 10519. 10603 n. ö., nose 9167, ostage, ustage, 
9535. 9537. 9543. 14410, porpont 13*392, pose 9196, prenden 
5292. 5444 n. ö., pynsen 13587, lybalt 6886. 6903. 6907 mid 
dre, die meist nur auf nl. boden vorkommen. Ganz spezifisdi 
derländische werte sind femer: konigstavel 6541. 6568. 7471 
mustart 9509, oberdat {~ mnl. overdaet) 9953, pnten kynt, 
sone 8184. 8277. 8301. 10644, achoß mal 7091. 7125.8865, 
12260, vertrechen 12506, wrene 182. 1729. 3049. 3607 ü. o., 
(= tale) 6608. 6695. 7365. 7988 u. o. und noch viele andre, 
man sich aus den anmerkungen leicht zusammensuchen kann, 
vielen fäUen sind diese mnl. worte einigermaßen in hochd« 



1 Vgl. die anmerkung zu 6541 und zu der ersten belegstelle df 
hier yerzeichneten worte. 




487 

I pebndit , In ebenso vielen fitUen sind sie nnvennilt«U bü- 
Eine eigen tum Uchkeit nl. Ii&ndschriften besteht in den . 

} von V für w. Aach davon haben die lisa. von P, b&- | 
B A, sparen bewahrt So vrene 1729, vorten 5905, vys, \ 
. 5781, vil getan (= wel gedaen) 5974, vip 1M27, zyl vOe 1 
0076, vil 13546, vorvare 1464ä. Der Verfasser von P, fibersetzar 
her mnl. vorlade, verstand oft ninl. worte aof den ersten blick 
IdiL Er half sich dann , wenn er leichtfertig Enerat das mnl. 
iBrt karzw«; abgeschrieben hatte nnd damaoh einen kleinen ge- 
Snaubisa empfinden mochte, dadurch, da»s er am rande die ilber- 
MOBg oder ancb verhuclideutachnng des worts snschrieb nnd dareh 
MWtaiingwEeiclien andeutete, für welches wort des text« das bd- 
fcrhrifiliir eingesetzt werden sollte. Meist haben beide hss. diese 
liMMi, seltner nar eine allein. Ich stelle sie alle hier zoBammen. 
BS wrrne| frenel A. 7Tß proben) i>nlfen B, 1360 mij] mir AB, 
pBB kab) spm AB, 17^ vrene] frech AB, 1740 afo <abe A)] ab 
1, 207« dorporheit] tompheit A, tftmheit B; 2283 lot] biy AB, 
Ip4 dwais] narr AB, 3(171 holt] holcz AB, 4403 nnbliden] betrenb- 
■ ttdnr vnfl-ulichen AB, ä.131 sporte] rort B, 5f(09 begegenen] 
■pyiien B. 5056 mot] mnä AB, 5(173. 578» taten] laßen AB. 7078 
pitidiBntj myet«nt A , 7ßCF7 pacz] frid A . 7675 Wl^Ane (Bnlkane 
1)1 al bnlcane B, 9131 ennck] hecht AB, 9643 lennen] leucknen 
i, lencken B; UH86 off (äff A)) ab B, 13442 besten] Üeren AB. 
Bis anf wrene , welches wort dem öbenelxer anfangs ganz 
bMd war, »ind also alle diese worti'. richtig glossiert, wenn man 
M dsm ortanamcn 7(175' absieht. Aber an andern stidW sind 
Im tUwnBtser Skr^e missrersttlnduiMe nnd vcrwimingen begegnet. 
Im welchen er sich anf keine nnstüadjge art hcraaszn helfen rer- 
ttAU. Bo heüit es 718 .sprach der oberste stohte man.* Das 
t bwer anainn aitd natürlich nur missrerstaadnes „oventohe* os 
banUobK. 7fi(J ,nnd habe de« expeii risf» mut*. Noch mdir nil-_ 
hü. Die Rtdl'> wÜTf (ihm- die hülfe der volksbUcher schleohtor^ 
iigi anvmUlndUch niid onerkDIrüch, Ihich aas den rnlkshBchmn 
dm wir, dan e« heiSen mnas: ,and habe &••* espentinni mut*, 
kd dw der klage tDMVHtser espon tin für mnl. eapen-teen = 

, «pcaunralg nahm '. Die verse 798 bis 801 sind ehenao 



488 

schlechterdings nnverständlich. Ich habe in der anmerkang auklü 

gezeigt, was sie bedeuten sollen. 

11574. 75 ir dnnt mir bitter herberg za nacht, 
ist entlaoffen nch mit myner krafft. 
Auch ohne die hülfe der Volksbücher wäre dieser grobe 
bitter für mnl. beter = besser, leicht za bessern. 

13656. 57 scharianten zn ors and za ftiB 
wollent sie dar senden za spot. 
Faß and spot können nicht reimen, wohl aber mnL foet and 9ML|i, 
Ganz derselbe fall liegt vor 13693. 94 , wo gat and spot im ntai 
stehn für goet: spoet. 13746 „Reinolt ist glich eym risen 
A).^ Das wäre ja schon nicht anmöglich; aber H liest hier 
nolt ist verresen (= aaferstanden) , and dies lehrt ans, dasste 
Übersetzer mnl. vorresen als „für einen riesen^ fa88te^ Sddff 
missverständnisse mehr findet man in den anmerkangen verzei« 

Wie ich nachher zeigen werde, glaabte man anfänglich 
Reinolt für eine deutsche originaldichtung halten za müssen. G9] 
scheint daran zuerst gezweifelt zu haben. Später nun fand Wt\ 
mann die reste des mnl. gedichts und Jacob Grimm entdeckte d< 
Zusammenhang mit P. Seitdem steht es fest, dass P nur eine fibff- 
tragung des niederländischen Renout ist. Da etwa 2000 TerM 
dieses mnl. gedichts erhalten sind, ist es uns möglich, wollen isi 
können des bearbeiters ziemlich genau zu prüfen. Um die ve^ 
gleichung beider texte möglichst zu erleichtem, habe ich die vers- 
zahlen des Rt nach Matthes ausgäbe meinem texte oben von 8eite 
zu Seite beigesetzt. Wie sich aus dem folgenden ergeben wirf, 
ist die Übersetzung P nicht der art, dass diese verszahlen stets 
ganz genau stimmen könnten. 

Die art, wie der bearbeiter seine mnl. vorläge behandelte, IW 
sich in wenig werten kennzeichnen. Vor allem ist er darauf a» 
zu kürzen. Er erreicht diesen zweck auf verschiedne weise, oi- 
mal dadurch, dass er manche verse ganz auslässt, dann durch ss- 
sammenziehung mehrerer verse in einen oder in einige von ge- 
ringerer anzahl. 

So fehlen die verse Rt 2 , wofür freilich eingesetzt ist P 532 
hin uß zu sehen, Rt 10 nach 538, Rt 32 bis 35 nach 552, Bt 49 

* 

1 Vgl. die anmerkang. 



Bt 12 bis 14 aind g^leieli 540 , Rt «7- ß8 «ind 
67». Rt 83 bis Ö« = 593 bis 96, Rt 97 bis IUI = ti06 bis 
Bt 105 bis 111 = 611 bis 613, Kt 112 bis 119 = IIU. 15, 
i bis 146 = G34. 35, Rt 174 bis 186 ^ 659 bis 063 n. b. w. 
n niclit welligen stallen versteht der beiu-beiler seine vorlöge 
kill odt^r falacb. Einige solcher missverständnlsse sind bc- 
ob«n au solchen stellen gesseigt, wo Rt nicht mehr zur seit« 
Nun noch ein paar beispiele, die sich an Rt prüfen lassen I 
Ifit es Rt 143. 44 

Uhenie aoade die grarinne 
Urekeu dese grot« onminne. 
ist P 632, 33 übersetzt: 

Ungern solt die greffynne 
brechen die grüße der myrine, 
E haarer noHinn. der myiine srJieint aus der Mltreihnng li 
h«T\*orgegangen zv sein, da c ]uit dem abkUrziuigHzeicIien 
- wohl als d verlesen werden könnt«. 
L 265 Si hodden menigertiere sprake 
seUt P 2554 

Kit! hatten niunig tore sprach. 
1 486 Wildise itpc, sem myn Irvfiti! 

Uet vorranessen apgcvon. 
2709 WoUent ir sie nff snmmen myn leben 

mit Terretnisse off geben. 
I 613 Ic horde Anceline hedeu geren 

(ioeden raet, ende rroescap seggeo. 
2737 Ich Lurt Aiiceline hut geben giit«n rmt 

ud thintscliafft, das es kein xa guter dat. 
in«> wcDigrn proben ergibt sich sonAchct, daM der be&rbd' 
I NiedorUadiachni dnrcJianH nicht vMUg mlcbtig war, und 
4»m tr wA größter It-ichtffirtiirkvtt rerfttkr Bod ilch gar 
ianm ktanert«, ub eüt vernttnfliger rinn bd tciner Dber- 
B n tag« kna oder nicht, bei den bnantbeo dlo voria«« 



kam ea nu wohl aacb ror, daaa dar Khladit ntawada 




er wie gvwAhalich Bwd rarae 
Er war alio In aalrbeai falln 
Oaa B«- 



490 

ang ihm denn meistens herzlich schlecht. So sind die yene tt 
93. 94 

Spreict legen ons, Hayn^jn here, 

Dat n God geve ere! 
zusammengezogen in den einen P 601 

Sprechent zu uns durch uwer ere. 
Aber nun folgen die bequemen reimworte gnadelike : Lodewike, 
nicht wohl umgangen werden konnten. Also füg^ der 
nach 601 ein 

umb wol tun ummermer. 
Etwas anders war der fall, wenn aus gründen des anstand» 
reimwort der vorläge gemieden werden mnsste. So hatte dsi 
minne zur zeit der bearbeitung einen Übeln sinn ; aber es war seh 
in der stelle Rt 151. 52 

Ende helsten met houden zinne 

Ende seide: ,,spreict, grave, lieve minne!*' 
ein andres besseres reimwort zu finden, für den ungeschickten 
arbeiter war es ganz unmöglich ohne die gewaltsamste ändi 
Er warf also 151 ganz weg, setzte für 152 ein 

P 638 und sprach: „Sprechent, lieber herre, 
und schob danach ein 

des bitten ich uch ummer mere. 
Wenige verse später kam der gleiche fall. Da hieß es Rt 161 

„Waerbi", seit soe, „soete minne**? 

„Ic wilt u seggen, vrouwe gravinne. 

Ic hebbe u gehat, dats waer, 

Lettel min dan .xxx. jaer. 
Auch hier wird P 646 für „soete minne* eingesetzt „lieber hem' 
danach eingeschoben 

des enhoffen ich nummermer, 
dann 162 bis 64 zusammengezogen zu 

Ich sagen uch, frawe, das ist war, 

ich han uch gehapt mee dann .xxx. jare. 
633 aber, an einer stelle, die er nicht verstand, hat derbearböt* 
minne beibehalten. Eine vergleichung der verse Rt 363 bis 66 

Ende slougen dort dat sire vonden, 

Dat binden castele was ginder, 

Sonder w^f ende kinder. 



491 

' 2619 bU 22 

Sie singen tod alles das si l'uudeu 

und gerachen knnden 

sonder wip und kinder ; 

da« WM ine kein liinder. 
n M Kclit die abgeschmackte art des bearbeiten , welcher 
Sl. 62 nnnntig gefnnden und best^itigt hatte. Man vergleiche 
r Rt 462. 63 uiit P 270b. H. Von Ähnlichem ist weiter unten 
die rede. 
I>le reste des mnl gedieht« Renont van Muntalbaen sind mehr- 
keransge^eben worden. Bekanntlich war Hoffmann von Fal- 
ben in den besitz der pergamontblätter gelangt, welche von 
.' CT Hamm in Westfalen auf biicherdeckeln gefunden worden 
L HoflImanD ertüelt die bmchstOcke erst nach nnd nach. Zn- 
Maaß er nur zwei davon, welche 4UÜ vej^e nmfassten. Von 
1 gab er am 9. jnli 1620 an H. W. Tydeman nachricht und 
I einlK*^ <rerse mit, dasa dieser sie in einer h o 11.1 ndf sehen xelt- 
tt bekannt mache *. Über Hofftnanng belehning durch .T. (.<rimm 
beu ben'its gehandelt. Die erst« Jilfentliche nachricht mit taa- 
S Oiid proben gab Boffmann 1821 in .Bonner bmclutäcke Tom 
ti" *. F.T war nach und nach in den besitz von sedia brach- 
en des Kenoot gekommen. Wie e» aclieint, vermittellA nnn 
■an zwischen HofFmann und Bllderdijk, «o das« dieser 1834 
bwr Eell«chrifl. die bmchslücke in begiritung vieler ans wert- 
' Minerkangen herauspih *. Rs nind die verse 402 bis 799 
I de« absctinitU II bei Uatthesl. 10(X) bis 1405 (»chlnss Itl), 
'■ bb 18U6 I- Vi, 1807 bis 2tNJ7 i =■ Vit, also die brachMQeke 
, ft. 7. 9. 10. I«e verse 40ü und -lOI hatte Bilderdijk im kon- 
^*V?<iaa*^iiT weil die erzlüilung bea»«r mit 403 beginnt*. 

I Dr. C. L P. Tro«, der heransgeber von Lerold« von Northof 
tik d«r graTen von der Hark und ertUKhBfe von KOln (IluDm 
S*>. 'i Vgl oben ■. 488. um. 1. 8 Bonn. 4*. S '21 bb 23. 
■Hat M niofat lieber, da leb die acbrifl nkht Mlbat mUu leb 
cbatd« oben ateta rBrudulOck«« r= «iraelne blMter d«r band- 
., und •Abachnitle* ^ iiuanuBeiili Engend«, teila dnrch mehrere 
. r d«r bandiohrifl dargntellte itOckc d« ütdiclit*. 4 Nieuwe 
^««1- n dicUknadlce venohwlanlMdm . door Hr. Willmi Bilderdük. 
" J L Te Bottardan. 1824. S*. a III bi> 196. i Vgl. bd tiUdw- 
.US. 



492 

Hoflfmann erwarb darauf noch weitere vier blätter deradbea 1iaii> 
Schrift durch tausch wie auch ein bruchstück des mnL Miligk 
Diese vier bruchstücke umfassten weitere 797 verse. HoifiDiuiimsil» 
1830 an zwei stellen von ihnen nachricht '. Die mangelhaftigtai 
von Bilderdijks ausgäbe (er hatte auch alle abkürzungen ivied»|] 
gegeben) und das bestreben auch den deutschen gelehrten ■#! 
vom Renout bekannt zu machen waren es wohl, die HoIBduuui te- 
wogen 1837 nochmals eine ausgäbe des Beinout herzusteUen*. Ii 
ist unbekannt, warum Hoffinann dabei das adite bmchstftck (=1^ 
schnitt IV) tiberging. Aus seinen aussagen im jähre 1830 
unzweifelhaft hervor, dass er es damals schon besaß, und 
schließen in seiner ausgäbe des Renout abschnitt DI und V ' düc^ 
gezählt an einander an. 

Hoffinanns leistung war über Bilderd^k hinaus ein gewaltig 
fortschritt. Er zuerst bemächtigte sich der für eine ersprießl 
kritik unumgänglichen htilfsmittel, der Heidelberger übersei 
und des niederländischen Volksbuchs, welches er zuerst als 
auflösung des Kenout erkannte. Früher hatte er noch unbed« 
Claes Verbrechten den dichter des Renout genannt*, nun zog V, 
es vor die frage nach dem Verfasser ganz zu umgehn. Dage^tt' 
stellte er eine bekannte persönlichkeit, Johannes Gmmelkut, ge- 
nannt von Soest, als den Verfasser von P auf. An der ausgäbe \A 
zu tadeln, dass Hoffmann mit dem texte etwas willkürlich umging 
und auch an keiner stelle über die grundsätze sich aussprach, die 
er bei seinem abdi*uck befolgte. Bilderdgk ist als unbrauchbar 
längst zur Seite gelegt ; mit Hoffmann müssen wir heiUe noch nebei 
der neusten ausgäbe des Rt rechnen. Bilderdgk hatte von Hol- 
mann später auch abschrift der vier andern bruchstücke erhalten, j 
Aus Bilderdijks besitz waren alle diese abschriften an H. W« Tyde- 
mann gekommen, und dieser wieder hatte sie der bibliothek d» 
Maatschappij voor Ned. Ijetterkunde geschenkt. Hier ruhten sie, 
bis 1866 dr. W. Bisschop in den Handelingen en Mededeelingen van 
de Maatsch. der Ned. Lett. den abschnitt IV (bruchstück 8) nach 
Hoffmanns abschrift herausgab '. 



1 Horae Belgicae 1, 57. 58. Fundgruben 1, 207, anm. 2 Horte 
Belgicae 5, 45 bis 124. 3 Bei Hoffmann IV. 4 Her. Belg. 1, 57. 5& 
5 S. 88. Ich zitiere nach Matthes Benout, V. 



bitnUn h&ben die Nfederlünder in fiiaxelnen zeiuchiiftarük«!]! 
Kinngen veröffentlicht. So Matlho» im Taal- en Lettt^rbodo 
, 14ft bis I4H und ebenda 2Qb bis 282. In dem leUteni 
t kündigt Mairliea bereite suiiie ubsidit an die Ken^utfraK- 
In HoKzers Bibliotheek he ranszn geben. 
» ToltsUlndi^te , beste nnd lehrreidiBte ausgäbe im Houont 
n die von Mattbes '. Diese enthält alle secha abschnitte, 
I durch die Ungunst der zeit allein von dem nmfangrelclittit 
pdichte übergeblieben sind. Durch seine arbeit nn der Ka*- 
s vi. Tolksbachs von den Heemskin deren, von der wir noch 
werden, war Mattbes auf» beste vorbereitet. Gr hat keine 
l^escbent über die fragen nach den Verzweigungen der ver- 
KD redaktionen der Reinoltsiige klarheil zu liekonimen. Wir 
n Uatlhes nachrttbmen, daiw er nacli Zinuow der •^inl!lKe war, 
^ mit erfolg nntemabm, das munigfaliige malerial xinnlich 
ladig zn durcharbeiten. Freilich war ihm die Hache unglotdi 
r gemacht alsZinnow, der nicht £inen voUitAndigen itll«ni 
^en teit vor »ich hatte. Durch Mlchelant« ausgäbe de« 
' war Hattlie« wesentlich vorgearbeitet ; aber e« bleibt ilorh 
tztem neben nnderm das verdienst Uichelant und der beiden 
ftogaben an den handüchrifteu nachgeprüft und richtiggeatvllt 

ler ansgabe zu grnnde legte Mattheit HofTmanns von Fallen- 
den beaitz ätr Itibliotlick der MaatRchaitpij voor Nederi. 
■kgekoiUMaiB steefarift ron deaMn pergamentbmchstfldun. 
Iiete hUAnltlrel bemiWe er duMben dümt P, dl« Umo»- 
Bad dn BaiMB In Minen venKhlednm geetalUa, Die 
lg der ha. behielt lUttitea faet dnrchwcff bei. In aebur 
leheo einleitonf weUct aieb der hermiuf^ber beMnden mit 
ixSeiacben lextm atmdaudrr. Er aehddet dieae to drd 
, denn dritte die Uieete nnd best« redafeÜHi dnrMMDt, 
Oe, w4ebe lUdudut nach der ha. 99 U VnUlm knn«nli, 

Mont m MontalbMB. Mt laMdliig m aaat^^mtBfm. door 

JUUlMi. Te an>an«eB by J. B. Wollen, im. tMtl aal 

■ 8*. Die MMiiahi Uda lU« Ikrfwvnf U von IMIaen B)Ute- 

1 Dw bw|«MnllrUi<iJt 



4 



404 

Aber anch dieser text stellt nicht die Renantsage in ihrer ui^rtif- 
lichen eiuheit nnd einfachheit dar: schon sind die licher vaui^ 
menden , ursprünglich nebeneinander bestehnden landtohaftM f^ 
schiednen beiden redaktionen der sage, die nördliche nnd dte M* 
liehe, darin zusammengeflossen. 

Dass nun der Renont nach dem französischen gtasMbA 
steht wohl fest; aber in welcher weise der übersetser dabä 
gegangen, lässt sich leider nicht feststellen. Denn derBenoit 
spricht keiner der bekannten französischen redaktionen. 
kommt zn dem schlnsse, dass der Renont ebenso wie der imtUt\ 
chelant heransgegebene Renans 'die Verbindung zweier oder 
älterer redaktionen darstelle. Paulin Paris hat gezeigt, wie im 
nauB vielfach dieselbe Situation zweimal, aber mit verschii 
werten und in verschiedner fHrbung geschildert ist. Ebenso, 
Matthes, sei es im Renout; doch sei die Verschmelzung der 
redaktionen im Rt anders hergestellt, wie im Rs. Nicht aUe 
die Mattlies vorbringt, sind stichhaltig. Ob wirklich die 
wettkämpfe der Heimonskinder und Ludwigs im steinwerfen 
im Schachspiel auf einen Ursprung zurückzuführen sind, man 
hingestellt bleiben, und es ist entscliieden zu viel gesagt, sie 
sprünglich identisch zu nennen. Auch dass das Schachspiel 
spätere fassung darstelle und dem Ogier nachgebildet sei, sind 
erwiesne behauptungen. Andre halten das Schachspiel ün Ogkr 
für nachbildimg des im Renaus \ Die falsche mehrzahl inBtSift 
welche Matthes s. XXIV anzeigt, kann auf einem schreibfddff 
beruhn und beweist jedenfalls nichts. Die doppelheit der stdltt 
Rt 330 bis 37 = 324 bis 29 und :^47 bis 53 = 338 bis 46 i< 
nicht erheblich und belangreich. Kurz, Matthes beweismittel fli^ 
nicht die besten. Doch wird im ganzen daran festzuhalten A 
dass auch im Rt keine ganz einheitliche darstellung , sondern ^ 
im Rs eine verquickung der beiden ursprünglich landschaftlich p" 
schiedenen redaktionen zu sehn ist. Und zwar ist im Bt di 
südliche vorgezogen, wUhrend im Rs die nördliche überwiegt W^ 
thes ist sogar geneigt im Rt eine doppelte fassung der südlidMi 
redaktion als vorläge anzunehmen. Der bearbeiter habe diese w- 
den vorzüglich und daneben auch die nördliche benutzt*. P** 

1 Vgl. Matthes, Inl. XXXIX* anm. und XLVl. 2 Inl, XXVIL 
XXVHL 



489 

bB 52 nach 564, Rt 12 bis 14 sind gleich 540 , Rt 67. 68 sind 
leich 578, Rt 83 bis 88 = 593 bis 96, Rt 97 bis 101 = 605 bis 
J7, Rt 105 bis 111 = 611 bis 613, Rt 112 bis 119 = 614. 15, 
t 145 bis 148 = 634. 35, Rt 174 bis 186 = 659 bis 663 u. s. w. 
An nicht wenigen stellen versteht der bearbeiter seine vorläge 
mr nicht oder falsch. Einige solcher missverständnisse sind be- 
Bits oben an solchen stellen gezeigt, wo Rt nicht mehr znr seite 
icht. Nun noch ein paar beispiele, die sich an Rt prüfen lassen! 
o heißt es Rt 143. 44 

Gheme sende die gravinne 

Breken dese grote onminne. 
ite ist P 632. 33 übersetzt: 

Ungern solt die grefiynne 

brechen die große der mynne. 
te ist baarer onsinn. der mynne scheint ans der Schreibung o 
Arne hervorgegangen zn sein, da o mit dem abkürznngszeichen 
^ber wohl als d verlesen werden konnte, 
ß- Rt 265 Si hadden menigertiere sprake 
It ftbersetzt P 2554 

sie hatten manig tnre sprach. 
Rt 486 Wildise oec, sem m|jn leven! 

Met verranessen upgeven. 
ö P 2709 Wollent ir sie uff summen myn leben 

mit verretnisse uff geben. 
* Rt 513 Ic horde Anceline heden geven 

Goeden raet, ende vroescap seggen. 
ft P 2737 ich hört Anceline hut geben guten rat 

und irnntschafft, das es kern zu guter dat. 
diesen wenigen proben ergibt sich zunächst, dass der bearbei- 
des Niederländischen durchaus nicht völlig mächtig war, und 
dass er mit größter leichtfertigkeit verfuhr und sich gar 
idit dämm kümmerte, ob ein vernünftiger sinn bei seiner über- 
Mnmg zu tage kam oder nicht. Bei dem bestreben die vorläge 
k kürzen, kam es nun wohl auch vor, dass der schlecht reimende 
«trbeiter aus dem im Rt gegebnen Stoffe keinen brauchbaren 
«im ausfindig machen konnte, wenn er wie gewöhnlich zwei verse 
a einem zusammengezogen liatte. Er war also in solchem falle 
genötigt einen ganzen vers eigner mache einzuschieben. Das ge- 



496 

hier stellt die fabel des Rt das ältere nnd bessere dar. Kit&H | '^ 
beweist dies recht einlenchtend daran , dass sich im Bs adbit «- 
innenuigen an die im Rt dargestellte fabel finden, die im wite* 
spräche mit dieser ejnleitnng stehn '. Die fassnng im Bs stanl 
aus einer nnnrsprünglichen verbindnng der fabel des Benve d'Aigi^ 
mont mit der des Renaas. 

In dem abschnitt seiner einleitong, der den Rt im beaondot 
behandelt, setzt sich Matthes zunächst mit Gaston Paris anseinsndK 
Dieser hatte behauptet, das mnl. gedieht gehöre dem vienehitai 
Jahrhundert an '. Die züge von barbarei , in welchen JoncklM 
einen beweis für das hohe alter des Renout sah, hält Paris nur fir 
karikatur und gerade für anzeigen späterer abfassung. Matte 
zeigt nun, dass die roheit im Rs mindestens ebenso sehr hemcM 
wie im Rt. Mit solcher motivierung, meint er, könne man ebew 
gut auch die älteste redaktion des Rs ins vierzehnte jahrfaundot 
versetzen. Für uns ist daraus, dass Jonckbloet und Paris von dff^, 
selben beobachtung aus zu so verschiednen urteilen komm^, 
zu schließen , dass diese beobachtung als basis eines Urteils M 
das alter des Rt gar nicht benutzt werden kann. Matthes mW^ 
sich auf Jonckbloets seite stellen, doch führt er auch noch geis- 
tigere zeugen für seine ansieht ins feld : die unreinen reime desBL 
»So lange wir keinen andern mnl. Renout kennen als den dnitk 
die bruchstücke dargestellten, müssen auch Maerlants Zeugnisse uf 
diesen bezogen werden * und nicht, wie Paris will, auf ein andm 
älteres gedieht. Genau lässt sich die zeit der abfassung des Bt 
nicht bestimmen. Wir müssen wohl mit Hoffaiann, Jonckbloet 
nnd Matthes die zweite hälfte des dreizehnten Jahrhunderts dafir 
ansetzen. Hofi^nanns ganz grundlose behauptung, dass Claes Ve^ 
brechten der dichter des Renout sei *, bedarf keiner Widerlegung. 

Matthes möchte gegenüber Hoffmanns ungünstigem urteil * des 

dichter des Renout ein wenig heben. Allein er vermag Hoffinumns 

aufstellungen nicht zu entkräften. Es bleibt dabei, dass der dichter 

keine erhebliche begabnng besaß und dass er wohl sich ziemlMi 

genau an seine uns unbekannte französische vorläge hielt 

* 
1 Matthes, Inl. XXXIV bis XXXVI. Vgl. auch G. Paris, Hiit 
poet. de Charlemagne, 301. 2 Hist. po^t. de Charlemagne, \^' 

3 Matthes, Inl. XXXVIII. 4 Horae Belg. 1, 57. 58. 5 Horae Belg. 
5, 100. 101. 



497 

I abficiinitt vou Uattliea einleitimg kiLodelt von der 
Gegeoülier Reiffcnberga ond MichelanU ' zusammen- 
larhiig Rdnolta von UonUilbiui mit dem z. b. im PBendo-Torplniis 
feAnUndeu Rainoldns de Alba Spiua verliält sich Hattlies mit 
Mfct tkeptisck Die «iitetebnng der Reinoltsage ist verbiiltt iind 
ihi wollt nie anfgedrckt werden, wenigstens nicht, in nnerer zeit, 
h die ugeiiTondinng nnd die vergleichende litte ralorgeachicbte 
■tb nicht die kinderschuhe aasgetreten haben. Alle datienmgen, 
ris die von Jonchbloet auf gmnd oder angrund ganz allgemeiner 
•obitclitnngen versnchie , haben vor der band gar keinen wert, 
tif einztdne pnukte von Uattbes bemerkungen über die sage werde 
Ik spater zurückkommen. Richtig ist, dass Dentacbland nor sehr 
lldiige erinnemiigea an die Reinoltsage enthält, selbst die utildt« 
|lMi fabelhaOen beiligenlebeus , Köln nnd Dortmund, nicht antt- 
In Deutschland hat die sage niemals rechte warzel 
Mt. Fast alles, was unser volk vod Keiuolt weiti, bat es aas 
B allbeliebten prosarumane geschöpft. W.lhrend aber ans ao- 
1 Volksbüchern züge in deutsche lokalsagen und miLrcben iiber- 
. bat ein sulcJier einflns» von seilen des Beiuoltronuuis sich 
. geltend gemacht. Anch dies wird onten besprochen wer- 
Mit einem historischen .kern* der sage vermag ich nicht zu 



Matiltes teit Ist mit großer sorglält behandelt. Dass die schrei- 

Ig der bandschrin bis anf geringes Imibehalteo ist, kann ich 

kt tadeln. Anf einzelnes ist in meinvu anmerknngen bezng ge- 

llatthes hatte übrigens besser gethan, nicht Hoffmanns 

rn die in der kr>nigliclieQ blbliothek zn Berlin 

Bwahrten brochitOcke der handschrift seiner ausgäbe zn grunde 

• legen. 

Uiichbaltige anmerkangen kritischer nnd exegetischer art und 
tventeichniss sind Uatthr« Uenout beigegeben. 

I hat die ansgab« im AuseigiT fär deutsches altertfanm' 

1 mnd cnent den gegrilndelen Vorwurf in bezug auf die 

[ der handschrifteo des Bt erhoben. FUr nngegrUDdft 

i dagefen doo tadel rrklllren, den er gegiui Hatttiea behand- 

I liohteL Sobald «in Utt«raMrdeukJua] nur in einer 



• S08. 8 1 (1S76), 21B bii 



m 

handschrift überliefert ist, soll und mass der heraiugeber rid ii 
seinen ändemngen zn gonsten bequemerer lesbarkeit od«* IdditHtf 
überschanong der dichterischen eigentümlichkeiten des vcitotf 
möglichst beschränken. In solchen flQlen ist sogar der diploMf 
sehe abdmck gerechtfertigt. Wie will man ans der &nm 
Schrift mit Sicherheit erschließen, was des dichten ist und was 
Martin bemerkt selbst, dass das gedieht fiberarbeitet edieiiM. 
könnte doch wahrlich normalisierende behandlmig des tezts 
zur erklämng des dichters beitragen. Wenn mehrere handsehiM 
vorliegen, so wird der heransgeber wohl von selbst daranf 
seinen text nach dem bestehenden brauche einzurichten, oder 
er wird die Orthographie einer bestimmten handschrift zn 
legen, je nachdem es die umstände des einzelfalls erfordern. It 
den grammatiker ist die Schreibung unserer mhd. ausgaben oftgf^ 
nug ein hindemiss. Ich behaupte im g^ensatz zn Martin, dil 
man mit der normalisiemng in vielen fällen auf reine autoritSt Mi 
viel zu unbedacht und zu leichtfertig vorgegangen ist. Eine will 
liehe norm bestand im mittelalter nicht, so wenig wie eine 8cfa# 
spräche in unserm sinne. 

Im vorliegenden falle nun besitzen wir nicht einmal eine in- 
ständige handschrift, nur einige bruchstncke, die etwa 2000 vom 
eines gedichts von mindestens 20,000 versen umfassen. Und diflt 
bruchstücke von ungleichem werte, diese bmchstncke dnes scb« 
überarbeiteten texts sollte man normalisieren! Nein, Matthes kit 
ganz recht gethan , ja ich wünschte, er wäre in seinem verfahm 
noch konservativer gewesen. Schon im Taal- en Letterbode ?« 
1873 ^ hatte sich Matthes tadelnd über Hoffinanns etwas \fU^ 
fertiges verfahren ausgesprochen und betont, dass solche metiioä 
verwerflich sei , besonders wenn man nach einem unicom heni^ 
gebe. Diesem satze pflichte ich vollkommen bei. Meines eradütff 
hätte jedoch strenge methode denn auch die ausfüllung der IfielA 
in der handschrift vermeiden und alle größere ändemngen desteitt 
in die anmerkungen ven^^eisen müssen. Matthes hat indessen A 
ändemngen und einschiebungen durch knrsivdmck kenntlich ^ 
macht und damit auch strengen anforderungen genügt 

Die handschriftenft*agmente des Renout befinden sich, wie seht* 

1 4, 265. 



490 

I LD der liesprecliaDg: tod Hatthes Ausgabe mitteilt, nnt«r der 
' Ms. gerin. Fol. 7Ö1 anf der königlichen bibliutUek zu Ber- 
U E» und ztim blätter einer pergamenthandschrift des vierzelm- 
■ jahrlianderU. Jede Geite enthält zwei kolnmnen vdq je 5Ci zei- 
PL. Die liiiUe der kuluiimen betragt 21,5 cm. , die gröfite breite 
Mnr kolainnen zasammen 15 cm. Die bei Matthea fettgedruckt«]! 
Ilialen ' sind rot. Anf blatt 1 bis 4 (bis vers 799) sind die an- 
■^bnchelAben der einzelnen Zeilen ganz sdiw&rs. anf blatt fi bis 
1 ivTch einen senkrecht durchgehnden roten strich aasgezeichnet. 
b von Hoffmann outerBchiednen drei schroiberhände ' acheinen 
Ml ohne weiters sieber zu sein. VValirsckeinlidi gehörten die 10 
akgnente einem und demselben haudachrifteubonde an *. 

Die erhaltoen abschnitte des Kenoat nnd der text von P ent- 
1 einander wie folgt: 

fit P 

L 1 bis 199 532 bis 676. 

(= brachstlick 1) 

n. 200 bis 799 2h()6 bis 2937. 

(= br. 2 bis 399, 3 bis ä»9, 4 bin 799) 

m. SOO bi> 1406 9643 bis 10093. 

(= br. 6 bis 999. ß bis 1201, 7 bis t40ö) 

IV. 1406 bis 160G 10244 bis 1U3S4. 

i (= br. 8) 

I V. 1607 bis 1806 14061 bis 1421^. 

L (= br. 9) 

i VL 1807 bis 2007 14Kftl bis 15033. 

I. (= br. 10.) 

l, II Tloffmanns erste, III xweite, V. Vi dritte band. 
iNe Torlugv viiii P zeigt im ilnUem eine gewisse Verwandtschaft 
Ml dfln frAgmenlen. L'nd zwar änden sich mehrmals grötiere ini- 
Uon b) i' nnd Ul m derselben stelle. .So Rt 462 = P 2ätfa A, - 
Kii)22 ^ I- 2736 li, Kt'578 ^ P 27»7 A, Kt 1I73 = P 9918A, 
b 1378 ^ P 10006 Ä, Rt 1662 ^ P 14104 A, Rt 1706 ^ P 
kU40 A, Ut 1766 = P 14194 A. Einmal enupricht ein ^ara- 



1 Z. b. SD. 105. 163. 187. 2 Hör. Belg. V. 105. MatUiw. Be- 
il Vn. 3 Diei klloi gdtigc mitteiluiiK der bcrm dr. J. HOUar 
I dr. W. Ennui von der kgl. Iiibliolhet m Berlin. 



500 

^raphns, P 14900 AB, einer initiale, Rt 1865. Diese fiberaaitti- 
mnngen fallen also in die Renontbrnchstficke 3 6 7 9 10 oder ll 
die abschnitte n ni V VI. Weder in der RenontliB., noch ii i' 
oder B lässt sich eine zweckbewnsste anwendnng der isitiik 
nachweisen. Die initialen müssen also in beiden blind zum Uti 
ans einer altem vorls^ herübergenommen sein, in welcher sie it' 
gelmässig etwa am anfange der kolnmnen oder Beiten vwwM 
worden waren. Die Verwandtschaft der RenontbrachstScke «I 
nnsrer hss. A and B ist keine anmittelbare, die übereinstiiniiuiicft 
in der anordnnng mehrerer initialen stellen lediglich den rest cta# 
frühem überliefemng dar. Geht nnn schon hieraas hervor, da» V 
hs., ans welcher die bmchstücke stammen, nicht die vorläge voiP 
gewesen sein kann, so lässt sich das aas innem gründen nochTU 
wahrscheinlicher machen. Die abweichangen von Bt and P aii 
nämlich häafig sehr groß. Daneben zeigt sich aach öfter ein zi» 
lieh genaaes zasammeugehn der beiden. Im ersten abschnitt li 
Eenoat schließt P ziemlich genan an , ebenso im zweiten , dii 
weniger gegen ende. Im dritten abschnitt finden sich viele a^ 
weichnngen and lücken aaf beiden selten. Am stärksten sind tiü 
abweichangen im vierten abschnitt. Im fünften schließt P wMi 
genaa an, nnd zwar in höherm grade als sonst. G^egen ende jedock, 
nachdem noch Et 1787 genaa P 14213 entsprochen, gehn beUe 
texte ganz aaseinander. • Da aber hier die Historie van sent Bei- 
nolt aaf selten von P steht, muss wolü Bt überarbeitet sein \ I> 
sechsten abschnitte endlich ist der anschlass von P wieder ziemUck 
genaa, nachdem nar im anfang ein aaseinandergehn sichtbar ge- 
worden. In den anmerkangen za den oben zasammengestellto, 
den Btbmchstücken entsprechenden textabschnitten von P findet 
sich das nötige über die abweichangen gesagt*. Namentlich iit 
stets aaf solche stellen bezag genommen, an welchen einer d^tf- 
dem texte sich gegen Rt za P gesellt [md somit meist die ni- 
nrsprtinglichkeit der fassang in Rt erweist. Schon die vielen mangci* 
haften stellen in der hs. konnten daraaf hindenten, dass Bt woU 
nicht von überarbeitang frei sein werde. Matthes hat die mängd 



1 Vgl. Anm. zu U214. 2 Vgl. zu 597. 2541. 2594. 2827. 2872. 

2921. 9658. 9698. 9815. 9877. 9889. 9967. 10040. 10286. 14876. \^ 
14969. 15991. 15005. 






501 

r gebeseert. Das» diee mSgUcb war, zengt schon für 
> mUÜtniSBmäÖig gro&e txeue von P. Aii der Land vou M b a 
Mal alcb die nnnraprängliehkcit vieler lesarten von Rt njizweifel- 
MA AKclivreiHea. Die veracliiednen bmcliBiücke der KUia. sind 
Ba TerBChiednem werte. Uhue sie selbst gesehn zn haben, könnte 
MA umohmcn, doss sie ans verscliicdaeu bandscbrifteu slanunen. 
■Mcb scheint dies nicht der fall zu sein. Haben wir mit HofRuann 
■ncfaledne Schreiber zu scheiden, so erklftrl sich die ungleich- 
W^kejt des teits aufs einfachste. Die erste hand hebt sich 
) auch durch die einfach schwarzen anfangebucbstabe.n der 
Ton den andern beiden ab. Das geuammturteU über die 
, deren bmchstUcke wir besitsen, hauu uor angUnstig 



W Dnreb ein einfaches rechenexempel nach darchsclinittazahlen 
IfM >lcli der umEong des mnl. gedicbts anf über 2U000 verie be- 
fc"""i Über 5000 sind l>ei der bearbeitung zu P verloren ge- 
iiceii, leider jedoch nicht zum untzcu des ganzen , denn dos go- 
■ht besitzt die ganze nuistündlichkeit und schwernUligkeit ins 
IbMt, ohne sich seiner glattem form erfreuen an können. Nicht 
(toftl daas die ermüdenden wiederhol angen vermieden worden wä- 
ll. Za einer dichterischcu umarbeitting des ganzen fehlte dem 
Inwtzpr gciLJigende begabnng, Er bitlt sich möglichst wOrtlich 
Ht Kine vorläge nnd macht es sich bei seinen kilrzuugen ftnttont 
M|Deio. Dnrch die große trene von P wird die lextiaitik des 
iMont wcseulUch nnteretQtzt An vielen stellen können ohne roObe 
mu verse nnd verspaare ins Uni. zurückübersetzt werden. Die 
rsloni^n hOiX) verse sind zwar kanm völlig Kurttckzogewiiuien, da 
|h Uricen •loellen ihre vorläge, den Renont, luigleichmimiger be- 
iHddt, bald genan wiedergegeben, bald stark gekßrzl habeii. Ver- 
Hiie en formaler herftcllung kUnnen darum docli allenthalben ge- 
■Hkt werdra. MatlJieN hlUtu tür seine aasgab« einen erheblichen 
Mwi aas einer voUständlgen vergleichung der quellen dehon 
IhMK. Der wert einer solchen wird aus den folgeuileu abschnittan 
tilur antersnchmigen, wie ich glaube, erhellen. Diese vorliegende 
^f$ht mit ihren beigaben war Jedooli nicht der ort, siiJi cln- 
tbnd mll der tüxlkritlk de« Rrnont xn \>v(n»iu^i. Irli liabe mich 
■gDüfrt, mel«t nnr kurze andoalnngoii in den anmcrknngen zu ge- 
■L Vielleicht ltnd<: ich einmal zeit, eine genaue vergleichung der 



602 

handschrift Rt vorznlegen nnd daran textkritfsehe bemerkonga a 
knüpfen. Den vollständigen Eenont werden wir auf kritiBchenfrap 
freilich niemals wieder gewinnen. Dies gewiss höehst beuhl» 
werte gedieht bleibt verloren, wenn nicht ein glftckHchM goeHi 
noch eine vollständige handschrift zn tage fördert übA daran kfll 
scheints kaum gedacht werden. 

Wir finden in P eine menge von beziehnngen auf die qidii 
und zwar ist dies die quelle des Renont, da P bei seiner geitafi 
Selbständigkeit diese anspielongen alle oder doch melBt ans idit 
unmittelbaren vorläge herttbergenomm^ haben muss. Diese qid^ 
also das altfranzösische gedieht, wird meist hystorie genaonl ll 
138. 3161. 3425. 4529. 4539. 4541. 4833. 5605. 6218. 7400. 7M 
7834. 9034. 9728. 10186. 10267. 10956. 11398. 11680. 11926. 12« 
12080. 12118. 12184. 12205. 12280. 12284. 12332. 12708. 127A 
13379. 13883. 14148. 14290. 14526. 15079. 15163. Mehmudsaii 
heißt sie buch. So 3164. 3244. 6420. 7026. 8391. 14549. 1491 
Eine deutliche beziehung auf ein gedieht findet sich in dem mI 
nem ausdruck Uet. So 6852. 7373. 7957. 9064. 9255. Nur* 
mal erscheint die bezeichnung abenture 15093. Mehrmals bdü 
sich der bearbeiter auch in allgemeinerer weise auf seine q&t^ 
indem er sagt: als ich laß 959, ist das wäre, das man beechiSA 
fint 1171, Die welschen sagent das vor war 3010, da ich eebl 
4949, Das ist war, so wir fynden daz beschrieben 9100, alsichlat 
12183; oder indem er verspricht, die geschichte so zu melden: aln 
als es vor mich ist komen 14588; oder indem er einschiebt: sagt 
man 15095. Die zur gewinnung von reimen bequemen zwischendltie 
„das ist war^, „das was kunt*', „das ist bekant' werden oft ii^ 
gewandt. Mehrmals nennt der bearbeiter oder Verfasser seine qnelk 
„welsch <* : Die welschen sagent das vor war 3010, Die welschen bndicff 
sagen uns das 14549. Unter „welsch" ist wohl *t waalsch, dii 
Wallonische zu verstehn; die Wallonen reden eben franzöoBch. 
Aber nicht alle diese anspielungen gehn auf die französische queDe 
des Renout, einige müssen auch auf das niederländische gedieht be- 
zogen werden, so vor allem die in den versen 
6218. 19 das saget uns die hystorie waJe 
vor wäre in dutscher zale. 
Die „dutsche zale*' ist aber nicht die „deutsche" spräche, sondern 
die „niederländische". 



^|>eidor ist es bot tu ganz seltnen nUen mSglich am Et zu \ 
1 dieeea aiupielnngeu des DiederlAndischen dicliten | 
Kviu d« dentscheu bearbeitera elgeatnm ist; die roelirzabl dieser 1 
1 ist im Rt nicht erhalten. Und an den wenigen stellen, 
1 fit TOi^licben werden können , zeiget sicii niaht inuner ein 1 
I zosammengelin von P nnd Et. Et 396 ,daer ist läse* 
.als idi läse". Kt 143ö ,Dat duet ons dnt liet ver- 
' Uat«t in P 102ß7 ,alii die liyatorie »pricht sonder Wf 
bem ,Dat aegic D al overwaer" Bl 1U50 eut«pridit .Daa saget 
■i das bQch vor wäre* P 14979 '. Geiiane äbereiiiHÜmniong findet 
leb ntu- in ,Dat doet ons die storie weteu" Et 917 oiid ,Daa 
hat nns die hj'storie wlßen" P 9728; .Des mucht ons die storie 
r^* Et I71U nnd .Des macht nns die hyatvrie wjs' P 1414& 
Buna] kann mau ancb ans den volkabüchem eine Übereinstimmung 
llieclien P nnd Renont erschließen: ,Die bystorie saget nns anch ' 
Irie* P 1Ü186 entspricht ,De bistorie seit' b 137, ,llie lUsttjri 
taUat* > 172. An einer andern stelle, wu Kt hat .Des miiket ui» 
b «ttfrie w^ja* {1720), bietet P {141Ö5) nichw entsprechendes . So i 
I pAJ«o ahuot gescreveu sadi" (735), ,0ns seit de boac, U ' 
I Jan" (7öO). 

Kt stellen, an welchen der verfaaaer oder bearbeiter des ge- 
I telbat redend auftritt, sind sehr zahlreich. Vor allem liebt | 
I der erzählnng von einem gegenständ zum audcni dadurch 
elten, dass er sagt : I 

43 Nn will ich von den [lafiea) bliben 

nnd wil nch von den den lierren scliriben. 
1271 Nu laß ich von dem essen blibeti 
nnd wil das ander fort schribeii. 
206Ü Hie wil ich laüeii von Ileymes kindeni za dicsi-u k,vi 
nnd wil uch sagen von [leymes strydcn. 
, 2141 Nb wil ich Bcb fort dun livren 
von Reynolt, dem wygant. 
3144 Vun Ilcj-mun wil ich laßen bliben 
nnd wil vun sincn klndem ackribeu. 
hnliclic Wendungen begegnen LäuHg. Sii^ sdn-iiie» meist aas der 
Kl&nditchen vorläge berilliergcnonuuen zu sein. So enUprechen 
B stellen: 

88 Maer da hiatorie «ch, «t IT« aber dia Bistory Tsmalt. 



504 

P 2141 (vgl. oben), h 43 Hier wll ik sw^gen yaa AymiUn, eDBef* 
gen van 8\jn kinderen. 

3016 Hie wil ich den konig laßen bliben 
und wil von Reinolt schriben. 
h 58 Hier wil ik swygen van Carel en seggen van RdnontB vnt 
tnren. 

a 77 Nun vdU ich von Kftn : Carl schweigen vnd sagen von Bä> 
noldts Thaten. 

4218 Na la6(t) ich von diesem wesen, 
na hört von Beinolt lesen! 
h 74 Hiervan wil ik een weinig swygen, en verbalen van BeiBfld 
a 96 wil non hiemit schweigen, vnd schreiben fort von BeinoUt 
10273 Hie laßen ich von Beinolt bliben 
and wil ach von Rolant schriben. 
Rt 1441 Hier latic von Renonde bliven, 

Ende willa van Roelande scriven. 
Unzählig sind die stellen , an welchen sich der dichter mit eiü 
Horent, Hie (Na) sollent (mogent) ir boren an den leser weoM 
Öfter versichert er, dass er die Wahrheit rede and keine lüge. Ali 
die wendang, dass er sich anfähig erklärt alles bis ins einiehi 
za erzählen, ist nicht selten. 

41 Man bracht da manicherley gericht an, 
der ich nit alle beschriben kan. 
8840 der heim was sere gat, 
von golt blenkt er rot, 
manig stein stant daran, 
des ich gesagen nit enkan. 
14493 dar kamen hoher late mee, 

dann ich ach kond genennen by namen. 
14761 das ach niemant [kan] erzelen. 
Der dichter erklärt mehrmals aasdrücklich, dass ers korz maelMi 
wolle. 

9704 Was halffes, daz ichs machte lang? 
= Rt 893 Wat holp, dat ict a machte lanc ? 
Rt733 Wat holpe, dat ict apdecte lanc 
Van der bralocht die daar was, 
Also alsict gescreven sach? 
So verloric minen tyt. 




I fchlt P nach 38»t. 

13671 Ich wü es uch uit machen Lan^. 
Mer haben weder dichter, noch bearbeitcr damit die wiüirheir 

Ü^t den 5000 versen des Renont, die hei der bearbojlnng V 
■fewanden , sind viele solcher «wistheiireden des dichter» ver- 
im ftfnagea. In vielen fallen hat nach der bearbeiter ana ver- 
>, die er im libri^n beibehielt, diese zwischenreden weggelassen. 
^ Rt 243. 247. 36ä. 700. 733. 706. 760. 946. Besonders hftaAg 
vi dJ«M aoeUsanngen in den abschnitUn V nnd VI des Bt. Vgl. 
1 t«afi. 1707. 17!y. 172ß,27. 1731. 1740. 1757. 1759. 1775. 17»». 
SO. 1B5S. 1914 n. s. f. Es ist mOglich . dass hei einem teile 
BKT «lallen nicht anslassongen von P, sondern znsützc von Ht 
OUebnea sind. Die vielen anrnAingon der heiligen als sengen 
r mhrfa&ftigkeit dea dichter«, die büntigeu ni den here, die ml 
kMt, Scnmln leven n. ä. hat der bearbeiter je nach hc^inemlich- 
it Rr aeioereiinbediirfhiMe belbehiUteii, amgelindert, ausg«laRseu: 
Rh hat er ähnliche Zwischenrufe beliebig (iiigeseixt. Andrer all- 
Mioem-, nnwichtiger swischenrodon ganz zu geschweigen. 

[Mciiter und hearlieller drILngen siuli also vielfach vor, doch 
Hs HO, dass man iibcr ihre persönlichen veriilklttiisse nicht« er- 
lui. I>i>r ganz« Reinolt bietet außer den oben angeflihrt«o, itets 
«« kurzen zwisclienreden Itein bedentungs volleres hervortret«B 
I Richters oder bearbeiten. Dagegen schließt der Halegya, M 
Idwn sich Beinolt nnmitt«lbar anreiht, mit einer persünlicben be- 
tkuxg d«a bearbelter«, die immerhin beachtenswert ist, da die 
kMtnng des Uale^s nnzwelfelhart von demselben hcn>tnmmt, 
f Mch den Keinolt ins Hochdentiiche Übertrug. Die stelle ist oben 
468) bei der beschreibnng der handiMihrifl A bereits milgoleJlt. 
Ir iit alift eine flämische vorläge klar genannt. Der benrbeiter 
■tat ftmta tigaat erflndong hinzugellian xu lialwn. Di«s kßnnte 
r 4aii B«fnott ftvnich kaum gettnng haben. Ans dem dialekte 
I buiMtMi ging sclion hervor, ilass er wahrschidnlich ein N1&- 
rtMtHber war; die« wird durch die scblnssbemerkong des Kft- 
9* Boeh gettatzt, da der bearbelt«r wohl kanm ,dieee obertoit- 
H creBayz" hervorgehoben haben wOrde, bitte oT darob sein 
ikramen drJi niohi in einim gegeDnUie dwn giflblL Er am- 
ad offnbw Mcb dl« robelt miuar actt od dwaa nani«! u 



508 

dichterischer leistaugsinihigkeit, deshalb nannte er «ich uti vi» |^ 
Zeitgenossen »grobe Kxmz/^^, 

II. Die Heemskinderen (h). 



Unmittelbar an den mnl. Benont schließt sich die niodfirilir 
dische prosa an. Diese war and ist ein wirkliches yolkshndi wi 
mnss als solches anch in früher eeit schon eine bedentende vir 
breitnng gehabt haben. Gleichwohl ist kein dmck ans dem seck- 
zehnten Jahrhundert, ihrer entstehnngszeit, überliefert. Wie Mi 
Benont kann ich mich hier anf eine nene auf wissenschafüichi 
gmndsätze gegründete ausgäbe beziehen. Als ein Vorläufer m 
Benout erschien nämlich die niederländische prosa ,De vier Heem- 
kinderen, met inleiding en aanteekeningen uitgegeven door dr. l 
C. Matthes^ zu Groningen 1872 '. Nach des herausgebers forschvii 
scheidet sich die Überlieferung der prosa in zwei gmppen. Dem 
eine wird dargestellt durch einen druck mit dem titel: 

Historie van de vier vroome Bidders genaemd de vierHee» 
kinderen, Beynout en zijn Broeders, Zoonen van Haymo of Heni% 
graeve van Dordoen. Den laetsten druk, op een nieuw overato 
en van veel kwaed gezuyverd en tot vermaek der jongheid toege- 
laten. Antwerpen. J. N. Vinck. Ohne jähr. Die approbation iä 
von 1619. 4® '. Diese ausgäbe scheint nicht ganz so alt su sei, 
wie die datierung der approbation andeutet. Allen nachrichtea n 
folge hat sie wenig kritischen wert, da sie nur einen durch kastrii- 
rung vor dem machtspruch der kirche fürs volk geretteten tot 
bietet. Wie die zensur dabei verMir, hat Matthes geechildert' 
Kennzeichnend sind folgende punkte. Die kapitel 14 bis 17 warte 
wegen der darin dem könig Karl durch llalegys gespielten streicke 
ganz hinausgeworfen. Gekrönte häupter erscheinen überhaiqit nir 
würdig. Dem streitbaren bischof Tulpyn ist aus ähnlichem bewe^ 
grund sein geistliches gewand kurzweg abgenommen, bo da» ir 
nur aLs Privatmann auftritt Diese ausgäbe ist nicht gerade seltei. 



1 XL und 222 s, 8°. S. 185 bis 222 Woordenlijst. Diese ausgäbe 
heißt hier h. 2 Exemplar auf der universitatsbibHothek so GeDt 

3 Heemskinderen, XXII. XXIIL Daselbst XXIV bis XXVI krt die 
ieitung der Antwerpener ausgäbe zur illnstration mitgeteilt. 



1 



507 

WAndet sich noch in der biblioUiek des British Mnseam za 



Machdrncke dJestir nlllio castigata eutaelnen zu sein die bol 
il ' ft[i^efährt«n drncke. Aulwerpen, J. H. HeyUger, o. J^ 
Oenl, L. van Paemel, o. j., 8*'; Uept , J. C. van Paemel, 
8"; Autwerpen, .1. Tbya, o. j. (19. jh.i, 8'*. Der let»w 
drucke gehl sicher auf die Vinckioche Ausgabe ziiriiclt. 
Einen bi^sern, tVeitich dnreh dmnkfehler ond andre DadiltUalg- 
I At* drnckH enuteltt«n, t«xt bieten die ausgaben : 
EEN SCHOONE 

HISTORIE 

VAN DE VIEE 

HEEMSKDJDEßEN. 

'w tat verhaald ward alle laar vroone Daaden van Wnpenen, 

le Ej bedreven hebben len lyde van den grooten Konii^ 

Karel. zynde zeer genoe^lyli um te Iieezen. 
M NieuwB Üverzien ende Verbet&rd met schoone Fignrein. 
[ Holzschnitt. I 
TE AMSTELI>AM, 
tjS. tmW. KOENE. Boekdrukkeps, Boek en I'aiiierverkopera, 
op de Lindo Gracbt, 17Dö. 
m Mllon 4*. Hit paginiemng, irtgnatnr, kustoden. Drack in zwei 
Von den bolzschnitten ist mit ansnahme der tit«lvignett« 
n zwecken dieBes bachs angefertigt. Meist stellen de bib- 
■MKn dar*. Alle djeae bilder sind herzlich sohtecht. Die 

„ geteilt lieh ihnen würdig zn. Sie »teilt die Heimons- 

hfadar tat Beynrt , nacli rechts sprengend mit gezognen adiwei^ 
dar. Dm blld hat kuinerlei onmittdbaro vcrwwidtMluft nlt 
I der dtmtvchen voIksbQcherdnictce. Papier und typen dnd 
Mttnilich. Der teit beginnt a. » und schltetft a. 88. Kln exen- 
fhr üeMs sonst nirgends i>rw!llini<'n , also wolü seltnen drndn 
aich in uielnetn beeitAe, Ich nenne ihn b,. 

1 Vadalandsehe Tollcibonk«n 2, 20 ■.&». 8 Bimplar in Onii. 
S S* nach Hone. Qbeniclit 4». 4" nuchlieh M SobotaL OiftO«. sagto- 
Zinno«, *. d. Hagon* Oarra. 7. f>7 nennen den dmeker 
in Remel. Kmtnptar in OesaL 4 Eii^mplar in Gent. 

k 0* Mdi Uatth«>, 4' nach äcboUL Vgl Uatibw BMmsk. SV. XVI. 
« n« •. 14 iich Bndesdei bUd «ab» bat ScboUl I, U2. 



508 

Im jähre 1802 gaben die brüder Eoene einen neuen abdmk 
heraas, der sich von h^ nur durch ganz geringe abweidumiti 
nnterscheidet. Auf dem titel zeile 7 Carel, 10 PapierynkoopOi 
11 in de Boom-straat. 1802. Dieser dmok schließt sich Mit» 
und zeilengetreu au h^ an. Dieselben schlechten bflder finden fUk 
an derselben stelle. Das ganze ist mit denselben sdilechten typ« 
auf dasselbe schlechte papier gedruckt. Unterschiede im texte mi 
rein orthographisch, und zwar ist die orüiographie des joDgcn 
drucks etwas weiter vorgeschritten. Diese ausgäbe ist nicht «te 
So befindet sie sich in der königlichen bibliothek zn Berlin und k 
der Universitätsbibliothek zu Leiden. Ich nenne sie h,. 

Matthes erwähnt ' noch einen, wie er sagt, seltnen druck m 
1767, der vielleicht mit dem bei Schotel' genannten: Amsterdm 
bij de Wed. H. v. d. Putte 1707 (?) 4» eins ist. Ich weiß dart\ier 
nichts zu sagen '. 

hj und h, bieten einen guten altertümlichen text, wie er skk 
durch jahrliunderte ohne eingriff eines eigenmächtigen redaktos 
erhalten. Die nachlässigkeit und leichtfertigkeit, mit der diM 
drucke hergestellt sind, waren es gerade, die den text vor gemk- 
samer Zerstörung schützten, denn nur da, wo die Verleger sich u 
ihre druckwerke kümmerten, waren die texte ernstlich gefährdfl 
In früherer zeit, da noch Verleger und drucker meist eins wazvii 
erscheinen änderungen viel häufiger, denn die drucker von damals 
vergleichen sich durch ihre unmittelbare innere teilnähme anOiiei 
druckwerken noch vollkommen mit den Schreibern einer noch alten 
zeit. Auf solche billige bücher wie \ und h, ward aber splttf 
keinerlei fieiß mehr verwandt, sie wurden auch ohne umschreibof 
des texts in neuere form, auch ohne vernünftige bilder gekaifti 
Dieser großartigen leichtfertigkeit durch Jahrhunderte verdankei 
wir die verhältnissmäßig gute erhaltung des alten texts. DieMT 

1 Heemsk. XVII. 2 Volksb. 2. 20 anm. 3 Ob ein im Britü 
Museum in London befindlicher druck, von welchem ich nnsichere nach- 
richt erhielt, wirklich Amsterdam 1602 datiert ist, moss ich besweif^ 
da die mir vorliegende textprobe genau zn h^ und h, stimmt. Docei 
nennt in seiner rezension von Görres Volksbüchern (Jen. literatnr^O' 
tung 1810, nr. 109, sp. 270) »eine sehr alte holländische« ausgäbe in 
4^ »b. Mozler in Freisingen«, welche noch von keinem bibliographcB 
angezeigt worden sei. Ich kann nichts näheres darüber berichien. 



509 

^'Bebt auf eine vollst!) odi^e gute liandschrilt des K«n«iii nii- 
flttdbar zurück. In dieser erkenntniss, die, wie wir sehn wtiideD, 
■Kb Uoffmann von Failerslebeu bereits ansgesprocben war, Eegte 
EuibM Heiiier ausgäbe den druck b, zu gmnde ' nnd zog nur an 
Mito , wo dieser druck im stiebe ließ , die Antwerpener ansgalie 
•B IGIH zn. Uft(thw) Uutte Hieb die anfgabe gestellt die nieder- 
latoebu frona »o wie sie aus dem Bt erwachsen zn rekonstruieren, 
h ümtm Ewecke «tanden ihm die bmchstücke des Kt nnd P als 
•fldgUehe hUfsmittel za geböte. Doch wäre er um ein erheb- 
tihM weiter gelangt, hatte er den iülesten druck des deutschen 
oUubncbs zugezogen. Von der mSglichkeit einer wirklich getreuen 
>lideilerstellang der niederlüudischeu prosa (*b| ist jedoch scblecli- 
ti^gh abzuMlm. Das wird sich weiter unten aus einer verglei- 
iHBg von P>h mit Sicherheit ergeben. leb werde dort nacbwei- 
■>, dM8 s, das deutsche volksbucb, auf einen sehr guten allen, für 
lu nicht mehr erreichbaren text der niederllindiBchen prosa zn- 
BekgebL 

Uattlies ansgabe ist mit allem fleiäe bergextellt, wie denn 
bvtuwpt nach Zinuow nieiuand die Keinoltsage eingebender be- 
■bMI hat als gerade Hatthes. Seine arbeit leidet jedoch Qnt«r 
Iv beatlminnng, dass sie nicht nur gelehrten zwecken dienen, son- 
kn auch unter dem laienpublikum eine gr&Üere Verbreitung änden 
MOi«. Dieser letztere zweck scheint min freilich erreicht zu sein, 
lau die aufläge im Tergriffen ; aber dass auch dein gelehrten mit 
Hmr uugabe wirklieb gedient Hei, muss ich bezweifeln. Es musa 
iHk bd einer jeden gelehrten ausgäbe als himplgrundsatz gelten, 
kM dar Iceer stets im stände sein «oll da« vorfahren des herauH- 
pksn an jeder steUe zu prüfen. Dazu ist die angäbe der leaarti^n 
Md sind die anmerkungen da. Beide fehlen aber Uattbes ausgäbe. 
Ai doB Bungel einigermatien abzuhelfen, hat der ken\usg<*l>er am 
) ein aDsfDhrlkhei wDrtnrbucli beigefügt, in d>^«sen einzelnen 
t anok dm Ottern ft-ngeu der Uburliefomng erörtert werden. 
I gibt Hatthes in dtsr dnleituug, s. Will. XIX, einiges 
^ illostration seines verfalireDs bei der berstcUnng des tests. K.T 
W(t Uiir vor allem den nutzen, den er aus 1' gezogen*. Aber er 

I Bumchem pnnkt« UbeT die grenze hinausgegangen, die Ihm 



I kt kannte er nicht. 2 Dabsi wird P 7K3 falNh anfafOhrt. 



510 

durch seine absieht, den alten prosaroman henoBtelleii , gettedit 
war '. Freilich hatte er für seinen zweck keinerlei regolatiT. Er 
konnte in vielen flülen kanm entscheiden, ob etwas in der jetiifn 
Überlieferung von h entstellnng oder ob es eüi schon dam 
typus der prosa (*h) angehöriger fehler war. Hier tritt 
gebend ein. Hat schon « eine lesart, die sich im vergleiche wä 
Rt oder P als fehlerhaft erweist, so muss sie doch, wenn de Bit 
h stimmt, dem niederländischen prosaromane zugesprochen werdA 
Ohne das regulativ, das uns in a an die band gegeben ist» WM 
alle an h geübte kritik ein unsicheres umhertappen bleibeii. Du 
hat sich denn leider an Matthes ausgäbe bewi&hrt '. 

. Die Überlieferung des texts in h^ und h, leidet an einem grote 
fehler : es ist nämlich in beiden drucken ein ganzes ki^itel (Mat- 
thes XXVll) ausgefallen, das den kämpf zwischen Beinolts sdn 
und dem Verräter enthält. Matthes hat dem übel dadurch aba- 
helfen gesucht, dass er den Antwerpener druck mit der approbatki 
von 1619, der diesen mangel nicht besitzt, heranzog und nach die- 
sem die lücke, so gut es gehen woUte, ausbesserte. Dass die iit* 
werpener ausgäbe die lücke nicht hat, beweist schon die urspiil^ 
liehe lückenlosigkeit von *h. Doch auch a hat an dieser itdi 
keine lücke, wie ich unten darthun werde, und zwar bietet a bkr 
sicher den bessern text. Was das ausfallen eines ganzen kapitob 
in h, und h, bewirkt haben mag, lässt sich mit Sicherheit mM 
ermitteln , doch ist bei der beispiellosen nachlässigkeit und \&Atr 
fertigkeit der ganzen drucklegnng Matthes vermuthung ' nicht ?oi 
der band zu weisen, dass die auslassung eine gewollte gewesa 
und nur aus der absieht hervorgegangen sei den ganzen text tff 
11 bogen zu bringen. 

Eine der niederländischen prosa allein eigne wendung ist, dis 
Kenout am Schlüsse nicht mit hämmern erschlagen, sondern i> 
mörtel erstickt wird. Es findet sich weder bei Matthes eine anmerkoog 
über diesen wunderlichen zag, noch hat Alberdingk Tl^jm, der doch 
die sage in ihrer ursprünglichen reinheit herzustellen bemüht war, 
anstand genommen in seineu Earolingschen Verhaalen denselben 



1 Vgl. unten anm. zu 2777. 2 Über einige unrichtige Btellenbö 
Matthes vgl. die anmerkungen zu P 147, 3147. 48, 8884. 3 Heemak., 
XXVII. 



SU 

lehmiMi, j» dieser hnt, die waJiriiafi läeherliche nnd nnwünligv 
Wne ndch aDBchanliulier dargestellt. Wie ich in der anuii>rkniig 

■ P 16089 gezeigt lube, beruht der ganze spuck nur auf eiiifiii 
|m Verfasser von h begegneMD komiBCken miesverstehii des worts 
Bm = bammer. 

^h>a 'h unmittelbar ans Bt geBcböpft hat, Ist es ganz nat&rlich, 
(ft h mit P, de«sen unmittelbare qaeDe Et ebenfalls war, in vielen 
lOai gegenBber aller andern nberliefemng zasammeDgebt. 80 
Najg der nnmittelbare Zusammenhang zwischen b nnd ßt bewiesen 

■ «erdm bnncfat, so wenig bi;darf es auch des beweises fOr die 
HfesBptaogt daas h ond F sich häotig (Kä-nhren müssen. Aber der 
kif« tMBS begegnet werden, ob die vorläge von *h sich mit nnsenn 
iberfl«fertea Rt wirklich deckt, oder ob sie besser oder scblechter 
Ji lUe erhaltnen Augmente des mnl. gedichts gewesen sei. Wir 
lIlMnn »Iso die stellen prüfen, die eine fiberdustimniiuig zwischen 
f md h gefenttber Rt aufweisen. Dies ist eine arbeit, die Matthes, 

r des ReuDDt nud der Heemskinderen, mir nicht biUt« 

I lollen. Was kann fdr deo heransgeber der Renout- 

die wichtiger sein als die feststelloug des werts der hand- 

1 überliefemng ! Matthes mncht jedoch nnr hie nnd da 

I den »anerkiuigen zu Rt den versuch fUlle, wie die nnsrer unter- 

■ebmg vorbehaltneo , zu erklären, lub vermisse sogar eine aus- 

Mcklkhe erklinmg darüber, ob die bruchstiicke 4Jner re^laktion 

I aogefafiren oder ob sie, die von verachiednen händen ge- 

I sind, auch ventcbiedne redaktionen darstellen. Dass die 

) nicht frei von Überarbeitung sein künnen, gebt schon 

»n hervor , dsn sie dem vierzehnten Jahrhundert augehOnui, 

» otnnr zeit wfaeblich später, als die ahfassnng des RenoBt ui- 



1h da* anmerknng zu Rt II Hib, s. ö6 bebandelt Hatthes eine 
Ue, die in nnsre k&tegorie ejnschlltgt. Die ilberlieTening geotalut 
1 Wer wie folgt. 

1 caatde van Vaucolo«ne 
|7onde Ynwe up die I)ord<rene. 
} dem castell von Vaacolun« 
d& wont4! \vv. nnd sin borone. 
I t easlel daer lewijn mct «ün baroonen In waren. 

i sie nun nach bey des KSnigs Cuteel kamen , erfbhrtHi 



512 



sie daß der Eonig Yno mit seinem , gantzen Hof^geandt ?kr 
Tischs saß. 

Zunächst ist hier zu bemerken, dass ICatthes Bt 244 gega 
die hs., deren lesnng bi den Hoffinann beibehalten hatte, lieitl» 
den. Matthes vergleicht zu 245 in der anmittelbar folgen » 
merkong P, so sollte ihm doch auch nicht entgangen sein, dia 
P mit „by dem*' zn der hs. des Bt stimmt Wie die dinge m 
einmal liegen, war Matthes zn der änderong in „bindeo' metMi- 
scher weise nicht berechtigt. WUl man nicht annehmen, diMF 
und das zweite Renoatfragment dieselbe schon mangelhafte m^ 
gehabt haben, nnd das wird man wegen des folgenden veraes nicht 
können, so bleibt gar nichts übrig als der überliefemng zu folget 
nnd für bi die von Ondemans angesetzte nnd von Ifatthes beai- 
standete bedeatang „auf, in'' anzunehmen, und non im vene 24» 
des Kt begegnen wir einer Übereinstimmung zwischen P imdl, 
die Matthes dadurch erklären will, dass er behauptet, h undf 
hätten eine hs. vor sich gehabt, die an stelle von „up die DordocM^ 
gelesen habe „met sinen baroenen*^ \ Er meint, diese ^ftudenng' 
sei vielleicht die folge der bemerkung gewesen, dass VaneolMi 
(Vaucouleurs) nicht an der Dordogne, sondern an der Maas Hegt 
Wäre dies richtig, so müsste zunächst angenommen werden, dia 
die von Matthes behauptete vorläge von Ph die stelle uniieltig 
verstanden habe, denn es unterliegt doch wohl keinem zweifei, dtfi 
nicht zu übersetzen ist „auf dem kastell »von Vauconlears an dff 
Dordogne wohnte Vewe**, sondern «auf dem kastell von Vanconlflin 
wohnte Yewe (mit dem beinamen) von Dordogne*'. Matthes bemokt 
selbst, dass Rt 227 Yve „van Dordoene^ genannt sei. Dem cot* 
sprechend heißt er P 2529 „uff der Dardone'. Dies scheint n^ 
„von Gascone" sein stehender beiname. Grehn wir anf Matthei 
annähme ein, so sehn wir, dass wenige verse vorher die vorlagt 
von P ohne bedenken Yves beinamen aufgenommen hat, und 00 
soll sie doch an der fraglichen stelle durch ein missverständniss as- 
stoß daran genommen haben. Das ist ziemlich unwahrscheinlich, zmi 
wir gesehiL haben, dass Matthes, um seine änderong in binden 244 
zu rechtfertigen, eine dem zweiten Kenoutbmchsttickeod^ abschnitte 
und P gemeinsame nicht mehr fehlerlose vorläge annehmen mfis^ 

1 Also soll der Schreiber dieser gemeinsamen vorläge von P ^ 
h einen ungenauen reim an stelle eines genauen eingeführt habflol 



beindet sich auch in der bibliothek des British Museiim za 

Nachdraeke dieser editio castigata scheinen zu sein die bei 
Miotel ' angefahrten dmcke. Antwerpen , J. H. Heyliger , o. j., 
t**; Gent, L. van Paemel, o. j., &•■; Gent, J. C. van Paemel, 
16 J., »•♦; Antwerpen, J. Thys, o. j. (19. jh.), 8«». Der letzte 
dnicke geht sicher auf die Vinckische ausgäbe zurück. 
Einen bessern, freilich durch druckfehler und andre nachlässig* 
des drucks entstellten, text bieten die ausgaben: 

BEN SCHOONE 

fflSTOME 
VAN DE VIER 
^ HEEMSKINDEEEN. 

1. Waar in verhaald word alle haar vroome Daaden van Wapenen, 
i die zy bedreven hebben ten tyde van den grooten Eoning 
w Earel, zynde zeer genoeglyk om te Leezen. 

Van Nieuws Overzien ende Verbeterd met schoone Figuren. 

[Holzschnitt.] 
TE AMSTELDAM, 
By S. en W. KOENE, Boekdrukkers, Boek en Papierverkopers, 

op de Linde Gracht, 1795. 

selten 4*. Mit paginierung, Signatur, kustoden. Druck in zwei 

Von den holzschnitten ist mit ausnähme der titelvignette 

SU zwecken dieses buchs angefertigt. Meist stellen sie bib- 

aaenen dar*. Alle diese bilder sind herzlich schlecht. Die 

letle gesellt sich ihnen würdig zu. Sie stellt die Heimons- 

auf Beyart, nach rechts sprengend mit gezognen schwer- 

dar. Das bild hat keinerlei unmittelbare Verwandtschaft mit 

dar doitschen volksbücherdmcke. Papier und typen sind 

Ich. Der text beginnt s. 3 und schließt s. 88. Ein exem- 

dleses sonst nirgends erwähnten, also wohl seltnen drucks 

sich in meinem besitze. Ich nenne ihn h,. 

1 Vaderlandsche volksboeken 2, 20 anm. 2 Exemplar in Gent. 
8* Bach Mone, übersieht 48, A^ fälschlich bei Schotel. Gr&ße, sagen- 
827; Zinnow, ▼. d. Hagens G^rm. 7, 57 nennen den dmcker 
van Remel. Exemplar in Gent 4 Exemplar in Gent. 

I 8* aach Matihes, 4« nach Schotel. Vgl. Matthes Heemak. XV. XVI. 
I EiB s. 14 dch findendes bild siehe bei Schotel 1, 242. 




514 



arsprfinglicher zu sein scheint als ,rnmen' P 9669, L Die 4 Tene 
in P scheinen mit übergehnng des nnverstandneii au den 6 Tenei 
von Rt zusammengezogen zu sein. 
Rt m 867 Doe swoer Roelant yele sa^ : 

„Hi sende Ywe varen vaen 

Constine vinden in enich hint, 

Hi sondene hangen doen tehant.* 
P 9696 Rolant swnr zn hant aldar, 

er wolt Yven han vorwar: 

„Ich wil ine suchen über alle sin lant* 

diß swnr der edel man zu hant, 

„all wer er in Beaurepar, 

nochdann wolt ich [in] holen vorwar.*' 
h 132 Als Roelant hoorde Ogiers woorden, swoer 14j dat hy ti^' 
ken soude in lewijns land, en halen hem aldaer te Penrepart is ^ 
clooster, en als h\j hem hadde soude 14j hem hangen. 
«175 Als Roland des Ogiers redt angehört, schwur er bey W 
vnd seinen Heyligen, daß er wolte hin ziehen, vnd holen den 9- 
nig Yuo anß seinem Landt, vnnd wenn er schon zu Penrepart ii 
Closter were, dieweil er sein Grelt nicht recht verdienet hatte, ^ 
wolt jhn hangen lassen, an einen Baum. 

Man vergleiche zu dieser hier in extenso mitgeteilten stelle ^ 
anmerkung zu 9697. 

P 9721 nit langer wil er kröne tragen in sym leben, 
h 132 en woude nimraeimeer de kröne dragen. So auch « 1^^ 
Dies fehlt Rt lU 910 bis 12. Hier ist der zufall unbedingt aw- 
geschlossen. 

Man vergleiche ferner die anmerkung zu 9815. 
Rt ni 1128 Spranc hi op sijn ors te hant 
P 9873 zu hant sprang er uflf Valentin. 

h 134 op sijn paert talentijn, a 178 auff sein Pferd Volentin. 
Auch liier kann an zufall nicht gedacht werden. 
P 9876 Und da hatt der degen milt 

gezogen under sinem schilt 

sinen guten brant; 

alsus jagt er Reinolt, den fiant. 
h 134 en liad sijn sweert getogen. 
Dies fehlt Rt III 1130 bis 33. Vgl. die anmerkung zu 9877. 



5!6 

I 9b8G Ir sint da« g«tber, spracli er, by myuein gUnben, 
off uwer lip wil ich eK |irun)ieii, 
Bo gebe mir got gute fart, 
nch ensol oit helffen Bey»rt. 
iflt doe 't Q Ujden met den sweerde, teuBJj dat gij laet Bei- 
Vtvliet. Ähulich « 178. 

pB RtUI 1137 Gi aijt, W Godel dat wUlic nn 
i AI tetiant proeveii op u. 

inreckt doch Rt lU gewiss den eindmck einer kflrznne. 
tflMT. Eine wichtige aielle in vertindnng mit Ii. Man ver- 
il die anniorkang. 

110036 In dem rieff Reinolt zn siiiem Tat«r 
, sine man olle gader, 

I «r Bpracli: ,VeBtent mir Yven myneii Leneu, 

I Iteanrepar boI icb wider kereii.' 
en verblijt u met Jewijn. 
RtUll33!l Doe rtep Renoiit. dat wet widf, 
Met loiiler kele in die aale. 
Ihm Bwegeu die berea al te uialc, 
Ende Renoat aprac dese tale: 
,(ihi heren," sprac die grnve Her, 
.0hl Uiiet alle bliveu liier, 
i£ndo ic sal allvne raren 
Te l^cveropaer al sonder iiparen.' 
offenbar \'()»t«nt (= geraiigen sutzen, bewachen) mlssver- 
Wie Bollte h sunst iiaf den nnpussendun rat xa fest nnd 
b gemeioKcluift mit dem rcrrtltur Yve kommen ? 
I 1' lUUttS tiia 85 vergleirJie man die anmerknug. 
1471 Iti den togle tiine aneprant. 

Ooe sprac te bem die gravis Hiielaut: 
,Knlrouweii, HitMUsrtl ghi muet met mi 
In Vraukrike vur den cuniiic vri." 
tOätö Rolaiil greyff ilrn xanm in ilie Uant, 

er sprach : .lUzliart, hall >U11 alxn hant, 
ir sint gefangen in dieser fiut, 
ir bqK mit mir xa Krankrir.li wart.' 
I Roclaul den (oum von Ileijaerl In de haut, eu »eida: 
I sU 4)1 gevaugenl 



516 

Die hier vorgeführten übereinstimmnngen zwiBchen P undk 
gegenüber Rt lassen sich, wie schon gesagt, nur dadurch eriüSna, 
diiss man entweder eine gemeinsame überarbeitete hs. als völlige 
von P lind h annimmt, oder dass man behaaptet, P und b habet 
an diesen stellen unabhängig von einander das nrsprfingliche be- 
wahrt, welches in den Renontbmchstücken dnrch Überarbeitung be- 
reits verdunkelt ist. Mit aller Sicherheit lässt sich diese ftigi 
nicht entscheiden; doch halte ich es für methodischer, ehe Buuiei 
wagt ein so zweifelhaftes Zwischenglied wie die gemefauaine T«* 
läge Ph zn konstruieren, einfach anzunehmen, dass an diesen itd- 
len aus dem zusammengehn von P und h die mangelhaftigkeit der 
erhaltnen Renoutbruchstücke zu erkennen ist. Dieser schluss liegt 
um so näher als die bruchstücke wirklich ihren text nicht gtt 
überliefern. Man sehe nur an wie vielen stellen ihre heraoBgeber 
genötigt waren auf P und h hinüberzugreifen, um den text a 
bessern! Ja eine ganze reihe von vollständigen versen haben« 
aus P aufnehmen müssen : Rt 11 559 , Rt m 838. 901. 1153 lii 
56. 1390, Rt IV 1444, Rt VI 2006. Bei einer so mangelhaflei 
Überlieferung in den fragmenten kann man es, denke ich, ktfi 
noch zweifelhaft finden, dass von einer P und h gemeinsamen vo^ 
läge abzusehn ist. 

Für h können wir aus der Untersuchung im ganzen nur wenig 
schließen. Das aber steht wohl fest, dass keines der bruchstücke 
2 bis 7, 8, 10 oder eine diesen unmittelbar verwandte hs. die qneOe 
von h war. Ich glaube , wir können hinzufügen : die vorläge tos 
h war besser als diese bruchstücke. 

Wie für das deutsche gedieht von den Heimonskindem Int 
Jacob Gnmm auch für das ftiederländische Volksbuch desselben In- 
halts ein warmes Interesse bewährt. Zeuge dessen ist sein lebhafter 
briefwechsel mit dem niederländischen gelehrten H. W. Tydeman*. 
Jacob Grimm, der schüler der romantik, wandte in der frühwit 
seiner segensreichen thätigkeit eine besondere liebe den voll»- 
bücheni zu. So beginnt denn auch sein briefwechsel mit Tydeman 
im april 1811 mit der bitte um besorgung holländischer vollö- 

1 Grimms briefe an diesen sind herausf^egeben von A. Reifferscheid. 
fleilbronn 188;{. 8". Auszüge aus briefen Tydemans an G. gab E.Mtf- 
tin im Anz. f. d. altert, li), IGO bis 185. 



r,i7 

Tydvmau, ubgleicli jnrist, kam dieser anregniig mit uf&ieni 

Uün-es bncli halt« bereits den griltiteu eiiidractc 

1 gemacht. In den fiommerfeiien des Jahn ISl ) kara Tydc- 

1 AmBterdam, dem bauptansg^angspunkte der nieder! Itudi- 
rolkslitleratar , mid tbat dort ediritt^- zur urtuUoug vuii 

wnnecb. Da war iinn freilieb die große volksbiiulier- 

i von I. van Egmond cingegangeti. Aber bei Koene in der 
IwBUtraat ' hinter der Noordcrkerk fand er, was er sncbte, und 
Uftc BOglelcb eine ganze sammlnng der wertvollsten volksbilchor 
Ir Grimm ein. Unter diesen befanden sich denn auch die Vier 
leenddndoreu , wahrscheinlich der dmck, welchen ich mit h, be- 
liehne. Tydemaii Ündet in dem briefe ', mit welchem er die sen- 
ttag iKigleitcte, dass die Volksbücher nnverltndert, aber sehr sorg- 
et wiedergedmckt werden. Die besergteii dnicke seien seJir spät. 
kha Ut«re so schwer zn erlaogeo , liege daran , dass ihre leser, 
übt niederes volk nnd kinder , die biicher stets bald zerstürteii. 
Um KU alten drucken za gelangen , müsse mau einen auß-nf Im 
Untrbodc erlassen, Kiese aendong nnd Tydi'maiis brief eHVuuleii 
bcob Grimm anüerurdcntUch. .Wonach ich mit mühe, anlwortet 
B', aber vergeblich, seit mehreren jähren strebte, das habe iclt 
n& anf einmal erhalten, und noch viel melir, als ich eu bitten 
Hfle.* Auch die votksbächer, die er schon in deutscher oder 
huMMlier redaktion besitze, seien ihm hochwillkommen, ,dcnn 
ie vergk'icJitiDgeu rühren immer zn etwas". Vun den h'dlKtidi- 
tAai Ütvmsk in deren meint tirimm freilich, noch in seiner hohen 
■dntuig Ton P befangen, sie Keien ,ans den dc^utschen auttgegangni', 
Ihr sie .haben sieb viel reiner erhalten , als unser vulksbuch*, 
fellckca ans dem altdeutschen gedichte (P) geflossen sei. Der fran- 
Mliidw ronuut de« 4. Als Aymim weiche bedeutend ab. Beaimden 
KmaacLt habe Ihn eine .wiederum von beiden variiretide, wie es 
■■Mot, gar alt« reconsiDii der geRchJcbtc der Auinndasyn« in einer 
sage* zu entdetkun". (i&rres aber habe über die 
lergeschit.hle ziumtich unrichtig genrteilt. 
In der folge verbreitete aidi der brielXtochsel der beiden geJitig 
) gelehrten flbcr andre wlditlgcrc dinge nnd der Iii-«uis- 



J Ti^ den Utel *<» h, oben ■. &08. 2 Vom Vi. augiut lÜlI. 
t». aagiut 1611. 4 H&giu-uga. 



518 

kinderen ward nicht mehr gedacht. Ich werde bei der abhanflng 
über das deutsche Volksbuch noch einmal auf Jacob Orinmis aa- 
sicht über den gegenständ zurückkommen. 

Mit den niederländischen Heemskinderen hat man sich v^HUi 
eingehender auch zuerst wieder in den Niederlanden beschiftigt 
Doch ging die anregung dazu von Deutschland und zwar von GfQm 
Schrift über die Volksbücher aus. Es dauerte zwar ztemlidi kngSt 
bis sich ein gelehrter dazu entschloss Gorres beispiel zu ftl|«. 
Erst 1837 erschien zu Amsterdam L. Ph. C. van den Berghs iduift 
„De nederlandsche volksromans**. In der einleitung *) wird m 
mitgeteilt, dass schon früher Scheltema den plan gefasst habe, dne 
imtersuchung über den wert der Volksbücher anzustellen , das ff 
aber davon abgekommen sei. Und nun werden Görres Verdienste 
gepriesen. Van den Bergh zeigt sich von dessen buche nnmitt^ 
bar angeregt. S. 12 bis 20 behandelt er die Heemskinderen, ni 
zwar mit beziehung auf den druck , den ich h, nenne. Dauli 
waren durch Bilderdijk in seinen Nieuwe taal- en dichtkundige vo^ 
scheidenheden ' erst sechs von Hoffmanns zehn pergamentbncb- 
stücken des Benout bekannt gemacht. In diesen fand van den Beigk 
richtig den quell des Volksbuchs. Ihm entging nicht , dass in dff 
darstellung im prosaromane nach der erzählung von Reinolts heii- 
kehi' eine lücke klafft. In dem vieiten von Bild^dijks bruchstöckeB, 
Matthes sechstem, fand er denn den im Volksbuch fehlenden Zwei- 
kampf zwischen Emerich und Galeram '. Sein am Schlüsse der 
abhandluug über die Heemskinderen ausgesprochner wünsch, datf 
Hoffmann nun auch bald die übrigen Renoutbruchstücke mit eioer 
untei'suchnng darüber herausgeben möge, ward rasch erfuUt, don 
im selben jalire wie van den Berghs buch erschien der fünfte tefl 
von Hoffmanns Horae Belgicae^, der nun den ganzen damals be- 
kannten schätz der überbleibsei des Renoutepos eröffiiete. Hoffinaofl 
erklärt denn auch , dass das holländische Volksbuch (auch er be- 
nutzte li,) für ^eiue blosse flüchtige auflösung in prosa*' zu halten 
sei, nnd zwar in so weit es den drei ersten bruchstücken des Se- 
nout zur seite gehe. Nicht einmal alle reime seien ausgement. 
Aber gegen ende habe der auflöser ein andres verfahren beobacbtet, 

1 S. XII. 2 I. Rotterdam 1824. S^. 8. 113 bis 198. 3 Van deB 
Bergh 18. 20. 4 Vratislaviae 1837. 8^ 



I mÜBse er andre iinellcu benutzt liuben. Von iluiii kaiiijirc mit 

1 svi nichts vorliandoti. Ancli Reinolls tod sei anders vr- 

Hier bo^gnol Hofttaann das setir menBcbUcbo, welches jc- 

i Bbechreibeadeu vprfolgt, er lilssl nELmlirJi etwas aelir wosost- 

dnrch überspringen einea zwischen zwei gleichen werten 

1 eaUsteils ans. Die etelle läutet nämlich': En zy U«den 

I raet , hoe zy hen il')oden mogten en zeydea ; Wjr 

1 bJer vyf mannen nyt kiezen , die heni te nagt waernemen 

I al» hy slapen zal gaen, zo zailen wy hem (met di- mortel 

Bonren, en daa znllen v,y hem) in eenen zak stocken n. ». w. 

I hJHT in klammem eingeaclilus»en ist , fehlt bei HoffniMUi *. 

r diese stelle ist oben bereits geredet. 

[ Nachdem nun so die qnelle des volksbnclis mit Sicherheit anf- 

. var, brachte Uone wieder Verwirrung in die sacho. Im 

) auf Hoffiuanns Renontanegabe erschien nAulich Uones rÜber- 

t der nlederl^lnditichen Tnlks-litcratnr lUterer zeit* ', ein ver- 

lilches werk , weldies aus dem ptane erwachsen alles vor- 

t der niederländischen Utteratnr in einem großen aammelwerko 

Int heran Rzngetien. Mune hat zn diesem werke weder van den 

s volluronians, nucli Hoftmanus Henontunsgabe benutzt. Üa- 

1 waren Ihm die von liildcrdljk berailsgegebnen bmchstückc 

Hone liatte eine ganz nene aufläge des vollubnchs vor 

^ einen Jener von der Antwerpener ansgabe abhängigen dmcke*. 

1 offenbar gar nicht anf den gfidanken diesen text mit den 

Mtbnclistackeu xn Tergleichen. Dadurch vertHhrt, dass die 

dichc prnsa aach in den Niederlanden , zu Antwerpen ', ge- 

t worden war, 'sprach or dreist aas .Wahrscheinlich ist das 

1 ans dem rranzilsUcheu Bbersetzt' ', Diese nngegrUndcUi 

r ging nnn anch in Orätles , Lehrbuch einer allgemeinen 

blcht«' über *. Urftl^ zitiert Huffmanus Rennntauhgabe 

Inflit dann doch .Nach diesem gedirhte (Krj .... wurde nnn 

k «ts holUndiKhe« vulkMbndi fnbricirt, das jcftoHi w<dil riclitlger 

p^M sebcrMtzung des französisolien zu haltim seyn ilUrfte.» 

i IcUlcre angäbe mehr auspmch anf gülilgkelt machen 



K. i 8. IIH. 3 TflbiDgsn IS38. 9\ 4 VrL ■. 

I Faemcl, S". 6 CMm Jean WoMbarghs. IMtt. 

^4 11. 3, I, mit den« wadertilat *W» oroBon i 

, Dnwlon und I^png 1S42. S*. 8. »TT. 



46. 



520 

darf, bleibt angesagt. Gräße zitiert nach Mone die Gender mapk 
und nach van den Bergh unser h,. 

Zinnows gründliche , wirklich philologische arbeit in Yon to 
Uagens Germania ' berichtigt diese durch unkritischeB veifthni 
hervorgerufuen irrtümer. Zinnow sagt klar und deutlich ,Dtf 
uiederlHndische Volksbuch folgt im ganzen verlauf der enlUof 
dem niederländischen gedieht und dem deutschen Volksbuch ni 
hat mit den französischen bearbeitungen nichts gemein; auefa be- 
stehen die abweichungen des niederländischen Volksbuchs von te 
niederländischen gedieht nur in auslassungen, so daß es sehr wita<-. 
scheiulich ist, daß das niederländische Volksbuch aus dem niedff* 
ländischen gedieht entstanden ist.*' Auch Zinnow führt die beidei 
bei Gräße genannten diTicke an und bezeichnet, wie mir scheint 
fälsclüich, h, als einen „neuem" abdruck gegenüber der Gender aus- 
gäbe von van Paemel. 

Nach Zinnow ruhte lange zeit hindurch alle gelehrte beschäf- 
tigung mit dem volksbuche. Wenn auch zwischenein Alberdingk 
Thijnis karolingsclie verhaalen • fallen, welche eine sprachliche «• 
ueuerung der Heemskinderen enthalten, so kann doch diese Publi- 
kation , so wertvoll und wichtig sie in andrer hinsieht auch sdi 
mag , an dieser stelle nicht in betracht gezogen werden , da sie 
keinerlei wissenschaftliche zwecke verfolgt. Erst Matthes hat in 
Jahre 1872 mit seiner ausgäbe die sache wieder in fluss und in 
gewissem sinne auch zum abscliluss gebracht. Er prüft Mones 
angäbe nach und tindet sie nicht bewährt, da das franzosische 
Volksbuch dem Renaus folgt, während h, wie Hofimann richtig ge 
sehn , auf Rt zurückgeht ^. Freilich wird Hoffmanns behauptung, 
h kürze gegen ende, dahin beiichtigt, dass nur ein kapitel ausge- 
fallen *. Hoffmanns fehler in der stelle über Reinolts tod scheint 
Matthes nicht benierkt zu haben. 

Mit Schoteis durchaus unzuverlässiger unkritischer arbeit* 
brauche ich mich nicht lange aufzuhalten. Es genügt, wenn ich 
den gloriosen satz wiedergebe, in welchem er sich über die teit- 
geschichte ausspricht : „ Volgens Mone is ons volksboek eene over- 



1 7. Berlin, 1846. 8^ S. 56. 2 Erste ausgäbe 1851. 3 Mat- 
thes, Heemsk. XX. XXI. 4 A. a. o. XXVH. 5 Vaderlandache volks- 
bocken. 2. Haarlem 1874. 8*^. S. 19. 



521 

tilg VftU liet Ihuiäclie Uour lliiou de Vllk'u«ilve , in IihI luaUl 
\2^ eeaw, uiider de regeuriug van Philiiipe Aognste in froosch« 
na tamengest«ld cu latvr i» proza overgebragt; docii zolks 
idt door den Inlioad van beide weersproken : beide üin nne 
e uvolging oaar den Renans de UontAnban, terwijl de daiUctie 
neU«r den iiederlaiidacfaen of dieUvlien leksl heeft gevolgd.* 
V «u diewiin Eialze eiiie nur annithenide Itenntnifls des verblLlt- 
jMB der (ext« xa ciaandcr za sctiQpfen votiuag, den will idi bu- 
tättn. Wirklich erstannlicli ist , wenn dann Scliot«! nouli ein- 
] ' gvDS beruhigt diu von Hoffniaun heransgegebno „oorsiirongo- 
la gedieht* vrwüuit, dessen atellnng zum volksbnch er noch in 
faar weiee angedeutet 

der ausgäbe des Renont* wil^derllolt Matthes seine in den 
leren gern ach t«n bemerk an gen. 



ni. Die lliHtorio Tftti kodI Kilnoll (H). 

jekr beachtenswerte i|nellc der Uberliefemng hat tiii:h uns 
' von AI. Reifferscheid In bd. a (187-1) der Zeitschrift fUr 
i pbilolngic, H. 271 big 203 h^rausgegcknen Ilisturi» vnn 
Inolt aofguDuui. Diese kürzende prosadurslvUang vun Ri^i- 
Jite i>t in einer papierhandschrifl vm 19 blAtt^^m 8* 
: des 15. Jahrhundert« ' Qberliefert, .Sie bestellt 
r Uge von sieben doppelblütt^m ond einer andern von fllnf. 
n blatt der p-nitirn läge ist ansgeschnitt«n , ho da*« das 
t blatt , anr di^in die Historie anhiebt , Jetzt erstes blatt luX. 
ririltleizte hlatt der zweiten läge Ist nnr auf der vordem »eile 
Kftriebeü, die andere »eile nnd das folgende blatl ist leer, ilas 
Ue blatt machte v. (iroote znm tJtelblatt Die handschrifl ist 

4 aagebnnden Die handschrift ist von Einern Schreiber 

■her und Im ganzen sorgfAltig geschrieben* *. Sie war ehed«n 
(Xbfffaards r. Uru«tc besiu und ward IHM von diesem mit an- 

Bra. 90, aannkiisg. 2 OrotüagtB, 187S. 8*. S. n. S BssfliK- 
B mmmi •siu der er«t«D HUlfta dei XV. j»b(lnuid«rls« ; 
IbA b«rr dr. Leonard Korth mitlcUt. ist «Icher eher an d«n > 
I li. oder anrang dM 16. jahThandcrt« m desken. 4 So G 
Hida.a. a «. 371. 



l 




522 

dem bss. nnd büchem dem stadtarcbive von Köln yermacht', m 
sie sieb uocb jetzt unter der Signatur Theol. VI, 1 befindet*. 

Die erste öffentlicbe nacbricbt von dieser Historie (H) gab m 
der Hagen in Büscbings Wöcbentlicben nachricbtenj 3 (1817), ISL 
Aus einem briefe Ebb»s de Groote in Köln, damals zu Berlin, (tl 
er mit, dass sieb in dessen besitz befand „Eine kleine hs. avf lir 
pier, welcbe die gescbiclite der 4 Haimonskinder gleichsam im m- 
zuge entbält, sieb bernacb weiter über die todesart BeynoUiM 
der Peterskirebe und seine nacbberigen mirakel anslässt. Ei be- 
ginnt mit der rubrik : dyt is de historie van sent B^ynolt ^ 
bilgc patron und entbält nur 37 gr. 8 selten.^ Groote sagt fttf 
die Provenienz „leb babe sie in Cöln als anbang eines anta 
möncbsbucbs gefanden.*' Mit ricbtiger einsiebt in den litteraiiseki 
wert der Historie fügt von der Hagen die bemerkung bei »Dm"!.. 
in 16. kap. verfasste niederdeutscbe prosa fübrt wobl noch nite 
auf die quellen unsers und des bolländiscben Volksbuches von dtt 
Heimons-kindem.** Wir werden sehn, dass durch H in dertW 
eine weseutlicbe klärung in die bisher dunkle frage, der geschidiü 
unsres landläufigen Volksbuchs kommt. H bat die aufmerksanU 
mehrerer der altmeister unsrer deutschen altertumswissenscbaft «" 
regt. Zuerst ist Jacob Grimm zu nennen , welchem die geschidte 
von den Heimonskindern ja stets am lierzen lag. Dieser war 1816 
auf seiner zweiten Pariser reise in Köln gewesen, während Groote 
sich gerade in Holland befand. In Köln zeigte ihm der rektor Fo- 
cbem, der scbeints Grootes schätze verwahrte, altdeutsche band- 
Schriften und darunter auch H. Am 29. april 1816 schreibt Groote 
von Berlin aus an J. Grimm : „Es ist mir inzwischen lieb, da» 
Hinen Fochem seine mscrpte zeigte. Mir gehören nur der Tristai 
auf pergament, und die kl. Haimonskindem** •. Wie wir hörte», 
bat Groote in einem briefe an von der Hagen der handschrift er- 
wälmung gethan. Nim war auch von der Hagen dahinter her. A» 
12. juni 1816 schreibt er von Breslau aus an Groote „Wollten Sie 
mir die historie Reinolds (hds.) auf 8 tage noch mittheilen, wfirdei 

Sie mich sehr erfreuen" *. Ob eine solche Verleihung der hs. aa 

* 

1 Vgl. Bartsch , Germ. 9 , 379 f. unter Miscellen 2. 2 Daselbst 

auch Docli eine von Groote gefertigte abschrift. 3 Vgl. Reifferscheii 

Erinnerung an E. v. Groote in Picks Monatsschrift för rhein. weetBL 

gesohichtsforschung 1 (1875), 141. 4 Vgl. Beifferscheid a, a. a WS« 



528 

1 stattfand, habe ich nicht erfalnen klinneD. Dagcgou 
nt, diiHS HofTmann von FallerslcbcD die hs. zu lianee bei 
, ja völlig abgeflcliricben hat. Am 16. honiniig 1821 
r von Bonn ans an Groote ; „Ihre handschr. von den 
uklndem habe ich ganz abgeectirieben , nnd ich sende sie 
t vielem danke zurück. Sollten Sie geneigt sein, sie mir 
■ittheilnng mit meinen altflitm. bmchstficken ' zn überlassen, 
I Sie mir einen grotien gefallen, weil dadarch meine lor- 
1 über den ganzen kreis der bearbeitnngen dieser siige ge- 
Und wirklich in diesem gedrängten anfzühlen aller bo- 
eJten des Reinolds kommen eiui^ bis jetzt nnbekannte nnd 
, so z. b., dass Rcinold, verrathen von Ivn, in 
I gewBndeni und mit lilien in den hSnden anf manleseln 
t seinen briidem ausreiten hoü! Aach Ist die apraelie, die 
r Kölner chronik* öbereioRtlmmL , nnd das hervorheben des 
en, znr legende passenden lebeoswandela lleln<i!ds zn be- 
Alsdann würde ich diese bearbeltung nach den fl. tinich- 
1 mit gfigenfiUersteh ender altdentecher aeberaotznng (ans der 
r.) folgen lassen, nnd etwa einige orlAnterung^n aber 
•Jba hinzufügen. Findet sich denn nichts mehr über Reinold 
I kirch- nnd mesBbüchem V Nichts über seine kapelle? 
f ward doch ins güldene buch der heiligen eingeschrieben * nnd 
tk <ieB Acta sanctomm finde ich nichts* *. Reiffencheld bemerkt 
Mlfatlff, dau Hoflbann in seiner 1837 erschienenen sDsgabc der II«- 
iwUbraijhiitarJce TT gar nicht erwflhnt. )-> lH«st sich Ol>crhanpt 
tb^vnda ipßren, das« Huffmann aus II irgend welchen nnijsen ge- 
■ffllL Daa ist annälllg, da wir wissen nnd soeben erst h5rt«n, 
hM w P kannte nnd benutzte , nnd doch nicht leicht die merk- 
Vlt4igm ttberninstlmmnngen von I' nnd II gegenüber den texten 
ler VüUtNbücher niedcrlündiicher und dentMiier spraehe flberseltn 
kftben kann. Wiu mir tu-Iieint, kann dies rntwithalt« schwelgen 
f9t dadun-Ji erkUirt wurden, ilassOruut« die gewünsclitc Krlanhni» 
t'VolIra aORnDtinne von H nicht gab. Vivlldcht halle tlrootr 
t wine piano damit. UofTmanns vergebliche« snchvn in d«n 



I BSBOut. 2 HofTmann meint G. Hbj^ih Kfllncc nrimcbniaik 

I Koflhoffvh« Chronik. 8 Vgl. H 208. f. 18. 4 Vgl. Hriffw 
L Krinaarung a. ». o !AX 



524 

Acta sanctornm lässt freilich auf eiu nicht allzugrüudliches betni* 
bell der forschuDg schließen, da doch bekanntlich BoUand zum 7. jir 
nuar Reiuolts legende mitteilt. 

Reifferscheid hat sich durch den abdruck von H den dank ifler 
freunde der sache verdient. Matthes, der herausgeber des niete* 
liiudischen Volksbuchs und des Renout, wird unzweifelhaft bedaaoi 
]uit H so wenig wie mit dem deutschen Volksbuch in seiner ältottt 
gestalt bekannt geworden sein. Ich bin nun in der g^ünstigen lagi 
alle nötigen texte in säubern ausgaben bequem zur handzahabcL 
Noch bequemer wäre es freilich , könnte ich mich auf eingeliib 
forschuugen andrer gelehrter auch über H und « berufen. Reife- 
scheid hat ja freilich am 3. mai 1873 eine habilitationsrede De 
qnattuor filiis Aymon gehalten , in welcher die verschiednen bea^ 
beitungen der sage von den Heimonskindem behandelt sind; dock 
ist diese rede niemals durch den druck verbreitet worden, und lei- 
der konnte mir Reifferscheid zur zeit über die rede und die dan 
gesammelten materialien nichts mitteilen. Er hat der ausgäbe t« 
H kein wort über die geschichte dieses texts beigegeben, außer der 
beschreibung der hs. nur einige grammatische bemerkungen, wd* 
chen ich nicht durchweg beistimmen kann. Auch gegen die toi 
Reifferscheid beliebte textgestaltung habe ich einige bedenken. Dtfi \ 
im allgemeinen der etwas zu üppige „buchstabenwald" auch hier 
ein wenig gelichtet ward, kann man ja gut heißen ; doch würde idi 
niemals tusschen in tuschen ändern, da das s vor dem seh in dm 
dialekte, welchem H angehört, artikuliert wird. Reifferscheid sagt 
selbst, in solchen doppelungen dürfe man keine schreiberlauneo, 
sondern die folge verschärfter ausspräche suchen. Nun, wer das 
einsieht, der sollte doch wohl auch seinen text in der ursprüng- 
lichen Schreibung, die der artikulation entspricht, und nicht in sol- 
cher nur durch eine tradition im gebrauche der herausgeber be- 
gründeten Schreibung geben. Aus dieser tradition erklärt sich anch 
die unnötige einsetznng des zii'kumflex bei den neuen niederdent- 
schen diphthongen äi fie oi Oe üi, welche alten langen vokalen ent- 
sprechen. Diese i und e stellen sich nur nach langen vokalen äa, 
also sind diese vokale dadurch hinreichend als lang bezeichnet nnd 
bedürfen keiner diakritischen hervorhebung. Überhaupt ist es ein 
anachronismus in einem texte des fünfzelinten Jahrhunderts diakri- 
tische zeichen der art anzuwenden. Nicht einmal für mhd, texte 



52S 

^heudü üiclier bt'zengt, su dnss mno nn zweifelhaft 

r«&re sie dnrchzafUbren. Wir fol^n hier einer tradiliou, 

'1 ihr gntes liat oii<l ilamm nicht ganz und gar verworfen 

1. Hier aber in nnsrer Hifitorie, die sicher nnr von f&ch- 

1 geinten wird, eind die zirknniÖexe nnaölig, Ja sogar nn- 

elfferscheid sucht, nachdem er in aller kürze die verschiednen 
1 über die genesis der mittel' and niederdeatschen al ae 
». w. dargelegt, noch seinesteils eine erklämng zn geben, 
I Jedorii als phonetisch unhaltbar zuriickneiseu mnss. Er 
e oder i zeige §ich nach ä ö fi besonders vor ch r ft t 
I vor I m n f, und meint, ea sei darin eine art nacblant 
[:elmden vokaU zn erblicken , ,der besonders deatUch 
I nr hervurbringnng des folgenden küosonaiiten eine g&- 
Lanslrcugang orfordert wird." Freilich, ein ,nachlant* 
iliergelinden vokals ist dies e nnd i, d, h. es ist nichts an- 
1 der tioftonigere teil einea fallenden dlphthongen ', za dessen 
[ der folgende konsonant nnr wenig mitgewirkt Iiaben kann. 
ehe [st einfach die, dass in bieten von einer scbririspniche 
1 dialehlea alte langen vokale nach and nach der 
mgiernng verfallen, und zwar scbllelilich aach die erat naclt 
lantgoMtzen gelilngtan umprUnglich kurzen vokale. Die 
IfDChe Aif^üT di|ihtlionglernng ist in versdiiednen dialekten ver- 
MUeden. Di^r Vorgang der diphtliongiernng ist der: die alt« eln- 
Ue Ungv lUDss mit der seit in swel abgclmltte zerfallen. Hegen 
fa fode der artikulatlon eines langen vokal« wirkt nümllch der 
■nfjntionastrom nicht metir so sUrk, wie za anfang: gr-nan ge- 
PMtao xorßllt also die einfach« livnge in eine nihc von darch das 
Wiliifctu der silnimbänder bedingten ompirationsstJitien , deren 

I £* iit ffam ohne grand wie Lnbben. mnd. gram. (18X2) i. !)3, 
I St, dtnn dipbtliongu von scgcnannten •«irkliebnni su ■cbeiden, Ww 
■Ut Mch LDliben llb«Thitiipl nnter dem •gomeinHitiien Uute< der 
^^bUkheiK ilipblhoniie? lob iweifli- »ebr. dui t^ diu «aobe phooetitch 
|*flhMi und unU>r dem •gcMaeimutman Ittutei dot forltAnen der fünm- 
^■dtr bei der filr dii' Iwidcn vokalu, welche den dipbtbong biUea, 
1 veitehiediien geatoltung de> renonaoiraum* vurataht. Bei allen 
) halte luent der eine teil da» Obergewioht, dann ent trat 
tfiiiliiiiiriiii vwtelluag aof beide teile dn. Damm «ind alvr di- 
' a (Weiter toi noeb tiefknJg ist, doch anch dipbtfaonge. 



526 

Intensität von anfang gegen das ende immer mehr abnimnt. haä 
die energische artikulation des vokale lässt nach nnd lUÜiertM 
gegen ende der indifferenzlage des ansatzrohrs, so dass kefaiati 
mehr, sondern ein dem e oder i ähnlicher laut nur noch vom 
men wird. Gegenüber der vollen artiknlation der a m anfang ■! 
der des e- oder i-ähnllchen lauts zu ende tritt die reihe der kr 
zwischenliegenden laute zurück und so werden schließlich aiul 
der einfachen länge zwei laute gehört, deren zweiter sich vcritt' 
wie der tieftonvokal des betreffenden dialekts. Auf die fiilpg 
dieses tieftonvokals kann nun allerdings der folgende komoifll 
von einüuss sein. Ja wir können noch mehr zugeben. Aus Beift^ 
scheids Zusammenstellungen geht hervor, dass dies e oder i itt 
besonders vor tönenden konsonanten einstellt. In diesem umBtaBfc 
kann meines erachtens der grund des zerfallens der einfachen Uflgi 
gerade in zwei teile gesucht werden. Die Stimmbänder hören ibi 
nach artikulation des vokals nicht auf zu schwingen, sondern Ont 
Schwingungen danern fort auch während der zeit, in welcher fie 
gestalt des resonanzraums geändert wird; es liegt also aof te 
haud, dass ein leidlich charakteristischer zwischenlaut erzeugt lan- 
den mnss. Aus dem ursprünglichen diphthongen vokal -f- sonant nM 
nun ein triphthong. Wenn so nicht nur durch das fast unmerfclkte 
sinken der exspirations- und artikulationsstärke, sondern auch dis 
deutlicher wahrnehmbare passieren einer durch die beschaffenheit dv 
vorhergehnden vokals und die des folgenden consonanten bedingtet 
gestaltnng des resonanzraums ein charakteristischerer zwischenlaot 
erzeugt wird , kann dieser laut auch eher empfunden und dam 
durch die schrift zum ausdnick gebracht werden. 

Also vor sonanten begann die diphthongiemng. Aller M- 
wandel vollzieht sich zur völligen durchführung durch analogie. 
Nur die isolierten d. h. aus gewissen Ursachen der apperzeptioitf- 
gnippe, in welcher ein lautwandel beginnt, entzognen formen wff- 
den von dieser analogie nicht ergriffen. Es wäre also durchaw 
richtig zu sagen: die analogie wirkt ausnahmslos, denn wo vir 
sie nicht wirken sehn, kreuzen andre mächte ihre bahn. Die ant- 
logie der neuen vor sonanten entstandnen diphthonge ergriff abfl 
auch die lanfren vokale vor tonlosen und formte auch sie zu fr 
phthongen um. Zudem war ja immer durch das sinken der exspi- 
rations- und artikulationsstärke gegen ende des langen vokals aod 



527 

I dne ilisjii)»iiiüii znr diphthoDgiemiig vorhanden. In 
dier weise iBt alle dipbtUongiemng zn donkim '. Es spielen 
Lkvi^eas noch einige momente mit, für dei-en ansfübning liier nicht 
lor ort ist. 

Dies sind nnr andentnngen. HofTentlicli hubo ich einmal zeit 
MMi gelegenheit anafiikr lieber über diesen interesEanten pnnkt zn 
Itandeln. Dann soll anch die nicht weniger merkwürdige orschei- 
Hmg der rücklUnflgen bewegnng im vokalBtande, der monophlhon- 
kln^uiS '>!(«'' diphthonge gebührend berücksichtigt werden. Binst- 
IMloa inaclie ich nocli darauf aofmerluani, dass meine bemerknngen 
Mto Kr den freien dialekt nicht flir die anfreie achrilUprache der 
■abüdeten onamBcbränkt gelten können. 

UBelfferecbeids oben mitgeteilte ansieht über die neuen rand. 
iiODge ist deelialb ph<ineti»eh nntialtbar, weil er durchaus ilber- 
Plht, dMB ein anf den vokal folgender tonloser konsonant. wenn 
te wirklich ,eine gewisse kraflAnstrengung erfordert', doch nnr 
^ifa« «nergiscbere hervortreibnng des exspiratlonsstroms neben rner- 
f^Kberer engen- oder versclilnssbildung nQtig bat, dagegen kein 
ilhMchwingen der stimmbilnder, anf welchem docli alle vokalbildnng, 
■In uch die des .nuchlnnt«' e i bemht. Die .krartanslrnigiing^ 
Ihmi an sich gar nicht in bctracht kommen. 
' An ltciff«rscheids abdmcJi liaho icli femer zn tadeln, das« an 
'«Bbrem stellen nnnötig der text gegen die bs. gelindert ist. Da- 
LUb gdliOrt znnAcbat a. 27ä die stelle der anm. 1. 81cb np ge- 
mnngoi geven ist allerdings eine etwas nngewöhnliclie wendnng, 
mna jedoch verteidigt werden. Walirscjieinllch wollte der ver- 
\ hmet von H nr«[irüngllch nur scbreiben sicli npgeven , zog aber, 
ta nicht noi^h ansilriicklich aagen za inüaaen, das« Heimo wirkllcli 
lefiuigen ward |vgl. ['. ditUl f.), vor gevangen hier einzuflicken. 
VIeUeidit «Uind ancli wirklich lleilTenichtdrU fauxung in der vorläge 
4(r b>. II, und in Schreiber wollte zuerst nach winem gednnkon- 
bOde de« satzes scbrelbea sich op gcvcn , fllgtc aber dann korri- 
(Iwend, do<:li ohne up zn streichen, gevangen ein. Da wir kein 

I Kine da« wnwn aller «ptaclient Wicklung tt^lniUcb verkennundo 
UHChanoDK wie di« von H*g«l, 'In. f. d. n :i {iM'-i), ■>. !>5 vorKetraKae, 
■■Bit welcIiiT b«i Tokalurdebniiitg ein Iraruir L>-laut IilateT einrochnni 
IftSfem laut« aiDgetretm «4, ■um denselben in ■mimtt Ungo in be- 
u «. w. bedarf der wldarlegnng nkbt. 



528 

mittel zur kontrole an der hand haben , müssen wir ims mit te 
lesnng der hs. belügen. Dies hätte Beifferscheid auch thim soDoi 
Ebenso ist 284 (anm. 1) und 285 (anm. 2) gegen das handidirift- 
liche bestryden eingesetzt bescriden. Vgl. aber P 954 xmd die a- 
merkung dazu, 963. 8032. 9102. 9258. H 283, 2: 2 y. tl strite 
entspricht schryten P 13044! Auch das 284 (anm. 2) gegen dk 
hs. eingesetzte achter für achten ist im hinblick anf OndeDaa 
Bvjdrage 1 , 88 sehr unsicher. Reifferscheid löst meist die aU- 
zeichen auf, doch warum nicht überall? Warum nicht 281,1 
283, 19, 23. 287, 28. 293, 21? Doch diese einvi^de wieget ii, 
ganzen nicht schwer, und ich wiederhole, dass wir BeiffencheH 
dank schulden. 

Wir dürfen mit Reifferscheid annehmen, dass H nicht die ente 
niederschrift des Verfassers, sondern abschrifb einer vielleicht etwu 
altem vorläge ist. H ist die frühste deutsche überliefenmg der 
sage von den Heimonskindem. 

Meines Wissens ist H bisher keiner eingehnden nntersadüif 
gewürdigt worden. Nur Suchier in seiner abhandlnng über dk 
quellen der Mägussaga * erwähnt ihrer und Floß in einem aoftatiB 
über die legende von St. Reinold '. Suchier nennt sie fälschlU 
„einen niederrheinischen auszug aus dem volksbuche*'. Ein anszv 
ist sie wohl, doch gab es zur zeit ihrer abfassung noch nichts tob 
dem, was wir „Volksbuch^ zu' nennen pflegen, überhaupt ridier 
weder eine niederländische, noch deutsche prosa der Heimonskinder- 
geschichte *. 

Ich habe bereits oben auf merkwürdige übereinstimmiuigeo 
zwischen H und P (Rt) hingewiesen. Es ist nötig diese einer ge- 
nauen betrachtung zu imterziehn. 
P 71. 72 = H 274, a 6. Vgl. die anmerkung. 
P 202 sonder zu machen einichen frede — H 275 Da enbinnen en 
wart it nie vrede. Dies fehlt h a. 

P 299. 300 noch dann sol man mit mannes blut mynen nefen gel- 
ten = H 275 dat hei sinen neven suelde mit maus blöide wrechen. 
Etwas abweichend h 10 hij sou hem nochtans vergelden, dat W 
noch met mans bloet betalen sou. Fehlt a. 

1 Germania 20, 285. 2 Annalen des bist. Vereins f. d. Nieder- 
rhein. 30 (1876). 178. 179. 3 Vgl. auch Floß a. a. o. s. 180. anin. 



52ti — H '216, a 22. Vgl. die anmerkung. I 

627 Als Heyme hofe za kalten [iflag = U 276 als hei hof tu I 
■Iden placli, b 14 daer kij eiJE hol' lüel. I 

' 701.2 Da givugau sie far via k^nuiaden, da die jnngherren Inne 1 
raren = H '27G Dö geingen sie Bamen zö einre Bteinen kemnildeii, 1 
A de joDge bGren inne beslossen wären. Abweichend h 17 {a 24) | 
tUe hem de edel Vroawe voor een steene kamer, daer sij in waren. I 

* lG8(i nmumer apielt omh ao tnre ein pfant = H 278 eii apilt | 
wjt mf amb sü diiiren pant. Abweichend % öl rmb sulcli kAstr- 1 
Idis Pfandl , nnd ferner h 38 dat gij niet meer so kostelijk en I 
9tt\t. I 
P 1898 nnd gab es [das beupt] da Adelbart 1W2 er hat dich be- | 
alt rTÜch = H 27ä Dar nä gaf bei Adeltiart dat boeft in de hant 1 
ild sacbl, dat in Lodewich eirlichen bezalt bette. Abweiclu-nd a &4 1 
[Tcrdmrkt 36] darnach nam er den KofifF wider anff, vad gab jltn I 
Uclhart , vnd »pracb tuhe Bnder , da hustti , was da gewonnen I 
han. In h fehlt die Btelle. I 
r 1936 bfs 41 haben mir in H 278 entsprechendes. H BcUiettt I 
pttn au. Vgl. die annierkuag. 

f 9092 es verbeib ir mee mit den zcaen [: liendeo] = H 278 It 
hk mh ■inen zenden. Dagegen h 42 beet ao, dat het menig man 
teboeL Dies fehlt >. 

P2I82=H27fl. Vgl. die anmerkung und die zu 7881. P2208.& 1 
ku wflrtlich ^ H 279. Vgl. die aniuerknng. P 253tk iRt 229) ' 

* H 27» und a llft. Vgl. die «nmerkmig. P 3033 = H 280. Vgl. 
fa inmerkang. P 3486 bU H8 = U 280. Vgl. die anmerknng. 
Pe282 = H281. Vgl. die anmerkinig. P 7ßfiO ^ H 282. * 115. 
V^. die anmerknng. 

1* 7651) bis Öl 1d Qwem hendeu «uUent ir fHiren rein j 

itchon lllien, die bloninien allein, 1 

au uwera helsen cleyder von scbarlaken. ' 

^ R 282 ind baven an nieidere \&ü ücbarlachen Ind in iren hen- J 
In Ullen ind bbrnen. Dafür tiat b 114 nnr ,ln o hleedcno'i J 
k Ifil ffdilt die »teile ganx. \'gl. die oninfrknng. I 

P 814» bis b3 = ü 282. Vgl. die arunorkong. P 12(ill bi> 4ft| 
= H 2B3, > 21S. le. Vgl. die anmcrinuig. P 130S2 = H 383, 
t 223, Vgl. die anmerknng. 
£ ISMS. 4 M nia&'ii »u- mir gelw-n Itejart, der m wnl kan «clirTten 



524 



Acta sanctomm lässt freilich auf ein nicht allzugrändliches \)etni> 
ben der forschong schließen, da doch bekanntlich BoUandsomT.jir 
nuar Keinolts legende mitteilt. 

Keifferscheid hat sich durch den abdruck von H den dank iflcr 
freunde der sache verdient. Matthes, der herausgeber des niefa>-1 
ländischen Volksbuchs und des Eenout, wird unzweifelhaft bedMcn^ 
mit H so wenig wie mit dem deutschen Volksbuch in seiner älteilai: 
gestalt bekannt geworden sein. Ich bin nun in der günstigen hp: 
alle nötigen texte in säubern ausgaben bequem zur hand zu bab& 
Noch bequemer wäre es freilich , könnte ich mich auf eingdmk ; 
forschungen andrer gelehrter auch über H und « berufen. Reün«-] 
scheid hat ja freilich am 3. mai 1873 eine habilitaüonsrede Dl] 
quattuor filiis Aymon gehalten , in welcher die verschiednen l)etf-j 
beitungen der sage von den Heimonskindem behandelt sind; doch] 
ist diese rede niemals durch den druck verbreitet worden, und M»] 
der konnte mir Itei£ferscheid zur zeit über die rede und die 
gesammelten materialien nichts mitteilen. Er hat der ausgäbe 
H kein wort über die geschichte dieses texts beigegeben, außer 
beschreibung der hs. nur einige grammatische bemerkungen, wcl-] 
chen ich nicht durchweg beistimmen kann. Auch gegen die 
Reiffersclieid beliebte textgestaltung habe ich einige bedenken, 
im allgemeinen der etwas zu üppige „buchstabenwald' auch 
ein wenig gelichtet ward, kann man ja gut heißen ; doch würde ick- 
niemals tusschen in tuschen ändern, da das s vor dem seh in den 
dlalekte, welchem H angehört, artikuliert wird. Reifferscheid s^t 
selbst, in solchen doppelungen dürfe man keine schreiberlaaneo, 
sondern die folge verschärfter ausspräche suchen. Nun, wer du 
einsieht, der sollte doch wohl auch seinen text in der ursprfinf- 
liehen Schreibung, die der artikulation entspricht, und nicht in sol- 
cher nur durch eine tradition im gebrauche der herausgeber be 
gründeten Schreibung geben. Aus dieser tradition erklärt sich awk 
die unnötige einsetzung des Zirkumflex bei den neuen niederdert- 
sehen diphthongen äi ae 6i Oe üi, welche alten langen vokalen ent- 
spreehen. Diese i nnd e stellen sich nur nach langen vokalen eil, 
also sind diese vokale dadurch hinreichend als lang bezeichnet vai 
bedürfen keiner diakritischen liervorhebung. Überhaupt ist eifli 
anachronismus in einem texte des fünfzehnten Jahrhunderts diikfr 
tische zeichen der art anzuwenden. Nicht einmal für mhd. tö^ 



531 

len vnel »treuen da giigen die Heyden .... duß jr ohne verzog 
«t in du» Heilige Landt nach Jerusalem ziehen, vnnd belffe» 
IfitcUrigten , dab itie dati Landt vnder den CliriatUdien 
mögen briiigen, dann wegen jrer sündt tiabeiu die Christen 
f langer seit verlofaren. Man bemerke hier anc)i die Bberein- 
H > zo Jhemaalcm : nach JemBjilem. 
biB 44 =^ H 285 vii dat Lei verlnvet hett« nnmmer pert xH 
ttrjden (Belff. beBcriden) noch swert an sine Hide [Relff. eide] 
pirden noch spüren an sine voeBse, dar nmb en mririit« hei neit 
LT trecken. D5 saclite bei eme , bei möcbte wiül liamervcb ind 
ider wUpeii liaveu, stücke, peeken ind der gelich. Vgl. a 220 Acti 
«TT wa« sidl ich dann Ihan, es istvber drey Jahr, dat! ich mich 
toehwontn hab, kein pferdt zu beBcUreilen, noch anch keine wehr 
■r Waffen an meinen Leib «der in meine handt zu nehmen, vnnd 
na ich den eydt wurde brechen, st> mucht (tott nücli villeiriii dar- 
Lb Mraffen; der Cremit [UcsEromit| uigl. Lieber Freundl iteydt 
Mt gehorsam, vnd tbut wz der Eug«l befohlen bat euch anzn- 
dpn. In h las fehlt alles dies. 
> 13618 = K 2&i. Vgl. die aumerkung. 

*1362tdakamziiTr>-peudiemere, H^äöDÜ quam dar de mere, 

daja] Tabellen belegen werc dat C'ab^rien belacht w^re, 

und Ackers wer in sorgen Ind Ackers were in sor- 

groB geji. 

Uuülch aocb b und cc, doch nicht so wnrtlich unschließfjid. 

CB fi Sa6h tt 228 gegen h tB9. Vgl die aamcrknng. 

«tr wichtige stelle, an welcher II 286 allein das 
rahtt hat, welches in P nor noch dBfchschlmroert 
'CL die aumerkong. P 13895 = H 2S6 gegen b «. Vgl die an- 



' 14214 Da geaegcut er Rdnolt = H 286 I» gea&lnd« hei Rd- 
«It. Kriner der andern texte, auch Rt nicht, hat die« erhalten. 
' 14;i9U Die hjriturle saget ans vorware, 

du ei« lagen darror ein ganz jare. 
I Abu ligen de ein ganz j&ir vor Jhfmsalem. 
( All nm d«r fried ahw swiacben den Chriaten vnd T&rcken 
l war, vnd die Christen die statt Jerusalem |lj, nach dem 
I Jahr darfür gelegeji , wider in jhrer band hatten. Dies 



34» 



532 



P 14450 = H a gegen h. Vgl. die anmerkong. P 14496 
gegen h a. Vgl. die anmerkung. 
P 14526 SuB dnt uns die historie verstan, 
das sie füren vierzig tag sane 
und alle die nacht darzn. 
H 286 ind also voiren si veirzich dage ind veirzich nachte. 
Vgl. a 236 vnd waren 40. tag vnd nachten anff dem wusei 
gegen h 176 en voeren voor wint op Gods genade, so hu 
datse . . . 
P 14552 da lieff da ein nnwe mere, 

das ein kampff uff genommen were 
von Karle, dem konig wys. 
H 286 d5 höirt hei da nuewe roiere, we dat Karl der keisei 
kamp np genomen hette. 

h 176 Eeinout in de stede wesende, hoorde dat er een kam 
genomen was voor den koning Carel. a 236 Als Eeinolt zi 
silien war, h6ret er daselbst daß der K5nig zn Paris einen 
angenommen. 

P 14589 Da Reynold, der jungeling, 
schiede von Karle, dem ko- 
nig, 
und Beyart erdrenket was, 
da jamert es den konig umb 

das 
und die genoßen alle ge- 
mein, 
nmb das Reinolt alsns allein 
so betniblichen von dem 

konig schiet 
und sin erbe also ließ 
und liinweg ging so allein, 
das nummer mensche kein 
sin mocht fynden in eyn- 

chem lande, 
das in kristenheit was be- 

kante. 
Da embot Karle, der ko- 
nig, da 



H 286 Do Reinolt mit 
keiser versoint was 

ind Beiart verdrenkt wi 
so jämerte Karl sere 



dat Reinolt 

so droeflichen van eme s 

ind sine erven also leis. 



Do untböit hei 



533 
Gmuerich, Beinutt kini, vil Kmericli, dat lid z 



KI gati J 



• zu lelifii alle lud ^'ul 
gader. 



; zit l^«iic, allet 



dagzaforenhieltsiuvader. ilnt sin vkiIit g^hat liiUtv, 
36 weil Beinolt mit dem k^iiig vurmOnut, \-iid das Koä Buyart 
dnjickt war, so vorechwar akh Keinolt er wolu» . . . kein Boß 

Ikr bust^igvn vnd Eohe aUo heirolicli hinweg , vnnd vorließ 

ilb vtiil Kind, Land vnd Leuth, etc. dürilber betr&bet sich der 
tig fadllig, vnd lifü derowegen des EteiDolts rtlteaten Suba Ay- 
ria xa eich kommen, vnnd belehnet jn mit allen den Gflt«m, ww 
«oH vorhin gehabt hatte, ruangesehen, daß e« jlune sein Vatt«r 
■ KJoem abBcheid anch gegeben hatte, h 177 heißt es nur; 't 
(«benrt, Heide hij, als dat de koiiin^ nweu aone ontboden heetl, 
Mten Ayuerljn, en gaf liem al 't leeu dat gij had, en i» voortB 
den koning gebleven. Tbcr die i-igr-ntiimliche geHtaltuiig des 
U b h vgl. die anmerknng zn 14581). 

Man beacht« die üb^reiiiHtiniinnng im nameii Eiuiiiericli 1', 
■sich H, gegen Ayinedn s, Aymerijn b! H ond % üümmen im 
Cang dieser kt^lle gciian zuKanimen. H fölirt fort: ind vöirte 
■It Hlth in Vrancrich iii<l hifln- in bi nicli iu gröiaser eren. 
Imo a : vnd rhhn^t jhn mit »ich in FranckreJcli , behielt Jhn an 
■Ml UolTe, Ttiud zog Jhnen allen andera Herrn vor. Km liegt 
llir hand, daß « hier unmittelbar au« H geAcbßpfl hat, da II 
W vidbtAndiger war alH h. 

U7&3.1 = H -i»!. Vfrl. dit; Hiim'-rkuiig. V U9t)l Ryos = H 
■■ ClMreinatinimang NUgar gegenüber dem hier «ITeDbar liber- 
MlctCD «echat^n RtrnoutabiichniUe 1 Vgl. die anmerknag, I' iaOU& 
H 289, « 237 geg^n Ut 1U7».W). Vgl. die anmerknng. Rt VI 
«itet. P lÖOßl biB m, vgl. H -im. Vgl. die anmttknn« 
I Aber dIcM wichtige >teUe. V l.Vl77 bb m, vgl. II 28». 
I s 239. -iO. Aach R« 4A1 xlimml 'lazn. h dage«ren hat 
1 dlewn wuui]erer«chrinnng<-n, Vgl. dir anmc-rknng. l' 
: H 291, » -iU gegen h 182. Vgl. die aiimerknne zu 1Ä1Ö9. 
I bi» 13. Vgl. H 2^1.2, > 243 g(««n b. Vgl. die aumJ^kan«. 
1 auweiftlhari, lun unwldcrleglirli darzn* 
lfllipilC.MIVV<Btuu>e KwlMheu El nnd V b<»ti-Ji(. 
JrtBit nicht nnmlttelbar Mdn, doin 11 




528 

mittel zur kontrole an der hand haben , müssen wir mis mit te 
lesnng der hs. belügen. Dies hätte Reifferscheid anch thun soDo. 
Ebenso ist 284 (anm. 1) und 285 (anm. 2) gegen das handsdirift* 
liehe bestryden eingesetzt bescriden. Vgl. aber P 9&4 uid die a- 
merkung dazu, 963. 8032. 9102. 9258. H 283, z. 2 y, tl strite 
entspricht schryten P 13044! Auch das 284 (anm. 2) geg^ dk 
hs. eingesetzte achter für achten ist im hinblick auf OademaB 
Bijdrage 1 , 88 sehr unsicher. Reifferscheid löst meist die aU* 
zeichen auf, doch warum nicht überall? Warum nicht 281,4 
283, 19, 23. 287, 28. 293, 21 ? Doch diese einwände wiegen ii 
ganzen nicht schwer, und ich wiederhole, dass wir BeiffiBnekoi 
dank schulden. 

Wir dürfen mit Reifferscheid annehmen, dass H nicht die ente 
niederschnft des Verfassers, sondern abschrifb einer vielleicht etm 
altem vorläge ist. H ist die frühste deutsche überliefenmg te 
sage von den Heimonskindem. 

Meines wissens ist H bisher keiner eingehnden untersaehiof 
gewürdigt worden. Nur Suchier in seiner abhandlung über äl 
quellen der Mägussaga * erwähnt ihrer und Floß in einem aoftat« 
über die legende von St. Reinold '. Suchier nennt sie ftlsehU 
„einen niederrheinischen auszug aus dem volksbnche*. Ein ansnf 
ist sie wohl, doch gab es zur zeit ihrer abfassung noch nichts t« 
dem, was wir „Volksbuch^ zu nennen pflegen, überhaupt sicher 
weder eine niederländische, noch deutsche prosa der Heimonskinder- 
geschichte *. 

Ich habe bereits oben auf merkwürdige übereinstimmnngco 
zwischen H und P (Rt) hingewiesen. Es ist nötig diese einer ge- 
nauen betrachtung zu unterziehn. 
P 71. 72 = H 274, « 6. Vgl. die anmerkung. 
P 202 sonder zu machen einichen frede .= H 275 D& enbinnen eo 
wart it nie vrede. Dies fehlt h a. 

P 299. 300 noch dann sol man mit mannes blut mynen nefen gel- 
ten = H 275 dat hei sinen neven suelde mit maus bloide wrechen. 
Etwas abweichend h 10 hij sou hem nochtans vergelden, dat hv 
noch met mans bloet betalen sou. Felilt a. 

1 Germania 20, 285. 2 Annalen des bist. Vereins f. d. Niedff- 
rhein. 30 (1876), 178. 179. 3 Vgl. auch Floß a. a. o. a. 180. »»«««• 



535 

I aocb eiu druck von BeinolU legeude. In UoliLiins 
i üea&rds Martyrologioni , welclie 1568 zu Löwen g&- 
favckt ward, heiBi es s. Uüiib am ramlu Hiutoria eins «^xunsa 
tM. 1483. Dies ist MoIanuH zusatz, denu in frühern ausgaben des 
Dnaxd ül luchts davon zn finden '. Ferner erwähnt Ualeaüiins 
ta winem martyrologluin. Venetiis 1578, 4*, nnter Notationea s. l&b 
|aM« drucks and ebenso FermrioB im Catalo^ns g'eneralia sanc- 
Üwui. qni in Martyrologio Kom. non snnl, Venetüa 1625, 4*, s. 13, 
W» sogar gt'aagt ist , Keinolte Tita solle in Köln gedruckt worden 
Hb. Vielleicht gblia des (.ialesiDins und Ferrarins angaben anf 
HaUriu xnrück and nnr die erwähnnng Kölns aU dmekort der 
rta bt zasatz oder erflndung des Ferrarias *. Ich eelbst habe lei- 
hr kcinun einzeldmck der Rein ot telegen de ansäudig machen kön- 
taa. GIücklicherweiBe sind ans Jedoch beide aufzeichnangen , die 
) wie die nielriBche, eriialten. Gh ist nämlich kamn swei- 
ft, dass die beiligengeschiclile , welche Holland in den Acta 
1 7. janoar erz3)ilt', mit der prosaischen darstdlnng 
iBUbch i«t, wie ein von van HaBselt • und besser von FlüÜ ' ab- 
(idnckte« lateinisches gereimtes Ued anf den hl. Reinolt mit <ler 
NHrisdien. Aus diesen beiden texten selbst iHsKt sich nicht mit 
Iskuliejt eine besümml« enistebungszeii erscli ließen. Schon RQbel 
H Jafaresbericht f3r den historiachen verein zn Dortmund 1873/74 
bar die Vita Keinoldi handelnd wirft beide mit den von Nederhoff 
Bnriluiittn aafxaichnnngen zusammen *, freilich ohne zun&cbsl au&- 
bicklidi i-inen grand dafür zu nennen , dass diese nms jalir 1377 
Ickoo b<--«tiuid>-Ji haben müssen. Sj)liter erst bemerkt er , dass in 
BtderhofTit chrunik ein anszug an« der vita Keinoldi enthalten sei '. 



1 &o in dem drucke Culonie per Job. LAndeo I6IS. 8°. 3 Vielleicht 
M dlCMr alte dniüi der le)p!nde gemeint, wenn Aeg. Gel«n in ««ilKm 
h^nt«ii buche r>e admir«Dda, nacra ui ci*ili raagnitudine Coloniaa 
I^tediae Agrippinenüi (Col Agr. IMS. 4"), ■. 676 utgt veratamea vita 
>^|Bein(ilili| in tuen, et antitjais bibliotbedi Donwruatur. 3 1. U8& 
^ Sl- tienauarer abdruck nach der ba. Ton Floß in AnDalan dM 
■Ü Verein« f. d. NiedeirbetD, 3(i Kfilo 1876. B°. 8. ISl hU 85. 
' Aaauair« de In bihltothiMiiie ro;. de B«lipque. 12, Bruiellea 18G1. 
''• 8. 245 bis »\. Danach icheinli wie^lerholt von I^ouis de BMoker 
* Ckaat« hiii«r»iiiM de la Flamtr». Lille 185S. 8*. S. 184 bvi 49. 
' Asaalen tri« oben, i. 185 bi* SOS. 6 Bcatrilge tiir geech. Dortmund* 
l> 4. gahA. Hark. l. Dortniuul 18Tb. 8°. S. 83. 7 A. a. «. «. 88. 



536 

So ist es in der that, Nederhoff hat wörtlich aus der prosaiadia 
legende entlehnt. Ferner findet Floß, dass H mit der metriscki 
legende im wesentlichen übereinstimme '. Diese übereinstimmmig« 
sind jedoch nicht etwa allgemeiner art. H stellt sich in vida 
fäUen so genan zn den beiden lateinischen texten, dass nmr an » 
mittelbare entlehnung gedacht werden kann. Ich betarachte zimftdit 
L, die prosaische legende '. 

L 182, 2 Patrem eins Haymonem, virom in rebus militaiil« 
strennissimnm, qnis ignoret! = E 274 ind boyen al was hei [Hehn] 
ein strenge man ind vrome in ritterlichen werken. % 5 Und Tta 
das war er ein strenger Mann vnd woU erfahren im Krieg ynd ii- 
dem Ritterlichen Thaten. 

L 182, 18 Dicitur quoqne a moltis homi^ibos id se vidsae 
attestantibns, qnod dominns mortunm eins precibns 8ascitaaerit,et 
matri mnltnm flenti vinum assignauerit. Paemm qnendam per mol- 
tos annos febribns laborantem ita sananit, vt eadem die meliiis hi- 
beret, et ad domnm snam, dominum glorificans, cum gaudio remeant 
= H 288 Ouch znichden vil minschen, de it hatten gesein, dat go( 
overmitz sin gebet einen doiden erweckde ind gaf in levendich sinn 
moder weder, de da sere schre. Hei machde ouch gesunt ein kint, 
dat zo eme gedragen wart, dat vil jäir dat kalde geleden hatte. 
Dat wart des selven dages gesunt ind geinc weder heim god lo- 
vende. Ähnlich « 240. 

L 182, 24 Contigit etiam, vt populus circumiacentiB promnci( 
pestilentia infirmaretur, et subita morte mallent damnari, quam 
§temaliter miserabili peste tormentari. Audientes igitur beati viri 
famam, miserunt ad cum viros timoratos, sanitatem sui corporis 
exorare, vel dolorem saltem cum vita finire. Qui cum ad eum ye« 
nissent, omnes se illius prouoluerunt pedibus, multis lachrymis ro- 
gantes, vt gentem suam ab infirmitate pessima liberare dignaretor. 
Quorum tandem petitioni acquiescens, se in orationem continaoBU- 
Sit, orans deuotissime dominum, ut misericordiam his pr^staret, qä- 
bus iam sola mortis imago restaret. Dominus igitur iacentem vi- 
rum clementer exaudiens, optatam populo languenti sanitatem cos- 
tulit, et viros memoratos cum gratiarnm actione ad propria remiflt 
Inde reuersi omnes ad patriam vnanimiter deo gratias persolnnnt, 

* 
1 Annalen 30, 179. 2 Zitat nach Floß. 



oA per uierita dilecti ani ^nlaUm corjinrani n^iM^pisst^nt , et 
I, in rtiübuB ninüa ^gn 1aburuaer»ut , evaisisscnt. ViriDtiim 
1 1>rjtti!'>tinii Heinoldi Tbiqne diffamiihiint, et lant^m ad bonoroiu 
I poBtvJi «iDfcnliH annis decantabant. = H 288 It geTeil, dat 
vlke der nieeter provindea branc wart ?an der peslilenden 
nmlden liever slerven van eirae »nellen dfiide, dan alzit pe- 
It zA werden van einre nngesmider »njcliden. Dö Bt vernämen 
jBTaich lies liilgen nians Reinoldn», saiit«n Bi zö eme eirsame 
a zu bl'lden gesnnthelt iren lichnnieii. Da ei z5 eme qnämen, 

I sf vnr »ine voestte ind bilden in mit trAnen, dat hei got 

II bidden, dat dat volc erlöisd wArde van der feninder saichden. 
ril hei neder innencUcli In sin gebot ind verlßisle alle dat volo 
ler «wäiire enichden der pestUencien. lud si il;inkden godti 
De j^ lovetlen ind giöismachden ai den hilifen man Reinoldnm, 
Brknndicfaden üarcb olle de wereli aiue diüdideu ind wonder- 
1^ de got durch in gewirkt h&lt. Ähnlich a 240, 

L 183, lU wird Reinolt zum lapiddamm magiBt«r geniadit. 
tA V (ViU, metriache legende) 243 bis 47. H 288 meüter 
rtrklQdc. % 241. Dieser znK fehli It« Kt P h. 
Me geachichte von der kranken fran, die dnrch göttliche dn- 
C Beinolts leidmain llndet, L 183. 31 f. titlinmt genau m der 
lang H 290 und » 244.5. Vgl. auch V 279 bia 3Ü4, P 1&091 f. 
Ebenso xtimmen L 184, 15 f. und H 291 gennu xasammen in 
Kkhlang von der Dortmunder bitt« nnd erUngong des hei- 
Idchttam». Vgl. V 351 (. 

Ui hab« die stalle L 182, 24 f. aiurahrlich mitgeteilt sm bei 
«rglddiung mit H vollen einblick in die art des verh&ltnlBeii 
•Iden texte zn einander zu gewtthrvu. Kdn meuach wird be- 
Mi mAgcn, daiv etwa II die vorläge nnd L die naehbildnng 
Wie beim Kt verfiiiut II ancb bei L , indem es durdiwftg 
> Da* raeiKtc aber iat wßrtlldie llber»etzuni; ana L. 
IFfthrend L Bber Kelnolt* weltliche gi«chicbt« iddi ganz kurz 
Ind, wie es Hcheiot, nHn" nadirirblKii dnriilwr nur an« hJ^n*«- 
IwhOpft«, gibt V Hhntieh wie H aurh dne dantelinng von 
Iti herkommen , die mit ihren namen sicher nur ans einer 
quelle , und zwar den namenafonnen ' zu fulge wohl 

I& 19 Addburdum et Rilurdum, Ra/notdum alqn« WriUardom. 
Ha Merualdeiuii. 



538 

ans dem Et stammt. Einige vergleichnngea sollen den nnzwdfd» 
haft genauen Zusammenhang von V nnd H erweisen. 
V 63 Uocans natos 75 Castnun nam Montalbaneme 

et armatos, dedit filio com ense 

et dioisit sna bona, Emerico 

cmlibet deditqne dona, tone antiquo, 

non per gaerras, et haeredes 

nrbes, terras terras, aedes, 

dulciter distiibnens. recepenmt alia. 

Claritia pnlcherrima, Snam oscnlaiiB nxorem 

vxor sua tenerrima, ob amorem et ardorem, 

nata regis haec Inonis et com lachrymis amaris 

Tarasconiae tyronis ualedicans cnnctis charis: 

graue haec suscipiens. quis audinit talia! 

= H 284 Do leis Reinolt alle sine kindere vnr sich komen, vä 
sinen eisten son, geheischen Emerich . . . ind gaf eme den casteel 
Montalbäin ind sin swert ind machde in here van deme lande. Ind 
sinen anderen kinderen deilte hei sin goit ind gaf in marke ind 
bürge ind ander gröisse lene. Dar nä kusde hei sine hüisfiiMin 
ind sine kindere mit gröisser besweimisse sins herzen. Dazu stomt 
genau oc 223. F hält sich ganz kurz: 
13344 Da rieff er sinen kindem dar 
und gab ine erbe nnd lehen, 
mark, bürg und steden. 
Emeryn, sinem eltsten sone aldar, 
macht Keinolt ritter aldar 
nnd gab ime allein sane 
das casteil zu Montelban. 
h ist ebenfalls ganz kurz. Man bemerke, dass nur V nnd H hitf 
Eeinolts schwert nnd den abschiedskuss der hansfrau erwähnen. 
V87Namqne dnx Montalbanensis et noctis in sUentio 
atque comes Merualdensis ab omnibus recedens. 

tunc in lunari radio 
= H 285 Ind Keinolt geinge des nachtes in deme mänen sduD^ 
durch de woestenie. 
Vgl. P 13357 Suß wolt er gan uß Montelban 

des selben nachtes by der mane. 
In lunari radio V stimmt genauer zu in deme mänen schine H ^ 
by der mane P. 



539 

' tlO Fratcr pater Re^nuliluiii [lost 'inaesienuit, 

atc|ac mater sed nee Uloin iunenerniit. 

e H 285 iiid iölchten in alre we^, ind cn knndcn siiire nclt via- 
«L Ähnlich " 324. Hier vergleicht sich I', worin Emmerich auf 
EdoolU frage nacli j<>nes uhcimen und nach Ueyrae antwortet: . 

14782 Hcrre, sie Bachen nch alle gader 
■ and hant gesworn by onserm herren, j 

H daa si nnmmer en keren, 1 

P ee sie ach hant fonden. | 

idi ist hier Ri-hnii <-in fremder zag. In h fehlt das g&nxK. I 

aus Tres Soldauos cum sno hoIo bacnlo | 

et paganns ocddit sine iacolo. 

: H 286 ind Reinolt Bleich dri soldäne döit. Dies Ist sonst nicht 
»«liefert. 
338 Presnl orbis Agrippine, nonom templnm tanc ereslt 

coelo reprnans eine Rne, air nimls uirginalia. 

Agilolphns qaando rexil, 
eB S88 lu deu ziden sii regierde du liilge hnachof Agilolphus dal. 
a Eü Collen, de da was ein man van gröisBcr hillichdl ind 
rlicher rf^inicheit Ähnlicli > 241. Kein oudrer t«zt entbUt 
I lobspmch aof Agilolfs reinheil. 
I den namensformen nimmt H auffallend zn V. In beiden 
iBdnolt« Schwiegervater Ivo von TarrascAniGD, Reinolt« gattln 
Auch Karls gesandur an dun papst Ebronena eracbdnt 
V In V nnd H (>). 

Nach diesen znaammenstellnngen , die dch leicht verdoppeln 
tafioi, 1)1 wohl kein zweifei , das« L nnd V dem Verfasser von H 
■bta dem Rt als qnelle dienten. Er hat alle drei texte. Im oin- 
MfaUB kflnend , zasnmmengeiHihweilit. An einer stelle Usst sich 
<4(n, witt er mit lHiid«i hnndnn angreifend seinen stofl znsammen- 
■ik«. Sowohl in L wie in V ist erzUhlt, daas die Dortmunder 
* UKbof von Köln nm irgend einen heiligen angingen and daas 
>iiB «r«t dorch dai wnnder der aasBetziing von Relnolu sarg die 
^•rsabe dieses heiligen bewirkt wkrd. Dagegen bitten in P and 
4ie Dortmunder sogleich um ein gUett Relnolu and Jenes wunder 
iHlL H 2ßl heißt m : .sft bUra »1 den bnschof ültinbedeudlchen, , 
U bd in einen lloham goven wncldc .... lad begerden, dat hei \ 
£jkl Ut of s«t gtn TU MBt fi«in9lt,* Hier Ul «Im beide« m.- 1 



540 

sammengefasst, oud dadurch kommt in die folgende erzählong etwu 
der ursprünglichen Überlieferung offenbar fremdes. 

Durch die beobachtung , dass H aus L und V geschöpft hat, 
kommen wir dem jähre 1377 näher. H mag zu anfang des 1& 
Jahrhunderts entstanden sein , in der ersten hälfte desselben Int 
auch Nederhoff L ausgezogen. Es ist also kaum zweifelhaft, daa 
unter den beiden aufzeichnungen, die Karl IV von Dortmunds btr- 
gern erhielt, L und V zu verstehn sind. 

Auch in bearbeitungen derLegenda aurea des JacobusaVon- 
gine ward die lateinische legende aufgenommen, wohl zuerst in die 
ausgäbe Köln, Ulrich Zell, 1483, fol. \ Diese enthält den tcit L 
fol. 235 f. im anhang. Zwei jahi*e auf diese ausgäbe erschien n 
Köln bei Ludwig von Renchen „Dat duytsche passionail", welcheB 
sich selbst ausdrücklich als Übersetzung der Legenda aurea be- 
zeichnet. Dies ist jedoch nur im allgemeinen richtig, indem emmal 
die anordnung des lateinischen drucks verlassen (die legendes 
des anhangs sind in die folge des kircheigahrs eingeordnet) nnd 
dann stark gekürzt und vielfach der Wortlaut der lateinischen vitse 
ganz verlassen ist. So ist auch die Reinoltlegende im Passionafl 
nicht wörtliche Übersetzung sondern kürzende bearbeitung von L 
Zur erhärtung setze ich anfang und ende hierher. Der teit be- 
ginnt fol. 229 : „SentReynolt der was geboeren van edelen alderea, 
inde als he zo Coellen quam, soe wart he eyn monich van sat 
Benedictus orden in dem cloister dat genoempt is tzo sent P&n- 
thaleon . . .** Schluss: „Daer nae over eyn langhe tzyt soe qnae- 
men dye van Dorpmunde tzo dem bischoff van Coellen ynd be- 
gheerden dat he yn geven woulde eyn lycham eynighes hyUighen. 
Ind der byschoff lies vergaderen dye clerickschaft ynd vraghede 
van yn wat hylligen he geven solde desen mynschen. Ind als sy 
alsus tzwivelden soe quaem der casse van s. Reynalt vur dye kyrch 
staen, ynd daerby verstünden sy offenbairlich , dat dese geseynt 
was dem volck tzo eyueiii beschermer. Dae vergaderden sich dye 
clerickschafft mit all dem volck ynd lechden yn in ein koestlichen 

cassen ind voyrden yn van Coellen bis tzo Dorpmund ynd all dat 

* 
1 Vgl. Ennen , inkunabelnkatalog 54. 127, Cardaims zum Ab- 
druck der sog. Koelhoffschen chronik in band 13 der Chroniken der 
deutschen städte (Köln 2), Leipzig 1876. 8°. S. 233 und 399, anm, 4. 
Späterer druck Colonie, per Johannem Koelhoff de Lübeck 1490. Fol 



541 

volglicde nae drye myleii mit groisaem luffin eerwenlidiHt.' 
^er uuchlnss an L ist nnvcrkenubar. Im allgemeinen ist gekürzt, 
Aocfa sDcb oint* kleine zathat nicht gescheot. 

Es be8t«lil indeMien eine andre verdeatscliang der lA-gendn 
KU««, welche eine ungekürzt« übereetEung von L enthält. Anf 
bn stadurchive zn Köln befinden sich nitmlidi unter den thoo- 
ftngiMhen haiiilscbriften zwei deutsche fassnugen der Legcnda aDren. 
"Von die«en enthält die eine kürzere (nr. Ißb) die vita s. Heinoldi 
Vieht, witfarend die andre auHführlicherv (169) mm liebten jannar 
r b). 83 bis Mö die Ileiniiltlegende bietet. Ich setze eine text- 
) hierher. [83] .Vnn sente Ueynnlt dem heUgen merleler. De 
I bogeate vnrsiuhticheit godes tvulde weder setzen den gelunven 
k-mjuschliche kiume dat da gebnoden was mit dem gedmclienysse 
>*ergjftigen slangen niierkoia nien*Ier bygetere ind junfhvawen 
I de twelendea scbaiff weder leiten tzo bekennen den wech 
KbeiW ind sy weder vergaderden tzo demc gelonven den si hat- 
1 in gewörpen Under wylchen der alre lieillichste merleler 
B BeynoUt halt gesehenen as eyn sterne de da clairere schynet 
kde andere eteme .. , Hey was ho in urcn wer in bekaute ind 
I vader hiewh Heyuie ind was eyn strenge man in rytterllchen 
Eiken dysser Heyme gowan vier son« dne groisse dogenbaflicheit 
I äff gesaclit durch den nmbkreisz der werelt.* Die« genügt 
Bit Sicherheit zu nrteilen, das» diese protta nichts anders ist als 
I flbrrsetxnug vi>n L. Hau vergleiche unr die einleitnng ' : 
ma dci providenUa, vuleus gentiit hnumnam venenosi serpontls 
loDe obligatam Hdel ri-»titnert\ niHrtyres, confessores, virginea 
qni ones aberrantcs ad uiani salatis cognnscendam rednc«- 
8o weit wäre also dieser dcalache teit ohne wert. Aher 
ind macht diese beiden handachriften , die aus dem ninf- 
ttn jalirbundert ntammen, merkwflrdig. Sie sind nHmlich bride 
i derwIN^ hand gesi-hri»'b<in wi« II. Wllren verntsu-r nm) 
I II finH, N<> klinnt^m wir alw hier mit unmittelbarer 
rlieit prüfen, dass er I. wirklich kannte. Die drei kandschrif- 
\M dem Ktilner R ein oltk losler xn sUmmen. Vielleicht 
kgar eine fromme bewohnerln deracllten sie nni;efer11gt. 
I Bolland erzKhlt, wuher Ihm die let^-nde kam: .((Uae de Bei* 



l fioa, Aimalen .10. 181. 



542 



t 



noldi caede ac translatione in Mss. Eubeae vallis \ Joaimn Ylbi- 
merij ' Lonai^j ad S. Martinnm Canonici regolarig yiri docüaSn |tfa 
antographo, Antonij Liberi Legenda reperi, hie dabo.' Dieiid 
Vlimmer gefertigte abschrift findet sich noch als cod, 7569 TUte 
den Bollandistenpapieren der Bnrgondischen bibliothek zn BtImL 
Der selbe kodex enthält auch V. V war den Bollandisten dnrA 
den pater Joannes Gamans mitgeteilt. Dieser, geboren 1606 a 
Nenenaar im Jülichschen, Jesuit, war mit BoUand und Heute 
befreundet und arbeitete eifrig mit an dem großen nnsteiUkta 
werke der Acta sanctomm. Der kölnische biograph Joseph Harth 
heim ' sagt von ihm : ,, sanctomm Martyram vitas , nt e latdni 
Bibliothecarnm proferret in Incem, singnlari diligentia et indutria 
adlaboravit. Nonnollas quoqne egregie discnssit, et notationil» 
historicis illnstravit quas videre est in Tomo I. et IL vitam 
Sanctomm a Joanne Bollando editamm.' Wo (}amans V ao^e- 
stöbert, war bisher unbekannt. Man möchte an die BeinoltskluK 
oder auch an das Fantaleonskloster zu Köln, in welchem ReiiMk 
ja gedient haben soll, denken. Die seltne freundlichkeit eines ko- 
nischen gelehrten setzt mich glücklicher weise in stand der beait- 
wortung dieser frage näher zu kommen. 

Die etwa 1689 abgeschlossnen im kölnischen archive bewahrtn 
Annales ecclesiae s. Fantaleonis gedenken s. 403 eines manses, 
welcher vielleicht dem pater Gamans seinen stoff in die band g^ 
geben. Es lieist da: „R. F. Florentius de Schneckis, supprior, 
qui manuscripto codice edidit vitam s. Martini episcopi eiusd^nqV 
translatiouis historiam , item vitam Septem dormentinm eins coi- 
sauguineomm, item epistolam s. Fhilippi archiep. Col. de miracolii 
eiusdem, vitam d. Annonis archiep., vitas ss. Eucharii, Valeriici 
Materni, item sermonem de nativ. divi Marini, passionem s. Agil- 
olphi ep. Col. et mart., item passionem s. Reynoldi martiris, iteB 
vitam s. Cuniberti archiep. Col. et vitam s. Nicolai ep.* Nach d« 
Florentius de Schneckis darstellung geben nun die Annales selbst 
Keinolts geschichte. Auch ein autor unserer zeit, Thomas , hit i> 
seiner Geschichte der pfarre st. Mauritius zu Köln (1878. 8*) s, 16 
des Florentius erwilhnung gethan und aus dessen werke geschdp^ 

« 

1 Roodekloster in Brabant. 2 Stiftsberr zu Lüttich, f 1597. Vgl 
Floß, Annalen 30, 176. 3 Bibliotheca Coloniensis. Gol. 1747. Fol. S. 1?^ 



543 

Wer den eigentlichen airlüvalieii des kölnischen stadUrcliiv« fiind 
dl niui die arbeit des Flnrentinn ' , «ine kiimpilation SIterer hui- 
Benleben, die nicht« wesentlich neues enthlllt. Der kodex Btnraml 
BD Florentius band selbst. Eine anfachrift des achtzehnten jähr- 
■nderts bezeichnet ihn als .Liber monost. s. Fant, conacriptua ixt 
. FloreDtinm de Schneckia sappriorem hnius loci circa annnm dn- 
ifaü niilleiilmuin quingenteBimam trigeaimain.* Der inhalt dee bnch« 
Us|tricht genau der oben mitgeteilten angäbe, nur fehlen jelJit. die 
letzten stücke, die vitae Caniberti und Nicolai. Die l'asHio 
, Ki-yBoldi besteht nnn ztmüchat ans der lateiniBclien legende (L), 
rle aie Holland nnd Floß mitteilen. Der schlnas (FloB IfK, 1 bis 
) weicht etwas ab. Er lautet bei Florentius: ,Ceci hie snnt U- 
leproRi mnndati, paralitica etiam membra ad landem i|isins 

Uduvit dominus noster Jhesne Christns cni est honor et gloria 
I secula seculonim. Amen." Der passus ,Fnit'' bis .martyrizalns' 
I8Ö, 4 bis 7) und natitrlicb auch der .Hanc* bis , |i«iitn)ans' 
lUi 10), welcher die angäbe über J. Vlimmer enthlllt. fehlt Ixn 
noraitjna. Auf den text von L folgt die rhythmische vita iV), 
M» sie von Hasselt und FIoU mitloUeD. Die kaplleiabertichriften, 
IBbPIoB In den anmerkungeu gilit, itind hier rot geschrieben Vnt 
tStam des ganzen bildet eine knrze Oratio d« s. Reynoldo itutrtin- : 
„Dns qui h. k«yn«1dam martirem tnnm virtut« constancie et eon- 
Hrdime et paaBiune roborasti et in celo cum comna glorie com- 
HKi, miracnlis et virtntibuB in t^rrie decorasti et atrages mor- 
kinuu mederl contnlisti, tribne nobia, qaeaiimna, nt eine eaffrn- 
■utliboH niTitiü vejiiam peccatoram conaeijul et in celo a te inere- 
iMiir riinmari et ab omnibua languuribna adveraitAtlbns tncntia 
«vpori« pnritiT el nnim«^ liberarl el defendi por || . . .' Damit 
tftcht dir hanrlKchrift ab, ohne diuiN inilesiien viel fehlt *. 

Weiler l. norh V nnd de» IHorcntius werk. Sein »CTdJenal 
louiht nnr darin, dno« er am> dime wertroUen texte anfbevrahrt hat. 

Pater (iamans bat nach Hartzheima zengnlsa sich langf In 
I^VtKhiand aafg>>halten, und JTwar, wiv ea scheint, TonragsweUe in 
^ an die Niederlande grenzemlen gebieten. Ks int aliu> hlchtit 
^»linciieüilicfa , dasa er auch nach K5ln kam nnd dort In der bi- 






A II, Sl, jetit HH. Tbeol. VI. :t. 2 Di« narkrldit Ob«- 
Sdlnwkii verdanke kh herru Jr, LMiianl Korlh *u KAln. 



538 

ans dem Rt stammt. Einige yergleichoDgen sollen den nnzwdfel- 

hat't genauen zosammenhang von V nnd H erweisen« 

V63 Uocans natos 75 Castmm nam Montalbanease 

et armatos, dedit filio com ense 

et dinifilt sna bona, Emerico 

cnilibet deditque dona, tone antiqno, 

non per gnerras, et haeredes 

orbes, terras terras, aedes, 

dülciter distribuens. recepemnt 



Claritia pulcherrima, Snam oscolans nxorem 

vxor sna tenerrima, ob amorem et ardorem, 

nata regis haec Inonis et cnm lachiymis amaris 

Tarasconiae tyronis naledicans cnnctis charis: 

grane haec snscipiens. qnis andinit talia! 

= H 284 Do leis Reinolt alle sine kindere vnr sich kernen, iol 
sinen eisten son, geheischen Emerich . . . ind gaf eme den cast€el 
Montalbäin ind sin swert ind machde in here van deme lande. \ü 
sinen anderen kinderen deilte hei sin goit ind gaf in marke ioi 
bürge ind ander groisse lene. Dar na knsde hei sine hoisfraovi 
ind sine kindere mit gröisser besweimisse sins herzen. Dazn stim^ 
genan « 223. P hält sich ganz knrz: 
13344 Da riefF er sinen kindem dar 
nnd gab ine erbe nnd lehen, 
mark, barg und steden. 
Emeryn, sinem eltsten sone aldar, 
macht Reinolt ritter aldar 
nnd gab ime allein sane 
das casteil zn Montelban. 
h ist ebenfalls ganz knrz. Man bemerke, dass nnr V nnd H hier 
Reinolts schwort nnd den abschiedsknss der hansfran erwähneiL 
V87Namqne dnx Montalbanensis et noctis in süentio 
atque comes Memaldensis ab omnibns recedens. 

tunc in lunari radio 
= H 285 lud Reinolt geinge des nachtes in deme manen schiitf 
durch de woestenie. 
Vgl. V 13357 Suß wolt er gan uß Montelban 

des selben nachtes by der mane. 
In lunari radio V stimmt genauer zu in deme mtoen schine H a1* 

« 

Hy der mane P. 



545 

WÜ. Kcinolt, weldie baafilUig geworden, ernenert worden sdeii. 

Qeicht K&b dies gerade arsaclie die geschichte Reinolts auch in 
kcataiclier spräche dem vulke nieder ans herz zn legen. Noch mehr 
pOBti dazn konnte es sein, da 1447 Uargarethe von Waldecken 

tUs dahin kleine klSsterclien reformierte, und 1449 nnd 1453 
meat gnadengaben zukamen. Jedenfalls f^lllt in die erste liltifte 
Im 15. Jahrhundert« ein erhebliches wachHtnm des Reinoltsktosters. 
Vergessm wir liier niclit , dass die hs. H ans nicht viel split«rer 
Mit BUmmt nnd wold schon abschHft einer iiltem istl Anch die 
■grmclie von H widerspricht dieser datiemng nicht. 
, H Bclületit also, wie wir sahen, vor Rebiolts heiligengesclüchte 
■I Kt an. Der eweck dieser prosaanfKisnng war aber nnzweifel- 
kift ein geistlicher. Ein weltliclier Verfasser mit weltliclien ab- 
■lichten hntte sicher eher seine frende daran gefnnden Reinolts 

tpfe ansrdhrUch zn schildern, als dessen ende in der im sp!it«R 
Blallcr wenig geschatiten mBnchskotte erbanlich za besclireiben. 
r geistliche zwecke war es nur angezeigt das notwendigst« ans 
taolts Vorgeschichte zu bringen. Diese kürzung nnn ist mit 
I geschicke vorgenommen. Die ganze Historie liest sich gnt 
l'bt ohne liedeut^indere liicken. Viele« liSssliche und anstijttige 
iDied«n. So erliebt Heime die hand nicht gegen sein weib, 
llt vei^eht eich nicht so weit Lndwigs hanpt an die wand zn 
, Kvinolt (Ibemimmi sich nicht beim besnche zn Pierlepont 
Besonders aber f)lllt ins »nge, dass die merkwürdige 
der Wiedergewinnung des Ih-yArt durch Holegys ganx 
Igen Ist. H 281 heißt es einfach «Her ovennitz linlp« vua 
sü kreich hei it weder.» Malegys Zaubereien sind über- 
t fast ganz verschwiegen. Bei der vorgenannten geschieht« 
le aber «uhl die erzUliIong von der Mhendmalilsschttssel dem guten 
n verfawcr von II anstSQig scheinen. H schließt mit einer 
Bhai anfteichnang aller krankheilen , ge.gt!n welob* dJe 
I hl. BeJnolt gnt ist, nnd mit einem gebiet«, über dn* 
rd an anderm orte noch gehandelt werden, 
I Kliln Hilden sidi ferner nocli verschiednc spuren , die auf 
turie liInweJM'n. Abgestthn davon, dass das dcntuche volk*- 
■ den llrimonskiitdeni, welclies nnmlttelbarc cinwirkungea 
Tie erkennen lltsst, tiu-nt 1(104 zu Knin gedruckt norden 



546 

ist, befinden sicli anf dem kölnischen Stadtarchive die taIiItbIAh 
bände des wertvollen Sammelwerks des Johannes Oeleniw, fa 
„Farragines^, in welche anch H, aber in lateinischer ffbenellm 
anfgenommen ist. Johannes Gelenius, der ältere bmder des wim 
erwähnten Aegidius, geboren am 17. Oktober 1585 zu Eempaiy y» 
brachte den größten teil seines lebens in Köln, wo er alt canoni« 
nnd Professor der theologie wirkte. Er starb am 31. afkril lOt 
zu Köln. Er besaß eine ungeheure gelehrsamkeit , besonden h 
kölnischen angelegenheiten. Hartzheim' bezeugt dies mit den TC^ 
ten: „erat Joannes vivnm et plennm Lexicon historiciun jmii, dih 
ciplinae mornm, Ecclesiarum, personamm et beneficiorom onmin 
Archi-Dioecesis Coloniensis. Tester XXX. immania volmnina te- 
nam partem mann propria scripta, at omnia ejosdem ferreo labon 
coUecta , ex qnibus amplissimns Magistratns Coloniensis XXV. n- 
perstites Tomos emit a pronepote Crapolio ; qninqne reliqnis Tonis 
vel distractis vel ablatis vel absconditis.*' So riesenhaft anch dii 
ansdaner Gelens war, mit welcher er alles erreichbare materiil 
über kölnische geschichte zusammengetragen , so scheinen dod 
seine Sammlungen ziemlich planlos und auf gut glfick angelegt fl 
sein. Doch auch so wie sie sind haben sie großen wert, denn vieki^ 
was Gelen hier berichtet, können wir nicht anderwftrts belegeii 
viele seiner quellen sind uns verloren. Das kölnische stadttrduf 
besitzt von den Farragines die bände 1 bis 18, 20 bis 22, 24 Hi 
30, also zusammen 28 bände. Hartzheim redet von 4 oder 5 nr 
lomen *. Entweder hat er sich in der zahl geirrt , oder sind rf 
seiner zeit wieder einige zu tage gekommen und von der italt 
Köln erworben worden. Einer der verlornen beiden bände soll «4 
im nachlass des rheinischen geschichtsforschers Fahne auf der 
Fahnenburg bÄ Düsseldorf befinden. Uns geht hier nur der iweHi 
teil des fünfzehnten bands an. Die blätter 714 bis 725 desselba 
enthalten nämlich zunächst eine nachricht über die emeuemngdtt 
Reinoltklosters 1420 und 1447, dann eine aufzählung der reliqniett 
daselbst und der ablasse. Bl. 717b beginnt die «Hystoria beiti 
martiris Reynoldi." Ich setze den anfang hierher. 
„De origine sancti viri Rejmoldi ex clara prosapia patre Hey»«« 

1 Bibliotheca Coloniensis. Col. 1747. Fol. S. 173 b. 2 A. a. »• 
9 b, 173 b. 



547 

Auno douiiii ab iacaniarione finlvatoris nostri .Tesn 
i nctingpntfsimo tempore Karoli niH^ imperatoris qtii et 
tfuK «rat rei Francie erat riniJani predarns vir et nobilis de pro- 
(•■te ßnrbonie dns et comes nomine Hcymo de Durdone poteng et 
fires in terris cidtatihns castria et populn. Hie erat Btrenuua . . .' 
IHm entspricht siemlich genan H '274. Diese übereinHtimmone 
fikt dnrcL den ganzen texL Erat am aclilnssc findet aicli eine 
khir«iclini)g. Die anfzitlilung der kranlcheiten und nÜte, gegen die 
rine nnruhing des heiligen Reinolt hilft, echlieüt nftmlich hier 724 b: 

,Cctavo obeaeea demonio liberavit. 

Nooo claadis cects [!] .... ab inärmitjitibnB sanat. 

Item ab inimicoB (1] eciam in hello nt in ciritate TremonenBi nbi 

fCOtpu ■anctnro reqniescit actum et nbi Reynoldns snper unros 
l^)eniit[tj et dvitAMm defeiidit ot prememoratnm est. 
D«Kn aU«rheyligsten martirer s. Reyiioldnm last ans inniglich 
I MLTOjrffen daa er ddb gnadt erwerve ran gott dat wir namraer 
wi im gescheyden werden. Das verleih uns der vater, der son 
I aad der heiliger geiet. Amen." 

L Der text ist also hier ins lateinische übertragen , doch mit 
n|iiS«n Bndemagen, wie sie dem Übersetzer gnt Kchienen; das g»- I 
Im •■ tcblnsoe bt aber denUsch beibehalten, onr dass einige male ' 
MMUentsche formen an stelle der mittclfrlloldBchen eingeführt sind. 
\ttim zwecklose dieser Hbersetzong ins lateinische kSnnte anstoB er- 
tiC« und gar anf den gedanken bringen , daas am ende H selbst 
•M Aon lateinisrhcn QberBetzt sei ; do«h w&re diese vermntnng hin- 
AlliSi da der nnmitlelbaro zasammenliang von H nnd 1' darob 
'imataa lOBammenstellnngeD oben nnzweifeUiaft erwiesen ist. Ob 
UMBi ft«ilicli diese Qhemetxnng von Gelen selbst herriibrt, Ist frag- 
Mih. D« rr u andern stellen da* d«Qtscbe nngesiürt handhabt, 
Inao er daran an sicli keinen anstnlS genommen haben. Vtnlleicbt 
bicMen dünkt« ihm die Iati;inisi-Jie spräche lur eine beiligengaschidiM I 
«todlfer. Vielleicht anch hat vr eitifacli abgvschrieben oder aV ' 
I mIiuiIIiiii lauen, was ein andrer vor ihm vurfertigt. Er wnsstc fihri* 
gau locli mehr von Beinolt. An das mitgeteilte sclüieUt er oftni- 
' Bdi aa 1) die .Anüphona* : 

,0 Reynoldc martir Christi Hl ad Christi iandm isti 
Qol anndang tot spmviNÜ Lanreatns a»cendisti ...' 

fi 8) du laleiiüsche gebet : .Denn qnl beounm ßejuoldwB mar- 



548 

tirem tnnm virtute constande . . . ^ , welches wir oben & 543 bei 
Florentias de Schneckis keimen gelernt haben. 

Hartzheim bereits meldet in der oben mitgeteilten stelto, das 
Gelen die 30 bände der Farragines znm größten teile mit eigaer 
band geschrieben habe. In der that mnß die handsehrifty w«%- 
stens an der mitgeteilten stelle, ans dem anfang des siebzdiitai 
Jahrhunderts stammen. Ihr altertümlicher dnctns kannte yeikta 
sie für älter zu erklären. 

Band 30, bl. 411 der Farragines findet sich die latdniNhi 
legende der Acta sanctomm, wie es scheint etwas gekürst ^ 

Der oben schon zitirte Aegidins Gelenins hat zu seinem weite 
De magnitndine Coloniae den ausgiebigsten gebrauch von sdnei 
bmders notizen gemacht. Syntagma 66 seiner schrift ', welches du 
Monasterium S. Reinoldi Ordinis S. Augustini behandelt, ist größtentdi 
fast wörtlich aus dem fünfzehnten bände der Farragines üben^it 
Man könnte versucht sein die worte des Aegidins ,vera tarnen ^ti 
eins [Reinoldi] in mea et antiquis bibliotheca conseruatur* auf E 
zu beziehn, da nun erwiesen ist, dass Johannes H kannte und be- 
nutzte; doch scheint mir der Zusammenhang, in welchem Aegidim 
dies vorbringt eine solche Vermutung auszuschließen. Er stdlt 
nämlich die vera vita in gegensatz zu den fabelhaften W1mde^ 
geschichten, die in liedem der vorfahren von Reinolt gemeldet 
werden. Dies hätte er kaum von H sagen können, da H die ganze 
sage in ziemlicher Vollständigkeit und mit nur geringen auslassongen 
erzählt. Wohl aber kann das auf die lateinische prosalegende nt- 
len, die in den Acta sanctomm und später von Floß abgedruckt ist 
Diese legende meldet nicht viel mehr als Reinolts heiügengeschichte, 
die an sich bei einem gläubigen katholiken kaum hätte anstoß e^ 
regen können. Ich habe oben s. 535 in einer anmerknng berdti 
darauf hingewiesen , dass vielleicht ein alter druck von .L imter 
dieser vera vita zu verstehn ist. 

Das ergebniss der geführten Untersuchung ist: Ein kölnischer 
geistlicher hat nach einer vollständigen guten handschrift des Be- 
nout, nach der metrischen und nach der prosaischen Beinoltlegende 
zu anfang des fünfzehnten Jahrhunderts die Historie verfasst 

* 

1 Alles dies nach mitteilungen des heim dr. Korih in KSls. 
2 S. 576. 77. 



IT. Die Hoinionskindor (a). 

den niederlilndiscbeQ tcxteu ist bishor dem deaLsvLen 
web von dea Heimonttkiuderu die nieiate aofmerlumiikeit g&- 
L «ordeu: doch sind alle nacbrictitea darüber onvollBtändig 
Iksidier and ermangeln wissenschaftlicher begröndiuig. Ich 
1 bemüht dem vermaten and omherUppen ein ende zn 
I dadorcb, daes ich den nrknndlicJien teit des volkabncbs im 
menhang der übrigen Reinoltüberliefernngen genau unter- 
Bis auf den beutigen lag werden in den lelirbücbem die 
iiasprecheudst^n meinitngen getiiiBert. leb lasse diese einstweilen 
Ml UU dem spiele und will erst später darauf snrückkommen. 
(pichst uU die Bache selbst lUr sieb eprecheu. 
m Xkr Klt«>(te dmck des dentadieu Volksbuchs von den Heimotu- 
I bat folgenden Ütel : 

Ein schuuc vnd 
l&stige History von den Vier 
Heymons Kindern, Adelbardt BiU 
sardt, Writsardl vnd Reinoldl, vnd jhrem 
Roß beyardt, wa» nie f&r Ritterlicher Tbaten, ge- 
gen die ileyden zu seilen Caroli Uagni Küu : 
in Franckr. vnd ersten Rom. Keisers 
begangen haben. 
Aach ist blebey gefBgt das gantze Leben des 
L Reinobli, welcher war der jüngste von den Vier ge- 
brüdem, was er far wunderzeiclien vnd Uiracolcn 
durch snlasanng Gottes getlian bat. 
Auen Oottliebenden Christen zugefallen anfi dem Ni- 
r TeatMbs in vn»er gemein TealAcba vbergesetzt vnd in 
Tmck wrfertigt durch P.V.D.AE 
|IIobwchniu.| 
Oednckl zn Cfillen, Uey E'Bt«r von Urachel, in 
der Schnüislrmaseu. Anno 160t. 
tobtchniu auf dem Ütel stellt die vier hrtider in vordortea 
bttrarUatungen aaf di-iu nach links spmiitftnden schwarzen mas 
Cyart lUr. -Alle vier tragen nach hinten wehende fobnen In der 
ÜBia. Attf der entcn fahne stdil aruhiok*, anf der zweiloi 



550 

„adelhart", der dritten „ritzhart*, der vierten »imtzhart'. Writo- 
hart sieht halb rückwärts, die andern nach vom. Beyart hat te 
hals gewölbt, hält den köpf nach unten. Rechts im hintergnnh 
ein hoher berg, links unter Beyart ein stein. Die ceflen 1. 2.1 
10. 13. 16 des titeis sind rot gedruckt, ebenso die hhom Aid- 
harts und Writzharts, die waffenröcke der brüder, Beyarts geseUff 
und der stein links im Vordergründe. Der band ist 244 seitaiV 
stark, wobei der titel mitzählt. Der text beginnt s. 3. Der dnek 
hat paginierung , kustoden , Signaturen. Er schlieBt genu wä 
s. 244. Die Seitenzahlen sind oft verdruckt. Der band enthihlfi 
bilder, unter welchen die titelvignette vier mal, s. 3. 27. 78. IX 
wiederkehrt. Die bilder sind sämmtlich wohl zum zwecke to 
buchs hergestellt. Mit ausnähme des titelbilds und des holzsdudtti 
auf s. 220 (Beyart wird ertränkt) sind alle sehr schlecht und nk. 
Der holzschneider fürchtete sich vor gebognen linien. Die beücB 
bessern stocke ließen vielleicht darauf schließen, dass schon flii 
älterer druck bestanden habe , von welchem sie die Überreste tö- 
deten. Ich hebe hervor , dass das titelbild der darauf sich find» 
den namensformen wegen nur für einen deutschen druck gearbeitet 
sein kann. Über diese frage soll noch gehandelt werden. Eiflit- 
weilen sei nur bemerkt, dass ich einen altem druck dieses texti 
nicht aufzutreiben vermochte. Der band gehört der königlicha 
bibliothek zu Dresden. Ich nenne ihn «. 

Diesem drucke am nächsten steht die ausgäbe „Gedrackt ii 
Colin, Bey Peter von Brachel, vnder || Güldin Wagen. Anno 1618.* 
Die abweichungen im titel sind ganz gering. Mit ausnähme dff 
mitgeteilten datierung ist eine wirkliche abweichung im werte übo^ 
haupt nicht zu verzeichnen. Bemerkt sei aber doch, dass dA 
AE OL 15 hier entspricht JE. Durch andre anordnung der zeDei 
5 bis 7 hat der titel hier nur 16 zeilen, von welchen 1. 2. 8. 1^ 
15 rot gedruckt sind. Der band enthält 244 selten 8^. AnordniDC 
des texts, bilder, deren Stellung, kurz alles stimmt bis auf gering- 
fügige kleinigkeiten mit « überein. Da sich dieser druck nur ab 
eine neue aufläge von a darstellt, kann ich mich kurz fassen. & 
befindet sich in der herzoglichen bibliothek zu Wolfenbüttel vi 
bildet die nummer vier eines sammelbands. Ich nenne ihn ß. 

Von diesen beiden etwas abweichend ist der folgende dmck T- 
Der titel zeigt diese änderungen: a 1 Ein] Die. 4 vnd üirei] 



4 



551 

B«mt Uirem. 5 ritterlidie. 6 Ki^tiig in Fronckreicti. 9 liie bey- 
ptOgt. gaoUe fehlt. tO welckor war t'elilt. 13 bis 13 fehlen. 
An der stelle von l(i nnd 17 steht nur „Ebedeasen auch eq Colin 
gvdmckt-'. Dan titelbitd iat eine modifikation des In « und $ bv- 
Andlidiftn. KeubtB im hintergniude ein berg, nnter Beyart ein stein, 
docb mehr in der mitte des Ijilda. Writsart siebt nadi dem bo- 
■ikftaer. Ikyart liHlt den köpf nadi vom gestreckt. Die erst« 
JhhB« weht nach vom. Die ente nnd letzte sind zweiznngig. Nur 
«fal lei] des t«it« iat rot gedruckt, nichts von dem titolbilde wie in 
,|a and 9. Von den 25 bildern gehören zur geädiichte nur die h. 5. 
^9. 27. 33. t». 63. 64. 104. 125. 210. 229. 234. Die hehlen i^r- 
[■diejnea vielfach in antiker rästnng. Das bild s. 31 , welcheB das 
r Ludwigs krünnng darst«Uen soll , zeigt «in vogel- 
, ans dem siebzehnten j&lirhandert. S. 173 Rolant und 
olt kfimpfen: solenne faustprügelei im zimmer, am bodcn nm- 
9 kannen nnd krüge. S. 209 Reiaolt spricht mit Aya, daw 
t den frieden mit Karl vermitteln soll : bürgerliche« ziminer mit 
1 kadieloffiu, Spinnrocken, truckenstaugen am ofen ; zwei alte 
am fenster zwei znscbauor. S. 233 die von Dortmund 
I nach K6ln: zwei männer in bUrgertracht des siubzehnt«u 
mderta durch ein stadtthor wandernd. Diese büder tragen 
Wm holländisches geprSge. Keinerlei fernere berllbrnng mit den 
tlldeni von 1 nnd i. Der text beginut s. 2 anf der rilckaelte des 
Hub nnd »chlieUt s. 336 mit ,UUlt wolle nn» allen ein solchei 
Kode Terleihen*. Darauf folgt aof der »elben seit«: .Ab StftU 
9lBM Anhangs. Vom Triomph der alten BJiraer,* D1«m »bluad- I 
,lmK, eine trockne heschreibung des trinmphna und der ovatto, fUU * 
jlHah ein ODgezUhltes blatL Sie hingt mit dem teile des ronuuu 
itjrhfi" nicht zusammen, ist Uberlian[il nur zugesetzt um den bo- 
:fm jn fflllen. Auf diesen anhang folgt ein uogezUdte« bUtt enU 
kiUcnd das ^KegUter der Capliel-. Das ist eine praktlsdie über» 
ri^ des ganzen mit Torwcisnng anf die blattzahl Ond wolchl'vtm I 
den kapitelübetwhriften Im texte ab. Das buch enthalt in | 
MO leiten 8* mit paginlerung, kustoden nnd aignatat«!. Es «tamiBt 
I Ml dem slebiehntCD JsJiriinndert. Ehedem gehSrte oi R. U. U. 
vm ICeoMbadi nnd beltndet akli nun aif der kSnIgllfhiM hlbUo* 
Ikdt u H«rlia, wo es die tl«iutar Va 2146 trtgt 

S. Neue soflagQ von t- de ulencUed« eind gaiu fvriiC*J 



546 

ist, befinden sich anf dem kölnischen Stadtarchive die zalürodn 
bände des wertvollen Sammelwerks des Johannes Gdenhu, k 
^Farragines^, in welche anch H, abw in lateinischer nbenete| 
aufgenommen ist. Johannes Gelenins, der ältere bmder des ite 
erwähnten Aegidins, geboren am 17. Oktober 1585 m Kempee, i» 
brachte den größten teil seines lebens in Köln, wo er als canoueii 
nnd Professor der theologie wirkte. Er starb am 31. aprO IM 
zn Köln. Er besaß eine nngehenre gelehrsamkeit , besonder! ii 
kölnischen angelegenheiten. Hartzheim' bezengt dies mit den fei- 
ten : ^erat Joannes vivnm et plennm Lexicon historicnm juris, 
ciplinae momm, Ecclesiarum, personamm et beneficiormn ommit 
Archi-Dioecesis Coloniensis. Testor XXX. immania volominA te- 
nam partem mann propria scripta, at omnia ejnsdem ferreo hl 
oollecta, ex qnibns amplissimns Magistratns Coloniensis XXV. 
porstites Tomos emit a pronepote Crapolio ; qninqne reliqnis T 
vol distractis vel ablatis vel absconditis.*' So riesenhaft auch 
ausdaner Gelens war, mit welcher er alles erreichbare 
ilber kölnische geschichte zusammengetragen, so scheinen d 
Roino Sammlungen ziemlich planlos nnd anf gnt gl&ck angeleg[t 
sein. Doch anch so wie sie sind haben sie großen wert, denn 
was Gelen hier berichtet , können wir nicht anderwärts bdi 
violo Boinor quellen sind uns verloren. Das kölnische stad 
l»o»itzt von den Farragines die bände 1 bis 18, 20 bis 22, 24 
IM\ also zusammen 28 bände. Hartzheim redet von 4 oder 5 
lomen *. Entweder hat er sich in der zahl geirrt , oder sind 
seiner zeit wietler einige zu tage gekommen nnd von der 
Köln erworben wonlen. Einer der verlornen beiden bände soll 
im nao1ih\$s des rheinischen geschichteforschers Fahne tnf 
Falmenburg hA Düsseldorf befinden, uns geht hier nur der 
teil des funfrelinten bands an. Die blätter 714 bis 725 d 
enthalten nHmlicb zunächst eine nachricht über die ernenorongdM 
Keinoltklosters 14:K^ und 1447, dann eine anfiEählung d^rn^vm 
daselbst und der ablasse. Bl. 717b beginnt die ,Hjstoria ^ 
martiris ReynoUli.* Ich setze den anfang hierher. 
^De oripne sancti \iri Reynoldi ex dar» prosapia patre Hey»«! 

l l^bHothet^ Colonien«:^ Col. 1747. Fol. S, 173K 2A.I.* 
OK i::Ux 



5SS 

■ Jene. Der druck stammt aus dem acUtzehiit«n jahr- 
g«bfirte ehedem H. K. U. vou Hcnsebacb nnd befindet 
1 anT der königlidieu bibliothek zu Berlin, wo er die signi^ 
I 216t trügt. 

, dasB nocli einige, uunentlicli spätere, drucke des 

1 votksbochs besteho, die icb niclit aati; docli genQgt es 

iinen diese sechs texte vei^tichen zu haben, niu das vertiSlt- 

r abhfingigkeit von einander feEtzostellen und überhaupt 

liicbte des deutschen Volksbuchs zu ubersehn. über die 

nntersuchnng kann ich mich knrz fassen. Die 

it nicht so wielktig, dasfl ich bis ins einzelne der sechs texte 

I biltte. Es genügt zn bemerken , dass die abhlLngigkeJt«- 

UuüsB«, wie sie sich ans den titeln, bildem und der äoßem 

KUJt konstruieren lassen, genau den von mir ans den texten 

t herleiteten entsprechen. 

1 ti sind unmittelbar verwandt, wie schon oben mitgeteilt. 
1 außerhalb KSlns hergestellter nachdmck einer anf a oder 
nden vurlage. AnBerhalb Kölns , da s,nf dem tit«l aos- 
i bemerkt Ist , dase dns buch „Ehedessen auch zu CAllu 
(•drnckt* sei. Vielleicht ist Dortmund , die bei der geschlchle 
Bdooits nächstbelelligte und interessierte Stadt, der druckort von 
X- Doch darf nicht itbersetm werden , dass diese der refonnation 
fHb zugethane reichsstadt kein sonderliches gefallen an dieser so 
■Bnchlsuh «cliließenden geschieht« finden konnte, t charakterisiert 
■Ui bcsooden dnrch die auslassung der bezeichnnng des Verfassers, 
fceh die fSr die geschichte zwecklos« anbängung des Triumphs 
4er Bl^mer nnd den znsalz des Registers. Welcher von beiden 
jiXitur drucken der vorläge von t zu gründe gelegen, wird sicli 
H>m teUtellen lassen, da a und ß kaum von einander abweichen. 
lOhw frage Ut auch durchaus unwesentlich.. Wenn vierzehn jähre 
IWiachcn dem erscheinen des ersten und zweiten K'ilner druck« 
A(pgi , kann wohl angenommen werden , dass die vorlöge von y 
I « hei7«stellt sei, d» n zeit genug hatte auch anttorhalb KQlns 
t xo werden. ^ und i können zeitlich recht wohl Eusammen- 
Cm ZB beweisen, dass % ^ besser sind als y o. s. w. bedarf 
, welchem der »alJerc cindnick der verschiednen ausgaben 
lOr der betrachtung weniger stellen. 
8l8 |Ww ist daaa? sprach Beyaolt, der ritter gut. Ich 



548 

tirem taom virtate constancie ...'', welches wir oben s. 543 bd 
Florentias de Schneckis kennen gelernt haben. 

Hartzheim bereits meldet in der oben mitgeteilte steUe, dui 
Gelen die 30 bände der Farragines znm größten teile mit e%Mr 
band geschrieben habe. In der that muß die handsdirift, wa^f- 
stens an der mitgeteilten stelle, ans dem anfang des siebEdnlei 
Jahrhunderts stammen. Ihr altertümlicher dnctns kSnnte ?erldta 
sie für älter zn erklären. 

Band 30, bl. 411 der Farragines findet sich die lateiiuMhi 
legende der Acta sanctomm, wie es scheint etwas gekürzt*. 

Der oben schon zitirte Aegidins Gelenius hat zu seinon wab 
De magnitndine Coloniae den ausgiebigsten gebrauch von 
bmders notizen gemacht. Syntagma 66 seiner schrift ', welches 
Monasterium S. Eeinoldi Ordinis S. Augustini behandelt, ist größtai 
fast wörtlich aus dem fünfzehnten bände der Farragines übenetzt 
Man könnte versucht sein die worte des Aegidins ,yera tarnen 
eins [Beinoldi] in mea et antiquis bibliotheca conseruatnr' aiifH 
zu beziehn, da nun erwiesen ist, dass Johannes H kannte und be- 
nutzte; doch scheint mir der Zusammenhang, in welchem Aegidi» 
dies vorbringt eine solche Vermutung auszuschließen. Er stdt 
nämlich die vera vita in gegensatz zu den fabelhaften wnndo*- 
geschichten, die in liedem der vorfahren von Reinolt gemeldH 
werden. Dies hätte er kaum von H sagen können, da H die gam 
sage in ziemlicher Vollständigkeit und mit nur geringen auslassonga 
erzählt. Wohl aber kann das auf die lateinische prosalegende nt 
\o\\y die in den Acta sanctorum und später von Floß abgedruckt ist ' 
Diese legende meldet nicht viel mehr als Reinolts heüigengeschichte, 
die an sich bei einem gläubigen katholiken kaum hätte anstoß e^ 
i^gen können. Ich habe oben s. 535 in einer anmerkung bereits 
darauf hingewiesen , dass vielleicht ein alter druck von .L unter 
dieser vera vita zu verstehn ist. 

Das ergebniss der geführten Untersuchung ist: Ein kölnische 
geistlidier hat nach einer vollständigen guten handschrift des B^ 
nout^ nach der metrischen und nach der prosaischen Rdnoltlegende 
zu anfang des fünfzehnten Jahrhunderts die ffistorie verfasst 



1 Alles dies nach mitieilongen des herm dr. Korth in ESls» 
S a 576. 77. 



555 

i nnd verbessert. Alles webt auf eine vielleiclit nucli 

9 TorhaudDe gemeinsame vorläge vod r und >;, welche noch 

1 am ende frei war, aber bereits die holzBchnitte 

, welche y und i; zam vorbild dienten. Dieser vorläge, nennen 

e K, fehlt« bereite die angäbe des Verfassers nnd des drackorla. 

, wie schou oben bemerkt, nnr eine neue aufläge von y. 

Lkteriatisch für i ist die äudernng von (b) 9 ,Aach ist hie 

[«fftgt* in .,Deni ist beygef&gt' und die am schlnsae der ge- 

UÜtt wolle ans allen ein solches Ende verleihen 7J G. 

. ft. e. seliges E. v. 3. ■ stellt sich unmittelbar za S. Die 

iUnng der acht ersten titelzeilen ist in beiden genau dieselbe. 

len fehlt das Ein «p oder Die 7 zu anfang. t G t lesen («) b 

che gegen RitterllcJier a fi. a t lesen KAnigs (aj 6 g^en Ko- 

Dem ist beygeffigt (a| 9 gegen » ? t , des jüngsten («) 10 

1 T, seliges am Schlüsse gegen n^y. Die Verteilung des texts 

B seilen ist ia i t ganz gleich. .\ber die bilder von » wei- 

I gua ab von denen in ft. Daraus folgt also, dass ■ ein von 

I andern drucker hergestellter nadidmck von C bt. 

1 greife aas vielen eine steUe herans, welche Tar die fiber- 
rang des tt^^its Im deiit«chen volksbucb chanktetisch isu 
en 12235 bis 38 in P: 

Der konig zu sinen reten kam, 
Machsrius, Hardiiet, Forzier nnd (Hieran 
diß waren Bin rades man 
und die falsche Garelon. 
t lu h löU : Carel hlet Reinuut met siju broeden achter 
n, want hij wende hem met sijn magen bcradcn, cd tiadde tut 
l Griffon en Allureyt en Furtsier, dat waren s^n oauUi 
Die waren 't die beletten, dat de (ienotan tc Koncoral 
t 207 gibt dies tn folgender weise wieder: aaS solches 
r K2nig sie abtrelten, er woEte aich mit seinen Herrn vnnd 
o daraaff beraliten, welche waren Griffon, Allureil, vnnd 
, dann die ander gnusseu waren xn Kontcnall blieben. Ob 
1 dnckfebJer oder ans absieht (KonUuiall kommt sonst nlrgenda 
i volksbncfa vor) setzt f 207 ßr Kont«aall] Uonfnall. 
; ist nnn natOrlich Uontalban darans geworden. Es ist 
ht nnbniingt nötig |> all die uunittelbare quelle von t a. s. w. 
, da auch x Ton leibtt aaf dio inderUDg des nnhftfcaimtm 



550 

„adelhart**, der dritten „ritzhart*, der vierten »writzhart*. Writi- 
hart sieht halb rückwärts, die andern nach vom. Beyart hat te 
hals gewölbt, hält den köpf nach unten. Rechts im hintergniii 
ein hoher berg , links unter Beyart ein stein. Die Zeilen 1. 2. t. 
10. 13. 16 des titeis sind rot gedruckt, ebenso die ftJmen AU- 
harts und Writzharts, die wafifenröcke der brtider, Beyarts geMiff 
und der stein links im Vordergründe. Der band ist 244 sdtes tf 
stark, wobei der titel mitzählt. Der text beginnt 8. 3. Der dnt 
hat paginierung , kustoden , Signaturen. Er schließt genu 
s. 244. Die Seitenzahlen sind oft verdruckt. Der band entiiSitli 
bilder, unter welchen die titelvignette vier mal, s. 3. 27. 7& 
wiederkehrt. Die bilder sind sämmtlich wohl zum zwecke 
buchs hergestellt. Mit ausnähme des titelbilds und des ha 
auf s. 220 (Beyart wird ertränkt) sind alle sehr schlecht und 
Der holzschneider fürchtete sich vor gebognen linien. Die 
bessern stocke ließen vielleicht darauf schließen, dass schon 
älterer druck bestanden habe, von welchem sie die Überreste 
deten. Ich hebe hervor , dass das titelbild der darauf sich fini 
den namensformen wegen nur für einen deutschen druck gearl 
sein kann. Über diese frage soll noch gehandelt werden, 
weilen sei nur bemerkt, dass ich einen altem drack dieses 
nicht aufzutreiben vermochte. Der band gehört der königl 
bibliothek zu Dresden. Ich nenne ihn «. 

Diesem drucke am nächsten steht die ausgäbe gGedraekt 
Colin, Bey Peter von Brachel, vnder || GMdin Wagen. Anno 1618L' 
Die abweichangen im titel sind ganz gering. Mit ausnähme 
mitgeteilten datiernng ist eine wirkliche abweichung im worte I 
haupt nicht zu verzeichnen. Bemerkt sei aber doch, dass 
AE a 15 hier entspricht M, Durch andre anordnung der 
5 bis 7 hat der titel hier nur 16 Zeilen, von welchen 1. 2. 8. 
15 rot gediackt sind. Der band enthält 244 selten 8*. Anordrn 
des texts, bilder, deren Stellung, kurz alles stimmt bis auf 
fügige kleinigkeiten mit a überein. Da sich dieser drudc nur J^ 
eine neue aufläge von a darstellt, kann ich mich kurz fassen. & 
befindet sich in der herzoglichen bibliothek zu Wolfenbuttel ^ 
bildet die nnmmer vier eines sammelbands. Ich nenne ihn ^ 

Von diesen beiden etwas abweichend ist der folgende dmckT« 
Der titel zeigt diese änderungen: » 1 Ein] Die. 4 vnd ihre»! 



557 

AIb im einging; der erzUhlang Karl den Hng enclilagen, beißt 
ein tod sei ftir Heime und den Itäiser noch redit verliangnias- 
raU gvworden, P 15S wont man dick stark innren dar unib znrsLirt 
brach, ti b gehl mit dieser dunkeln drohang etwas weiter : en 
nmig Bchoon casteel ende Sterke mnnr wert daeromme gcvolt en 
Dies wird nnmittelliar in 3 U nnf^enommen ; vnnd manch 
Casteel ward darumb veriiergt und eingerissen, vnd alles ver- 
tnndt. Dies ist der aathentische test des deutschen volkabnchs. 
■mi lasse sicli nicht dadnrcli tnnschen, dass Simrock in seinem ub- 
dnek' an dif-ser stelle liest: nnd manch achQnes castell mit dick('n[I| 
Marken manem ward deshalb eingeri&en nnd niedergebrannt. Sim- 
AKks t«xt ist dnrchans nnznver lässig. Wie ich nachweisen werde, 
Int Simrock znr verbessemng Heines teils P benatzt. So anch Mer. 
P 165 sind nnr .a)le sin höchsten man' genannt, während h 5 
KsU: al bIJub boogste baronnen en raetsbeeren, als koniugen, her- 
tSKOi, graven. Daza stimmt « 9 : alle seine Obersten, als Uertzo- 
tet, Oranen, Baronen, vnnd Rhats Herrn. 

Die eTzShlang wie die genossen von Praiikreicli Karl raten mit 
Brinw fHeden zn sclüielten, P 208 bis 212, ist ganz kons nnd all- 
■MDdn gehalten, h 7 erzählt dies jedoch sehr angehend: Als sij 
B«t nelkandem gealoten hadden , sijnse gekomen doer sij kö- 
re! Tonden, en hobben hem eerbiodiglijk gegroet, en als sij 
. eer gedaen liadden seiden sij. Dem entspricht all: Wie 
solches beschlossen lii(tl«n, sein sie zam Kbnig Karll kora- 
grAsseteD jhn mit h'icbster renerentz, md sprachen. I>ie nnn 
ide erzBblong ihrer rede und des erfolgs derselben ist in h « 
«dtUnfig, während P sich ganz: kurz fasst. 
yfit Karl seinem snhne das reich übergeben will, läaat er In 
iMnmlDng znnllclist eine stille gebieten (so nnr h >) , redet 
Minen knn an nnd tagt: 430 danunb wU icfa nff peben 
1 nnd kröne nnd geben Lndwlgvn, mynem lone. h 13 
slg üMh: want h|j e«n moa jongellng |s = ■ 19 dan 
Jnnger Heldt ist. 
hat Karl erklilrt, der beste fehle noch an seinem bore. 
: 40& Ja, sprach Karle, das Ist Heyne, h t}l liest 
En als Itlaacho[i Tiil|iijn s^ne woorden gnändlgt liad, 



558 

80 sprak n. s. w. = a 20 Da nnn der Bischoff seine redt Ufeenüget^ 
do sprach. 

P 473 Tolpyn rät Heimen 2 bürgen za stellen, in h a der» li 
P 481.2. In h a redet Tnrpin nicht weiter, sondern läset so^eiefc 
die vier kommen. P 490. In h a fragt der kaiser die Tier halte, 
ob sie die botschaft thnn wollen, nnd sie stimmen zu. In P helft 
es einfach: nnd selten die botschafft tnne. Et 153evelmoet, PM 
Übermut, h 16 toom == a 23 zom. 

Et 159. 60 ende ghi donghevallichste w^f 
die ie ontfinc siele of lijf 
fehlt P nach 645, ist aber in h fast wörtlich erhalten = « 23 tuI 
jhr daß vnseligste Weib daß jemals gebohren ist. AnffiÜlig M 
hier, daß « den ansdmck unselig gebrauch wie P 644. 

P 699 „ich wii mit uch zu hoff wart^ ist in h 17 allgemeii 
ausgedrückt : hij soude hen goet antwoort geven = a 24 er woKb 
jhnen gute antwort geben. P 789. Dass Beyart in einem tne 
verwahrt sei, melden nur h a. 

P 1124.5 Der keyser kam mit rittem drissig nnd drytzehen her 
zogen und andern herren bekant. h 28 mit dertig bischopen, nega 
gekroonde koningen, twaelf hertogen =r a 37 sampt 30. BischdEi 
9. gekronnte E5nigen, 12. Hertzogen. P 1154 f. In h a gdü 
Writsaert beim krönungszuge vom her, Eitsaert hinten. P 1591 
bis 1603. Ludwig geleitet Adelhart zum Schachspiel. Sie finda 
an dem orte Macharius, Gavelon, Hardryk. h^ (1797) 20b*: 
Macharis geleitet A. zu Guwelloen und 7 grafen. a 49: iL g»* 
leitet A. in die kammer, wo Guwillon „der Herr de Eode*^ und 6 
oder 7 andre herm und grafen sich befinden. Was ist das far eil 
„Herr de Eode" ? P gibt antwort: Herr de Eode ist nichts all 
entstellung von Heredriet. Vielleicht stand in der vorläge vont 
mit einem druckfehler heredrod. P 1657 Adelhart sufizte = h 38 
versuchte = a 50 sprach er auff ein versuchen. Hier geht also a 
unmittelbar auf die von ihm missverstandne lesart von h zurück. 
Solche Übereinstimmungen zwischen h und a lassen sich dnrck 
den ganzen text verfolgen. Die mitgeteilten werden genfigen 
einen unmittelbaren Zusammenhang von h und « nachzuweisen. 2i 

♦ 

1 Man verzeihe, dass ich hier nicht nach Maithes ausgäbe dtieit 
Diese ist mir leider jetzt nicht mehr zur band. 



r 



559 

n tcxtstellen gesellen sich noch die namensformen, mit welchen 
[ genan an h anschließt. Die endnng -arian ist im Nieder- 
^en behftnntlich -aris, also iTactiarins : Hacharis. P liat ateU 
Sm lateinische form, während h x dafHr die niederl&ndisclie gebran- 
ten. Gavelon, Gawelon P : GuweHoen h, Quwillon a. Heredriet 
l^ Herdriet «. P hat gewühnlicb Hardrich, anch Hardrick, selten 
Sftrdreyt and nnr einmal Hardriet, aber niemals «ine form mit e 
In der enten silbe. Daher gehören denn anch gramtnatischo eigen- 
Unlichkriten der spräche von >, welche schon in ß anfangen sich 
EU wwischen, in den Bpütem dmcken aber der allgemeinen hocti- 
ÜMtMben Schriftsprache platz geniac}it haben, n hat nocli s. 4 
IkidtoSbn, Ridders, 6 Caxteelen, 6 Itrabanders, Ritters, 22 tiCdt- 
Mbtmr, Dordoen, 48. 49 Schackspie) , Schackbrett, 52 Broder, 64 
n ras Pferdt, rt7 brengen ivgl. 82. 89. 105. 117, 136. 140. 167. 
W), 71 daß er Junge Erben mit jhr beqaenie, 75 Roeland, 80 
Id, 83 Midier weil, a^ Polinnen (= zelte), 107 de helle Hoon 
(= lonnc), 122 gebonden, 123 hogh , 124 Falbmgge, I2ö ßrflgge, 
U& «rit, 137 verznghe, 141} traag, 189 mge molestiert. 200Iiggen, 
•Sl Brngge, schwemmen {= schwimmen), 222 bonen wassers, 223 
^ydenwarta. Bekanntlich findet sicli in niederlllndiBchen hand- 
fettrift«a oft V für w : ancli > hat s. 24 vülekomm. Allea dies weist 
»f eini? niiHlcrlllndischc! quelle. Dazu kommt aber noch, dass anf 
4m titui der beiden Kölner originalsansgaben gfuiz deutlich steht: 
Kaä dem Nider Tent^clis in \-nser gi>mein Tentachs vbergcseUct, 
Du Nidor Tentschs ist aber nicht« anders als, waa wir NiederlBn- 
4i(di nennen. Die spittern aoHgaben ohne dntckjahr bat)«n dieae 
Weht nnwichtige notjz and die namenaandentnng des verTuur* ge- 
Wgt, noch die dem Kledttrlllndiaclien sich nühemden formen lutben 
■to 1>c«eitigt ; damit kennzeichnen «ie sldi ab nochdmcke. Dax 
aber > nnd ß alles dies aufweisen, ormlichtigt uns * als das original 
Ata dentschen Tolksbachs anKuselin. 

Die niederländische prosa war also sicher die qnelle von a. 
IHea Ut nicJits nenes ; wir worden sehn, dass diese sich j^om ver- 
ghMwr beider texte anfdrBngende bemerknog ancli schon von an- 
fcra gmnacht Ist. Es fragt sich jedoch nmücbst, ob wir im stände 
tiad di« anagabe dnr niederlündlschen pntsa zn ermitteln, die den 
r von a vorlag. Hit den nloderliindlsi-hcn ansgaben Ist M 
, Abel bestellt. Wolil hi^wht vlrlleicbt ein AmMerdaner 



560 

druck von 1602, doch ist mir dieser nicht zugänglich und 
auch nach der mir vorliegenden teztprobe sich kaum von dem vm. 
1795 zu unterscheiden, und die eine Antwerpner ausgäbe mit igt 
jahrzahl 1619 bietet nach Matthes zeugniss einen tezt, wddmi 
der der jungem drucke aus dem achtzehnten und neunzehnten jalnv 
hundert an treue und gute bei weitem voransteht. Damit ist um 
einem exakten resultate aller boden genommen. Matthes hat sich 
bei seiner ausgäbe der Heemskinderen das ziel gesetzt die nieda>- 
ländische prosa, das alte Volksbuch, herzustellen, wie es an ft 
stelle des romans, des Eenoutgedichts, trat *. Die abfassong dieMr 
prosa ist wohl ins sechzehn];e Jahrhundert zu setzen. Ob sehn 
in dessen erste hälfte, scheint sehr zweifelhaft. Unser a. muß nn 
einen prüfstein für die gute des überlieferten niederländischen, m 
Matthes auf grund von Rt und P verbesserten texts abgeben. £i 
steht außer allem zweifei, dass a weder mit Rt, noch mit Pia 
irgendwelchem zusammenhange ist. Also müssen übereinstimmuoga 
mit P, vielleicht auch mit Rt, gegenüber h unzweifelhaft textvov 
derbnisse in h anzeigen. H muß einstweilen ganz aus dem spiele 
bleiben , denn wir haben schon gesehn und werden uns noch des 
nähern überzeugen, dass H und a in einem genauem zusammen- 
hange stehn, der mit der textgeschichte von h nichts zu thun hat 
P 175 Sie hielten sich des tags in wilden foresten, a 10 daß sie 
'(als verdriebene leuth) sich musten in den Waiden enthalten. Dt* 
gegen heißt es h 6: in het dichtste der woestynen. 
P 439 want der hoff enist nit voUenkone , a 20 dann ewer hol 
ist noch nicht vollkommen. Dagegen h 13 want der Hof en u 
nog niet volmaekt. Vgl. die anmerkung zu P 439. 
P 1364 Ir alter mit den grisen wangen, a 43 du alter Greisart 
Dagegen h 32 Gij oude gek. Greisart ist ein durchaus niederliln- 
disches wort, das unzweifelhaft dem ältesten texte von h angehörte. 
Vgl. die anmerkung. 

P 1632 wir mußen spilen umb unser heupt, a 50 vmb jhrer beyder 
Haupt. Dagegen h 38 om u hooft. 

P 2118 Herre got [lies ir gut] hau sie verbrochen alle gader. 
Vgl. a 57 Ob Reinoldt mit seinem Bruder etwas gegen E. M. g^ 
handelt haben , vnd das alles verbracht , was E. M. ihnen 

1 Vgl. Heemskinderen XV. 



561 

leben haben. Ongcgcn li 43 gij liolit licn eeri scIiood 
. dat hebben sij verbenrt. Verbrocheo ^= verbr&cht. 
f^ die tuunerknng. 

^2219 so eint sie luetiiiUch nnil gat, n 59 dann sie icbeinen dapffer 
i|l Henlicb zn sein. Dies fehlt b 4ä. Vgl. die anmerkung. 
!* 8378.9 Da er nber tysch mit den rittem sali and mit zveyn 
Hntogen nnd aß, « 63 so saß der Kftnlg mit allen Beinen Edel- 
laoteD vber Tiscbs. Dagegen heilit es in h 47 nur: was hij ovcr 
BMlt^L 

P 2419 es Boll ine noch wol mwen, a. 63 denselben wirt es noch 
henwen. Dagegen li 47 sat 't noch betalen. 
V ttSÜ Oant hin weg, .ick" gebe neb nit ein qniDt, a G4 danimb 
jllhet nun hin, .ich' geb ench niclits wider. Dagegen h 48 aldoa 
jjlHt we-g, .men" geeft n niet ecn tnijl-e. 

||T 8569 das »rß ist schon und groU von gelyMen, Rt 285 Tors es 
' tisel ende groot, a Hl das ist das gr^Bt« RoB, das ich mein leben 

ladien hah. r>agegcn h .W t is hat beste ros das ik uoit sag. 

It133 Wat holpe dat ict updecte laue 

IVan der bmlocht die daer was, 
Also ict gescreven sacb [Iloffniaiin las]? 
8o rerloric minen lijt. 
K 73 die hochzeit ward auff ein sichei'e zeit angeordnet, vnnd ge- 
Wien, wil aber der knrtte halben solches alhie verschvFcygen. Dies 
tAh in P nach 2U94 nnd h 6Ö. 

Sl 737 Daer was joie ende detijt. » 73 Als nun das Hocltzelt mahl 
'Ibrvber vnnd alle kitrtzweil vnnd rrewdenspiell vultiriuJit war. 
tJkn fehlt in P nach 2894. In h keiül es nnr; Als de bmiloa 



^ ä4I7. 18 das Ime diese presant gebe Iteinolt von Montelban. s 
9i du jireMnt hab jme Keinoldt geschickt. Dagegen h ß3 dat ik 
iWi dete gifte sende. 

7 3445 fanininndert man bant sie mir erdagon. a 85 doli mir in 
Oe 600. Kann erscbligl) obdt. Dagegen h &4 sij slucgcu «äj af 
driflbondert niannoo. 

P S887 er wil selber daa ■Über and golt nenen. n 91 vnnd hUos 
OoUt vnnd SUber, daß er darin bekAmpt will er za aidi nehmen, 
vnd bezahleu siln Vokk damit. Dagegen b 70 dut gont, dat h^ 
Ja de kerken vini, diir.r mU bij mcde betalen diu hcni dienen. 

36 



554 

erknlen damit mynen mnt.' = h 47 Eeinont seide: ik veiioele 
daer immers mijnen moet en toorn mede = a ß 62 Da sag^t Bey- 
noldt, es ist nicht vill werth, so erknhle ich doch meinen mnth di- 
mit. Y d e 58 lesen . „werth , ich kühle meinen Math damit' So 
auch Schwab und Marbach. Simrock kürzt stark, a ß sind hier 
besser als h, denn nach seide ist etwas aosge&Uen, immers und 
en toorn sind eingeflickt. 

P 3016. 17 Hie wil ich den konig laßen bliben nnd wil von Bd- 
nolt schriben. = h 58 Hier wil ik sw^'gen van Carel ea flügges 
van Eeinonts avontnren =r a ß 77 Nnn will ich von £5n: Cui 
schweigen vnd sagen von Reinoldts Thaten. Dies fehlt ganz yfii 
73 i; 74, anch bei Schwab, Simrock nnd Marbach. 

P 10944.5 da wir fochten in Falkalone, do er fioch nber die Dor- 
done. h 144 hat hier nur : doen w^' vochten in Yancoloen. Dagegen 
aß 191: als wir zusammen zu Falcalonen im streit waren, do er 
flöhe vber die Dordone. Dagegen nnn y^tZ 181 : als vor bey- 
sammen zu Falcalonen in dem Streit waren, als er über die Dor- 
done flöhe. Bei Marbach nnd Schwab fehlt die ganze Episode. 
Simrock geht mit y. Man bemerke wie genau aß auch in der 
Wortstellung an P anschließen. Solcher stellen lassen sich durcb 
den ganzen text eine menge finden. Ich denke mit diesen genug 
gethan zu haben. 

Y ist nicht unmittelbar aus a herzuleiten. Dies ergibt sich ans auf- 
fälligen Übereinstimmungen mit dem jüngsten der sechs drucke ;;, wel- 
cher doch wieder in mancher beziehung a und ß näher steht als y 8 ». 
Diesem Z mangeln nämlich Triumph und Register und doch ist die 
letzte Seite unbedruckt Dies scheint auf nähern zusanunenhang mit 
a ß schließen zu lassen. Dabei sind aber doch die bilder von ( 
größtenteils nachbildung von den in y d vorkommenden. Mit defl 
abweichungen (a) 6 Bajart und (a) 9 Demo ist beygef&gt stimmt 
Z wieder genauer zu d; doch können diese abweichungen von apy 
in beiden unabhängig von einander eingetreten sein. Ein näherer 
Zusammenhang zwischen ;; und d besteht nicht, das beweist beson- 
ders eine auffällige Übereinstimmung von C und y ^ («) 6« "^ ^^ 
nig in Franckreich, wo d und e K6nigs haben, a und ß aber nur 
K6n:. Dieser fehler stammt offenbar daher, dass die setzer von 
Y und z > oder besser der von ihrer vorläge , ohne Überlegung des 
Sinns das in o( ß abgekürzte wort ausfüllten. In d ward der fehler 



5S5 



H b«merkt und verbessert. Alles weist auf eine vlelteichl uoch 
^■dwti vorhandnc gemeinsame vorläge von r und i;, welche noch 
^pien xiuätxen ara ende frei war, aber bereits die liukacluiili« 
Hb, welche f nnd Z zum Vorbild dienten. Dieser vurlage, nennen 
Ir sie X, feUte bereits die angäbe de« v«rl'adsers nnd des druekortfi. 
t ist, wie schon oben bemerkt, nnr eine neae itnfluge von r- 
harakterietiscli für t Ist die ändemog von («) 9 .Aach ist hie 
ejEefügt' in ,Dem ist beygef&gt' nud dio am scbluase der ge- 
Bhlcbta: ItUtt wolle nns ullen ein solches Ende verleihen rj ä. 
r. n. &. e. seliges E. V. i. ■ stellt sich unmittelbar ed t, Die 
ertcUung der acht ersten titelzeilen ist in beiden genau dieselbe. 
a beiden fehlt das Ein «^ oder Die ^ zu unfang. yit lesen (x)b 
itt«rlicbe gegen Rltterliolier a g. Et lesen Efinigs i» 6 gegen Kö- 
ig Ti Deni ist bejgefilgt («) 9 gegen aßv. des jöngslen {«) 10 
«gien T, »eliges am Schlüsse gegen n ii f. Die verteilnng des texte 
of die seiteo ist in S • ganz gleich. Aber die bilder von i wei- 
hen ganz ab von denen in fS- Dar^tiis folgt also, dass ■ ein vou 
Inem andern drncker hergestellter nadidmck von i ist. 

Ich greife ans vielen eine stelle hvrans, welche für die über- 
«femog des texta im deutschen volksbnch ch&rakterisch isL 
tea Versen 12235 bis 38 in P: 
■ Der konig zn sinen reten kam, 

Wt Macbarins, Hardriet, Korzier nnd Ualcrau 

K diß waren sin radee man 

b und die falsche Garelon. 

tt|lBhk ta h 106 : Oarel hlet Ueinout met ajjn broeders achter ' 
tßi, ViBt hij wonde hem met aiju inagen heraden, en liadde tot 
nn tirlffon en AUare^t en Fortsier, dat waren sijn naasta 
MsUeden. Die waren 't die beletten, dut de üenol«n t« Rouc«vkI 
B. <E 207 gibt dies in folgender welKC winler: auf! «olchoa 
4er König sie abtretten, er wulte sich mit Minen Herrn vuod 
dannff beruhten, welche waren tiriffon, Alloroit, vnod 
ET, dann die ander gnossen waren zo UonteuoU blieben. Oh 
dnickfuhler oder ans absieht (Rontenall kommt sonit nirgends 
B deutschen volksbnch vor] setzt ji 207 lUr Ront«aaU] HoBteonll. 
t ftiC lat nun natürlich MontAlban dar&ns geworden. Es ist 
ttlekt onbediogt n&tig J) ahi die nninittalbare qvcUe von t n. a. w. 
cfan, i» auch i vun Hibst aof die andoniag dea nnbflkwmlen 



556 

Bontenall in das bekannte und scheinbar ganz angebrachte Hontal- 
ban gekommen sein kann. Vgl. die anmerkong za 12236. 

Die resnltate der hier nur an den titeln nnd andern &Bßai 
dingen geführten ontersachnng werden durch meine eingehendcie 
Prüfung der ganzen texte, wie ich schon sagte, im ganzen wadug 
bestätigt. Um mich nicht allzusehr bei solchen nebenfiragen n 
weiten zu verlieren, habe ich es unterlassen hier auf das eimdie 
einzugehn. Um jedoch ein mittel an die band zu geben metie 
aufstellung zu prüfen, habe ich die vorstehende Untersuchung {»• 
führt. Ich kann auf grund derselben nun folgenden stammbui 
der drucke des deutschen Volksbuchs aufisteilen. 



a 



f-" 



*x 



r 

i 

I 

Die reihenfolge der einzelnen gewählten buchstaben deutet das chro- 
nologische verhältniss der drucke zu einander an. 

Die frage nach der quelle des deutschen Volksbuchs scheint für 
denjenigen, der alle Eeinolttexte übersieht, auf den ersten blick 
schon sich leicht zu beantworten. Die unmittelbare abhängigkeit 
der deutschen prosa a von der niederländischen h leuchtet sofort 
ein. Und zwar ist die wörtliche Übereinstimmung so groß, dav 
es eigentlich durchaus unnötig ist hier einen beweis zu führen, ün 
jedoch jedem vorwürfe, als ob ich meine behauptung nicht dorch 
thatsachen zu stützen vermöge oder mir die sache zu leicht gemacht 
habe, die spitze abzubrechen, will ich aus meinem reichen materiale 
einiges mitteilen, nicht gerade das bedeutendere sondern nnr dtf 
zunächst liegende. Es kann sich nur darum handeln zu zeigen, 
dass a nicht etwa aus P oder Rt sondern aus h herzuleiten ist 
Die französischen prosatexte, welche sich im wesentlichen dem Bs 
anschließen, und der ältere deutsche aus dem französischen aber- 
setzte prosaroman können gar nicht in betracht kommen, da die 
in ihnen überlieferte gestalt der geschichte bekanntlich weit tob 
der in den deutschen und niederländischen quellen dargebotnen ab- 
weicht. KthPHa bilden eine geschlossne gruppe. 




557 

Als im eingang der erzilUlung Karl den Hng erscUlagen, heißt 
, wrin Uid sei für Heime nüd den kaiser noch reclit verliängiiisa- 
»11 gewordiTO, P löS want man dick stark miiren dar nmb zorstort 
id brach, h & geht mit dieser dankein droliong etwiia weiter : en 
UBÜg schoon caBteel ende eterke mnar wert daeromme gevelt en 
srtimnt. Dies wird unmittelbar in « 9 auTgeiiommen r vnnd manch 
thon OutMt ward danimb verbergt nnd eingerissen, vnd alles ver- 
madt. Dies ist der anthentische text des dentschen volksbacha. 
fta Ismo sich nicht dadurch tSLnsclien, dass Simrack in seinem ab- 
Imck' an dieser stelle liest; und manch Bchiines cast«U mit dicken [I] 
Urken manem witrd deshalb eiogerilien und niedergebrannt. Sim- 
Dcks tait ist dnrchans nnzuTerlässig. "Wie ich nachweisen werde, 
ai Simrock cor verbessemng seines teit« P benntzt. So auch hier. 
P 16Ö tiind nur „alle ein höchsten man" genannt, während Ii ä 
IcM: al sijne hoogste barounen en raet«heeren, als koningen, her- 
Bgen, gravcn. Dazu stimmt «9: alle seine Obersten, ala Hertzo- 
[tn, flranen, Baronen, vnnd ßhats Herrn. 

Die erznhlnng wie die genossen von Frankreich Karl raten mit 
Seine frieden zu scfatleüen, P 2Uä bis 212, int ganz knrz und all- 
pBdn gehalten, h 7 enülblt dies jedoch sehr eingehend: AU sij 
Im met melkandem gesloten hadden , sijuse geknmen daer sij ko- 
ttif Carel Tonden. en hebben hem eerbiediglijk ge^oet, eu als sij 
hm dos eer gedaen hadden seiden sij. Dem enlspricht all: Wie 
ri* Tinn solclies bettchloEsen hatten, sein sie znm K6nig Karll kom- 
|wa Krilaset^n jhn mit liAchster renerentz, vnd spraclien. Die nnn 
folKiodo «TKihlnng ihrer rede nnd des erfolg« dentelbeii ist In h n 
Itftt weitJSafig, wHhrend P sich ganz knn Autst. 

Wie Karl seinem söhne das reich Übergeben will, lAut er in 
dir veraammlang Konüchst eine stille gebieten (so nur h x) , redet 
h P die seinen knrz an nnd sagt : 430 dammb wil ich nff gvbeii 
Mde land nnd krom- nnd geben Ludwigen , raynem ionn. h 13 
l*bt Lndwig noch; wunt hij cen vTO'>m Jongeling is ^= > 19 don 
'* eb tdioner .Tanger Hehlt ist. 

Tvlpfn hat Karl crklUrt, iler beste fehle noch an seinem horit. 
^ tun fort: 4Ö5 Ja, vprach Karle, das Ist Heyne, h 1.1 Uest 
tfÜiafiger : En als BiKscho[i Tolpijn a^ne woorden gni^Jndigt had, 

1 Die deatwheti TolkibOehei S, 7. 



558 

80 sprak a. s. w. = a 20 Da nnn der Bischoff seine redt geendiget» 
do sprach. 

P 473 Tnlpyn rät Heimen 2 bürgen zu stellen, in h a iiOKtL li 
P 481.2. In h a redet Tnrpin nicht weiter, sondern lässt so^eiefc 
die vier kommen. P 490. In h a fragt der kaiser die vier heUci, 
ob sie die botschaft thnn wollen, nnd sie stimmen eq. In P ktt 
es einfach : nnd selten die botschafft tnne. Et 153 evelmoet, PM 
ubermnt, h 16 toom = a 23 zom. 

Et 159. 60 ende ghi donghevallichste w^f 
die ie ontfinc siele of l^f 
fehlt P nach 645, ist aber in h fe^ wörtlich erhalten = « 23 Tiuii 
jhr daß vnseligste Weib daß jemals gebohren ist. AnfßÜlig U 
hier, daß « den ansdmck unselig gebrauch wie P 644. 

P 699 „ich wii mit nch zn hoff wart^ ist in h 17 aUgemeii 
ausgedrückt : hij soude hen goet antwoort geven == a 24 er wolte 
jhnen gute antwort geben. P 789. Dass Beyart in einem tone 
verwahrt sei, melden nur h a. 

P 1124.5 Der keyser kam mit rittem drissig und drytzehen her 
zogen und andern herren bekant. h 28 mit dertig bischopen, nega 
gekroonde koningen, twaelf hertogen = a 37 sainpt 30. BischdEs 
9. gekronnte Einigen, 12. Hertzogen. P 1154 f. In h a gelt 
Writsaert beim krönungszuge vorn her, Eitsaert hinten. P 1597 
bis 1603. Ludwig geleitet Adelhart zum Schachspiel. Sie finda 
an dem orte Macharius, Gravelon, Hardryk. h^ (1797) 20 b^' 
Macharis geleitet A. zu Guwelloen und 7 grafen. a 49: M. ge- 
leitet A. in die kammer, wo Guwillon „der Herr de Eode" und 6 
oder 7 andre herm und grafen sich befinden. Was ist das für flii 
„Herr de Eode**? P gibt antwort: Herr de Eode ist nichts ib 
entstellung von Heredriet. Vielleicht stand in der vorläge von 
mit einem druckfehler heredrod. P 1657 Adelhart suffizte = h 38 
versuchte = a 50 sprach er auff ein versuchen. Hier geht also « 
unmittelbar auf die von ihm missverstandne lesart von h zornd^ 
Solche Übereinstimmungen zwischen h und a lassen sich dsr^ 
den ganzen text verfolgen. Die mitgeteilten werden genügen ^ 
einen unmittelbaren Zusammenhang von h und « nachzuweisen. ^ 

* 

1 Man verzeihe» dass ich hier nicht nach Maithes ausgäbe dtia^ 
Diese ist mir leider jetzt nicht mehr zur band. 



559 

eilen gRBellen sich noch die natnettsforinen, mit weichen 
dl s gmtsn an li anachlieüt. Die endnng -ariuR ist im Nieder- 
iadiaclien bekanntlicli -arJB, also Macharins : Hacharis. P liat stets 
le lateinische form, während li a dafür die niederländische gebran- 
heD. OaveloD, Gawelon V : Gnwelloen h, ßnwillon «, Heredriet 
i, Herdriet «. P hat gewlihnlieh Hardrich, aach Hardrick, selten 
Urdreyt nnd nur einmal Hardriet, aber niemals eine fonn mit e 
D der ersten silbe. Daher gehören denn anch grammatische eigen- 
inlichkeiten der spräche von «, welche schon in ß anfangen sich 
■ Terwischen, in den sputem dmcken «ber der allgemeinen hoch- 
sctiriftspraelie plate gemac|it haben. « hat noch s. 4 
, Ridders, 6 Casteelen, 8 lirabanders, Ritters, 22 h&dt- 
dmur, Dordoen, 48. 49 Scbaekapiel, Schackbrett, 52 Broder, 64 
m n» Pferdt, fi7 brengen (vgl 82. 89. 105. 117. 136. 140. 1Ö7. 
SB), 71 daß er Jnnge Erben mit jhr bequeme, 75 Roelaml, 80 
aH, 83 Midier weil, 85 Polinnen (= zelte). 107 de helle Hoon 
s tonne), 123 gebonden, 123 bogh, 124 Falbmgge, 125 Brfigge, 
196 itrtt, 137 verznghe, 14Ö traag, IB'i vngemolestiert, 200Uggen, 
Bl limgge, schwemmeD (= schwimmen), 222 bou«n Wassers, 229 
3iyd«nwarUi. Bekanntlich findet sich in niederländischen band- 
Hkriften 'ifl v fBr w : nncli « iiat b. 24 villeköram. Alles dies weiat 
Hf eine niederländische qneile. Dazn kommt aber noch, daes anf 
in Ul«l der beiden Kölner originalsansgaben ganz deatlich steht: 
hS dem Nider Tentschs in vnser gemein Tentachs vbergeaeUst. 
I^ Nider Tentschs ist aber nichts and«rs alf>, was wir NiederlHn- 
Ciek nennen. Die spfttem ansgaben ohne dmckjahr halien diese 
Wcbl nnwichiige noUz nnd die namens&ndentnng des Verfassers gf» 
1I1|1, ancb die dem Niederläiidisclien sich nllhemden formen haben 
^ bneitigt ; damit kennzeichn«« sie sieb als nachdrucke. Doas 
*b«r a nnd ^ alle« dies anfweiaen, ermächtigt ans « als das original 
^ dentscben volkslmchs anzuftclin. 

We niHerländische prosa war also «Iclier die i|0elle von «. 
IHm Ist niebts nenes; wir wenlcn selin. da>s dic»^ «ich Jedem ver- 
Rlrieh(T beider texte anfdrnngimdc bemcrkang anch sclinn vnn an- 
icni gemacht ist. Es fVagt sich jedoch znnäcbst, ob wir im stooile 
^M dh ansgabe der niedertändUchen prota zn ermitt^^ln, di« d«a 
r von « vorlag. Mit den niederländischen nnsgaben ist m 
; tfcd bealeltL Wohl besteht v1eU«i(&t ein Anutordamer 



560 

druck von 1602, doch ist mir dieser nicht zugänglich und sciheiiit 
auch nach der mir vorliegenden textprobe sich kaum von dem toi 
1795 zu unterscheiden, und die eine Antwerpner ausgäbe mit ds 
jahrzahl 1619 bietet nach Matthes zeugniss einen text, weldMi 
der der jungem drucke aus dem achtzehnten und neunzehnten jalff- 
hundert an treue und gute bei weitem voransteht. Damit ist aln 
einem exakten resultate aUer boden genommen. Katthes hat M 
bei seiner ausgäbe der Heemskinderen das ziel gesetzt die nieda>- 
ländische prosa, das alte Volksbuch, herzustellen, wie es anft 
stelle des romans, des Eenoutgedichts, trat K Die abfassnng diov 
prosa ist wohl ins sechzelinjie Jahrhundert zu setzen. Ob schoi 
in dessen erste hälfte, scheint sehr zweifelhaft, unser a muß no 
einen prüfstein für die gute des überlieferten niederländischen, tm 
Matthes auf grund von Rt und P verbesserten texts abgeben. Ei 
steht außer allem zweifei, dass a weder mit Bt, noch mit Pia 
irgendwelchem zusammenhange ist. Also müssen übereinstinmimiga 
mit P, vielleicht auch mit Et, gegenüber h unzweifelhaft t6xtTe^ 
derbnisse in h anzeigen. H muß einstweilen ganz aus dem spiele 
bleiben , denn wir haben schon gesehn und werden uns noch des 
nähern überzeugen, dass H und a in einem genauem zusammeB- 
hange stehn, der mit der textgeschichte von h nichts zu thnn hat 
P 175 Sie hielten sich des tags in wilden foresten, a 10 daß sie 
'(als verdriebene leutli) sich musten in den Waiden enthalten. Da- 
gegen heißt es h 6: in het dichtste der woestijnen. 
P 439 want der hoff enist nit voUenkone, a 20 dann ewer hoff 
ist noch nicht vollkommen. Dagegen h 13 want der Hof en ii 
nog niet volmaekt. Vgl. die anmerkung zu P 439. 
P 1364 Ir alter mit den grisen wangen , a 43 du alter Greiaart 
Dagegen h 32 Gij oude gek. Greisart ist ein durchaus niederlüi- 
disches wort, das unzweifelhaft dem ältesten texte von h angehSrte. 
Vgl. die anmerkung. 

P 1632 wir mußen spilen umb unser heupt, a 50 vmb jhrer beyto 
Haupt. Dagegen h 38 om u hooft. 

P 2118 Herre got [lies ir gut] hau sie verbrochen alle gader. 
Vgl. OL bl Ob Reinoldt mit seinem Bmder etwas gegen E. M. ge- 
handelt haben , vnd das alles verbracht , was E. M. ihnen z» 

1 Vgl. Heemskinderen XV. 



' 561 ' 

dtea hab«u. Dagegen L 43 gij heht lion een schoon 
. . dat bebben sy verbeort. Verbrochen — verbrflchl. 
1. die amnerkang. 

!2I9 so iiDt sie luennlich und gnt, «ad dano sie scbejnen dapffer 
Iteolicli zn ßein. DieB fehlt h 45. Vgl. die anmerkung. 
S378.9 Da er nber tysch mit den rittern naU und mit zweyn 1 
iW^i:en and ati, a U3 so saß der Kbnig mit allen seinen Edel- 
Ko vber Tisclis. Dagegen keibL es in h 47 nnr: was I4j over 

2419 es soll ine noch wol ruwen , « €3 denselben wirt es nock 

rewen. Dagegen h 47 sal t noch betalen. 

2429 Gant hin weg, lidi' gebe neb nit ein qnint, > G4 donunb 

bct nun hin, „ick* gob euch nickte wider. Dagegen k 46 aldns 

et weg, ,men" geeft q niet een mijle. 

8669 das orÜ ist schon und groß von gelytdeu, Rt 285 Tors es 

gel ende groot, a «7 das ist da» gr.Milie Roß, das ich mein leben ' 

•eben hat). Dagegen b 50 't is het beste ros das ik oojl sag. 

1733 Wat bolpe dat ict npdecte lanc 

Van der brnlocht die daer was, ] 

Also ict gescreven such [Hoffmaan las]? I 

.Su verloric minen tijt. 1 

9 hochzeit ward nofT ein sichere zeit angeordnet, vnnd ge- 
, wU aber der knrlze halben solches alkie verschweigen. Dies 
|b P nack 2ä94 nnd k 55. 
1 Daer was jote ende del^t. a 73 Als dou das Hoclizeit makl 
vnnd alle knrtzweil vnnd frewdenspiell volbraclit war. 
i fbkll in P nach 2994. In k keim es nur: AU de bmlloft 
fv wo«. 

' 3417. 18 das Ime diese presant gebe Reinolt von Uonlelban. > 
^M proflont kab jme Beinoldt gosdiickt. Dagegen k G3 dat Dt 
H#Me gifte sende. 

H|5 flmffliiindert mau hant sie mir erslagen. a 86 daß mir in 
nOO. Mann erschlage- sindt. Dagegen b 64 alj sloegen mjj af 
"Uioudeit mannen. 

8887 er wil selber das silber nnd gnlt nemeu. « 91 vnnd alles 
aUt nnd äilber , daß er darin bekAmpt will er zn dck aekncn, 
ki becaklen sein Voick damit. Dage^n k 70 dat tri>Dt, dat kJJ 
k 4» kakta vint, daer aal kij mede betalen die kern dienen, 
38 



562 

P 4354.5 Ir mogent dawol „off zeren' sieben pfnnt mit großen em 
a 99 „auff" die Sporen ^verzehret" jhr woll 10. pfdndt. Dag«ga 
h 76 daer bekomt gij wel tien pont op, ist dat g^se yerkoopt 
P 6779 bis 81 und sprechen, der degen fyn, 

das er in Frankrich ist entsehen; 

was mocht uns von [ime] beschehen. 
a 139 vnnd sagen, jetz sehen ich daß man mich sehr fordit^ U 
sie mit solcher gewalt auff mioh warte. Dies fehlt h 106. 
P 7427 bis 29 das ir die vier Heimes kinder zwaren 

sollent gewinnen sonder faren 

von „uwers* selbes übe. 
a 148 daß jhr keinen schaden bekommet an ,,ewerem'' Leib. Di> 
gegen h 111 Eoning Carel vraegde: sont ggse m^j leveren konofli 
sonder deren von pmynen" lyve. 
P 8921.2 ich bin genesen von mynen wnnden. a 167 ich bin gaanä 
worden von meinen Wnnden. In h 125 nnr: broeder, nn bent 
genesen. 

P 9700.1 all wer er in Beaurepar, nochdann weit ich [in] hdfli 
vorwar. a 175 vnd holen den König Yvo anß seinem Landt, ynd 
wenn er schon in Peurepart im Closter were. Dagegen h 132 ei 
halen hem aldaer te Peurepart in 't clooster. Rt 868 bis 70 M 
nichts entsprechendes. 
P 10400 bis 403 den hart zu der erden lang, 

zu dem kynne waren die angbran, 
einen bnch groß sonder wan, 
dick als ein keyme waren sin bein. 
a 185 vn auch einen langen Barth, einen grossen banch, yvd 
dicke beyn. In h 139 nnr: si(jnen baert seer lang ende siijne vi^ 
brouwen over sijn oogen. 

P 10525.6 der mir boßheit det in eynigem lant, der det sond n^ 
schände, a 187 vnnd die mir vbels thnn, die begehen sündai 
mir. Dies fehlt h 141. 
P 10855 bis 57 „Ryppe, habent ir uwem wiDe ?« 

Ryppe sprach: „Herre, 

ich han des myn beger.** 
a 190 Der KÖn: sagt zu Rype, nun habt jr ewer begere. K* 
fehlt h 143. 
P 10944.5 da wir fochten in Falkalone, da er floch über die Dorfonft 



zn Faloalnneti im streit waren, dn er flöhe 
h 144 hat daflir iinr; >loeti wij vocht«n in 



> ir mnöent daninib Bt«rbeii ym. « 1% dn soltit forwar 
taer hendt alhie sterben. Dagegen h 147 «ant ik sal a 't hooft 



' 113ä0.1 Per konig »pracli: ,Reinolt, was habt ir veniomen, 
Isit ir herr zn mynem koth komen?" a 196 Do eagt der KEnig. 
ionoldt, wai Hab ich vemomun, seyd jhr bleher kommen vmb [197] 
lieh zn tmtzon oder zn pochen? h 148 Doe Bpraek de koning: 
bünont wat hebt gij voorgenomen, sijd^ gekoroen om aüj lasl«r 
a ioen? P hat hier offenbar das richtige bewalirt. x hat wohl 
i^fanomen' erhalten, aber, da es seine vorläge nicht recht rer- 
Mud, .habt ir" in ,hab ich' geändert, b dagegen hat eine Xn- 
lantig nach andrer richtnng vorgejiominen. 

P IlöTO.I mit yiwren ketten det er ino befan nnd amb ainen haltt 
IhyBenslan. a 18ü vi ließ jm so viell eyaers anlegen, zwey l'ferd 
■rilKia gnngmmb fortzuziehen gebapt. Dies feblt ganz h 160. 
PU&24.& Wie wenig gedacht der konig wys die ding, die gi-dacht 
HtlegfB. a 2i:-{ der KAnig wiet abor nicht was Malcgys imsinne 
k«Ue. Die» fehlt h 159. 
t 12(i34 bin 37 Da epracli Ualegys sonder helon : 

,.So wil Ich uch got bevelen 
I ond nummermer tun sicherlich 

gegen der kröne von Frankrich.* 
Usia Halegys... sogt, ich sihe es ist vergebens, idi befehle etlofa 
6w, nun will ich kein handt mehr gegen die Krön von Prank- 
N«h ausheben. In h 16U heißt es nnr: Ualegijs seidc: . . . Ha«r 
K sie, 't b al om niat; ik wil u (lode bevelen. 
* 18611.12 ... und kose den wege, der zn Ungern wert lag. 
» 827 vnd begab «idi auff den weg nach Vngem zn. Dies Ist 

it nnr nocli in dem lateinischen Uede v. 196 erlialten : Ambnlans 
Nr Utmgariam.' 

^ 18828 der so stark ist nnd groB, « 229 i-nd were so groß ab 
^- andere Hetmer. Dagegen h 170 die klockor was dan tweo andere. 
^ 13871 n fiorien wart, « 22» Snydenwarts, h 171 in 't lant van 

bUcb. Die vorläge von b nnd s hatte also schon den fehler 



564 

Znidenwaert; doch hielt sich a treu an das überlieferte, wSlirai 
h abwich. 

P 15094 Witwe was sie drissig jare. a 240 welche bey 90. Jak 
ein Witfraw gewesen. Dies ist sonst nirgends überliefert 

Wie will man sich diese gewiss wichtigen übereinstimmm^a 
zwischen P nnd a, sogar an einer stelle über Bt hinans, swiieki 
Rt nnd a über P hinaus gegen h erklären , will man nicht » 
nehmen, dass sie ans *h, dem archetypns der niederländischen pra% 
stammen? h, die überlieferte gestalt dieser prosa, ist im ginü 
noch eine sehr gute qnelle, da sie noch durchweg so genaa aiB 
nnd P anschließt. Aber h stammt aus sehr später zeit : es IXiatk 
fast 200 jähre verflossen sein, seit *h verfasst ward. Geht ein tot 
durch so lange zeit von der band des einen dmckers in die 4^ 
andern, so verdirbt er nach und nach unrettbar. Es ist wund» 
bar genug, dass die Amsterdamer drucke von 1795 und 1802 nock 
einen so guten text überliefern. Unser deutsches Volksbuch win^ 
den druckem allein überlassen, ohne Sch5nhuths eingreifen iSogtf 
gewaltig verpfuscht und verwässert worden. Und der anfang daii 
ist ja bereits durch den von W. Raible bearbeiteten text gemaclit 
Glücklicher weise hält sich Schönhuths text noch wacker und wiri 
noch gern gekauft. Also eine Schwierigkeit liegt durchaus nickt 
in der annähme, dass a alle seine bewahrten ursprüngliche zige 
aus einem guten alten niederländischen prosatexte empfangen habft 
Und somit gewinnt a eine bedeutung, die bis jetzt niemand darii 
gesucht, obgleich selbst ein blick in Schönhuths noch landlänfig« 
Volksbuch diese bedeutung hätte erklären und zu einer untersuehnnf 
der deutschen Reinoltprosa antreiben können. Nun diese bedeutoof 
erkannt ist, wird eine handliche ausgäbe von a zum bedfirfisäii 
besonders da die drucke von 1604 und 1618 sehr selten und dii 
andern zu textkritischer arbeit nicht mehr verwendbar sind. Viel- 
leicht übte auch eine solche um billiges geld käufliche ausgäbe 
eine wohlthätige rückwirkung auf den text des landläufigen Volks- 
buchs; und wäre diese gute alte geschichte vor dem drohendei 
Verderb gerettet, so wäre viel gethan. Ich habe also beschlösset 
eine neue ausgäbe von a zu liefern, die in Braunes Neudrucken e^ 
scheinen soll. Yielleicht bin ich im stände zugleich mit dem Bei- 
noltgedichte auch die Reinoltprosa auszugeben. 

Aus der soeben angestellten vergleichung von Pah, die diu* 



I 565 

iü» vuUaUlndigBs soudeiii nnr eine aaswali] des wichligern 
n, geht liervor, daas Mattes ausgiibe ihr ziel, die wieder- 
■Bg der or8prüugUi:hGD niederlilndischen prosa , nicht er- 
. Die Zuziehung von a hillle am ein erhebliches fTirdern Itön- 
Doch Uatthes hatte so wenig aU sonst jemand eine alinnng 
p werte des textu a. Freilich ist die nrsprüngUche nieder- 
^ prosa nicht wieder zn gewinnen. Besonders wird eine 
luiei' mangelhaft bleiben. Diese ist das in den drucken von 
)|d 1802 ganz fehlende, durch Mattlies ans der Antwerpner 
I ron 1619 (?) zum teil ergänzte kapitel 27. Es ist nStig 
Ocbt«n, wie sich a an dieser stelle verhiUt, denn sie mnas 
Ifrtein dafür sein, ob k wirklich ans dem arclietypus von h 
IM einer spfttera redaktiou geschöpft hat. Ich ziehe hier aus 
pHzn. 

|T WeUtu von über mer eynlch niere? H 287 of hei einche 
;kSre wJBle van over m^r. « 237 oh er niclit newes ge- 
ilte, von jenseit des Meers. Dies felilt h 178. 
li bis 36 bett got getan mit syine segen 

and von der hJlfT zweycr manne dar, 

verloren weren alle die lani vorwar. 
[Ind dat si grüisee holpe gehat betten van zwen miumen. 
iVBd solches ist vomemlich geschelien durch hillT zwcyer 
1^ die dieser ort her gewesen sind. Dies fehlt h 178. 
K^ Kr spracii : ,Jb ich, herre, by sant Johann, hie stan 
I-Sin armer m&n,* H 287 Hei antworde: hei stoit hie vnr 
I «in arme man, a 237 do autwort er, gncdigster IlerrKo- 
|r stehet jetzundt fllr E. M. als ein armer Hann. Dagegen 
jf% Heer koniug, dat ben ik seh'er. Beide hij. 
17 bis 64 Und alle die genoüen dar 
j' dreibcu groß freade vorwar, 

I, und sin elt«ter sone Emmerich, 

I der waa so ober frollcb, 

I das nch niemant [kan] crzelen, ^^h 

I in waren auch alle die gesellen, ^^^| 

I ane die verreter allein, ^^H 

I die betten mwen all gemeyu. 

md alle de genöissen ervmeden aicli Ind boven al Emmnrinh 
L «Ttr de verreder bedroefden aich. > 237 vnd jederman 



566 



erfirewete sich des Eeinolts widerkunfft , vnd sonderlich alle fr 
Gnossen von Franckreich vnd vher die alle erfrewete sich aek 
Sohn Aymerin v-[238]ber die maß sehre, vnd die verrahter hefartt- 
ten sich. Dagegen h 179 nnr: Dit vemam sgn sone Ajmer^m 
ontfing hem vriendel^'k. 
P 14765 bis 67 Der koning det Eeinolt, dem degen, 

gar gute kleider geben 

and det ime vil zu gemach. 
H 287 Der keiser lies in kostlichen cleiden ind dMe eme vil il 
gemache, a 238 Der Konig ließ den Reinolt anstand köstlich kkj- 
den, vnnd erzeiget jhm grosse freandschafft. Dies fehlt h 179. 
P 14779 Na fragt Reinolt mere, H 287 Do vrägede hei sinen boi, 



wä Heime , sin vader, were U 

sine broedere. 

Do sachte hei : sie soekent wä 

aUe 
ind häint gesworen, 

dat sie neit weder komen en will«, 
si en haven ach vanden. 
Als hei dat hoirde, wart hei sSn 
Bchriende . . . 



bis 90 wa das sin ohem were 
and Hejme, sin vater. 
„Herre, die suchen uch 

all gader 
and hant gesworen by 

anserm herren, 
das sie nammer en keren, 
ee sie ach hant fonden.** 
Da schrey er vil sere in 

den stonden 
and hat betrabniße in 

syme herzen, 
großen jamer and smer- 

zen, 
da sie by ime nie enkam- 

men 
and sie von ime nit ver- 
nammen. 

a 238 vnnd fraget jhn, wo Heymon sein Vatter vnd seine Br&dff 
sampt seiner Matter weren, do saget er, Vatter sie zie- || herainb[!] 
vnd Sachen euch, vnnd haben geschworen, sie begeron nicht wider 
zakommen , sie haben each dann fanden. Als Eeinolt das horeti 
ward er bitterlich weinen vnd hielt sich gar vbel, daß er selK 
Vatter noch Matter noch anch seine Br&der nicht fandt ... Diel 
alles fehlt h 179. 
P 14914 da er niemant bekant. Rt 1874 Daert hem was wel ow 



567 

•tut. H 2S7 <Iil [288] tu niemaiit en kante. « 239 da er vii- 
lAud war. Febli h I71f. 

WaH rnuttclist kob dieser £iuammeu&t«lliuig hvrvorguht ist, dass 
IIb Antwurpner aasgabe der niederläDdischen prosa einen scblecliten, 
IckenbAften, vemätwerteD Uxt entliält. .So kann doch wohl kaum 
«weifelt werdeD , dass "h an der P 14749. 50 entaprecli enden 
leDe die viel bessere fassang von H a tifehabt babe iind nicht die 
M fa. Da aber nnn an fast allen dieeen »teilen <x anfl^illig genau 
I B Btimmt, liegt ea uabe anznneliinan, a habe liier nnmittelbar 
t» U gcBcbOpfl, nnd zwar wühl deshalb weil seine vorläge hier 
ckeakafl gewesen sei. Damit wäre die ganze bebauptong, doss 
aw *b berznlelten, gestürzt. Doch bo scblimm §l*ht es gerade 
denn der schlnas, dasa « wegen der mängel seiner vorläge 
H gefolgt sei, ist dnrch die übercinstimniangen zwischen H 
selbst gcgeuttber P, noch nicht berechtigt. Wir werden 
> Uberhanpt gegen ende der erzShJnng gern H folgt, 
wufiUirUcher ist, and so namcntlidi In der belli gengeschirJiUx 
kann jener sclklns» , dass die vorläge von a hier liickcnhafl 
»ei, doch ein fehlitchlusa ^eiu. LTud dass <t ein solcher 
■Ich HD II genauer prüfen. K verschmäht es den kämpf 
&«inolt8 Sühn und dem verrllter eingehend zu schildern, 
denn dem geisüichen verfauser nuDötig erecheinen mu»ste 
Mhr sa sagen als, dasa Kuerich den sieg grwanii. Aber fUr den 
I rticr von ■ bestand kitin gleicher beweggrond ; Ihm schien es 
jUptzwKck beizubringen, was irgend beizubringen war. Ein sol- 

t kämpf durfte also nicht wohl Qbergangon weivien. In den 
heit4-n diesem kanipfs nun gehn b, der hier aus der Antwerpner 
JMgibc ergJLnztfl tcxt, nnd a zusammen. Freilieb ist dies xosam- 
Mkgehn ki.'in ganz genaoes, ao doHS sich ein näherer tauunmen- 
ng am werte prüfen Hebe; dtwh wir wissen ja, daas der ÄnU 
Mpiier druck nur einen sUrk überarbeiteten tezt bietet. Alau 

rl hier « den worllaut von «h darstellen. Jedenfalls aber hatte 
rwlage von « hier keine lücko. Die leute der oben vergllchnea 
«lks. 1' U914, spridiL Obenfalls für diese behanptung. Iltttie ^ 
MS 11 gmchfipft, «o hutlD CS nie xu aoineni allein znm Ul giv 
mr stimmenden texte kommen können. Wir wissen , daas *h 
recht treue prosavenilon de« Kt bL % wieder ist, «owrit niclit 
tectasplelt, eine treue ilbeiselznag von *h. Und w ist es aoch hi«r. 



568 

Ich habe schon an verschiednen stellen anf die übereinstiii- 
mongen zwischen H and a hinweisen, ja sogar bereits mit denseÜM 
rechnen müssen, es ist daher nötig denselben eine eigne betrad- 
tong zu widmen. Bei der besprechnng von H ¥rar schon gelega- 
heit einige dieser äbereinstimmongen zu beobachten, doch waren ei 
nur solche stellen, an welchen anch P zn H nnd a tritt, nnd außer- 
dem finden sich darunter auch wohl eben so viel solcher steOeB, 
an welchen P nnd H gegenüber h und a sich gesellen. Hier aber 
kommt es darauf an naclizuweisen, dass ein. näherer, ein anmittel- 
barer Zusammenhang zwischen H nnd a besteht ; deshalb kann nr 
ein paar mal auf jene Zusammenstellung verwiesen verden« 
H 274 in den ziden was ein grdis höegebdren edel vnrste geboren 
van deme edelen gesiecht von Burbdne, geheischen Heimo vaa 
Dordöne. Deser was sere mechtig ind rieh van landen, steden iid 
bürgen, ind boven al was hei ein strenge man ind vrome in rit- 
terlichen werken , also dat do sins gelichs neit en was. Dar vmb 
ward hei sere intsein neit alleine van deme gemeinen volke, wk 
ouch der keiser ind de heren van Vrancrich [Iticke] omb unie 
strenger rechtverdicheit willen, 
a 4 Vnd zur selbiger zeit [5] befandt sich daselbst ein hochgebo^ 
ner Fürst, geboren von dem Geschlecht Bourbon, mit nahmen H^ 
mo von Dordone, der ^ dem Konig viel trewer dienste gegen die 
Heyden geleistet. Diser war sehr reich von Lander, Casteelen vnd 
Stetten : Vn vber das war er ein strenger Mann vnd woll erfahren 
im Krieg vü andern Ritterlichen Thaten , also daß schier seinei 
gleichen nicht gefunden wardt , darumb ward er nicht allein ge- 
f5rchtet von den Vndersassen, sonder auch der Reiser vnnd die 
Herrn von Franckreich forchteten jhn , wegen seiner strengigkeit 
vnd rechtfertigkeit. 

Weder P noch h haben etwas diesem langen satze entsprechende! 
außer dem, dass in beiden texten der name des beiden genannt 
wird, und zwar in P nur mit dem zusatz «der kone", in h mit 
dem „grave van Dordoen^. Noch dazu entsprechen die stellen in 
P und h, wo Heime zuerst genannt wird, gar nicht genau der hitf 
aus H und a mitgeteilten. Eigentlich wäre damit zn vergldchen 
H 274: „So geviel it up ein zit, dat deser vurgeschreven Heino 
ouch da was mit sinen vrunden ind sinre ritterschaf ; aber diei 
entspricht genau a 5: „Vnder andern befandt sich anch an einem 



Tiaeh Haymo von Dordooe, mit eciuen frenudpn vuiid EitterschAfTt", 
wihr«nd weder P noch b den letzten snsatz haben. 
H 274 ind häint vemlageu Uispiluien ind Allklaot. n 6 vnnd ho- 
btn beynahe ereclilagen gantz Uispanian vnd Alixland. 
Dkgp^n F 71 bifl Ti sie hiint erslagen mit der tinnde 

Spanigeo nnd alle YBIaiit 

nnd mannen heyden deg^n. 
h 2 en hehben mcDig beiden verslagen. 

H 374 Bü belSent ei doch mit irem eignen güide, s 6 oder sie 
bdcfancn aaiT wenigst mit jbren eignen gAtern. Dies bat nichts 
■lunittclbar enUprevhendes in P 77 f. und h 3. 
B 27ö woirden si i'issermäissen sere zornicb. s 7 welche aaß der- 
Busen Behr erzürnten. Dem vergleicht sich noch h 4: verbolgen ... 
ib brieAchende leewen, während P nichts znr vergleichnng bietet. 
H 275 ein jonfereu clüister. a 16 ein Jnngfraw5 Closter. Dagegen 
P 360 das Cluster, da iv nyfftel waren,, h 11 in een kloater. 
fl Slft dat il ein §ckint was, x 16 daß es ein Ehe Kindl wera. 
iaien P 373; b 11: dattet ecbtelijk gewonnen was. 
S 276 wird von Heyart gesagt : Ein droraedärias hält it gewiiuncn 
feid biUt IX ros craft. Dit ros was ewarz als ein räve ind halt« 
«asen als ein lebart, it en hatte zop noch m&nen, ind was gröis 
bd stark ind Aisserm bissen snel. Sin lonf was recbt als ein pil 
IIa eime bogen, s 29 vnd das bat zehen prerts stercke .... Es 
kau ein Dn-medariai gewonnen : es iat so gescliwindt im lanlTen 
kls ein pfoil von einem bogen, Igt schwarz als ein Rab, hatt tut- 
fta als ein Lcpart, vnd hatt Zop noch Haanen. Diesem steht BO- 
Mchflt P 786 bis 8IM und 891 bin 94 vnd was gwarz aU filn rabe 
nd hat ein henpt als ein lepart nnd stark von sneller fsn, FDr 
h Tgl. die aomrrknng zn 788. 

B 379 wird Ivo ein kOnig ,zö Tarrascdnieo* genannt, cbensti n 66 
Tarwconia, anch das lateinische lied aoT den heiligen Keinolt nennt 
r. 72. 73 Reinolti gatUn ,nata regia haue Ivonis, Tarasconiae 
lyrraia. Rt Yewo van Dordoenc, P 2629 Yve off der Dardone. 
ZMeM baelchnnng fehlt h. Vgl. die anmerkiiDg 7999. 
H 880 dMe Reinold vergadrren rll volk* Mleiniaetzer, zimmerl&do 
fall mter metstf T. a 74 ticU Ilcynolt rIIc SteUunetzer vnnd andre 
r anll allen Lindem znsammen bemiTcn. Anch Kt liest 746 : 
» gMde neesturs waren. In P 29Ü& ,voa den meisten, di« da 



570 

waren^ ist diese stelle schon halb verdorben, h 55 hat nur nock: 
vergaderde dnisent timmermans en sevenhondert metsen. 
H 280 veir mülren , a 74 vier manren. Et 757 . ij . pare miire, 
P 2910 zwey par mnren. h 55 twee mnren. 
H 281 Do maohden si einen reifen van gerden ind umbringden it 
ind brachten it deme koninc a 94 machte als baldt ein Nets toi 
Weyden oder zweig von den Banmen, vn vmbringden daß Bo& dft- 
mit, vnd brachten es dem KÖn: nach Paris. Dagegen h 73 Met doe 
woorden gingen sij om dat ros te vangen, en omgingen 't met sab- 
t^'lheit, so dat sij 't vingen, en leiden het terstont na Par^B. Die 
ursprüngliche fassang war offenbar noch viel einfacher: P 4091i 
Das orS fiengen sie zu hant nnd brachten das gen Frankrich in daz laut 
H 281 (f. 7) ind de dürbar steine dede hei van der crönen inl 
satte si zo Montalbain tuschen de zinnen in ein zeichen sinre vie- 
torien. a 145 ich will das Edelgestein daruon nehmen , ynsd 
setzen sie zu Montalban zu einer ewigen gedechtniß meiner Vi^ 
tory. Dagegen h 109 De steenen, die daar [llOJ aen staen, sil 
ik tot Montalbaen setten, datse ygel^k mag sien. Vgl. P 7234 bis 38. 
H 283 Eipe van Eipermont, a 189 Eype von Eypermondt. h Iti 
Eype Heer van Eypelmont. Es 272,1.2 Eispeus ... de Eibemont 
fu n^s, 772,18 u. o. Eipeus. P 11042 Eyppe von Eippemont^ 
12383 Eipe van Eypermont, 10747 Eyppe der herre von Broomont, 
10931 Eypp von Beaumont. 

P 13344 f., H 284 sind bereits oben s. 538 unter H abgehandelt 
H 284 ind leis achten lant ind lüte, goult in silver ind allet dM 
hei hatte ind de ganze werelt, sine hüisfrauwe, sine kindere, siiM 
alderen, sine broedere, also dat hei niemant van in allen d&r nl 
en gesach, üisgenomen sinen son Emerich. Ever si wären [fllOb.] 
üisser mäissen sere bedroeft, dat si in verlören hatten ind sdiehten 
in alre wege ind en künden sinre neit vinden. a 224 vnd ließ alles 
dahinden, was er hatte, Weib vnd Kindt, Golt vnd Silber, Landt 
vnd Leuth, vnd wolt also ein Einsidel werden. Als er nun hin- 
weg war, liessen sie jn allenthalben suchen, aber funden jhn nir- 
geudt, do waren sie gantz trawrich vnd sehr bekümmert 
P 13359 und schied da von sinem wip 

und von sinen kindem von sym lip, 
sach er sie darnach nummermee. 
h hat überhaupt nichts entsprechendes. Vgl. aber das lateinische lied: 



Vratres patcr 



boram meDtes 
connertenteg, 
et his doDa dirjgeiu. 



raoldam post qoaesieniuL, 
E illam ioaenenmt; 

Eine wichtige stelle ist TerneT dia bei H nnter P 13624 bis 
4 = H 285 cerBlicline '. Ebrns« P 13*72 ^ H 2H«. « 22B. Vgl. 
le umerkimg. Aaclt P 14214 = H 286, a 235 *. Ferner P 144ÖU. 
'fL die lutmerknng. Eine wichtige stelle, welche ein ziuammen- 
■boi von n und X zeigt, ist P 14069, H 28ti, tt 23ä •. Ebenso 
' 14610, h 177 u. B. w. Vgl. die oomerkimg *. Die aumerknag 
B P HÖ27 enilililt ferner einen hierher gehörigen nochweis von 
RMüdrem gewicht. Überiianpt gebn gegen den schlau K nnd > 
agenUber Bt P h zasammen. 

r 16170 Ich heltS liemolt von MoQUlbao, b 182 ilc ben Eei- 
Mt van HoDlelhan. Dagegen H 29Ü Betnelt, hertzoch von Hon- 
klMin, gr^Tc Vau Herwaldäin, * 241 Reinolt Hertzog von Hon- 
ilkan, viind GrafT von UeT«*aldain. Hier geht die üfaerdnsUm- 
IOC sogar so weit, dass die namensform Herwaldäin mit dem nd. 
■i md. ai fUr hd. Jl in H nnd « sich tindet. 

Die »ltgeteilt«n stellen, eine auswalil der wichtigem, lasten 
■iu Biidre erklMrung zu, als dass b anmittelbar aas U geschöpft 
aL Ich habe nicht angestandtm auch einige stellen, an welchen 
' 20 H nnd a tritt, aufznführen, da es keinem zweifei nnterworfen 
ita lunn, dass o nicht aus F oder Rt geschöpft hat. Zudem ist 
!■ taxtgeetaltiing in « immer sulchcr art, dass sie anmitt«lb<U' nur 
■i H, nidU ans P erklftrt werden kann. 

An Miiluwe de« vorletzten kapitels von x, s. 248, wird auf 
Miiiilm Legende verwiesen, wo die Wunderwerke, die gott durch 
!■ iwwirkt, weltlänlftiger zn sehn seien. Da nun weder L, noch 
J auAhrliclier darüber reden , ist dies als eine numittelbaie be- 
liafcMg auf II anzuKlin, da ^«rnde U am scfalnue alle Qbel genas 
■bthlt, welche durch Reiuolts wnndoi^rlnmg gehoben werden. 

Femer darf niclit anlior acht gelaasm werden , daas der eitel 
na > audrttcklicli besagt, dies sei die Hiatory von den Vier Uey- 
HH Kindern nnd ,Aach lat blebey gefügt das gantm Leben des 



S Oben k 531. 



3 Oben ». 58!L 



4 Vgl. 



1 ia den anmerkungen 14749.&0, 147fi7.&8, 1478S bb ST. 



572 

H. Eeinoldi.'' Die heiligengeschichte wird also als eine besondre 
zathat bezeichnet. Diese znthat mnss dann auch wohl eine be- 
sondre qnelle haben. 

Der Verfasser von a war offenbar bemüht über Eeinolt aUeB 
beizubringen, was ihm erreichbar war. Sonderlich mnsste ihn dis 
Kölnische anziehn. Und davon wusste seine hanptqnelle *h wenig, 
um so mehr aber H, die zu Köln angefertigte prosa, welche aeltet 
wieder neben dem Rt ans einer lateinischen legende geschöpft hatte 
Das deutsche Volksbuch ist also eine Übersetzung der alten niedar- 
ländischen prosa ergänzt aus der Eöhiischen Hisorie van MSt 
Eeinolt. 

Über den Verfasser von a konnte wenig ermittelt werden. Er 
lebte zur zeit des drucks wohl zu Köln. Er war katholik, das 
geht nicht nur daraus hervor, dass er Reinolts heiligengeschichte 
so ausfuhrlich erzählt, sondern ist auch deshalb gewiss, weil er 
s. 229 den „waren Catholischen glauben** und s. 245 den yCiist- 
lichen Catholischen Glauben'' nennt. Die anfangsbuchstaben seines 
namens auf dem titel der beiden Kölner drucke ließen verschiddae 
deutungen zu. Es ist aber vielleicht nicht zu viel gethui, wem 
man dabei an den liedersammler Paul van der Aelst denkt^ desaes 
liederbuch „Blüm vnd Außbond Allerhandt Außerlesener Weltlicher, 
Züchtiger Lieder vnd Rheymen" zu Deventer 1602 erschien. In 
dieser Sammlung sind laut der titelbemerkung texte sowohl ans 
französischen als auch hoch- und niederdeutschen liederbücher ver- 
einigt *. 

' Der drucker Peter von Brachel nennt sich wohl, hier in hoch- 
deutscher form, nach dem dorfe Brakel bei Dortmund. Er wohnte 
1604 zu Köln in der Schmirstraße,. 1618 „vnder Gülden Wagen«. 

Die Übersetzung und Umarbeitung der niederländischen prosa 
war ein glücklicher gedanke. Durch sie ist die geschichte tos 
den Heimonskindem unser eigen geworden. Und sie ist es geblie- 
ben bis auf den heutigen tag, denn das landläufige Volksbuch ist 
nichts anders als der einigermaßen sprachlich erneuerte und bear- 
beitete text a. Dieser text hat sich bis auf die neuste zeit ziem- 
lich gut erhalten. Wir verdanken das den bestrebungen einiger 



1 Vgl. Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder hg. v. übhutd 
2, 977. 



&73 

rer niitnoer, deren namen wir kennen nnd ehren. Der erste, 
1 Wissens, der ob nntemahm die Heimonskinder in einer »of 
term I^ite benibenden emcnerung heranszugeben , war tinstav 
üiwab. In folge einer aofTurdenuig dtss Stattgarter bnchhÜDdlers 
tesching gab Schwab 1S35 nnd ^6 ein Bncb der HchBngUu ge- 
Ucliten nnd sagen, fBr alt nnd jung wtealererzählt ', herans, dessen 
•aUx band den gehCmten Siegfried, die llagdone, Hirlanda, Oe- 
ivefa, Griseldu nnd Kobert den teufcl, dessen zweiter den OkUvian, 
le Heimonskinder, Melusine , Herzog Ernst , Fortnnat enthielt '. 
ebwabs oj-beit verdient nidit die be^eichnnng einer bearbeitnng *, 
I er den allen text fast vuUsUindig beibehalten hat. Fast nur 
Dxelne worte ODd naiuen sind emeneri nud verbessert, die letztem 
dit mit glück nnd gescliick. \Veder a noch ^ liegen zn gmnde, 
ndern eis späterer dmck von geringerm wert. Schwabs saram- 
ag ist oft aufgelegt worden. Sie hat wesentlich dazn beigetragen 
tl der jngond der gebildeten kreise die stofFe der alten volks- 
muie in liebe zn erhalten , wie sie e« verdienen. Daas Schwab 
lUnre eingriffe in die texte vermied, kann nur gelobt werden; 
IT Eweck einer nmarbeitnng nitre kanin einzusehen. Ins niedere 
■Ik ist Schwabs Sammlung, ganz ihrer bestimmnng gemllä, nie- 
«b gedmngen. 

Ad zweiter stelle nenne ich (i. 0. Marbach. Dieser um die 
lUrs deutsche dichtnng verdiente mann gab eine Sammlung von 
eUubadieni herans, deren neant« und zehnte UeferuDg * die Hei- 
iimsklnder nnd den gehlmten .Siegfried entliUt. Der ganzen zn- 
UUHiiMtznng dieser Nammlang nach war Uarbachs bestreben dem 
•Ike eine reihe guter erxahlnngen in leidlicher aosstattang zu 
flUiem preise zn bieten und dadnrch wohl das sclilechic zeng, 
iM Inmer wieder auf den markt geworfen wird, zu verdritngen und 
K würdiger weise zu ersetzen. Die sammlang nannte sich kurzweg 

1 Stuttgart. 8°. Spftter »neb unter dem titel : Diu dgutMhan 
■olkibOclier. Neuerdings in Keclami UuiTenalbibliothek aufgenamincil, 
447 die rier HeymoDskinder. FortgesetEt ward Schwabs verk durch 
hs rttniichat bekannten ilberwtier and tagmerdlhlar Klee. 2 Vgl. 
[wl Klapfel. Htuta* Schwab. I^png 1858. 8*. & 26«. 67. Audi 
IkiMoph Thtmdor Schwab. QustaT Schwab'* luben. Prcäburg 1. B. 
Bad TObiiiKon 1883. »". 8. IIG. 3 Wirkliche bearbeitungen, wie die 
na t.ndvig Tieck, werden an undcnn orte beaprocbcn. 4 Ldpsig 
■M. B*. 



574 

„Volksbücher^ nnd wollte keine znsammenstelliiiig der alten m 
altdeutschen nnd französischen quellen geflossnen ritterromane nd 
ihrer genossen sein. Diesem plane gemäß konnte Marbach mk 
gute märchen , ja ein liederbnch aufnehmen« Die siunmlung hX 
ihre dienste gethan, doch ist sie heute nicht mehr auf dem martte 
anzutreffen. Der text der Heimonskinder beruht auf einem Uten 
drucke , doch nicht auf ol oder ß. Er ist mit Sorgfalt bdiandelt, 
nur sind einige kürzungen vorgenommen. Die ausgäbe Ist mit gau 
leidlichen holzschnitten geziert, wie sie sich für die zwecke schicktt. 
Der nächste nachfolger Marbachs ist Karl Simrock. Dean 
13 bände umfassende Sammlung „Die deutschen Volksbücher' et- 
schien in den jähren 1845 bis 1867 zu Frankfurt a. M. Hier schien 
eine von Marbachs bestrebungen verschiedne richtung eingeschlagoi 
zu sein, das sprach sich sogleich im titel aus. Die Sammlung sollte 
augenscheinlich alles das enthalten, was man nach G5rres unter 
Volksbüchern versteht Und die hier gebotnen texte sollten der 
titelankündigung zu folge »in ihrer ursprünglichen echtheit wieder 
hergestellt* sein. Nicht war bezweckt den weitesten kreisen dei 
Volks die gewohnte speise in besserer herrichtung darzubieten, dem 
schon der durch die bessere ausstattung bedingte höhere preis nr 
bot den armem klassen die anschaffimg dieser bändchen. Simroeb 
zweck war offenbar: die deutschen Volksbücher für die gebOdeta 
kreise zu retten. Aber diesem zwecke konnte und kann niemib 
völlig gedient werden. Es werden immer nur einsiedler unter dea 
gebildeten sein, die an den volksromanen gefallen finden. Der 
große anachronismus , der in Simrocks aus den anschauungen der 
romantik aufgewachsnen bestrebungen liegt, lässt sich einmal nieht 
ableugnen. Außerdem war Simrocks leistung in dieser Sammlung 
etwas halbes, denn einesteils wollte er emeuerungen bieten, and^n- 
teils doch die ursprünglichen texte wiederherstellen. Hätte er wirk- 
lich die ältesten ausgaben zu gründe gelegt, so müsste auch hente 
noch seine Sammlung im höchsten ansehn stehn. Aber leider legt 
jeder philologe diese bücher bald enttäuscht aus der band, da sie 
zu wissenschaftlichen zwecken, die über oberflächliche vergldchnsg 
hinausgehn, gänzlich unbrauchbar sind. Ohne den halt aber, dea 
solche arbeiten, wenn sie wirklich von wert sind, in den kreiBeo 
der fachgelehrten finden, müssen sie ohne einfluss auf die weitem 
kreise der gebildeten bleiben. 




575 

SlDirock liat sicli niclil oinmiLl . wio sein progTamm ilocli an- 
fhng« KD «ein acliien, auf die n-irklichen dentsdien Volksbücher be- 
BduCnkl, aondern er hat aocli texte, die niemals unters volk gn- 
Inuignn wiren, vou denen er aber aunalim, dasa sie es verdienten 
Taiksbflcber zo werden, znrecliigemiir.lit imd aufgenommen. Daas 
enählnngen wie der arme Heinricli es verdienten Kemojngot xa 
werden, wird gewiss niemand bestreiten ; aber dann wAre ea doch 
BüBtreitig das richtige gewesen damit nnten anzufangen nnd solche 
(«•chichten zunächst in billigen ansgalen zn verbreiten. 8imrock 
aber Imt mit der aufnaliine fremder dinge sieb seinem programme 
tntiVemdet. 

Docli auch die Verdienste dieser sammlnng sollen nicht flber- 
lehn werden. Dem vergleichenden Utloratnrhisloriker ist dnrch sie 
catKhieden ein erheblicher dienst geleistet , denn Simrocks volks- 
bBcber enthall«n anch jene seitnern teste, die Marhocb ans prak- 
tlscbm grflnden ansschliefleu musste nnd die längst nicht mehr 
Uler den jahrmarktansgaben r.a finden sind. 

Der zweite band der samminng entliält die Heimonskinder. 
Aldi Himmck hat weder > noch ß benotzt nnd seinen tezt ziem- 
Hdi willkürlich behandelt. L'm der ,nr«prängliche& echthelf wieder 
■■fae ZD kommen hat er aber ein mittel angewandl, da« wirklich 
sadit geeignet war eben schein von altertdmlichkeit und gute 
4tm lezts lirrvorznmfcn. Oben bei der vergleichnng von P nnd 

■ ■ bt schon daranf hingewiesen worden, daas Simrock an der P 
U8 imtsprcclienden stelle 1' benutzt hat. WnnderUch ist. daas er, 
iae g«nnanlet, das ,dick" von P im einne nntirea dick verstanden 
Ist Vgl. ferner die anmerkung zn P 145. 

P 539 Bclit^ondert mann, so anch Simrock 16 nnd h 14; doch 

■ Btd die von diesem abhängigen drurke hnbcn ItJUU. llierkOnnta 
ilH Simmck etwa noch ans h geitrlittpft haben. 

P 75ü. 61 = Simrock 22 ,Bei mnthii; wie ein eeponreii, daa den 
evftiBkelBtein in steh u^gt.* Vgl. die annierknng sn 76(). Da 
kflta andrer text diesen nnsinn hat vrie P, kann doch Simrock nur 
n> P geacbripfi haben. 

P 7SH Das hat niui ortten kraflt, Hlmrock 2» ancb 9. r>agegeii 
hibcn « 29, h 21 : 10. 



1 9. U7. 



576 

P 819 kolben = Simrock 23. Dmgegea ,8toek' « 90, h 2L 

P 841 hat er ejm ader Ton mir -= Simrock 24. Dmgeg« ■ 
ist er meines gebläths, h 22 hij is Tma mynai bloede. 

P 859. DaYon, dass Bdnolt wegen der zasehndeB ftaaen ack ge- 
schämt habe Ton Beyart abnilaneo, steht nichta in « imd k, dad 
wohl bei Sisirock 24. 

P 1361 Hie ist einer Ton finffiEehoi jarem = Sinrock 35. Da- 
gegen a 43, h 32 : 20. 

P 1374 und warff ine zwolff foß fem =: Simrock 35. Dagcc« 
a 43, h 32 : *20. 

Doch genug! Solche fibereinstimmnngcn zwischen P vnd Sn- 
rock lass^ sich durch den ganzoi text verfolgen. Schon P 750 
mnss Simrocks praxis erweisen. 

So sehn wir denn, wie bedenklich es ist mit Simrocks textet 
zu arbeiten. Schlüsse können niemals mit Sicherheit darans gon- 
gen werden, so wenig wie ans Alberdingk Thyms karolingscha 
verhaalen nnd Hezenmans' emenemng des Malegya. 

Wir sind aber doch auch in der läge einen gntea einflnsiT« 
•Simrocks text rühmen zn können. Ottmar F. H. Schönhnth bI» 
lieh hat seiner ausgäbe der Heimonskinder, don landläufigen yolb- 
bnch, diesen zn gronde gelegL In all den obai angefahrten stelki 
geht er mit Simrock; nnd für Schönhnths zwecke ist das kein n- 
glack, wenn anch das tolle .espenreis- hätte beseitigt werden soUol 
An Schönhnths ausgäbe ', die ich selbst anf der Straße kaufte, UM 
sich prüfen wie viel gutes ein litterarisch gebildeter mann toD 
liebe zum deutschen altertume für unser Tolk thun kann. Die nU 
der Tolksschriften, die Schonhuth herausgab, ist legion. Ich sdM 
besitze eine Sammlung derselben, wie sie nicht leicht ein andnr 
haben mag. Schonhuth ist es, dem unser Tolk es verdankt , dtf 
es sein altes eigentum wieder gewann. Und was er von neuen 
und fremdem dazu gab, ist meist mit geschick und mit liebe geviUt 
Über Schonhuts Heimonskinder an sich ist wenig zu sagen, dft 
alles über Simrock gesagte auch für sie gilt. 

Ein trauriges beispiel von dem verfall unsrer Volksbücher bietet 
ein von Wilhelm Baible bearbeiteter text der Heimonskinder'. b 

1 Renllingen , bei Fleischhauer und Spohn , ohne jähr. 2 Beut- 
liugen, bei KnGlin und Laiblin (Hebsaker), ohne jähr. 



577 

Bolchein nnelScklich modernen ^wandp knnn«ti dirae «rzälilnngm 
äeli aiclit lialttui. da sie nnbMchreibUch fad nnd geradezu l3cher- 
Kcb werden. SchOnhnlba lext besitzt nocli viel von iler alten ofn- 
Aüt jer darstellong: ; nnd durch dK-se allein werden solrlie alte 
|;«M]iichlen gUnblich nnd erfassbar getiiaclit. Eiie redeblamen der- 
noHenifn romanspracbe jedocti, mit welrhcn Rnitd« seinen teit ge- 
nktßbnr machen zn mSsBen glanlite, ge^eD dem ^unzen eine innere 
anwalirheit nnd ziehen ea in die kategorie Jener misenbeln ritter- 
tnmuie hemnter, von denen wir nns glQcklich befreit haben. USchle 
docb anf Schönhathe bahn fortfeachrltUn werden! Doch man darf 
üe gefahr nicht Qbertreiben: noch gebt Ja SdtQnhaths t«xt too 
iitod zn hand, wie ochon oben geeac^t. 

Wollen wir nns einer knrzen betrachlnng dcMen sawenden, 
I bblier über die geschichte nnares volksbncliB von den Heimons- 
I behauptet ward, ^o können wir ßglich mli dem beginnen, 
P is H. A. 0. Beichards Bibliothek der romane darüber ver- 
de iat. Der anazug ans der gescliichte , wclclien der band 7 
r Bibliothek ' enthüll , gchUrt nidit hierher , di-nn er beruht 
r In der französischen Bibltoth^qnr des romans mltgetoilten 
die beiden dentschen redaktionen (Simmem und Knln) 
I da nur nebenher benutzt sein *. f>em Verfasser des anwcnga, 
.6*, war die veracbledenlieit d<T beiden deutschen tcxie be- 
P.r meint* .zwischen den hanilsi:hrffte.n von diesen [0] m- 
, In jirona »owohl nls in verseii, den nltem miHgaben und den 
I abdrucken in di^r [liblioth. bleue, lierrsRheii viele and be- 
dic rer»cbiedcnfaeiten. Daher kömmt es wühl auch, dafi 
J alt« deatsche werke von der geschichte Ucinnlts nnd «dner 
', die wir vor nns iialH-n, eowolil von einander, als von dem 
r in der franzSsischen Bibliothek der romane, rleUKItig nnd 
E&tigen pnnktcn abweichen." Er fQhrt nun die Slmmeriscbe 
^lie von 1535 und einen druck d«s vnlk>bnclu auf, welcher 
I G enl«iiriclit. Von diwem letztem aagt er ', schrdb- 
nd ftrthogmphie bewiesen, dasa er viel neuer «el als der erst«re. 
Im Ibervjning ans dem Franz58i8chen sei, flhrt er fort, wird 
; ttuwahncheinlicb ist ea deswegen, weil ea so seltr 



I 8«rila 1781. S'. 7 Us 36. 2 Vgl. Bibl. d. romasn A. 1790. 

, 10. 18. » A. a. 0. e, S. 4 «. la 



578 

uiid so oft von der Simmersclieu dollmetschong verBchieden M; 
wozu noch die ungleiche stärke kömmt, denn es ist ein kleiBM 
oktavbändchen , da hingegen jene einen ziemlichen folianten tu- 
macht. Indessen scheinet es anch kein dentsches original zu seji, 
, denn man findet doch die hanptbegebenheiten größtenthdls, ni 
den gang der geschichte im ganzen ohne abweichnng wieder. Mu 
muß es also wohl für eine nachahmong oder nmarbeitong d^ ftii- 
zösischen Urschriften halten, bei welcher sich der angenannte nt^ 
fasser viele und beträchtliche freiheiten genommen hat, in i^m^— g , 
derer sich jedoch fragen Hesse ob nicht seine arbeit dadurch fs^ 
loren habe.^ Die Verschiedenheiten beider redaktionen sollten dan 
in dem auszug selbst an beispielen erläutert werden, doch Ukk 
dies versprechen der Unbequemlichkeit der anordnong halber oser- 
füllt, ebenso wie das die erfüllung des erstem in einem besondoi 
aufsatze nachzuholen und „zugleich einige sprachproben ans der 
Simmerschen Umarbeitung" zu bieten '. 

Hier ist also der erste schritt zu einer kritischen betraehtmif 
der beiden texte gethan, ihre Verschiedenheit ist wenigstens erkanit 
und ein versuch gewagt diese zu erklären. Auf diesem resnltik 
hätte man fortbauen können. Aber der mann, von dessen vrtci 
ich nun berichten werde , war nicht zu kritischer behandlang ai- 
gethan und wusste nicht oder kümmerte sich wenig am das, ntf 
vor ihm über die sache gesagt war. Es ist Görres. Dieser sagt 
in seiner schriff „Die teutschen Volksbücher'^ ', die ohne wdtlftnfige 
Studien ihm in lebendiger begeisterung behend aus der feder ge 
flössen , Seite 129 „Das teutsche Volksbuch ' . . . scheint von der 
alten Übersetzung ausgegangen zu sein, die den titel: Eyn schSi 
lustig geschieht, wie keyser Karle der große, vier gebrüder hertMg 
Aymont von Dordens sün sechzehn jar lang bekrieget o. s. w. 
Siemmern 1535 fol. iiihrt, wenigstens verrathen einzelne Überreste 
der alten spräche, z. b. köpf statt becher im Volksbuch, dass es 
ans dem Altteutschen und [130] nicht von neuem aus dem Fraa- 
zösischen übersetzt worden ist." Als Görres dies schrieb, kannte 
er den Siemmemer druck von 1535 nur dem titel nach und wnsste 



1 7, 36. 2 Heidelberg 1807. 8^ 3 Görres benutzte nach der 
titelangabe s. 99. 100 auch einen meinem 8 ähnlichen drack am »Köln 
am Rhein und Xürnl»f'rg« o. j 



579 

nicht, dfiss gei^e dieser aas ileui Fruuzovischeu übersetzt ist und 
4»her für iinstr volksboch als vermitller ans dem Altdeatächen zum 
Keodeutsclien nicht gedacht werden kann. liei gele^nlieit einer 
nr^leichnng des Charakters des dents<Jien und franzf-si sehen volka- 
bnebfi sagt Görres in derselben cchrift s. 119 .Beiden hat ein ti- 
tcfM gedieht zatn grnnd gelegen; ans dem sie geschöpft, nnd d&B 
1b ihnen sich eben so in zwei rcrschiedne richtungeo entadiied, 
«le die beiden nationen, die in ('arl vRrbnnden warten, sich in der 
[lüO] folge diT seilen geschieden haben.'- Also ein lUures dent- 
•cbes gedldit liegt uniienn vulksbaeh xa gründe, das ist die aa- 
dckt, die Gürres auch in der folge vertrat. Als er nan im jähre 
dHTMif in den besitz des foliodmcks von 153ä gekommen, edieint 
iflui die rerechiedenbeit der beiden dentsclien redaktionen noch 
Mtkt «ingoleachtel im hahea, obgleicli anf dem Utel der Siemmemer 
iapig»be kl&rlicb stand ,ans franuösibcber »procb in tentscb trans- 
teiart*..In der anzeige »einer Volksbücher in den Heidelbergiscbea 
Jfhrb&chcm ' nennt er einmal den dmck von IbSb aas den frao- 
alAchen ansgaben Übersetzt, dann wieder das deaUche buch ,offea- 
ttt . . . ebe freye abkflrzong des altdeutschen gedichtes' ohne jede 
aHunandcrhalUing. AncU n»rh im jähre 1S13, da Uörn» etae 
Ijrobe ans I' in erneuerter »prache herausgab ' nannte er die H«i- 
ujpMNukiader , aUo das voUwbnch, mit nnmittelbarer beziehnag auf 
ip dne .prosaische aaflGaang.' 

I unser aluneister Jacoli lirimm war genauer als GCrres. Am 
9l dczeml>er 18U& schrieb er von Kassel an« an seinen bmder Wil- 
hnlm ' -Htwa sind c1»h. {in Uotha] aud> alte drucke von andern 
l4wlsiihrii ni;aancn. Ist die [«iclj .Slmmenirdie von den Heimonv 
L^lndcni da, sg such sie mitzubringen, es ist mir, als ob sie [siel] 
[aia deutschen volksbnch abwiche.' Und etwa ein jnlir spUter, aa i 
]C BoTember 181U berichtet er UArres : von der Kagen' wolle im 
I^Mlten band« des Bocha der liebe * die prosaischen Heimonskindw 
flfednnken iMsen, and xwar die Simmenucbe ausgäbe von 1636, 
mlehe nach dem Pnuusftaiscbe« geariK-4tct nnd ueriLwUrdiger weise 

11,5. Heidelberg ISUS, 409 bis 427. 2 DeatMhea mlMWa 

berMwgegeben tod Friedrich Schlegel. 4. Wiao 1813. 9\ 398. 3 Bri«f- 
ncbMl aoi <l«r ju^^ndieit Sül. 4 Der ertt«, TriitraBt. Kenhra«, 
foDtua enlhaltcnd. war ISU9 so Berlin eneUeaea. Vgl. darin die vor- 



VIII 



»7' 



580 

später vom Volksbuch wieder aufgegeben sei« Auf Görres dgne 
frühere andeutungen wird es zurückzuführen sein, wenn Gnu 
hier bemerkt, das Volksbuch hänge mit dem altdeutschen gedkhte 
zusammen. Schon damals wünschte Grimm, dass ein abdroisk te 
Volksbuchs nach einer altem rezension veranstaltet werden sdk. 
Auch 1811 sagt er von diesem' „Es ist nicht aus der firanzSsudNi 
prosa übersetzt, sondern hängt vermuth^ch mit dem alten lied nä 
Reinolt genau zusammen^. Auch die bekanntschafb mit den ■»- 
derländischen Heemskinderen, welche ihm H. W. Tydeman in Fni- 
eker in einem drucke von Eoene zu Amsterdam verschafft bitte, 
konnte ihn nicht von der vorgefassten meinung abbringen, ja er 
drehte das verhältniss der deutschen und niederländischen proiei 
zu einander um, wie wir oben bei der betrachtnng von h beratB 
sahn'. Ob Jacob Grimm bei dieser ansieht blieb, habe ich niebt 
in erfahrung bringen können. Zunächst nahm P seine anfineikstn- 
keit mehr in anspruch, so dass das Volksbuch zurücktreten mnsste. 
Später schwand auch sein Interesse an dem gedichte, da wichtigere 
und größere dinge ihn bewegten. 

Das bis hierher mitgeteilte hat den reiz aus jener zeit dfl 
unklaren anfange unsrer Wissenschaft , aus einer zeit , da es nock 
keine verbreiteten lehrbücher der deutschen litteratur und keise 
durch solche üxierte tradition gab , zu stammen. Was nützte es, 
wenn ich nun alle in den spätem lehrbüchem aufgestellte ansichten 
zusammentrüge ! Ich will mich auf einige der wichtigem besehrin- 
ken und hoffe zu zeigen , dass meine oben geführte untersuchutg 
über das Volksbuch nicht ganz unnötig ist. 

Merkwürdigerweise gilt der tadel, den der letzte. satz enthält^ 
am wenigsten von dem gelehrten, mit welchem ich beginne und 
welcher genau genommen oben neben Jacob Grimm hätte genanit 
werden müssen. Doch mit ihm treten wir aus der morgensonnigen 
beide, auf der die romantiker im fröhlichen wandern ihre blomeii 
gepflückt, in den schatten der lehrbücherzeit. Schon im jähre 1812' 
ei-schien der Litterarische grnndiiss zur geschichte der deutsdien 

poesie von F. H. von der Hagen und J. G. Büsching. Der ab- 

« 

1 über Karl und Elegast im Museam für altd. lit. o. kmui i 
Berlin 1811. 8^ 227. Vgl. anch Kl. Schriften. 6. Berlin 1882. 8». 35. 
2 Vgl. Briefe von Jacob Grimm an Hendrik Willem Tydeman. Heraiu- 
gL'g. vou Keitlerscheid. Heilhronn 1883. 8". 4. 5. 3 Berlin. 8*. 



5S1 

, welcher aber nnscr volkähach handelt, slammt sicli^r von 
ha entere, denn gcradu Ton der Hagen hatte eclion vorher ein 
ffcrtillrhnn intanne ao der geMcbfclite der Heiuiunskinder Iwwieson 
id mr in dieser litleratnr bewandert. Hirn l»g dn NQmberger 
rock, lä bogen In 8°. vor, welcher aaf dem titet die bemcrkimg 
vg ,Eli(>desK«n auch zn KiMn gedruckt.* Dasa das Volksbuch nijt 
■B gedichte stimme, beiuerkt anch von der Hagren; aber ilun ent- 
iht aach nicht die unmittelbare Terwandtsctiaft dt« enttcTD mit 
IB uiederlUndischen rolksbnch. In der ausgatie der niederlAn- 
liehes prosa. die er vor sich hntte, fehlten freilich die kapitel 
( Mb 17, iiberbaapt war sie lant der vorrede gekfirzt*. Aber 
Mwr volksbncL stamme aoch nicht ans der Simmerischen prosa 
n 1635 und sei ebensowejiig von der t'nuiKilsischen nrschrifl an«- 
, Mndem wahncheinlich von einer altem niederljtndisciicn 



Dm also war die riclitige erkenntnies, welche einem philr>lngen 
l^cltn miuate nnd welche auch wir mit einiger niodiflkniion als 
Wk annehmbar bezeirbnen miisisen. Damit liHtl^ die sache ab- 
Mkui sein küunen; aber so weit sind wir noch nicht. Denn der 
U apfttere Gratio im Lclirbnch einer allgemeinen literHrgcüchit^hte 
I, S, 1 ' «. 328 ntellt d«n Simmerischen dmck mit a y and andern 
liv»b«n ohne nnterw.heidnnK zosammen und sagt, das deulMhe 
■Dtirtnicli sei .seiner ersten redaction nach ans dem franKttsischeii 
■iBlIil , aber in den spütem bearbritnngen ein klnd des nieder- 
ladisehen Volksbuchs', wekliea vermathticb 1474 durch Jnliann« 
Irmnielkat oder Joliuim von Soest in dos liuchdciilMrJie Itbertragcn 
«d«.* Hier Ist i»Ili« durch einander geworfen. We«entlich ist 
■r die bmnerknng, dass die epstem aiM]^b«& de« deatachen volka- 
■^ aaa dem niederlindiscben stammen. 

Ztmew In seinem inhalfreichen atit^tse .Die tage von den 
tognonaklitdem'' im siebtmi bände von v. d. Hagens (lermania * 
■It» dl» Himmeriüclie ausgäbe und S vnr ■ich. V.t scheidrt ancli 
B Itentcrhen genau zwischen epos, pro«aroman iSlmmem) und 
dksbocb (K&ln),' weist das atueinanderlaufen iw veraclüednen 

I 8 174. i Vgl. den ktitwetfena druck, olm i. ■'tOG. 3 Hit 
kB MMilerttt«! >Die großen «aRonkreiai; d«a nitulalt««*- Dre«d«a 
•d Lri|NRg 1S42. %'. 4 Uit verweiiaB« aaf den Litterar. itrundriM. 



582 

französischen, niederländischen and deutschen fassmigen der nge 
nach nnd gruppiert jene in einer weise , die nns wenig zu tinm 
übrig lässt. Von a weiß er freilich nur eine entfernte naehridit 
aus einem buche von 1682 zu geben '. Den prosaroman fflirt er 
richtig auf seine französische quelle zurück und bemerkt, dass da- 
gegen das Volksbuch mit dem verlaufe der geschichte in P über- 
einstimme. Offenbar gegen die oben aus der Bibliothek der ronaie 
angezogne stelle wendet er sich, wenn er die annähme zurückweist, 
das Volksbuch sei „nur eine mit willkürlichen znsätzen vermebrte 
oder durch auslassungen veränderte überarbeitong'' des proei' 
romans '. Aber er gebraucht ein schlechtes mittel seine behauptoig 
zu stützen, da er bemerkt, die darstellung der geschichte im Volks- 
buch sei ja schon vor 1535 in Deutschland bekannt gewesen, wie 
die weit ältere Heidelberger handschrift beweise. Auf die geschichte 
des deutschen Volksbuchs geht übrigens Zinnow nicht näher ein, er 
äußert nur die im allgemeinen ganz richtige ansieht, ans dem Be- 
nout sei P und mittelbar oder unmittelbar das dentsche volksbach 
entstanden '. 

EttmüUer, im Handbuch der deutschen literaturgeschichte ', 
scheidet ganz richtig die beiden redaktionen, nennt aber das moL 
gedieht mit übergehung von h die quelle von a. 

Wunderlich und auf einem missverständnisse beruhend ist es 
nun, wenn Goedeke, der Zinnow als seinen gewährsmann zitiert, 
in „Deutsche dichtnng im mittelalter'* * noch im zweifei ist, 
ob das Volksbuch (er nennt a) ans P oder aus dessen quelle ge- 
nommen sei. In seinem „Grundrisz" • führt er den roman und die 
Volksbücher neben einander auf und sagt nur kurz , dass sie ms 
französischer quelle stammen. 

Matthes folgt in seiner ausgäbe des niederländischen Volks- 
buchs ' unmittelbar Görres angäbe in den Volksbüchern. 

In Kobersteins „Grundrisse ' ist die sache im allgemeinen richtig 

* 

1 S. 13. 1827 schreibt A. L. Folien an Görres »Hat man die auf 
dem titel erwähnte alte Kölner ausgäbe noch nirgends entdeckt?« Vgl* 
Görres briefe 3, 300. 2 S. 21. Auch Görres ansieht wird hier abgelehnt 
3 S. 55. 4 Leipzig 1847. 8\ 320. 5 Hanover 1854. 8". 707. 

6 Bd. 1. Hanover 1859. 8^ 121. 7 Heemskinderen , Groniiig«B 

1872. 8^ XXL 8 Bd. 1. Leipzig 1880. S\ 399. Mit verweisong 

auf V. d. Ilagens Grundriss. Ähnlich Wackemagel, Gesch. der deai- 
schen litteratur, Basel 1872. 8^ 469. 



i 



583 

dargeBUillt, nnr dio inelle von a nicht mit liestiDimtbeit genannt. 

In UCtzingers ^IltMillesilcon der <leal«chen titt«FtQiiior* ■ ist 
obenliin iresa^, das gungburc duntBcliu volksbuvL sei aus dem nie- 
dCT'UndiKchen bearbeitet. 

Das werli endlich, von welchem man &m ersten eine prllzffte 
belumdlnng der nngele^nheit erwarten sollte, Hobertaga .Gcsdiicbte 
den rümans' * lässl an nnsicberheit alle angef&hrte zurück. Einmal 
werden hier zniißchst proearouian und aoRgaben des volksbnchs 
aloie cr«ichüichen gmnd n^beD einander aufgeführt imd dann an 
ffUlt«ri>r ^elle wieder getrennt, ßcsouders cbarakterittdi fUr den 
I mit de« Werks ist aber, dass in einer and derselben anmerknng 
folgende aammlnng von anslchien vor^tragen wird: das dentsche 
Tolkabach von lti04 sUmrat entweder ans P oder li (tient Ifilif), 
Jacuti ttrimm , welcher im Unsenm für altd. Utemttir 2 , 227 daa 
^Mtacbe vdlksbQcli „riclitig" aaf I* znrückftihi-t, „hat waUrachein- 
Uch zwlarJien ergterem ond dem alteu rouuui iSinimem IbSöf nicht 
■■lerwliieden*. Dass tirlmnis alt« a^)ti(^ht nicht .richtig* i«i, 
arfawrn wir nnd ebenso, dass er Kehr wolil zwiscbi-n priisamman 
Bsd volksbncb gemhiodeu hat. Wi<- kann man Übrigen« eine an- 
seht «riclitig* nennen , wenn man unmittelbar vorher diu wähl 
gwbcheu zweien läHsi'l 



V. Srhliüts. 

Khrr al« li;h gewtinsi'ht muss ich meine nntersachnngen ab- 
brvrlien. li'li habe in der uliaidit grcarbuitvt die fontdinng nach 
dar gwhielitii der Ileinoltllb«r^['J't^^u^geu nach ninglichkeJt zum nb- 
acUuM XU bringen, und ich wolltt« meinen HtotT nicht ventpry^ugeg 
•wulrm hier in den beigaben zu der ersti^n nnngabe des Ilcidel- 
kCTKer Keinok vereinen, nm da« unbequeme nachschlattcn an vcr- 
HMednen orten nach krftften zu iparon. So war namentlich ein 
atwdinitt ,znr Kelnoltsage* vorgesebn, in welchem ich die gesanmle 

1 Leiing I8SI. »\ 2&7a. 'j Kd. 1, 1. Hrwlan 1876. 8*. 61. M. 

S Scharar findet, Qnollon und fonrhriiigQn 'i«, t». mit toclii Robcr- 
lap auMUit nicht •««■rhmachToll*, in «ckbcm RWnolt -du ante »pfer 
ds •orialdemokratie- wird. Wie niug BnberlaK fr.m>r iHn iiirucb- 
f«iBi*^b wi« •tleiflold von Monlanbau' und •ttoinhold von M»Dtalb»n< 
torbringeo 1 



584 

überliefenmg in allen litteratnren überschaae und Beinolts heOigOh 
gc'schichte eiugehend prüfe. Ich habe keine mühe gescheat aQe 
erreichbaren uaehrichten zosammenzatragen. ' Und mühevoll mr 
das bei der großen entfemang meines oberrheinischen anfentiudts- 
orts von den statten, zv^lschen welchen sich Beinolts heiligenleben 
abspielt, wirklich. Die französischen nnd niederULndischen doik- 
mäler nnd überliefemngen zur Reinoltsage sind ziemlich voUat&Ddii; 
gesammelt, den deutschen ist aber noch nicht die gleiche ebn 
widerfahren. Und doch sind sie nicht ganz nnwichUg. In K8h 
linden sich noch mehrere hierher gehörige bildliche darstellmiga, 
selbst ein Straßenname hält noch die erinnenmg an das edle reu 
Beyart wach. Heinoltskapelle und -kloster sind freilich längst ver- 
schwunden. Dafür ragt aber noch in Dortmund die stattliche Bd- 
noltskirche, und mehrere kapellen in Westfalen sind Reinolt ge- 
weiht. In Dortmund gilt eine holzstatue für Eeinolts bild, ein rie- 
siges hufeisen für das Beyarts. Älterer überliefemngen und denk- 
mäler (z. b. Dortmunder münzen mit Reinolts bild) ganz zu ge- 
schweigen. Neben diesem historischen sollten auch die neuen 
bearbeitungen der sage besprochen werden. Ein ausführliches ver- 
zeichniss der personen- und Ortsnamen unsres gedichts nnd ein r^ 
gister der seltnem und wichtigem werte, über die hin nnd wieder 
in den anmerkungen gehandelt ist, sollte der bequemlichkeit des 
lesers dienen. Aber meine vielleicht an sich nicht unlöbliche ab- 
sieht entsprach nicht ganz der gepflogenheit des Litterarischen Ver- 
eins. Ich war also (für mich fast schon zu spät) genötigt zu kür- 
zen und zu beschneiden. Glücklicher weise verstattete mir der herr 
Präsident die abschnitte I bis IV meiner Untersuchungen vollständig 
zu geben, und somit hoffe ich den philologischen teü der abhand- 
Inng über die deutsclien texte der Heimonskindergeschichte nnd ihre 
Sippe im allgemeinen hier schon abgetlian zu haben. Nicht nur 
behauptungen , auch beweisstücke sind vorgeführt, wie ich es für 
einzig dienlich halte. 

Das notwendige weglassen ganzer abschnitte * meiner beigaben 
hat ebenso notwendig einige übelstände im gefolge, welchen ich 



1 Ich bedaure besonders das wegbleiben des namensverzeichnisses 
mit seinen nachweisen, da ein n amenbuch zar Karlssage noch mangelt 
und somit jedes einzelregister unbedingt wertvoll ist. 




t nicIiL molir &bh<.>lfeii kann. Eine uizalil von venveiBnnfnMi in 
JT aDtersnchangeu ist gegBiislaiidslos geworden. In den aDmer- 
ingcn sind die wichtigen iiersonen- nud oriBnamen faat gar nicht 
I betracht gezogen. Belegstellen für wicliügere Worte babe icli 
eUich noch eingeflickt. Vor allem aber fehlt ea gänzlich an einer 
^ttadlnng über die französische iinelle des Renont nnd die Inniit^r- 
In nerliwUrdige verästelang der franziisiBchen ilberliefemiig '. Alles 
M und manches andre, das ich hier übergehen masH, hoffe ich in 
tr kOne «ufUhrltcher an andenn urle vorlegen zu kQonen. 

Du gedieht, welches dnrch diese ausgäbe allgemein mgftnglich 
amacht wird, ist gewiss an sich ein elendes machwerk ; man könnte 
«gen, ob es die ehre nmalündlicher ontersnchnng, die Ich Ihm an- 
ethui, verdiene. Nun wohl, die Heidelberger Übersetzung an sich 
rün ganz unwichtig, besäßen wir den voUsULndigen Renont. Sie 
Kt keinerlei rolle in der litteratnr gespi«lt. I^ie ist nar einer jener 
kcbzügelnden nnglUcklichen versuche eine bereits untei^egiingue 
lastgattung wieder anfznfViscIten. Sie Ist mit Ualegys nnd (Igier 
■d Johannes von Suest Kindern von Limbnrg in Uirer zeit eine 
^kemdlichu, unpassende, bedeutungslose ersclieinnng. Doch meine 
alersnchungen gelten die^m Bchleclit«ii gedieht« nicht allein : der 
EhnckUch verstämmelte Beiiont nnd die prosaromane, die rechl- 
■iBigen kinder itirer zeit, sind der antersuchung wohl wert. Der 
weifelbafte heilige Reinolt rreilicli, den Holland nnr mit bedenken 
«rbtingt, von dem Uabillon gar nichts wissnn will, verdient« wohl 
IMIB mehr als seinen langen schlaf fortzoschlafen nnd MMhst, wie 
■Joe gebelne, aas angen und wissen der mcnHchheit zu vervchwln- 
IfB. Dtfch da die forschnng in der geschieht'; des tielden Reinolt, 
Im Beinonscohns , noch ganz im onBicbem umhortappt. lUsst sich 
L von der ziemlich gnt aasfich.llbarea heiligen geschieht« ans 
I licht in die Roinollsage bringen, nnd somit mnss andi d«r 
r der legende wieder aufgerührt werden. Die Reiuollsage aber 
l die betenchtung sicherlich. Sind auch dif^ ewigen kAmpfe, 
li« wMerholnngen alinlleher vorkommnlue in den uelstcu der er- 
mUtaai beart)«ltnngen rrmüdend gcnng, so enthult dooli Mcb dla 
mg» 4cs schOnen und grotten genag , um auf jedes enpfKagUehe 

i Was oben s. 493 bia D7 darllber g« w gt ist , kann kaam )a b*> 



586 

p:eniüt bedeuteud zu wirken. Gervinns durch späte entsteUnngai 
der sage und durch den emdrack der schlechten Heidelberger Über- 
setzung bestimmtes absprechendes nrteil kann wenig dagegen be- 
sagen. Dass die roroantiker den Heimonskindem eine so absonder- 
liche liebe zuwandten, die sogar so weit ging ihren gegnem damit 
ein Stichwort in den mund zu geben, dass Ludwig Tieck die ge- 
schichte in prosa bearbeitete, Friedrich Schlegel sie im gedichte 
behandelte, ist nicht ohne bedeutung. Die reine durch keinen yer- 
derblichen einfiass verkehrte Jugend erfreut sich noch heute gen 
an den in hass und liebe gleich großen gestalten der Beinoltnge. 
Anch dem jnngen Goethe galten diese ^schätzbaren Überreste der 
mittelzeit" etwas, Jnng-^tillings einsame Jugend war durch die 
schatten dieses fabelkreises belebt. Was Tieck, was Jacob Grimm, 
Uhland und Goedeke zum preise dieser geschichte sagen, kann nicht 
ganz unwahr sein. 

Man fand übrigens auch schon den ausgang der geschichte breit 
und frömmelnd und mähte sich dem tapfem Keinolt ein andres ende 
zn ersinnen. Ich meinesteils kann aber die erzählung , wie sie F 
bietet, nicht tadeln. Ein so ungewöhnlicher mensch wie Reinolt 
mnss auch auf ungewöhnliche weise nntergehn! In die mönchskatte 
zu schlüpfen braucht er freilich nicht. Aber sein aufgeben des 
erdenruhms in der blütezeit, sein demütiges hinabsteigen in die 
ruhmlosesten Verhältnisse, sein tod durch die bände niedriger steb- 
hauer sind, wie ich meine, nur andre formen des beweises seiner 
wahren heldenhaftigkeit. Welchen ausgang die sage in ihrer ur- 
sprünglichen gestalt auch immer gehabt haben mag, ich kann die 
Verbindung des kriegerischen beiden Reinolt mit dem friedlicheo 
werkmann St. Peters, so wie sie unser gedieht schildert, nicht ta- 
delns- oder beklagenswert finden. 

Das deutsclie gediclit enthält ferner so manchen zug, der es 
lesens- und beaclitenswert macht. Da sind vor allem die verschied- 
uen anspielungen auf andre sagen verwandter kreise zu nennen: 
I die anspiehmg auf Johann von Latine (Jehan de Lanson) in döi 
versen 2739 f., II die doppelte erwähnung des riesen Ferragut, Fa- 
ragut und seines sieglosen kanipfs mit Rolant 3669 f. Und 10339 f., 
III die anführung von Karls abenteuer mit Elegast 4252 f., IV die 
anspielung auf die Amicus- und Ameliussage 5888 f., V die auf 
Karls kämpfe mit dem „herren von Antolyen" 12305 f., oadlicb VI 



587 

ili" merkwürdige beüiehnng au!' di« ge^äiitiii-lile vom tode der ilrcil 
mtrm Hpfmonssülme in der bülile za Nf^prl I&37ä f. Alle bin 
auf Aiv Iftxt« bisher onbeachtet imd fitst nul)eachtbar. 

Wie in vielen niederUnaiacheu gedlchten findet »iob ancli Im 
B«tnnll, &oi dem mnl. R«nout lierUbergenommcn, eine gruBe itnzniil 
voa HprÜchwÖMflrn. die nicht ohne interesae aliid. Vgl. 685.6, MmA. 
4060, 4£02.3, i240 bis 43, 4301.2, 4383, äl77, 510U, 5038 bl-t 4Ü, 
7806.6, 9313, 12832.3. 

KnllttrldslorfHch wichtig sind ferner die beiden ansflihrlicti er- 

hlten gertclilskAmpfe 9620 f. , 14791 f. nnd dio königskrönnng 
Aach ein, eo viel ich weiß, bisher nicht beachtet«» rtchts- 

kbol 14383 dürft« der erwAhnung wert gdn. Die annterknngeu 

tbalten die nütigalen nachweise. 
Die vorliegende achrlft kann die an ihrer entstehnng nnt«r 
dem drucke großer JtnBerer ecbwierigkeiteii, ilte mir nnr geetttlti^tea 
stoSwein^. nnd selten mehrere stnndcn Dach einander nnimtcrhrorhcit 
>■ Rein»U zn arbeiten . nlclit verleugnen. Aach mit dein nurh 
■oatrhnden ab»iclmitt der nntersnclinngen ist sie lUdceohaft ; sie 
wtre C8 aber in weit grHäerm maße, hStte tch nicht die ausgiebigste 
■BtentQtznng von selten vieler geJehrter münner nnd anstallen gis 
ftanden, Vor allen mnti ich nennen die herm dr. .1. V.. Uattlio« in 
Ain<ti<rdBm, dr. Matthias de Vries iti Leiden, dif hcrm dr. Leonard 
Kortli und dr. Adolf Keyaer in Köln , welche mir kCloischo ttber- 
Beferangrn. dr. Wilhelm Schulze nnd dr. Andrea« Woidner in Dori- 
mnnd. wt'Icl«^ mir Dortmunder übe rliefc mögen xnr .Hcinoltaage i 
grlogllch nnd ansnutzbar machten, die herrn dr. .Tühannes Hülier | 
md dr. W. Enuan jn llerün, welchen ich nachricblen dber dis 
B«nonthand8chrift, herm onlversltnublhllothek&r Ferdinand Van- 
derhaeghen in (ienl. wflcJK^ui ich aoldie Dbfr dmckn de« nii^erlUn- 
dtochen nnd fruizfiMitichcn volkshncha verdanke. Zu hrKundercra 
danke verpflichtete mich herr dr. W. N. l>a Bien, univenütflt«- 
Mbbothekar in Leiden. Mein freund dr. Unstav Kanten in ttcnf 
hax mir viele notizen aus London nud Paris mitgebracht , deren 
wert frvilich ervt aus di-iu u<i<:h In an^^ldit geAloillen abadmltle der 
antftrwchungen erbellen wird. Die DnivenitAtfibibhotliek In Heldet* 
bent> die kOnlKlIcbrn blbliothcken in Iterlin und Dresden, die lier- 
MfUdie blblioUiek in Wolfanbütl«! machten mir ihre sebnize koat- 



580 

später vom volksbnch wieder aufgegeben seL Anf 65rres eipe 
frühere andeutangen wird es zorückzoführen sein, wenn Grimm 
hier bemerkt, das volksbnch hänge mit dem altdeutschen gedi€kte 
zusammen. Schon damals wünschte Grimm, dass ein abdmck dm 
Volksbuchs nach einer altem rezension veranstaltet werden soDe. 
Auch 1811 sagt er von diesem' ,,Es ist nicht aus der franzSsisehn 
prosa übersetzt, sondern hängt vermuth^ch mit dem alten lied nä 
Reinolt genau zusammen^. Auch die bekanntschaft mit den im- 
derländischen Heemskinderen, welche ihm H. W. Tydeman in ¥n^ 
eker in einem drucke von Eoene zu Amsterdam verschafft hatte, 
konnte ihn nicht von der vorgefassten meinung abbringen, ja er 
drehte das verhältniss der deutschen und niederländischen prosen 
zu einander um, wie wir oben bei der betrachtung von h beniti 
sahn'. Ob Jacob Grimm bei dieser ansieht blieb, habe ich nicht 
in erfahrung bringen können. Zunächst nahm P seine aui^erksam- 
keit mehr in anspruch, so dass das volksbnch zurücktreten musste. 
Später schwand auch sein Interesse an dem gedichte, da wichtigen 
und größere dinge ihn bewegten. 

Das bis hierher mitgeteilte hat den reiz aus jener zeit der 
unklaren anfinge unsrer Wissenschaft, aus einer zeit, da es nock 
keine verbreiteten lehrbücher der deutschen litteratur und keitt 
durch solche fixierte tradition gab , zu stammen. Was nützte ei, 
wenn icli nun alle in den spätem lehrbüchem aufgestellte ansicbtea 
zusammentrüge ! Ich will mich auf einige der wichtigem beschiSa- 
ken und hoffe zu zeigen, dass meine oben geführte untersachno; 
über das volksbnch nicht ganz unnötig ist. 

Merkwürdigerweise gilt der tadel, den der letzte. satz entMtt» 
am wenigsten von dem gelehrten, mit welchem ich beginne joi 
welcher genau genommen oben neben Jacob Grimm hätte genaoit 
werden müssen. Doch mit ihm treten wir aus der morgensonnigei 
beide, auf der die romantiker im fröhlichen wandern ihre blamei 
gepflückt, in den schatten der lehrbücherzeit. Schon im jähre 1813' 
erschien der Litterarische grnndriss zur geschichte der deutschei 

poesie von F. H. von der Hagen und J. G. Büsching. Der i^ 

« 

1 Ober Karl und Elegast im Museam für altd. lit. o. konBi ^ 
Berlin 1811. 8^ 227. Vgl. auch Kl. Schriften. 6. Berlin 1882. 8». 35. 
2 Vgl. Briefe von Jacob Grimm an Hendrik Willem Tydeman. Hen»* 
geg. von lieitierücbeid. lleilbronn 1883. 8*^. 4. 5. 3 Berlin. 8*. 



tinltt', welcher über nnser voItBhuch Landelt, stammt alclier von 
im nrfttAm, denn geraile von der Hagen liatte ecboa vorher »in 
liebliche« tnureese an der geacblchte der Heiinonskinder t>cxvie»tn 
id war in dieser litteratnr bewandert. Ihm lag eiu Numbergt-r 
rock, In hogtih in 8*. vor, welcher aaf dem titel die bemerknnp: 
BfT ,Eheldesel^n anch zn Knln gedruckt." Dikss das volkabnch mit 
im gedichtc stimme, bemerkt anch von der Hagen; aber ihm tnt- 
sbt auch nicht die unmittelbare Verwandtschaft des erstem mit 
SB niederlflndischen volksbach. In der ausgäbe der niederlllu- 
aeben pro«ia, die er vor eich hatte, fehlten freilich die kapiiel 
I hlB 17, Eiberhatipt war sie laut der vorrede gekürzt'. Abor 
mt volkaha<-h stamme aacli nicht ans dtr Sinimerischen prosa 
a 1635 und sei ebensowenig von der n-anzSslschen nTschrift aus- 
tcang^en, sondem wahracheinlich von einer ältflm niederlJtndischen 



DaB alao war die ricJitlge erkenntniss, welche einem philulogen 
rit^thn moMt« nnd welche anch wir mit einiger moditikation als 
k>ig annehmbar bezeichnen milHsen. Damit hatte die eache ab- 
kttun Hin kfinnen; aber so weit sind wir noch nicht. Denn drr 
M apät«re Grüße im Lehrbnch einer allgemeinen liierfirgeschicht« 
l, 8, I * s. 328 stellt den Simmerischen drnck mit a f nnd andern 
■gaben ohne nnlencheidnng xnsnmmen und sagt, das dentsch^ 
■Iksbnch aet .seiner er«t«u reilaction nuch nun dem franzCitischeu 
asackt , aber in den sputen) bearbi>itting«n ein kind des niuder- 
todlwlten VAtksbnchs *, welches vermathlich 1474 durch Johanne« 
^Bmelknt o<ler Johann vonSoiKt in das hochdeutsche fibertragen 
nrde.' Hitr ist all<-t durch einander geworfen. Weomtiich ist 
■r die bemerkoug, daits die Bpittem anagaben deo deutschen Volks* 
■du auji dem nIederlAndi»chen stammen. 

Zlniiow in »einem inhaltreicbtm anfiwtxe .Die Mig« von den 
b^monskindem' Im siebton bände vcn v. d. Hagens Gt^rmania* 
btb) die Simmerische ausgäbe und i vor sich. Er »chcidet anch 
ta Dmtscben genau zwischen epo«, prosaroman (Sbnmem} nnd 
filkabuch (Kfiln) , weist da« ana^Inamlerlaofen der vontchlodnim 

1 S 174. t VrI. den Antweriwner drnck, oben «. SOe. !t Uii 
^ wndcrtitel 'Die großen nagenkrdie dci mittalaitim<. Dreadm 
N Uptrig 1^2. S'. 4 Mit Verweisung auf den Littcrar. grundri«. 
Awlni I84tf. a 



582 

französischen, niederländischen und deutschen fassmigen der sage 
nach und gruppiert jene in einer weise , die ans wenig zu thnn 
übrig lässt. Von a weiß er freilich nur eine entfernte naehridit 
aus einem buche von 1682 zu geben \ Den prosaroman f&hrt er 
richtig auf seine französische quelle zurück und bemerkt, dass da- 
gegen das Volksbuch mit dem verlaufe der geschichte in P fibe^ 
einstimme. Offenbar gegen die oben ans der Bibliothek der ronuie 
angezogne stelle wendet er sich, wenn er die annähme znrfickwdst, 
das Volksbuch sei „nur eine mit willkürlichen zuBätzen vermehrte 
oder durch auslassungen veränderte überarbeitong*^ des pron- 
romans '. Aber er gebraucht ein schlechtes mittel seine behauptang 
zu stützen, da er bemerkt, die darstellung der geschichte im Volks- 
buch sei ja schon vor 1535 in Deutschland bekannt gewesen, wie 
die weit ältere Heidelberger handschrift beweise. Auf die geschidite 
des deutschen Volksbuchs geht übrigens Zinnow nicht näher ein, er 
äußert nur die im allgemeinen ganz richtige ansieht, aus dem Se- 
nout sei P und mittelbar oder unmittelbar das deutsche volksbod 
entstanden '. 

Ettmüller, im Handbuch der deutschen literaturgeschichte *, 
scheidet ganz richtig die beiden redaktionen, nennt aber das wai 
gedieht mit übergehung von h die quelle von a. 

Wunderlich und auf einem missverständnisse beruhend ist es 
nun, wenn Goedeke, der Zinnow als seinen gewHhrsmann zitiert, 
in „Deutsche dichtung im mittelalter" * noch im zweifei ist, 
ob das Volksbuch (er nennt a) aus P oder aus dessen quelle ge- 
nommen sei. In seinem „Grundrisz*^ ^ führt er den roman und die 
Volksbücher neben einander auf und sagt nur kurz , dass sie aas 
französischer quelle stammen. 

Matthes folgt in seiner ausgäbe des niederländischen voU»- 
buchs ' unmittelbar Görres angäbe in den Volksbüchern. 

In Kobersteins „Grundriss'' ' ist die sache im allgemeinen richtig 

* 

1 S. 13. 1827 schreibt A. L. Folien an Görres »Hat man die aaf 
dem titel erwähnte alte Kölner ausgäbe noch nirgends entdeckt ?< Vgl 
Görres briefe 8, 300. 2 S. 21. Auch Görres ansieht wird hier abgelehnt 
3 S. 55. 4 Leipzig 1847. S'\ 320. 5 Hanover 1854. 8". 7ü7. 

6 Bd. 1. Banover 1859. 8^. 121. 7 Heemskinderen , Groningen 

1872. 8». XXI. 8 Bd. 1. Leipzig 1880. 8«. 399. Mit Verweisung 

auf V. d. Uagens Grundriss. Ähnlich Wackemagel, Gesch. der deut- 
schen litteratur, Basel 1872. 8^ 469. 



58S 

t«Ut, nur die qndlc von a nicht tiiit bestinimtii^jt genaDnt, 
In G&tdn^en «Keallexikon dvr doutschen altertUnier" ■ ist 
nhin geea^ das gangbar« deutsche volkebuuli Bei aas dem nie- 
üidlscheD bearbeitet. 

D4a werk endlich, von welchem maD am ersUa eine präzise 
dlntig der angelegenh^it erwtirktii eollte, liulicrtngs .Geschii^tc 
* läBBt an nnsiclierheit alle angeführte znritck. Einmal 
hier znnilcbst proearoman und an^gabon dm volkabachs 
I oraichtlichen fp'ond neben einander anfgefUhrt und dann an 
r fll«ll8 wieder getrennt. Iteeonders cUarakterisch ffir den 
B8 Werks ist aber, dasa in einer nnd derselben anmerknng 
P Mgende samminng von ansichien vorgetragen wird: das dentache 
Tolksbnch von li<M stammt entweder ans P oder h (Gent 16i{t|, 
JscitU (•rimm , welcher im Mnsemn für altd. literatur 2 , 227 das 
dtotscku volkahnch .richtig- aaf P zurückführt, .hat wahrschein- 
Bdi xwi»cJii-D ersUirom nnd dem alten rouian (Simmem 1635) nicht 
BtcTschieden*. Dass Urimma alte ansieht nickt , richtig* i»t, 
w1b«ii wir nnd ebenao, das* er selir wohl swiBchen pmaaroman 
ati voUubncb gest-hie^leu bat. Wie kann man übrigen» eine an- 
ilelii -richtig-' nennen, wenn mon niimitii'lbar vorher die wähl 
twbclirn zweien jllsslM 



V. SrbluM. 

Kker als tch gewünscht ata»» Irli meine untergncbungen ab- 
brNiioo. leb hab« In der abaiclit gearbeitet die furschnng nach 
Aar ge«ichiclite der Kein olt Überlieferungen nach mi)glichkelt zum ab- 
■eUiM in dringen, nnd ich wollte meinen stuff nicht versprcingcn 
Mmdem hier In den beigaben zu der ersten ausgäbe des Iloidel- 
b*rK«r Kelnolt vereinen , um das unbequeme nadixclJagen an ver- 
«Me<ln<f) urMn narh krafteu an sp&ren. 8u war uamentHcJi ein 
»beeliniit ,znr ItvinoliKuge- vurgeaehii, in wvklieni Ich <Ue gesammte 



1 Uiputf tajl. H: U7a. -i Bd. I. 1. brMlan 1876. 8*. 81. M. 
3 Sthtxer findet, tjimlleii und fornehiingen "J". lO. mit recht Itober- 
t»gi Biuiuir nicht >ftMchmBekvDM<. in welehem Ret null 'da* er«t<> »pr«r 
Ak lociaUlemoknliei wird. Wie Bing Hobertag ferner ein (priKh- 
gtmt'tk «ie iReinold ron Montanban* und -Reinhold von MontalKtn« 
farbnngea 1 



584 

Überlieferung in allen litteratnren überschaue und Beinolts heOigen- 
gcsciiichte eingehend prüfe. Ich habe keine mühe gescheat alle 
erreichbaren nachrichten zasammenzatragen. * Und mühevoll mi 
(las bei der großen entfemnng meines oberrheinischen anfenthalti- 
orts von den statten, zwischen welchen sich Beinolts heiligenlebeii 
abspielt, wirklich. Die französischen nnd niederländischeiL deiik- 
mäler nnd Überlieferungen zur Reinoltsage sind ziemlich vollstftndii; 
gesammelt, den deutschen ist aber noch nicht die gleiche ehre 
widerfahren. Und doch sind sie nicht ganz unwichtig. In KSbi 
finden sich noch mehrere hierher gehörige bildliche danteliungu, 
selbst ein Straßenname hält noch die erinnerung an das edle hh 
Beyart wach. Reinoltskapelle und -kloster sind freilich längst ver- 
schwunden. Dafür ragt aber noch in Dortmund die stattliche Bei- 
noltskirche, und mehrere kapeilen in Westfalen sind Reinolt ge- 
weiht. In Dortmund gilt eine holzstatue für Reinolts bild, ein rie- 
siges hufeisen für das Beyarts. Älterer Überlieferungen und denk- 
mäler (z. b. Dortmunder münzen mit Reinolts bild) ganz zu ge- 
schweigen. Neben diesem historischen sollten auch die neuem 
bearbeitungen der sage besprochen werden. Ein ausführliches ver- 
zeichniss der personen- und Ortsnamen unsres gedichts und ein re- 
gister der seitnern und wichtigem werte, über die hin und wieder 
in den anmerkungen gehandelt ist, sollte der bequemlichkeit des 
lesers dienen. Aber meine vielleicht an sich nicht unlöbliche ab- 
sieht entsprach nicht ganz der gepflogenheit des Litterarischen Ver- 
eins. Ich war also (für mich fast schon zu spät) genötigt zu kür- 
zen und zu beschneiden. Glücklicher weise verstattete mir der hen 
Präsident die abschnitte I bis IV meiner Untersuchungen voUständig 
zu geben, und somit hoife ich den philologischen teil der abhand- 
lung über die deutschen texte der Heimonskindergeschichte und ihre 
Sippe im allgemeinen hier schon abgethan zu haben. Nicht nur 
behauptungen , auch beweisstücke sind vorgeführt, wie ich es ffir 
einzig dienlich halte. 

Das notwendige weglassen ganzer abschnitte * meiner beigaben 
hat ebenso notwendig einige übelstände im gefolge, welchen ich 



1 Ich bedaure besonders das wegbleiben des namens Verzeichnisses 
mit seinen nachweisen, da ein namenbuch zur Earlssage noch mangelt 
und somit jedes einzelregister unbedingt wertvoll ist. 



letder nicht m^lir ablidfeD kanu. Eine anzali] von verweitinng^en iu 
den antersncliiuigreD iet gegenslaiidelos gewordun. [n den Hnmnr- 
knogeii sind die wichtigen personen- und Ortsnamen fast gar nirht 
in betracht gezogen. Belegstellen für widitigere worte habo icli 
freilich noch eingeflickt. Vur allem aber fehlt es gänzlich an einer 
abhandlang über die französische qaelle des Kenoat and die immer- 
bin mcrknürdigc veräslelnng der franzüsiachen überlieromng '. Alles 
du nnd manches andre, das ich hier Qliergehen mnss, hnlTe ich in 
der kürze ans (Uhrlicher an anderm uii« Torlegeo zn kQnncD. 

Hau gedidit, welche durch diese ausgäbe allgemein zng{Lnglich 
gssiacht wird, ist gewiss an sich ein elendes machwerk; man ktinnte 
fri^reD, ob es die ehre umständlicher aat%rsnchnng, die ich ihm an- 
fetliiui, verdiene. Nnn wohl, die Heidelberger ilberBetziug an sich 
wir« ganz unwichtig, besäßen wir den vollständigen Renont. Sie 
bat keinerlei rolle in der litteratur gespielt. Sie ist nar einer jener 
mchzOgelnden nngliickliclien versuche eine Iwreits nntergegangne 
kmtgattnng wieder anfznfrischen. Sie ist mit Malcgys nnd Ugior 
mA Johannes von Soest Kindern von Limburg in ihrer zoit eine 
bift«ndltche, unpassende, bedeutungslose erscheinnng. Doch mulno 
wUvmicbnngeD gelten diesem schlechten gedieht« nicht allein : der 
idtRckUch verstflmmelt^ Rennnt und die jirosaromane, die rechl- 
BAUgen kfnder ihrer zeit, sind der unt«rsurJiu»g wohl wert. Der 
Xwelftlh&ft« heilige Reinolt freilich, den Holland nnr mit bedenken 
wrbcingt, von dem Habillon gar nichts wissen will, verdiente wohl 
kaam mehr al« seinen langen sclilaf forLznschlafen nnd selbst, wie 
Min« gebeine, ans angen und wissen der mensclihelt zu verschwin- 
deo. Doch da die fnrschnng in der gesclüchte des beiden Beiuolt, 
iet Ileimonssobns , noch ganz im unaichem nmhertap|it, lAast sich 
rleUeidU von der ziemlich gnt ausHehOlbaren belligeogescikichte aus 
•Cwas licht in die Rrlnoltsage bringen, und somit maiw anch der 
moder der lebende n-icder aufgerührt werden. Die Keinolteage abc 
verdient die beleochtnng- sicherlich. Sind anch die ewigen kämpf 
die wicderholuDgen ahnlicher Vorkommnisse In den mebten der € 
hnltenen bearbeil^ingen enuUdend genug, so entblüt doch anch die 
■ftgc des scbfinen nnd gnißcn gensc i nm auf Jedes empflLnglicba 



1 Waa obm t. 493 bis 97 darflber gwairt ist, kann kaum in hv 
tradit kMun«. 



586 

g:eniüt bedeutend zu wirken. GervinoB durch späte entstellimg» 
der sage tmd durch den eindruck der schlechten Heidelherger Über- 
setzung bestimmtes absprechendes nrteil kann wenig dagegen be- 
sagen. Dass die romantiker den Heiinonskindem eine so absende- 
liehe liebe zuwandten, die sogar so weit ging ihren gegnem damit 
ein Stichwort in den mund zu geben , dass Ludwig Tieck die ge- 
schichte in prosa bearbeitete, Friedrich Schlegel sie im gediehte 
behandelte, ist nicht ohne bedeutung. Die reine durch keinen ver- 
derblichen einfluss verkehrte Jugend erfreut sich noch heute gen 
an den in hass und liebe gleich großen gestalten der Beinoltnp. 
Auch dem jungen Goethe galten diese „schätzbaren Überreste der 
mittelzeit** etwas, Jung-Stillings einsame Jugend war durch die 
schatten dieses fabelkreises belebt. Was Tieck, was Jacob Grimm, 
Uhland und Goedeke zum preise dieser geschichte sagen, kann nicht 
ganz unwahr sein. 

Man fand übrigens auch schon den ausgang der geschichte breit 
und frönimelnd und mühte sich dem tapfem Beinolt ein andres ende 
zu ersinnen. Ich meinesteils kann aber die erzählung, wie sie P 
bietet, nicht tadeln. Ein so ungewöhnlicher mensch wie Reinolt 
muss auch auf ungewöhnliche weise untergehn! In die mönchskutte 
zu schlüpfen braucht er freilich nicht. Aber sein aufgeben des 
erdenruhms in der blütezeit, sein demütiges hinabsteigen in die 
ruhmlosesten verhitltnisse, sein tod durch die bände niedriger stein- 
haner sind, wie ich meine, nur andre formen des beweises seiner 
wahren heldenhaftigkeit. Welchen ausgang die sage in ihrer ur- 
sprünglichen gestalt auch immer gehabt haben mag, ich kann die 
Verbindung des kriegerischen beiden Reinolt mit dem friedlichen 
werkmann St. Peters, so wie sie unser gedieht schildert, nicht ta- 
delns- oder beklagenswert finden. 

Das deutsche gedieht enthält ferner so manchen zug, der es 
lesens- und beachtenswert raaclit. Da sind vor allem die verschied- 
uen anspielungen auf andre sagen verwandter kreise zu nennen : 
I die anspielung auf Johann von Latine (Jehan de Lanson) in den 
vei-seu 2739 f., II die doppelte erwähnung des riesen Ferragut, Fa- 
ragut und seines sieglosen kanipfs mit Rolant 3669 f. und 10339 1, 
III die anfiihrung von Karls abenteuer mit Elegast 4252 f., IV die 
anspielung auf die Amicus- und Ameliussage 5888 f., V die auf 
Karls kämpfe mit dem „herren von Antolyen" 12305 f., endlich VI 



i 



587 

dir miTk würdige beKJehnng nn( dl« gesdikhte vom imlc Avr ilrH 
Utrrn HeimoiiiBöhne in der tiötile zu Nuiiprl 16376 f. Alle bis 
Uf die lotxt« bisher oiibeauhtcl imii fnst nnlxtnchtbar. 

VVlt? in vi<^len nlederlän^i sehen gedicht«n findet sich aacb Im 
B«ttioIt. AM dem mnl. Renont hertibergonommon, eine große &DKahl 
von siirUchwÖiKTU, die nicht oline iDt«reiiHe sind. Vgl f>8&.8, 109:14, 
40e(l, 4-J02.S, 4240 bis 43, 43Ü1.2, 4383, 5177, 511», 5838 biH 40, 
76il&.tt, 9913, 1283:2.3. 

KnlUrhislorisch wichtig sind ferner die beiden ansflihrlidi er- 
zählten girrichtsliSmpfe 9520 f, 14791 f. nnd die kDnigi'krOnnnK 
1163 f. Anr^ ein, so viel ich wcili, bisher nicht beachtetes rcchtA- 
i^nub»! 1438*J dürfte der erwfthnnng wen sdn. Die aiunerliongen 
enthalten die nötigEtcn nachneiso. 

Die vorliegende nclirift liann die art ihrer entalelmnff unter 
den drucke grober Itnßerer ocbwierigVeiten, <lii> mir nur gextAtirtMi 
iteflwriiw, nnd selten mehrere stnndeii nai^li einander annnt«rbrflclien 
■■ Reinolt za arbeilen , nliJit verlengnen. Awh mit dem ni>r.h 
avMtphnden abschnitt der nntersnctinngen ist sie Iflckenliaft ; sie 
wire « aber in weit grOÜenn maße, tiatte ich nicht die ansgiebigsie 
■nientatznng von 8eii«ii vieler gelehrt«r m&nner nnd anstalt«n giv 
fdnden. Vor allen matt ich nennen die herm dr J. C. Uatüiis In 
Ain*t4>rdnm. dr. Matthias de V'rios in I>eiden, die hurm dr. Leonard 
Kortli nnd dr. Adolf Keywr in Köln, weldie mir kölnische ftber- 
linfening'^n, dr. Wilhelm Schnhe nnd dr. .Andreas Wddner in Dort- 
nrand, welrlie mir. Dortmunder ülierliofeningen zur JMnoltaage zn- 
gSn^iich and nnsnnizbar maeliten, die berm dr. Johannes MUlLer 
md dr. W. Knnau in llerÜn. weklien irh nacbricht«n Qlier die 
Bcnoathandachrlft , tierm nnivenltStAhlbUotlutkar Ferdinand Van- 
derhaeglien in (icnt., wrichem ich solche Ober dmcice de« niederi&n- 
dltcben nnd tnaxütitchi'n volkshm-bs verdanke. Zu iitoionderem 
danke vertiflichI«to mich herr dr. W. N. Dn Kien , nniv ersitzt«' 
bibliothekar in Leiden. Mein freund dr. üuntav Karsten in (iMif 
hat mir tHcle Dotizen ans London nnd Paris mitgebracht , deren 
wert freilich erst aus dem imdi In aiusirJit Kcstellti^ii abscluillte der 
Ulenochongen erhellen wird. Die nniveraiUttMblbUotJiek in Holdel- 
henr, die kflniglirJien bibliotheken in Berlin nnd Dnadt^n, die her- 
MCUcbe biblittthek in WolfenbQttel macht«n mir ihrr w'hnue kuat« 



588 

barer handschriften und drnckwerke in der rühmens- und dankens- 
wertesten weise zugänglich. 

Allen genannten und ungenannten unterstützem meiner arbeit 
sage ich meinen herzlichsten dank. 

Schon seit längerer zeit waren ausgaben der Heimonskinder, 
des Malegys und Ogier auf den umschlagen der Publikationen des 
Litterarischen Vereins unter Karl Bartschs namen angemeldet. 
Bartsch hat indessen, da ihn andre wichtigere arbeiten einstweüen 
noch zu sehr in anspruch nahmen, unter Zustimmung Adelberts von 
Keller, dessen tod wir betrauern, diese drei ausgaben mir übertra- 
gen und mir wie immer auch hier wieder die freundlichste beihfilfe 
zu teil werden lassen. Möge man den tausch nicht sülzusehr zu 
beklagen haben! 

Ich freue mich, dass das deutsche gedieht von den Heimons- 
kindeni, welches durch die rolle, die es in der geschichte der Hei- 
delberger romantik gespielt, für Heidelberg nicht ohne bedeutong 
ist, in dem jähre, da die Buprecht-Karls-universität ihr fSnfhuadert- 
jähriges bestehn feiert, zu tage kommt. 

Freibarg im Breisgau, 1885. 

Dr. Fridrieh Pfaff. 



AMälERKrNGEN. 



i ein lotl si«lit wolü fOr nrapriingliches en Iotc. Ähnliche wen- 
nngen, t. h. mit luve dienen uft nnr zar ansniilnng des reiniB, sind 
ibei Tut nntlbersetxiiar. Einen andern reim »af tior nnd dessen 
nkliert« fonnen gab es nicht. Vgl. Lexer I, IHM'. 22 Ich 

M blyont wie 562 blyant. Vgl. Lexerl, SOfi bliand in der Krone. 
Hfl form mit n erklärt sich ans einem alUiii Icsefehler. Uni. bli- 
■de , Ondemans 1, 724. 46 mit eren «t«ht hier fiberflUssig. 

L 7S Vgl. H 274 ind h&int venlagen Hisp&nlen ind AUixlaiit, 
6 Tiid haben beynahe ersdilagen gantz tlispanliMi vnil Allxlandt, 
Un fehlt h 2. Allixlant = alle yßlant P. Dagegen stimmt 73 , 
«■KT sn h 2 en hebben menig beiden verslagen. 80 Von den 
rttni ist weder in H noch in n die rede ; dagegen sagt b '2 dat glj i 
«dlrden niet so veel en gaeft, datoe |3) een paer Sporen mochten 
oopen. 112 NatSrlich i»t zn lesen .die von Lcuwen*: vgl. h4 
teer qnamen van Lanwui koning CantI vcol ta hnipe, a 8 Üannitch 
ckam er holff von Kiemen, Lawen, und von Uaylaadt. llß Iloene. 
■t Tlelieicht koene za lesen ? Die andern Uxle tehrrji niufau. ' 
81. 32 geint: wijt int kein reim. Di-r unprSnglictie reim lau- 
eto geloit: alt.. Vgl. h 4 slj reden . . . ter poorten ,nit*, mel 1 
TDOt gcblam ... dat hcl schtten of het gcdondorl bad vnn hol 
pgeliit*. 136 Vgl. h f) en vocht«n s<> lang dat haer swperden en 
inrereD braken, §odat «ij iien wuerdeu melten appel van den ivieerde, 

1 Die hier niciit angcioinini wnrtxrbOcber ainii- hexei. Mhil. band* J 
■Ortarboch. 1 bU '4. Nochlrilffu. I^rptig I8T2 üU TS. »*. Omlemi 
lydrag« tot een middal- cn oud-nerlert. »-ourdunlMtck 1 bis 7. Ambeni 
.M9 U* 80. & SthilleT und LObben, Und. wOrttvliacb. 1 bU U. Uie- 

iw lan b« 81. ti*. 



590 

a 9 daß die Speer sampt jhren wehm meist all zersprangen waroL 
Höchst wahrscheinlich gebührt dem ^ Speer* von a der vorzog auch 
vor „slege*^ P. Die Speere waren zerbrochen, also stachen sie nim 
in deren erraanglung mit den Schwertern. Indessen lässt sich die 
stelle nach P auch verstehn: sie kamen sich im kämpfe so gedringt 
nahe, dass sie nicht mehr zum hiebe ausholen konnten nnd sidi 
anfs stechen beschränken mussten. 145 .xx**. oder mere, TgL 
h 5 doisent man ofte meer, a 9 vber 1000. Man. Simrock 6 liest 
„an zweitausend Mann^. Er kann sein zwei- doch wohl nur tu 
P hergenommen haben. 147 vierhundert, h 5 dertig of vier en 
dertig. Der nl. druck von 1795 liest s. 5 a „30 of 31 rnamS 
ebenso a 9 „yngefehr 30. oder 31. Mann.^ Durch die Übereinstim- 
mung mit a ist festgestellt, dass Matthes hier eine falsche lesart 
aufgenommen hat. 158 Bei Simrock 7 ist „dick* im nhd. sinne 
missverstanden : mit dicken starken Mauern. 170 Natürlich ist 
„reite^ anzusetzen. 125 a 10 „in den Waiden'' schließt ge- 
nauer an als h 6 in het dichtste der woestijnen. 182 wrene, 
ranl. wreen, wrene = streitross, hengst, Oud. 7, 979.80, ist du 
afriink. lat. waranio , warannio ; ital. guaragno ; ahd. wrenn«, 
ranno, reino ; mhd. reine , rein swm. , ursprünglich ein adj. wie 
ags. vräne = geil. Das subst. bedeutet „hengst*. Dazu wieder g^ 
hört das adj. and. wrenisc, mnd. wrensch, ahd. reinisc, mhd. rei- 
nisch = brünstig, wiehernd, das swv. mnd. wrenschen, wrinscheo, 
frenschen 13233 (ostfries. wrensken, wrinsken, schwed. vrenska, 
dän. vrinske) = wiehern, das stf. mhd. reinischheit. Ob das wort 
zu skr. vri gehört muss der bedeutung wegen dahingestellt bleiben. 
Vgl. Graff 1, 978, Lexer 2, 389. 392, SchL. 5, 780 a. Ten Doorn- 
kaat-Koolman 3, 575 a. Hier in P ist wrene natürlich nur Iremd- 
wort. Die lautgesetzliche entwicklung des wr- in spät aufgenom- 
menen Wörtern zu fr- zeigt sich wie an Frizhart auch an diesem 
Worte: vgl. vrene, frene, fren 1729. 3049. 5181. 5295 u. ö. fren- 
schen 13233. In der gegend des jetzt Löwensteinschen gutes 
Langenzell bei Meckesheim wissen die landleute viel vom fursten 
„Freden" (= Wrede) zu erziihlen. Vgl. auch Frack. Als curiosam 
teile ich noch mit, dass Görres in Friedrich Schlegels Deutschem 
mnseum 4, 316 frene erklärt: „Koss von frenum, wie degen fSr 
ritt^r". socht zu mnl. zoeken Oud. 6, 407.8, mhd. suochen = femd- 
licl» suchen, mit gewalt angreifen. Vgl. 1991 mangen man sie da 



pdttcn. lllti UaUfiyli, lii^r uur dem nanien nadi erwülmt, 

Ihranil die volksbQcher schon tiumo zattlierkauMt meliltm. Ü^ f. ' 
Sl. J, Orinua, deutaclie recbtsaltert. ö«tt, 18M. 8. fi74.-0M. Vgl. i 
itcn 203. Von dem sechzigfachen oafwligen des getAUjteu saut 
rlmni nicUu. Vgl. nnt*n 3591 f. 23t Ob Er bis Nartwiie ' 

nen vollstüiidii^eii v^n bildet luid oh der dazn gehörige reloive» 
«gefsUeji ist, scheint z\veÜ'eUiafL Man kSnnt« fibrigens efoen 
leben ven leicbt erschlieiäen , ntwa .der stolz vraii und k»n"'. 
l3, 34 Von dera grafen ü.vllyn und dem Lerren von Orynpin 
isiMin die andern texte oiclite. üryiijii:) ist offenbar nur verläMii 
r Oi7ngen nnd in Gylljii ist Unillauine zu erblicken. Eh liegt 
■o liier eine wiederbolang des Damens Wilbelm von Oryngen vor, 
a ftnf einen alten feliler des K«uoDt zurückznfUlureji ist. Vgl. 370 
> naeh maflgalie df-r Volksbücher in Uyllin wirklich WilhuLm von 
ringen za sehn ist. Klne älmüche wimlerholnng vgl. 295 nnd 2^7. 
■2 Neben Ualcgyä nennen die voUisbilcher auch einen Adeluert, 
■tt«r Ilcynies, als boten an Karl. 28Ö Der reim auf Ayen fehlt, 
tner vers nfag wohl zu lauten haben .und tan nch Ayen die 
■pfranwen*. 287.88 reimen herre: herren. Ks liegt nahe in 
BfjiuniM-tzeß ,got nnuuer mere-". '^89 Hier mnss ctwnt felilrn, 
n llsit sich keine vennulung gni an- Die fusKUng diMe« v«tToa 
t M kahl nnd angeschickt, Amk man ilin wolil nnr als einen ans- 
\g des Sinnes der orsprüng liehen vrr»e 289 nnd 289 a ansefan 
trf. 29ö Hier fehlt .mit anfwflgea wollte". Vgl. 220. VgL 

HB. in 233.34. 3% roden? UoU. roeden = meaaen kann wut 
um in betracfat kommen. Der vers Ul mangeUuill. Rs fefalt 
belnla geben. Dann würe za lesen Tgoldc Inf nnd 2i}7 ,iib<;r 
UM »efen tot*. 323 Es acheint, als ob diniwr wn uiu zwdu» 
nuimengcxi^n Sri Vielleicht st)H:k«i in aagon nnd intlicgcn 
« nimwortc 324 zale, mnl. talc ~ rede, im hochdentächen in i 
lawr beduatung nidit belegt, hier haaflg. 333 die und Hnymni 
tue VgL b 10 en de Orave befrlfto elk na sljnder wecrden on 
inUeoata. 336.37 Wenn In diT iil. prusa (h 10) Ayni\jn »ein 
fcwBK zieht nnd znm scliware die lliiK^r tmt dA* kreoz des schwer- ' 
• test, wenn ancli In H 275 und a IR HeyuiK hei ceioem »chworu i 
ihwOrl, K> hit also in P liier eine fehlcrhnn« m^-llc. 1Tnan[{iräng- 
dt In li ist ab<-r, w>-nn es hier weil<-T briüt .swl^^^)d« dnt l^j 
f»im Made al dv klndervn, die van ha«r iinamen", H und n stim- 



592 

men zu P, auch h fährt dann fast wörtlich gleich 340 fort ,en 
slaen alle Carels magen^. Aach 680.81 „da swnrent ir by eyden 
groß , gewünt ir kint ir singt sie dot' beweist gegen P H « ib 
nnsrer stelle nichts. 350 Nach diesem verse scheint nichts n 

fehlen. 351 Diese verweisnng anf die znkonft fehlt in da 

übrigen texten. 355 Die zahl fehlt in den übrigen teitea. 

360 da ir nyfftel waren. Nichts davon in den übrigen texten. Die 
Volksbücher allein lassen Aye den vorwand einer pügerfahrt nehmen 
363 Auch nach diesem verse scheint nichts zn fehlen. • 366 Ml 
68 Reime nicht mit Sicherheit herzustellen. 373 Man erwartet 
eine arkande darüber „wie und ans welchem stände' er geboren ist, 
was H h a auch melden. Offenbar ein mangelhafter vers. 381 
Von dem Eyne wissen die andern texte nichts. 400 H 276 und 
a 17 melden schon hier, dass Heyme die domkrone nnd die kreai- 
nägel des herm erfochten habe. Vgl. 457 bis 460. 404 wohl mir 
wiederholong von 401. 414 Die übrigen texte reden hier nur 

von 15 Jahren wie unten 417. Offenbar haben wir^ hier in P nor 
wieder eine sinnwidrige Wiederholung und entstellnng. 419 bis 
421 Äußerst ungeschickte darstellung. 420 ist flickvers. Die anf- 
Zählung der einzelnen könige fehlt sonst. 425 Es ist nicht an- 
zunehmen, dass vor oder nach diesem verse etwas fehle. 439 
voUenkone ist hier ohne sinn. Hier hat allein a 20 „ewer hoff ist 
noch nicht vollkommen^ das echte, h 13 u Hof en is nog niet 
volmaekt. P hat eine ungeschickte glättung des alten unreinen 
reims vorgenommen. Der reim ist übrigens nur in dem konsonan- 
ten unrein. Diese reimbindung neben kone : wilkome Rt 65, P 576 
ist ein gutes zeugniss für die im mnl. schon eintretende vokaldeh- 
nung vor einfachem nicht auslautendem consonanten. Vgl. nl. wel- 
koora. 443.44 Der ursprüngliche reim lautete mede: kerstinede. 
418 Vgl. h 13 vijftien jaeren en ses weken. Der Verfasser von 
b dachte an die 15 jähre Reinolts, vergaß aber, dass dieser der 
jüngste von vier brüdem ist. 455.56 Heyme: leyde? 459.60 
gewan : geslän ? 468 Vgl. h 14 gy weet toch, hoe dat met my 
staet. 473 zwo, h 14 twaalf, a 21 12. Vgl. 590 = Kt 80 wo 
P keine zahl hat, Rt dagegen . xij . 477.78 bilden wahrscheinlich 
ursprünglich einen vera. 485 bis 87 Die reime sind wieder nicht her- 
stellbar. 492 bis 517 in den Volksbüchern selir kurz wiedergegeben. 
507 hobant. Vgl. 544 wo das mnl. hobande Rt 21 zur seite 



«cht. Hfiffinann, Har. Belc ö, 105 erklärt das wort luil .lioofd- 
buul = vitu, Uenia-. cbonBo Mattlie«. Rt b. 8» r.a v. :!1. Der vei^ 
ibaser von P verauuid es offenbar gar nfdit, eousl würde er es nicht 
in dinier form heriibergeaoinuieu haben, h 14 hoethant, sc 21 hadt- 
tebnnr. Ebenso aa der 54ö entsprechenden stelle. Vgl. 818. Eine 
aadog« entwlckliuig nei^l lanA. libant aus lif- oder lid-bant, SchL 
ft, aOU a. 60» rusniile mnl, = pfcrd, Ond. 5, 898. Wnhl gleich roneyt 
M90, dorcU Volksetymologie am .ross* angelehnt. Übrigens scheint 
P da« wort falsch im sinne von mnd. roBsyt =: ei» kleiderstoff 
(8e)il. H. 5icih) versUiideu tu haben. 51Ü syndalet. Syndal ist 
di«* ii'l innn für mhil. sind&l = dfinner taffetit. &1& vorbricht, 
mnd vnrbrcclil, doch beJeotet ilan Iptstere soviel wie vorborch = 
nrburg. Hier ist ein synonymen von mfad. vürbäogc stn. , hoU. 
roorboeg = brnstriemen, gemeint. Vgl. vorbrechte 8798 and anm. 
älA rode = nite, zweig. Tiere, mnl. Her = baam, Ond. 7, 66, 
Diitn aui'.h boll. tier f. =^ waiihstoin, gedeihen, und tieren = ge- 
Uli)^, tiiirig=:U!i|ilg? n2ö. 37 Eine jener unBlnnlgeuwlederboIangen. 
fiSd li :>7(t, a 22 bieten dieselbe Kahl, wftbrend li 14 nar .tweo 
aa dertig vrome riddors* nennt. Die zahl der ritte.r steht in einem 
WBndt-rlichi-'n missvcrhnUniss zn der der knechte 520 (1800 tnlt 
H « gegen mXi P h-. « kann anf H zurilckgefllhrt werden, dann 
■fiMt«n also P nnd H aas derselben handschrlft Am Rt, oder doch 
Xinri mlir iiube verwandten geschupft haben, oder aber In dem nr- 
■prflRgliclirn texte Ar» lU befand »ifh liier ein alter fehler. Die 
xaU 30i.i>.) stimmt nidit xn 171, tklirint anch allznbueh. So wird 
■ wohl dabei sein bewenden haben inÜMen , dAwt b hier 4m rich- 
tig« oder wenigstem! das bejwero Qbt^rlicfert, b kann aelbatilndig 
4annt gekommen sein, da das missverhaltnlsH anffjülen DUlMleL 
&8S Das hier anecblieliende erete bruclistUck des Rt Botst niu •»■ 
l^oleh in die läge die textbehandlung ili» OberaetEers BS beor- 
HilfTi Vlitllviclit da«* «r ven 2 ilea Rt nlclil verstand, dorch wel- 
«Imb gerade die szcne an anschaullclikcit »o viel gewinnt. Wie ich 
glube, hat der übrrfutzer M-i» .hin tili xn M-hen* hinzognf&gt ohne 
aoch Kt 3 geleeen so haben. Kr übersetzt dann bUchst uubek&m- 
rnart Bt 3. 637 bis 40 — Ri fl bis 14, wieder stJirk gekaut 
•kne rOduiclit anf die fehlenden reime. Mt.42 Haa wln muh 
Üetcr flberliefemng geneigt die reime waren; partenAmi n a^ 
•dilliiAea, ducb xdgt Ut Irj bU 2U, da» der bearbdtor aeltr eis 



594 

kürzt hat. 563 Vgl. Et 47 die diere was ende goet. 573 

bis 75 = Kt 61 bis 64. Die reime sind ohne alle not zerstört 

576 kone. So hat anch die hs. des Et 65. Hofiämann setzt di- 
för „vrome^ ein. Dagegen hält Matthes mit redit an der tber- 
lieferung fest. Vgl. Taal- en letterbode 4, 265 f. VgL P 439. 

577 aus Bt 67.68 zusammengezogen. 579.80 = Rt 69.70 ende 
hi ne was niet in dien dat hi op hem wilde sien. 588 .zl. ta|^. 
Vgl. Rt 78 veertich daghe ende veertich nachte, h 15 veertig dageo, 
ebenso a 22. 589.90 fehlt in den prosatexten. 597 £8 ut 
immerhin bemerkenswert, dass „sonder lachter^ Rt 89 gegeniber 
„mit eren" P und „met eere* h 15 alleinsteht. 602 Zu diesem 
jämmerlichen flickvers wird der bearbeiter dadurch gezwungen, 
dass er Rt 93.94 in 601 zusammengefasst hat und ihm der rein 
auf „ere* mangelt. Vgl. 639, welcher vers im Rt nichts entspre- 
chendes hat. Ebenso 647. 606 wörtlich = Rt 100. 627 ur- 
sprünglich zwei verse = Rt 135.36. 631 Hiemach fehlt Rt 142 
die scone was ende ghetrouwe. 632 Ungern ist sinnlos: Rt 143 
gheme. 633 Gänzliches missverstehn von Rt 144 ,breken dese 
grote onminne* = h 16 dat sij de onminne breken woude*. 640 
Übermut, d. h. evelmoet Rt 153. 641 ,zu wort vervieng* soll 
bedeuten „reden konnte". 643 Rt 156 „dat man ic u in trouwe* 
scheint der Übersetzer nicht verstanden zu haben. 649 Rt 164 
und P haben allein die zahl 30 richtig bewahrt. Die Volksbücher 
lesen 20. P übertreibt aber mit „mee dann .xxx. jare**, denn Bt 
„lettel min dan dertich jaer" und „meer dann twintig** h 16 stehn 
sich nahe. 668.70 hüten ist missverstandnes mnl. houden, Bt 
193.95. 684.85 ein sprüchwort. Vgl. Wander, deutsches sprich- 
Wörterlexikon 1, 766.67. 702 Nach diesem verse ist die ganie 
drastische erzählung der ersten begegnung Heymes mit seinen kin- 
dem ausgefallen, welche h mit « allein überliefern. 703 ent- 
spricht h 19 seggende: siet op, Ritsaert, a 27 vnnd sprach: Sihe 
auff mein Sohn Ridsart. 704 „uwer fart" A ist nichts anders 
als „unverfart". Der Übersetzer hat es nicht einmal für nötig ge- 
halten seinen ursprünglichen lesefehler (vuuerfart = vwer fart imd 
vnuerfart) zu bessern, sondern einfach die bessere lesung hinter die 
schlechtere gesetzt. InB ist der fehler dann korrigiert. 718 oberste 
stolze = mnl. overstolt. 723.24 Der uraprüngliche reim ist Adelaert: 
swaert. 750 „des espeu rises mut" wäre ohne die hülfe der yolla- 



bficLor nicht 7.a vergtehn. h 20 ,en liebt den moet van etn tiai)«nt|jii, 
wani hij dracglit karbonkelcn in sijnen huorn. den zege vorliosl 
Uj almmermeer.'' Auch das dcDtsche vi>Ilubncli lut das bemfrk«iis- 
werti- WKit bewahr^ a. 28 ,8eye mStig als ein Espeiin» (in jAnge- 
Kn (tnirki-n EB]H!rtJn). Zn der leaart ,Eepetin* stimmt mebi druck 
Am nl. voiksbndiM von 17fl5, o. 13 mit ,E«petin'. In eetnem wort- 
Verzeichnis« znr ansgah« h. s. 192 H-idmet Mattlies dem wort« eine 
batrachtang, die zum zweck hat dafür die bedeataoe ,rhinoc«ro8, 
elnboro' festznatellen. Ans der sitiertvu stelle von MaerlanU Der 
Nalnren Illueme 1, 3fi!) wird diese bedenciuig aocli sicher. Kanakr 
balt« In f[ii(>r anmorknnir üh dem mnl. gedlchte ,Die Rose* v. 8S3 
rI>«akmalKr anl. npr. n. Htt. 2. Tüli. 1844, g. 2»; 3. Lpz. 1860, 
a. S3*H lH-huaptet: .esppnlnfne . . . ohne zweifei daseolbe, was spet* 
Wift, ■ficciAbiiicns bei Pffiffer, bncL der natur von Ue^nberg, 
Stnl%. lb*>'i, H. 2&}, eine schlangeuBi-t , Hchlani^ Dbej-hauiit" nrnl 
ta «irist'T (3. 64ö a| von diesem ipetwift ausgehend gefragt: .Sollt« 
vklleichl espootnive und espentive an den betreffenden Bt«lleD zu 
)em geinV Die bedentnng ^schlänge* war indesRen schon fiir die 
TOB Kaoüler be«prockne stelle zweifelhaft, da anmitt«Ibar vorher 
wfaon ..draken- genaiini «ind. [>ifi Verbindung mit epetwift mnaa 
gBiu aligi'lehnt werden. Mehr wnhmchoinlichkoit hat es für rieb 
Mpcntin, fftpi-tin mit nilid. avp swf. = aspi», sdilange Eitsammeu- 
nutcllon. Uan bemerke anch das kompositum md. aapin-tler! Vgl. 
JdUele«, aofl md. predigten, Germ. 17, 364. Nun kommt aber noch 
«fna in betracht. In Lamprechu Alexander (hg. v. Kinzel, Halle 
IttU) (iÜ<J4, ferner Parzival (UcUniann) 490, 20. 741. 2. H12, 22 
C fi. llDdet rieb ein wort, asplndel. Maplndf^, da« ,un verbrenn h an» 
bolz*, nach Kiniel ;t. a. a. i. ä09 „hartj-j- a^haitt* bedentut. Zn- 
Bftchit iat die ithiiliclikelt dieaw worta mit di-m in frafm stchnden 
kBimii^. Dazu kommt aber micb, daat der «ogenannte , welche 
aabeM" mit. talnmundra, mbd. nalaoMiiider beiüt. Vgl I'arz. 812, 
21. Dioe bonennnng fQr «ine holzart kann nur eine abgeleitete 
•rin, nnd »o könnte als« aach die nnprünglidie bedentuuf; ,aala- 
anuder, moldi- tiich dafllr erhalten haben. Vom erdmolch zam 
drachen and sur schlänge Ist kein grotier achrht, von einer aalxwt- 
ut znr auilem ebenfalls nldiL AU« künnte Kantlex dodi andi 
rrd)t babeu und fBr espentln , a»plod^ ille bedeotong .srhlanKO. 
4nMhe' ala lüt«r nsd nn^nünKtlclier anxnnelimrn «vin. Anf das 
38' 



596 

wie der drache fabelhafte und fremde einhom könnte dann diese 
bezeichnung tibertragen worden sein. Ahnliche Übertragungen sind 
nicht abzuleugnen. Vgl. gt. ulbandus = kameL Wenn also aspinde 
^asbest^ bedeutet, so steht seine griechische etymologie fest Viel- 
leicht trug eine umdeutung dazu bei 1) das wort etwas umzuwan- 
deln 2) es gerade an das einhom anzuknüpfen. Der habitus des 
Wortes espetin, espentin scheint auf romanischen Ursprung zu deu- 
ten. Da «könnte es ja leicht mit mit. spentum = pilum, hastüe, 
spiculum und spetum = pilum, spiculum, venabulum in yerbindnng 
gebracht werden. Vgl. Du Gange, glossarium. 6. (Paris 1846) 
323 c, 325 c. So wäre also das tier nach seinem lang und stark 
gedachten spießartigen home genannt anzunehmen , was nicht be- 
fremden könnte, da gerade das hom für das tier charakteristisch 
ist. Die bedeutung „einhom** an unsrer stelle ist unzweifelhaft. 
Das rhinoceros ist nach alter auffassung dem elefanten feind ümd 
pflegt ihn zu besiegen. Wie es scheint, suchte man des tiers sieg- 
hafte kraft durch den besitz eines zaubermächtigen karfunkels zu er- 
klären. Die unsinnige Übersetzung oben 750 lässt sich leicht duicli 
ein lächerliches missverständniss des bearbeiters erklären. Er fasste 
espentijn als espen-teen = hd. espenzein, espenreis und kümmerte 
sich wenig um den sinn der stelle. Noch komischer aber ist, dass 
Simrock, s. 22 sich an die unsinnige Übersetzung anschloss und sei- 
nen text folgender gestalt fasste: „sei muthig wie ein Espenreis, 
das den carfunkelstein in sich trägt*. Ihm folgte Schönhuth, s. 17. 
Anders Marbach, s. 21. 787 f. Über die herkunft und gewiß- 

nung Beyarts vgl. Simrocks Übersetzung des niederländischen Male- 
gysromans, Volksbücher 12, 289 f, auch De historie van Madelgijs 
uitg. door Alberdingk Tliijm, Amsterdam 1861, 4^ s. 16 f. 788 
nun orßen kraflft. So auch H 277, dagegen h 21 de kracht van tiea 
rossen, a 29 zehen pferts 'stereke. Simrock = P. 798 bis 801 
Diese verse werden erst begreiflich (verständlich wäre zuviel ge- 
sagt), wenn man das nl. Volksbuch vergleicht, h 21 het is so snel 
van loopen, al waer 't een sperwer, die eerst uit sijn muiten 
quam en so nedervloge, dat diegene die daer op Beyaert säte, het 
reiken mocht om den sperwer sijne vederen te körten al vliegende. 
813 feil, holl. fei = böse. 815 spaldier, mhd. spaldenier stom.= 
waffenrock. 818 kuffie, mnl. cufie, cuffie, coifie (Oud. 3, 571). 
mhd. swf. koiphe, koife aus frz. coiffe, gewöhnlicher goufe =kopf- 



597 

bcdecknng: niilcr diim hi-lmo. HoU. Iniif f. = Teilerbnsili , schöpf, 
n. ^ haube geliBrt wcUI dazn. Vgl. 8016. 820 int zn lesen 

ainlt Ime' oder .von ime*. 855 Der sinn verlangt« hier einzn- 
Mtzen ,nn(I Beyart warff* . 87!) gern, Imll. geer f. = ein zwickel von 
lelnwand am bemde, ein stlluk leinwand ttberhitapt. Hhl swm. g6rti 
= taora, rockschoß. Rclnutt trocknet das ross. Vgl, h 22. P 3395. 
K697 n. ü, 894 in zn lesen .mid was stark*. 906 Cenlys 
= Scnli«. Vgl. n 276 renli«. 919 vUeren, mnl. = bereit ma- 
d)«i, dentUcli machen, analogen, hier noch in der sinnlichen beden- 
tniig. h 24 .ontwonden, also aij derlijkst konden'. Vgl. 6340. 
6379. (5515. 954 bestryden, nind. beatriden slv. = besteigen, 
IQ »trede = passns. 986.87 AlU-r reim gern: embem, 995 
li '3ä .ik en heb n gihen niet vun doen'. Ebenda s. 191 erklärt 
Twu doi-n hobhen =: noodig licbben, behoeven. L009 Es kann 

(taif lieh erscheinen, wie der sinn di«BCB verBes zu fassen nnd ob 
dleaer vors rnm vorhergehnden oder folgenden zn zlehn ist. h 26 
lut an dieser stelle .Dose woorden hoorde menig Edelman'. 
10?7 t'nretiliar verdorbne «eile, h 26 dat liij in 'l vnnr viel. 
1092 Naeb diesem verse fehlt etwa«, h 26 folgt , »eggende: hrcie- 
den, hier is genocg van alles*. 1011 verwAt«, rein od. form 

für verwilze = verdamme, b 26 Gi>t vorwate den kok. ■ J05G 
tnurat, mhd. mt'rnz stnm. =^ manlbeerweln, mlat. moratom. Pnme- 
gniDatcn ■.-ntsiirirbi dem H. malnm granatnin =: ,niit kümern 
(pMiat vcrsehner apfel*. In Heymlieliedo der beymllclielt v. 1121 
(KanftlKn dkm. 2, 521) piimegbernalen. .\fz. immmcH grenadc». 
WleKamlT (dkm. 3, 317) bemerkt, ent«pricbt dan wort an dieser 
ridle einer bestinimten ipecies von gmnaUpfeln, den mala acria in 
Aristoteles Über de aecrellH secretornro. .^ocli dai lat. malnm gra- 
natiim, malograttatnm ist Ins mhd. anfgenommen: malagranftt, «nt- 
üdlt murgrAl, margram, malgrnro. 1067.68 nuht ein Rprllcb- 
wort, fehlt indessen bei Wander 1 , «97 bii. 99. 1072 spiß, 

boll. aplt = hrattpleß, mhd. spiz «plzzes <tm. Wackoniagel at«llt 
du wort zn spicz, waa nicht angeht. Ea gehört dagegen zn spitz. 
1008 bcktond. Es ist zu leaen begnnd. Vgl. h 27 nam Reinont 
«Mken halsberch en begon m f»vt le sloen. Il(^ Vgl. h 27 s^ 
Uakgdeu den konlng. IHM berlcbteo, eigentlich = auf den 

rirJitJcen weg bring<'Ji, dann in büße nelimsn, «trafen. Daher be- 
llcliter - richier. Vgl. SdiL, 1, Üb bis 47. Vgl. I23it beT«!cht«iL 



598 

• 

1109 Alter reim ist riet: verdriet. 1113 ist zu lesen ^schönste bette'. 
1114 bis 16 sind offenbar ans vier versen znsammengezogen, dfirai 
zwei den reim warm : arm Latten. 1133 orspronglich .rechtte 
hem op'^. Vgl. h 28. 1134 h hat nach diesem verse noch eiae 
wechselrede zwischen Karl nnd Lndwig, die gewiss kein znsatz ül 
1139 armen vesten, d. h. die ärmel befestigen. VgL h 28 ve- 
steden hem sijne mouwen. Matthes will diese stelle in der einlei- 
tnng zu h, VII bessern in ^besteden h. s. m.'. In der that hat der 
druck von 1795 s. 16 besteden, der von 1802 s. 16 besteeden. In 
hinblick auf P kann jedoch zweifelhaft sein, ob dem Rt nicht dscfa 
die jetzt h 28 stehende lesart zokam. Für den sinn ist es glekk- 
gültig, ob „besten" oder „vesten" aufzunehmen ist. Vgl. Oud. 1, 
624. 7, 611 wo für „Vestigen" zu lesen ist „Vesten". Albert van 
Herstelle (Alberdingk Thijm) hat in seiner anzeige von Matthes 
Heemskinderen, De Wächter, jaarg. 1873, no. 3, diese stelle gegen 
Matthes benutzt. 1154 In den Volksbüchern geht Writsart vom, 
Eitsart hinten her. 1160 pellin, 1163 mit pellen = feines seiden- 
zeug; mhd. pfellel, pfelle. Auch h 28 „een groene pelle**. In « 38 
ist ein „himmel" daraus geworden. 1171 Vgl. h 28 Men vint 
beschreven in de chronyk van Vrankrijk. 1172 getruwet kint, 

h 28 ^cht kint, a 38 Ehelig gebohren. 1175 lacht, offenbar ein 
missverständniss des Übersetzers. Vgl. h 29 „Doen wart Lodewijk 
geleit voor St. Marien autaer". Geleit kann bedeuten „gelegt*. 
Aber vgl. 1195. Hier hat h „sag". 1195 lag ist lesefehler für 
sag. 1201 h 29 und a 39 wissen nur von zwei tauben. 1212 
ist wohl zu lesen „die karfunkel heyßen gemein". 1215 mirand, 
vgl. anm. zu 8844. 1225 Von dem sacke weiß nur das gedieht 
1242 ist zu lesen „zu hove". Vgl. h 30 Aymijns kinderen waren 
voor ten Hove gegaen. 1270 ritter von eym schüt, gewöhn- 

licher adjektivisch als einschilde bezeichnet, sind solche, die nor 
von Seiten des vaters oder der mutter dem ritterstande angehören, 
nur einen schild führen durften. Vgl. Lexer 1, 528. Grimm, deut- 
sche sagen • 2, 124. 1280 det oberfloyen, d, h. er madite über- 
fließen. Mnd. overvloien SchL 3, 285 b. 1298 ist wohl zu le- 
sen „diesen moit", d. h. diese übelthat. 1311 ist wohl zu 
lesen „sprach der herre" oder auch „sprach er, herre". 1320 
die sesten schilt, h 31 liest „'t beste schilt" , was jedenfalls 
unursprünglich ist. Matthes s. 208.9 fasst schilt als bezeich- 



590 

nnn^ dncs laiidguts, «Jiicn loLenB, mit welchem kriegsdieiiRt ver- 
bunden war. Hatten wir nur ilie lesart von h, so wäre kaom e 
bedenkliclies an dieser aofTasHiuig ; allein nnsor ,seBten* erschwer 
die aacbe, denn es ist fnt^licL, ob etwa zn verBtehen ist ,Je i 
aecliHt«*. Mao könnte an den sechsten beerBcblld denken, der den 
dtenstmaancn zukam. {Grimm ra. 2. ansg., 8. 1)80,81.) Vielleicht 
worden also Frizh>rt die von miniBleirialen en zahlendea abgaben 
gCBcheiikc. Schilt kann aber aach münze bedeuten. 1331 vOß 
m Monis? Der Übersetzer hat sicher ,niß des bergs zn Uunis* 
verstanden. Die andern texte tibergehn dies. 1327 Anch dies 

in in den andern teiteu übergangen. 1329 byiant d. L bysaot, 
bjpjuuHiuiäctie goldmfinze. 133Ö.3G Der all« reim ist wolil te 

Tooreii: looren. 1338 Unzweifelhaft fehlt vor diesem vorse Hey- 
At» xomige rede an Ludwig, wie sie die volksbäcAer bewahrt h»- 
ban: h 32 .dank heb, Heer koniDg, van n giften'. 1340 waren 
:^ i;««-abren, wahr machen, holl. waaren , mnd. würen SchL 5, 
602. 1344 .sie' scheint liier noch auf Heymes kinder »n gehn, 
imäk beweisen die volksbScher, dasg P hier gekürzt hat; die rede 
l^t nnr Im allgemeinen an die versammelten edellente. 1361 
Vi» Volksbücher l« 40; h 32) reden von 20 jähren. 1364 ,1p 

■lHbt mit den griseu wongen* stellt sich sicher ulUier znr nrsprflng- 
ttflksB lesart als h 3ä .OiJ ood« gekl' Wir mftssen hier auf a 
Umtfrcifen, um da» nrsprtingllchv ku finden, k 43 .dn alter 
Onltart*. Marbacii 33 hat dies bewahrt ,l>n alter Grleshart*, 
wllinnd T schon .Greiser' einsetzt wie anch Simrook 36. Balble 
34 hat noch «GriBsbart' , während Hchünlmth 25 mit ^äsisbart* 
I weitesten abweicht. ^Gryzaard* i«t ein noch Jetzt lebendes nl. 
l nnd bedentet ,grauko;>f, lüuir mann'. Anch an Ihm lilsst 
I der peaaimiMiscUe zng In den kompoült^n mit -hart beobach* 
m diwi Wort l.i^»nileni nl. iitt, wird w.ihl kein zwelfel 
RS « es ans «einer nl. vorläge hertlbcrgenoiuraeu, nnd da 
r .gris" hier anch in P vorkommt and nicht in h , so hat 
I aUo in b keinen reinen nreprÜDgllchen text zn Dehn. VgL 
. ra m8ß, auch zu lil&. 1374 Die volksbUcher wissen von 
13K7 Vgl. li 32 .gij onde griJBe hont'. Da I4&0 sich 
MC beklagt, Ludwig habe ihn eiiien band grheiüim, ■ 

das ursprüngliche darFlellen. a Hndert ctwaM. 1446'1 
, vifi. h 34 om tD sieD dat wur|ion. 146:1 schalt, «in klll|^4 



600 

lieber Dotreim. Gemeint ist offenbar ,einen fuß darfiber schlug der 
stein mit scballe nieder^. 1478 zwen, h 35 drie. 1483 schone 
ding, h 35 sot ding, a 46 ein wunderlichs ding. 14d8 nwer, 

besser nber. 1509 Der andre, der hier spricht, ist Macharins. 

„Er daran'' steht für nl. er aan = daran. 1527.8 Alter rein 
gij: mij. 1594 schympff, richtig schimpf. 1603 bis 5 scheint« 
ans mehreren versen zusammengezogen, von welchen zwei den ran 
rat: drat hatten. 1605 vierzehen greben, h 37 sev^n 6ra?eB, 

a 49 sechs oder sieben andere Herren. 1628 ^markt* hat nur 
entsprechendes in « 49 Stett oderSchlösser. 1632 nnser henpt 
Vgl. a 50 vmb jhrer beyder Haupt, h 38 om u hooft. H kfinL 
1636 Gavelons hochverräterische hintergedanken werden in den 
Yolksbtichem nicht wirklich ausgesprochen, h 38 Doe seide Gnwel- 
loen in hem selven, a 50 da gedachte der Guellon bey sich selbsten. 
1657 sufizte, dem entsprechend h 38 versuchte, a missversteht 
und schreibt 50 , sprach er auff ein versuchen zn dem E6nig'. 
1675 endan, zu mnd. entdOn = erschrecken SchL 6, 122 a; mhi 
enttän werden = erschrecken Lexer 1, 592. 1686 so ture ein 
pfant. Am genausten schließt H 278 an „ever en spilt neit me 
umb so düiren pant''. Auch x 51 hat noch '„vmb solch k6stlich8 
Pfandt^, stellt sich jedoch mit „kostlichs'^ auch zn h 38 .,dat g^ 
niet meer so kostelijk en speelf^. Aus dieser stelle geht wieder hervor, 
dass h in unreiner gestalt überliefert ist. Vgl. anm. zu 1364. auch zu 
1715. 1688 H und die Volksbücher lassen ersehn, dass die ursprüng- 
liche lesart für ,uns beide" war „uch''. Kab, mhd. kaf, auch kabe 
= spreu, hülse des getreides, Lexer 1, 1493. Nd. kaf, kave SdiL. 
2, 415 b, nicht en kaf = gar nichts. Vgl. ebd. 416 a. HolL kaf. 
Übrigens stellt sich H 278 „en achten neit vil up nch" genauer zn 
P als h 38 „dat hem u leven verdroot'' und a 51. Vgl. 2748. 
1694 putenkint zu mnd. pute = hure, h 39 valsche vilein. Vgl. 
8184. 8277. 8301. 1(3644. 1698 wörtlich h 39 en gieng in den 
stal daar Beyaert stont. 1715 hamede, mnL mnd. hameide = 

schlagbaum, verzäunuug, Ond. 3, 24, SchL 2, 183 a. Mhd. hamit 
holl. hamei. In h 39 steht „een balk- , a hat nur 52 „ich hab 
mich so gestosseu^. Vielleicht lässt diese kürzung darauf schlie- 
ßen, dass die fassung von h nicht die ursprüngliche ist und dass 
ein älteres unverständlich gewordnes wort wie hamede auch im nL 
volksbuche noch stand. 1885 ist zu lesen »mer nnd mynnder'. 



18!>n bis 1913 io ilen Tolk§biich«ni sehr knrr gvrnsMt. Davon, 
il»s<i Ailelliart das baupt nicht an dt» wand zn Bchteniicni vc^nnag, 
bl par niclitp iresagt. Es heilit, einfach h 41 rEn teratoiil greep 
Krtiiiitii koning Lodewijk tij den hoftfde, en sloeg 'I af, eu nnm 
kvt hoofl bij den haire en wierpet togeu <i(ir mner. dat 't bloet in 
'■ konintn BKüsicIil spronk*. Dn^egen Terhflli »ich H eigentümlich : 
278 ,DAr nA zbivh hei Ois sin swert ind glüich Ludewich dat hoeft 
aC dat ilat blöit Karl np sine cleider Bpranc. Dar nft gat bei Adel- 
han dal hoeft in de hapt ind sacht, dat in Lodewich eirlichen be- 
ZAlt httte*. Vgl. IHÜA. 1902. Das praoenhaflc widerwerfen des 
li«ap(s fehlt, in H. n hat anch die 1398. 1903 entsprechende stuUo 
erhalmi, die h fehlt: 54 ( verdruckt 36) ,darnach nam er den Kopff 
widf r nnf vnd gnb jhn Adelhart , va.i sprach sihe da Brnder , da 
lusto, KU da gewonnen hast. 1926 zwenzig bnndcrt. h 41, n »4 
mr :M). lUBÖ bis 41 haben in den Volksbüchern nichts eorspre- 
dwndcH : Hcinolt and Adelhart Sieben vor den Verfolgern ohne kftnipf. 
Dkg^en stellt sich hier H als eine gate qnoUe der ftherUeremng go- 
m« zn 1', sogar xuui teil im ansdrnck, H :3Td Dö slMgen el alle 
■p Beinolil lud ggi Adnlhart, ever sl werden sich vrömllcb ind hrftl- 
dum mit gtiwall durch de schlliri dat si moede wAren, ^ kI iinft- 
awn bi ircn vadcr np dat vcll. 1950 Nach df<^sem verM oder 
tutch I9&4 fehlt etwas. Vgl. h41 ,het vliedea is ona geen vchande. 
WMit Carel is onse koning'. In ^ i>t diese stelle plnmp geflndert 
.Kftnlg Carl ist Jetzt nnoer Feind", wAhn^nd > M noch liest „KAnig 
Carll ist Jrtzt vnspr Könit;'', 195ft ist vielleicht als nicht zu 
Rebolts rede gehl^rig kq fassen. Vielleicht ^Tireinen die Inwten von 
dMu Undu nnprttnglich ihre bitte mit der Künolts im verw 1956. 
1968 gcznlt. mhd. gezal = kiUm. Vgl. 3114. 1967 kaß m mnd. 
kW« «= streit. ScbL 2, 432b. 1982 itorse. Im mhd. besteht das bwt. 
panen, , ein lautmalendes wort, etwa prrri rnfen*, Lexer?,3S6. An 
das ,lantmalen' kann ich nidit glnutten. Warum soll itorven nnr ,pnTl 
rvfeu* bedeut«ii ? An» dcD iM'lden bei I^oier angezognen stallen geht 
das darcliuux niciit hervor. J, Tit. 5.i7^ ,r.r. vnozen and zc onuMi sie 
■trit an im vuntaocliten mit slahen dringrn poncn". Itcricht« dur Lpz, 
tertMlu-n geMÜsch. 1(U4, 2b , weder schieoen noch porsen*. Oar- 
■adl moM da« wort eine tütigkelt des angriffu Im kamiife ansdrflckeft. 
In mnL ist das snbsL pnnte and daa verbam ponen hlluHt^. MnL 
peiiH do«n = gewalt uthun, Ond. ö, 68^ Za lioll. por m. = 



602 

stoß, schlag, porren, porring? Vgl. 8413. 9622. 10284. 13965. 
1984.5 = h 41 eer Inj het swaert [42] trekken konde , wert hy 
seer geslagen. a 55 ist gerade diese stelle ansgefallen. 1991 be- 
sochten, vgl. 182. 1994 en haw. Die lesart enhalb (wohl = 

mhd. enhalp, hier* etwa als „seinerseits' anfgefasst) ist offenbar 
nur als ein misslungner besserongsversnch anznsehn. Wahrschein- 
lich ist in „en haw'^ ein „enthave, enthabe' zu erblicken = auf- 
hält. Oder ist es mnl. onthond, Oad. 5, 278 ? Dann wäre also n 
übersetzen „der leistete widerstand, so sehr er vermochte'. Man 
könnte bei haw ancli an honwen denken, an mhd. enthonwen = 
loslianen, also hier heranshanen; auch könnte en := nnd sein. 
2008 verderbte stelle. Vielleicht stand kinder sin am versschlnsse 
und reimte anf Aymijn 2009. 2019 noppet zu mhd. noppen 

swv. = stoßen, Lexer 2, 100, mnl. mnd. nopen swv. = anspornen, 
Oud 4, 627, SchL 6, 225 a. Vgl. h 42 doe stak hg Beijaert met 
sporen. Vgl. 10168. 10238 u. ö. 2041 = H 278 Do sprach 

Reinolt : ir heren , sitzet alle up Beiart. Weder h 42 noch a 56 
haben direkte rede. 2061 ist wohl zu lesen „Ich en wil*. h42 
bietet „waer hy gevangen, ik dete hem hangen". Wie der reim 
erweist, ist diese stelle echt und P hat gekürzt. 2073 In den 
Volksbüchern gibt Karl dem Fouke van Parijs, der hier erst 2086 
auftritt, diesen auftrag. 2098 = dem soll niemand beistimmen. 
HoU. ovei'staan = beistehn, dabei sein, h 43 en daer sonde nie- 
raant van u Heeren willen over staen. 2104 = h 43 n Heeren 
en souden 't niet willen gedoogen. 2110 Dunaymels ist Duc de 
Naynies. In h heißt er Donay, an dieser stelle aber ist Fouke der 
redende, ebenso a. H kürzt stark. 2118 ist so nicht zu ver- 

stehn. Wir müssen die Volksbücher zur erklärung heranziehn. h 43 
gij hebt lien een schoon leen gegeven . . . dat hebben sij verbeurt 
(= verwirkt, mnd. vorboren swv.). a 57 Ob Eeinoldt mit seinon 
Bruder . . . alles verbrücht , was E. M. jhnen . . . gegeben haben. 
Also „ihr gut haben sie allesammt verwirkt**. Da verbrücht a zn 
verbrochen P stimmt, ist darin das ursprüngliche zu sehn. 2119 
verwissen, holl. verwyten =; vorwerfen, ahd. firwizen, mhd. ver- 
wizen = entgelten lassen, vorwerfen, gt. fraveitan = rächen. 
2133 ist in Unordnung. Der könig iJlsst die genossen von Frank- 
reicli schwören , dass sie die vier flüchtlinge wo nur immer auf- 
greifen sollen. Vgl. li 43 Doe rief de koning de tv^aalf (xenotea 



voor hem, en hietse Hwen'H. Kbeus« a &8. Es ist dunauli uii- 
nnchmen, dass im Bonoat nur GeDOten etwa mit dem znaaUe viui 
FraLiikrijkL- stand, sonät würde sich dus oiiBiiiuigv niiasveraUltidnüui 
des ülHMTseUers und die binznÜlgniig von ,vior' nlclil leicht ver- 
Btelm. 21n0 Die Volksbücher sa^n nns nndi, wer die fraa war : 
h 44 en was een broedors duchter van Ayinijn. Sie felill U. 
2172.3 h hat den reim bewahrt : 44 dat haer neven sonden bltjvfla 
rerdreven nit den laude. 2179 vcrdriogen steht für verding« 

^ loskaufen, h 44 verdingeu t«gea koning Carel. 2182 seot 
_= rtmere H 279, dagegen kemel h 44, Cameel « 59, 2188 Conrat? 
6.il fast w{irtli<'h iu H 279 : wnnt ir viuler de was uldä unthal- 
1 wäU Mven jair. 2212 ginder, mnd. adv. == dort, hoU. dort un- 
2219 Diesem \'erse entspricht It 45 so suUense mijn vijanden 
t verdreven hebbnii. Diigegen et 59 hu dnrffen siejbren Foindt 
r nagen xii'hr-. Die biusiehang auf Sulforeta feinde gehört dem- 
I wühl nur der vorliegenden faesung von b an. Da«B h hier 
l dms nnpriingliche erhalten hat, geht auch noch clarans her- 
i duB a ä9 noch liest ,dann &ie scheinen dajilTur vn Meiilieli 
1. waa nnmittolbar au „mennUch und gnt* V anklingu 
I geesen , holl. doureeten -- durchfre«sen , Eerfreaeeu. 
^B, ein A. Die volksbüchbr stimmen zu H. Vgl. auoh 
2.3 h KU folge eine redf^ der bittorkeit, vtwa so viel f^ 
r aiud Unglücksmenschen. Hatten wir gotd, no wUrde ea una 
Vielleicht alier soll es audi nur bedenlen .Hätten wir 
wollten wir es bald klein machend Vgl. 2396.97. 2284 
j garwn hoitit h 4» Windolijn. x 61 Wendeliu. 2291 will 
Ischnwcn ~ wolle es nicht scheuen. 28(11 dies fvhlt h 46, 

I hat a 61 ,uii wolle E. 11. sie mit klddem vnd auilerm 
ptbait versehen*. 2:)U9 Nach ditw^m verw fehlt was der gar- 
1 köulg sagt; h 46 ,Doa seid» de knape : Heer, dat wäre 
'. In a 61 noch etwas breiter. 230-1 Der UberBftier> 

. hier Addhart reden, wie die elurdgung vuu Keynolt 2ää& j 

Di*Mor anKinn wird einfach alailurvh gettnutert, t\Mn t 

' BMh .sprach* «intctst. 23T8.9 In h fehlt diu «twUuiuiik 

m, dagegen nicht in a. 2386 gt?ledcn hoU. ^^ ver- 

, sn ahd. lidan str. = einen weg nolimen, gt, leithatL h 47 

l dri* Jaer gtiledvn. 2388 fhint, nd. vr^ut, SchL b, &ib h. 

tUM aUd d«r batnuch wo dem ro»t dnrch blasen*. 24S4 



604 

bis 29 In den Volksbüchern redet „de (ein) Markgrave* diese worte; 
es ist aber dabei zu beachten, dass « 64 diesen sagen lässt ,danimb 
gehet nun hin, ich geb euch nichts wider", wogegen h 48 ^aldoB 
gaet weg, raen geeft u niet een myte". 2431 = h 48 g^ snlt, 
of de duivel hebs gewout! 2440.1 offenbar stark entstellt H 
und die Volksbücher stehn dem ursprünglichen noch nahe. H 279 
Eeinolt sagt zu Adelhart „wir willen it haldeu [besser nemen h48, 
annehmen a 64] vur unsen schaz z6 pande**. Vgl. 2364. 2444 
Aquitania h 48, Aquitanien « 64, ebenso der druck des nl. Volks- 
buchs von 1795. 2445 lies slahen. h 48 men sloeg de klok, 
fehlt a 64. 2458.9 Der alte reim ist natürlich frij : my. In den 
Volksbüchern redet Reinolt Beyart erst nach dem falle Kyants an. 
2460.1 fehlt in den andern texten. 2476 rank? Es ist doch 
wolü der unreine reim rant : spranc anzusetzen. 2479 er ine, 
nämlich Adelhart den beiden. 2480 wut, praet. zu mhd. waten 
stv. = dringen. 2481 clobete, zu ahd. clioban, mhd. klieben stv. 
= spalten. Vgl. 8048. 12360. 2482 lyden, ahd. lidan, mhi 
liden stv. = verderben. 2485 = h 48 nochtans waren sy seer 
beladen. 2493 = h 49 dat sij de scharen doorbraken, H 279 ee 
si durch de schären künden gebrechen. 2500 Bynnen dem = h 
49 binnen dien. 2505 besocht zu holl. besoeken, mhd. besuo- 
chen swv. = versuchen, auf die probe setzen. Vielleicht ist zu 
lesen „ich en besocht", also „ich versuchte meine macht nicht ufld 
flüchtete lieber" , indessen ist die stelle auch so verständlicL 
2506 Hier schließt das zweite bruchstück des Rt mit vers 200 an. 
Sogleich die ei-sten verse zeigen genaue Übereinstimmung zwi- 
schen Rt h und P. Rt 200.1 Ic vlo mi liever uter noot, Dan ie 
dus soude bliven doot. h 49 want ik vloot liever uitter noot, dan 
ik dus blijven soude doot. Die stelle fehlt a H, doch vergleiclit 
sich noch damit H 279 : nochtant dröich it [Beiart] si üis der nöit 
2512 ist so unverständlich. Rt209 Dat raen there sach verblöden 
= dass man das beer [der Verfolger] sah verzagen. Es wäre also 
zu lesen „das her begunde da verblöden". Verbloden zu mhi 
bloeden swv. = schwach und zaghaft sein oder werden. In h 49 
,l)oen werden sij moede, en 't heir scheen te minderen" schebt 
die stelle falsch verstanden zu sein. Minderen und verblöden ken- 
nen sich im sinne nahe stehn. 2516 heile == geheel Rt 214. 
2522 Nach Rt 220 luid li 49 ist Frizhart der redende. 2529 nff 



ivT Danlone, Rt 227 van Dardoene, h iehil, H 279 Taniscönieii, x fin 
T»p»conia. 26S0 = Kt 229 Was .>it aijn mceste vinnt, H 279 
wuit SaffüK-t« waa bIu meist« vtaut, Hlinlich «, foklt U. ^534 gc- 
feat, in h 49 I^Uchlicb ,liy deatmeerde drie castcleD", dazu a OÖ 
,rn Tcriiergei jme fast sein gantzes Land" ; H nimmt eine mittel- 
•lelluug ein : 279 ,ind hatte eme oucli dri ;:aBl«le genomeu in sime 
Unde/ 2537 Diese werte spridit Kt 238 Ridsaetl, h felilea sie. 
In 9 Ö6 «T"^*^* Reinolt allein mit zusetzen. 2541 Yve und sin 
bnn)n«7, dam stimmen li nnd », dagegen Et 245 wende Yeve np 
4i« Dordoene. UalUies, anm. s. bb bäit den text von Bt gegen- 
ftlMT dieser ühereinstimmnng fillscltlicli für nrsprilnglicli. 2554 

maidg tare sprach ist missveratandnes ,menigertiere sprake" Bt 265. 
Mnd. tere, tire f. = art und weise. 2564 = Et 278 Ende neide: 
,1k nie vriTDithede'. 25ti9 = Rt 285 Tors es lagel endo groi>t. 
HnUlies meint, Rt». ini .Ilffm. Kchijiit dexe giameiitrekklng vau I>e- 
hftgbfl niet );ekend te hebbfn. Anders hail hij lti,-( 118. hier nid 
Twandt-rd*. Indessen sagt KofTmann «. lütt in dor anm. ,t>ehagli«l, 
oitT wi» efi DDch Ofl«r vorkommt: btighel". HolTmann wollt« ent- 
weder die ältere form hcrsteJlcn. oder fbtgte er, wie man es beim 
atMchrellien rifl«ni iliut, mehr keinem gedachtniaa als «einem aage. 
SSM empßen^ = oiiUink li 5t), iiitfelnc 11 279, enilieng « dÜ geg«n- 
Iber Bt324 nntbiüel. 2001 iu M^h6 wochtm, gegoiiaber Et 335 
In .vlj. weken. SnOK = Et 3^U.45 All« gador van enen sticke 
Met Micn tekene wol gomicke. 2022 hioder, hell, hinderst Bcbade. 
Hbd. Btm. = hindemifts, zlRTon?, Leier, uachtr 241, Ebejiaii osi- 
Mea., Tgl. ten Doomkaat Koolman 2, 86 b. Dit^ser vurs ist klitg- 
. Ucbea Qkhwerk. Im Bt beißt ea 3i;4.6D fUr 2r>2U.21 Dal binden 
■tele KOS gind>>r, S<ind<^r wljf tmdc kfnder. 2ß34 sieben. Et 383 
I vier. 2<i-l8 sir.herlicb. M»tthc* bat danai^h die maDtrellialt« 
ilk Ut 399 herge«l«llt, wllbrcnd llol^nann (404) ,ti^ gbeliki:^ 
IM hatte. 2073 Onti:'! , Kt 446 Anoe«l , in den Volks* 

1 nicht mit namen genannt. Vgl Anceliue 3737. 2ß89 

1, Bl 4Ü2 Avernaes. Vgl. Avemais 2765, AH und Bt ha- 
ar eine grfitlere iDltlale. StöH Nach diesem vt'rsu Ueat 
f ,D&t weit w«l, over .H. Jfter", aach die volksbUdier ha- 
I bewahrt, 2K97 = Et 472 .U vk«ndrHKer e« A.', da- 
m-tt fV vaendrager Adelai^rt i-n Eitaorrt i^n vroom ridder, 
I overgevon'. Et nennt die drei Utcm Ucimonskiudcr, 



606 

P nnr A. nnd F.. h A. und Bi., in a fehlen hier alle. 2708 
Ysoreyt, Rt 480 Ysoreit, b 52 Isoret, a 69 (verdrackt 99) Israel 
Vgl. 2746 Ysoret. 2705 klägliches flickwerk. Der bearbdter 

fing zuerst an wörtlich zu übersetzen Rt 482 „Doe sprac van Qu- 
coengen*^, nun folgte aber Renier nnd das reimwort des nSefastei 
yerses war „fier'^, was der Übersetzer offenbar nicht gut mdu* an- 
wenden konnte; er verfiel also darauf ,fin' dafor einzusetzen, warf 
Renler (hier nmgedeatscht zn Reymar) in die folgende zeüe ml 
flickte ein reimwort ein. Ob die werte ,,daz were der sjnn mjB' 
als werte Reymars anznsehn sind? 2709 nff summen myn leleo 
= Rt 486 sem mijn leven! 2713 Wer ist = Rt 490 Quamedi. 
Calcane ist zusammengeschweißt aus Cal-abren Rt 491 und Tos- 
canen 490. 2717 die ist aus Rt 494 herübergenommne nl. form 
für der, übrigens für hd. die missverstanden, wie sint beweist 
2733 entsyen, Rt 510 ontsien, hell, ontzien = furchten, mnd. ent- 
sen, mhd. ent^hen = ansehen (gt. andsaihvan), durch den bM 
bezaubern, refl. sich scheuen, furchten. Vgl. entsehen 2860. 2738 
fruntschafit, \Toescap Rt 514 = Weisheit zu mhd. fmot. 274S 
Johann von Latine. Rt 519 van Lacviden Jan. Vgl. Matthes, Rt 
s. XLI, 90. 91. Diese anspielung bezieht sich, wie bereits Mattbes 
richtig erkannt hat, auf die geschichte des Jehan de Lanson, welche 
durch eine noch unedierte altfranzösische chanson überliefert ist. 
Jehan gehört zu der familie der bösewichter, des Ganelon. Er be- 
sitzt Apulien, Calabrien und Marokko und will seine lande nicht 
Karl untertänig machen. Karl sendet die 12 genossen, um ihn zu 
bändigen. Durch eine übereilte zomesthat Rolands kommen die 
zwölfe in große gefahr, doch retten sie sich noch glücklich in einen 
türm zu Lanson. Nun beginnt die tätigkeit eines der zwölfe, des 
Basin de Genes , eines erzzanberers und altbekannten diebs , des 
eigentlichen beiden der geschichte. Als pilger verkappt tritt er 
vor Jehan, wird aber erkannt und gefangen und soll hängen ; dodi 
in der nacht lässt er Jehans leute in einen zauberschlaf fallen, 
öffnet die tore und entkommt. Durch einen hübschen streich Naimes 
gewinnen die genossen die bürg von Lanson. Aber dem Basin e^ 
wächst in dem zauberer Malaquin, der Jehan seine dienste anbietet, 
ein gefiihrlicher gegner. Da alle schlafen, dringt dieser in die 
bürg ein, wagt jedoch durch des schlafenden Rolands anblick g^ 
schreckt nur die zwölf Schwerter zu rauben und Basins sdmvn^ 



G07 

bMt Abzuschneiden. Nnn fnigt ein weltkanipf zwisubcii bcriden zan- 
, Wiiichvr mit Malaquins hettiegimg nnd tod «ndct. Non wird 
I «1 Karl am hülfe ^resandL In gei^Ult eiuee alten ecliwachen 
B wird «r von Jehans teaten Kam Bcherx auf das galf. ruw 
■ Alifiut. ß?ewtxt und ivitet den verblüfft«» vor der nase d»von. 
Untervre^ Qllt er nnt«r fliiitslmlmn, lihibt jedoch siegcr und kommt 
MiAlicb xn Karl. Dietier wird durch einen streich üaeuelons, ilee 
froHnda and vnnvundten dea Jehun, bewogen Basin allein zorilck- 
xaMinden. HaHtn schickt von Rom aas botschaft, die (joeoelons 
Twmt enldockt. Wieder trifft er auf diebe und nimmt diesen eine 
WRgs von leliensmltteln weg, diu er mit gii)«r Ust gliickliub in 
Um borg von Lanson bringt. Nun Ungt Karl mit seinem heere 
•a, wird jedoch auf der jagd durch Jehan gefangen. Aber Ituain 
ba^bt »icb aU bettler in Jcban» schloss, achlAferl uui mittemacht 
dfeiCB und die seinen ein and schlepiil ihn an dt-ii fiitien vor K&rL 
B«li)e tmt;e» nun den Hchlafenden t'eind davon. D:imit Ut denn 
die eachn «'ntw.hiedeu. Vgl. Hist, litt. 22, bfiti bi* HÜ. Gaatjsr, 
let f)<[fj»r« fraiiC- 2, 247 bis tiO. Biue ausgäbe dea Jelinn de Lan- 
M« ist in Vorbereitung. Ich hab« mit ubsiclit In ikn nötigen 
■berUkk de« ganzen einige einzelzü^ aufgenommen , tun zu zd- 
gta, welche aufRlUlge Kbereinatimmongcn zwischen onwirm Bei- 
aalc and dein Jehan du ]>ans<m besi«]in, in I' ist der name 
4a* Jeltaii de Lanaon vSlUg cntst<dlt. auch iui Bt tautet er 
watirlirlirl) L'i-niikr Uie ansplelong ist onzweifelltafl una der frui- 
li'ü ßt borrit>«rgenommen , da kein anzeichon 
< anf irgend welche verbreitong der fabel 
-\.'idi tu KrankTdich scheint allein Philippe Hon»- 
nii-uberg 2, CCXV) damit bekannt gewesen zu «du. Itio 
> nlbchrl offenbar allrr historischen grondlage and ist 
^■■L., mmUi anlehnongan bekannte beliebte utgenzüffe tni erfunden. 
Ana dem gründe, daas die späte An«nalliand»cbrifl diw Jehan de 
Lanson in flamischer gegend gefeTtifft (»t, mttcbte ich mit Matlhea 
Btdit flchlletien, daui die ge«cllicht<^ <l»rt viidloicht bukannt gewona 
•ei. Auch die starke enlatellung des namens in lit nnd F spridit 
dafBr, dats die anspiclnng gAnzUch nnvontanden herttbargenotaman 
icL Da* franatmische gdlicht kann nicht alt sein, wie schon Unatun 
Paria, bist. poiL 4e Cbarlemagne 333. anm. 2, ans dem nanwo de« 
haUea »cIiInb. Bcnerkenawert ist ftbri(«as, daaa der bdd dltMi 



606 

altfranzosischen gedichts kein andrer ist als jener Bann, dar m 
Es 266. 34 erwähnt wird, dort in der roUe des Elegast, de«fi 
aach P 4259 gedenkt. Ein französisches gedieht ober Basin-Ek- 
gast besteht nicht mehr. Nach Michelants aussage, Bs 515, ent- 
hält der Bs. überhaupt die einzige französische anspielnng anf öm 
geschichte. Dafür ist sie glücklicher weise im NiederlSndisch« 
and Deatschen mehrfach überliefert. VgL die anmerknng ni 4256. 
2746 Die Volksbücher gehn wohl über das richtige hinaus, -wen 
sie hier erzählen , dass Ysoret Lambert geschlagen habe ,dat 1$ 
doot viel voor sijn voeten* h 52. Indessen viel mSßigang t» 
Ysoreyt, wenn er sich erzürnt ohne zu handeln. Vgl. 2867 t 
2772 nu ist verschrieben für nie. vgl. Rt 553. 2775 ClaradT^ 
Rt 558 Clarissie. H 2d0 Claricia, h 53 Ciarisse, s 71 ClariflSi. 
2777 und die roth und die Geronde mede, Rt 561 entie röche np 
die Geronde. Matthes hat danach h 53 hergestellt .die rotee <^ 
de Geronde-, doch mit unrecht, denn dem nl. Volksbuch g^KSrt 
die durch missverständniss entstandne lesart .op den grond* ai 
«1795, 6. 27b [verdruckt 25]). Das deutsche Volksbuch, das, wie 
wir sahen, nach einer sehr alten redaktion des nl. gearbeitet ist 
liest 2 71 .\-nd die Steinklippen im grund-. Simrock und Sdi9&- 
huth folgen dieser lesart, dagegen setzt Marbach, s. 54 «und her- 
nach die Steinklippe in den Grand reißen und ihm darauf ein an- 
sehnliches und festes Schloß aufbauen ließet •". Matthes, h s. XXVUI, 
anm. 1 verweist hierauf und teilt mit, dass die belgische au^abe 
des nl. Volksbuchs lese «de rotse met den gronde-. In .De Wäch- 
ter- 1873, nr. 3 wirft Albert van Herstelle ^Alberdingk Thijm» 
Matthes mit unrecht vor -Nochtans spreekt dr. Matthes over die 
emendatie, als of hij Amerika ontdekt had-, da doch Alberdingk 
Thijm in seinen Karolingschen Verbalen (derde druk 1884, 1^ 
schon vor 21 jähren diese emendation gemacht habe. Ich ksnfi 
nicht finden, dass Matthes mit einem worte sich etwas auf die text- 
besserung zu gute thue; im gegenteil finde ich, dass A. Th. sich 
sehr viel darauf zu gute thut. Übrigens soll unvei-schwiegen sein, 
dass A. Th. bei seiner textgestaltung wohl solche änderungen to 
überlieferten vornehmen durfte, dass aber Matthes, dessen arhcit 
philologisch sein sollte, das nicht erlaubt war. 2784 Nach die- 
sem verse fehlt das Rt 574 «Des waric int herte vro* entspre- 
chende, welches die Volksbücher bewahrt haben. 2787 Do hier 



609 

1 roter initiale. Auch Rt 578 hat hier initiale. 3^20 nit . . . 

i baHt = nicht Ans geringste, in dieser bedentuog inhd. unH mnd. 

l bedoDtet neben dem landläiUig'en , rinde" ancli .fliiren' im 

alfto haben wir hier ein synonymon zn ,Dit ein kab*. Vgl. 

. 2748. 2827 aant Ämant, diese betenernnf; felüt Rt )i a «IT 

, doch macht sie nicht den eindnick eine« ünsatzes. Kt li:;4.35 

»t wigant: lant. Es moss anffallen, dass P hier 6 verse {3624 

!S| bat an stelle von 3 in Rt 624 bis 26. 2B44 Die swi- 

sde findet sich nnr in P. Di« folgenden verse sind stark 

dll, denn das« Vve die borg bauen wolle, passt nicht. Vgl. 

t 661 f. bedi wille hi . i . has malten. 3866 entepricVt gennn 

169, aber davor fehlen die vers« Ri m6 bis 68. 2861 Lam- 

, in den Volksbüchern Ancel, Anteil, da schon vorher erzShlt 

I Ysoreyt (hier Hag Avemaia) den Lambert erschlag. Vgl. 

. ni 2746. Zd bemerken ist, dus Bt liest 674 ,So milwi* 

I P und h 54 wildlj, a 69 wollet ir; indessen ist diese thvr- 

t ohne bedenrntig fnr die t«x<g»chichU! des Rt. 2872 

|4er «rden, h 54 ter acrden. « GS znr Erden gegenüber Rt 691 

1 voeten, 2871 dwai», lioU. dwaas = ilmr. 2878 hat 

I entsprechendes in Bl nnd den volksbflchem. dte hier Knsam- 

mmon. 2894 loB berat = faUcher, Irenloeer Vorsatz. Mnd. 

Itt n., Hnl. beraet, holl. beraad n. =: überlt^gnng , entsclilnsH, 

Vgl. 6408. 29f)2 v. Kymm^rmiuin, Rt 751 .K., h 56 

, k«tne zahl Ha. g<404 nol, lies «il , vgl. Rt 75» Ha 

I B«nont al sonder sparen. 2906 meinten, lies meisirm, vgl. 

i 746 Entio gocde meesters waren. Meister ist noch erhallen II 

, K 78, fehlt dagegen h 5ö. 292t ryvier, mnl. bull, rivler, 

. tiv^r = dnsK. Man kann hier zweifeln , ob Kt oder P das 

^che flberliefen. KUr P kOnnle sprechen, dass In Rt hier 

t Ckkrelme nameconde : stonde angewandt sind. 3933 swenKlg 

Rt 768 .KV., h 55 vüfhi>ndert. In a and H fdüt die 

In Rt und h itioil ilie lente nach ihren gewerben anfgexählt. 

) <r herrea. Ks ixt nineends von einer andern begldtong de* 

■ tnäer Rolant gesagt. 2983 Nach dieM>ra verw Ist eine 

t episode aosgefallcn. Es ist Indeaacn nicht anznnehuiHi, dau 

I ▼vrlage von P lückenhaft gewesen sei ; Tirlmcbr hat wnhr- 

•laUdi der verv 2984 den ansioli za einer anslassang in I* ge- 

la b wird ereilhlt, da» Karl den Rolant xa Reinolt sendet 



610 

nnd diesen anffordem lässt sidi mit sdiieii brüdem gefangen n 
geben, so wolle er sich mit ihm yersShnea. Thne er das nieht, m 
wolle Karl mit macht in sein land fallen, ihn und die brfider uf- 
liängen nnd alles töten. Rolant richtet das ans. Belnolt q^oCM 
Karls drohongen, versteht sich aber doch daza Mo&telban imd mk 
land dem könig zn geben nnd als lehen von ihm zu aapfiuiga. 
Eolant rät znr annähme von Karls bedingnngen, aber Reineh sagt: 
„Ich kenne den könig wohl, hätte er mich in der ge&ngenflflkaft^ 
so ließe er mich hängen.^ Rolant kehrt zurück und berielrtiet k 
föhrt fort 57 „en als de koning dat yerstont, waa bg y^ratoort^ €i 
sont koning Jew\jn eenen scherpen brief als dat hQ ioomig wis 
op hem^. Das stimmt ziemlich genan zn 2984 bis 87. Gaiii Iüib- 
lich hieß es vorher, da Karl dnrch Rolant die von einem baitf 
erfahrne nachricht über das schloss Montelban hört, also nadi 

2983 P: h 56 ,,Als de koning dit hoorde, wert h\j toomig'. Dv 
bearbeiter ist von dieser stelle also anf die ähnliobe nnsem renm 

2984 f. entsprechende übergesprungen. 2988 on myime, d. k 
nnminne. 3004 Vgl. a 77 da Reinoldt daß sähe. Doch ist dkm 
Übereinstimmung ohne beweiskraft , da h 57 zwei ganze vene 9- 
halten hat: En als Reinout vemam dat de koning qnam. SOS 
gewach, holl. gewag n. = meldnng, erzählung. 3026 Ob dieier 
vers irgend welchen urkundlichen wert hat, ist zweifelhaft DfxrA 
einschieben eines verbums könnte man ihn leicht hersteUen, dodi 
glaube ich nicht, dass frawen ursprünglich im reime stand. Wokl 
eher ruwen 3028. Vgl. 3038.39. h 58 ik moetse sien en hoorea 
spreken. Den zug vom sprechenhören hat a 78 nicht, auch fi 280 
fehlt er. 3033 Vgl. H 280 w§re it, dat si si krigen möchttt. 
Fehlt sonst. 3037 = h 50 komen ynj daer, w^ sjijn verlorea. 
3040 In den Volksbüchern redet Reinolt das folgende. 3041 wilt, 
in den Volksbüchern der von Bordeaux. 3044 slavjm, mnl. mai 
slavine, mhd. slavenie stf. = „grober wollenstoff, daraus verfertig- 
ter mantel, wie ilm namentlich pilger tragen"^ Frz. esclavine. 
Vgl. 3474. 4491. 4501. 5292. 10404. 10486. 3057? 3066 pyl- 
geryn unser frauwen, h 59 Gods pelgrims. 3087 Snyryea == 
Syrien? In den Volksbüchern Jerusalem. 3110 geramen, mhi 
gerämen swv. = zum ziele (räm, räme) gelangen, holl. raamen = 
zielen, treffen. 3114 nitt gezal = nicht kühn, stolz: sie wann 
müde und ausgehungert von der weiten reise. Vgl. 1959. Slil. 



eil 

88 li &9 neDiit diene heiligen etättea nicht, wohl aber Rom, St. An- 
4riea in äohotland {dej droclc von 1795 h&t auch nocli en Pendizen. 
Wann von Hatthfs we^gelussenVI, 8t (iilles in Proveoccn, « 79 
iMBeoiit nur Rom. :-1149.öO hit-jw reime sind nDuraprünglicfa , h 
tu hat di«^ alt«D erhalten: sijnHt in ulorm of ,noot', datae Qod 
»an der ,doot' bebodeo wil. 3170 ferr, in b 6U t« Bomen, 8t. Ja- 
cab in Gallide. bo aucli a 79. SlMiJ berste ^ ^bratnn lenden- 
fltOcke. Ubd. nun. barst, mnd. t.'f barst, boll. harst, b«r«t m. = 
rtp[i«n«tür^ ; hant«n, bersten =: braten, dürren. CraprüogÜc)! be- 
deaut harst .diure, roHt* wie anch da« hol]. Terbnm harsten be- . 
tMiat. 3186 knnnen ~ kennen lernen, versDcben. 3188 stMtkV 
:e hAlz«mer beh&iter, alao fasB. Vgl. upter-stoek. 3197 ere ^'] 
ihr. Vgl. B 79 eprucb er za der Frawen. b tU3 h&t nur nSeiMn 
fe^*. 321L .XXV., in den volksbücbem nnr 10. 3224 wuudo^V 
Vgl. h til Doe kon da Vroow den pelgrim van wouder niet geBoe|^^ 
••■■ien, a äO daniber verwanden aicb die Fraw ao sehr. 3230 
idt ein bone, b 61 uiet ern uijte = beller. 324A ttunder myden 
b> sicher nur eine tiickerei. vgl. b ßl dntee va» .Mütflcbap' op 
boi diiot gebleven eonde beblieu. 3257 Müiitewan B wie SU36. 
90l3u. ü. nirMoniidban. Vgl.a.47U. 3348 ander tag. IndenvoUa- 
fciftini ist ex d«r dritte tag, an welchem Reinolt erwacht. 3.%3 
In den vulksblichem wird die« Tun d»n drei briidem ersäblt. h ߣ 
%t ai} ainuelooe geweest badden. 3369 = werdi« ihm snm BChmerxe. 
MM. r&t«n, geraten = gedeihen, gat «der Übel annsclilagm. 8386 
Dm mmtm von Reinolta ■abwert nennen die Volksbücher hier nicht. 
AMMManl iat di« Htelke Im Fterabn«, an welcher von den berOhui- 
Ml f b'"i*^''n Ualand, MagniAkans and Ainaias t*o Minirock vb. 
7, 21. (talaniB, M., Anisiax [(. A. L. 168) encKhU wird and von 
Ilnn köstlichen Bchwcrtvni. Hier ln'itit «« ,Und lioland machte 
Mcb drei Bchwerter; eine« bieU Flamberg. das ward dem kUhnen 
ttdnhard [Hu hat der Stemmemer dj-ack der Heimonikindsr von 
iöSöj von Uonlalbau; das andere UaDteclere, daa ward Oliviem; 
dM dritte hieb Joyemie, das Schwert fUkrte kaüer Karl aelbat'. 
£• dcutrt ImreJUi nur nijie Verdunkelung der aage, daaa man nioki 
■Ohrt, vif Kehwlt in den b«aiu dieaea koatban« acLwiaia ge- 
3400 Die Tvlkabächcr beticLten nicht «on dle«er gnui- 
dafiir aber «nttthlwi ile, du« der kneebt, ima 
Bitoult dk angWKhPM bntackkft an Karl ariftngen will, liolt ««l* 



612 

gert und dass der wütende BeinoU ihm eine band abhant, eil 
aoge aussticht, ein ohr abschneidet: Doe bad de knape goiadi 
h 63. Diese fassnng ist sicher echt, denn ea igt sonst nicht » 
znsehn warum der böte 3424 dem Beinolt flucht In P hcRMliI 
hier ein missverständniss. 3416 present, 3417 presant, mhd. pi^ 
sant stm., present stf., an dieser stelle in a erhalten : 84 «das ptt- 
sent hab jme Eeinoldt geschickt^, während h 63 ^dese gifte* eia- 
setzt. Erst später , da Heyme vor Paris kommt , fragt hier im 
pförtner: Heer Aymign, wie was so stout, die n dns bant, m m 
schandelgk hier sent tot een present? 3429 es, vgL h 63 iQ 
dunkt, dat het de Duivel is. 3433 f. Die geschichte von Bsf^ 

mes trauriger ankunft ist in den yolksbüchem viel ansfuhrlifiber 
erzählt. An des königs hofe fragt der pförtner Heyme, wer ihn 
so zugerichtet habe, und Heyme antwortet »m^jn hinderen hebben 
^t m^j gedaen^ h 64. Auch wird erzählt, vde Heyme vom pferde 
geladen ward. 3446 fünfhundert vde a 85, dagegen h 64 drie- 
hondert. 3448 erwärmte wird wohl nicht richtig sein, h 64 

bedroefte l^j hem, a 85 ward er trawrich. Wahrscheinlich stall 
„ontvermte'* wie vorher in Aymijns rede an den könig in *h. 347S 
uß dieser postemen , h 64 tot eender posteme uit . . . , door k 
posteme. a 85 zum Post stemge das ist ein klein Thftrgen aaft- 
lassen, ß 82 zu dem Poststem . . . ans-, y 81 zu dem Thor . . . asft-, 
so Simrock und Schönhnth, Marbach 64 zur Pforte aus-. Matthes 
erklärt h s. 207 „achterdeurtje«. Vgl. Oud. 5, 692. Mhd. posten&e 
f. = hinterthür. Frz. poterne f. = ausfall-, schlupfthor. Bei Lexer 
2, 288 ist eine stelle aus der md. hs. des romans Pontus und Si- 
donia aus dem 5. jh. im Kölner Stadtarchive angezogen : 3 a er 
machte sich von stund zu einer posteme binden zu der borg üssen. 
B. d. L. 274. 3474 flavinen, lies slavinen. Vgl. anm. zu 3044. 
3486 In h sind hier zwei echte verse erhalten 65 : Vrou Aye seide 
tot Adelaert : hoe seer ront mij dese vaert. Diese stelle 3486 bis 
88 fehlt dagegen in den Volksbüchern. Aber H 280 want Eari 
mg verbolgen was np in dan up alle de andern. 3493 barfuß» 
beide Volksbücher haben „wullen en baervoets'^. H 280 wuUen ind 
barvdis. Da diese Verbindung ständig erscheint, ist anzunehmen, 
dass P hier kürzt. Vgl. 3583. 3494 oytmut, oytmot, mnl. oot- 
moet, oetmoet, mhd. otmnot = demut, hier = herablassung, milde. 
Vgl. 3494. 3579, otmut, otmot 7622. 7628. 10109. 11944. 12664. 



«13 

. H 2K0 öiimOedniclicIi, h 66 ootmoedlük. Vgl. oyt- 

»deiich 360», otiiiat%lich 13832. 14540. Otmodikeit 6664. nt- 

Uteft 10096. 10168. 3539 halt ist wohl nnr ana relmnoi 

eingeffitut. <^B hat den sinn einer tiekriftigoag wf<^ schon mlii). 

^. Lexer 1, 1159. 3641.43 Dir iliesen vereen entaprechcndo 

1 gvh5rt in s 67 missverstitndUcb zur rede Reinolu an den 

, »562. 3547 eylben, vgl. mnd. elveoe, RchL 1, 656 b. 

i61 rirrdliftlb bondert pfont, h 66 vierhondert pont, 3666 Kart 

1 NapelB, h 66 Elgant van N., « 87 ebeoBO. 3674 ir, i. h. 

r boUcbafTt 3568. 3676 Ed verferent nch nit = erschrecket 

i nicht (die botschaft ra sagen). 36&4 gem. vgl. h 66 dat 

t-gMrne idjn oetiuoet »ochte wallen en barvoets. 3591 f. Vgl. 

l Oiimm. deutsche rf-chtealt^rUlmOT 18M, s. 674. 664. Vgl. P 

» f. , 8834 f. 369a mit gold wegen , h 66 ik wil Lodewijk 

mwerf" met goude opwegen , bo auch « 88. Hier sind die 

" TolkibOdier nffenbar nrs|irünglicher, «Vgl 220, 8834. 3699 erben, 

iL U. mit *rl» vemehn. 3614 Von einem beittiramtea termJn 

wtom die Volksbücher nichts. Vgl. 3K62. 3616 Vgl. h 67 En 

ia t dat de koning daCTenrosschon „ovvr see* komt. Vgl, 3868, 

3648 byneichen, hier nnr .becbaclitct« gewobnheii*. Vgl. wort- 

nddien 3915. 3652 gnyp. mhd. Bwstf. gnippe =; messer, mnd. 

kirfp m. = piiiaiflrfnm. ttiUiusterroeAHer. Diet« letztere bedentnng 

hat da« W'in kneif noch Im nhd. h 67 en slaen heni met mijnen 

fWWTt doot, Vgl. 8718, 8723. Vgl. knyff, knyp 7097. 12830. 

VHß tAe volkibflcher legen diese rede Reinolt selbst bet; b 67 

3«innt>l bedacht hem van sijn opset, en soide in hem selven*. Ua 

L# nlehl bekannt ftit, was der böte gegen Karl gesllndlgt haben 

II), so ist die sldle wnhl in den volksbäohcni ricJitiger 

3670 Ferragnt. Eine zweite anoplelang anf die g»- 

•MU> A\f*M nesen findet sich \(mS9 bin 43 (= Ht 1646 bfg 48), 

I nanie als Faragnt (Kt Pemgnt) erscheint. Hin geiUcJit 

r s«Jii«« kämpf mit Rotant Ist nicht erhatten, wird aber doch 

lAn haben , da e« nicht sehr wahrscheinlich iHt , da.Mii der 

r de* Ri seine ki-nnlnfsii an* der hlstoria rareil Mngni et 

I l'sendü-Tnrplnu« geschflptt habe. Vgl, Oaston Paris, 

|MrfL de Charlcmagn» 2tM, Mattlien, Kt 101. Da die Tnr- 

! «mblimg nicht Bö letcht mr vergleichnng tm band Ut, 

I feb ün angenbUcke nur d«n ersten «hdmck In Achardii 



614 

germanicanun reram qaatnor celebrioresTetnstioresqiie duonograpU, 
Francofl ad M. 1566. foL, yor mir habe, gehe ich eineii knnen •»- 
zng des 18. kapitels „De bello Ferracnti Oigantis, et de optin 
dispntatione Holandi*. Der Admirald Yon Babylon sendet den Fv- 
racnt, einen riesen ans Goliads geachlecht, mit 50,000 TMm 
gegen Karl, welcher nach Nagera (10342 Nasers = Rt 1548) «^ 
gegenzieht. F. fordert zn einem Zweikampf heraus. Hdnope 
kämpfer, unter welchen Oger und Beinalt de Alba Spina, weita 
von ihm gefiangen genommen, ebenso weitere 20 fecliter. Mit vfta 
erlangt nnn Roland die erlanbniss zum kämpfe. Auch flm packt der 
riese yor sich aa& ross, wird aber yon Roland am bart ergiifn 
nnd rückwärts herabgeworfen. Beide besteigen wieder die tosm. 
R. tötet das Ferracnts nnd schlägt F. das schwort ans der band. 
Nnn erschlägt F. Rolands ross mit der fanst. Sie kAmpfen beide 
zn faß mit steinen nnd fänsten bis znm abend. Sie kommen fiber- 
ein des andern tags ohne pfend nnd speer wiederznk^iren md be- 
geben sich nach banse. Andern tags erscheint F. mit dem sehwerte. 
R. mit einem prügel. R. kann anf keine weise dem F. etwas aa- 
haben. Mittagsmhe Ferracnts nach gegebner trenga fai Rolanft 
schütz. Dann friedliches gespräch der beiden, in welchem R. c^ 
fährt, dass F. nnr am nabel yerwnndet werden könne. F. erflkn 
Rolands namen, geschlecht, bekenntniss. Es entspinnt sich mm 
eine dispntation über die gnmdlehren der christlichen religion, ans 
welcher F. nicht überzengt heryorgeht. F. setzt fest der ansgaag 
ihres Zweikampfs solle dip Wahrheit seines oder Rolands ^aabens 
bewähren. Ementer kämpf. R. wird znr erde gezwnngen, richtet 
sich aber mit gottes hülfe etwas anf, wälzt F. nnter sich, ergreift 
dessen schwert (mncro), sticht ihn in den nabel nnd kehrt heil zn 
den seinen znrück. Der riese mft Mnhamett an. Die Saracenea 
tragen ihn in die Stadt. Die Christen dringen mit ein nnd gewin- 
nen so den sieg. Es ist einigermaßen anfißUlig, dass Rolands 
schwert Dnrendal , welches doch 10340 ansdrncklich mit diesen 
kämpfe in Verbindung gebracht wird, hier keine rolle spielt. Schoe 
dies dürfte darauf hinweisen, dass nicht der Psendo-Tnrpinns die 
qneUe des Rt war, sondern ein gedieht, welches die geschichte ib 
etwas anderer fassnng erzählte. Mit dem afr. gedichte des Gnil- 
lanme le Clerc (Fergns, hg. von Martin, Halle 1872) nnd der da- 
nach gefertigten mnl. bearbeitnng (Fergnnt hg. yon Visscher, üt- 



I 



eis 

Uvcbt 1836 nnd Veruija, Groningen 1882) hat die «ige von diMem 
kunpfe niehu zu thnu. Jedenfalls Mtt« sIkt duufa wuiil einer der 
ber&usgclier &nr die immerliin merkwürdige übereinetimmiiiig im 
nunen des beiden hiuweuien Hüllen. Fergrant 55SJT ericheint dJeaelbe 
u&meiiBf»nii wie liier 3*570, wiilirend sonst das mnl. gedieht nur die 
TurtD FerKout Überliefert, ich bemerlce noch, dass eine nicht ge- 
ringu Ulien-inatimmiing zwiadit^n der FeiragaUage nnd der erzählong 
vim Olivii^rs kämpfe mit Fierabra« besieht. Ich werde in der Ger- 
uuUa ant( einer deutschen zyklischen prosabearbeitong des lebeiu 
Ku-ht diw großeu den kämpf RolautB mit Ferracnt nach einer ZÜ- 
ridMT lis. bekannt machen. Vf"}. anch Karlmeinet 361b bis 369 b, 
wo der name des rlesen Ferracnc lautet, aber fiektiert Ferracode. 
3670 von Jeueven. vgl. 5744. 3iläO Itedyen ist wohl rand. be- 
4iHl atv. = gedeihen, gelingctj. lioU. bedjen, mhd. bedihen. Oder 
Ist m leaeo be dyen. äüiü von Heriere ist wohl zn lesen .nnd 
3U36. Aber SampRon von IkyereA 1U77U. 3t>8& 
I s tttaem. d. li, ktthnen. 3886 helt = inne hat. 3690 
mnl. moBghelinck . mnd. mageliuk m. ~ verwandter. 
( bd. b<-legt. 3ÖU1 palauyn. vgL Parlasin Eilhart von Überge 
I, wofUr K. Uofinniiii, Am. f. d. a. 7. 336 vunxrlilftgt zu leiieii 
lt= aft". paloHln, iiclil. palatinog. Mhd. Ut paWtin. 3(ill.'i Um 
I ich ime befelu-, 'MVÜ qnule, mhd. tvr4lo. qn&le stf. ~ ver- 
, zögemng. Mhd. HUuder twAl htluflg. 3701 vurdömmcn, 

. vertüfinien swv = vemrteUuti, verdammen. Hnd. vurdomen, 
i verdoemt-n. 3702 krcchten , d. Ii, krefiten. 3733.4 Üei 
Ingliche reim ist goet : foot. 3736 starke mero , tn den 

nchem (h l>8) ,goede boeudiap* wie gleich darauf in Karls 
I =: 3738. V hat wühl den vorzog. 371ß nnteren, bell, onl- 
1 = eutelin-n, MJillnden. 3771 sfli, lies tja. 3786 die, 
^ dij = didi, hImu wechtiel in der anrede: 3011 neb. 3816 
6tl drncvigult^. 3KH4 V^l h dV negenwj-f met goat 
3M85 lUie, mild. diU, dale adv. = nittlrr. 3888 

■ = laiunun. 38U8 Za der korrcklnr det) mit A vgl. h 70 
lUn dat hij nwcn M>ne Lodcwijk gedaen kecfL 390U bis WH 
I jii d«n Volksbüchern. 3015 woruelchen wie byscicheu 3648. 
I tne| wer. Vgl. h 71 wie dat do«t. 400U waunar, vgl. h 71 
eer aaegt gij R«lnouL 4tä3 diet mhd. = mvmiL V^ 
iSib. 4633. 4929. Ib2&. Iü3ä. 7U31. tU23. M89. »838 il. a. w. 



i 



616 

4024 In den Volksbüchern ist der preis des yerrats 1000 foUat 
4035 bis 38 Diese rede Karls ist in den yolksbficheni anders ge- 
wandt: h 72 „yrient, op a woorden en acht ik niet eeii kaf, of 
op Beinonts stontigheit; want 't is een sot, die snlke woeHci 
spreekt. Als giij ?^^ geleide had, ik son n doen hangrai omi 
vermetele woorden; want ik nooit so van boden heb hooren t^m- 
ken^. £s leuchtet ein, dass dies gegenüber nnsrer fammg n- 
orsprünglich ist. 4049 großem, es ist wohl za lesen großea «d 
na<^ zom ein komma zu setzen. 4050 betten steht Ar hebbeL 
4053 splißen = rissen, za mnd. sty. spliten, mhd. spliseiL Vgl 
8015. 8018. 8323. 4054 palme = flache band. Lat paloa, iilii 
palme swm. VgL mnl. palmen, palmoten, palmslag; Bind, palmvüst 
4060 Ein sprüchwort. Lies vil rawe. 4068 Die yolksbücher e^ 
zählen, er sei te Bordeele geritten. Vgl. 4147. 4069 rank = 
bohrte, zu wringen stv. Hs. eine. 4071 mit gewalt ist flifik- 

werk, der ursprüngliche reim war Benont: wont. 4078 zw« 

und zwenzig, H 281, a 94: 25, h 72 twaalf. 4079 tegelinge 

sonst nicht belegt, h 72 so sij dageliijks plagen te doen. Sollte 
doch vielleicht mnl. diegelike in der bedentnng «zusammen* n 
gmnde liegen? Vgl. Ond. 2, 70. 4083 Hierza stimmt ge- 

nauer H und a. 4112 hat in h nichts entsprechendes, dagega 
H 281 De untfeinc it mit gröisser vrueden, a 95 der nahm es 
freundtUch an. 4114 lieber nefe fehlt h 73. H 281 ind gaf 

it Rolant, sime neven, a 95 vnd scheuchet es seinem Vettern Bo- 
landt. 4138.9 Alter reim aerde: Beyaerde. 4147 Auch 

hier haben die yolksbücher: h 73 te Bordeele in het wont, a 95 
bey Bordeel in dem waldt. Vgl. 4068. 4183 dm ist etwas we- 
nig, die yolksbücher haben wohl mit h 74 „duisent pont* das n^ 
sprüngliche bewahrt. 4185 ein Jungfrau, h 74 twee Jonkyrouwen. 
4191 diet ist hier unsinnig. Selbst wenn man diet in seiner nie- 
dersten bedentung ^kerl'' fasst, will es doch nicht für ein ro68 
passen. Es ist kaum zweifelhaft, dass Beyart und wart im reime 
standen. Vgl. 4210.11. Übrigens ist vielleicht für wart: yart = 
weg einzusetzen, vgl. h 74 buiten Parijs op de vaert. Oder mU 
„warf^ den von bäumen befreiten platz rings um die mauern der 
Stadt bedeuten, der verhüten soll, dass die feinde unbemerkt bii 
unter die mauern gelangen können. 4202.3 ein sprüchwort. 

4216 zyden, nml. mnd. tiden swv. = sich wohin begeben. In bi 



817 

ftffm nicht helegl. Vgl «504. 12330. 4218 llt«. Uß. +227 

na, praei. za rinnen etv. = renneu. Eb sckuint uiif nd, nnd rnd. 
gebiet« sd)OD ftiili eine vermiscbnng des «tv. rinnen mit dem bwv. 
rcttnen stattg'efukden za haben. Vgl. Bartsch , Über Karlmeinet 
Hm. i2Ht liis 4:^ = li 7ä als een man ^6n ongetnk heefl, Uet 
andor u hem bij. o 1^7 wenn einem ein vnglnck zu banden RUJaaet. 
so Ist das ander auch nicht weit. Das erut« der beiden sprUcIi- 
wSn«r, ans welchen diese stelle zDsnmmengesetjEt ist, fehlt alsu 
in den volkibflchem. Es entspricht etwa nnserm .wo etwas ist, 
kommt anch etwas hin". Da» zweite sprfichwort ,eiD nnglttck kommt 
Mluin aUein' (fast wörltich so f 92) ist sehr verbreitet. Vgl. bei 
Wander 4, 1438 bis 58 nnt«r .ÜngltiulC die nnmmeni 9. ä6. 70. 
TS. 78. 79. 81 bis 83. 86 bis 96, IUI. 102. 1Ü6 bis 119. 126. 128. 
129. 148. 149. 166. 174. 183. 186. 187. 213. 362. 367. 486. 4266 
U« 59 besiehnng anf die geschichte von Karl nnd Elegaet, welche 
du bekanntes mnL gedieht behandelt. Um die anspielnng zu er- 
BiUem K^bfl ich hier den kurzen anazag aus dem gedichte in Jonck- 
blDtU gi-sch. der ninderl. Ut. üiintsdie fi\i6g. von Berg. 1. Lelp- 
rig I87II, s. 113 wieder: ,Kin engel nncbelnt ktliiif^ Karl in der 
Müht, nnd überbringt ihm gottw befehl, ni stehlen. Ksrl gehorcht 
den geböte, obgleich er es nicht begreift. Als er im geheimen das 
•chloas von Ingelheim verlassen hat. begegnet er dem ritter El«> 
gMt, dem verbunnten, dem nur der raub zum tebensunterhalte Übrig 
geblieben war, Narbdem nie mit olnandfr gekämpft haben, begeben 
ii» lieh nach dem Schlüsse KggorlcJui von Eggenmiade, de« kfinlgs 
Kbwsg«r, nm dieeeo za besUililen, nnd dort entdecken sie dorcb 
«!■ ivaammentrelTeD versc.hiedMier omBtände, dan Eggericb in ein« 
WüMiiwaning gegen Karls leben verwickelt ist. Dadurch erkennen 
llt, daaa die eracheinnng des engelw ein sichlbarea eingreifen der 

zum be«ten des gxiUeKnianni<s war. Es spricht von seibat, 
der TUTiter gestraft , und Elegaat wieder xn goadnn ange- 
noB wtrd*. Das mnL gedieht Ist zuerst heransgegebi'n von 
lann vm Falleraleben in Horo« Itelgictw. 4. Ldpzig 1836, 
Voa JtHtekbloet, Amsterdam 1869, Eine uiedorrhelnlscho bft- 

fst Im Eari Meinet 375 bis 94 enthalten. Von tiner 
weQ von diesen tezieu stark abweichenden, md. b»- 
tn einer Zeitzer bs, gab Bedi, Oermanla 1>, 330 nachriclil, 
^tuk'ii» Toltabttaber hatMo die «iwtjiirtiing aat Kul and KtagaU 



I ^ 



618 

erhalten, doch in nnrichtiger form : h 75 „als *t bl|jkeli[jk vis aen 
Elegast, die den koning vermoorden wonde', a 97 ^solches ist ai* 
geuscheinlich gnagsam an dem Elegast, der den E6nig auch eaW 
leiben wollte*^. Wie es scheint, hatte der verfaaser der nL proM 
gar keine eigne kenntniss von der geschichte and legt» sich nnr 
die im Benont vorgefnndne anspielnng auf seine weise znrwfat 
Wenn Jonckbloet a. a. o. s. 114 bemerkt, dass der mnl. Elegast 
auch in den Haimonskindem erwähnt werde, so kann er damit nv 
die hd. bearbeitnng oder die Volksbücher meinen, da im Renoot 
diese stelle (zwischen abschnitt II nnd HI) nicht erhalten tat. AUkt- 
(lings mnss der Renout diese anspielnng enthalten haben. Anspky- 
longen anf die berühmte geschichte von Karl and Elegast erschei- 
nen öfter. Vgl. Hör. Belg. 4, I bis m. Vgl. die anmerkong oh&a 
zn 2742. 4272.3 = h 75 Als Reinont aldns stont in sign klagen, 
qnam daer een man nit een hage. 4280 gramadet. Dies wim- 
derliche wort, das ^zanberformel^ zn bedeuten scheint, weiß ich 
nicht zu erklären. Es erscheint in verschiednen formen: gramadit 
5322, gramandiet 6961, gramatig 10397, gramat 10504. Malegys 
„liest«" den gramadet 4280. 4441. 4508. 6961. 7100. 10397. 10501 
12529, er „that«" ihn 5322, er „beginnt«" ihn 11604. Sollte die 
edle kunst grammatica in das ansehn einer zauberischen Wissen- 
schaft gekommen sein? Oder sollte das wort gramadet, graman- 
diet unter Verlust der vortonsilbe aus nigrömantia (für nekromantii 
mit anlehnung an niger, vgl. schwarze kunst) entstanden sein? 
Vgl. nigramatica in den lesarten zu vers 1 bis 6 aus Historia de 
preliis Alexander Magni in Kinzels Alexanderausgabe (Halle a. S. 
1884) 8. 3. 4301.2 sprüchwort. 4320 In den yolksbüchen 

sind die orte genaimt, wo M. gewesen sein will: h 76 tot Romei 
en S. Jacob, tot S. Gilles in Proventien en tot S. Andries in Schot- 
lant, ik heb ook geweest in 't laut van Jerusalem. 4326 offenbar 
durch auslassung entstellt. 4351 trauwe = Sicherheit. 43ö6 
sieben, in den Volksbüchern zehn. 4383 sprüchwort 4394 
drissig, h 77 tien. 4434.5 Im alten reime standen hnb und sing. 
4443 bis 47 = h 77 veraiiderde ham van den ouderdom in de g^ 
daento van eeu jongeling van twintig jaren. 4445 ime, lies inne? 
4451 bis 53 = h 78 Ik en weet niemant so kloek, dien ik slaen 
wil, lijj en moet van mijn hant sterven, al is het dat fortuine m^ 
den rugge keert. Diese fassung stellt sich offenbar näher zur nr- 



■prUnglJcbeD, wJIhrpnd in P ein uiigsvcrsUnduiss vorUi'gt. M69 
der t«nfel, • 101 der Teaffd, h 7» de. Daivd BL-l8«)bnb. 4-tÖ« 
lerrm^en. Hol! iBerini^. iniid. leninga, leriti^-i', Sclil. 2, tiTÜb. Vgl. 
4864. 4491 flaYyne. lies slavyoe. b 78 een onde hnik, v^rl. 
Matih«, h IHT. « 101 ein Frauen manWl. Vgl. anm. ra 3044. 
44flB ^zi^ir.hen von zynne" sind wolil hoiligenbildchen, wie sie nach 
jrtKt In katholischen IRndem vielfach verkanft werden, h 7M diier 
mi^nig tmken aen stont van lont. Wie i^^ aclieint, hat das wiirt 
l>w>t in dem Verfasser von a faliche vontellnngen erwockt , dünn 
er Mhreibt 101 ein Hndt, voller löcher ^schössen. 4&11.12 knuc: 
buie stand wohl nraprQng:Ucb im reiiue. 4515 zweyhandert, in 
d«a VAlkabüebem nnr 100. 4ö26 xa Parys wert, h 79 tot het 
«tnde van 't wont te Bordcel«, s 102 biß in den Waldt zo Bördele. 
46S1 lies so waren nie siech and alt von tagen. 4533 lietien = 
mIm» ans. Mnd. laten stv. intr. = ansseheu, SchL 2, 630 b. Hhd. 
fbn. mi.) I&zf^n intr. = eich benplinicn. gebArden. 4664 verlept 
= öbcrkiht. \'ffl. innl. overlcvon Oad. 7. 387. 4670 Ue* Her- 
ran. 4385 fontl nnd zwensig Schilling, b 79 wel twintig poat, 
■ 1<e b«7 die 3Ü pfnndt. 4AN8 im = ilm. 4«12 bekart u 
bckeren im selttcn sinne wie nnser bewandt. 4618 his war iM 
Tiellekht itr«prüiiglich ein vers flir sich. Vgl. h 80 Uategija ui: 
■nagt 't waer aijn. is Betjaert daer? 4834.6 haben in den an- 
dern cexten nidiCs entsprechendes. Der bearbeiter scheint dteee 
verse zur rede des intincha pezogen zu liaben. 4Ä41 lesen =betai, 
TgL SchL2,671b. 4Ö44 Der monich. h80 de monnikken. 4ftt8 
In den rolksbücliem ist nicht vergessen anzomerken , doss Hale- 
gy» nit blUfe iteiner knnst sich schnell stark nnd tüchtig madiU 
4672.1) Suit dieser verse bat h 81 Beinont seide: Oom, sonde 
One alte aUen, die mij »waer penit«ntie wtten, ik had wel in een 
UoMter v«D di-ser Orden over de driehondett gedoot. DIcm stelle 
Mbdnt echt. 4J>92 reventer mnL mnd. = ,elu sa&l im kloster- 
S«btsde, als allgemeinea speise- und erholangazlmroer dienend, rem- 
tv*. SehL 3.47(la. Ond. ö. 834. Aus refectorluin. tmi.l Dar 
alte r«im war woht pervredti ipa^rrd«): meih-. 4713 halt, Uc« 
hat. ^^2^i voUenbradit , uraiirUnglkli stand wohl vullenspiaoli. 
4730 aber aageji, mnl. mnd. ovirrK^gKUU =^ anklagen, bnsclioldigen, 
474A ahw. lii« allos. 4T&U.1 All«r reim vive : 

47M gflvmget. UoU. gewaagen — melden. 4787 var 



620 

die barg, h 82 op de brogge. Das letztere verdieiit den v«Rap. 
Vgl. 4891 loß = mit Ust, schlan. 4834 bis 37. DieM steDe 
zitiert J. Grimm, ra. 2. aasg., 8. 82. 4840 doksa trank , nkL 
tollen-, toUe-tranc stmn. = betftnbendea getrink, andi twafan-fe- 
tranc stn. Vgl. h 83 Malegys hat den wijn met kmideft cn W(»^ 
telen selve gemackt Die Wirkung des tranks wird in den yolk»- 
büchem etwas anders geschildert: h 83 wiese dronk, die moeite 
Malegijs onderdanig sijn, en tot sgnen dienst staen. 4862 e(N> 
dewan, mhd. knrdewän, cordewän stm. = leder von Gordova, Ini^ 
doan. 4867 sonder lesen = ohne anfenthalt MnL mnd. lettn 
swv. häufig in Verbindung mit sonder und ane. VgL 85tö. 8660. 
14196. 4894 Bolant, h 85 bezeichnet ihn näher durch den zs- 
satz ^die Ferragute yersloeg', Femugat a 108. 4899 von guter 
tiere = von guter art HoU. goedertieren adv. = gnftdig. Mnd. 
tere, tire f. =^ art und weise, besonders häufig in der Verbindung 
guder, quader tiere, SchL 4, 533 b. Vgl. 5029. 4901 Hier bricht 
die au£sählung in den volk^bächem ab. 4902 dangiere, afr. 

dangier = Widerspruch. 4904 Bertram von Massagier, vgl. E 
der messagier 9538. 4906 als ein kone tier ist unverstandlieh, 
man mässte lesen von koner tiere. 4931 Mondisdiet, vgl. 3709 
Mundisdiere. 4957 ewyle, mhd. e wilen, mnd. wilen^r = ver 
Zeiten. Der vers ist in dieser gestalt unverständlich. JedenMb 
fehlt nach ewyle etwas. 4988 zweyundzwenzig , h 84 twaelf. 

5000 = h 85 maken om duisent ducaten. 5029 tier = art. 

5035 der, lies des. 5039 zweyhundert jar, h 85 veertig, « 110 
eilff. 5044 Nach den Volksbüchern ist nur etwas von der ab^d- 
mahlschüssel daran. Vgl. h 85. a 110 vnd darzu ist gebraucht 
worden goldt, von dem Becher den Christus gebraucht hat auff dee 
weissen donnerstag. f 104 macht den fehler von dem ersten ^ge- 
branchf^ dieses texts auf das zweite überzuspringen und flickt dann 
vor gebraucht noch er ein, so dass es scheinbar zu P stimmt In 
9 103 bis 105 fehlt die ganze episode mit dem köpf, obwohl b sonst 
genau an y anschließt. Diese anslassung scheint auf kirchliche Zen- 
sur zurückzugehn. Im übripren vgl. Matthes , h 210 unter Sop. 
5060 Die Übereinstimmung „vnder" B , Onder dese woorden h 85 
ist sekundär. 5101 hundert pfunt, in den Volksbüchern ,cen 

gouden penning". Ebenso 5149. 5116 warleßlich, wohl auf waar- 
looslijk = unachtsam, unbedacht zurückgehend. Mhd. war-lds, 



war-loose. Afries. warlas. h 8ii anwaerdcliik, > 111 niig:eBC^kkL 
Ö14H der vltirzigst« ta^, b 86 in vijftig dngi'ti. 5IäU stich, nilxl. 
Dii-Jit «iam «Uc Beh>«n = nicht du ir^n^st« sKhn, daher hüll. stJk- 
sim, Rtikziondn = knricsichtlg. Dona oiuter §tichdankel, diul. md. 
■ticke-dnnkcl. 515U dn fiwe.n nit = nicht das geringste, feso 

»wf- = aproa. Vgl. 6015. 5166 ^sach, lies geecliaph. 51ö** 
Eg««lieren, boU. eeTgisterea, mnd. frgiflt«rn ^= vorgVMtern. &1(UI 
bb 64 Ein „«ises wip*, also ein heip. h rroodrron . a 111 kii 
eloet Hebammen, welche mil [112] vUen fremden FVauen x'mligphl.. 
Über die uiichiliclie liexcnfithrt, der menschllchKn Banlwriiiuen mit 
narbtfruDW, dUniuninohen, elbisrVn w>*scn vgl. J. Orimm, denUche 
mylh. ' 2. Oim. 1H54, lOlW Mb U. Dw tag ilur wlicbentllclien 
hnwafahn^D wird an verschicdnm vrlcD venchit^Mi angogelH-D, 

I ist .lonnAcht*, mlid. «nnoabt, d. Ii. die na<^ht von xamiitag auf 

; gewöhnlich nicht genannt. Vgl. a. a. 0. \0'M. .Soldan. 

r hesenprocesBe , Stntig. n. TUb. 1843. 228. Pnt«r der 

; der gegend von Heidelberg gilt e» als gefSJirlicb 

f abend aouEugebn, da ilann dk- hoxpn fuhren. 6177 

[ muß miui begynnen, ein sprUcbwort. Her »inn int: man 

I den nutzen einet jed«n dings dsdnrch prüfen , dasa man es 
■al anfUngt. b ätl men moet eea dink beproeveri eer meii weK 

ket doen kan. Vgl. Simrock, die deutschen volksbüclipr 6. IK. 

-, Um munt ölfti) gebuudi-n, h 87 in arme klerderen gcwon- 

, auch > 11:^ gewunden, f lUH «limrat zufällig mit gebunden 
108 in P. &l»5 üedent, Hm bedenkt? b 87 dat hem legeUJk 
■Mark hedimken »on «n bovaerdtj laten sinken en ootuiiedig vrMen. 
MW sprUdiwSrUJch. b206 als ay er ^ h 87 alH gij. 5«« 

Nadi «ein* iai ,soppe* anigefaUen: h 87 en elk nemo een »oiipe 
iloor n «er«. &211I giejdc. gnkide =: airJierheit. Mede. &ns 
U« 98 [»we ganxe arjiildenuig fehlt in drn volksbflcheni- fi2S0 
4ttB, n mnd. dolen. dalen. hoU. dooleu := Irren, verirren; alao In 
wm i lrni iig. Uhd. dolc atf. = Idden wtirde dem alnne nach «o- 
■Iger glt paaMD. 5231 mau etwa ^ nb^rwUtm »ein ,ln fnlg« 
nm Ualegyi betrügeri«elier Tureplegelung.' Schote kann mit ai. 
Mab, af«. wxilii ^ «char nicht» eq thoti hnben. Ob mit afrte«. 
ikUe Nhfil» , boU. »clniilon = iddi verbergen , verste>c][t liegen. 
•dnllboA ^ «dilopfwinkel ? Dann kSnnte man schole mtt ,h<tim> 
llcUwit, VMTborgnea bandeln* UberMtcctt. &:UU |i>7>vn, enutelltug 




622 

von mhd. poisün stm. = zanbertrank. 5267 brant sa prendMi, fti. 
prendre, stark flektiert prinde prant pninden. YgL Bartsch, über 
Earlmeinet 315. Vgl. 5292. 5444. 13675. 13947. 6270 mank =: 
lahm. Er saß also wie ein lahmer sitzt. 5272 anjl = schMD. 
5280 gequetscht zu mnl. mnd. qnessen, qnetsen swv. = beaohftdigHi, 
verwanden. 5285 rüter, holl. niiter = reiter. 6292 den tla- 
vynen, wohl besser der slavynen. 5297 rischlich, mhd. zn liad 
= gerade, schnell, hurtig. 5298 stegebant, mnL Ond. 6, 560l 
Hd. nicht belegt. Vgl. 8027. 12175. 5308 er k S8 Ja, aeide 
Beinont, ik heb al n^jn leet verloren. 5313 j^ort, mnL po«t^ 
mnd. port = stadt Vgl. Ond. 5, 677. 678, SehL 6, 236 a. HoiL 
poorter = einwohner, bürger einer Stadt. Gnmdbedeatimg pfbrte, 
dann was durch eine pforte verschlossen vdrd, geschlossner , nsh 
manerter ort, Stadt. Mhd. in dieser bedentong nicht belegt YgL 
6G55. 6679. 6701 u. o. 5329 und, besser umb ? Oder ist dioer 
vers mit dem folgenden zu verbinden. 5340 vierzig ftifi , h 88 
wel elf voeten, a 114 woU 12 fuß wegs weit. 5350 entspringen 
= aufspringen, häufig in der bedeutung „vom schlafe anfi^tefan'. 
5358 getaugen, mnd. gedogen, dogen swv., holL gedoogen = dul- 
den, leiden, ertragen. Vgl. 9841, gedogen 5633. 13297. 5369 
missebar, mnd. misbere, misbare, mhd. misse-baere, -b&re stfl ^ 
missgebärde, leidwesen. Vgl 11797. 13151. 15343. . 5374 Braj- 
fort, Broyfort 9175. 9178 u. ö. Renaus 176, 27. 209, 21 n. «. 
Brojefort. Vgl. Maugis ross Brojenguerre Es. 217, 36. Ogier ge- 
winnt dies ross von könig Brunamon (in der deutschen prosaBn^ 
mand). Vgl. Les enfances Ogier par Aden^ li Bois p. p. SdMder, 
Bruxelles 1874, v. 3919 bis 4097. Vgl. Dennmerckische Historien 
von Egenberger, Frkft. 1571, 43b „Da er so mit jhm redet, da 
kam König Burmand reittend, auf einem vbermassen starcken Pferde, 
das hieß er Bnfort, vnd sprang jeden sprung dreisaig schuch mit 
jm, wiewol er in vollem Küriß auff jm saß''. 5376 Volatyn, 
Valentin , Valentyn 9873. 10190. 10202 u. ö. Im Renaus 290, 38 
Viellantin, Chanson de Roland 1153 Veillantif, Konrads Rolanda- 
lied 3331 Velentih, Strickers Karl 4067 Valentich, Karlmeinet A 
452, 15 Velatin. Rolant gewinnt dies ross und sein schwert Da- 
rendal in der schlacht von Aspremont. Vgl. den auszi^^ der Chan- 
son d'Aspremont bei Gautier, les ^pop6es fran^^aises 2 (Paris 1867), 
71. 5386.7 Die ursprünglichen reimworte finden sich in krafit 




M17 O^er. Ki bernbt offenbar anf einem irr- 
tase, tem dieser biüi- ouahmals gmiannt wird. Vfrl. h HÜ i.)livi«r 
aeidr: »egt aüj il